Der neue Flügeltürer von Mercedes-Benz (SLS AMG)

      Der neue Flügeltürer von Mercedes-Benz (SLS AMG)

      Der neue Flügeltürer von Mercedes-Benz (Mercedes-Benz SLS AMG)

      Stuttgart/Affalterbach, 12.03.2009

      Erstmals in der über 40-jährigen Unternehmensgeschichte präsentiert die Performance-Marke von Mercedes-Benz ein eigenständig entwickeltes Fahrzeug, den Mercedes-Benz SLS AMG. Der Supersport-wagen begeistert mit seinem einzigartigen Technologie-Package: Aluminium-Spaceframe-Karosserie mit Flügeltüren, AMG 6,3-Liter-V8-Frontmittelmotor mit 420 kW/571 PS Höchstleistung und Trockensumpf-schmierung, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Anordnung und Sportfahrwerk mit Aluminium-Doppelquerlenkerachsen. Die ideale Gewichtsverteilung von 48 zu 52 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse und der tiefe Fahrzeugschwerpunkt betonen das kompromisslose Sportwagen-Konzept.
      Der neue Mercedes-Benz SLS AMG bietet ein puristisches, markantes Design, überlegene Fahrdynamik und eine Mercedes-typische hohe Alltagstauglichkeit und Sicherheit. Während der Entwicklung des neuen Flügeltürers vertrauten die AMG Entwickler auf das wertvolle Know-how der Spezialisten des Mercedes Technology Centers (MTC) in Sindel-fingen. Ziel der vernetzten Entwicklung war, den SLS AMG Flügeltürer zur perfekten Synthese der Stärken der Marken Mercedes-Benz und AMG zu machen.

      Konsequenter Leichtbau dank Aluminium
      Die radikale Konzeption als fahrdynamisch hoch talentierter Super-sportwagen mit weit hinten und tief platziertem Frontmittelmotor bestimmt ebenso die Proportionen wie das Leichtbau-optimierte Karosseriekonzept: Erstmals präsentieren Mercedes-Benz und AMG ein Automobil, bei dem Chassis und Karosserie aus Aluminium gefertigt sind.
      Der völlig neu entwickelte Rohbau besteht aus einem Aluminium-Spaceframe. Diese exklusive Konstruktion vereint intelligenten Leichtbau mit höchster Festigkeit – und ermöglicht damit kompromisslose Fahrdynamik. Selbstverständlich erfüllt der Aluminium-Spaceframe alle Anforderungen hinsichtlich passiver Sicherheit und der Mercedes-Benz typischen Karosseriequalität, die an ein neues Automobil mit dem Stern gestellt werden. Trotz Sportwagen-typisch tiefer Sitzposition erlauben die weit öffnenden Flügeltüren einen bequemen Ein- und Ausstieg.

      Weiterentwickelter AMG 6,3-Liter-V8-Motor mit 420 kW/571 PS
      Der weiterentwickelte AMG 6,3-Liter-V8-Motor realisiert eine Höchst-leistung von 420 kW/571 PS bei 6800/min und macht den SLS AMG damit zu einem der stärksten Sportwagen in seinem Segment. Das maximale Drehmoment von 650 Newtonmetern erreicht der Achtzylinder-Saugmotor bei 4750 Umdrehungen. Von null auf 100 km/h beschleunigt der Flügeltürer in 3,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt
      315 km/h (alle Werte vorläufig).

      Perfekte Synthese aus Leichtbau und Standfestigkeit
      Der Einsatz hochfester Bauteile kompensiert die aus der Leistungs-steigerung resultierende erhöhte Triebwerkbelastung. Schmiedekolben, eine verstärkte Kurbelwellenlagerung, eine Optimierung der Kurbel-gehäusestruktur sowie eine verbesserte Schmierung über eine bedarfs-geregelte Hochleistungsölpumpe sorgen für höchste Standfestigkeit. Aufwendige Katalysatortechnik ermöglicht die Erfüllung aktueller und zukünftiger Abgasgrenzwerte wie EU 5, LEV 2 und ULEV.

      Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Anordnung mit Torque Tube
      Seine üppige Kraft gibt der AMG 6,3-Liter-V8-Motor über eine besonders leichte Antriebswelle aus Carbon an die Hinterachse weiter – ähnlich wie bei den DTM C-Klasse Renntourenwagen. Das Getriebe findet seinen Platz an der Hinterachse (Transaxle-Prinzip) und ist über eine „Torque Tube“ fest mit dem Motorgehäuse verbunden. In der Torque Tube (engl. „Torque“ = Drehmoment, „Tube“ = Röhre) rotiert eine Carbonwelle mit Motordrehzahl. Die Vorteile dieser aufwendigen Lösung liegen in der starren Verbindung zwischen Motor und Getriebe und der damit optimalen Abstützung der entstehenden Kräfte und Momente. Für die Kraftübertragung ist ein neues AMG Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen verantwortlich.Die gewählte Lösung Frontmittelmotor plus Transaxle-Anordnung sorgt für eine ideale Gewichtsverteilung von 48 Prozent vorn zu 52 Prozent hinten.

      Keramik-Verbundbremsanlage, neuartige „Flow Forming“-Räder
      Kürzeste Bremswege auch bei enormer Belastung verspricht die AMG Hochleistungs-Bremsanlage in Verbundtechnologie rundum. Die Keramik-Bremsscheiben verfügen aufgrund ihres höheren Härtegrads über eine noch höhere Temperatursicherheit und bestechen gleichfalls durch ihr um rund 40 Prozent niedrigeres Gewicht. Leichtbau stand auch bei den Rädern im Fokus: Gewichtsoptimierte AMG Leichtmetallräder nach dem neuartigen „Flow Forming“-Prinzip reduzieren die ungefeder-ten Massen und steigern Fahrdynamik und Federungskomfort.
      „Mit dem neuen SLS AMG stellt Mercedes-Benz einen faszinierenden Supersportwagen vor, der die Herzen aller Autofans höher schlagen lässt. Der SLS AMG ist Emotion pur für die Marke Mercedes-Benz und wird sicher einer der begehrenswertesten Sportwagen unserer Zeit“, so Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter von Mercedes-Benz Cars. Die Konzeptions- und Entwicklungsphase für den Supersportwagen startete im letzten Quartal 2006.

      Bis Ende 2009 wird die intensive Fahrzeugerprobung abgeschlossen sein. Im Frühjahr 2010 wird die Neuinterpretation des legendären Flügeltürers ihre Markteinführung feiern.
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      Flügeltürer reloaded

      Flügeltürer reloaded

      571 PS, Transaxle-Bauweise, Doppelkupplungsgetriebe und Flügeltüren: Der SLS ist der erste komplett selbst entwickelte Sportwagen von AMG. Erste Infos, erste Erlkönig-Fotos

      AMG verleiht Flügel: Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Mercedes 300 SL Coupé (1954 bis 1957) bekommt der legendäre Flügeltürer einen Nachfolger. Der Mercedes SLS AMG wandelt nicht nur auf den Spuren des "Gullwing"-Benz, sondern ist auch der erste Sportwagen, den die Werksveredler aus Affalterbach nicht auf Basis eines bestehenden Mercedes-Modells konstruieren. Im Frühjahr 2010 soll die Eigenentwicklung auf den Markt kommen.

      Angetrieben wird der Wagen von einem V8-Frontmittelmotor mit 420 kW / 571 PS und Trockensumpfschmierung. Basis ist der bekannte AMG 6,3-Liter Saugmotor. Das zum V8-Hochdrehzahlmotor weiterentwickelte Aggregat trägt intern die Bezeichnung M159 und bringt ohne Betriebsflüssigkeiten 206 Kilogramm auf die Waage. Das Getriebe ist in Transaxle-Bauweise an der Hinterachse montiert. Das Triebwerk stemmt ein maximales Drehmoment von 650 Newtonmetern bei 4750 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Die Leistung pro Liter beträgt 92 PS, das Leistungsgewicht 2,84 Kilogramm pro PS

      Den Kraftzuwachs im Vergleich zum normalen 6,3-Liter-Motor haben die AMG-Ingenieure unter anderem durch neue Fächerkrümmer und einen überarbeiteten Ansaugtrakt erreicht. Acht Ansaugtrichter mit je fünf Zentimeter Durchmesser sorgen dafür, dass dem V8 nicht die Frischluft ausgeht. Dank Trockensumpfschmierung kommt der Motor ohne Ölwanne aus und kann tief eingebaut werden. Die Platzierung des V8 hinter der Vorderachse und die Transaxle-Anordnung ermöglichen eine Gewichtsverteilung von 48 Prozent vorn zu 52 Prozent hinten.

      Der Flügeltürer beschleunigt laut vorläufiger Werksangabe in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 und in weniger als zwölf Sekunden von 0 auf 200 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 315 km/h erreicht - weil der Schwaben-Pfeil dann abgeregelt wird.

      Die Kraftübertragung übernimmt ein komplett neu konstruiertes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das mit vier Schaltprogrammen an verschiedene Fahrerbedürfnisse angepasst wird. Eine Funktion namens "Race Start" regelt bei der Beschleunigung elektronisch den Reifenschlupf. So sollen auch ungeübte Piloten ihren Boliden voll beschleunigen können, ohne den Asphalt mit verbranntem Gummi zu überziehen. Neben einem manuellen Modus und einem Sport-Programm gibt es auch einen verbrauchsoptimierten Modus. Der Durchschnittsdurst des SLS soll bei ungefähr 13 Litern pro 100 Kilometer liegen.

      Im Lastenheft der Ingenieure stand zudem das Thema Leichtbau ganz oben. Die Rohkarosse besteht aus einem 241 Kilogramm schweren Aluminium-Spaceframe. Das Gesamtgewicht des SLS liegt trotzdem bei rund 1,6 Tonnen - in der Sportwagenwelt ist der Wagen damit nicht gerade ein Hänfling.

      Vorder- und Hinterachse sind an Doppelquerlenkern aufgehängt. Die jeweils 18 Kilogramm schweren Aluminium-Flügeltüren des SLS verfügen über eine normale, elektrisch versenkbare Seitenscheibe, beim Öffnen hilft eine Gasdruckfeder. "Es reichen etwa 30 Zentimeter Platz neben dem Auto aus, um die Türen zu öffnen", sagt Karosserie-Entwickler Günther Ast.

      AMG hat den Antriebsstrang des SLS zunächst in modifizierten Dodge-Viper-Modellen getestet. Die Front der "Mule Cars" (wörtlich übersetzt: Maultier-Auto) ist dank runder Scheinwerfer und aufgesetzter Blinker, die sich die Ingenieure vom Mercedes-G-Modell geborgt haben, nicht wiederzuerkennen. Aber auch die echten Prototypen, die seit Sommer 2008 unterwegs sind, sind so stark verkleidet, dass man über die endgültige Optik des SLS nur spekulieren kann. Der Wagen werde sich jedenfalls an keinem existierenden Mercedes-Modell orientieren, heißt es bei AMG.

      Im Januar 2010 sollen die rund 40 Prototypen ihre letzten Teststrecken hinter sich gebracht und dann rund 1,25 Millionen Kilometer auf dem ganzen Erdball zurückgelegt haben. Die Testrouten führen unter anderem durchs Death Valley in Kalifornien, über die Schnee- und Eispisten von Arjeplog in Schweden und natürlich über die Nordschleife des Nürburgrings. Dort lautet das Entwicklungsziel: eine Rundenzeit von deutlich unter acht Minuten.

      Beim Preis für den SLS will sich AMG ungefähr am Niveau des Audi R8 V10 oder Porsche 911 Turbo orientieren - zwischen 150.000 und 160.000 Euro wird man für den Flügeltüren-Renner dann auf den Tisch legen müssen. Eine limitierte Produktion sei nicht geplant, sagt AMG-Chef Volker Mornhinweg.

      Trotz Wirtschaftskrise braucht sich die Leistungsschmiede aus Affalterbach offenbar keine Gedanken über zahlungskräftige Kundschaft zu machen: "Wir haben schon zahlreiche Anfragen, seit wir das Auto angekündigt haben. Jeder Kunde möchte gerne der erste sein", sagt Mornhinweg. Bis zur Auslieferung im Frühjahr 2010 müssen sich die Flügeltüren-Fans noch gedulden. Anschauen kann man den Wagen aber schon früher - auf der IAA im kommenden September.