Eine Schaufel als Sattel: Unser Motorrad Marke Eigenbau

      Eine Schaufel als Sattel: Unser Motorrad Marke Eigenbau

      Eine Schaufel als Sattel: Unser Motorrad Marke Eigenbau
      Von Peter Blache, 9b, Schule Sachsenweg

      Wo findet man einen vernünftigen Jugendlichen in seiner knappen Freizeit?

      Ist doch wohl klar - in seiner Werkstatt!

      Dort beschäftigt er sich dann mit dem Reparieren und Restaurieren von Zweirädern. Da ich mich mit meinem Bruder selbstverständlich zu diesen vernünftigen Heranwachsenden zähle, haben wir uns in unserer Scheune - wir leben auf einem Resthof am Rande Niendorfs - eine zünftige Werkstatt eingerichtet. Hier beschäftigen wir uns nicht nur mit der Instandhaltung unseres eigenen Fuhrparks (Garelli, Zündapp und Hercules), sondern auch mit der Neuschöpfung leistungsstarker Motorräder, zum Beispiel der bisher einzigartigen Marke "Hondapp"!

      So haben wir unser Meisterwerk der Motorrad-Geschichte gebaut:

      Man nehme beliebige stabile Eisenrohre! Diese schweißt man (E-Schweißen) zu einem soliden Rahmen zusammen. Dann wird ein 200-Kubikzentimeter-Honda-Motor aus einer Gartenfräse ausgebaut. Die stellt ja wohl jeder halbwegs nette Vater gern für die Weiterentwicklung innovativer,schadstofffreicher Motorräder zur Verfügung. Danach nimmt man ein altes Zündapp-Getriebe, wie man es normalerweise im Keller herumliegen hat.

      Nicht zu vergessen: Als Hinterrad sollte ein verrostetes Schubkarrenrad dienen, das Geschwindigkeiten von rund 100 Kilometern pro Stunde standhält! Unser Rad stammt ganz offensichtlich von einer qualitativ hochwertigen Schubkarre der Fünfzigerjahre (deutsche Wertarbeit).

      Um den Hintern des Fahrers weitgehend zu schonen, sollte eine Flachschaufel, wie sie zum Sandbewegen benutzt wird, als Sattel montiert werden. Wir ließen uns dabei durch einen Werner-Film (Brösel) inspirieren.

      Ein alter Hercules-Mofatank dient als sachgemäße Aufbewahrung für den hochentzündlichen Kraftstoff aus eigener Geheimmischung (Petroleum ist höchst umweltschädigend und darf daher leider nicht beigemischt werden).

      Wie wir alle wissen, eignen sich Holzklötze hervorragend als Hinterrad-Bremse. Als Vorderrad eignet sich ein alter Fahrradreifen.

      Dieses Prachtexemplar testeten wir an einem verregneten Sonntagabend dieses Jahres auf unserem hauseigenen Motorrad-Testgelände. Mit der Geschwindigkeit von ungefähr gefühlten 100 Kilometern pro Stunde war unser Verlangen nach Tempo fürs Erste allerdings gestillt!

      Zurzeit befinden wir uns in der Entwicklung eines neuen Modells mit Sachs-100-Kubikzentimeter-Motor. Der Rahmen ist bereits fertiggestellt.

      Übrigens: Bestellungen können wir leider noch nicht entgegennehmen, denn bis jetzt ist noch keiner unserer Prototypen in Serie gegangen. Der TÜV weigert sich unverständlicherweise, diese Arbeit mit einer Straßenzulassung zu würdigen

      erschienen am 8. April 2009