Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2007

    Formel 1 Kubica erhält von BWM grünes Licht

    Formel 1 Kubica erhält von BWM grünes Licht
    McLaren-Mercedes beschwichtigt Alonso


    Vom 14.06.2007
    INDIANAPOLIS (dpa) Grünes Licht bei BMW-Sauber für Robert Kubica, Schmusekurs bei McLaren-Mercedes für Fernando Alonso: Während der Pole nur drei Tage nach seinem Horrorunfall vom eigenen Team die Startfreigabe für den Großen Preis der USA erhielt, besänftigte die Führungsspitze der Silberpfeile das Gemüt ihres verärgerten Weltmeisters. "Ich kann kategorisch sagen, dass beide Fahrer das gleiche Material zur Verfügung haben und die gleiche Unterstützung bekommen", versicherte McLaren-Chef Ron Dennis mit Blick auf das teaminterne Duell zwischen dem Sensations-WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und dem zweitplatzierten Titelverteidiger. Das Team werde nichts machen, um die positive und wachsende Partnerschaft zwischen McLaren-Mercedes und Alonso zu gefährden.
    Keine Gefahr besteht aus Sicht von BMW-Sauber indes für einen Start von Kubica. "Wir wünschen uns alle, dass er zum Einsatz kommt", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Nach dem Crash des Polen in Montréal am vergangenen Sonntag will die Formel 1 beim Indianapolis-Grand-Prix nun mehr denn je auch Werbung in eigener Sache machen und endlich die USA erobern.

    Ob der 22-jährige Kubica dabei letztlich mithelfen kann, entscheidet der Medizin-Check des Weltverbandes FIA am Donnerstag. "Falls Robert nicht fahren kann, sind wir gerüstet", sagte Theissen. Sebastian Vettel oder Timo Glock würden dann den zweiten BMW neben Nick Heidfeld fahren. Der neue Rennwagen für Kubica für den Grand Prix am Sonntag (19 Uhr/RTL und Premiere) ist jedenfalls schon fast fertig.

    Der Münchner Rennstall will die Leistung von Montréal mit dem zweiten Platz von Nick Heidfeld hinter Senkrechtstarter Hamilton (England) im Silberpfeil beim US-Grand-Prix bestätigen. "Ich bin wirklich stolz auf diese Mannschaft. Nick hat diesen zweiten Platz ja nicht abgestaubt. Er war einfach schneller als ein McLaren und schneller als beide Ferrari", sagte Theissen. "Unsere Formkurve zeigt nach oben."

    Im ersten Saisondrittel überzeugt hat auch McLaren-Mercedes. Hamilton und Alonso führen die Fahrerwertung an. In der Teamwertung hat der britisch-deutsche Rennstall bereits einen Vorsprung von 28 Zählern auf Ferrari. Entsprechend groß war das Bemühen der Teamleitung, Alonsos Gemüt nach dessen Kritik zu besänftigen.

    Der zweimalige Weltmeister hatte einem spanischen Radiosender zwei Tage nach seinem enttäuschenden siebten Platz in Montréal gesagt, dass er sich von Beginn an im Team nicht wohl gefühlt habe und Kanada-Sieger Hamilton als Brite in dem britischen Team die volle Unterstützung bekomme. Dennis sprach indes von einem "gesunden Wettkampf" zwischen den für die jeweiligen Autos verantwortlichen Teams.

    Erfolgreicher könnte derweil die Zusammenarbeit von Ralf Schumacher mit seinem Arbeitgeber Toyota sein. Zuletzt hatte er sogar eingeräumt, sich auch anderweitig umzuschauen. Und nach dem überraschenden Punktgewinn im Chaos-Grand-Prix von Montréal gibt sich der 30-Jährige nun wieder richtig kampfeslustig: "Meine Formel-1-Karriere war bisher eine sehr schöne Zeit, aber nicht von dem Erfolg gekrönt, den ich mir gewünscht habe. Deshalb bin ich hier noch nicht fertig - und ich werde auch nicht aufhören", sagte er dem Fernsehsender "Premiere".
    :arrow: Ja, gibt es den auch noch? :shock:

    Formel 1: Startverbot für Kubica

    Formel 1: Startverbot für Kubica
    15.06.2007 | 06:04 | (DiePresse.com)

    Der BMW-Pilot hat einen Test der FIA nicht bestanden. Sebastian Vettel gibt in Indianapolis sein Debüt.

    Startverbot für Robert Kubica: Vier Tage nach seinem Horror- Crash von Montreal hat der Pole vor dem Grand Prix in Indianapolis einen Extra-Test des Automobil-Weltverbandes FIA nicht bestanden. Sein deutscher Ersatzmann Sebastian Vettel fährt am Sonntag im BMW-Sauber-Team an der Seite von Nick Heidfeld sein erstes Rennen in der Königsklasse.

    Per Computercheck war die Reaktionsschnelligkeit, die Koordinationsfähigkeit und das logische Denkvermögen von Kubica untersucht und mit vor der Saison aufgezeichneten Werten verglichen worden. Nach eineinhalbstündigen Tests und Beratungen entschied sich die FIA gegen einen Start des Polen.
    Kubica humpelte zwar etwas, doch ansonsten war ihm von seinem Horror-Crash nichts mehr anzumerken. Mit einem Lächeln auf den Lippen hatte er vor der obligatorischen FIA-Untersuchung noch einmal seine Absicht bekräftigt, beim US-Grand-Prix wieder Vollgas geben zu wollen. "Ich fühle mich 100-prozentig gut, aber wir müssen die Entscheidung der Ärzte abwarten", sagte der Pole. Die fiel dann zu seinen Ungunsten aus. Nun kann er sich erst einmal richtig auskurieren.
    Die Bilder von seinem Unfall will sich Kubica im Fernsehen erst gar nicht anschauen. "Ich habe ihn im Auto gesehen, das reicht", sagte er. Dass der Formel-1-Pilot bis auf eine Knöchelprellung unverletzt blieb, ist für ihn selbst auch vier Tage danach noch ein Rätsel. "Es gibt einfach keine vernünftige Erklärung dafür, dass ich nicht mal einen Finger gebrochen habe", sagte der 22-Jährige. "Vor zehn Jahren hätte ich nichts mehr sagen können, nun sitze ich hier und mir ist nichts passiert."
    "Ich fühle mich wie neu geboren", sagte er. Der Unfall hinterlasse keine Spuren in seinem Kopf, versicherte Kubica, der am vergangenen Sonntag mit 280 km/h mit seinem BMW-Sauber in eine Betonwand gekracht war. "Ich hätte mich beim Treppensteigen schwerer verletzen können."

    Die Piloten der Formel 1: Sebastian Vettel
    Team: BMW Sauber F1 Team
    Startnummer: 10
    Land: Deutschland
    Geburtsdatum: 03. Juli 1987
    Geburtsort: Heppenheim (Deutschland)
    Wohnort: Heppenheim (Deutschland)
    Größe: 1,74 m
    Gewicht: 64 kg
    Familie: ledig
    F1-Debüt: USA 2007
    Bisherige Teams: BMW Sauber (seit 2006)
    Homepage: www.sebstianvettel.de

    Durch den Ausfall von BMW-Stammpilot Robert Kubica kam Sebastian Vettel in Indianapolis beim Großen Preis der USA zu seinem ersten Renneinsatz in der Formel 1. Der Heppenheimer war am Renntag mit seinen 19 Jahren und 350 Tagen der fünftjüngste Formel 1-Pilot aller Zeiten. Aus dem aktiven Fahrerfeld war lediglich Weltmeister Fernando Alonso bei seinem Renndebüt noch jünger.

    Vettels Karriere auf vier Rädern begann schon bald nachdem er auf zwei Beinen stehen konnte. Mit dreieinhalb Jahren bekam er sein erstes Kart. Sein Vater, der selbst Bergrennen fuhr, hatte ein Einsehen mit dem quengelnden Filius. Mit sieben Jahren absolvierte Vettel, der zwei Schwestern und einen Bruder hat, sein erstes Rennen. Über die Formel BMW und die Formel 3 kam er zur Formel 1. Wenn es seine Einsätze für BMW zulassen, absolviert Vettel Gasteinsätze in der Renault-World-Series.

    Der Sohn eines Zimmermanns und einer Hausfrau aus dem hessischen Heppenheim gilt als großes Talent. «Ich bin bereit», sagte Vettel, der bereits in einigen Formel-1-Trainingseinheiten geglänzt hatte und mit vielen Testkilometern aufwarten kann. Daran, dass er wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag sein erstes Formel-1-Rennen fährt, hat der immer noch eher wie ein Jugendlicher wirkende Vettel lange nicht geglaubt. «Die Formel 1 war immer so ein Traum, ganz weit weg. Man hat davon geträumt, aber man hat nicht gedacht, dass man es wirklich erreicht.» Nun hat er es geschafft, es gab nur einen Wermutstropfen für ihn: «Ich wünschte, es wäre unter anderen Umständen dazu gekommen. Es ist nie schön, wenn ein Teamkollege nicht fahren kann, weil er einen Unfall hatte.»

    Wie danach seine Formel 1-Zukunft aussieht ist unklar. Fest steht, dass er - sobald Kubica wieder einsatzfähig ist - ins zweite Glied zurückrutschen wird. Mit seinem achten Platz und einem ersten WM-Punkt hat er sich in Indianapolis auch für andere Teams empfohlen. Neben BMW Sauber pflegt Vettel einen sehr engen Kontakt zu den Teams von Red Bull und wird da bereits als Fahrer für die Zukunft gehandelt.
    Bilder
    • sebastian-vettel.jpg

      105,09 kB, 300×451, 41 mal angesehen

    Formel 1: Kubica sitzt auf der Zuschauerbank

    Formel 1: Kubica sitzt auf der Zuschauerbank - Vettel macht sein erstes Rennen

    14.06.2007 Soeben wurde in Indianapolis von den Verantwortlichen der FIA entschieden, dass BMW Sauber F1 Team Pilot Robert Kubica nur fünf Tage nach seinem schweren Unfall in Montréal nicht ins Cockpit zurückkehren darf.

    Robert Kubica darf nach seinem schweren Unfall in Montréal beim Großen Preis der USA nicht starten und wird durch Sebastian Vettel ersetzt. Der Heppenheimer feiert damit im BMW-Sauber sein Formel-1-Debüt. Sein Teamkollege Kubica bestand den Extra-Test des Automobil-Weltverbandes FIA in Indianapolis nicht. Per Computercheck wurde die Reaktionsschnelligkeit, die Koordinationsfähigkeit und das logische Denkvermögen des BMW-Sauber- Piloten untersucht.

    Die Tests konnte Kubica zwar alle bestehen, aber die Ärzte - Streckenchef Geoff Billows und FIA-Arzt Gery Hartstein - vertreten die Meinung, dass die Gefahr zu groß ist, dass bei einem weiteren Unfall Folgeschäden auftreten.
    BMW-Sauber wird jetzt erstmals in der noch jungen Geschichte des Teams mit zwei deutschen Fahrern in ein Formel-1-Rennen gehen - der 19-jährige Vettel hat bisher lediglich als Freitagsfahrer Formel-1-Erfahrung gesammelt. Der junge Hesse erhielt bei BMW den Vorzug vor dem anderen deutschen Testfahrer Timo Glock.

    FORMEL 1: GP-Premiere für Vettel

    FORMEL 1: GP-Premiere für Vettel 14.6.2007 22:21

    Damit kommt der erst 19-jährige Testfahrer Sebastian Vettel an der Seite von Nick Heidfeld zu seinem GP-Debüt. Es ist das erste Mal, dass BMW-Sauber mit zwei deutschen Piloten in ein Formel-1-Rennen geht. Er habe nicht wirklich mit einem Start gerechnet, sagte Vettel. "Aber ich freue mich natürlich und bin bereit". BMW-Sauber hätte sich auch für Timo Glock entscheiden können. Die Nummer vier im BMW-Team hatte schon im Jahr 2004 vier Formel-1-Rennen absolviert. Er zeigte sich gelassen: "Es war klar, dass Vettel fährt," sagte er.
    ZWEITE POLE FÜR LEWIS
    FERNANDO ZWEITER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton startet beim Grand Prix der USA am Sonntag in Indianapolis von der Pole Position. Er erzielte im Qualifying eine Zeit von 1:12.331 min.; sein Teamkollege Fernando Alonso kam in 1:12.500 min., auf Startplatz zwei. Damit starten die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer zum dritten Mal in Folge seit Monaco vor drei Wochen gemeinsam aus der ersten Startreihe. Für Lewis ist es die zweite Pole Position in Folge seit Montreal vor sieben Tagen. Die Partnerschaft McLaren Mercedes belegt zum 23. Mal mit beiden Fahrern die erste Startreihe.

    Qualifying: Hamilton zum Zweiten

    Qualifying: Hamilton zum Zweiten
    Zweite Pole Position für Lewis Hamilton. Der silberne Traum geht weiter. Fernando Alonso komplettiert das McLaren Mercedes-Qualifyingfestival.


    McLaren Mercedes ging als großer Favorit in das siebte Qualifying der Saison. Wer sollte den Silbernen die Pole wegschnappen? Keiner. Blieb noch die Frage zu klären: Alonso oder Hamilton? Die Antwort gab es erst mit der letzten Zieldurchfahrt nach Ablaufen der Zeit: Lewis Hamilton startet zum zweiten Mal in seiner Karriere von der Pole Position. "Ich bin selbst überrascht", strahlte der WM-Führende. "Zu Beginn des Qualifying hatte ich noch nicht das beste Setup und ich hatte Fernando schneller erwartet." Deshalb wusste Hamilton, dass er alles geben musste. "Die letzten Runden waren punktgenau, alles hat geklappt."

    Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug war das "großer Sport" seiner beiden Fahrer. Denn neben Hamilton startet Fernando Alonso aus der ersten Reihe - zum dritten Mal in Serie. "Diese Konkurrenzfähigkeit ist positiv", freute sich Teamboss Ron Dennis. "Aber leider suchen die Medien immer nur das Negative, erfinden Verschwörungstheorien - sie schauen nicht auf das Positive", klagte er. "Das ist unser größtes Problem - wie wir mit den Medien fertig werden können." Die Konkurrenz hatte man in Indy erneut im Griff, auch wenn Fernando Alonso nicht ganz zufrieden war. "Das Qualifying ist nicht optimal verlaufen", sagte er. "Ich war in allen Sessions schnell, nur nicht als es in Q3 darauf ankam. Aber ich war das ganze Wochenende sehr gut und das gibt mir genügend Selbstbewusstsein. Im dritten Qualifying können viele Faktoren verantwortlich sein, ich bin zuversichtlich. Wir können gut abschneiden." Möglicherweise auch, weil Alonso etwas mehr Sprit im Tank hat. Andererseits machte er im Qualifying auch einige Fehler, immer wieder blieb ihm ein Rad stehen.

    Die zweite Reihe ist ganz in Rot gehüllt: Felipe Massa startet vor Kimi Räikkönen. "Wir sind ein bisschen dichter dran, aber das reicht nicht", gab sich Massa angriffslustig. "Ich will ganz vorne stehen, nicht nur näher kommen." Dennoch: "Die 2. Reihe ist hier keine Katastrophe. McLaren wird sehr stark sein, das ist keine Überraschung. Deshalb müssen wir fighten bis zum letzten Meter."

    In Reihe drei weicht der Farbcode erstmals ab: Nick Heidfeld hält die BMW-Fahnen als Fünfter hoch, aber neben ihm steht nicht Rookie Sebastian Vettel, sondern Heikki Kovalainen. Vettel startet dahinter von Rang 7 in seinen ersten Formel 1 Grand Prix. "Das war sehr gut. Sebastian hat seine Vorgabe komplett umgesetzt", analysierte Mario Theissen. "Er war ohne Fehler unterwegs, immer konzentriert und nicht verkrampft. Platz 7 ist ein optimales Ergebnis für ihn. Er steht auf einem Startplatz für den es im Endergebnis Punkte geben würde, wenn er den einen oder anderen Punkt mitnehmen würde, wäre das ein toller Einstand."

    Das sieht auch Vettel so. "Es war sehr aufregend", so Vettel, der sich vor der Qualifikation noch einmal hingelegt hatte. "Ein bisschen mehr wäre vielleicht noch drin gewesen, aber schauen wir mal. Die schlimmste Nacht habe ich jetzt hinter mir, das war der Donnerstag auf Freitag, jetzt ist alles ein bisschen ruhiger, nachdem es bislang so gut gelaufen ist." Nur bei Nick Heidfeld lief es heute nicht ganz optimal. "Es wäre mehr drin gewesen, wir sind nicht ganz zufrieden", betonte Theissen. "Nick war auf Kurs auf P3 - vor den Ferrari, hat dann aber im letzten Sektor 4 Zehntel verloren." Deswegen landete er nur auf Platz 5. "Jetzt müssen wir versuchen am Start zumindest einen Ferrari zu bekommen. Das kann Nick schaffen."

    Nur die beiden BMW Sauber-Piloten schafften den Sprung unter die Top10. Die anderen drei Deutschen scheiterten schon zuvor. Ralf Schumacher und Nico Rosberg gelang immerhin der Sprung in die zweite Session. Dort war jedoch als 12. und 14. Schluss. "Die Top-10 waren heute nicht möglich", sagte Rosberg. "Gestern hat sich das Auto noch besser angefühlt, aber ich hatte schon heute Morgen erste Schwierigkeiten." Selbst das gewonnene Teamduell freut ihn nicht. "Die Plätze 14 und 17 sind ein Desaster. Mit der Strategie kann man vielleicht noch etwas machen, aber es wird schwierig; andererseits kamen letztes Jahr auch nur acht Autos ins Ziel."

    Darauf baut vielleicht auch Ralf Schumacher. "Punkte könnten drin sein", sagte er. "Die letzte Woche war für mich nicht repräsentativ. Ich bin ein bisschen stärker als gestern und relativ zufrieden." Auf der letzten Runde ließ er seine Flügeleinstellungen leicht verändern, bekam dadurch aber mehr Übersteuern. "Deshalb war meine letzte Runde nicht optimal."

    Adrian Sutil schied erwartungsgemäß in der ersten Session aus. Sein Spyker ist noch immer zu langsam. Ein kleiner Trost: Sutil war wieder schneller als sein Teamkollege Christijan Albers und geht als 21. ins Rennen. "Es war nicht einfach, ich hatte kleine Verkehrsprobleme und Graining - es wäre mehr drin gewesen", sagte er hinterher.

    Sehr viel verärgerter über sein Ausscheiden war Alex Wurz. "Ich bin sehr grantig", raunzte der Österreicher. "Der 1. Run war okay, ich habe mich wohl gefühlt. Im 2. Run war das Auto völlig anders, wir müssen schauen, was da los war." Wurz schied als 17. bereits in Session 1 aus. Wie in Montreal muss er von weit hinten ins Rennen gehen.
    ZWEITER SIEG FÜR LEWIS
    FERNANDO ZWEITER - DRITTER VODAFONE MCLAREN MERCEDES DOPPELSIEG DER SAISON


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton gewann den Grand Prix der USA in Indianapolis und holte innerhalb von acht Tagen seinen zweiten Sieg in der Formel 1. Fernando Alonso wurde nach 73 Runden 1.5 Sekunden hinter Lewis Zweiter. Vodafone McLaren Mercedes erzielte damit im siebten Rennen der Saison den dritten Doppelsieg. Lewis baute seine Führung in der WM-Wertung auf 58 Punkte aus, sein Teamkollegen ist mit 48 Zählern Zweiter. In der Konstrukteurs-WM liegt Vodafone McLaren Mercedes nach vier Siegen in den ersten sieben der insgesamt 17 Rennen mit 106 Punkten an der Spitze vor Ferrari mit 71 Punkten.

    Der Start: Lewis startete zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen von der Pole Position, Fernando ging wie eine Woche zuvor in Montreal von Startplatz zwei ins Rennen. Lewis kam als Führender aus der ersten Runde zurück, gefolgt von Fernando, Felipe Massa (Ferrari) und Nick Heidfeld (BMW Sauber).

    Das Rennen: In der 21. Runde fuhr Lewis zu seinem ersten Boxenstopp herein, nahm das Rennen nach 8.8 Sek. Standzeit wieder auf und war danach Vierter. Fernando folgte einen Umlauf später (7.6 Sek.). Nach den Boxenstopps von Kimi Räikkönen (Ferrari/Runde 24) und Heikki Kovalainen (Renault/Runde 27) übernahm Lewis erneut die Führung vor seinem Teamkollegen.

    Fernando verkürzte in der Folge den Abstand hinter Lewis. Eingangs der 39. Runde attackierte Fernando, doch Lewis behielt die Spitze.

    Im 50. Umlauf legte Fernando seinen zweiten Routinehalt ein (6.5 Sek.), Lewis kam eine Runde später zu seinem zweiten Stopp (7.1 Sek.) herein. Nach dem Stopp von Massa in Runde 52 führte wieder Lewis vor Fernando.

    Nach 73 Runden fuhr Lewis in seinem siebten Grand Prix zum zweiten Sieg. Fernando komplettierte als Zweiter den 17. Doppelsieg der Partnerschaft McLaren Mercedes.

    US Grand Prix: Hamilton gewinnt, Alonso verliert

    US Grand Prix: Hamilton gewinnt, Alonso verliert
    Lewis Hamilton hält dem Druck erneut stand, Fernando Alonso zeigt Nerven. Sebastian Vettel hält die deutsche Fahne hoch.


    "Unsere Fahrer dürfen gegeneinander kämpfen." Diesen Satz betonten Ron Dennis und Martin Whitmarsh in den vergangenen Wochen immer wieder. Die "Teamtaktik" von Monaco sei ein Einzelfall gewesen. Dort sei es eben nicht sinnvoll und viel zu gefährlich, wenn man die Fahrer gegeneinander kämpfen lasse. "Aber später in der Saison, auf anderen Strecken, werden sie gegeneinander kämpfen", kündigte man schon damals an. In Indy war es soweit.

    Schon am Start beharkten sich Lewis Hamilton und Fernando Alonso. Doch die Reihenfolge blieb unverändert. Im mittleren Stint kam es dann zum ersten Duell. Alonso kämpfte sich immer näher an seinen Teamkollegen heran, nach einer Gruppe Überrundeter war er am Heck des Briten, zog eingangs der 38. Runde am Ende der Zielgeraden aus dem Windschatten - und scheiterte. Hamilton wehrte sich, fuhr Kampflinie und hielt Alonso hinter sich.

    Schon eine Runde später gab es die Beschwerde des heißblütigen Spaniers: Alonso zog auf der Zielgeraden ganz nach rechts, fuhr knapp am Kommandostand vorbei und hob die Hand in Richtung Teamführung. Zu Renaultzeiten beschwerte er sich schon einmal darüber, dass ihn ein langsamer Teamkollege nicht vorbeiließ, damals über Funk, diesmal optisch offensichtlich direkt während des Rennens.

    Die letzte Runde der Boxenstopps ging klar an Hamilton. Er kam eine Runde nach Alonso zum zweiten Stopp, bremste extrem spät und kam deutlich vor dem Spanier zurück auf die Strecke. Zu einem weiteren Duell um die Führung sollte es nicht mehr kommen - Alonso fuhr konstant mit rund 1,8 Sekunden hinter Hamilton her und fügte sich in sein Schicksal, welches da lautete: Platz 2. In der WM liegt er nun 10 Zähler hinter seinem Teamkollegen.

    Hinter der silbernen Liga überquerten die Ferrari im Doppelpack die Ziellinie. Felipe Massa erkämpfte sich den letzten freien Podestplatz, Kimi Räikkönen fuhr auf Platz 4. Dahinter belegte Räikkönens Landsmann Heikki Kovalainen nach einer starken Leistung Platz 5. Immerhin drei WM-Punkte gab es für Jarno Trulli, der Platz 6 von Nico Rosberg erbte. Dessen Motor ging vier Runden vor Rennende ein. Platz 7 belegte Mark Webber vor GP-Neuling Sebastian Vettel, der damit in seinem ersten Formel 1-Rennen einen WM-Punkt einfuhr. Sein Teamkollege Nick Heidfeld erlebte keinen guten Tag. Zunächst verbremste er sich in der ersten Kurve und verlor dadurch einige Plätze, dann musste er seinen Boliden wegen eines technischen Defekts ganz abstellen.

    In der Spitzengruppe verlief der Start ohne Zwischenfälle. Hamilton setzte sich gegen Alonso durch, dahinter fuhr Massa als Dritter in die erste Kurve. Verlierer des Starts war Kimi Räikkönen, der sowohl Nick Heidfeld als auch Heikki Kovalainen passieren lassen musste. Der Finne war als einziger Top-Fahrer mit harten Reifen gestartet. Noch weiter als er fiel Sebastian Vettel zurück. Der BMW Sauber-Debütant rutschte in der ersten Kurve in die Wiese und fiel bis auf Platz 11 zurück.

    Kleinholz gab es im Hinterfeld. Gleich für drei Piloten war das Rennen in der ersten Kurve vorbei. Ralf Schumacher stellte seinen Toyota direkt in der Wiese ab, David Coulthard und Rubens Barrichello schleppten ihre Autos nach der Kollision wenigstens noch bis an die Box. Dort mussten aber auch sie aufgeben. "'So etwas ist immer schade, passiert aber immer schnell am Anfang des Rennens", sagte Ralf Schumacher. "Jeder will in der ersten Kurve einen Platz gutmachen, da wird die Luft schnell mal dünn. Es war eine ganz normale Situation am Start, alle bremsen spät, geben sich wenig Platz, dann sind wir ineinander gerutscht - das war's."

    Der nächste Ausfall war Takuma Sato. Der Japaner hatte gerade Adrian Sutil sauber überholt, als er auf die Wiese kam, sich drehte und im Kiesbett eingrub. Da er vorher schon einmal unter Gelb überholt hatte, bekam er nachträglich eine Strafversetzung um 10 Plätze für das nächste Rennen aufgebrummt. Vor Sato hatte sich an exakt der gleichen Stelle schon Giancarlo Fisichella ins Aus gedreht. Der Italiener konnte sich aber aus dem Kies befreien und fuhr danach wie ausgewechselt. Vom Ende des Feldes schnupfte er einen Konkurrenten nach dem anderen auf. Seine Aufholjagd blieb jedoch unbelohnt - er wurde 9. Dennoch zelebrierte er gegen Alexander Wurz das Überholmanöver des Rennens. Kurvenlang fuhren beide Seite an Seite, berührten sich sogar mit den Reifenflanken, bis sich Fisichella im Infield durchsetzte. Ein ähnlich geniales Duell lieferte sich Fisichella vorher gegen Button und nachher noch einmal gegen Liuzzi.

    Offizielles Endergebnis GP USA

    Offizielles Endergebnis GP USA

    73 Runden á 4,192 km/306,016 km

    Rang Name Land Team Zeit
    1. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, 1:31:09,965 Std.
    2. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 1,518 Sek.
    3. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 12,842
    4. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, + 15,422
    5. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 41,402
    6. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1:06,703 Min.
    7. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1:07,331
    8. Sebastian Vettel, Heppenheim, BMW-Sauber, + 1:07,783
    9. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1 Runde
    10. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
    11. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
    12. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
    13. Scott Speed, USA, Toro Rosso, + 2 Runden
    14. Adrian Sutil, München, Spyker, + 2 Runden
    15. Christijan Albers, Niederlande, Spyker, + 3 Runden
    16. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 5 Runden
    17. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 5 Runden

    Ausfälle:
    Ralf Schumacher, (Kerpen) ,Toyota ,(1. Runde)
    Rubens Barrichello, (Brasilien), Honda, (1. Runde)
    David Coulthard, (Großbritannien), Red Bull, (1. Runde)
    Takuma Sato, (Japan), Super Aguri, (14. Runde)
    Nick Heidfeld, (Mönchengladbach), BMW-Sauber, (56. Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Kimi Räikkönen, (Ferrari), 1:13,117 Min.

    Trainingsschnellster:
    Lewis Hamilton, (McLaren-Mercedes), 1:12,331 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Frankreich am 1. Juli in Magny-Cours

    Frankreich: Der Retortenkurs im Niemandsland (Magny-Cours)

    Frankreich: Der Retortenkurs im Niemandsland (Magny-Cours)

    Der "Circuit de Nevers", seit 1991 Heimat des französischen Grand Prix, ist berühmt für seine Billardtisch-ähnliche Fahrbahndecke. Doch so sehr dies die Abstimmungsarbeit erleichtert, so sehr erschweren andere Merkmale die Arbeit von Piloten und Technikern. Der Asphalt reagiert zum Beispiel stark auf Temperaturänderungen. Selbst die kleinste Schwankung der Quecksilbersäule erfordert möglicherweise eine andere Reifenwahl und ein modifiziertes Setup.

    Die ebene Fahrbahn-Oberfläche erlaubt bei der Abstimmung die Wahl der geringstmöglichen Bodenfreiheit und den Einsatz sehr harter Federn. In den lang gezogenen, oft sehr schnellen Kurven braucht ein Auto gute aerodynamische Effizienz und Stabilität bei schnellen Richtungswechseln. Obwohl diese Highspeed-Stellen über die Rundenzeit entscheiden, sollten die Boliden auch in den langsamen Ecken fahrbar bleiben. Seit der leichten Modifikation der Strecke im vergangenen Jahr sind Überholmanöver auch an anderen Punkten als der Adelaide-Haarnadel möglich, bleiben aber immer eine Herausforderung.

    Der moderne Retortenkurs in der französischen Provinz bietet neben weitläufigen Auslaufzonen und guten Sicherheitsstandards auch zwei interessante Stellen zum Überholen. So ergeben sich für die Piloten bei der bis zu 11,4 Meter breiten Anfahrt zur Haarnadel Adelaide sowie auf der Bergab-Passage vor Start und Ziel sehr gute Überholmöglichkeiten.
    Bilder
    • f1_fr_2006.gif

      30,22 kB, 600×390, 25 mal angesehen

    GRAND PRIX VON FRANKREICH

    GRAND PRIX VON FRANKREICH

    Der Grand Prix von Frankreich 1906 - ausgetragen in der Nähe von Le Mans - war das erste Automobilrennen, das Großer Preis genannt wurde. Nach zwei Tagen und 1.238 Kilometern siegte der Ungar Ferenc Szisz auf Renault. Zwei Jahre später erzielte Christian Lautenschlager den ersten Sieg für Mercedes im Frankreich GP - der von ihm eingesetzte Vierzylinder-Motor hatte 12,8 Liter Hubraum und leistete 135 PS.

    Seit 1950 wurde der Große Preis von Frankreich - mit Ausnahme von 1955 - in jedem Jahr ausgetragen. Sieben Austragungsorte gab es insgesamt: vor dem Circuit Nevers wurde in Clermont-Ferrand (vier Mal), Dijon (fünf Mal), Le Castellet (14 Mal), Le Mans (ein Mal), Reims (elf Mal) und Rouen (fünf Mal) gefahren. Nur in den USA wurden noch mehr Strecken (neun) für GP-Rennen genutzt.

    Drei Mal wurde der Grand Prix von Frankreich unterbrochen. 1981 in Dijon stoppte Regen die Fahrer nach 58 Runden, für die verbliebenen 22 Runden gab es einen Neustart. 1989 in Le Castellet kam es in der ersten Runde zu einer Karambolage von fünf Fahrzeugen, das Rennen wurde abgebrochen und über die komplette Distanz neu angesetzt. 1992 in Magny-Cours wurde das Rennen nach 18 Runden wegen Regens unterbrochen und für weitere 51 Runden neu gestartet.
    GRAND PRIX VON FRANKREICH

    Der Grand Prix von Frankreich am nächsten Wochenende in Magny-Cours ist der achte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2007. Vodafone McLaren Mercedes hat von den ersten sieben Rennen der Saison vier gewonnen, davon drei Doppelsiege erzielt, und führt in der Konstrukteurswertung mit 106 Punkten vor Ferrari mit 71.
    Lewis Hamilton (58 Zähler) und Fernando Alonso (48 Punkte) belegen in der Fahrer- WM die Plätze eins und zwei.

    Wissenswertes aus dem Team Vodafone McLaren Mercedes

    Welche Anforderungen stellt die Strecke von Magny-Cours?

    Der Kurs hat einen sehr ebenen Belag und es gibt so gut wie keine Bodenwellen, deshalb wird hier mit sehr wenig Bodenfreiheit gefahren. Auch die Kerbs sind überwiegend niedrig. Lediglich in der Schikane vor Start und Ziel sind sie höher; wer hier von der Ideallinie abkommt, kann sein Auto beschädigen. Der Asphalt ist sehr dunkel und heizt sich deshalb stärker auf als auf anderen Strecken, das beeinflusst die Reifenabnutzung. Das gilt auch für die Traktion, die an mehreren engen
    Kurvenausgängen besonders wichtig ist. Das Gripniveau in Magny-Cours ist gut.

    Gibt es Überholmöglichkeiten?

    In Magny-Cours kann man an zwei Stellen überholen: bei der Anfahrt zur Adelaide Haarnadelkurve beim Anbremsen aus dem Windschatten heraus und vor der Rechtskurve vor der letzten Schikane. Auch hier muss man sich im Windschatten ansaugen und es dann beim Bremsen versuchen.

    Wann wurde der erste Grand Prix von Frankreich ausgetragen?

    Vor 101 Jahren wurde der erste Grand Prix von Frankreich ausgetragen, es war das erste Rennen, das Grand Prix genannt wurde. Die Veranstaltung begann am 26. Juni 1906 in der Nähe von Le Mans und führte an zwei Tagen über insgesamt 1.238 Kilometer; 32 Autos nahmen teil. Zwei Jahre später erzielte Christian Lautenschlager den ersten Mercedes-Benz Sieg in einem französischen Grand Prix. Sein Auto wurde von einem Vierzylindermotor mit 12,8 Litern Hubraum und 135 PS angetrieben. Seit dem Beginn der Formel-1-WM 1950 wurde der Große Preis von Frankreich in jedem Jahr ausgetragen, Ausnahme war 1955. Austragungsorte waren Reims, Rouen, Clermont-Ferrand, Le Castellet, Dijon-Prenois und Le Mans. Seit 1991 findet das Rennen in Magny-Cours statt, rund 260 Kilometer südlich von Paris.
    Kommentare

    Fernando Alonso
    "Ich fahre immer gern in Magny-Cours, es ist eine sehr technische Strecke. Hier muss man mit viel Speed aus den langsamen Kurven kommen, damit man auf den anschließenden Geraden eine möglichst hohe Geschwindigkeit erreicht. Mechanischer Grip und eine gute Traktion sind deshalb wichtig. Am besten gefallen mir die beiden Schikanen im hinteren Teil der Strecke, die mit hoher Geschwindigkeit durchfahren werden. Hier bin ich rund 200 km/h schnell, das ist für eine Schikane sehr viel. In der Formel 1 gibt es keine vergleichbare Stelle. Nach dem Grand Prix der USA testete ich einen Tag in Silverstone, denn wir treiben unser Entwicklungsprogramm immer weiter voran. Außerdem nahm ich an einer Veranstaltung unseres Partners Mutua Madrilena in Madrid teil. Nachdem wir in Kanada und USA zwei Rennen innerhalb von einer Woche fuhren, kommt mir die Pause jetzt recht lange vor und ich kann den nächsten Grand Prix kaum erwarten. Auch wenn man das auf den ersten Blick nicht erkennt, hat Magny-Cours auf Grund seiner vielen engen Kurven teilweise eine ähnliche Charakteristik wie Monaco. Auf beiden Kursen wird mit eher hohem Abtrieb gefahren."

    Lewis Hamilton
    "Die beiden GP2-Rennen vor einem Jahr in Frankreich zählen nicht zu meinen besten. Im ersten Rennen wurde ich in eine Kollision verwickelt, startete beim zweiten Rennen als 19. und wurde am Ende Fünfter. Immerhin zeigt das, dass man in Magny- Cours überholen kann. Auch wenn die Pole Position mein Ziel für Samstag ist, wäre ein anderer Startplatz deshalb nicht so schlimm. Die Boxengasse wurde zwar etwas verlängert, sie ist aber immer noch recht kurz, so dass man beim Routinestopp nicht viel Zeit verliert, damit hat man bei der Strategieplanung mehr Spielraum. Nach den beiden Rennen in Nordamerika war es schön, meine Familie wieder zu sehen. An diesem Wochenende fahre ich einen Vodafone McLaren Mercedes beim Festival of Speed in Goodwood, das ist eine tolle Veranstaltung mit vielen begeisterten Fans. Außerdem standen Arbeit mit den Ingenieuren im McLaren Technology Centre, Fitnesstraining und eine Vodafone-Veranstaltung in London auf dem Programm. Mein Ziel für Magny-Cours ist das gleiche wie zuvor: konzentriert arbeiten und für das Team wie für mich ordentlich Punkte sammeln."

    Martin Whitmarsh, CEO Formula 1, Vodafone McLaren Mercedes
    "Magny Cours wird vor allem durch die langsamen Haarnadelkurven und mittelschnellen Kurven geprägt. Die Autos werden deshalb mit eher hohem Abtrieb abgestimmt. Am Donnerstag der Vorwoche des Frankreich Grand Prix haben wir den bisher umfangreichsten Test des Jahres beendet. Unser Testteam hat unermüdlich an der Erprobung mehrerer neuer Teile gearbeitet, unterstützt von allen Mitgliedern unserer Organisation. Wir wollen unsere Führung in beiden Weltmeisterschaften nicht nur verteidigen sondern nach Möglichkeit ausbauen. Bei unserer Konkurrenz gibt es keinen Stillstand und wir wollen Fernando und Lewis auch weiterhin mit siegfähigen Autos versorgen."

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef
    "Unsere Marke und der Motorsport haben in Frankreich eine lange Tradition. Hier fand vor 113 Jahren das erste Autorennen der Welt überhaupt statt, gewonnen von einem Fahrzeug mit Daimler-Motor. Vor 101 Jahren gab es in Frankreich das erste Rennen mit der Bezeichnung Grand Prix, Mercedes-Benz gewann dieses vor 99 Jahren im Jahr 1908 mit Christian Lautenschlager. In der Formel 1 erzielte Mercedes-Benz beim ersten Start am 4. Juli 1954 einen Doppelsieg mit Juan Manuel Fangio und Karl Kling. Unsere Bilanz beim GP Frankreich in Magny-Cours fällt dagegen bisher eher mager aus - lediglich ein Sieg im Jahr 2000 mit David Coulthard. 2007 hat Vodafone McLaren Mercedes in der 57-jährigen Geschichte der Formel 1 eine bisher einmalige Bilanz erreicht: Wir fuhren mit beiden Autos stets in die Punkteränge und belegten zwölf von 14 möglichen Podiumsplätzen; unser Punktedurchschnitt liegt bei über 15 pro Grand Prix, bei 18 Punkten, die im Bestfall möglich sind. Eine gute Zwischenbilanz - aber eben nur das. Wir werden alle weiter hart arbeiten, um unsere Zuverlässigkeit abzusichern und unseren Speed weiter zu steigern, die nächsten zehn Rennen sind noch wichtiger als die ersten sieben."

    LEWIS AUF STARTPLATZ 2

    LEWIS AUF STARTPLATZ 2

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton startet beim Grand Prix von Frankreich am Sonntag in Magny-Cours vom zweiten Platz. Fernando Alonso fuhr nach seiner ersten Runde im dritten Qualifyingabschnitt mit einem Getriebeproblem an die Box; er geht am Sonntag vom zehnten Startplatz ins Rennen. Im Qualifying am Samstag erzielte Lewis eine Zeit von 1:15.104 und verpasste seine dritte Pole Position in Folge um sieben Hundertstelsekunden.

    Qualifying: Massa holt vierte Saison-Pole

    Qualifying: Massa holt vierte Saison-Pole

    Felipe Massa ist in dieser Saison der Mann des Qualifyings. Zum vierten Mal sicherte er sich in Magny Cours die Pole Position. Alonso plagten Probleme.

    Am Freitag deutete alles auf eine rote Pole Position hin. Am Samstagmorgen meldete sich McLaren mit einer Bestzeit zurück im Pole-Kampf. Was waren all die Trainingszeiten wert? Aus Ferrari-Sicht genug, um die erste Pole seit Barcelona einzufahren. Wie in Spanien war Felipe Massa der Schnellste des Qualifyings. Allerdings musste er dafür hart kämpfen: Lewis Hamilton war weniger als ein Zehntel am Brasilianer dran. "Es war bislang ein gutes Wochenende für uns", freute sich der Pole-Mann. "Wir konnten das bestätigen, was sich bei den Silverstone-Tests angedeutet hat. Wir haben bei den letzten Rennen nicht gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Jetzt sind wir zurück im WM-Kampf."

    Allerdings gehe es extrem eng zwischen Ferrari und McLaren zu. "Dennoch freue ich mich, wieder um die Spitze fahren zu können. Wir werden auch morgen ein gutes Auto haben." Davon ist auch Lewis Hamilton überzeugt. "Ich hätte die Pole schaffen können, wir hatten die Pace, um Ferrari zu schlagen", glaubt er. "Ich habe in Kurve 15 etwas Zeit liegen lassen - ein oder anderthalb Zehntel. Ich habe etwas zu spät gebremst und bin von der Ideallinie abgekommen, ich wollte einfach zu viel."

    Auch Kimi Räikkönen äußerte sich mit Platz 3 zufrieden. "Es liegen harte Zeiten hinter uns, aber wir verbessern das Auto permanent. Es fühlt sich hier besser an." Natürlich wäre auch er gerne in Reihe 1 gefahren. "Aber ich habe beim letzten Versuch etwas Zeit verloren, das war mein Fehler. Insgesamt haben wir aber ein gutes Auto für das Rennen." Neben ihm steht Robert Kubica in der zweiten Startreihe. Die dritte Reihe gehört beim Heimspiel komplett Renault: Fisichella startet neben Kovalainen. Erst in Reihe 4 findet sich der von Rückenschmerzen geplagte Nick Heidfeld auf Position 7 wieder. Nico Rosberg komplettiert das Feld auf Rang 9.

    Für Fernando Alonso war das Qualifying verkorkst. Bereits nach ein paar Minuten steuerte er die Box an, in welche er rückwärts hineingeschoben wurde - immer ein schlechtes Zeichen. Seinem Teamkollegen Lewis Hamilton teilte das Team mit: "Fernando hat vermutlich ein Motorenproblem." Im Laufe des Qualifyings kehrte der Weltmeister nicht mehr auf die Strecke zurück, somit steht er bestenfalls auf Platz 10. Sollte McLaren seinen Motor wechseln müssen, startet er sogar von ganz hinten. McLaren-Teamboss Ron Dennis hofft noch. "Zu 90% ist es ein Getriebedefekt", verriet er kurz nach dem Qualifying. "Wir sind uns aber noch nicht ganz sicher, aber wir können das Problem hoffentlich beheben. Das ist aber keine Entschuldigung, wir wollen immer 100% Zuverlässigkeit haben - andererseits haben wir lieber heute als morgen ein Problem."

    Alonso nahm die Probleme gelassen hin. "Es ist das erste Mal, dass ich im Qualifying so ein Problem hatte, damit muss ich leben", sagte der Spanier. "Verschiedene Wettervorhersagen meinen, dass es morgen regnen könnte, dann kann ich durchaus noch aufs Podium fahren. Wenn alles normal läuft, ist wohl Platz 5 oder 6 das Maximum."

    Ralf Schumacher hatte heute keine Probleme. Dennoch schaffte er nicht den Sprung in die Top10. Er scheiterte knapp an seinem Teamkollegen Jarno Trulli und wurde so nur Elfter. "Ich bin recht zufrieden, wir wussten, dass es schwer wird beide Autos in Top10 zu bringen", so Ralf. "Ich war ein Zehntel davon entfernt, aber das ist hier nun mal so." Im Rennen sei aber alles möglich. "Unser Ziel ist ein Platz bis P6." Davon ist Alexander Wurz als 18. weit entfernt. "Es sieht so aus, als hätten andere größere Fortschritte gemacht als wir", sagte Wurz. "Meine Runde war okay, es war kein großer Fehler drin. Aber unsere generelle Performance ist hier nicht so stark wie auf anderen Strecken, wenn es dann so brutal knapp ist wie hier, muss man wie ich wieder Lehrgeld zahlen."

    Das Schlusslicht ist wie üblich ein Spyker. Diesmal aber nicht Christijan Albers, sondern Adrian Sutil. "Wir hatten Probleme mit der Kupplung", begründete er seine Teaminterne Niederlage. "Sie ging schon auf der Einführungsrunde kaputt und ich musste den Wagen abstellen. Das war schade, weil das Auto fühlte sich ganz gut an; es wäre eine gute Zeit für uns geworden. Aber wir haben es hier allgemein ziemlich schwer, jetzt hoffen wir auf das Rennen." In dieses startet er aufgrund der Strafversetzung von Takuma Sato von Platz 21 - außer Fernando Alonso muss seinen Motor wechseln lassen. Dann steht der Weltmeister ganz hinten.

    Frankreich GP: Räikkönen taktiert sich zum Sieg

    Frankreich GP: Räikkönen taktiert sich zum Sieg

    Das Tief von Nordamerika ist überwunden. Kimi Räikkönen und Felipe Massa fuhren in Frankreich wieder einen Doppelsieg ein.

    Zurück in Europa, zurück an der Spitze und zurück zum Taktikspiel. Der vorerst letzte Frankreich GP in Magny Cours machte seinem Ruf als Strategiethriller alle Ehre. Hier zelebrierten Michael Schumacher und Ferrari 2004 ihre siegreiche Vierstoppstrategie, wie sonst als mit einem Boxenstopp hätte der achte Saisonlauf dieses Jahres also entschieden werden sollen?

    Mit zwei Stopps zum Sieg

    Der Start verlief relativ unspektakulär: Felipe Massa verteidigte seine Spitzenposition gegen Lewis Hamilton, der seinerseits den zweiten Ferrari von Kimi Räikkönen passieren lassen musste. In dieser Reihenfolge ging es in die nächsten Runden. In der ersten Runde der Boxenstopps änderte sich daran nichts. Massa kam in Runde 19 drei Runden nach den beiden McLaren zum ersten Nachtanken. Zwei Runden später fasste Räikkönen erstmals Benzin und neue Reifen.

    In der Folge pendelte sich der Abstand der beiden Roten bei rund zwei Sekunden ein. So kam Massa in Runde 43 noch immer als Führender zu seinem zweiten Stopp. Nach drei weiteren Runden legte Räikkönen seinen letzten Stopp ein - 23,5 Sekunden trennten ihn zu diesem Zeitpunkt von Massa. Der Finne stand rund eine Sekunde kürzer als der Brasilianer, der auf der Runde von Räikkönens Stopp zudem eine schlechte Rundenzeit hinlegte. Somit wechselte erstmals die Führung: Räikkönen ging an der Tankstelle an Massa vorbei und verwaltete seinen Vorsprung auf den ausstehenden Runden bis ins Ziel. Saisonsieg Nummer 2 für den Ex-McLaren-Piloten, der zuletzt beim Auftakt in Melbourne ganz oben auf dem Podest stehen durfte.

    Für Lewis Hamilton war der Frankreich GP ein relativ einsames Rennen. Der Brite kam insgesamt dreimal an die Box, fuhr aber meistens mit einem gewissen Respektsabstand hinter dem roten Duo her. Am Ende hatte er rund 30 Sekunden Rückstand auf den Sieger, aber genauso viel Vorsprung auf den Vierten Robert Kubica.

    Das Duell des Rennens lieferten sich zwei andere: Nick Heidfeld und Fernando Alonso gerieten gleich zweimal aneinander. Im ersten Stint duellierten sie sich mehrmals, Alonso ging sogar einmal vorbei, aber Heidfeld konnte sofort kontern. Im zweiten Stint das gleiche Spiel: wieder lief Alonso auf den Mönchengladbacher auf, wieder lieferten sie sich ein heißes Duell. Diesmal fand der Weltmeister einen Weg vorbei am BMW Sauber mit der Startnummer 9. Viel geholfen hat es ihm nicht: Im letzten Stint tauchte Heidfeld wieder vor dem Spanier auf. Der Deutsche fuhr auf Platz 5 ins Ziel. Alonso versuchte sich dahinter mehrfach an Giancarlo Fisichella, kam jedoch kein zweites Mal am Renault vorbei. Im Mittelteil des Rennens war ihm das schon einmal gelungen. Mehr als Platz 7 war für den amtierenden Champion nicht drin.

    Den letzten Punkt des Tages eroberte Jenson Button, der sich gegen Nico Rosberg durchsetzte. Bereits eine Runde zurück überquerte Ralf Schumacher als 10. die Ziellinie. Diese bekamen fünf Fahrer nicht zu Gesicht. Anthony Davidson kollidierte schon in der ersten Runde mit Tonio Liuzzi. Das gleiche Schicksal widerfuhr Heikki Kovalainen, dem Jarno Trulli ins Heck rauschte. Während der Italiener ausschied, fuhr Kovalainen das Rennen am Ende des Feldes noch zu Ende. Der spektakulärste Ausfall war jener von Christijan Albers. Der Niederländer übersah bei seinem Boxenstopp den Lollipopmann, fuhr einfach los und riss den Schlauch aus der Tankanlage. Ausgangs der Boxengasse stellte er den Spyker samt Tankrüssel ab.
    LEWIS DRITTER
    FERNANDO SIEBTER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton wurde beim Grand Prix von Frankreich in Magny-Cours Dritter, sein achter Podiumsplatz im achten Rennen der Saison. Nach 70 Runden fuhr Lewis 32.1 Sekunden hinter Sieger Kimi Räikkönen (Ferrari) ins Ziel. Fernando Alonso, der nach einem Getriebeproblem im Qualifying als Zehnter gestartet war, wurde Siebter. Lewis führt in der Fahrerwertung mit 64 Punkten, sein Teamkollege ist mit 50 Zählern Zweiter. Vodafone McLaren Mercedes ist das einzige Team, das in den ersten acht von 17 Rennen jeweils mit beiden Fahrern in die Punkteränge kam und führt in der Konstrukteurs-WM mit 114 Punkten vor Ferrari mit 89 Punkten.

    Der Start: Lewis startete zum vierten Mal in Folge aus der ersten Startreihe, verlor beim Start einen Platz an Kimi Räikkönen und kam als Dritter aus der ersten Runde zurück. Fernando ging nach einem Getriebeproblem im Qualifying als Zehnter ins Rennen und war nach der ersten Runde Achter.

    Das Rennen: Fernando überholte in der zweiten Runde den Williams Toyota von Nico Rosberg und war Siebter, anschließend attackierte er Nick Heidfeld (BMW Sauber). In der 16. Runde fuhr erst Lewis zu seinem ersten Stopp an die Box (7.4 Sek.), unmittelbar gefolgt von Fernando (7.9 Sek.). Lewis war danach Siebter, Fernando Neunter.

    Im 23. Umlauf fuhr Lewis wieder auf Platz drei hinter Felipe Massa (Ferrari) und Räikkönen, Alonso war Siebter. Der Spanier überholte im 32. Umlauf Giancarlo Fisichella (Renault) und in Runde 34 Heidfeld und war Fünfter. In Runde 37 kam Lewis (6.3 Sek.) zu seinem zweiten Stopp herein, Fernando einen Umlauf später (9.9 Sek.). Lewis blieb auf Platz drei, Fernando fiel auf Rang neun zurück.

    Lewis holte bis auf vier Sekunden auf die führenden Ferrari auf, fuhr aber im 51. Umlauf zu seinem dritten Routinestopp an die Box (6.5 Sek.). Er blieb Dritter. Fernando war jetzt Siebter.

    Nach 70 Runden fuhr Lewis auf Rang drei ins Ziel. Fernando belegte Platz sieben.

    Offizielles Endergebnis GP Frankreich

    Offizielles Endergebnis GP Frankreich

    70 Runden á 4,411 km/308,586 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, 1:30:54,200 Std. (Schnitt: 203,679 km/h)
    2. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 2,414 Sek.
    3. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 32,153
    4. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 41,727
    5. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 48,801
    6. Giancarlo Fisichella, Italien Renault, + 52,210
    7. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 56,516
    8. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 58,885
    9. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 68,505
    10. Ralf Schumacher, Kerpen, Toyota, + 1 Runde
    11. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    12. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1 Runde
    13. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 1 Runde
    14. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
    15. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1 Runde
    16. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 2 Runden
    17. Adrian Sutil, München, Spyker, + 2 Runden

    Ausfälle:
    Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (1 . Runde)
    Jarno Trulli, (Italien), Toyota, (2 . Runde)
    Anthony Davidson, (Großbritannien), Super Aguri, (2 . Runde)
    Christijan Albers, (Niederlande), Spyker, (29 . Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (56 . Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:16,099 Min.

    Trainingsschnellster:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:15,034 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Großbritannien am 8. Juli in Silverstone

    Großbritannien: The Home of British Motorsport

    Großbritannien: The Home of British Motorsport

    Silverstone ist für viele Beteiligte in der F1-Welt die Heimat des britischen Motorsports und zwar nicht nur, weil auf dem ehemaligen Militärflugplatz das Heimrennen der in direkter Nachbarschaft angesiedelten britischen F1-Teams stattfindet, sondern auch weil in dem kleinen 20 Kilometer vor Northampton gelegenen Örtchen Silverstone im Jahre 1950 der erste moderne Formel 1 Grand Prix ausgetragen wurde.

    Wie viele britische Rennkurse entstand auch der heutige "Silverstone Grand Prix Circuit" aus einem ehemaligen Flugfeld. Die äußeren Transportwege und einige Verbindungs-Landebahnen wurden zu einer ultraschnellen Rennstrecke zusammengefasst. Im Laufe der Jahre senkten verschiedene Umbauten die Rundenschnitte im "Home of British Motorsport", doch noch immer gilt die Strecke als eine der schnellsten des Jahres.

    Der Grand Prix Circuit weist mehrere lang gezogene Highspeed-Kurven auf, die den Reifen hohe seitliche Lasten auferlegen. Charakteristisch sind die mehrfach pro Runde auftretenden sehr schnellen Richtungswechsel. Die Oberfläche ist relativ grobporig, was den Verschleiß der Laufflächen fördert.

    Von den Passagen, in denen das Chassis stark gefordert wird, ist "Becketts" wohl die markanteste. Ein unbekannter Faktor auf der Insel bleibt stets das Wetter - es könnte durchaus sein, dass es zumindest in einer Session nass ist und die Regenreifen zum Einsatz kommen. Die Erfahrung spricht außerdem dafür, dass die Temperaturen selbst bei trockener Witterung eher niedrig sind.
    Bilder
    • f1_uk_2006.gif

      29,15 kB, 600×390, 58 mal angesehen

    Qualifying

    LEWIS AUF POLE, FERNANDO DRITTER
    50. POLE FÜR MCLAREN MERCEDES


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton startet beim Grand Prix von Großbritannien am Sonntag in Silverstone von der Pole Position. Es ist die 50. Pole für die McLaren Mercedes Partnerschaft, die vierte für das Vodafone McLaren Mercedes Team in diesem Jahr und die dritte für Lewis. In einem spannenden Qualifying war Lewis der letzte Fahrer auf einer schnellen Runde und erzielte eine Zeit von 1:19.997 Min. Sein Teamkollege Fernando Alonso, Schnellster in den ersten beiden Qualifyingabschnitten, startet beim Heim-Grand-Prix von Vodafone McLaren Mercedes als Dritter; er kam auf eine Zeit von 1:20.147 Min., nur anderthalb Zehntelsekunden hinter Lewis.

    Kommentare

    Kommentare

    Lewis Hamilton
    "Das war knapp. Beide Ferrari und vor allem auch Fernando waren sehr schnell. Auf meiner ersten fliegenden Runde verlor ich etwas Zeit, deshalb musste ich noch einmal alles geben. Meine letzte Runde war einfach toll. Ohne das Team wäre mir das nicht gelungen; die Jungs haben die Reifen sehr schnell gewechselt und mich rechtzeitig wieder rausgeschickt. Ich kann das Rennen morgen kaum erwarten und werde mein Bestes geben. Es ist einfach fantastisch, wie viele Zuschauer heute schon gekommen sind. Als ich über die Linie fuhr, verlor ich fast meine Stimme, weil ich vor Freude so laut schrie wie alle Fans hier."

    Fernando Alonso
    "Ich bin mit dem Auto zufrieden und wir haben heute eine gute Leistung gezeigt. Natürlich wäre mir die Pole Position lieber, aber es ging einfach nicht schneller. Wenn das Auto morgen genauso gut läuft, kann ich mich mit einer guten Strategie noch steigern. Wir haben das Auto seit gestern verbessert und dafür danke ich dem ganzen Team. Alle haben letzte Nacht hart gearbeitet und heute morgen fühlte sich das Auto ganz anders an."

    Ron Dennis
    "Ein großartiger Tag. Beide Fahrer zeigten eine fantastische Leistung. Wie gut, wird sich morgen im Verlauf des Rennens zeigen. Wir können uns über das heutige Ergebnis freuen, aber das Rennen findet morgen statt. Schön, dass so viele Zuschauer gekommen sind, um unser Team zu unterstützen."

    Norbert Haug
    "Besser geht’s nicht, und spannender geht’s nicht. Das war ein spannendes Qualifying und großer Sport. Lewis zeigte eine hervorragende Leistung und erzielte die Pole Position in seinem ersten Heim-Grand-Prix, die 50. für die McLaren Mercedes Partnerschaft. Fernandos Leistung war ebenfalls sehr gut, er ist Dritter, nur anderthalb Zehntelsekunden hinter der Pole-Zeit. Startplatz eins und drei sind eine gute Ausgangsbasis für das Rennen morgen, denn beide Autos starten auf der sauberen Linie. Das ist auch das ideale Ergebnis für alle Kollegen aus Woking und Brixworth und deren Familien, die an diesem Wochenende nach Silverstone gekommen sind, um unser Team in Aktion zu erleben."

    Qualifying: Heim-Pole für Hamilton

    Qualifying: Heim-Pole für Hamilton
    Lewis Hamilton hat seinen Fans den ersten Erfolg des Wochenendes geschenkt: Pole für den WM-Leader.


    Hamilton, Hamilton und Hamilton - ein Blick auf die Tribünen lässt vermuten, dass in Silverstone 22 Hamiltons um die Wetter fahren. Tatsächlich hatte der Liebling der Massen keine Klone mitgebracht. Er trat gegen die gewohnten 21 Rivalen an und gewann; jedenfalls aus Sicht seiner Fans, denn die hatten sich natürlich beim Heimspiel des WM-Spitzenreiters die Pole Position von ihm gewünscht. Und genau die lieferte er ihnen in einem Herzschlagfinale. Mit einem Zehntel Vorsprung setzte er sich gegen Kimi Räikkönen und Fernando Alonso durch.

    "Es war ein irrsinnig spannendes und enges Qualifying", fasste Hamilton zusammen. "Alles lief auf die letzte Runde hinaus." Nachdem er mit dem ersten Reifensatz im Q3 nicht so gut war, musste er alles auf seinen letzten Versuch setzen. "Ich bin so glücklich über die Ziellinie gefahren, es war unglaublich die Reaktion der Fans zu sehen. Ich kann kaum mehr sprechen, ich habe die Leute gehört, ich weiß nicht, ob sie mich gehört haben, ich habe genauso laut gebrüllt wie sie."

    Kimi Räikkönen schlug erwartungsgemäß eher ruhigere Töne an. "Der Speed hätte für die Pole gereicht", sagte er. Aber er hatte einen Fehler in der letzten Kurve drin. "Jetzt sind wir enttäuscht, aber wir hoffen auf einen guten Start. Das rennen ist lang, da kann einiges passieren." Darauf setzt auch Fernando Alonso auf Platz 3. "Meine Runde war ganz gut, ich bin mit dem Auto zufrieden. Natürlich wollten wir die Pole, aber die Plätze 1 und 3 sind nicht schlecht, wir hoffen, dass sich morgen unsere gute Vorbereitung bezahlt macht." Ron Dennis erlebte jedenfalls einen super Tag. "Alle haben gut gearbeitet, wir hoffen, die Pace morgen beizubehalten."

    Felipe Massa und Ferrari wollen hingegen im Rennen noch etwas zulegen, immerhin waren ihre Long Runs am Freitag konstant und schnell. "Das war ein unglaubliches Qualifying", sagte Stefano Domenicali. "Wir haben vielleicht nicht die perfekte Runde hinbekommen, aber wir wissen, was wir für morgen noch in Petto haben." Hinter Alonso und Massa starten Robert Kubica und Ralf Schumacher aus der dritten Startreihe. Nick Heidfeld erreichte im dritten Qualifying nur den 9. Startplatz.

    Ralf Schumacher konnte sich schon vorher vorstellen, dass er den Sprung in die Top10 schaffen könnte. "Magny Cours und Silverstone sind Strecken, die uns liegen; sie sind schnell und eben, vielleicht sind wir deshalb etwas besser." Am Auto habe sich nicht viel verändert, dafür habe man nicht genügend Zeit gehabt. "Wir arbeiten aber kontinuierlich weiter. Mir war wichtig, nach vorne zu kommen, ich freue mich, dass uns das hier gelungen ist."

    Alex Wurz hätte heute zufrieden sein können. Der Österreicher schaffte im Gegensatz zu seinem Teamkollegen den Sprung in die Top16. "Ich bin zufrieden mit der Runde, weil ich keinen Fehler gemacht habe, aber ich bin nicht zufrieden mit dem Platz", sagte er. "Aber da konnte ich nichts machen, weil die anderen hier einfach schneller waren."

    Gleich zwei negative Überraschungen gab es in der ersten Qualifyingsession: Nico Rosberg und Jenson Button strichen vorzeitig die Segel. Bei Rosberg war ein technisches Problem schuld an seinem Ausscheiden. "Ich habe auf der Geraden viel Geschwindigkeit verloren. Heute Morgen war ich sechs Zehntel schneller, so groß war auch der Unterschied. Ich darf aber nicht mehr sagen, letztes Mal habe ich etwas auf die Ohren bekommen." Im Rennen muss er jetzt von Platz 17 viel riskieren. "Schade, ich war das ganze Wochenende über gut drauf. Es ist eine Katastrophe, das Auto sieht gut aus."

    Adrian Sutil musste damit rechnen, auszuscheiden, mit Platz 20 schaffte er jedoch einen Weg aus der letzten Startreihe - vorbei an Takuma Sato. "Das war ein ganz gutes Qualifying", sagte Sutil. "Es war etwas hektisch, weil wir zum ersten Mal drei Reifensätze gefahren sind, aber meine zweite Runde war extrem gut, der Reifen hat extrem gut funktioniert. Das war eine meiner besten Runden in dieser Saison, sie war absolut fehlerfrei."

    Großbritannien GP: Räikkönen zum Dritten

    Großbritannien GP: Räikkönen zum Dritten
    Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche, zum dritten Mal insgesamt: Kimi Räikkönen robbt sich mit einem Sieg weiter an die WM-Spitze heran.


    "Jeder will, dass ich heute hier gewinne", wusste Lewis Hamilton vor dem Rennstart. Oder sagen wir besser: Fast jeder wollte, dass der Lokalmatador gewinnt. Denn da waren noch ein gewisser Fernando Alonso und auch ein gewisser Kimi Räikkönen, ein Felipe Massa, eigentlich alle in roter Kleidung. Sie wollen Lewis den Heimsieg abjagen. Aber sie waren in der Minderheit, nicht erst, nachdem Felipe Massa seinen Ferrari vor dem Start abwürgte, sie waren umzingelt von zigtausend Briten - zigtausend Hamilton-Fans.

    Doch diese durften nur am Start jubeln. Da setzte sich Hamilton knapp gegen Kimi Räikkönen durch. Der Finne erwischte einen guten Start, schaffte es aber nicht, in der ersten Kurve am Briten vorbeizugehen. Auch im Laufe des ersten Stints konnte sich Hamilton noch gegen den schnelleren Ferrari wehren. Erst als er in Runde 14 zur Box ging, hatte Räikkönen freie Fahrt, um sich an Hamilton vorbei zu schieben und ihm für den Rest des Rennens zu enteilen. Dafür gab es eine andere Überraschung: In Runde 19 kam Fernando Alonso zwei Runden nach Räikkönen an die Box und ging zur Überraschung aller in Führung. Diese erkaufte sich McLaren mit einem kurzen Tankstopp, weshalb der Spanier früher zu seinem zweiten Stopp hereinkommen musste als Räikkönen.

    Alonso stoppte in Runde 37, Räikkönen erst in Runde 42. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Ferrari-Pilot sich einen Vorsprung von 27,9 Sekunden herausgefahren. Vor Alonsos Stopp lag der Spanier noch mit 5,5 Sekunden in Front. Alonso fiel hinter Räikkönen zurück, er hatte im Schlussabschnitt dem Speed des Ferrari nichts mehr entgegenzusetzen - Räikkönen fuhr souverän zu seinem zweiten Sieg innerhalb von sieben Tagen. Das Podium komplettierte Lewis Hamilton, der bei seinem Heimrennen im neunten F1 Grand Prix zum neunten Mal auf dem Podium stand. Der Heimsieg blieb ihm verwehrt. In der WM-Wertung führt er weiterhin vor Alonso. Platz 3 gehört nun aber dem Iceman vor seinem Teamkollegen Felipe Massa.

    Die Aufholjagd des Rennens lieferte eben jener Massa. Der Brasilianer musste nach seinem Problem am Start aus der Boxengasse starten, fightete sich aber ab der ersten Runde seinen Weg durch das Feld. Bereits nach den ersten Stopps war er in den Punkterängen angelangt, in den letzten zwölf Runden lieferte er sich ein Duell gegen Robert Kubica um Platz 4. Hinter diesen Streithähnen fuhr Nick Heidfeld als Sechster über die Linie. Auch der Mönchengladbacher zeigte eine gute Aufholjagd und fuhr von Platz 9 an beiden Renault und Ralf Schumacher vorbei. Die letzten beiden Punkteränge ergatterten Heikki Kovalainen und Giancarlo Fisichella, die im Rennen den BMW Sauber wieder nicht gewachsen waren.

    Die anderen Deutschen erwischten keinen besonders guten Tag. Adrian Sutil schied mit einem kapitalen Motorschaden aus, Nico Rosberg landete trotz einiger starker Überholmanöver nur auf Platz 12 und Ralf Schumacher kam ebenfalls nicht ins Ziel. "Ich hatte einen schlechten Start", gestand Ralf, der etliche Plätze verlor. "Wir hatten wohl ein technisches Problem, das wir noch genauer analysieren müssen." Sein Ausfall wurde durch Aufhängungsprobleme ausgelöst. "Das ist schade, aber ich hoffe, dass es so weiter geht. Der Aufwärtstrend hat sich ja schon abgezeichnet."

    Offizielles Endergebnis GP Großbritannien

    Offizielles Endergebnis GP Großbritannien

    59 Runden á 5,141 km/303,319 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Kimi Räikkönen, Finnland, Ferrari, 1:21:43,074 Std. (Schnitt: 222,629 km/h)
    2. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, + 2,459 Sek.
    3. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 39,373
    4. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 53,319
    5. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 54,063
    6. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 56,336
    7. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1 Runde
    8. Giancarlo Fisichella, Italien Renault, + 1 Runde
    9. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    10. Jenson Button, Großbritannien, Honda, + 1 Runde
    11. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 1 Runde
    12. Nico Rosberg, Wiesbaden, Williams, + 1 Runde
    13. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1 Runde
    14. Takuma Sato, Japan, Super Aguri, + 2 Runden
    15. Christijan Albers, Niederlande, Spyker, + 2 Runden
    16. Vitantonio Liuzzi, Italien, Toro Rosso, + 6 Runden

    Ausfälle:
    Mark Webber, (Australien), Red Bull, (10 . Runde)
    Adrian Sutil, (München), Spyker, (17 . Runde)
    Ralf Schumacher, (Kerpen), Toyota, (23 . Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (30 . Runde)
    Anthony Davidson, (Großbritannien), Super Aguri, (36 . Runde)
    Jarno Trulli, (Italien), Toyota, (44 . Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Kimi Räikkönen, (Ferrari), 1:20,638 Min.

    Trainingsschnellster:
    Lewis Hamilton, (McLaren-Mercedes), 1:19,997 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Europa am 22. Juli auf dem Nürburgring

    Europa: Willkommen in der grünen Hölle!

    Europa: Willkommen in der grünen Hölle!

    Auch wenn der neue Nürburgring nicht mehr allzu viel mit der legendären Nordschleife zu tun hat, stellt der neue GP-Kurs einige Herausforderungen an die Fahrer und Autos. Denn aus technischer Sicht sind am Nürburgring vor allem eine gute Traktion sowie eine ausgefeilte Fahrzeugbalance und Bremsstabilität gefragt. Zudem sind auch die berühmten Wetterkapriolen in der Eifel ein besonderes Merkmal des Rings.

    In den letzten Jahren variierten die klimatischen Bedingungen dabei während der Rennwochenenden von frostig und feucht über Regen bis hin zu warmen Sonnenwetter. Im Jahre 1995 musste derweil sogar das Warmup wegen Nebels abgesagt werden...

    Ralf Schumacher: "Der Nürburgring ist für mich einfach das Heimrennen schlechthin und insofern immer etwas Besonderes. Von Kerpen, wo ich aufgewachsen bin, ist es ja nicht weit zum Ring. Entsprechend oft habe ich dort zugeschaut und auch als Führerschein-Neuling meine Runden auf dieser unglaublichen Nordschleife gedreht. 1993 habe ich da nach dem Kartsport mein erstes Rennen gewonnen, übrigens mit einem BMW Motor im Formel Junior. Die jüngste Streckenvariante ist nicht so ganz nach meinem Geschmack, sie ist mir etwas zu langsam ausgelegt."

    Sam Michael: "Es bleiben nur wenige Tage Vorbereitungszeit für den Nürburgring. Die Strecke selbst erfordert mit zahlreichen langsamen und einigen mittelschnellen Kurven viel Abtrieb, aber es gibt auch eine entscheidende Hochgeschwindig-keitspassage. Die beste der Überholmöglichkeiten liegt zwischen der letzten Schikane und Kurve eins."
    Bilder
    • f1_eu_2006.gif

      22,41 kB, 600×390, 41 mal angesehen

    GRAND PRIX VON EUROPA

    GRAND PRIX VON EUROPA

    16 Grand Prix von Europa wurden bisher ausgetragen, der erste fand 1983 in Brands Hatch, England, statt. Daneben wurde der Europa GP auch in Donington, England, und Jerez, Spanien, gefahren.

    An den Nürburgring wurde diese Veranstaltung erstmals 1984 vergeben, es war das erste Formel-1-Rennen auf dem am 12. Mai des gleichen Jahres eröffneten neuen Grand-Prix-Kurs. Alain Prost siegte im McLaren. Im Castrol-S wurden sieben Fahrzeuge in eine Startkarambolage verwickelt, vier von ihnen fielen aus.

    Am 1. Oktober 1995 kehrte der Europa GP in die Eifel zurück und ist seit dem fester Bestandteil des Nürburgring-Kalenders. 1997 und 1998 wurde das Rennen allerdings als Grand Prix von Luxemburg ausgetragen.

    Die Geschichte des Nürburgrings ist auch eine Geschichte der Mercedes-Benz Erfolge. Vor 73 Jahren, beim Eifelrennen 1934 (Sieger Manfred von Brauchitsch auf einem Mercedes W25) schlug die Geburtsstunde der Silberpfeile, als aus Gewichtsersparnisgründen der weiße Lack entfernt wurde und die Mercedes-Rennwagen im Silber der Aluminium-Karosserie am Start erschienen.

    Beim Eröffnungsrennen des Nürburgringes am 19. Juni 1927 siegte Rudolf Caracciola mit einem Mercedes S auf der Nordschleife, die in zwei Jahren als "Erste Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke" von bis zu 3.000 Arbeitern gebaut worden war. "Caratsch" gewann auf Mercedes-Benz auch die Deutschland GP 1931 und 1937, dazu 1931 und 1935 die Eifelrennen auf der Nordschleife.

    Qualifying: Räikkönen auf Pole - Hamilton mit Crash

    Qualifying: Räikkönen auf Pole - Hamilton mit Crash

    Kimi Räikkönen steht am Nürburgring auf der Pole. Viel wichtiger: Lewis Hamilton geht es nach seinem Unfall gut.

    Es war alles für einen packenden Schlagabtausch gerichtet. Ferrari und McLaren ungefähr gleich schnell, Alonso, Hamilton, Räikkönen und Massa mit gleichen Chancen auf die Pole auf dem Nürburgring. Fünf Minuten vor dem Ende des Qualifyings dann die Schrecksekunde: Lewis Hamilton kommt von der Strecke ab und rauscht in die Reifenstapel. Der Grund: ein technischer Defekt vorne rechts. Später bestätigte Ron Dennis, dass es sich nicht um einen Fehler am Auto oder einen Fahrfehler handelte, sondern um ein Problem mit dem Schlagschrauber. Die Folgen: eine Unterbrechung des Qualifying, um den jungen Briten zu behandeln. Hamilton kletterte vorsichtig selbst aus dem Cockpit, musste danach jedoch behandelt werden. Bereits beim Abtransport auf der Trage winkte Hamilton in die Kameras. Die erste offizielle Entwarnung lautete: Hamilton ist bei Bewusstsein, spricht und wird ins Medical Centre gebracht.

    "Die wichtigste Meldung ist, dass es Lewis den Umständen entsprechend gut geht", erklärte Norbert Haug. "Es ist nichts gebrochen, er ist nicht verletzt. Es war ein ziemlich heftiger Einschlag, aber nicht sein Fehler, vorne rechts war etwas kaputt. Davor ist er die beste Sektorzeit gefahren." So sah es auch bei Alonso aus. "Fernando hatte im Mittelsektor einen heftigen Moment, ist quer gestanden, da verlor er die Pole. Sie war drin, er war klar Schnellster im 1. Sektor, im 3. Sektor war er auch wieder schnell."

    Im 5-Minuten-Schlussprint sicherte sich Kimi Räikkönen die Pole Position vor Hamiltons Teamkollegen Fernando Alonso, der eine mögliche Pole im Mittelsektor seiner letzten Runde verschenkte. "Es ist schwer so lange zu warten, aber man muss geduldig sein und alles geben", so Räikkönen. "Das ist mir geglückt. Meine Runde war okay, ich bin zufrieden. Das Auto war gut, aber es wird ein hartes Rennen." Fernando Alonso hatte schon im Qualifying harte Momente. Einmal beim Unfall seines Teamkollegen, dann auf seiner schnellen Runde. "Ich hatte das Auto nicht voll unter Kontrolle und muss von Glück reden, dass ich es wieder unter Kontrolle gebracht habe", sagte Alonso, der dabei die Pole verlor. "Ich dachte, ich habe viel zu viel Zeit verloren und werde nur 5. oder 6. Deshalb habe ich mich über P2 sehr gefreut."

    Platz 3 ging an Felipe Massa vor Nick Heidfeld und Robert Kubica. Sollte Lewis Hamilton im Rennen an den Start gehen können, wird er von Platz 10 starten; außer das Team muss seinen Motor wechseln. Dann geht es ans Ende des Feldes.

    Dort stehen auch zwei, die das nicht erwartet hatten. Jenson Button und David Coulthard schieden beide schon in der ersten Session aus. "Ich war hinter Mark und dachte die Lücke wäre groß genug", schilderte Coulthard seine letzte Qualifyingrunde. "Doch er machte einen Fehler und dann kam ich knapp drauf. Das hat mir die Runde zerstört."

    Die letzte Startreihe ist fest in deutscher Hand. Wie erwartet musste sich Debütant Markus Winkelhock seinem Teamkollegen Adrian Sutil geschlagen geben. "Ich hatte mir mehr erhofft, es war mehr drin", sagte Markus hinterher. "Auf meinem ersten Reifensatz bin ich eine sichere Runde gefahren, ohne zu pushen. Auf dem zweiten Satz wäre mehr drin gewesen, aber ich habe einen Fehler gemacht und hatte dann ein bisschen Verkehr, das hat mich etwas aus dem Rhythmus gebracht." Winkelhock ist deswegen aber nicht allzu niedergeschlagen. "Es war nicht perfekt, ich wäre aber so oder so in der letzten Reihe gestanden." Sein Ziel ist nun, am Sonntag ein fehlerfreies Rennen zu fahren - bis zum Ende.

    Europa GP: Alonso triumphiert im Regenchaos

    Europa GP: Alonso triumphiert im Regenchaos

    Die Eifel ist berüchtigt für ihre Wetterschwankungen. Fernando Alonso kam damit am besten zurecht. Bei Lewis Hamilton riss die Serie.

    9 Rennen, 9 Podestplätze - Lewis Hamilton war der Held der ersten Saisonhälfte. Als Rookie führt er die WM an und schwingt sich auf, der neue Superstar zu werden. Doch der Europa GP war nicht das Wochenende des jungen Briten. Am Samstag ein heftiger Unfall, erst am Sonntagmorgen bekam er von den Ärzten das Okay - er durfte fahren. Und wie! Schon in der ersten Kurve hatte er drei Plätze gutgemacht, dann der erste Rückschlag: Nick Heidfeld und Robert Kubica kollidierten, der Pole drehte sich und traf den Silberpfeil von Hamilton, der darauf langsamer wurde.

    Doch jetzt sollte das Chaos erst richtig beginnen: der erwartete Eifelregen setzte ein, die Autos segelten im Sekundentakt durch die Gegend, drehten sich ins Kiesbett, rodelten über die Wiese. Die Teams reagierten sofort: alle kamen nach der ersten Runde an die Box; nur Kimi Räikkönen verpasste die Einfahrt. Der Finne rutschte aus der Boxeneinfahrt und musste daher noch eine Runde auf Trockenreifen auf der nassen Fahrbahn absolvieren. So steuerten Massa und Alonso ihre Boxen als Führende an. Doch als solche kamen sie nicht wieder heraus.

    Markus Winkelhock, der Debütant im Spyker, hatte schon vor dem Start den richtigen Riecher bewiesen. Der fünfte Deutsche im Feld fuhr bereits nach der Einführungsrunde an die Box, zog Regenreifen auf und führte nun in seinem allerersten Grand Prix das Feld an. Obwohl er in diesem Jahr noch nicht einmal genügend F1-Testkilometer für eine Superlizenz gefahren ist, fuhr er fehlerfrei durch den Regen zu Füßen der Nürburg. "Das Team hat mich direkt an die Box geholt", sagte Winkelhock hinterher. "Wir sind das Risiko eingegangen und es hat sich bezahlt gemacht." Der Anblick der Boxentafel machte ihn aber etwas perplex. "Als ich P1 gelesen habe, dachte ich nur: Führungskilometer in der F1, das hat man sein Leben lang, das kann mir keiner mehr nehmen."

    Das Chaos war damit noch lange nicht beendet - es begann erst. Die Teams hatten sich beim Boxenstopp für Intermediates entschieden, doch das war die falsche Entscheidung. "Wir haben die falschen Reifen gewählt", gestand Nico Rosberg stellvertretend für alle Fahrer. "Es hieß erst, dass es nur wenig regnen würde, dann kam aber der ganze Regen herunter." Ralf Schumacher beschrieb die Verhältnisse einfach nur als "Katastrophe". So flogen die Fahrer in der ersten Kurve gleich im Dutzend ab. Button machte den Anfang, dann folgten Hamilton, Sutil und Liuzzi. An anderen Stellen sah es ähnlich aus. Nur Hamilton hatte Glück im Unglück: er hielt den Motor am Leben, ließ sich vom Bagger aus dem Kiesbett heben und fuhr weiter. Seine Podiumsserie riss trotzdem, obwohl er mit seiner Aufholjagd und dem Kampf gegen alle Widrigkeiten das Beste daraus machte.

    Die Rennleitung konnte nur eines tun: das Safety Car herausschicken. Kurz darauf wurde das Rennen sogar unterbrochen und um 14:35 hinter dem Safety Car erneut gestartet. Für den Helden des Regenteils war das Rennen dann bald zu Ende. "Mein Ziel war es, das Rennen zu beenden", sagte Markus Winkelhock. "Leider hatte ich einen Motorschaden, aber das war zum Glück nicht mein Fehler. Das Wochenende war also trotzdem irgendwie erfolgreich." Ganz anders sah es für Ralf Schumacher aus. Er kollidierte mit Nick Heidfeld, der damit schon die zweite Kollision des Rennens hatte. "Nick ist ein sehr fairer Pilot, das war eine Rennsituation, aber es ist ärgerlich, weil es unnötig war", klagte der angesäuerte Ralf. Die Rennstewards kündigten eine Untersuchung des Vorfalls an. "Ich wusste schon vorher, dass er da sein könnte, aber er war zu keiner Zeit nah genug, um einen Versuch zu wagen", beschrieb Ralf die Situation. "Ich dachte, er schaltet und zieht früher zurück. Da habe ich Pech gehabt." Zumindest gab es eine Entschuldigung vom frisch gebackenen zweifachen Familienvater Heidfeld: er hob bei der nächsten Boxenvorbeifahrt entschuldigend die Hand.

    An der Spitze sah derweil alles nach einem Dreikampf der verbliebenen Spitzenpiloten aus: Massa führte vor Alonso und Räikkönen. Dann der nächste Schock: Kimi Räikkönens Ferrari rollte langsam aus. Während Massa seinen Vorsprung auf Alonso ausbaute, musste der Finne aufgeben - aus war der Traum vom Sieg-Hattrick nach Magny Cours und Silverstone. Der Nürburgringfluch des Iceman hatte wieder zugeschlagen. Hinter Massa und Alonso entbrannte ein heißer Kampf um den frei gewordenen Podestplatz. Durch das Eifelchaos waren beide Red Bull von Mark Webber und David Coulthard, Alex Wurz sowie Heikki Kovalainen nach vorne gespült worden.

    Kovalainen verabschiedete sich freiwillig aus dieser Gruppe: auf Platz 5 liegend ging er das Risiko ein, wechselte 10 Runden vor dem Ende auf Intermediates, noch bevor es zum zweiten Mal anfing zu regnen. 7 Runden vor dem Ende kamen auch die Führenden zum vierten Mal an die Box; auch bei ihnen waren Intermediates gefragt. Diesmal war das die richtige Entscheidung: der Regen war bei weitem nicht so stark wie in der Anfangsphase. Deswegen kam es zum Duell um den Sieg: Alonso machte nach dem Stopp den Vorsprung wett und attackierte Massa im Eifelregen am Nürburgring. Den ersten Angriff konnte Massa noch abwehren, beim zweiten Versuch kam es zur Berührung, Rauch stieg auf, aber Alonso schnappte sich Massa und ging fünf Runden vor Schluss in Führung!

    Sah es im Trockenen noch so aus, als ob Felipe Massa der sichere Sieger sei, wendete sich das Blatt mit den zweiten Regentropfen des Tages. Aus sechs Sekunden Vorsprung wurde ein steigender Rückstand für den Brasilianer. Für Alonso war es der dritte Saisonsieg nach Malaysia und Monaco. Neben ihm standen Massa und Mark Webber auf dem Podium, wobei Webber den Podestplatz fast noch in der letzten Kurve an Wurz verlor. Die Punkteränge komplettierten eben dieser Wurz, Coulthard, Heidfeld, Kubica und Kovalainen. Für den Finnen ging das Glücksspiel mit dem frühen Reifenwechsel nicht auf. Er fiel von Platz 5 auf Platz 8 zurück. In der Fahrer-WM rückten die Top-4 weiter zusammen: Alonso (68 Punkte) liegt nun nur noch zwei Punkte hinter Hamilton (70), der am Nürburgring als Neunter leer ausging. Auf Platz 3 liegt wieder Felipe Massa mit 59 Punkten vor Kimi Räikkönen mit 52 Punkten.

    Grand Prix von Europa: Ergebnis

    Grand Prix von Europa: Ergebnis

    Fernando Alonso erkämpft Vodafone McLaren Mercedes Heimsieg, Lewis Hamilton Neunter!

    Vodafone McLaren Mercedes und Lewis führen weiterhin beide Weltmeisterschaften an.

    Der Start:
    Fernando hatte sich als Zweitschnellster qualifiziert und kam als Dritter aus der ersten Runde zurück. Lewis startete vom zehnten Platz. Er war im dritten Teil des Qualifyings verunglückt. Der Grund dafür war ein Reifenschaden, verursacht durch ein nicht richtig befestigtes rechtes Vorderrad. Ein defekter Schlagschrauber hatte die Radmutter nicht fest genug angezogen. Lewis, der unverletzt blieb, erhielt am Sonntagmorgen von FIA-Arzt Dr. Gary Hartstein und vom Rennarzt der Veranstaltung Dr. Klaus U. Zerbian die Startfreigabe. Lewis verbesserte sich nach dem Start zunächst auf Rang vier.

    Das Rennen:
    Noch während der ersten Runde begann es heftig zu regnen. Fernando (10.0 Sek.) und Lewis (10.4 Sek.) kamen sofort an die Box, um Regenreifen montieren zu lassen. Fernando fuhr als Dritter weiter. Lewis rutschte eingangs der zweiten Runde in Kurve eins ins Kiesbett. Die Streckenposten hoben ihn mit einem Kran wieder auf die Strecke, so dass er als 17. mit einer Runde Rückstand weiterfahren konnte. In der dritten Runde fuhr das Safety Car auf die Strecke, einen Umlauf später wurde das Rennen wegen der zahlreichen Unfälle unterbrochen. Nach rund 20 Minuten wurde das Rennen hinter dem Safety Car neu gestartet. Vorne stand Markus Winkelhock (Spyker Ferrari), der bei seinem ersten Grand Prix mit Regenreifen aus der Boxengasse gestartet war und am Ende der ersten Runde die Führung übernommen hatte. Fernando war Dritter und Lewis 17. und Letzter. Er durfte sich im sechsten Umlauf entsprechend dem Reglement zurückrunden und nutzte das, um auf Trockenreifen zu wechseln, bevor das Rennen nach insgesamt sieben Rennrunden wieder frei gegeben wurde. In Runde elf fuhr Lewis die bis dahin schnellste Rennrunde. Einen Umlauf später kam Fernando herein, um ebenfalls auf Trockenreifen zu wechseln (7.7 Sek.). Lewis fuhr zwei weitere schnellste Runden. Nach 15 Runden führte Massa vor Fernando und Räikkönen, die drei lagen innerhalb von weniger als fünf Sekunden. Lewis fuhr am Ende des Feldes die gleichen Rundenzeiten wie die Spitze. Im 34. Umlauf legte der Engländer seinen dritten Boxenstopp ein (9.3 Sek.). Er war jetzt 13. Fernando kam zu seinem dritten Boxenstopp in Runde 37 herein (7.7 Sek.) und blieb Zweiter.

    Runde 53:
    Es begann erneut zu regnen. Fernando holte sich Regenreifen (7.1 Sek.) und lag danach nur gut eine Sekunde hinter dem Führenden Massa. Lewis holte sich seine Regenreifen in Runde 54 (10.0 Sek.). Fernando überholte Massa einen Umlauf später und übernahm die Führung. Nach 60 Runden fuhr der Spanier 8.1 Sekunden vor Massa ins Ziel. Lewis wurde mit einer Runde Rückstand Neunter.

    Stimmen zum Rennen:

    Fernando Alonso:
    “Ein spannendes Rennen für uns Fahrer wie für die Zuschauer. Das waren wirklich unglaubliche Bedingungen, vor allem nach dem Start, als wir überall Aquaplaning hatten. Im Trockenen waren die Ferrari leicht im Vorteil, aber als es am Ende wieder zu regnen begann, war ich wieder schneller und überholte Felipe Massa und ging in Führung. Während dieses Zweikampfes berührten wir uns zweimal, aber das kommt vor, schließlich ging es um den Sieg. Bei meinem letzten Boxenstopp herrschte in der Boxengasse viel Verkehr und ich fuhr sehr eng Seite an Seite mit Giancarlo Fisichella. Insgesamt ein gutes Wochenende und ich habe wichtige Punkte für beide Weltmeisterschaften geholt. Das Team hat unter schwierigen Umständen sehr gut gearbeitet.”

    Lewis Hamilton:
    „Ein außergewöhnliches Wochenende mit einer neuen Erfahrung für mich. Ich startete gut und war Sechster. Als die beiden BMW Sauber vor mir aneinander gerieten, übernahm ich Platz vier, doch dann hatte ich einen schleichenden Plattfuß und fuhr an die Box. Das Team montierte Regenreifen, aber die Strecke war sehr rutschig und ich rutschte ins Kiesbett. Ich hielt den Motor am Laufen und ein Kran stellte mich wieder auf die Piste – danke an die Streckenposten des Nürburgrings. Nach dem Neustart attackierte ich so gut es ging, aber mit fast einer Runde Rückstand muss man auf das Pech der anderen hoffen. In der letzten Runde überholte ich den Renault von Giancarlo Fisichella und wurde Neunter, aber dafür gibt es keine Punkte.“

    McLaren-Teamchef Ron Dennis:
    „Das war Motorsport vom Feinsten. Fernando fuhr ein fantastisches Rennen und zeigte, warum er zweimaliger Weltmeister ist. Beim ersten Regen hielt er das Auto auf der Strecke. Danach trafen er und das Team die richtigen Entscheidungen. Nachdem er wieder auf Trockenreifen gewechselt hatte, untersteuerte sein Auto allerdings. Ein Werkzeug zum Verstellen der Flügel hatte nicht richtig funktioniert. Bei seinem dritten Stopp konnten wir das Problem beheben und Fernando fuhr sehr gute Zeiten. Nachdem er zum Schluss wieder Intermediate-Reifen hatte, zeigten er und das Auto ihre ganze Klasse und er gewann. Lewis hatte mehrere Probleme. Nach einem sehr guten Start, bei dem er von Platz zehn auf vier nach vorne fuhr, hatte er einen schleichenden Plattfuß und fuhr an die Box. Er erhielt Intermediate-Reifen, war jedoch etwas zu ehrgeizig und drehte sich von der Strecke. Da er den Motor am Laufen hielt, konnte er das Rennen fortsetzen. Nach der Unterbrechung durfte er sich zurückrunden und entschied sich früh wieder für Trockenreifen. Leider kam er danach mitten zwischen die Autos mit Regenreifen. Als nach drei Runden die Strecke abtrocknete, fuhr er mehrere schnellste Rennrunden. Dennoch verpasste er die Punkteränge um einen Platz. Dass Fernando den Abstand zu Lewis in der Fahrerwertung verkürzte und das Team seine Führung in der Konstrukteurs-WM ausbaute ist für uns ein schönes Ende eines schwierigen Grand Prix.“

    Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug:
    „Das beste und spannendste Rennen des Jahres bei schwierigsten Bedingungen, wie es sie nur höchst selten gibt. Fernando zeigte eine großartige Leistung und hat diesen Sieg wohl verdient. Im Regen war er eine Klasse für sich. Lewis war viele Runden lang der schnellste Fahrer im Feld mit einem Auto, das die Mechaniker über Nacht reparierten und ich danke ihnen für ihre Anstrengungen. Alle packten gemeinsam an – die Jungs von Fernando, jene von Lewis genauso wie die Motorenkollegen von Mercedes. Es ist schön, zu Hause zu siegen und ich bin sicher, den Zuschauern hier und vor den Fernsehgeräten hat es sehr gefallen. Lewis und Fernando liegen jetzt innerhalb von zwei Punkten an der Spitze der Fahrerwertung und in der Konstrukteurs-WM bauten wir unsere Führung auf 27 Zähler aus. In den ersten zehn Rennen zeigten wir Zuverlässigkeit und alle im Team werden hart dafür arbeiten, dass dies bis nach dem Ende der Saison so bleibt.“

    Offizielles Endergebnis GP Europa

    Offizielles Endergebnis GP Europa

    60 Runden á 5,148 km/308,863 km

    Rang, Name, Land, Team, Zeit
    1. Fernando Alonso, Spanien, McLaren-Mercedes, 2:06:26,358 Std.
    2. Felipe Massa, Brasilien, Ferrari, + 8,155 Sek.
    3. Mark Webber, Australien, Red Bull, + 1:05,674 Min.
    4. Alexander Wurz, Österreich, Williams, + 1:05,937
    5. David Coulthard, Großbritannien, Red Bull, + 1:13,656
    6. Nick Heidfeld, Mönchengladbach, BMW-Sauber, + 1:20,298
    7. Robert Kubica, Polen, BMW-Sauber, + 1:22,415
    8. Heikki Kovalainen, Finnland, Renault, + 1 Runde
    9. Lewis Hamilton, Großbritannien, McLaren-Mercedes, + 1 Runde
    10. Giancarlo Fisichella, Italien, Renault, + 1 Runde
    11. Rubens Barrichello, Brasilien, Honda, + 1 Runde
    12. Anthony Davidson, Großbritannien, Super Aguri, + 1 Runde
    13. Jarno Trulli, Italien, Toyota, + 1 Runde

    Ausfälle:
    Jenson Button, (Großbritannien), Honda, (3 . Runde)
    Vitantonio Liuzzi, (Italien), Toro Rosso, (3 . Runde)
    Nico Rosberg, (Wiesbaden), Williams, (3 . Runde)
    Scott Speed, (USA), Toro Rosso, (3 . Runde)
    Adrian Sutil, (München), Spyker, (3 . Runde)
    Markus Winkelhock, (Berglen-Steinach), Spyker, (14 . Runde)
    Ralf Schumacher, (Kerpen), Toyota, (19 . Runde)
    Takuma Sato, (Japan), Super Aguri, (20 . Runde)
    Kimi Räikkönen, (Finnland), Ferrari, (35 . Runde)

    Schnellste Rennrunde:
    Felipe Massa, (Ferrari), 1:32,853 Min.

    Trainingsschnellster:
    Kimi Räikkönen, (Ferrari), 1:31,450 Min.

    Nächstes Rennen:
    GP Ungarn am 5. August in Budapest