Die genaueste Uhr der Welt

      Die genaueste Uhr der Welt

      Die genaueste Uhr der Welt

      Pünktlich bis (fast) in alle Ewigkeit: Das ist eine neue Atomuhr, die ein internationales Forscherteam gebaut hat. Erst nach 300 Millionen Jahre verspätet sie sich um eine Sekunde. Damit ist sie doppelt so präzise wie ihre Vorgängerinnen. Diese kamen bereits nach 150 Millionen Jahren aus dem Takt. Neueste Erkenntnisse aus der Welt der kleinsten Teilchen ermöglichen diesen enormen technischen Sprung.

      Atomuhren benutzen Gasatome als Zeitmesser. Diese bestehen aus einem Kern und mehreren Elektronen, die um ihn kreisen. Jedes Elektron hat dabei eine vorgegebene Umlaufbahn. Es kann jedoch in einen anderen Orbit wechseln, indem es Energie aufnimmt oder abgibt.

      Diese Eigenschaft nutzen Atomuhren. Durch gezielten Einsatz von Laserlicht bringen sie die Elektronen dazu, zwischen verschiedenen Bahnen rhythmisch hin und her zu schwingen. Diese Bewegung bildet das Pendel der Uhr.

      Eine unbekannte Eigenschaft von Atomen hatte bisher jedoch die Genauigkeit der Uhren beschränkt. Der Physiker Jan W. Thomsen vom Niels Bohr Institut der Universität Kopenhagen fand jetzt heraus, dass sie unter extremen Umständen aus dem Ruder laufen.

      „Bei sehr tiefen Temperaturen fangen die Atome an, sich gegenseitig zu beeinflussen“, erklärt der Forscher. Atomuhren werden fast bis zum absoluten Nullpunkt herunter gekühlt – die Interaktion ihrer eigenen Atome lässt sie dabei mit der Zeit unpünktlich werden (Foto: ultrakalte Strontiumatome).

      Thomsen entdeckte auch die Lösung für das Problem. Zusammen mit US-Kollegen konnte er den Präzisionsverlust der Uhr verringern, indem er das Laserlicht auf eine bestimmte Frequenz einstellte. Das ermöglichte den Bau des neuen superpräzisen Zeitmessers.

      Er wird den Alltag gewöhnlicher Bürgers nicht verändern, für die Forschung ist er jedoch ein Segen. Die neuen Superuhren werden helfen, große Entfernungen zwischen Galaxien im Weltall exakter zu messen, sagt Thomsen. Geophysiker könnten damit winzigkleine Wanderungsbwegungen der Kontinente auf der Erde genauer zu bestimmen, was der Erdbebenvorhersage zugute käme. (15.06.2009)
      Bilder
      • Die genaueste Uhr der Welt.jpg

        12,37 kB, 400×379, 8 mal angesehen

      Die genaueste Uhr der Welt

      Kompliziertes Experiment mit der Zeit
      Die genaueste Uhr der Welt

      Die genaueste Atomuhr der Welt geht in 3,7 Milliarden Jahren nur um eine Sekunde falsch. Das berichten Physiker des US-Instituts für Standards und Technologie (NIST) im Journal "Physical Review Letters". Der neue, komplizierte Aufbau aus oszillierenden geladenen Teilchen und Lasern ist damit doppelt so präzise wie der bisherige Rekordhalter, der ebenfalls am NIST entwickelt wurde. Er nutzte als Taktgeber noch ein Quecksilber-Atom.

      Die noch experimentelle Uhr basiert auf einem einzelnen Aluminium-Ion (ein elektrisch geladenes Aluminium-Atom), das von einem elektrischen Feld schwebend an seinem Platz gehalten wird. Dort vibriert das Aluminium-Ion sehr schnell, mit einer Frequenz im Bereich des ultravioletten Lichtes. Diese ist etwa 100.000 Mal höher als die Frequenz von Mikrowellen, wie sie bei bisherigen Atomuhren eingesetzt wird. Zu denen zählen auch jene der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die damit über die offizielle deutsche Zeit wacht.

      Höhere Frequenzen, mehr Präzision

      "Höhere Frequenzen sind einer der Faktoren, die bessere Präzision ermöglichen. Optische Uhren teilen die Zeit in kleinere Einheiten und könnten eines Tages zu Uhren führen, die 100 Mal akkurater sind als der heutige Mikrowellen-Standard", teilte das NIST in Boulder (US- Staat Colorado) mit.

      Dort gelang es zudem, eine Kopie der neuen Uhr zu schaffen – wichtige Voraussetzung dafür, damit ein neuer Standard dereinst auch in verschiedenen anderen Zeitlaboratorien installiert werden kann. Ein Vergleich der beiden Uhren zeigte, dass sie fast exakt gleich "schnell" tickten – die erste Differenz zeigte sich an der 17. Nachkommastelle. Damit stimmten die beiden Aluminium-Uhren zehnmal besser überein als jeder vorherige Vergleich zweier anderer Atomuhren.

      Präzise Uhren haben viele Anwendungen: Außer der korrekten Zeit liefern sie unter anderem jene Signale, mit denen das GPS-System funktioniert. Auch die PTB geht davon aus, dass den optischen Uhren die Zukunft gehört. Derzeit ist die Sekunde international definiert als das 9 192 631 770-Fache einer Schwingung von Cäsium-133-Atomen.
      Bilder
      • Uhr-.jpg

        92,01 kB, 382×680, 6 mal angesehen

      Die genaueste Uhr irrt um eine Sekunde in .......

      Die genaueste Uhr irrt um eine Sekunde in 3,7 Milliarden Jahren

      Die genaueste Atomuhr der Welt geht in 3,7 Milliarden Jahren nur um eine Sekunde falsch. Das berichten Physiker des US-Instituts für Standards und Technologie (NIST) im Journal "Physical Review Letters". Der neue, komplizierte Aufbau aus oszillierenden geladenen Teilchen und Lasern ist damit doppelt so präzise wie der bisherige Rekordhalter, der ebenfalls am NIST entwickelt wurde. Er nutzte als Taktgeber ein Quecksilber-Atom.

      Die noch experimentelle Uhr basiert auf einem einzelnen Aluminium-Ion (ein elektrisch geladenes Aluminium-Atom), das von einem elektrischen Feld schwebend an seinem Platz gehalten wird. Dort vibriert das Aluminium-Ion sehr schnell, mit einer Frequenz im Bereich des ultravioletten Lichtes. Diese ist etwa 100 000 Mal höher als die Frequenz von Mikrowellen, wie sie bei bisherigen Atomuhren eingesetzt wird.

      Zu denen zählen auch jene der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die über die offizielle deutsche Zeit wacht. "Höhere Frequenzen sind einer der Faktoren, die bessere Präzision ermöglichen. Optische Uhren teilen die Zeit in kleinere Einheiten und könnten eines Tages zu Uhren führen, die 100-mal akkurater sind als der heutige Mikrowellen-Standard", teilte das NIST in Boulder (US-Staat Colorado) mit.

      Dort gelang zudem eine Kopie - die Voraussetzung, damit ein neuer Standard in verschiedenen Zeitlaboratorien installiert werden kann. Ein Vergleich zeigte, dass sie fast exakt gleich "schnell" tickten - die erste Differenz zeigte sich an der 17. Stelle nach dem Komma. Die Übereinstimmung ist zehnmal besser als bei jedem vorherige Vergleich zweier Atomuhren. Präzise Uhren liefern auch Signale, mit denen das GPS-System arbeitet. (dpa)
      Bilder
      • atomuhr.jpg

        25,24 kB, 459×306, 4 mal angesehen

      Die neuen Super-Uhren

      Die neuen Super-Uhren: Wissenschaftler entwickeln immer exaktere Zeitmesser

      München (ots) - 27. August 2010 - "Vor allem die Navigation stellt höchste Anforderungen an die Genauigkeit von Uhren", sagt Ekkehard Peik, Fachbereichsleiter Zeit und Frequenz bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), gegenüber der Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN (Ausgabe 09/2010 ab heute im Handel). "Das war schon früher bei den Seefahrern so und hat sich durch die Satellitennavigation noch verschärft", so Peik.

      Wie WUNDERWELT WISSEN berichtet, tüfteln Forscher an der nächsten Generation von Super-Uhren. Die neuen Zeitnehmer sollen mit Licht arbeiten. Nicht nur die Besitzer von GPS-Geräten werden profitieren. Auch Rohstoffsucher, Astronomen und Experimentalphysiker freuen sich auf die ungeahnte Genauigkeit.

      Entwickler von Navigationssystemen sind überzeugt, mit optischen Uhren die Position auf einige Zentimeter genau bestimmen zu können - schließlich lebt GPS von einer möglichst exakten Zeitmessung: Die Geräte ermitteln, wie lange ein Signal vom Satelliten zum Empfänger braucht und bestimmen daraus die Entfernung und letztlich den Aufenthaltsort. Gelingt das mit bislang nicht gekannter Genauigkeit, könnten Flugzeuge automatisch landen oder Autos führerlos über die Autobahn rasen.

      Auch Physiker haben starkes Interesse an extrem genauen Uhren: Sie wollen mit ihnen untersuchen, ob die fundamentalen Naturkonstanten wirklich konstant sind - oder ob sie sich im Laufe der Zeit nicht doch geringfügig ändern. Das würde unser Bild vom Kosmos völlig auf den Kopf stellen. Bis es soweit ist, werden allerdings noch viele Sekunden verstreichen. "Wir reden über eine Zeitskala von vielleicht zehn Jahren", sagt Ekkehard Peik. Dass irgendwann eine neue Ära ultragenauer Uhren anbrechen wird, steht für die Forscher trotzdem außer Frage.

      Zu den genauesten Zeitgebern der Welt gehört derzeit CSF1: Die Atomuhr, die in der großen Uhrenhalle der PTB in Braunschweig vor sich hin schwingt, ist so präzise, dass sie zusammen mit ihren Schwestermodellen die offizielle Zeit vorgeben darf. Bis die Uhr eine Sekunde danebenliegt, müssten 50 Millionen Jahre vergehen.

      WUNDERWELT WISSEN, bislang mit einer Erscheinungsfrequenz von sechs Heften pro Jahr im Markt, erscheint ab 27. August 2010 monatlich.