Interessante Kapitalanlage

      Interessante Kapitalanlage

      Interessante Kapitalanlage
      Preise für Uhren und Schmuck Domains steigen

      Reich mit Domains?
      (09/2009) Bereits 2008 war für den Domainmarkt ein erfolgreiches Jahr mit erneuten Zuwachsraten. Die Anzahl der Domainverkäufe stieg im vergangenen Jahr um 35 Prozent und das Handelsvolumen - trotz der gesamtwirtschaftlichen Schwäche des vierten Quartals - um acht Prozent von 49.136.552 Euro auf 53.135.710 Euro. Das Jahr 2009 dürfte trotz Wirtschaftskrise noch besser werden.

      Im Durchschnitt erzielten Domaininhaber im Jahr 2008 einen Preis von 1.440 Euro. Länderdomains, die auf .de, .at oder .ch enden, erfuhren teils erhebliche Preissteigerungen ihrer Durchschnittspreise.

      Uhren- und Schmuckdomains steigen kontinuierlich im Preis

      Bemerkenswert sind die kontinuierlichen Preissteigerungen bei Uhren- und Schmuckdomains. uhren.de ist mit einem Angebotspreis von weit über 500.000 Euro sicherlich die teuerste deutsche Uhrendomain, aber auch Domains wie uhrenhändler.de mit einem Startpreis von 2.430Euro oder uhren-handel.de für 5.000 Euro sowie uhrengeschaeft.de für 1.850 Euro sind beachtlich im Preis gestiegen. Da ist die Domain uhrenfotos.de für 100 Euro dann schon ein richtiges Schnäppchen! Weitere Uhrendomains findet man beim größten Domainhändler Sedo unter diesem Link: http://www.sedo.de

      Doch von Verkaufspreisen, wie sie teilweise in den USA erzielt werden, können deutsche Domain-Anbieter allerdings bislang nur träumen. In den USA sind Verkaufserlöse im Millionenbereich keine Seltenheit. So wechselte Pizza.com für 1,6 Millionen Euro, Vodka.com für 2,2 Millionen Euro und Business.com für 5,9 Millionen den Besitzer. Da ist der Verkauf der bisher teuersten DE-Domain kredit.de mit einem Preis von 892.500 Euro dann schon als günstig zu bezeichnen.

      Domains als Kapitalanlage

      Und so ist es kein Wunder, dass der Gründer und Chef von Microsoft, Bill Gates bereits vor Jahren erklärte: "Domains werden schneller im Wert steigen, mehr als jeder andere Wertgegenstand, den die Menschheit je kannte". Der Grund für diese Wertsteigerungen ist ganz einfach zu erklären. Domains sind die Grundstücke im Internet und der Domainname ist gleichbedeutend mit der Geschäftslage.

      Obwohl Domains fast nichts mehr kosten, verpassen viele Unternehmen und Anbieter die rechtzeitige Reservierung eines passenden Domainnamens, den sie dann oft teuer über den Markt erwerben müssen. Wer aber rechtzeitig gute Namen reserviert, besitzt damit auch eine interessante Kapitalanlage, deren Wert in ungeahnte Höhen steigen kann.

      Neuer Goldrausch um de-Domains

      Neuer Goldrausch um de-Domains

      Mit seiner Entscheidung , den de-Namensraum weiter zu öffnen, hat das DeNIC eine regelrechte Goldgräberstimmung am eigentlich gesättigten Markt für Internet-Namen hervorgerufen. Erst am vergangenen Donnerstag teilte die deutsche Registry mit, dass künftig auch ein- und zweistellige Domains, reine Ziffern-Domains sowie Namen, die einem Kfz-Kennzeichen oder einer TLD entsprechen, registriert werden können. Start der Landrush-Phase, also der ersten Registrierungsmöglichkeit, ist am kommenden Freitag, den 23. Oktober um Punkt 9 Uhr.

      Nach kurzer Schockstarre begannen sich bereits einen Tag später viele Protagonisten am Domain-Markt die Hände zu reiben. Das Geschachere um die besten Namen ist bereits in vollem Gange, obwohl die Domains noch gar nicht zur Verfügung stehen. Alle wollen ihren Teil vom Kuchen abhaben: Die registrierenden Provider, die Domain-Grabber und die Handelsplattformen. Wenn am Freitag alle hochwertigen Namen vergeben sind, dürfte die Stunde der Rechtsanwälte schlagen, denn dann werden Marken- und Namensinhaber versuchen, ihnen zustehende, aber anderweitig vergebene Domains juristisch einzufordern.

      Lediglich die 274 eingetragenen DeNIC-Mitglieder, meist Hosting-Provider, dürfen zum Start Registrierungsanträge einreichen. Sie müssen dem DeNIC eine IP-Adresse mitteilen, nur über diese dürfen per signierten Mails Registrierungswünsche abgegeben werden. Jedes Mitglied darf maximal vier Registrierungswünsche pro Minute am eigens eingerichteten Registry-Interface abgeben. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

      Damit hat das DeNIC zur momentan chaotischen Situation wesentlich beigetragen. Zum einen verhindert die extrem kurze Zeit zwischen Bekanntgabe und Start eine geordnete Vorbereitung. Zum anderen sorgt die Art der Registrierung dafür, dass seltsame Auswüchse zu beobachten sind. Unverständlich ist, warum das DeNIC nicht nach Art der Funkfrequenzvergabe die Domains in einer ersten Phase selbst versteigert. Die Schlüsselrolle kommt nun den Mitgliedern zu, und viele davon versuchen, zulasten der Gleichbehandlung aus der Situation Kapital zu schlagen. Beispiel gibt es bereits reichlich.

      Die ISPpro Internet KG aus Hermsdorf etwa verschachert über ihre Hosting-Marke EUserv die erfolgreiche Registrierung eines der neuen "Premium-Domainnamen" für 10.000 Euro. Die Dortmunder Knipp Medien und Kommunikation GmbH verlangt für Ein-Ziffern-Domains mal eben 30.000 Euro. Der Preis ist sogar gesunken, am gestrigen Dienstag wollte Knipp noch 50.000 Euro haben. Alle Einnahmen aus der Registrierung der neuen Domains wolle Knipp an die Kindernothilfe spenden, betont man. Warum man die zahlenden Kunden, die eine der Domains ergattern wollen, zu einer Spende von fast 30.000 Euro nötigt, erläutert Knipp allerdings nicht.

      Entscheidend für den Erfolg einer Registrierung wird insbesondere sein, dass der Antrag möglichst früh beim DeNIC eingeht. Geht man davon aus, dass alle 274 Mitglieder von der Möglichkeit Gebrauch machen, gehen in der ersten Minute 1096 Anträge ein, in der ersten Stunde immerhin knapp 66.000. Kein Wunder, dass sich Mitglieder diese frühe Phase versilbern lassen wollen.

      Die NetService24 GmbH (Domain24) beispielsweise versteigert den ersten Registrierungsantrag, der am Freitag um Punkt 9 Uhr beim DeNIC landen soll, bei eBay. Derzeit (Stand: 13 Uhr) gibt es 23 Gebote, das Höchstgebot beläuft sich auf 2.511 Euro. Die media:Webline Internet Solutions GmbH wollte gar ihren Mitgliedzugang für die ersten fünf Stunden der Registrierungsphase versteigern. 73.047 Euro war ein ein Bieter bereit zu bezahlen , doch damit erreichte er nicht einmal den Mindestpreis, den sich der Provider vorgestellt hatte.

      Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass das Handelsvolumen enorm ist. "In Insider-Kreisen wird der Gesamtwertwert des neuen Namensraums kurzer de-Domains auf über 20 Millionen Euro geschätzt – eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass es sich um eine vergleichsweise geringe Anzahl in der Größenordnung von 1600 besonders interessanter Domains handelt", erklärt Andreas Schreiner, Geschäftsführer des Münchener Domain-Registrars InterNetWire .

      An der Goldgräberstimmung partizipiert natürlich auch die deutsche Domain-Handelsplattform Sedo. Sie hat eine Sonderaktion ins Leben gerufen, bei der die Kunden bis zum 22. Oktober um 18 Uhr "Vorab-Gebote" für die neuen Domains abgeben können. Sprich: Dort wird lebhaft mit Waren gehandelt, die noch nicht einmal existieren. Die Domains pc.de und tv.de etwa sind Bietern bereits 41.000 Euro wert (Stand: 13 Uhr). Der Preis wird nur bei erfolgreicher Domain-Überschreibung an den Höchstbietenden fällig.

      Sedo will über "Partner-Registrare" an die gewünschten Domains gelangen. Wer das ist, darüber schweigt man sich aus. Auf Nachfrage von heise online wurde Unternehmenschef Tim Schumacher kaum deutlicher: "Sedo hat eine Vielzahl von Registrar-Kooperationen, sowohl exklusive als auch nicht-exklusive, und es kommen fast stündlich neue hinzu. Gemeinsam sind wir sicher, eine außergewöhnlich hohe Erfüllungsquote bei unserer Auktion zu haben." Schumacher schätzt, dass allein via Sedo zehn Millionen Euro für den Erwerb von neuen Domains bezahlt werden.

      Mit den besonderen Geschäftsbedingungen zur Auktion bewegt sich Sedo hart am Limit der Legalität. Man bedingt sich dort nämlich Exklusivität des Vertrags aus. Wörtlich heißt es: "Der Bieter verpflichtet sich, für die Dauer des Vertrags keine Dienste eines anderen Vermittlers in Bezug auf den zu vermittelnden Domainnamen in Anspruch zu nehmen. [...] Bei einer Verletzung dieser Pflichten hat der Bieter der Sedo GmbH Entschädigung in Höhe von 20 Prozent des tatsächlich später erzielten Verkaufspreises zu zahlen." Ronny Jahn, auf Vertragsrecht spezialisierter Rechtsanwalt und vormals Justiziar bei der Berliner Verbraucherzentrale, hält eine solche Klausel für unwirksam: "Der Makler hat lediglich einen Schadensersatzanspruch. Der kann aber nicht einfach pauschal mit 20 Prozent angesetzt werden."

      Unterstützung erhält Sedo wenig überraschend vom größten deutschen Webhoster 1&1 – einem Schwesterunternehmen aus dem United-Internet-Konzern. 1&1-Vorstandssprecher Robert Hoffmann spricht von einer "Kooperation mit Sedo" zugunsten der Kunden, erläutert aber in seiner Mitteilung nicht, dass Sedo unterm selben Konzerndach weilt. 1&1 selbst bietet, ausgerechnet als größter deutscher Domain-Hoster, seinen Kunden keine Möglichkeit der kostengünstigen Vorregistrierung. Die 1&1-Kunden werden also zu Sedo verwiesen und damit wahrscheinlich mehr Geld in den Konzern spülen.

      Einige Registrare verzichten aber auch darauf, die Goldgräberstimmung dafür zu nutzen, ihre Bilanzen zu verbessern. Der Webhoster 1blu etwa bietet die Vorregistrierung zu Standardpreisen an. Besonderes Interesse bestehe derzeit vor allem an reinen Zifferndomains. "Viele Kunden versuchen Domains anzumelden, die ihrem Geburtsdatum, ihrer Telefonnummer oder ähnlich beliebten individuellen Zahlen-Kombinationen entsprechen", teilte 1blu heute mit.

      Die Hetzner Online AG will ihren Kunden ab morgen die Möglichkeit geben, ohne gesonderte Kosten Vorregistrierungsanträge zu stellen. Man nehme an dem Verfahren lediglich teil, weil man den Kunden diesen Service schulde, erklärte Firmenchef Martin Hetzner im Gespräch mit heise online. Außerplanmäßige Erlöse wolle man damit nicht erzielen. Von den Versteigerungen des Mitbewerbs hält er nichts: "Wir sind keine Glücksritter, sondern ein traditioneller Provider."

      "xy.de": Ein- und zweistellige de-Domains freigege

      "xy.de": Ein- und zweistellige de-Domains freigegeben

      Die deutsche Domain-Verwaltung DeNIC öffnet den deutschen de-Namensraum für ein- und zweistellige Second-Level-Domains. In der Praxis wird es also möglich sein, beispielsweise "a.de" oder "xy.de" zu registrieren. Registrierungen sollen bereits ab dem 23. Oktober 2009, 9 Uhr MESZ, möglich sein. Die Registrierung läuft nach dem Prinzip "First come, first serve".

      Nach Angaben des DeNIC wurden auch die 274 Mitglieder, also die registrierenden Provider, erst am gestrigen Donnerstag von der Neuerung informiert. Teilnehmende Mitglieder müssen nun der Denic eine IP-Adresse mitteilen, nur über diese dürfen per signierten Mails Registrierungswünsche abgegeben werden. Jedes Mitglied darf maximal vier Registrierungswünsche pro Minute am eigens eingerichteten Registry Interface abgeben.

      Das DeNIC reagiert mit der Maßnahme auf die jüngste Rechtsprechung zu zweistelligen Second-Level-Domains, insbesondere auf das sogenannte "VW-Urteil " des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt. Der Wolfsburger Automobilhersteller hatte gegen das DeNIC auf Zuteilung der Domain vw.de geklagt. Nachdem das Landgericht Frankfurt die Klage zunächst als unbegründet abgewiesen hatte, hielt das OLG die Weigerung des DeNIC für rechtswidrig und verpflichtete die Registrierungsstelle im Juni 2008, der Klägerin die Domain zuzuteilen. Weil eine Revision nicht zugelassen wurde, reichte das DeNIC eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Am gestrigen Donnerstag erhielt sie vom BGH die Nachricht, dass der Beschwerde nicht entsprochen wurde, das OLG-Urteil also nunmehr rechtskräftig und umzusetzen ist.

      "Um für alle Internet-Nutzer nun Rechtssicherheit zu schaffen, mussten wir jetzt schnell reagieren", erklärte DeNIC-Chefin Sabine Dolderer im Gespräch mit heise online. Man habe sich technisch lange auf diesen möglichen Fall vorbereitet, Probleme seien nicht zu befürchten. Nach wie vor hätte es das DeNIC aus technischen Gründen lieber gehabt, dass ein- und zweistellige Namen von der Registrierung ausgeschlossen blieben.

      So manch ein Provider dürfte sich nun etwas überrumpelt fühlen. Tobia Marburg, Geschäftsführerin des Hosters und Registrars domainfactory etwa, machte ihrem Ärger im Unternehmensblog Luft: "Das ist der absolute Wahnsinn und wird intern für viel Wirbel sorgen, jetzt auf die Schnelle die erforderlichen Systemanpassungen für zweistellige de-Domains und möglichst eine wie auch immer geartete Vorregistrierung auf die Beine zu stellen. Wir sitzen ja nicht rum, drehen Däumchen und warten auf gute Gelegenheiten, um mal wieder was zu tun zu haben."

      In einer ersten Stellungnahme gegenüber heise online erklärte Andreas Maurer, Sprecher des Providers 1&1, man begrüße grundsätzlich die DeNIC-Maßnahme, wisse aber noch nicht, ob man auf die Schnelle jedem Kunden zum Start eine Registrierungsmöglichkeit für die neuen Domains geben könne: "Wir gehen davon aus, dass 8000 bis 10.000 Domains besonders begehrt und in Stunden weg sein werden." (Holger Bleich) / (hob/c't)

      Wirbel um Zuteilung von tv.de

      Wirbel um Zuteilung von tv.de

      Eingängige Internetadressen können Goldgruben sein. Bei der Vergabe der deutschen Kurz-Domains ging es deshalb hart zur Sache. Um tv.de wird heftig gestritten.

      Von FOCUS-Online-Autor Michael Friedrichs Colourbox/FOCUS Online (Composing)

      Am Freitagmorgen pünktlich um 9 Uhr war es so weit: Die Internetregistrierungsstelle Denic startete das in den letzten Tagen heftig diskutierte Vergabeverfahren für die neuen Domain-Namen. Damit war der Weg frei für Internetadressen mit nur einem oder zwei Zeichen sowie mit reinen Ziffernfolgen, die bislang von einer Registrierung ausgeschlossen waren. Das Interesse im Vorfeld war immens. Vor allem Unternehmen und Markeninhaber wollten die Chance nutzen, sich eine oder gleich mehrere dieser begehrten Internetadressen zu sichern.

      10 000 Domains in 90 Minuten registriert

      Innerhalb der ersten eineinhalb Stunden waren bereits mehr als 10 000 Domains vergeben. Gleichzeitig wurde aber auch die Kritik an dem Verfahren in Foren, Blogs und bei Twitter immer lauter. Von technischen Problemen war die Rede. Meldungen von Verzögerungen und Ungereimtheiten beim Registrieren der gewünschten Adressen machten die Runde.

      Denic bekam bereits in den frühen Morgenstunden Post von Rechtsanwälten, die mithilfe einstweiliger Verfügungen die Freigabe einiger markenrechtlich geschützter Domains vorab verhindern wollten. Welche juristischen Nachspiele die Domain-Vergabe noch haben wird, zeigt sich in den kommenden Tagen und Wochen. Auch das Bundeskartellamt will die Vergabe noch einmal detailliert prüfen.

      Vorabversteigerung der besten Domain-Namen

      Auf der Handelsplattform Sedo wurden die begehrtesten Internetadressen bereits vor dem offiziellen Vergabestart meistbietend versteigert. Mithilfe einer ganzen Reihe nicht näher genannter Partner wollte das Unternehmen versuchen, den Zuschlag für die jeweilige Domain zu erhalten. Klappt es beim ersten Anlauf nicht, will sich Sedo mit den Inhabern der Adressen in Verbindung setzen und im Auftrag der Auktionsgewinner über einen möglichen Weiterverkauf verhandeln.

      Mit 279 499 Euro erzielte tv.de den Höchstpreis bei der Versteigerung. Für Privatleute, die sich einen der begehrten Namen beispielsweise für die eigene Homepage sichern wollten, standen die Chancen auf eine Zuteilung dementsprechend schlecht.

      Ein Zuschlag, der keiner ist

      Umso größer war die Überraschung in der Branche, als das Online-Magazin Netzwelt über den Microblogging-Dienst Twitter stolz verkündete, über seinen Provider Key-Systems den Zuschlag für die Top-Adresse tv.de bekommen zu haben. Grund für diese Twitter-Nachricht war laut Netzwelt ein vorausgegangenes Telefonat mit dem Provider. Ein Key-System-Mitarbeiter habe hierbei mitgeteilt, dass das Internetmagazin für die Domain tv.de auf Position 1 der Vergabeliste bei Key-Systems stehe. Die Schlussfolgerung hieraus: Sollte der Provider von der Denic den Zuschalg für die Internetadresse erhalten, gehört tv.de dem Online-Magazin.

      „Wir haben uns bei mehr als 20 Domain-Namen um eine Zuteilung beworben“, sagte Geschäftsführer Sascha Hottes gegenüber FOCUS Online. Umso mehr habe er sich gefreut, mit tv.de den sprichwörtlichen Sechser im Lotto gezogen zu haben. Zumal das Online-Magazin für die Domain nur 20 000 Euro gezahlt habe.

      „Als wir den Eigentümereintrag ´Key-Systems´ bei Denic sahen, setzte ich mich sofort mit unserem Provider in Verbindung, um mich zu erkundigen, ob wir den Zuschlag bekommen haben“, so Hottes weiter. Doch statt eines klaren Ja oder Nein gab es nur ausweichende Antworten von dem Key-Systems-Vertriebsmitarbeiter. Die Technik müsse erst noch alles prüfen und man melde sich wieder. Der Wunsch, Alexander Siffrin, den Geschäftsführer von Key-Systems, zu sprechen, wurde abgelehnt.

      Domain ins Ausland transferiert

      „Nachdem die ganze Geschichte uns immer seltsamer vorgekommen ist, haben wir uns entschlossen, einen Anwalt mit der Wahrung unserer Rechte zu beauftragen“, so Hottes. Dieser habe dem Provider am Nachmittag eine Unterlassungsaufforderung zugestellt, wonach die Domain bis zur vollständigen Klärung nicht an Dritte herausgegeben werden dürfe. Zudem forderte der Anwalt die Bestätigung ein, dass Netzwelt der neue Eigentümer der heiß begehrten Domain sei. „Wir haben einfach Angst, dass Key-Sytems unsere Domain weiterverkauft und wir am Ende in die Röhre schauen“, so der Netzwelt-Chef.

      Die Zusage für ein Statement von Key-Systems wurde am Nachmittag zurückgezogen. Dann war der Provider für eine offizielle Stellungnahme nicht mehr zu erreichen. Inzwischen hat die Domain den Besitzer gewechselt. Sie gehört jetzt einem Holger K. mit Sitz in Spanien und nicht mehr Key-Systems.

      .de-Kurzdomains in die USA abgezogen

      .de-Kurzdomains in die USA abgezogen

      Eine Reihe von Merkwürdigkeiten bei der Registrierung der ein- und zweistelligen Domains und der reinen Zahlendomains in der vergangenen Woche sorgt unter der DeNIC-Mitgliedschaft weiter für Diskussionen.

      Die Registrierungen für die vom Dienstleister Bionic/Tec-Media-Service/Hexonet registrierten 193 Kurzdomains wurden inzwischen in die USA abgezogen, und zwar nach 625 Keene Road, Clearwater, Florida. Die rund 200 Domaininhaber, allesamt frisch eingetragene Briefkastenfirmen mit klangvollen Namen wie BJ Oral Diseases Incorporated bis zu QI Quadruple Investments International Incorporated, dürften wohl bald ihr einziges Asset, die zugehörige bj- oder qi-Domain, wieder auf den Markt bringen. Manche der von Michael Koenig angemeldeten Firmen waren selbst den liberalen Anmeldebehörden in Florida nicht geheuer: die Anmeldung beuspielsweise für ZL Zebra Luggage Inc trägt den Vermerk "Antrag zurückgewiesen".

      Diese und andere Eskapaden bei der Registrierung der ein- und zweistelligen Kurz-Domains und der reinen Zahlendomains in der vergangenen Woche sorgen unter der DeNIC-Mitgliedschaft weiter für Diskussionen. Gegen die Registrierungen vorgehen können aber wohl nur Unternehmen oder Personen mit namensrechtlichen Ansprüchen, schätzt der Domainrechtsexperte Torsten Bettinger; erfolgversprechend werde es, wenn der Domaininhaber keine eigenen Namensrechte geltend machen kann.

      Bettinger ist allerdings auch überzeugt, dass der mit den US-Firmenanmeldungen aufgespannte Schutzschirm löchrig ist. "Ein Unternehmen, das ein zweistelliges Unternehmensschlagwort verwendet, kann auf Verletzung seines Namensrechtes klagen und die Löschung erwirken. Die kurzfristige Anmeldung einer Firma mit dem Ziel, sich möglicher namensrechtlicher Ansprüche zu erwehren, nutzt den Domaininhabern nichts", betont Bettinger. Insbesondere, wenn die Firmen die Namen nicht im normalen Geschäftsverkehr nutzten, werde sich ein Richter kaum täuschen lassen. Zugute könnte den Namenshamstern allerdings kommen, dass es in vielen Fällen keine namensrechtlichen Ansprüche geben dürfte und Markenrechte nach Auskunft von Bettinger allein durch die Registrierung einer Domain noch nicht verletzt sind.

      Wie schwunghaft der Handel mit den gehorteten Domains sich entwickelt, darüber lässt sich vorerst nur spekulieren. "Knapp 3500 der neuen Domains stehen bei Sedo zum Verkauf, über 3000 sind zusätzlich eingetragen, stehen aber nicht zum Verkauf", sagt Sedo-Sprecherin Semra Körner. "Wir befinden uns gerade in Stufe 2 des Prozesses, das bedeutet, dass unsere Broker im Auftrag der Bieter aktiv Verhandlungen führen." Nach Schätzungen des Domain-Händlers Sedo könnten mit den Domains mindestens 10 Millionen Euro umgesetzt werden. Einen ähnlichen Hype habe es bereits bei der Einführung von Umlaut-Domains gegeben.

      Ob es am Ende eine kartellrechtliche Handhabe gegen einzelne Domaininhaber gebe, bedürfe einer genauen Prüfung, sagt Jurist Bettinger. Wenn nachweisbar sei, dass das Verfahren dazu geführt habe, dass sich vor allem DeNIC-Mitglieder oder Domainspekulanten durch das Verfahren bereichert hätten und der "normale Nutzer" von vornherein chancenlos gewesen sei, sei das zu überlegen.

      Handfeste vertragliche Streitereien handelte sich beim Vergabeverfahren übrigens Key-Systems ein. Der Key-Systems-Kunde Netzwelt beschuldigt den Registrar, die Domain tv.de an einen Dritten weiter vergeben zu haben, obwohl man eine mündliche Zusage dazu hatte, dass Netzwelt an Platz eins beim Registrierwunsch für die Domain gestanden habe. Für eine erfolgreiche Registrierung sollten 20.000 Euro fließen. Key-Systems teilte inzwischen mit, man sei strikt nach dem Prinzip "first come, first served" vorgegangen und habe die zuerst eingegangene Vorbestellung auch zuerst an das DeNIC übermittelt. Der Kunde habe offenbar nicht verstanden, dass es mehrere Anwärter auf tv.de gegeben hätte.

      Eingetragen für die tv.de und weitere Kurzdomains ist inzwischen Holger Kokert, mit Wohnsitz in Spanien. Kokert ist in der Familie von Key-Systems-Geschäftsführer Alexander Siffrin offenbar gut bekannt, dessen Schwester dankte ihm in ihrer Doktorarbeit überschwenglich für die Unterstützung. Viel Glück für Holger Kokert – oder ein geschickter Schachzug des Unternehmens? Bei einer Klage müssten das die Gerichte entscheiden. (Monika Ermert) / (jo/c't)

      Übersicht diverser Domains

      Übersicht diverser Domains

      DOMAINS

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      Ihr wollt doch alle nur Sex

      Ihr wollt doch alle nur Sex

      Sex.com ist die wertvollste und umkämpfteste Internetadresse der Welt. Dennoch ist ihr Besitzer verschuldet - sie wird jetzt zwangsversteigert. von Lutz Knappmann

      So eine Verschwendung! Wer die Internetadresse www.sex.com in seinen Browser tippt, landet auf einer lieblos zusammengekleisterten Linksammlung für höchst unseriöse Erotikangebote. Eine dieser unübersichtlichen Sammelseiten, die es im Netz zu Hunderttausenden gibt, und deren Ziel nichts weiter ist, als Geld mit der Weiterleitung von Klicks auf andere Seiten zu verdienen - und den Domainnamen zu blockieren.

      Dabei ließe sich mit einem, nun ja, seriösen Online-Sexportal unter der naheliegendsten aller Adressen vermutlich erst recht Geld verdienen: Gut 570 Millionen Treffer liefert der Suchbegriff "Sex" bei Google. Auch wenn der Begriff "Facebook" inzwischen fast fünfmal so viele Suchtreffer generiert: Das Fleischliche ist noch immer eines der wichtigsten Motive, das Menschen ins Internet treibt.

      Und was tippt als Erstes ein, wer im Netz nach anzüglichen Inhalten sucht? Eben! In dem 2008 erschienenen Buch "The Sex.com Chronicles" schreibt Anwalt und Autor Charles Carreon, die Website habe einem früheren Besitzer zeitweilig mindestens 15.000 $ pro Tag eingebracht. Das macht Sex.com zur wohl wertvollsten Webadresse der Welt. Und zur umkämpftesten.

      Als Gary Kremen, Gründer der Partnerbörse Match.com, die berühmteste Drei-Buchstaben-Domain 1996 registrieren ließ, geriet er in einen hollywoodtauglichen Krimi: Ein Rivale versuchte, ihm die Adresse abzuluchsen. Es ging um Urkundenfälschung und Flucht vor der Justiz, Kopfgeld und verschwundene Millionen. Im Sex-Business herrschen rauhe Sitten.

      2006 kaufte schließlich die US-Firma Escom die Rotlicht-Domain und zahlte Kremen dafür angeblich 14 Mio. $ - finanziert durch ein Darlehen des Finanzhauses DOM Partners. Diese Schulden zahlt Escom allerdings seit gut einem Jahr nicht mehr zurück, weshalb DOM Partners nun die Zwangsversteigerung einleitet: Am 18. März wird die Domain www.sex.com an den Meistbietenden verkauft. Mindestgebot 1 Mio. $. Es gebe bereits beträchtliches Interesse, sagt Auktionator Richard Maltz. "Wir wissen nicht, wer es ernst meint und wer nicht, aber potenzielle Bieter benötigen einen garantierten Scheck über 1 Mio. $. Das sollte interessant werden."