Preissturz bei Motorrad-Policen

      Preissturz bei Motorrad-Policen

      Preissturz bei Motorrad-Policen

      Von Lina Panitz 17. März 2009, 03:02 Uhr
      Prämien im Vergleich zu 2008 um bis 40 Prozent günstiger - Leistungsumfang verbessert - Sparpotenzial von mehreren Hundert Euro

      Berlin - Gute Nachrichten für Motorradfahrer zum Saisonstart: Der Schutz für ihre Maschinen wird deutlich preiswerter. Fast alle Tarife - mit und ohne Kaskoversicherung - wurden im Vergleich zum vergangenen Jahr abgesenkt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung NAFI. Danach wurden Motorradpolicen um bis zu 40 Prozent günstiger. Die durchschnittliche Jahresprämie für Haftpflicht- mit Teilkasko-Versicherung, über die von den NAFI-Experten untersuchten 4500 Risiken, liegt bei 234 Euro

      Für weniger Geld bekommen Motorradfahrer heute außerdem einen umfangreicheren Schutz. "Der Standardleistungsumfang ist, zum großen Vorteil der Motorradfahrer, in den letzten Jahren nicht unerheblich gewachsen", sagt Ivana Höltring, Geschäftsführerin der auf Kfz-Tarife spezialisierten Unternehmensberatung NAFI. So müsse man heute auf Leistungen wie "Marderbiss mit Folgeschäden", eine auf alle Tiere erweiterte "Wildschadenklausel", den "Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit" auch beim Motorrad bei zahlreichen Tarifen nicht mehr verzichten. Die Tarifbedingungen der Provinzial-Versicherung Düsseldorf enthielten beispielsweise sogar eine Neuwertentschädigung für Motorräder, bei Diebstahl bis zwölf und Totalschäden bis 18 Monate. "Aufgrund unserer Erkenntnisse ist das aktuell der einzige Anbieter auf dem deutschen Markt mit dieser Leistung", sagt die unabhängige Tarifanalystin Höltring.

      Die Preisunterschiede zwischen den Versicherern, die den Standardschutz bieten, sind weiterhin enorm. Allein im Haftpflichtbereich können Motorradfahrer mehrere Hundert Euro sparen. So zahlt ein 45- bis 50-Jähriger, der eine BMW K 1200 S mit 167 PS fährt, bei der Öffentlichen Oldenburg nur knapp 94 Euro für die Police. Der teuerste Anbieter verlangt hingegen mehrere Hundert Euro (siehe Grafik). Im Vollkaskobereich sind sogar Unterschiede von mehreren Tausend Euro möglich.

      Versicherungsexperten raten, die Motorradpolice jedes Jahr einem Preis-Check zu unterziehen. "Das Sparpotenzial ist enorm hoch. Selbst dann, wenn Verbraucher ihre Versicherung jedes Jahr wechseln", weiß Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW, aus eigener Erfahrung. Der Kündigungstermin für Motorradpolicen ist jedoch genau wie bei Kfz-Versicherungen in der Regel jeweils zum Ende eines Jahres.

      Wer bereits einen Vertrag hat, muss sich also noch ein wenig gedulden, bis er von den neuen Tarifen profitieren kann. Das gilt auch für Motorradfans, die sich mit sogenannten Saisonkennzeichen einen Teil der Jahresprämie sparen und mit ihren Maschinen nur eine bestimmte Anzahl von Monaten auf die Straße dürfen. Auch ihre Policen laufen über ein ganzes Versicherungsjahr, da die Gesellschaften auch in der Ruhezeit einen Grundschutz gewähren.

      Motorradfahrer, die nicht ausschließlich auf zwei Rädern unterwegs sind, profitieren von einem weiteren Trend in der Branche: Die Gesellschaften gewähren zum Teil großzügige Rabatte, wenn mit einem anderen Fahrzeug bereits eine höhere Schadenfreiheitsklasse (SF) erreicht wurde. Bei erstmaliger Zulassung eines Motorrads wurde es früher generell in die Anfänger-Klasse 0 eingestuft.

      Das hat sich inzwischen geändert. Fast alle Versicherer stufen in SF1/2 ein, wenn der Versicherungsnehmer seit mindestens drei Jahren einen Motorrad- oder Pkw-Führerschein besitzt. Oder wenn er ein weiteres Fahrzeug, beispielsweise einen Pkw, mindestens in der SF1/2 zugelassen hat. "Dabei ist es in der Regel unerheblich, bei welchem Versicherer der Pkw versichert ist", sagt Versicherungsexpertin Höltring. Kunden, die direkt mit der SF1/2 einsteigen, könnten bis zu 40 Prozent sparen.

      Einige Versicherer sind sogar noch großzügiger. So stuft beispielsweise die VHV-Hannover das Motorrad in die gleiche SF-Klasse ein wie einen bereits vorhandenen und versicherten Pkw - vorausgesetzt, Pkw und Motorrad werden ausschließlich vom Versicherten gefahren. Dabei ist es unerheblich, bei welchem Versicherer der Pkw versichert ist. Ähnlich auch bei der DirectLine Versicherung, die keine weiteren Bedingungen an den Nutzerkreis des Pkw stellt.

      Ähnliche Regelungen bieten auch die Versicherer Axa, Kravag und Ineas an, wenn der Pkw beim gleichen Unternehmen versichert ist. "Bevor Verbraucher diese zusätzliche Sparmöglichkeit nutzen, sollten sie unbedingt prüfen, was bei einem Unfall passiert. Einige Versicherer koppeln die SF-Klassen der verschiedenen Fahrzeuge aneinander", warnt Versicherungsexpertin Weidenbach.

      Günstige Motorrad-Policen zum Saisonstart

      Günstige Motorrad-Policen zum Saisonstart

      Ergebnis einer Analyse der auf Kfz-Tarife spezialisierten Unternehmensberatung NAFI zufolge können sich Motorradfahrer zum Saisonstart freuen, denn im Vergleich zum Vorjahr wurden fast alle Tarife – mit und ohne Kaskoversicherung – um bis zu 40 Prozent gesenkt. Außerdem bieten die Versicherungen mittlerweile für weniger Geld umfangreicheren Schutz. NAFI-Geschäftsführerin Ivana Höltring sagt: „Der Standardleistungsumfang ist, zum großen Vorteil der Motorradfahrer, in den letzten Jahren nicht unerheblich gewachsen.“ Auf Leistungen wie „Marderbiss mit Folgeschäden“, eine auf alle Tiere erweiterte „Windschadenklausel“ sowie Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit muss der Motorradfahrer nun nicht mehr verzichten. Aktuell befindet sich nach Angaben von NAFI momentan nur ein Anbieter, die Provinzial-Versicherung Düsseldorf, auf dem Markt, dessen Tarifbedingungen sogar eine Neuwertentschädigung für Motorräder enthält (bei Diebstahl bis 12 und Totalschäden bis 18 Monate).

      Auch gestalten sich die Preisunterschiede für den Standardschutz zwischen den Versicherern weiterhin enorm. Allein im Haftpflichtbereich lassen sich mehrere Hundert Euro einsparen. NAFI ermittelte die günstigste Police für nur knapp 94 Euro bei der Öffentlichen Oldenburg. Noch krasser zeigten sich die Unterschiede im Vollkaskobereich, hier sind sogar Unterschiede von mehreren Tausend Euro möglich. Deshalb raten Versicherungsexperten wie Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW den Motorradfahrern, ihre Police jeses Jahr einem Preis-Check zu unterziehen. Für einen Wechsel des Anbieters gelten genau wie bei der Kfz-Versicherung Kündigungstermine in der Regel jeweils zum Ende eines Jahres.

      Enorm profitieren können die Motorradfahrer, die nicht ausschließlich auf zwei Rädern unterwegs sind, durch zum Teil großzügige Rabatte, die die Gesellschaften gewähren, wenn man mit einem anderen Fahrzeug bereits eine höhere Schadenfreiheitsklasse (SF) erreicht hat. Versicherungsnehmer, die mindestens seit drei Jahren eine Motorrad- oder Pkw-Führerschein besitzen, oder einen Pkw mindestens in der SF1/2 zugelassen haben, werden von fast allen Versicherern inzwischen in SF1/2 eingestuft. Früher wurde bei erstmaliger Zulassung eines Motorrads generell in die Anfänger-Klasse 0 eingestuft. Durch das direkte einsteigen in die SF1/2 könnten Kunden bis zu 40 Prozent sparen, so Versicherungsexpertin Höltring.

      Nur gut versichert auf Motorrad-Tour

      Nur gut versichert auf Motorrad-Tour
      Motorradfahrer leben gefährlich, zumindest statistisch gesehen.

      Das liegt daran, dass die Biker gegenüber Autofahrern bei einem Unfall vergleichsweise ungeschützt sind. Fallen sie vom Rad, können nur Helm und Schutzkleidung die Schwere der Verletzungen mindern. Knautschzone, Airbags und Sicherheitsgurt fehlen. Doch zumindest das anfangs verpönte Antiblockiersystem hält langsam Einzug in die Motorradszene. Und das ist gut so. Denn das System bremst laut einschlägigen Studien besser als jeder Fahrer, weshalb die Unfallforscher der Versicherer schon lange die serienmäßige Einführung von ABS für Motorräder fordern.

      Aufgrund des erhöhten Sicherheitsrisikos ist für Motorradfahrer ein umfangreicher Versicherungsschutz notwendig, um zumindest die finanziellen Schäden auffangen zu können. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und übernimmt Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die der Verursacher dem Unfallgegner zugefügt hat. Teil- und Vollkaskoversicherung sind freiwillig. Erstgenannte haftet bei Diebstahl, Brand, Sturm, Glasbruch, Hagel oder Wildschäden. Die Vollkaskoversicherung haftet bei selbstverschuldeten Schäden am eigenen Motorrad, bei Fahrerflucht oder bei Schäden durch Unbekannte.

      Zusätzlich zu Kasko und Haftpflicht kann genau wie beim Pkw auch ein Schutzbrief fürs Motorrad abgeschlossen werden, der im Fall einer Panne oder Krankheit für Mobilität, Rücktransport, Übernachtungskosten und ähnliches aufkommt. Außerdem gibt es für Motorräder auch Saisonkennzeichen. Die Schilder gelten jedes Jahr für einen zuvor festgelegten Zeitraum, der durch zwei Zahlen auf dem Kennzeichen sichtbar ist. Außerhalb dieses Zeitraums darf das Motorrad nicht bewegt und nicht auf öffentlichen Plätzen abgestellt werden. [shadow=red]Der Vorteil des Saisonkennzeichens ist, dass sich der Biker den Weg zum An- und Abmelden spart. Allerdings sind die Versicherungsbeiträge höher und es lohnt sich, die Prämien zu vergleichen, um am Ende nicht mehr zu bezahlen als bei der Ganzjahresanmeldung.[/shadow]
      Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr sollten Motorradfahrer nicht nur ihr Zweirad, sondern vor allem sich selbst gut versichern. Deshalb empfiehlt es sich, die gesetzliche Unfallversicherung, die nur bei Fahrten von und zur Arbeit greift, durch eine private Unfallversicherung zu ergänzen ( www.versicherung-und-verkehr.de ).