Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    Alonso vs. Renault: Zäh wie Kaugummi

    Renault will Alonso unbedingt. Alonso hat kaum noch andere Möglichkeiten als Renault. Dennoch herrscht Stillstand.

    Auch in dieser Woche formulierte Reanult-Teamchef Flavio Briatore wieder eine Deadline für Fernando Alonso. Er erwarte eine Entscheidung des Spaniers in den nächsten zwei Tagen, verkündete der Italiener am Montag. Gestern hätte es also endlich soweit sein können. Und tatsächlich meldete sich Alonsos Manager, Luis Garcia Abad zu Wort. Doch statt einer Entscheidung verkündete dieser genau das Gegenteil. "Er wird sich entscheiden, wenn er weiß, welches die beste Option für seine Zukunft ist", sagte Abad gegenüber der BBC.

    So wird das zähe Ringen zwischen Renaultt und Alonso noch eine Weile weitergehen - vielleicht bis zum 6. Dezember, wenn der Weltmotorsportrat ein Urteil im Spionage-Verfahren gegen Renault sprechen wird. Es ist gut möglich, dass Alonso erst die Entscheidung des FIA-Gerichts abwarten möchte, bevor er selbst eine Entscheidung trifft. Renault wird vorgeworfen, geheime Daten von McLaren besessen zu haben. Bei einer Verurteilung droht dem Team um Flavio Briatore eine ähnlich harte Strafe wie Alonsos Ex-Team McLaren in der Spioanage-Affäre um Ferrari. Allerdings verneinte Manager Abad gegenüber der BBC, dass Alonsos Zögern mit dem neuerlichen Spionage-Fall zu tun habe.

    Wahrscheinlicher ist, dass sich beide Seiten bisher nicht über die Vertragslaufzeit einigen konnten. Der spanische Fernsehsender Telecinco berichtete, dass ein Treffen zwischen Vertretern von Alonso und Renault ergebnislos verlaufen ist. Demnach habe Renault-Boss Carlos Ghosn auf einen Dreijahresvertrag gepocht, während sich Alonso nur für ein Jahr binden wolle. So hält sich trotz aller Dementis hartnäckig das Gerücht, dass der Spanier mit Ferrari bereits ein Abkommen für die Saison 2009 hat.

    Es ist müßig darüber zu spekulieren, was 2009 sein wird. Für 2008 scheinen die Optionen für den Ex-Weltmeister jedoch begrenzt. Genau genommen gibt es kaum noch eine realistische Alternative zu Renault. Angeblich sind zwar weiterhin Toyota und Red Bull im Rennen um Alonso dabei, doch Toyota hat mit Timo Glock gerade seinen zweiten Fahrer für das kommende Jahr bestätigt und Red Bull-Teamchef Horner hat kürzlich noch einmal klar gemacht, dass man bestehende Verträge mit Coulthard und Webber habe und auch einhalten werde. Zudem dürfte ein Deal mit Alonso für das Renault-Kundenteam schwierig sein, solange die Franzosen weiterhin erster Anwärter auf die Verpflichtung des Spaniers sind.

    Auch für Renault macht eine Rückholaktion Alonsos Sinn. Die Erfolge der Vergangenheit sind eng mit dem Doppelweltmeister verknüpft. Zudem ist kaum ein Pilot im Feld solch ein Zugpferd für Sponsoren wie der 27-jährige. Für Heikki Kovalainen und Nelson Piquet Jr. gilt das nicht unbedingt - auch wenn Kovalainen seine Klasse in der abgelaufenen Saison unter Beweis gestellt hat und Piquet Jr. als ähnlich talentiert wie Lewis Hamilton gilt. Zudem würde ein Fahrergespann Kovalainen/Piquet zusammmen eine Formel 1-Erfahrung von gerade einmal 17 Rennen aufweisen. Dass Routinier Giancarlo Fisichella nach der mäßigen letzten Saison noch eine Chance auf einen Verbleib beim Team hat, glaubt hingegen niemand mehr.

    Die Ausgangslage könnte mittlerweile kaum eindeutiger sein. Renault will Alonso und Alonsos einzige realistische Option ist Renault. Und dennoch erweisen sich die Vertragsverhandlungen als zäh wie Kaugummi - oder gerade deshalb. Flavio Briatore bezifferte Anfang der Woche die Wahrscheinlichkeit, dass der Spanier zurückkommt auf 60 Prozent, was unsere englischen Kollegen von grandprix.com zu einer einfachen mathematischen Gleichung veranlasste: "60 Prozent von gar nichts ist gar nichts."

    McLaren könnte Rosbergs Karriere zerstören

    Willi Weber warnt vor Wechsel: McLaren könnte Rosbergs Karriere zerstören

    Auch der Manager von Michael Schumacher glaubt nicht an Gleichberechtigung bei den Silberpfeilen.

    Obwohl Nico Rosberg von Williams schon als Stammfahrer für die nächste Saison bestätigt wurde, hält sich hartnäckig das Gerücht, McLaren könnte den Deutschen doch noch als Nachfolger von Fernando Alonso verpflichten - allerdings gegen die Zahlung einer erheblichen Ablösesumme. Nach Angaben der Bildzeitung liegt das Schmerzensgeld, das McLaren Frank Williams für Nico Rosberg zahlen müsste, bei mindestens 15 Millionen Euro.

    Doch obwohl Nico Rosberg als einer der talentiertesten Piloten gilt und der Silberpfeil in der abgelaufenen Saison ein Siegauto war, glauben nicht alle, dass die Kombination McLaren/Rosberg besonders Erfolg versprechend wäre. "Nico ist die Top-Entdeckung des Jahres. Aber bei McLaren könnte er sich seine Karriere jetzt ganz schnell zerstören", sagte Michael Schumachers Manager Willi Weber zur Bild. "Hamilton ist die gesetzte Nummer 1, auch wenn das offiziell keiner sagen wird. Nico kann nur verlieren." Deswegen solle er lieber bis zum Ablauf seines Vertrages bei Williams bleiben, glaubt Weber. Dann könne er selbst bestimmen, wohin er gehen wolle.

    Nach den Vorstellungen von Webers Schützling Michael Schumacher sollte McLaren stattdessen Bruder Ralf Schumacher als zweiten Fahrer verpflichten. "Ralf wäre ein guter Kandidat und ist absolut meine Empfehlung", sagte der Rekordweltmeister der Bild.

    Sabotage-Affäre: Neue Indizien gegen Stepney

    Sabotage-Affäre: Neue Indizien gegen Stepney

    Die Staatsanwaltschaft von Modena hat in der Sabotage-Affäre weitere Indizien gegen den ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney vorgelegt. Chemiker der Universität Modena hatten das weiße Pulver aus den Hosentaschen von Stepney mit dem Pulver verglichen, das im Vorfeld des Großen Preises von Monaco im Tank von Kimi Räikkönen gefunden wurde und fesgestellt, dass beide Proben ähnlich sind. Das Pulver enthält Kalzium und Phosphat. Stepney hat seine Schuld bisher immer bestritten. Da er die Hose in der Ferrari-Umkleidekabine ausgezogen habe, hätte ihm theoretisch jeder das Pulver in die Taschen stecken können.

    Der ehemalige Ferrari-Mitarbeiter ist außerdem Hauptperson in dem Spionage-Skandal zwischen Ferrari und McLaren. Stepney soll dem früheren McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan insgesamt 780 Seiten geheimer Ferrari-Daten übermittelt haben. Als bekannt wurde, dass mehrere Mitarbeiter der Silberpfeile über die Existenz der Dokumente bescheid wussten, wurde McLaren zu einer Rekordstrafe von 100-Millionen Dollar und der Aberkennung aller Konstrukteurspunkte aus der laufenden Saison verurteilt.

    McLaren-Cockpit: Rosberg und Sutil sagen ab

    McLaren-Cockpit: Rosberg und Sutil sagen ab

    Die Entscheidung um das zweite McLaren-Cockpit fällt wohl zwischen Kovalainen und de la Rosa. Die deutschen Kandidaten wollen lieber ihre Verträge erfüllen.

    Während in den Verhandlungen zwischen Alonso und Renault derzeit weitestgehend Stillstand herrscht, scheint zumindest in die Frage nach Alonsos Nachfolger bei McLaren etwas Bewegung gekommen zu sein - wenn auch nur nach dem Ausschlussprinzip. Mit Adrian Sutil und Nico Rosberg erklärten gestern gleich zwei der engeren Kandidaten auf das vakante Silberpfeil-Cockpit, dass sie keine Wechselabsichten hegten.

    So ließ Sutil über seinen Manager ausrichten, dass er seinen Vertrag bei Force India auf jeden Fall erfüllen wolle. Nico Rosberg, angeblich die Wunschbesetzung von Mercedes, machte gegenüber der englischen Daily Telegraph deutlich, dass er bei Williams bleiben will. "Ich bleibe hier. Ich bin erst 22 und nicht in Eile", sagte er. Zwar hätte er die Möglichkeit, seine Karriere zu beschleunigen, doch Rosberg glaubt daran, dass sich Williams im nächsten Jahr weiter verbessern wird. "Ich will nächste Saison auf dem Podium stehen", kündigte er an.

    Mit dem Bekenntnis der beiden deutschen Kandidaten zu ihren Teams steigen die Chancen für Heikki Kovalainen und McLaren-Testfahrer Pedro de la Rosa im nächsten Jahr neben Lewis Hamilton den zweiten Silberpfeil zu steuern. Sollte Alonso bei Renault anheuern, hätte wohl Kovalainen die besten Karten. Aussagen von Renault-Teamchef Flavio Briatore deuten daraufhin, dass man Nelson Piquet Jr. als zweiten Fahrer neben Alonso bevorzugen würde. Somit wäre der Finne für McLaren frei. Dass Kovalaienen nach einer starken zweiten Saisonhälfte am Ende ohne Cockpit dasteht, ist hingegen unwahrscheinlich.

    Die kleine Lösung für die Silberpfeile wäre die Beförderung von Pedro de la Rosa zum Stammfahrer - sowie 2006, als der Spanier Juan Pablo Montoya ersetzte. Für McLaren hätte das den Vorteil, dass man mit de la Rosa einen erfahrenen und loyalen Piloten in den eigenen Reihen hätte, der sich zudem mit Lewis Hamilton gut versteht. Gleichzeitig könnte man mit dem 36-jährigen im zweiten Cockpit die Zeit überbrücken, bis der Vertrag von Nico Rosberg bei Williams ausläuft.

    2008 im Visier: Abschied von der Traktionskontrolle

    2008 im Visier: Abschied von der Traktionskontrolle

    2008 wird es viele Veränderungen in der Formel 1 geben. Eine davon ist das Ende einer elektronischen Fahrhilfe, die eine ganze Piloten-Generation prägte.

    Schon bei den vergangenen Tests in Barcelona setzten die Teams ihre Autos im Hinblick auf die Saison 2008 ohne Traktionskontrolle ein. Die Ingenieure müssen sich dabei auf einige Änderungen einstellen, da sie die Autos in den vergangenen Jahren mithilfe dieses Systems nahezu perfekt abgestimmt hatten. Aber auch die Fahrer stehen vor einigen Änderungen: Einerseits werden sie merken, was es bedeutet, einen einfühlsamen rechten Fuß zu haben, andererseits müssen sie ihre Autos nach einem komplett neuen Ansatz abstimmen.

    Die Funktionsweise

    Seit sich die FIA Mitte der 90er Jahre entschloss, elektronische Fahrhilfen freizugeben, hat die Traktionskontrolle einen nicht für möglich gehaltenen Entwicklungsstand erreicht. Diese Technik ist so weit fortgeschritten, dass sie für Laien nur schwer zu verstehen ist. Grundsätzlich geht es um Folgendes: Um ein Auto so schnell wie möglich fortzubewegen, müssen die Räder einen minimalen Schlupf haben.

    Unter diesen Bedingungen können sie mehr Kraft übertragen als völlig ohne oder gar mit zu viel Schlupf. Die Größenordnung des optimalen Schlupfes liegt bei etwa fünf bis sechs Prozent. Im Klartext: Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h sollten sich die Reifen mit 105 km/h drehen, um eine maximale Performance zu erreichen. Der Begriff Traktionskontrolle beschreibt dieses System am besten, da es den Schlupf nicht komplett unterbindet, sondern ihn auf den optimalen Wert regelt.

    Abschied von einer State-Of-The-Art-Technologie

    Die Ingenieure der Teams haben das System über Jahre hinweg so optimiert, dass es bei allen Bedingungen optimal funktioniert – egal ob es sich um Geraden, Kurven, griffigen oder rutschigen Untergrund, hohe oder niedrige Strecken- und Reifentemperaturen, viel oder wenig Abtrieb und so weiter handelt. Um das zu gewährleisten, müssen sie die Geschwindigkeit sehr exakt messen. Dies geschieht an den Vorderrädern, da diese nicht angetrieben sind und somit auch keinen Schlupf aufweisen können. Daraus leiten die Ingenieure dann die optimale Geschwindigkeit für die Hinterräder ab.

    Als nächstes lassen sie das Handling, die Reifenmischung und den Grip des Streckenbelags in ihre Rechenmodelle einfließen. Mit diesen Informationen füttern sie die Motorelektronik (ECU). Die ECU kann diese Informationen so verarbeiten, dass sie für beide Hinterräder in Echtzeit den idealen Schlupf errechnen kann. Der schwierigste Teil ist dabei, die Abnutzung der Reifen perfekt vorauszusehen und zu berechnen.

    Das Ergebnis dieses komplizierten Prozesses: Beim Beschleunigen lässt die Bordelektronik den Hinterrädern so lange die volle Motorleistung zukommen, bis sie erste Anzeichen von Schlupf feststellt. Und das ist schon dann der Fall, wenn sich die Hinterräder um ein Prozent schneller drehen als die Vorderräder. Die Traktionskontrolle verändert die Einstellung von Drosselklappen, Zündung und Einspritzung nach festgelegten Kennfeldern, wodurch sie einen Schlupf von maximal fünf Prozent zuließ und beibehielt.

    Weisen das linke und rechte Hinterrad unterschiedlichen Schlupf auf, gleicht die Elektronik dies durch Eingriffe ins Differenzial aus. Das bedeutet, dass die Fahrer bislang am Scheitelpunkt der Kurve ohne Probleme Vollgas geben konnten, da die zu den Hinterrädern geleitete Kraft bei Beschleunigung stets für ein Maximum an Grip sorgte.

    Was wird sich ändern?

    Der Verzicht auf die Traktionskontrolle birgt für Fahrer und Techniker manche Herausforderung: Es muss eine direkte Verbindung zwischen dem Gaspedal und dem Drosselklappen am Motor bestehen. Daher ist es unmöglich, die abgegebene Motorleistung von außen zu beeinflussen. Das wiederum zieht einen Rattenschwanz mit sich: Zum einen werden die Fahrer auf ihren Runden ein paar Zehntel verlieren und einige werden ihr Auto nicht so gut beherrschen können wie andere.

    Außerdem werden die Autos durch ihre Abstimmung im Vergleich zu 2007 deutlich mehr untersteuern, da die Teams sie auf Sicherheit abstimmen werden, um Dreher zu vermeiden. Auch der Reifenverschleiß könnte bei bestimmten Bedingungen zu Schwierigkeiten führen. Und schließlich: Ist ein Auto nicht optimal abgestimmt, wird das Fehlen der Traktionskontrolle die Probleme noch weiter vergrößern.

    McLaren gegen Renault: Eine Strafe soll her

    McLaren gegen Renault: Eine Strafe soll her

    Am Nikolaustag droht Renault die Rute: nachdem das Team in den zweiten Spionageskandal der Saison verwickelt ist, wird der FIA World Motor Sport Council am 6. Dezember über eine Bestrafung der Franzosen entscheiden. Flavio Briatore beteuert, dass man die Informationen, die ein mittlerweile entlassener Ex-McLaren-Mitarbeiter von seinem alten Team mitgebracht hatte, sofort gelöscht und nicht verwendet hat. Das beteuerte aber auch Ron Dennis, sein Team wurde vom WMSC hart bestraft - ohne schlagkräftige Beweise.

    Genau das erwartet sich McLaren wohl auch in der zweiten Spionageaffäre. Um auf Nummer sicher zu gehen, gab das Team ein paar Informationen über die Ernsthaftigkeit der Affäre preis. Angeblich sollen bis zu 18 Renault-Mitarbeiter die McLaren-Informationen gesehen haben, darunter sieben Verantwortliche wie Chefdesigner Tim Densham. Das Material soll auf 11 Computern installiert gewesen sein und aus 33 Dateien mit über 780 Zeichnungen bestanden haben; darunter die kompletten Blueprints für die McLaren-Boliden der Jahre 2006 und 2007. Sollten sich diese McLaren-Anschuldigungen bewahrheiten, dürfte ein bärtiger Max bereits mit der Rute ausholen...

    Ohne Benzin fährt nichts: In Kanistern um die Welt

    Ohne Benzin fährt nichts: In Kanistern um die Welt

    22 Autos fahren alle zwei Wochen um die Wette - doch ohne Benzin würden die Rennen wenig spektakulär ausfallen.

    Was gibt es beim Transport von Benzin zu beachten?
    Ohne Benzin fährt nichts. Wenn kein Benzin an der Rennstrecke ankommt, sind die Folgen die gleichen, als wenn die Autos fehlen würden: das Rennen kann nicht stattfinden. Außerdem gilt beim Transport des Benzins Alarmstufe Rot! Es herrscht die höchste Geheimhaltungsstufe. Die Teams und ihre Benzinlieferanten versuchen selbst auf diesem Gebiet die letzten Prozent Leistung herauszuholen, umso wichtiger ist es, dass die Konkurrenz keine Probe von der hart erarbeiteten Benzinmischung erhält.

    Was geschieht mit dem Benzin am Rennwochenende?
    Es wird verbraucht. Aber im Ernst: Insgesamt wurden im letzten Jahr allein für Ferrari 250.000 Liter Benzin gemischt. Hinzukamen 40 Tonnen Motor- und Getriebeschmiermittel, was dem Äquivalent von 27 Kleinwagen entspricht. Allen, die angesichts dieser Zahlen Angst um die Umwelt haben, sei jedoch gesagt: An einem F1-Rennwochenende wird weniger Benzin verbraucht, als an einer durchschnittlichen Tankstelle pro Tag verkauft wird.

    Ist das nicht gefährlich?
    Oh ja. Wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, ist Benzin leicht entflammbar. Deshalb ist der Transport von Benzin mit einem Flugzeug durch die internationalen Transportgesetze untersagt. Benzin gilt als Gefahrengut und muss somit als Seefracht verschifft oder per Tanklaster transportiert werden. Das Benzin muss aber nicht nur zu allen Renn- und Testorten gebracht werden, es muss auch von dort wieder weg - entweder zurück ins Teamhauptquartier oder direkt zum nächsten Einsatzort. Für DHL gelten also gleich in doppelter Hinsicht die höchsten Sicherheitsmaßnahmen. Immerhin transportiert DHL als offizieller Formel 1-Logistikpartner über eine Million Liter Benzin zu den Rennen.

    Verursacht der Transport besondere Probleme?
    Es ist unhöflich mit einer Gegenfrage zu antworten, aber welcher Transport von leicht brennbaren Gütern verursacht keine Probleme? Das augenscheinlichste Problem sind die unterschiedlich strengen Einfuhrbeschränkungen für brennbare Gefahrengüter wie Benzin. Diese enden übrigens nicht, sobald das Benzin einmal an der Strecke angekommen ist. Jeder Liter Benzin, der nicht im Auto verbraucht wurde, muss von den Teams genau aufgeführt werden. So soll sichergestellt werden, dass kein Benzin illegal im Land verbleibt.

    Ein weiteres Problem sind die teilweise extremen Temperaturunterschiede, welche das Benzin auf seinem Weg zum Bestimmungsort zurücklegen muss. Bei den Rennen in Bahrain und Malaysia wartet ungewohnte Hitze auf das Benzin, bei den Überseerennen in Nordamerika muss auf dem Weg nach Kanada die Kälte des Nordatlantiks unbeschadet überwunden werden. Das mag nicht gerade spektakulär klingen, immerhin kreuzen zig Öltanker tagtäglich auf den Meeren unseres kleinen blauen Planeten umher. Allerdings verbraucht selbst die alles verschlingende Königsklasse des Motorsports keine ganze Tankerladung.

    Wie wird das Benzin transportiert?
    Um die Vergleichsweise geringen Benzinmengen sinnvoll transportieren zu können, gibt es abgeschirmte und feuerfeste Spezialkanister mit Füllungsvolumina zwischen 50 und 200 Litern. Für diese Kanister gilt aber nicht nur die Hauptaufgabe ihrer Artgenossen, nämlich nicht Leck zu schlagen. Jedes F1-Team muss eine Spritprobe beim Motorsportweltverband FIA abgeben. Das verwendete Benzin darf von diesem "chemischen Fingerabdruck" nicht abweichen, sonst werden die Fahrer erbarmungslos disqualifiziert.

    Für die Teams ist es deswegen entscheidend, dass keine Fremdstoffe in die Kanister gelangen oder sich mit dem Benzin vermischen. Jede Verunreinigung kann den Sieg kosten. Aus diesem Grund zählen die Ingenieure der Mineralölfirmen zu den ersten Gästen des F1-Paddocks am Mittwoch vor dem Rennen. Sie müssen den Benzinfässern Proben entnehmen und diese auf eventuelle "Transportschäden" untersuchen. Das erklärt auch, warum jedes Team seine eigenen kleinen Benzinlieferungen erhält und nicht alle Teams mit einer großen Tankerladung beliefert werden.

    Prodrive muss bis 2009 auf Formel-1-Start warten

    Prodrive muss bis 2009 auf Formel-1-Start warten

    David Richards vom Prodrive-TeamDie Formel-1-Saison 2008 wird defenitiv noch ohne das Prodrive-Team von David Richards an den Start gehen. "Es gab einen Rechtsstreit um unsere Einschreibung. Zudem hat sich das neue Concorde-Abkommen immer wieder verzögert. Wir haben die FIA gebeten, erst ab Mitte 2008 in die Formel 1 einsteigen zu dürfen. Das wurde abgelehnt. Deswegen gibt es für 2008 keine realistische Chance auf einen Prodrive-Formel 1", sagte Richards in einem Interview mit dem Fachblatt auto, motor und sport.

    Richards will jetzt 2009 in der "Königsklasse" mitfahren. "Aber zuerst muss unser Bewerber-Status vom FIA-Weltkonzil geklärt werden. Zweitens müssen wir auf das neue Concorde-Abkommen warten", sagte der Brite: "Erst dann können wir unsere Optionen einschätzen."

    Elf Teams gehen an den Start

    Prodrive wollte eigentlich - wie vom Automobil-Weltverband FIA für 2008 genehmigt - mit Kundenautos von McLaren-Mercedes als zwölftes Team in die "Königsklasse" einsteigen. Dagegen hatten allerdings andere Rennställe wie Williams oder das frühere Spyker-Team interveniert. Jetzt bleibt es weiterhin bei elf Teams.

    "Wir haben nach wie vor den Ehrgeiz, in die Formel 1 einzusteigen", sagte Richards, früher Teamchef bei Benetton und BAR: "Aber weil wir mit einem Kundenauto starten wollten, drohte ein Rechtsverfahren. Dadurch wurde unser gesamter Businessplan in Frage gestellt."

    Weil er eine Verantwortung für seine Mitarbeiter habe, hätte man die Risiken eines Prozesses abwägen müssen. "Wir haben beschlossen, uns neu zu sortieren, statt einfach blindlings
    Dateien

    Ecclestone kritisiert Rennstewards

    Ecclestone kritisiert Rennstewards: Die FIA sollte sich raushalten

    Spionagethemen beherrschten das F1-Jahr 2007. Für Bernie Ecclestone sind viele Probleme hausgemacht.

    In der guten alten Zeit war alles besser. Auch Bernie Ecclestone gesteht, dass er gerne über die tolle Vergangenheit, die alte Formel 1 spricht, die aber nicht immer so toll und gut war. "Aber wenigstens haben wir damals unsere Probleme intern gelöst", betont der F1-Boss im Interview mit der auto, motor und sport. "Heute hat jedes Team fünf Anwälte, drei Ärzte, zwei Masseure und einen Psychologen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, Ärger zu produzieren, dann produzieren sie ihn. Ohne all diese Leute würden sich die Teams auch nicht auf so viele Konflikte einlassen."

    Die Saison 2007 war voller Konflikte und ist es noch immer. Mittlerweile werden Rennergebnisse immer öfter erst am Sonntagabend oder gar in den Wochen danach vor dem Berufungsgericht entschieden, sogar der WM-Titel war einige Wochen nur provisorisch vergeben. Das schade der Formel 1 immens, so Ecclestone. "Ich verstehe sowieso nicht, warum die Sportkommissare so lange für ihre Arbeit brauchen." Man sollte ihnen ein Zeitlimit setzen, schlägt er vor. "Du hast eine Stunde Zeit, einen Protest einzureichen, und sie haben eine Stunde Zeit, darüber zu entscheiden." Mitternächtliche Strafe wie für Michael Schumacher in Monaco 2006 würden damit der Vergangenheit angehören.

    Auch in der Vergangenheit gab es schon Spionage, nur wurde damals noch nicht über Copyshops und weißes Pulver diskutiert. Für Ecclestone steht fest: die FIA sollte sich aus den Spionagefälle heraushalten. "Das ist eine Sache für die Polizei und Strafrichter", so der F1-Boss. "Die haben viel bessere Methoden die Wahrheit herauszufinden. Ich habe zu Ron Dennis gesagt, als es erste Informationen über den Fall Stepney gab: Geh zur Polizei und sage ihnen, dass du im Haus einen Angestellten hast, der gestohlenes Material erhalten oder gekauft hat. Hätte er diesen Weg bestritten, wäre uns und ihm viel erspart geblieben." Ecclestone glaubt sogar, dass man den ganzen Ärger hätte abwenden können, wenn sich Dennis und Jean Todt sofort an einen Tisch gesetzt hätten.

    So muss McLaren weiter zittern. Denn noch läuft die Untersuchung des 2008er Boliden. Sollte die FIA entdecken, dass für diesen Ferrari-Informationen verwendet wurden, droht McLaren eine neuerliche Bestrafung. "Ich will es nicht hoffen, aber auszuschließen ist das nicht", sagt Ecclestone. Das gleiche gilt für Renault, die in die zweite Spionageaffäre des Jahres verwickelt sind. "Der Unterschied ist nach meinem Wissen der, dass im Fall von McLaren Information beinahe auf stündlicher Basis von einer Person zu McLaren geflossen ist. Bei Renault hat einer einfach einen ganzen Berg Zeichnungen mitgebracht und das war's." Eines haben beide gemeinsam: man wird keinen direkten Einfluss auf das Auto nachweisen können.

    Alonso könnte pausieren: Eine seltsame Strategie

    Alonso könnte pausieren: Eine seltsame Strategie

    Alle warten auf Fernando Alonso. Alle wollen wissen, bei welchem Team der Doppelchampion in der Saison 2008 fahren wird - erst dann sollen die letzten Steine im Fahrerdomino fallen. Aber fällt Fernando überhaupt eine Entscheidung? Fährt Alonso überhaupt 2008 bei einem F1-Team? Die Steinchen bei Williams, Toyota & Co sind auch ohne ihn bereits gefallen. "Ich glaube, es wäre für ihn kein Problem, ein Jahr zu pausieren", sagt David Coulthard. "Alain Prost hat das als letztes gemacht, er hat ein Jahr pausiert, kam zurück und wurde Weltmeister."

    Dagegen würden die Einführung der Einheitselektronik und der Wegfall der Traktionskontrolle sprechen. Andererseits hat Alonso genügend Erfahrung und Talent, um auch 2009 damit klar zu kommen. Angst davor, gegen Alonso ausgetauscht zu werden, hat Red Bull-Pilot Coulthard nicht. "Warum sollte er McLaren verlassen, um zu Red Bull zu gehen?", fragt der Schotte. "Es hat ihm schon nicht gefallen, bei McLaren zu verlieren, dann würde es ihm bei Red Bull momentan erst recht nicht gefallen." Ein Siegauto scheint für Alonso für 2008 so oder so nicht in Reichweite zu sein. "Es ist eine seltsame Strategie", so Coulthard.

    Spanische Medien: McLaren buhlt angeblich wieder um Alonso

    Spanische Medien: McLaren buhlt angeblich wieder um Alonso

    Es ist eigentlich schwer vorstellbar: Eine spanische Zeitung berichtet, dass McLaren Alonso wiederhaben möchte.

    Anfang November verkündeten McLaren Mercedes und Fernando Alonso, dass man nach einem Jahr voller Missverständnisse und Querelen in Zukunft getrennte Wege gehen wird. Doch laut der Alonso-nahen, spanischen Sportzeitung AS hat der britisch-deutsche Rennstall nur einen Monat später wieder eine Rolle rückwärts und dem Spanier ein Vertragsangebot für die kommende Saison gemacht.

    Für Alonso würde sich damit eine neue Alternative auftun, nachdem sich seine Ausgangslage im Poker um ein Cockpit für 2008 zunehmend verkompliziert. Gestern machte Honda-Teamchef Ross Brawn deutlich, dass das Team an einer Verpflichtung des Spaniers nicht interessiert sei. Toyota ist angeblich weiter im Rennen um den 26-jährigen, obwohl man mit Timo Glock und Jarno Trulli bereits zwei Fahrer für die nächste Saison unter Vertrag hat. Gleiches gilt auch für Red Bull. Am wahrscheinlichsten ist daher, dass Alonso zu Renault zurückkehrt, dem Team, mit dem der Asturier seine beiden WM-Titel holen konnte. Allerdings ist anscheinend keiner der Rennställe bereit, auf Alonsos Forderung nach einem Einjahresvertrag einzugehen.

    Die AS berichtet nun, dass McLaren Alonso diesen Einjahresvertrag angeboten habe - zu den gleichen wirtschaftlichen Konditionen wie zuvor. Dies habe das Team seinen spanischen Sponsoren Santander und Mutua Madrilena mitgeteilt. Die Unternehmen, die primär aufgrund der Verpflichtung des Doppelweltmeisters zu McLaren stießen, hätten zuvor vehement gegen die Vertragsauflösung zwischen Alonso und den Silberpfeilen opponiert. Zusätzlich hätten auch die Ingenieure des Spaniers bei McLaren den Verlust des versierten Entwicklers beklagt. So sei es zum Sinneswandel in der McLaren-Führunsgspitze gekommen.

    Die Fraktion des Ex-Weltmeisters habe McLaren daraufhin eine Liste mit Bedingungen für eine Rückkehr zugesandt. Unter anderem fordere Alonso das Recht auf eine unabhängige Rennstrategie gegenüber Teamkollege Hamilton. Dennoch ist es selbst für die AS unwahrscheinlich, dass Alonso zu den Silberpfeilen zurückkehrt, solange Ron Dennis dort das Zepter in der Hand hält.

    Vertragsangebot an Alonso: McLaren dementiert

    Vertragsangebot an Alonso: McLaren dementiert

    McLaren Mercedes hat Gerüchte in den spanischen Medien, wonach das Team an einer Rückkehr von Fernando Alonso interessiert ist, zurückgewiesen. "McLaren weiß nichts von irgendwelchen Diskussionen mit Fernando oder seinem Management", ließ der Rennstall heute verlauten. Die AS hatte berichtet, dass McLaren dem 26-jährigen auf Druck der spanischen Sponsoren einen neuen Einjahresvertrag angeboten habe. Daraufhin habe das Lager von Alonso eine Liste mit Bedingungen geschickt, die das Team zu erfüllen hätte. Unter anderem fordere der Exweltmeister das Recht auf eine unabhängige Rennstrategie gegenüber Teamkollege Hamilton. McLaren hat bisher noch keinen Nachfolger von Alonso verpflichtet. Auch der Spanier hat sich noch keinem anderem Team für die neue Saison angeschlossen.

    Alonso bei Ferrari: Kein Problem für Kimi

    Alonso bei Ferrari: Kein Problem für Kimi

    Senna/Prost, Alonso/Hamilton - zwei gleich starke Fahrer sorgen meistens für Zoff. Mit Alonso als Teamkollegen hätte Kimi Räikkönen trotzdem kein Problem.

    Die Cockpitsuche von Fernando Alonso für das kommende Jahr gestaltet sich deshalb so schwer, weil der Spanier 2009 unbedingt für Ferrari fahren möchte. Sogar einen Vorvertrag soll Alonso schon bei der Scuderia unterschrieben haben. Allerdings ist weder Renault, noch ein anderes der interessierten Teams bereit, dem Ex-Weltmeister einen Einjahresvertrag zu geben...

    So besagt es zumindest eines der hartnäckigeren Gerüchte dieses an Spekulationen reichen Winters. Sollte es sich bewahrheiten, wäre das für Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen kein Problem. "Das wird weder mein Leben noch meinen Fahrstil ändern", sagte Alonsos Nachfolger auf dem Weltmeister-Thron gewohnt unaufgeregt zum Corriere dello Sport.

    Einem Duell der Champions im gleichen Stall wäre der Finne jedenfalls nicht abgeneigt, auch wenn er nicht so richtig daran glauben mag. "Es wäre interessant mit dem gleichen Auto gegeneinander zu fahren. Ich weiß nicht, wann das passieren wird, vielleicht nie", sagte Räikkönen. Sein Vertrag mit Ferrari läuft bis 2009, Teamkollege Massa hat hingegen kürzlich bis 2010 verlängert. So gibt es sogar einige Stimmen, die sagen, dass der Weltmeister nach der kommenden Saison gegen Alonso ausgetauscht werden soll.

    Freiwillig würde der 27-jährige allerdings sehr ungern gehen. "Ich weiß nicht, ob das mein letzter Vertrag wird, aber ich hoffe, dass dies mein letztes Team ist", bekräftigte er. Räikkönen fühlt sich offensichtlich wohl bei der Scuderia, wo man dem Finnen abseits der Strecke seinen Freiraum lässt. Bei McLaren war dies nicht so. Dies sei letztlich auch der Grund für seinen Abgang bei den Briten gewesen. "Ich war in einer Situation, die ich nicht sehr gemocht habe", so Räikkönen. "Es war eher eine Frage meines Verhaltens und was ich in meiner Freizeit tun möchte. Aber ich war in diesem Punkt immer deutlich: Ich will auch mein Leben leben."

    Auch wenn Alonsos Probleme mit McLaren im abgelaufenen Jahr etwas anders geartet waren, kann sich der Iceman gut in die Lage seines Kontrahenten hineinversetzen. Wenn er in Alonsos Situation gewesen wäre, hätte er sich "wahrscheinlich noch schlechter" gefühlt, glaubt er. "Zu jedem anderem Team, in dem ich gewesen bin, habe ich ein gutes Verhältnis gehabt." Die Kombination Räikkönen/Alonso - sie könnte passen, solange sie nicht bei McLaren zustande kommt.

    McLaren Mercedes: Hattrick auf der Anklagebank

    McLaren Mercedes: Hattrick auf der Anklagebank

    Zum dritten Mal in einem Jahr muss McLaren wegen Spionageangelegenheiten vor dem Weltmotorsportrat erscheinen.


    Der Wirbel um die Spionageaffäre zwischen Renault und McLaren ließ kurz vor der Zusammenkunft des Weltmotorsportrates (WMSC) etwas anderes in den Hintergrund rücken: Nicht nur Renault sitzt heute auf der Anklagebank des FIA-Rates, auch McLaren muss sich nochmals wegen Spionage verantworten. Trotz der Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar und des Abzugs aller Konstrukteurspunkte der vergangenen Saison wird McLaren vom Spionagefall um Nigel Stepney und Mike Coughlan nochmals eingeholt. Als der WMSC im September das Urteil gegen die Silberpfeile verkündete, behielt er sich das Recht vor, weitere Sanktionen folgen zu lassen, sollte sich herausstellen, dass geistiges Eigentum von Ferrari in die Entwicklung des McLaren-Boliden für 2008 geflossen ist.

    So wird heute nicht nur über die Schuld von Renault entschieden, auch die Entwürfe für den MP4-23 stehen in dieser Woche auf dem Prüfstand. Anfang November stellte ein Team von unabhängigen Experten die McLaren-Fabrik auf den Kopf, um sicherzustellen, dass die geheimen Ferrari-Daten im Besitz des ehemaligen McLaren-Chefdesigners Mike Coughlan nicht für die Entwicklung des neuen Autos benutzt wurden. Dabei wurden die Computer in der Zentrale sowie Designaufzeichnungen untersucht und mehrere Kisten mit Daten zur weiteren Überprüfung beschlagnahmt.

    Sollte der WMSC anhand der Untersuchungsergebnisse heute zu dem Schluss kommen, dass der neue Silberpfeil illegal ist, könnte McLaren mit Minuspunkten in die Saison gehen. Das deutete FIA-Präsident Max Mosley gegenüber der BBC. Allerdings glaubt Mosley, dass es trotz gründlicher Untersuchungen schwierig wird, dem Team etwas nachzuweisen, da man maximal Ferrari-Ideen im Konzept des McLaren Boliden finde werde, jedoch kaum ein komplett von der Scuderia entwickeltes Teil. "Es wird nicht einfach etwas zu finden. Doch auf der anderen Seite werden wir auf Quellen zurückgreifen, die uns die größtmöglichen Chancen ermöglichen, etwas zu finden", sagte Mosley.

    Auch Formel 1-Boss Bernie Ecclestone will eine Strafe nicht ausschließen, wie er kürzlich in einem Interview mitteilte. Allerdings hoffe auch er auf einen Freispruch. Damit wäre zumindest für McLaren die Spionageaffäre endgültig abgeschlossen.

    Renault bleibt straffrei: Schuldig, aber keine Strafe

    Renault bleibt straffrei: Schuldig, aber keine Strafe

    Die FIA hat entschieden: Renault ist schuldig, Datenmaterial von McLaren besessen zu haben, wird aber nicht dafür bestraft.


    Unverständnis bei McLaren Mercedes, Jubel bei Renault: die Franzosen wurden am Donnerstag nicht wegen ihrer Vergehen in der zweiten Spionageaffäre bestraft. Der Ex-McLaren-Mitarbeiter Phil Mackereth hatte diverse Informationen von McLaren zu Renault mitgebracht und dort ins System eingespeist. Renault scheint den World Motor Sport Council jedoch davon überzeugt zu haben, dass diese Informationen nicht für den Bau des R27 verwendet wurden - etwas, dass McLaren im eigenen Spionagefall nicht gelang.

    Sie wurden in dieser Saison mit der Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar sowie der Streichung aller Konstrukteurspunkte bestraft. Zudem droht ihnen am Freitag weiteres Übel, sollte die FIA am 2008er Boliden Ähnlichkeiten zum Ferrari festgestellt haben. Allerdings wurde McLaren erst bei der zweiten WMSC-Anhörung bestraft, nachdem E-Mail-Wechsel zwischen Mike Coughlan und Nigel Stepney aufgetaucht waren. Bei der ersten Anhörung war McLaren zwar schuldig befunden, aber dennoch nicht bestraft worden - genauso wie nun Renault.

    "Der World Council stellte fest, dass Renault F1 den Artikel 151c des International Sporting Code gebrochen hat, sprach aber keine Strafe aus", teilte die FIA in einer kurzen Pressemitteilung mit. Der Artikel 151c besagt: "Jedes arglistige oder betrügerische Vergehen gegen den Wettbewerb oder die Interessen des Motorsports kann bestraft werden." Die genaue Urteilsbegründung sowie ein Transkript der Sitzung werden vom Weltverband noch nachgereicht.

    "Ich möchte Renault, unserem Hauptsponsor ING und allen unseren Partnern für ihre Unterstützung in dieser schwierigen Zeit danken", teilte Flavio Briatore in einem Pressestatement mit. "Ich möchte auch dem Team Tribut zollen, das die Situation mit Anstand und Würde über die Bühne gebracht hat. Wir sind zufrieden, dass wir uns nun auf unsere Vorbereitungen für die Saison 2008 konzentrieren können."

    Mosley und Ecclestone: Straffreiheit für Renault ist gerecht

    Mosley und Ecclestone: Straffreiheit für Renault ist gerecht

    Renault ist in seiner Spionageaffäre überraschend mit einem blauen Auge davon gekommen. Ein gerechtes Urteil, finden Max Mosley und Bernie Ecclestone.


    Das Urteil ist gefällt, doch die Begründung lässt noch auf sich warten. So ist es wenig überraschend, dass Renaults Freispruch zweiter Klasse (schuldig, aber keine Strafe) in der Spioangeaffäre um den Ex-Renault- und McLaren-Ingenieur Phil Mackereth kontrovers diskutiert wird. Vor allem die britischen Medien klagen die FIA an mit zweierlei Maß zu messen. Im September wurde McLaren für ein ähnliches Vergehen zu der Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar und dem Ausschluss aus der Konstrukteurswertung für 2007 verurteilt. Vor diesem Hintergrund kam die Verschonung von Renault überraschend.

    Andererseits kam damals auch McLaren in einem ersten Verfahren mit einem blauen Auge davon. Erst als in Form eines ominösen Emailverkehrs der Fahrer Fernando Alonso und Pedro de la Rosa neue Beweise auftauchten, zeigte der Weltmotorsportrat (WMSC) keine Gnade mehr. So verteidigten die beiden mächtigsten Männer des Motorsports das Urteil nach der Verkündung. "Wir sind immer fair", meinte Formel 1-Boss Bernie Ecclestone gestern in Monaco. FIA-Präsident Max Mosley sagte: "Keine Entscheidung ist einfach. Aber mit dieser Entscheidung bin ich absolut einverstanden."

    Auch McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh, der gestern vor dem Weltmotorsportrat den britischen Rennstall vertrat, wollte sich mit Kommentaren zum Urteil zurückhalten, solange keine Begründung vorliege. McLaren verzichtete sogar bisher auf das Versenden einer offiziellen Pressemitteilung. Immerhin betonte Whitmarsh, dass man während der Sitzung des WMSC nicht auf eine harte Bestrafung von Renault gedrängt habe. "Wir wünschen keinem Konkurrenten die selbe Strafe, die gegen uns verhängt wurde", sagte er zum Guardian. In der ersten Spionageaffäre hatte Ferrari in der Rolle des Geschädigten mit aller Vehemenz auf härteste Sanktionen gegen McLaren gepocht.

    Und dieser Spionagefall holt das britisch-deutsche Team wieder ein. Heute muss McLaren noch einmal auf die Anklagebank. Der Motorsportrat überprüft, ob in die Entwicklung des Silberpfeils für 2008 geistiges Eigentum von Ferrari geflossen ist. Sollte McLaren abermals schuldig gesprochen werden, müsste das Team aller Voraussicht nach mit Minuspunkten in die kommende Saison starten. Mit der heutigen Entscheidung sollte das Kapitel Spionage in der Formel 1 jedoch abgeschlossen sein - zumindest vorerst.

    Blaues Auge für Renault: Alonso vor der Rückkehr

    Blaues Auge für Renault: Alonso vor der Rückkehr

    Nach der Nichtbestrafung von Renault in der Spionageaffäre steht laut spanischen Medien Alonsos Rückkehr kurz bevor. Ein Tausch mit Kovalainen bahnt sich an.


    Mit dem Urteil des Weltmotorsportrates verknüpft sich gleichzeitig die Hoffnung, dass auch das Fahrerkarussell nach einer langen Saison endlich zum Stehen kommt. Nachdem klar ist, dass Renault in der Spionageaffäre 2.0 mit einem blauen Auge davon kommt, haben sich die Chancen auf eine schnelle Einigung mit Fernando Alonso erhöht. Die spanische Zeitung AS berichtet gar, dass die Bestätigung eines Deals des Ex-Weltmeisters mit Renault unmittelbar bevorsteht.

    Demnach soll spätestens am Montag verkündet werden, dass der Spanier einen Zweijahresvertrag bei den Franzosen unterschreibt, mit der Option, die Equipe bei mangelndem Erfolg schon nach einem Jahr wieder zu verlassen. So bestünde für Alonso weiterhin die Opion 2009 zu Ferrari zu wechseln. Um das zu verhindern wollte sich Renault-Chef Carlos Ghosn ursprünglich nur auf einen Dreijahresvertrag einlassen. Alonso wollte sich hingegen nur für ein Jahr binden.

    Alonsos Verdienst soll angeblich bei über 20 Millionen Euro jährlich liegen. So sei der Deal laut AS nur durch die Hilfe des mexikanischen Investors Carlos Slim zustande gekommen. Der Multimillionär habe seine Finanzspritze allerdings nur unter der Bedingung getätigt, dass Nelsinho Piquet neuer Teamkollege des Doppelweltmeisters wird. Heikki Kovalainen müsste sich nach nur einem Jahr ein neues Cockpit suchen.

    Sorgen, dass er nach einer starken Rookie-Saison 2008 auf der Straße stehen könnte, hat Kovalainen dennoch nicht, wie er gegenüber Autosport betonte. "Ich habe eine weitere sehr konkurrenzfähige Option", sagte der Finne. Damit kann eigentlich nur McLaren gemeint sein, die Alonsos Platz immer noch nicht besetzt haben. Für einen Wechsel von Kovalainen zu McLaren spricht, dass Martin Whitmarsh andeutete, dass man erst über den zweiten Fahrer entscheiden wolle, sobald klar ist, wo Alonso fährt. "Wir werden sehen, welches Bild sich dann ergibt", sagte Whitmarsh ebenfalls zu Autosport.

    Allerdings pries er auch die Vorzüge einer internen Lösung - also der Beförderung von einem der Testfahrer, Pedro de la Rosa oder Gary Paffett, zum Stampiloten. "Es gibt nicht viele Fahrer, die sagen können, dass sie besser sind als diese beiden und es ist uns bewusst, dass es uns Stabilität bringt, wenn wir Fahrer einsetzen, die schon zum Team gehören", sagte er.

    Die FIA-Urteilsbegründung: Kein Einfluss auf das Auto

    Die FIA-Urteilsbegründung: Kein Einfluss auf das Auto

    Renault ist einer Bestrafung entgangen. In der Urteilsbegründung verriet die FIA wieso.


    "Der World Motor Sport Council befindet Renault in Bruch des Artikels 151c des Internationalen Sporting Codes, spricht aber keine Strafe aus, da es keine Beweise gibt, dass die Weltmeisterschaft beeinflusst wurde." So lautete das dritte Spionageurteil des Jahres 2007 - zuvor war McLaren Mercedes schon zweimal vor dem WMSC gestanden, einmal kam man wie Renault mit einem Rüffel davon, einmal gab es einen heftigen Schlag mit der Rute.

    Was ist passiert?

    Die zweite Spionagegeschichte des Jahres begann am 7. September, als Renault McLaren und die FIA darüber informierte, dass der ehemalige McLaren-Mitarbeiter und neue Mechanical Design Engineer von Renault, Philip Mackereth, bei seinem Arbeitsbeginn McLaren-Informationen mitbrachte. Dabei stellte der WMSC fest, dass Mackereth neben vertraulichen Informationen von McLaren, auch Informationen mitnahm, die nicht im Besitz von McLaren waren sowie einige persönliche Informationen. Mackereth kopierte 33 Dateien auf 11 Disketten und nahm diese mit zu sich nach Hause. Darauf enthalten waren 18 Zeichnungen. Zudem mailte er sich selbst eine Datei namens "peak2.tif", die er später umbenannte und die aus einem speziell gesicherten McLaren-System stammte, welches eigentlich keine Kopien zulassen sollte. Des Weiteren nahm Mackereth zwei Papierzeichnungen eines Massedämpfers und eines so genannten J-Dämpfers mit.

    Bei seinem Arbeitsbeginn bei Renault ließ Mackereth die Daten von der IT-Abteilung in sein persönliches Verzeichnis laden, wo nur er darauf Zugriff hatte. Laut Renault waren das 207 Seiten Material, von denen 108 McLaren-Informationen enthielten. Insgesamt sollen 111 der 762 Seiten Material, die Mackereth von McLaren mitnahm, auch McLaren-Informationen enthalten haben. "Mackereth nahm eine große Menge an Informationen mit", heißt es in der Urteilsbegründung des WMSC. "Aber die Beweise zeigen, dass nur vier Zeichnungen einem anderen Mitarbeiter von Renault gezeigt wurden." McLaren habe darauf hingewiesen, dass andere Dokumente möglicherweise auch diskutiert wurden, konnte dafür jedoch keine Beweise vorlegen.

    Was wurde damit gemacht?

    Die vier Zeichnungen waren eine Schematik des Benzinsystems von McLaren, das Getriebelayout und die beiden genannten Dämpfer, deren Zeichnungen Mackereth in Printform mitnahm. Bezüglich des Benzinsystems gesteht Renault, dass mindestens zwei Renault-Ingenieure die Zeichnung gesehen haben, nämlich Chefdesigner Tim Densham und Designingenieur Gordon Hardie. "Die Beweise zeigen, dass von der Zeichnung eine Fotokopie durch Mr. Hardie angefertigt wurde, aber es gibt keine eindeutigen Beweise, dass sie weiter verwendet wurde. Er bestreitet das", so die Urteilsbegründung. Hardie soll die Kopie auf einem Papierstapel gehortet haben, bis sie Mackereth im September zurückhaben wollte, um sie zu zerstören.

    Renault betonte, dass die Schematik für sie nicht von Interesse gewesen sei, weil das McLaren Benzinsystem gänzlich anders funktioniere als jenes von Renault. McLaren hingegen betonte, dass das Benzinsystem "in höchstem Maße innovativ und einzigartig" sei, was für jedes andere F1-Team von Nutzem wäre. Die Technikabteilung der FIA urteilte: "Es scheint keine Ähnlichkeiten zwischen dem McLaren-Design und den Renault Benzinsystemen seit 2006 zu geben." Demnach sah der WMSC es als nicht erwiesen an, dass die Schematik die Entwicklung des Renault F1-Autos beeinflusst habe.

    Mackereth zeigte Densham und dem Chef der Getriebeabteilung eine Zeichnung des McLaren-Getriebes. Auch hier wurde eine Kopie in einem Papierstapel von Densham aufbewahrt. Densham betonte, er habe sich die Zeichnung nur aus "akademischem Interesse" angesehen, weil die Getriebe für 2007 und 2008 zu diesem Zeitpunkt bereits designt gewesen wären und eine andere Philosophie verfolgen. McLaren wiederum betonte, dass die Zeichnung das innovative "seamless shift" Getriebe darstelle und für jedes F1-Team von Interesse sei. Die FIA-Techniker kam zu dem Schluss: "Es gibt keine Beweise dafür, dass die McLaren-Informationen das Design des Renault-Betriebes für 2007 und 2008 beeinflusst hat." Die einzige fundamentale Veränderung am Renault-Getriebe seit 2006 war das "quickshift"-Getriebe, welches aber schon getestet wurde, als Mackereth zum Team hinzukam. Demnach sei es höchst unwahrscheinlich, dass er Einfluss darauf gehabt habe.

    Kurz nach seinem Arbeitsbeginn bei Renault zeigte Mackereth einigen Renault-Kollegen die beiden Printzeichnungen, die er von einem Massedämpfer und einem so genannten J-Dämpfer bei sich zu Hause aufbewahrte. Während der Massedämpfer ohnehin schon verboten war, untersuchte Renault die Zeichnung des J-Dämpfers, um möglicherweise bei der FIA dagegen vorzugehen. Der WMSC geht davon aus, dass Renault nicht vorhatte, das System zu kopieren, sondern nur ein mögliches Verbot erwirken wollte. Die Anfrage bei der FIA wurde jedoch abgelehnt. Zwar bestätigte der Weltverband, dass ein System, wie es Renault beschrieb, nicht erlaubt sei, doch funktionierte der McLaren J-Dämpfer anders, als Renault es aus den Zeichnungen vermutete. "Die Zeichnung verriet Renault nicht genug über das McLaren-System, um die Weltmeisterschaft zu beeinflussen, da Renault selbst danach noch glaubte, dass McLaren ein anderes System verwendete." Alle am Renault eingesetzten Dämpfer erwiesen sich als legal.

    Wie es zum Urteil kam

    Nach der Beweisaufnahme kam der WMSC zu dem Schluss, dass Renault den Artikel 151c gebrochen hat. Das gestand Renault ein. Mackereth habe eine große Menge an Informationen von McLaren mitgenommen, "aber Renault scheint nie im Besitz eines Großteils dieser Informationen gewesen zu sein." Der WMSC verstehe die Besorgnis von McLaren, dass ein Ex-Mitarbeiter so viele Informationen mitgenommen hat, doch würde man sich in diesem Fall nur darauf konzentrieren, wie viel davon Renault beeinflusst haben könnte. Von den vier von Renault-Mitarbeitern gesehenen Zeichnungen waren laut dem WMSC drei für Renault nutzlos. Die vierte Zeichnung, der J-Dämpfer, wurde von Renault falsch interpretiert. Zudem seien alle Informationen beim Arbeitgeberwechsel mitgenommen worden, nicht wie bei der McLaren/Ferrari-Affäre "live" über einen längeren Zeitraum ausgetauscht worden. "Nach seinem Wechsel hatte Mackereth keinen Kontakt mehr zu McLaren und gibt es keine Beweise dafür, dass Renault ihn dazu ermutigt hätte, vertrauliche Informationen von McLaren mitzubringen."

    Zwar hielt es der WMSC für fragwürdig, dass eine Vielzahl an Renault-Mitarbeitern mit den Dokumenten in Kontakt gekommen war, aber erst viel später darauf reagiert wurde, doch hielt man Renault zugute, dass sie im Laufe der Ermittlungen die Untersuchungen offen und transparent unterstützt haben. "Der WMSC betont zusätzlich, dass Renault voll mit der Technischen Abteilung der FIA zusammengearbeitet hat." Dies führte dazu, dass Renault zwar schuldig gesprochen, aber nicht bestraft wurde. Allerdings schränkte der WMSC wie bei der ersten McLaren-Verhandlung ein: "Sollten neue Informationen bekannt werden, welche die Entscheidung des WMSC in Frage stellen, kann der Fall von der FIA neu eröffnet werden."

    Keine Ruhe für McLaren: Warten bis zum Februar

    Keine Ruhe für McLaren: Warten bis zum Februar

    Der World Motor Sport Council ist im Stress. Gestern entschied er über eine Bestrafung von Renault - und sah davon ab. Zudem wurden einige Rennkalender und F1-Reglementänderungen beschlossen. Heute ging es um McLaren. Hatten die Ferrari-Informationen, für die McLaren bereits einen hohen Preis zahlen musste, Einfluss auf das 2008er Auto? Wenn ja, droht dem Team eine weitere Strafe, möglicherweise ein Punktabzug für 2008.

    Wie sich der WMSC entschieden hat, erfährt McLaren erst vier Wochen vor dem Beginn der neuen F1-Saison 2008. Bislang haben nur die FIA-Offiziellen den MP4-23 in der McLaren-Fabrik unter die Lupe genommen, Dokumente und Zeichnungen durchforstet. Der WMSC glaubt jedoch, dass auch McLaren, Ferrari und alle anderen Teams im Untersuchungsreport Stellung beziehen sollen. Dafür wurde ein neues Meeting für den 14. Februar angesetzt. Es ist also immer noch nicht ganz vorbei. "Wir hätten dieses leidige Kapitel gerne heute beendet", sagte Max Mosley der auto, motor und sport, "aber es gibt einen Report der Untersuchungskommission, der eine zweite Anhörung nötig macht. Glauben Sie mir: Wenn wir 26 Leute aus der ganzen Welt einfliegen lassen, dann haben wir gute Gründe dafür.

    Mosley zum Renault-Urteil:

    Mosley zum Renault-Urteil: Bei McLaren bestand Tatverdacht

    Renault entging einer Strafe - vorerst. Jetzt sprach Max Mosley über die Unterschiede zur McLaren-Affäre.


    McLaren und Renault, zwei ehemalige Weltmeisterteams, zwei Teams mit Spionen in ihren Reihen. McLaren wurde zu einer 100 Millionen Dollarstrafe und der Aberkennung aller WM-Punkte verurteilt, Renault wurde schuldig gesprochen, aber nicht bestraft. Die versammelte F1-Welt fragt sich: Wieso? "Wir haben im Fall von Renault genauso entschieden wie bei McLaren in der ersten Weltratssitzung am 26. Juli. Das Team hat Paragraf 151c verletzt, es gibt aber keine Beweise, dass die Informationen, die der frühere McLaren-Ingenieur Phil Mackereth mit zu Renault brachte, die Weltmeisterschaft in irgendeiner Weise beeinflusst haben", antwortete FIA-Präsident Max Mosley im Interview mit der auto, motor und sport. Genau das hatte der World Council auch in seiner Urteilsbegründung geschrieben.

    McLaren sei bestraft worden, weil sie behauptet hatten, dass die Information ausschließlich zu Mike Coughlan geflossen seien. Später stellte sich jedoch heraus, dass mehr Leute von McLaren involviert waren, dass SMS und E-Mails ausgetauscht wurden. "Komischerweise immer mit einer Häufung kurz vor einem Grand Prix", fügte Mosley hinzu. "Renault hat von Anfang an zugegeben, dass die Informationen in einem größeren Kreis unter den Ingenieuren diskutiert wurden." Zudem seien die vier Zeichnungen, die Renault besaß, nicht benutzt respektive irrelevant gewesen. "McLaren wurde nicht deshalb bestraft, weil Coughlan ein 780 Seiten starkes Dokument von Ferrari in seinen Händen hatte. Wir haben sie bestraft, weil der dringende Verdacht besteht, dass sie versucht haben, bestimmte Informationen daraus zu ihrem Vorteil zu nutzen." Noch immer bleibt es aber bei einem Verdacht.

    Weitere Unterschiede sieht Mosley bei der Menge der vorhandenen Informationen. So habe Phil Mackereth nur 11 Disketten zu Renault mitgebracht, während Mike Coughlan zwei CD's besaß und weitere Informationen auf elektronischem Wege einholte. Auch die Gespräche der Renault-Ingenieure und jene zwischen Coughlan und Pedro de la Rosa unterscheidet Mosley. "Die Dinge, über die da diskutiert wurden hatten keinerlei Relevanz für das diesjährige Auto und können so auch nicht die WM beeinflusst haben." Coughlan habe mit de la Rosa hingegen über Rennstrategien gesprochen.

    Als neue F1-Seuche sieht Mosley die Spionage aber nicht. Wenn man nicht eingegriffen hätte, wäre sie das seiner Meinung nach vielleicht geworden. "Jeder weiß jetzt, dass wir einschreiten, wenn wir das Gefühl haben, ein Datentransfer beeinflusst die Weltmeisterschaft. Wir haben bei McLaren und Renault absolut gleiches Maß angelegt."

    Nun also doch Renault

    Nun also doch Renault: Alonso angeblich wieder in der alten Heimat

    Das Spionageverfahren gegen Renault ist abgehakt und in Spanien will man nun wissen, dass Fernando Alonso einen Vertrag bei Renault unterzeichnet hat.


    Es wurde erwartet, dass sich bei Fernando Alonso etwas tun würde, wenn bekannt ist, wie es Renault in seinem Spionageverfahren ergeht. Das Team kam ohne Strafe davon und die spanischen Medien wollen nun wissen, dass Alonso wieder zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückkommt. So berichtet die Zeitung El Mundo, dass der Spanier und Renault sich einig geworden sind und die neue Zusammenarbeit demnächst bekannt gegeben werden soll. Als zweiter Fahrer soll Nelson Piquet Jr. im kommenden Jahr im Auto sitzen.

    Doch das Blatt will nicht nur diese Rahmenfakten wissen, sondern den Vertrag von Alonso auch besser kennen. So soll er durch seine Unterschrift zum bestbezahlten Fahrer in der Formel 1 werden und geschätzte 50 Millionen Dollar pro Jahr verdienen. Zudem soll er nur sehr wenige Sponsorenverpflichtungen wahrnehmen müssen, eine Ausstiegsklausel aus dem Vertrag und eindeutigen Nummer-1-Status haben. Das dürfte dem Piquet-Clan weniger gefallen, der darauf bestanden hatte, dass sich Nelsinho hinter niemandem zurückzuhalten habe.

    "Renault hat das Rennen gewonnen", schrieb El Mundo und bezog sich damit auf die Konkurrenten, die angeblich von Red Bull und Toyota kamen. "Alonso wird zu dem Team zurückkommen, wo er seinen Ruhm geholt hat", hieß es weiter. Währenddessen berichtet die Zeitung El Pais, dass Ron Dennis noch darauf wartet, für wen sich Alonso entscheidet, um dann selbst entscheiden zu können, wer im kommenden Jahr den zweiten McLaren steuern wird. Im spekulativen Rennen sind Pedro de la Rosa, Heikki Kovalainen und Adrian Sutil.

    Hamilton mag Sportpolitik nicht

    Hamilton mag Sportpolitik nicht: Leider wird man rein gezogen

    Ein Geschäft wie die Formel 1 zieht immer auch viele politische Komponenten mit sich. Hersteller, Sponsoren und auch Fahrerkollegen haben ihre eigenen Pläne und die müssen nicht unbedingt mit denen anderer zusammenpassen. Lewis Hamilton gefällt das nicht besonders, auch wenn er versteht, dass es Teil des Spiels ist. "Es war eine unglaubliche Achterbahnfahrt und ich bin froh und stolz, dass ich Teil davon war. Aber was die Politik betrifft, so war es frustrierend. Ich bin nur ein Rennfahrer", sagte er bei der Verleihung zur BBC Sportpersönlichkeit des Jahres, bei der er hinter Boxer Joe Calzaghe Platz zwei belegte.

    Wie Hamilton betonte, liebt er die Strecken und auch das Fahren, nur die Politik interessiert ihn eben nicht so. "Aber leider wird man rein gezogen. Das ist Teil des Spiels und man muss so gut wie möglich damit umgehen. Hoffentlich haben wir es nächstes Jahr ruhiger und mehr Spaß", meinte er. Über die abgelaufene Saison sei er nicht frustriert, auch wenn er im letzten Rennen noch den Titel aus der Hand gab, erklärte er weiter. "Ich bin recht zufrieden, in meinem ersten Jahr Zweiter zu sein. Ich muss weiter hart arbeiten, bin noch in einer frühen Phase meiner Karriere und fühle mich zuversichtlich und optimistisch", sagte Hamilton. Die kommende Saison könne er nun kaum erwarten und rechne sich - wie einige Andere - Chancen auf die Weltmeisterschaft aus. "Es wird aber sicher ein hartes Jahr. Ich kann nicht sagen, dass ich den Titel im nächsten Jahr gewinnen werde, aber ich habe die Fähigkeit dazu und glaube, dass es möglich ist, wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort ist, hart arbeitet und entschlossen ist."

    Alonso und Briatore heizen Titelkampf an

    Alonso und Briatore heizen Titelkampf an

    Noch hat die Formel 1 Pause, aber die jüngste Personalie in der Motorsport-"Königsklasse" sorgt für Aufsehen: Nach seiner Rückkehr zu Renault ist der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso finanziell in der Liga eines Michael Schumacher angekommen und will sportlich zum großen Schlag ausholen. "Wir haben unsere technische Struktur verstärkt, das Budget um 30 Mill. Euro vergrößert und Alonso engagiert, um 2008 wieder Rennen zu gewinnen", heizte Teamchef Flavio Briatore in der Gazzetta dello Sport den Titelkampf an.

    "Alonso ist die Nummer eins"

    Der 57 Jahre alte Italiener setzte sogar noch einen drauf: "Alonso ist die Nummer eins, gemeinsam mit Michael Schumacher auf einer Stufe. Er macht sogar noch weniger Fehler als Michael. Als wir getrennt waren, hat keiner von uns gewonnen." Man hoffe, nun die alten Erfolge wiederholen zu können. 2005 und 2006 wurde Alonso Weltmeister mit Renault, ehe er zu Mclaren-Mercedes abwanderte.

    In einer Hinsicht ist der Asturier aus Oviedo bereits jetzt schon top: Mit dem kolportierten Jahresgehalt von rund 30 Mill. Euro katapultierte sich Alonso auf die Pole Position vor dem aktuellen Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) und erreicht nahezu Schumachers Niveau bei Ferrari (35 Mill. Euro), bis dieser Ende 2006 seine Karriere beendete.

    Nach Alonsos Heimkehr zu den Franzosen sitzen die drei Topfahrer der abgelaufenen Saison nun in unterschiedlichen Autos. Der Spanier will als unangefochtene Nummer eins bei Renault seinem Erzrivalen Lewis Hamilton (Großbritannien) und Weltmeister Räikkönen wieder den Rang ablaufen.

    Ob Alonso die in der vergangenen Saison auf Platz vier abgerutschten Franzosen wieder zurück an die Spitze bringen kann, ist allerdings fraglich. Der 26-Jährige, der sich bei den Silberpfeilen von Mclaren-Chef Ron Dennis nicht ausreichend gewürdigt sah und nach nur einem Jahr die Flucht zurück zu seinem Ziehvater Briatore antrat, gibt sich bezüglich des Renault-Potenzials naturgemäß zuversichtlich: "Ich bin mir sicher, dass sie ein schnelles und konkurrenzfähiges Auto bauen können und 2008 wieder an der Spitze sind."

    Im Kampf der Giganten wollen die deutschen Spitzenkräfte Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Nico Rosberg (Wiesbaden) zum Zünglein an der Waage werden. Wie Heidfeld, der bei BMW-Sauber die halbe Sekunde Rückstand auf Rot und Silber mindestens zur Hälfte wettmachen soll, hat sich auch Rosberg nach seiner Vertragsverlängerung bis 2010 bei Williams viel vorgenommen.

    Noch nicht besetzt ist in den Spitzenteams noch das Cockpit im von Alonso verlassenen zweiten Silberpfeil. Als heißeste Kandidaten für den Platz neben Hamilton gelten der spanische Testpilot Pedro de la Rosa und der Finne Heikki Kovalainen, der bei Renault weichen musste. "Die Würfel sind noch nicht gefallen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug der Bild-Zeitung. Kovalainen gilt angeblich auch als möglicher Ersatz für Jarno Trulli bei Toyota, obwohl die Japaner mit dem Italiener einen Vertrag bis 2009 haben. Ganz sicher sitzt dort aber Timo Glock aus Wersau 2008 am Steuer, genauso wie der Heppenheimer Sebastian Vettel bei Toro Rosso.

    Fisichella sucht neues Cockpit

    Da bei Renault neben Alonso der 21 Jahre alte Brasilianer Nelson Pique junior, Sohn des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet, vom Test- und Ersatzfahrer zum zweiten Stammpiloten aufgestiegen ist, muss sich auch Giancarlo Fisichella um einen neuen Platz bemühen.

    Der Italiener hofft neben dem fünften deutschen Stammfahrer, Adrian Sutil aus Gräfelfing, im Spyker-Nachfolgeteam Force India unterzukommen, für das er in der vergangenen Woche im spanischen Jerez überzeugende Testfahrten absolvierte. Für das Sutil-Team gilt aber der Österreicher Christian Klien als erste Wahl. Auch Ralf Schumacher (Kerpen) hatte in Jerez für Force India getestet, dürfte nach Lage der Dinge aber aus der Königsklasse aussteigen.

    Mclaren-Mercedes und Force India sind nach derzeitigem Stand die einzigen beiden Teams, die offiziell noch ein Cockpit zur Verfügung haben. Neben Toyota wird aber auch bei Super-Aguri noch über die Besetzung spekuliert. Der Brite Anthony Davidson ist noch nicht für 2008 als Fahrer bestätigt.

    McLaren wird kleinlaut: Entschuldigung an alle

    McLaren wird kleinlaut: Entschuldigung an alle

    McLaren entschuldigt sich für Fehler in der Spionageaffäre und drängt auf ein schnelles Ende - ohne weitere Strafen.


    Eine Meinung war bei McLaren Mercedes während sämtlichen Spionagewirbels immer eindeutig: man habe nichts falsch gemacht, die Ferrari-Informationen seien nicht im eigenen Team verwendet worden. Nachdem Renault für das gleiche Vergehen unbestraft blieb, gab es in der Formel 1-Welt einiges Stirnrunzeln. Einer der Gründe dafür, dass Renault nicht bestraft wurde, war laut der Urteilsbegründung des FIA World Motor Sport Council, dass Renault von Anfang an eng mit der FIA zusammenarbeitete und alle Informationen mit der FIA und dem Spionageopfer McLaren teilte. Sogar eine Durchsuchung der Computer sei gestattet worden.

    McLaren scheint sich daran nun ein Beispiel zu nehmen, um weiteren Schaden vom Team abzuwenden. Denn noch ist der erste Spionagefall nicht beendet. Mitte Februar soll es eine neuerliche Anhörung des WMSC geben, in deren Verlauf darüber entschieden werden soll, ob Ferrari-Daten in die Entwicklung des 2008er Boliden eingeflossen sind und ob das Team eine weitere Strafe zu befürchten hat. Dann könnte McLaren ein Punktabzug für 2008 drohen. Dass die FIA-Untersuchung des MP4-23 anscheinend irgendetwas zu Tage gefördert hat, machten die Aussagen von Max Mosley deutlich.

    "Es gibt einen Report der Untersuchungskommission, der eine zweite Anhörung nötig macht", sagte Mosley der auto, motor und sport. "Glauben Sie mir: Wenn wir 26 Leute aus der ganzen Welt einfliegen lassen, dann haben wir gute Gründe dafür. McLaren wurde über unsere Zweifel früh informiert. Sie haben genügend Zeit zu reagieren, sollte sich der Zweifel bestätigen."

    In einem Brief an Mosley und alle Mitglieder des WMSC entschuldigte sich McLaren am 5. Dezember offiziell für ein Fehlverhalten in der Spionageaffäre. Durch die Untersuchungen der FIA sei zu Tage gefördert worden, dass die Ferrari-Informationen weiter innerhalb des Teams verbreitet gewesen sind, als man selbst angenommen hatte. "McLaren bedauert es sehr, dass unsere eigenen Untersuchungen das Material nicht früher bemerkt haben", heißt es in einem Presseschreiben des Teams, dem der Entschuldigungsbrief angefügt wurde. "McLaren hat bemerkt, dass die gesamte Situation hätte vermieden werden können, wenn man Ferrari und die FIA sofort informiert hätte, als die Kommunikation mit Nigel Stepney erstmals bekannt wurde. Wir sind natürlich beschämt und haben uns dafür beim FIA World Motor Sport Council entschuldigt." Die Tatsache, dass man dies nicht schon früher bemerkte, entschuldigte das Team mit dem Stress und Druck während des hektischen Saisonverlaufs.

    Um die kleinste Möglichkeit zu unterbinden, dass Ferrari-Daten in die Entwicklung des 2008er McLaren einfließen, wird man die Entwicklung von drei unabhängigen Systemen unterlassen. Man betonte jedoch ausdrücklich, dass keine Hinweise darauf gefunden wurden, dass die Ferrari-Informationen im 2007er oder 2008er McLaren verwendet wurden. Zudem habe man strengere Regeln für die Einstellung von Mitarbeitern aufgestellt. "McLaren möchte sich öffentlich bei der FIA, Ferrari und der gesamten Formel 1-Gemeinde und den Formel 1-Fans entschuldigen und versichern, dass nun Mechanismen in Kraft treten, die eine Wiederholung verhindern." McLaren habe sich auch dazu bereit erklärt, die Kosten der FIA für die Untersuchung zu übernehmen. "McLaren möchte jetzt diese Dinge hinter sich lassen und sich auf die Saison 2008 konzentrieren." Deshalb drängt McLaren auf ein schnelles Ende der Untersuchung und angesichts der harten Strafe und deren Auswirkungen auf das Team auf keine weiteren Sanktionen.

    Auch Ferrari zieht Schlussstrich: Entschuldigung akzeptiert

    Auch Ferrari zieht Schlussstrich: Entschuldigung akzeptiert

    Zum ersten Mal gestand McLaren am Donnerstag öffentlich ein, dass die Ferrari-Informationen, die man von Nigel Stepney erhalten hatte, weitere Kreise innerhalb des Teams gezogen hatten. Der von der FIA veröffentlichte Untersuchungsbericht bestätigte zudem, dass im McLaren MP4-23 für die Saison 2008 Systeme gefunden wurden, denen diese Informationen zugrunde liegen könnten. Angesichts der Entschuldigung und des Schuldeingeständnisses von McLaren, bat die FIA die Mitglieder des World Motor Sport Councils die geplante neuerliche Anhörung Mitte Februar 2008 abzusagen und den Spionagefall damit endlich ruhen zu lassen. Eine Entscheidung der WMSC-Mitglieder steht noch aus.

    Ferrari hat die Entschuldigung des Rivalen akzeptiert und stimmte dem FIA-Vorschlag zu, das außerordentliche Meeting des WMSC abzusagen und somit den Fall zu beenden. Die juristischen Schritte in England und Italien werde man jedoch fortführen.

    Der Untersuchungsbericht: Was die FIA am McLaren beanstandet

    Der Untersuchungsbericht: Was die FIA am McLaren beanstandete

    Nach der Entschuldigung seitens McLaren machte die FIA ihren Untersuchungsbericht des 2008er McLaren-Boliden publik.


    Im Rahmen der Spionageaffären von McLaren und Renault wurde mit Seitenzahlen nur so umeinander geschmissen. Der technische Report der FIA umfasst "nur" 21 Seiten, doch in denen führt der Weltverband auf, welche Ferrari-Informationen unter Umständen in den 2008er McLaren-Boliden respektive dessen Systeme eingeflossen sein könnten.

    Zunächst merkten die Kontrolleure der FIA an, dass entgegen der McLaren-Aussagen aus den beiden WMSC-Anhörungen am 26. Juli und 13. September vertrauliche Ferrari-Informationen ihren Weg zu mehreren McLaren-Ingenieuren gefunden haben - über den entlassenen Chefdesigner Mike Coughlan. Für die Kontrolleure steht fest, dass auch die Chefingenieure des Teams scheinbar darüber Bescheid wussten, dass Ferrari-Informationen über einen Maulwurf ihren Weg zu McLaren gefunden hatten und darauf vorbereitet wurden, dem Team bei der Entwicklung für 2007 und 2008 Vorteile zu verschaffen.

    Die Untersuchungen ergaben auch, dass Coughlan, wie vom WMSC in der zweiten Anhörung vermutet, eine größere Rolle beim Design spielte, als McLaren zunächst angegeben hatte. Er habe unter anderem eine führende Rolle bei der Entwicklung der Bremsstrategie für 2007 und 2008 gespielt. Genau darüber erhielt er detaillierte Informationen von Stepney. "Dadurch stellt sich die Frage, warum McLaren zunächst versuchte, seine Rolle und seinen Anteil herunterzuspielen", heißt es in den Schlussfolgerungen der Kontrolleure.

    Aus Gründen der Vertraulichkeit nennt der Bericht in der veröffentlichten Fassung nicht die genauen Bereiche und Systeme, bei denen die FIA-Techniker einen Einfluss auf den 2008er McLaren vermuten. Insgesamt nennt die FIA in ihrem Bericht drei Bereiche, die von den Ferrari-Informationen zumindest inspiriert sein sollen. Ob die Verlängerung des Radstandes am MP4-23 durch den längeren Radstand des F2007 beeinflusst wurde, konnten die FIA-Techniker nicht genau nachweisen. Die Abschließende Anmerkung des Berichts lautet: "Die vorangegangen Untersuchungen seitens McLaren scheinen nicht sehr gründlich gewesen zu sein."

    Genau dafür entschuldigte sich das Team in einem Brief an Max Mosley und die WMSC-Mitglieder unter dem Deckmantel des großen Drucks und Stresses während der vergangenen Saison. Angesichts des Untersuchungsberichts erscheinen die Aussagen von Max Mosley und die Einberufung eines weiteren WMSC-Meetings in einem anderen Licht. Da McLaren die beanstandeten Systeme und Bereiche nicht weiter verwenden möchte, könnte der McLaren-Bitte um eine Absage der neuen Anhörung stattgegeben und damit ein Ende der Spionageaffäre in Sicht sein. Ferrari stimmte dem Ansinnen bereits zu.

    McLaren und die Finnen: Heißer Flirt mit Kovalainen

    McLaren und die Finnen: Heißer Flirt mit Kovalainen

    Heikki Kovalainen wird in den letzten Tagen immer häufiger mit dem vakanten McLaren Cockpit neben Megastar Hamilton in Verbindung gebracht.

    Damit würde sich McLaren komplett auf die Youngster Schiene begeben und das Lineup mit zwei jungen Fahrern komplettieren, die beide in ihre erst zweite Formel 1 Saison gehen.

    Kovalainen hatte schon in diesem Jahr den vorgewärmten Sitz von Fernando Alonso übernommen und könnte nun auch in der anstehenden Saison auf den Spuren des Spaniers bleiben. Nachdem der ungewöhnlich extrovertierte Finne sein Cockpit bei Renault für Piquet Junior räumen musste, gab er an, zwei Optionen in der Formel 1 zu haben.

    Martin Whitmarsh scheint sich nicht groß, um eine Gegendarstellung zu bemühen: "Ich denke Heikki ist ein sehr interessanter Fahrer", so der McLaren CEO gegenüber dem Guardian. Whitmarsh möchte sich jedoch noch nicht festlegen, betonte aber, dass die Entscheidung nur mehr zwischen zwei Piloten stehe und diese innerhalb einer Woche bekanntgegeben werde. Als zweiter Kandidat wurde zuletzt Testfahrer Pedro de la Rosa gehandelt.

    McLaren bestätigt Kovalainen: Die Silberpfeile sind besetzt

    McLaren bestätigt Kovalainen: Die Silberpfeile sind besetzt

    Und der zweite McLaren-Pilot für 2008 heißt: Heikki Kovalainen.

    Es war keine Überraschung, dass Fernando Alonso zurück in die Zukunft floh und für 2008 bei seinem Ex-Team Renault anheuerte. Genauso wenig überraschend ist die Verpflichtung von Heikki Kovalainen als Alonsos Nachfolger an der Seite von Lewis Hamilton. Wie zu Beginn dieses Jahres startet Kovalainen damit als Nachfolger des Doppelweltmeisters in die neue Saison - diesmal bei McLaren Mercedes. Pedro de la Rosa und Gary Paffett bleiben dem Team als Testfahrer erhalten. Beide hatten sich Hoffnungen auf eine Beförderung zum Stammfahrer gemacht.

    "Wir hatten etliche Optionen und wollten sicherstellen, dass wir die beste Fahrerpaarung haben - mit Lewis und Heikki haben wir eine formidable Lösung gefunden", freute sich Martin Whitmarsh. Kovalainen habe in seiner Debütsaison bei Renault einen starken Eindruck hinterlassen. Nach seinem missglückten Auftakt in Australien konnte sich der wortgewandte Finne immer weiter steigern und seinem Ruf als GP2-Vizemeister gerecht werden. "Ich bin zuversichtlich, dass beide sich gegenseitig antreiben und gut zusammenarbeiten werden", so Whitmarsh.

    Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ist mit seinem neuen Fahrergespann ebenfalls zufrieden. "Heikkis beeindruckendste Leistung war der zweite Platz beim Japan GP in Fuji", lobte er. "Er ist nicht nur schnell, er ist auch konstant." Kovalainen kam bei allen Rennen außer dem Saisonfinale in Brasilien ins Ziel. "Lewis und Heikki werden das jüngste Fahrergespann des Starterfeldes sein, aber ich bin davon überzeugt, dass beide sehr stark sein werden."

    Kovalainen freut sich auf die neue Herausforderung. "Bislang haben mich die Entschlossenheit und der Siegeswille des Teams weggeblasen", so Heikki. "Als Finne ist es eine Ehre in die Fußstapfen von Mika [Häkkinen] und Kimi [Räikkönen] zu treten." Beide finnischen Weltmeisters gewannen Rennen für McLaren. Auch Lewis Hamilton freut sich auf seinen neuen Teamkollegen. "Wir werden zusammen alles dafür geben, dass wir um den Titel kämpfen können", sagte der Brite. "Mein erstes Jahr war fantastisch, hoffentlich kann Heikki sein erstes Jahr mit dem Team genauso genießen wie ich meines." Das neue Arbeitsgerät der beiden Fahrer soll in der zweiten Januar-Woche sein Testdebüt in Jerez geben. Eine Präsentation ist seitens des Teams nicht geplant.

    Heikki Kovalainen: In den Fußstapfen der Champions

    Heikki Kovalainen: In den Fußstapfen der Champions

    Fernando Alonso, Mika Häkkinen, Kimi Räikkönen - Heikki Kovalainen wandelt bei McLaren auf ihren Fährten.

    Was ist das für ein Gefühl, ein McLaren Fahrer zu sein?
    Heikki Kovalainen: Das ist fantastisch! Das Team war wegen Mika und Kimi schon immer sehr populär in Finnland. In meiner Jugend war McLaren Mercedes bereits sehr bekannt, insbesondere nachdem Mika zweimal Weltmeister geworden war. Ich bin sehr glücklich, ein Mitglied dieses Teams zu sein. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

    Wann haben die Gespräche zwischen Dir und McLaren Mercedes über ein Engagement begonnen?
    Heikki Kovalainen: Nachdem mich Renault über die Fahrerpläne informiert hatte, haben mein Manager und ich damit begonnen, die Optionen in der Formel 1 auszuloten. Es ist klar, dass Vodafone McLaren Mercedes eine unglaublich attraktive Chance darstellte. So haben wir also angefangen, miteinander zu reden - und da bin ich nun! Ich freue mich, dass alles so gut geklappt hat.

    Du wirst Teamgefährte von Lewis Hamilton sein - wie gut kennst Du Lewis?
    Heikki Kovalainen: Ich kenne Lewis nicht sehr gut, habe aber im Laufe des Jahres 2007 ein paar Mal die Gelegenheit gehabt, mit ihm zu sprechen. Nach allem, was ich von ihm gehört und gesehen habe, ist er ein netter Kerl.

    Lewis ist schon seit vielen Jahren im Team und hat folglich eine enge Bindung an das Team und seine Leitung. Machst du Dir Sorgen, dass es deshalb schwierig für Dich sein könnte, sich im Team einzuleben?
    Heikki Kovalainen: Überhaupt nicht. Es ist an mir, Beziehungen zu dem Team und den Menschen in meinem Umfeld aufzubauen. Ich weiß, dass sich alle darüber freuen, dass ich zum Team stoße, und deshalb glaube ich nicht, dass es irgendwelche Probleme geben wird. Eines ist mir bereits aufgefallen, und das ist die hochprofessionelle und engagierte Art, mit der das Team arbeitet. Ich weiß, dass sie hart arbeiten werden, um mir die besten Chancen zu geben. Nach der Saison 2007 kann es aus meiner Sicht auch keinen Zweifel mehr daran geben, dass das Team seine Fahrer absolut gleich behandelt - und das gefällt mir.

    Wann hast Du das McLaren Technology Centre zum ersten Mal besucht, und was war Dein erster Eindruck?
    Heikki Kovalainen: Bei meinem ersten Besuch im McLaren Technology Centre hat es mich schier umgehauen. Ich hatte Fotos und Filme gesehen, war aber nicht auf einen derart überwältigenden Eindruck vorbereitet. Damit geht's los, und dann schaut man sich um und beginnt, die Atmosphäre aufzunehmen. Ich habe das McLaren Technology Centre erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal besucht.

    Für McLaren Mercedes war 2007 außerhalb der Strecke ein hartes Jahr - beunruhigt Dich das als Fahrer, und hat das Deine Entscheidung irgendwie beeinflusst?
    Heikki Kovalainen: Ich werde angestellt, um das Auto zu fahren. Für politische Dinge interessiere ich mich überhaupt nicht. Klar, 2007 ist viel passiert, aber darauf möchte ich nicht näher eingehen. Ich freue mich einfach nur auf Erfolg und Spaß mit dem Team.

    Ohne Zweifel hat die Partnerschaft zwischen Fernando Alonso, Deinem früheren Teamgefährten bei Renault, und McLaren Mercedes nicht funktioniert - macht Dir das Sorgen?
    Heikki Kovalainen: Nicht im Geringsten. Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, was mit Fernando und dem Team schief gelaufen ist, und es interessiert mich auch nicht wirklich. Ich kann nur Eines sagen, nämlich wie begeistert und glücklich ich über die Chance bin, die sich mir bietet.

    Glaubst Du, dass du 2008 die Weltmeisterschaft gewinnen kannst?
    Heikki Kovalainen: Jeder Fahrer, der zu einem Rennen und zu einer Weltmeisterschaft antritt, muss glauben, dass er gewinnen kann, und natürlich tue ich das auch. Es ist aber noch ein weiter Weg, und im Moment freue ich mich darauf, mich mit dem neuen Auto und dem Team vertraut zu machen.

    Nach der Entschuldigung: Dennis denkt nicht an Rücktritt

    Nach der Entschuldigung: Dennis denkt nicht an Rücktritt

    Die Entschuldigung von McLaren bei der FIA, dass die Informationen von Ferrari innerhalb des Teams doch weitere Kreise gezogen hatten, als zunächst eingeräumt, hatten einige zum Anlass genommen, Ron Dennis bereits in den Rücktritt zu spekulieren. Doch der McLaren-Teamchef denkt in keinster Weise darüber nach, seinen Platz zu räumen. "Ich werde nicht aufhören. Das ist hundertprozentig. Ich weiß, es gibt da draußen Leute, die wollen, dass ich zurücktrete, aber das werde ich nicht. Ich denke nicht, dass es im besten Interesse des Teams wäre", erklärte er laut News of the World.

    Eines dürfte die öffentliche Entschuldigung aber gebracht haben: Max Mosley hat den World Motor Sport Council gebeten, die geplante Anhörung bezüglich des McLaren für 2008 abzusagen. Diese hätte im Februar stattfinden sollen. Ob Mosleys Wunsch gefolgt wird, soll sich in dieser Woche entscheiden.