Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    Neues zu Mosley: Kritik und Unterstützung

    Neues zu Mosley: Kritik und Unterstützung

    Während Jackie Stewart den späten Termin der Generalversammlung kritisiert, kommt aus den Emiraten ein Unterstützer für Max Mosley.

    Angesichts des relativ weit entfernten Datums für die FIA Generalversammlung zum Thema Mosley, war es abzusehen, dass bald Kritik für den Termin am 3. Juni aufkommen würde. Als Erster hat sich Jackie Stewart geäußert: "Für die Reputation des Sports ist das viel zu weit weg, unrealistisch. Das bedeutet, bis sie ausgetragen wird, wird es destabilisierende Einflüsse auf die Reputation der FIA und ihre angeschlossenen Verbände geben", erklärte der Schotte gegenüber PA Sport. Damit wollte er nicht nur die Formel 1, sondern auch alle Motorsport-Verbände und -Organisationen einschließen.

    Und Stewart sieht bereits jetzt einen großen Schaden für die FIA. "Wenn man hört, dass die Amerikaner, die Deutschen, die Niederländer, die Israelis zusammen mit BMW, Mercedes, Honda und Toyota sich äußern, dann ist es schwer zu erkennen, wie die Reputation der FIA aufrecht erhalten werden kann", betonte Stewart. Deswegen musste er auch Mosley kritisieren, weil er noch nicht zurückgetreten ist, sondern einmal seine Leute um Vergebung bitten will. "Das ist schon an sich ungewöhnlich. Er ist gegenüber den Tatsachen sehr blind, in die er da involviert war."

    Doch es gibt nicht nur Kritik an Mosley. Mohammed ben Sulayem, der Präsident des Auto und Touring Clubs der Vereinigten Arabischen Emirate, will den FIA-Präsidenten nicht verurteilen. "Ich denke, es [das Video] wurde aus den falschen Gründen verwendet. Er hat sicher nicht das Gesetz gebrochen. Das ist etwas, das dort erlaubt ist. Ich unterstütze ihn voll. Wenn jemand diese Sache aus den falschen Gründen benutzen will, dann ist das nicht akzeptabel. Gott hat uns das tolle Geschenk gegeben, nicht zu vergessen. Wie schnell können wir vergessen, was dieser Mann für den Motorsport getan hat?", fragte sich ben Sulayem. Seiner Meinung nach hat Mosley nichts getan, dass die FIA geschwächt hat. "Wir als Mitglieder der FIA haben ihn gewählt. Ich bin nicht schüchtern, ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken."

    Fahrer wollen Safety Car Regeln ändern

    Fahrer wollen Safety Car Regeln ändern: Die Chance zum Tanken

    Die Fahrer wollen nicht länger für leere Tanks bei Safety Cars bestraft werden. Um auch die Sicherheit nicht zu vernachlässigen, ist ein Kompromiss angedacht.

    Die Fahrer in der Formel 1 wollen mit Renndirektor Charlie Whiting über eine Änderung der Safety Car Regeln sprechen. Grund ist die Schließung der Boxengasse wenn das Safety Car auf die Strecke geht. Dadurch haben einige Fahrer bereits bessere Positionen verloren, so wie beispielsweise Heikki Kovalainen in Melbourne, als er seinen letzten Boxenstopp aufgrund eines Unfalls mit anschließender Safety Car Phase nach hinten verschieben musste. Wie unsere Kollegen von Autosport erfahren haben, wird deswegen eine Änderung angestrebt.

    Bei dieser Änderung haben die Fahrer durchaus auch die Sicherheit im Auge, denn sobald die Boxengasse offen ist, schießen manche Fahrer plötzlich Richtung Box oder entscheiden sich im umgekehrten Fall bei einer plötzlichen Schließung der Boxengasse, mit einem Haken auf die Strecke zurückzukehren. Vor allem in Hinblick auf die Rennen in Monaco und Kanada sind die Bedenken nun groß - wegen der Sicherheit und wegen der Möglichkeit, ein gutes Ergebnis zu verlieren.

    Mark Webber, Direktor bei der Fahrervereinigung GPDA, sagte, dass in Barcelona mit Whiting über die Sache gesprochen wird. "Er hat sich auch schon damit auseinandergesetzt. Was in Melbourne passiert ist, ist immer noch schwer zu verstehen. Es ist auch schwer für die FIA Stewards, keine Fehler zu machen - mit den Ampeln in der Boxengasse und dem ganzen Zeug", meinte Webber. Eine völlige Aufhebung der Safety Car Vorschriften wäre aber auch nicht durchsetzbar, denn dann würde es wieder die Situation geben, dass die Autos zu Beginn einer Safety Car Phase an die Box rasen, um den Stopp zu absolvieren. Damit wäre die Sicherheit wieder infrage gestellt.

    Ein Vorschlag wäre, dass es eine Sicherheitszone rund um den Unfallort gibt, in der langsam gefahren werden muss. Für Webber scheint jedenfalls klar, dass es ohne Änderung nicht geht. "Es lässt alles ein wenig amateurhaft aussehen - und man bekommt Durchfahrtsstrafen, wenn einem das Benzin ausgeht. Heikki fuhr ein gutes Rennen in Melbourne und wurde dafür genagelt", sagte der Australier. Wie er weiter betonte, würden die Fahrer gerne wieder nahe an das alte System von vor 2004 kommen, doch Whiting sei deswegen ein wenig nervös, da im Fall der Fälle dann doch viele Autos im Feld schnell an die Box kämen.

    Deswegen kam die Idee mit der Sicherheitszone. "Solange das Safety Car draußen ist, müssen wir nur sicherstellen, dass unsere Geschwindigkeit am Unfallort vorbei genau eingehalten wird. Wir können nicht schneller um den Unfall fahren als wir es normalerweise tun, also ist das schon in Ordnung - es sollte genug Sicherheit für diesen Bereich geben. Wir müssen nur aufpassen, wo der Unfall und die gelben Flaggen sind. Danach ist die Strecke sicher genug für uns, um Gas zu geben. Das geht also", erklärte Webber.

    Ein Abu Dhabi-Datum deutet sich an: Oktober soll es werden

    Ein Abu Dhabi-Datum deutet sich an: Oktober soll es werden

    In Abu Dhabi wird nach wie vor mit Hochdruck an der neuen Strecke gearbeitet. Der Renntermin soll im Oktober sein.

    Wenn die Formel 1 im kommenden Jahr erstmals in Abu Dhabi für einen Grand Prix Station macht, dann soll das im Oktober sein. So will es zumindest das Magazin Autosport erfahren haben. Ob das Rennen auch das Saisonfinale sein wird, ist noch nicht bekannt.

    Die Arbeiten an der Strecke laufen währenddessen auf vollen Touren. Philippe Gurdjian, der sich öfter um Formel 1-Projekte kümmert, ist bei den Bauarbeiten auf Yas Island zugegen, um sicherzustellen, dass alles zeitgerecht abgeschlossen ist. In der Vergangenheit war Gurdjian am Umbau von Le Castellet zur Teststrecke beteiligt und sorgte dafür, dass in Bahrain 2004 alles rechtzeitig fertig war.

    Wie das Magazin weiter berichtete, soll die Rennstrecke eine permanente werden, womit die Pläne zur teilweisen Nutzung der Straßen am Hafen anscheinend verworfen wurden. Für das Design der Strecke ist Hermann Tilke verantwortlich und Bernie Ecclestone hat bei der Präsentation im Vorjahr gemeint, dass sie nur das Beste in der F1-Welt zu bieten haben wird. Diese Meinung wird Marketing-Spezialist wohl auch durch das neue Layout nicht ablegen.
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    Indy und Kapstadt: Offen und vor dem Aus

    Indy und Kapstadt: Offen und vor dem Aus

    Während Indianapolis weiter offen für eine Rückkehr der Formel 1 ist, scheint es in Kapstadt Probleme für das geplante Großprojekt zu geben.

    In Indianapolis gehen die Bemühungen weiter, die Formel 1 möglicherweise bald wieder in die USA zurückkehren könnte. Tony George hatte zuletzt angedeutet, dass es mit der passenden Sponsoren-Unterstützung eine Chance gebe, Bernie Ecclestone von einer Rückkehr zu überzeugen. Streckenpräsident Joie Chitwood hat nun klargestellt, dass auch der Umbau der Formel 1-Strecke für das MotoGP-Rennen in diesem Jahr dem nicht im Wege stehen würde.

    "Wir wollten keine Änderungen machen, die uns in Zukunft daran hindern würden, die Formel 1 zu beherbergen", erklärte Chitwood in einer Pressekonferenz. Damit stellte er klar, dass auch weiterhin jederzeit auf dem Formel 1-Layout des Kurses gefahren werden kann. Und er betonte auch, dass die Formel 1 immer willkommen ist. "Ich weiß, dass Tony es gesagt habe, ich habe es auch gesagt: 'Die Tür ist offen.' Wir denken, es ist eine phänomenale Rennserie und wir glauben, sie sollte in Amerika sein. Vielleicht kann sie eines Tages wieder zurückkommen."

    Während in Nordamerika also an der Rückkehr der Königsklasse des Motorsports gearbeitet wird, scheint es in Südafrika ein paar Probleme zu geben. Dort wollen ein paar private Investoren die Formel 1 mit einer Strecke nahe des Flughafens von Kapstadt wieder ins Land holen. Simon Grindrod, der Vorsitzende der Parteienkonferenz von Kapstadt, meinte aber, dass der Premierminister der Provinz Westkap, Ebrahim Rasool, nicht genügend Unterstützung bereitgestellt habe.

    So seien die Investoren wegen der offensichtlichen Opposition gegen das Projekt innerhalb der Provinz besorgt, wie er gegenüber der Cape Bussiness News feststellte. Prinzipiell ginge es nur darum, dass von der Regierung das nötige Land zur Verfügung gestellt wird. "Ein einfaches Ja oder Nein von der Provinz würde ausreichen. Die Investoren können dann alternative Pläne machen", sagte Grindrod. Da das aber nicht passiert, stünden die Investoren nun kurz davor, ihr millionenschweres Projekt woanders zu verwirklichen, mahnte er.

    Verwandlungen

    Verwandlungen

    Im Cockpit sitzend sehen die Piloten aus wie gewohnt. Doch unter den Helmen hat sich Einiges getan...

    Die Formel 1 ist in Bewegung. Während Ferrari in der ersten Saison der Post-Todt-Ära in Windeseile vom Tal der Tränen in den blauen Himmel der Doppelsiege aufsteigt, fällt ein noch in Melbourne zu Tränen gerührter McLaren-Teamchef Ron Dennis von letzterem ins erstere. BMW Sauber präsentiert sich unerwartet schon in diesem Jahr als das Salz in der WM-Suppe. Doch insbesondere die Fahrer sorgen für Verwunderung. Selbst in Zeiten immer häufiger wechselnder und immer verwechselbarer Helmdesigns bleiben die Formel-1-Piloten zwar meist ihrem Image treu. Doch mit Beginn der Saison 2008 hat sich Einiges getan...

    Da wäre zum Beispiel Lewis Hamilton. Mit neun Podestplätzen in Folge schien der Brite in seiner Debütsaison mehrere Evolutionsstufen eines Formel-1-Piloten übersprungen zu haben. Nach dem Rücktritt des in England stets verhassten Michael Schumacher sah insbesondere britische Boulevardpresse einen Nachfolger auf dem Formel-1-Olymp. Erst das WM-Finale in Brasilien warf erste Fragen auf: Hält Hamilton erhöhtem Druck nicht stand? Ist er gar nur ein Mensch? Nach zwei kapitalen Fehlern in Bahrain und nur einem Podestplatz in den letzten fünf Rennen spricht Niki Lauda aus, was in der schnelllebigen F1-Welt viele denken: Hamilton fasziniert mich nicht mehr...

    Ob man dem 22-jährigen mit diesem schnellen Sinneswandel gerecht wird, ist zu bezweifeln. Doch auch mit Blick auf Hamiltons Kollegen sind einige Imagewandel zu verzeichnen. So könnte Hamilton ausgerechnet bei Fernando Alonso Trost finden. Der zweifache Weltmeister wird nach vollmundigen Ankündigungen, aber nicht nur durchweg weltmeisterlichen Leistungen im Renault als entzaubert betrachtet. Ein zurzeit noch schwächelnder Renault-Neuling Nelson Piquet jr. sichert zwar die teaminterne Vorherrschaft ab. Doch Alonso fühlt sich in seiner Rolle als Entwicklungshelfer bei den abgestürzten Franzosen sichtlich unwohl - und scheint insgeheim selbst unsicher, ob er die (Wieder-)Aufbauleistung eines Michael Schumacher bei Ferrari aufbringen kann und will.

    Auch Robert Kubica hat sich gewandelt: Immer wieder hatte der BMW-Pilot 2007 mit dem Schicksal eines Teamkollegen Nick Heidfeld gehadert, der stets das glücklichere Händchen zu haben schien. Spätestens seit dem Friendly Fire auf dem Nürburgring hatten sich die beiden nichts mehr zu sagen. Nun, da Kubica zum ersten Mal seit Ungarn 2006 auf dem Podest steht, wendet sich das Blatt: Gerüchte um allzu niedrige Benzinmengen als Ursache für die verdächtig guten Qualifying-Leistungen des Polen haben sich verflüchtigt - Kubica ist in der Spitzengruppe der Formel 1 angekommen. Ob eines übermächtigen Nick Heidfeld muss sich der Krakauer nicht mehr griesgrämig zeigen. Doch auch der routinierte Deutsche hat mit Beginn der Saison nicht nur auf Grund der nun sparsameren Gesichtsbehaarung weiter deutlich an Profil gewonnen - Siegerqualitäten möchte ihm niemand mehr absprechen.

    Auch für die Finnen geht es in dieser Saison weiterhin steil nach oben. Rhetorikpreise wird Kimi Räikkönen zwar auch in diesem Jahr nicht gewinnen. So beantwortet er Fragen nach neuen Tattoos wie eh und je mit alten, einsilbigen Antworten. Doch den Ruf des Pechvogels, der ihn bei McLaren-Mercedes nicht zu Unrecht ereilt hatte, hat der 28-Jährige erfolgreich abgestreift. Er legt die Konstanz an den Tag, die ihm in der Vergangenheit oft unverschuldet verwehrt blieb - und kann sich so etwas häufiger ein Lächeln abringen als einst gewohnt. Der für finnische Verhältnisse geradezu vor Temperament strotzende Heikki Kovalainen mutiert angekommen bei McLaren-Mercedes zum Toppiloten. Der einst glücklose Renault-Debütant muss sich vor Lewis Hamilton bislang nicht verstecken.

    In Reihen der Spitzenpiloten - oder derer, die sich als solche betrachten - ist sich lediglich Felipe Massa treu geblieben. Wie eh und je findet sich der Brasilianer im Kiesbett wieder, um ein Rennen später wieder nach den Sternen zu greifen. Wir erinnern uns: Schon in seinem Debütjahr 2002 hatte Massa seinen damaligen Teamchef Peter Sauber wahlweise mit unnötigen Fahrfehlern zur Verzweiflung getrieben oder ihn mit lupenreinen Vorstellungen ganz im Stile seines direkten Vorgängers bei Sauber-Petronas, Kimi Räikkönen, begeistert. Was folgte, war ein zwangsverordnetes Lehrjahr als Ferrari-Testpilot - und eine Sauber-Saison 2004, in der sich verglichen mit 2002 nur wenig geändert hatte...

    Vier Jahre und zwei Ferrari-Saisons später scheint der bubenhafte Massa weder optisch gealtert noch fahrerisch gereift. Ob der Cockpittausch mit einem Ferrari-Testpiloten dazu führen würde, die brillante Bahrain-Performance endlich dauerhaft zu konservieren? Es darf bezweifelt werden. Auch wenn durchaus mit Spannung erwartet werden könnte, ob aus den einst im Minardi-Cockpit eher blassen Marc Gené oder Luca Badoer im F1-Jahr der Verwandlungen Siegertypen werden könnten...

    4. Spanien GP / Circuit de Catalunya

    4. Spanien GP / Circuit de Catalunya

    Spanien: Das Rennen auf der Paradeteststrecke
    Auch wenn die Formel 1 den Kurs bei Barcelona seit vielen Jahren gerne und oft für Testfahrten nutzt: Die profunde Streckenkenntnis hilft den einzelnen Teams auf dem anspruchsvollen "Circuit de Catalunya" nur bedingt. Mit seiner Mixtur aus langsamen und schnellen Kurven stellt das 4,730 Kilometer lange Asphaltband spezielle Ansprüche an Setup und Reifenwahl. Stets mögliche Temperaturschwankungen sowie der durch heftige Böen aus unterschiedlichen Richtungen auf die Strecke wehende Sand verändern das Grip-Niveau des groben und sehr verschleißfördernden Asphalts beinahe minütlich.

    Und da Abtrieb und aerodynamische Effizienz in der heutigen Formel 1 als entscheidender Erfolgsfaktor gelten, wird auch klar, warum dieser Kurs die beliebteste Teststrecke ist. Was ein Auto taugt, zeigt sich hier meist nach dem ersten Herausfahren aus der Box.

    Trotzdem erntet der Kurs nicht nur positive Kritiken, da vor allem Überholmanöver bei den alljährlichen Prozessionsfahrten auf der spanischen Strecke mit der längsten Geraden des aktuellen Kalenders Mangelware sind.

    Dabei haben es insbesondere die lang gezogenen Kurven des Kurses mit ihren extrem hohen Fliehkräften sowie Geschwindigkeiten in sich, was in 'La Caixa' oder 'Renault' leicht zu Flüchtigkeitsfehlern führen kann. Zudem stellt der Asphalt des katalanischen Kurses große Anforderungen an die Pneus, wobei durch die Streckenführung besonders der linke Vorderreifen stark beansprucht wird.
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    Vorschau: Grand Prix von Spanien 2008

    Vorschau: Grand Prix von Spanien 2008

    Der Grand Prix von Spanien am nächsten Wochenende in Barcelona ist der vierte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008 und das erste WM-Rennen der Saison in Europa. Die Formel-1-WM gastiert zum 40. Mal in Spanien. Bisher wurden 17 Grand Prix auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona ausgetragen, neun in Jarama bei Madrid, sieben in Jerez (zwei davon als Grand Prix von Europa), vier auf dem Montjuich in Barcelona und zwei in Pedrables, ein Stadtkurs in Barcelona, der 1951 und 1954 befahren wurde. McLaren Mercedes gewann vier der letzten zehn Rennen in Barcelona. Das erste Autorennen in der Region war die “Copa Catalunya” im Jahr 1908 über 27,885 Kilometer. Der Grand Prix von Spanien wurde 1951 erstmals als WM-Lauf ausgetragen. Der Circuit de Catalunya ist seit 1991 ständiger Austragungsort des Rennens. Das Vodafone McLaren Mercedes Team fuhr vor der Saison sowie von Montag bis Donnerstag letzter Woche an insgesamt elf Tagen 6.680 Testkilometer mit dem MP4-23 in Barcelona.

    Lewis Hamilton

    Wie beurteilst du die Leistungsfähigkeit des MP4-23 auf dem Circuit de Catalunya?

    „Das ist schwer zu sagen, denn alle Teams machen kontinuierlich Fort-schritte. Die Tests im Winter liefen sehr gut und in dieser Woche arbeiteten wir viel an der Aerodynamik und an der Rennabstimmung für den spanischen Grand Prix. Wir haben ein gutes technisches Paket und das Auto liegt sehr gut auf dieser Strecke. Die neuen Teile für das nächste Rennen bewährten sich bei den Testfahrten. Aber wir sind nicht die einzigen, die weiter entwickeln. Der Circuit de Catalunya gefällt mir sehr gut. Die Rennen dort sind interessant und die Atmosphäre mit den vielen begeisterten Fans ist einfach toll.“

    Worauf kommt es auf dieser Strecke hauptsächlich an?

    „Der Circuit de Catalunya fordert Fahrer und Ingenieure gleichermaßen. Die Strecke wurde vor dem Grand Prix im letzten Jahr umgebaut, wodurch seine Charakteristik etwas verändert wurde. Die unterschied-lichen Anforderungen machen die Strecke technisch sehr interessant. Wichtig ist zunächst, in den verschiedenartigen Kurven eine gute Balance zu finden. Kurve zwei ist für das fahrerische Können wie für die Abstimmung eine Schlüsselstelle. Das Auto muss in den Hochgeschwindigkeitskurven eine sehr gute Balance und viel Abtrieb haben und in den Kurven im letzten Teil der Strecke, wo wir nach dem Umbau jetzt langsamer fahren, brauchen wir an den Kurvenausgängen viel Traktion.“

    Wie hast du die fast drei Wochen seit dem Grand Prix in Bahrain verbracht?

    „Wir nutzten die Zeit zum Arbeiten. Ich verbrachte ein paar Tage mit dem Team im McLaren Technology Centre, anschließend hatte ich paar PR-Termine und machte Fitnesstraining. In dieser Woche testete ich in Barcelona und in den Tagen bis zum Rennen werde ich weiter trainieren.“


    Heikki Kovalainen

    Warum ist der Circuit de Catalunya bei Fahrern und Teams so beliebt?

    „Neben Jerez ist dies wohl die Strecke, auf der wir am meisten testen. Auf dem Circuit de Catalunya kannst du feststellen, wie leistungsfähig dein Auto tatsächlich ist. Hier ist man nur mit einer guten Aerodynamik wirklich schnell und weil wir hier so oft fahren, können wir sie weiter entwickeln. An einigen Stellen müssen wir stark verzögern, deshalb können wir hier auch die Bremsen testen; ein paar Kurven sind gut geeignet, um die Balance des Autos zu erproben und in den engen Schikanen sehen wir, wie sich das Auto bei Richtungs-wechseln verhält. Man kann hier eine Menge verschiedener Dinge testen, und außerdem ist in Barcelona meistens schönes Wetter.“

    Wo kann man auf dieser Strecke am besten überholen?

    „Die beste Stelle ist vor Kurve eins. Ausgangs der engen Schikane und über die Start-Ziel-Gerade sollte man sich im Windschatten des vorausfahrenden Autos ansaugen und beim Bremsen überholen. Weitere Möglichkeiten, wenn auch etwas schwierigere, gibt es vor Kurve fünf und vor Kurve zehn, falls man davor die Kurve neun gut erwischt.“

    Wie hast du die fast drei Wochen seit dem Grand Prix in Bahrain verbracht?

    „Wenn mehr als ein Wochenende zwischen zwei Rennen liegt, beschäftige ich mich hauptsächlich mit Fitnesstraining. Ich machte Kraft- und Cardiotraining, und arbeitete an meiner Schnelligkeit. Außerdem verbrachte ich ein paar Tage mit den Ingenieuren in Woking.“


    Martin Whitmarsh

    Das Rennen in Barcelona gilt als Maßstab für die Leistungsfähigkeit eines Teams für die weitere Saison. Warum?

    „Mit dem Grand Prix von Spanien beginnt die Europasaison der Formel 1. Vodafone McLaren Mercedes und die anderen Teams starten hier mit weiter entwickelten Autos. Während der Überseerennen konnte an den Autos nicht viel getan werden. Jetzt aber werden wir sehen, ob wir im Vergleich mit unseren wichtigsten Konkurrenten Fortschritte erzielt haben. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Leistungsfähigkeit des MP4-23 gesteigert haben, auch wenn die Tests in dieser Woche darüber nicht viel aussagten. Wir werden erst im Rennen sehen, wo wir mit dem MP4-23 stehen.“

    Wie unterscheiden sich die Testfahrten in dieser Woche von denen vor der Saison?

    „Luft- und Asphalttemperatur waren jetzt höher als im Winter und damit ähnlich wie sie beim Rennen sein werden. Außerdem kannten wir bei den früheren Tests das Auto noch nicht so gut wie jetzt. Jetzt aber sind wir mit dem MP4-23 vertraut und mit dem umfangreichen Paket aus neuen Teilen, die wir jetzt einbauten, haben wir hoffentlich seine Leistungsfähigkeit gesteigert. Bei den Tests sind Vergleiche immer schwierig, denn die Teams fahren mit unterschiedlichen Tankfüllungen und Reifenmischungen. Zudem arbeiteten wir an der Entwicklung des Bridgestone Slick-Reifens für 2009 mit. Um dabei aussagefähige Ergebnisse zu bekommen, passten wir auch die Aerodynamik den Regeln für 2009 und wir wissen nicht, was die übrigen Teams taten. Im Gegensatz zu anderen begrenzten wir diese Entwicklungsarbeit auf einen Tag. Deshalb sind die Rundenzeiten dieser Woche kaum vergleichbar und es ist schwer zu sagen, wo wir im Vergleich mit unseren Konkurrenten stehen.“

    An welchen Bereichen des MP4-23 hat das Team bei der Vorbereitung auf das Rennen hauptsächlich gearbeitet?

    „Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag auf der Balance und der Aerodynamik. Daneben arbeiteten wir an der Aufhängung und am Chassis. Während der ersten Wochen der Saison mit drei Rennen und ohne Testfahrten fielen uns ein paar Schwachstellen auf, die wir vor der Saison nicht bemerkt hatten. Bei den Tests in dieser Woche konnten Fahrer und Ingenieure auch an der Abstimmung für das kommende Rennen arbeiten.“


    Norbert Haug

    Welche Entwicklungsmöglichkeiten bleiben nach der Homologation der Motoren für den Rest der Saison?

    „Das Motorenreglement ist bis einschließlich 2012 festgeschrieben. Nach dem Grand Prix von Malaysia wurde von jedem Hersteller ein Referenzmotor für die Homologation an die FIA zum dortigen Verbleib abgegeben. Von diesem Zeitpunkt an sind keine Veränderungen am Motor mehr möglich. Ausgenommen sind Weiterentwicklungen bei den Kraft- und Schmierstoffen sowie Verbesserungen an der Motorenperipherie. Die Motoren, die beim Grand Prix von Bahrain zum Einsatz kamen, werden auch im bevorstehenden Grand Prix von Spanien innerhalb des Zyklus von zwei Rennwochen­enden eingesetzt.“

    Welche Anforderungen stellt der Circuit de Catalunya an Autos und Motoren?

    „Die Strecke in Barcelona mit der langen Start-Ziel-Geraden und mit lang gezogenen sowie engen Kurven stellt an die aerodynamische Effizienz mit die höchsten Ansprüche von allen Rennstrecken. Auch für die Motoren ist der Kurs anspruchsvoll. Der Volllastanteil liegt bei 70 Prozent und nach der neuen Schikane vor Start und Ziel wird ca. 13 Sekunden ununterbrochen Vollgas gefahren. In Barcelona werden von allen Teams die meisten Formel-1-Tests absolviert, dadurch kennen alle Konkurrenten die Strecke sehr gut und verfügen über eine Menge von Daten.“

    Warum ist Barcelona als Teststrecke bei allen Formel-1-Teams so beliebt?

    „Es gilt die Regel, dass Fahrzeuge die hier siegfähig sind, dazu dann auch auf den meisten anderen Grand-Prix-Kursen in der Lage sind. Insbesondere die aerodynamische Effizienz eines Formel 1-Autos wird hier sehr gefordert. Deshalb konzentrieren sich viele Teams bei ihrer Testarbeit auf den Kurs von Montmelo bei Barcelona und haben dort umfangreichere Erfahrungen als auf jeder anderen Strecke des aktuellen Grand Prix Kalenders. Wir haben hier vor der Saison an sieben Testtagen weit über 1000 Runden absolviert, was mehr als 5000 Kilometern entspricht. Darüber hinaus testeten wir in der Vorwoche des Rennens von Montag bis Donnerstag noch einmal über 1.600 Kilometer auf dem Circuit de Catalunya.“

    Welchen Stellenwert haben die Kraft- und Schmierstoffe bei der Weiterentwicklung der Motoren?

    „Die Bedeutung der Schmier- und Kraftstoffe hat durch die starken Restriktionen des neuen Motorenreglements natürlich zugenommen. Die Leistungsverbesserungen, die auf diesem Gebiet erzielt werden, sind entsprechend wichtig. In Zusammenarbeit mit unserem Partner ExxonMobil konzentrieren wir uns bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer Schmierstoffe vor allem auf die Verminderung der Reibleistung und beim Kraftstoff auf die Optimierung der Verbrennung. Wie überall in der Formel 1 wird dabei der machbare Grenzbereich gesucht.“

    Qualifying: Räikkönen auf Pole

    Qualifying: Räikkönen auf Pole

    Kimi Räikkönen startet beim Spanien GP von der Pole Position. Neben ihm steht eine Überraschung: Fernando Alonso.

    Die Zeit war schon abgelaufen. Hamilton, Kovalainen, Massa - alle scheiterten sie an einer Verbesserung in ihrem letzten Qualifying-Anlauf. Dann brandete Jubel auf der riesigen Haupttribüne des Circuit de Catalunya auf: Fernando Alonso fuhr Bestzeit! Doch die Freude der spanischen Fans währte nicht lange. Ice Man Kimi Räikkönen schnappte dem Renault-Piloten die Pole Position weg.

    Mit einer Zeit von 1:21.813 Minuten setzte er sich um ein Zehntel gegen den Spanier durch. "Es ist ein gutes Gefühl, die Pole geholt zu haben", freute sich Räikkönen. "Ich komme mit dem Auto besser zurecht als bei den ersten Rennen." Noch viel erfreuter war der Überraschungsmann auf Platz 2. "Ich kann nicht unzufrieden sein", sagte Alonso. "Ich war froh, als ich über die Linie war, denn ich wusste, dass die Zeit okay war und ich in der ersten Reihe stehen würde." Das war ein gutes und schon fast vergessenes Gefühl für ihn. "Wir haben es hier nicht erwartet, vielleicht nicht mal in dieser Saison. Ich könnte kaum glücklicher sein." Die aerodynamischen Verbesserungen am Renault haben sich ausgezahlt. "Ich bin happy." Jetzt bleibt nur noch die Frage zu klären, wie leicht der Renault war.

    Felipe Massa startet hinter den beiden Weltmeistern aus der zweiten Reihe - neben Robert Kubica, der die Form von BMW Sauber bestätigte. "Es ist ein enger Wettkampf, da können die kleinsten Zeitspänchen eine Position kosten", so ein enttäuschter Massa. "Meine Runde kam zum falschen Zeitpunkt." Kubicas Teamkollege Nick Heidfeld steht nur auf Position 9. Noch einen Platz weiter hinten startet Alonsos Renault-Teamkollege Nelsinho Piquet von Platz 10. Für McLaren Mercedes waren im Qualifying nur die Startpositionen 5 für Lewis Hamilton und 6 für Heikki Kovalainen drin.

    Wie üblich schieden beide Force India im Q1 aus. Adrian Sutil war weiter hinter seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella zurück. "Positives gibt es leider nicht zu berichten", so Sutil. "Ich bin enttäuscht." Seine schnellste Zeit fuhr er mit dem ersten Reifensatz. "Mit dem zweiten hatte ich Verkehr im ersten Sektor und musste die Runde abbrechen. Beim letzten Anlauf brach mir die Bremsscheibe. Das ist sehr deprimierend. Wir hatten gute chancen, Fisichella zu schnappen. Das ärgert mich."

    Neben Sutil und Sebastian Vettel schied auch David Coulthard schon im ersten Qualifying aus. "Ich bin schockiert", sagte der Schotte. "Wir dachten, dass wir es schaffen würden. Am Morgen waren wir so gut - mit dem Option-Reifen hätten wir es sicher geschafft."

    Schumacher hielt Hof: Privatangelegenheiten und Sportsachen

    Schumacher hielt Hof: Privatangelegenheiten und Sportsachen

    Zu Gast in Barcelona sprach Michael Schumacher über aktuelle Themen: Max Mosley, die WM, 2009 und natürlich seine Motorrad-Ausflüge.

    Michael Schumacher hatte geladen und alle kamen. Groß war der Medienauflauf als der siebenfache Weltmeister am Samstag den Medien ein paar Statements gab. Wichtiges Thema dabei natürlich Max Mosley, dessen Skandal Schumacher als Privatsache abtat. "Ich kenne Max als professionellen Menschen und ich schätze ihn sehr", erklärte er und meinte weiter: "Ich habe mir immer gedacht, dass ich es nicht will, dass die Leute über mein Privatleben sprechen, also gibt es keinen Grund, über anderer Leute Leben zu reden."

    Natürlich durfte Schumacher auch über den Sport sprechen, wobei er feststellen konnte, dass die WM aufregend sei und bei seinem ersten Rennbesuch in diesem Jahr bekam er da eine gute Show geboten. "Die Abstände sind so knapp. Man kann nicht sagen, dass einer auf einem anderen Planeten unterwegs wäre. An der Spitze sehen wir einen Dreikampf", sagte er. Besonders stolz ist der siebenfache Weltmeister natürlich auf die Stärke von Ferrari, die sich auch nach seinem Weggang und einigen Änderungen in der Organisation gehalten hat.

    Schumacher machte das an einer starken Basis aus. "Wir konnten auch den Weggang von wichtigen Leuten wie Ross Brawn als Technischer Direktor kompensieren. Das war wichtig", meinte er. Und im kommenden Jahr muss das Team sich wieder beweisen, wenn man mit dem neuen Regelwerk zurecht kommen muss. Schumacher erwartet sich viel davon, da der aerodynamische Grip dem mechanischen weichen soll. "Beim Fahren macht das mehr Spaß, da sich das Auto vorhersagbarer und konstanter verhält. Und es wird einfacher, zu Überholen."

    Ein bisschen Erfahrung Richtung 2009 hat Schumacher bei den Tests vorige Woche gesammelt, auch wenn er mittlerweile aufgrund etwas zurückgeschraubten Trainings so einen Testtag nicht mehr ganz so gut wegstecken kann. "Früher bin ich 100 Runden bei den Tests gefahren und dann bin ich noch Fußballspielen gegangen. Jetzt muss man mich nach 80 Runden wegtragen", erzählte. Außerdem merke er, wie sich bei Longruns doch hin und wieder Fehler einschleichen. Das passiert ihm auch beim Motorradfahren, wobei er meinte, dass es dazugehöre, dort ab und an auf die Nase zu fallen. "Dafür gibt es ja Sicherheitsausrüstung", sagte er.

    Und um es zum cirka 534. Mal klarzustellen, er hat keine Ziele, in der MotoGP bei einem Rennen mitzufahren. "Dass ich eines Tages in der MotoGP antrete, ist völlig unrealistisch, auch wenn das einige Medien schon anders wissen wollen. Für mich wäre es absolut unmöglich, auch nur in die Nähe der Jungs zu kommen, die da vorne mitfahren. Und es käme für mich nicht infrage, ein rechtes Eckfähnchen zu spielen, wie man im Fußball sagt."

    Spanien GP: Räikkönen siegt, Unfall von Kovalainen

    Spanien GP: Räikkönen siegt, Unfall von Kovalainen

    Kimi Räikkönen dominiert in Barcelona. Heikki Kovalainen übersteht schweren Unfall.

    In Runde 22 hielt die F1-Welt mal wieder den Atem an: der McLaren Mercedes von Heikki Kovalainen fuhr in Kurve 9 nahezu ungebremst in die Reifenstapel. Der Silberpfeil bohrte sich unter die Streckenbegrenzung und erst nach Minuten des Bangens gab es Entwarnung: Kovalainen zeigte beim Abtransport von der Unfallstelle den Daumen nach oben. Ersten Meldungen zu Folge hat der Finne keine sichtbaren Verletzungen, wird aber vorsichtshalber zum Check in ein Krankenhaus nach Barcelona gebracht.

    Wie beim Qualifyingunfall von Lewis Hamilton am Nürburgring im letzten Jahr könnte die Unfallursache eine gebrochene Felge gewesen sein. "Unsere erste Vermutung ist ein Felgenbruch", sagte Norbert Haug. "Möglicherweise lag eine Berührung vor, aber da muss man vorsichtig und präzise sein, die Sache genau untersuchen."

    Sportlich war der Spanien GP eine klare Angelegenheit für Kimi Räikkönen. Schon am Start zog der Finne weg, hinter ihm überholte sein Teamkollege Felipe Massa Fernando Alonso. In Runde 19 dann die Überraschung: Massa stoppte eine Runde vor Räikkönen, was die Verärgerung des Brasilianers nach dem Qualifying erklärte. Auch beim zweiten Boxenstopp blieb Räikkönen ungefährdet vor seinem Teamkollegen und baute mit seinem zweiten Saisonsieg die WM-Führung aus.

    Die erste Schrecksekunde des Rennens erlebten die 132.600 Zuschauer schon am Ende der Einführungsrunde: Fernando Alonso wärmte seine Reifen zu stark an, riss das Lenkrad hin und her und rutschte in der letzten Kurve in die Wiese, wo er beinahe in der Mauer gelandet wäre. So verlor er nur einen Platz am Start an Felipe Massa.

    Noch mehr Action gab es kurz nach dem Start: Adrian Sutil versuchte David Coulthard überoptimistisch auf dem Kerb zu überholen, kollidierte mit dem Schotten und drehte sich in den Weg von Sebastian Vettel, dessen Auto irreparabel im Kiesbett landete. Auch das vierte Saisonrennen des Toro-Ross-Piloten war somit schon in der Anfangsphase beendet.

    "Ich konnte einige Plätze gutmachen, aber in Kurve 4 wurde es ein bisschen zu eng", schilderte Sutil den Start. "Ich habe versucht innen zu überholen, habe den Vordermann berührt und mich gedreht. Dann sind die anderen in mich reingefahren." Nach einem weiteren Ausfall war Sutil sichtlich niedergeschlagen. "Es ist sehr enttäuschend, schlimmer kann es nicht werden, nur besser."

    Das gilt auch für Vettel, der in dieser Saison noch kein Rennen beenden konnte. "Das ist schade, aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken", sagte Vettel. "Es war ein sehr hirnloses Manöver, das Adrian gestartet hat. Er hat sich gedreht, ich wollte vorbei, hätte es auch beinahe geschafft, aber dann hat mich ein Super Aguri draufgeschoben." Dem Super Aguri-Piloten gibt er keine Schuld.

    Nach einer Safety Car-Phase gab es die nächste Kollision. Diesmal versuchte Nelsinho Piquet an Sebastien Bourdais vorbeizugehen. Doch der Toro Rosso-Pilot sah den Angriff nicht, möglicherweise weil er die Außenspiegel noch auf den Seitenkästen hat. "Ich wusste gar nicht, woher er kam", klagte der Franzose. Piquet und Bourdais schieden nach der Kollision beide mit einem Aufhängungsbruch aus. Auch Anthony Davidson stellte kurz darauf seinen Super Aguri in der Box ab.

    Gar nicht so weit kam Fernando Alonso. Der Lokalheld musste seinen Renault mit Rauch und Flammen im Heck in Runde 34 am Streckenrand abstellen. Den einzigen Trost gab ihm ein Fan, der die Absperrung überwunden hatte und sein Idol umarmte. Fast gleichzeitig schmiss Rubens Barrichello seine Sturmhaube in die Ecke. Der Brasilianer zog sich bei seinem Boxenstopp einen Schaden am Frontflügel zu und musste später ganz aufgeben. Auch Nico Rosbergs Williams blieb mit einem Motorschaden liegen.

    Die nächste Kollision gab es 13 Runden vor dem Ende. Timo Glock versuchte David Coulthard zu überholen, erwischte den Schotten aber am Hinterrad. Während Glocks Frontflügel beschädigt wurde, musste Coulthard einen neuen Hinterreifen abholen. Die Rennleitung kündigte eine Untersuchung des Vorfalls nach Rennende an. Auf die Punkteränge hat das keinen Einfluss mehr: Hinter Räikkönen und Massa komplettierte Lewis Hamilton das Podium. Platz 4 ging an Robert Kubica vor Mark Webber, Jenson Button, Kazuki Nakajima und Jarno Trulli. Nick Heidfeld scheiterte als Neunter knapp an den Punkterängen. Der Mönchengladbacher musste während der Safety Car-Phase tanken und verlor durch die folgende Stop-and-Go-Strafe alle Chancen auf WM-Punkte.

    Alonso trotz Ausfalls ermutigt: Wir haben mitgekämpft

    Alonso trotz Ausfalls ermutigt: Wir haben mitgekämpft

    Trotz Ausfalls konnte Fernando Alonso nach dem Rennen in Spanien zufrieden sein. Denn er sah, dass er viel näher an der Spitze dran war als erwartet.

    Er mag zwar leichter gewesen sein als die Konkurrenz, aber er war nicht viel leichter. Er mag zwar nicht ganz vorne mitgehalten haben und ausgefallen sein, doch Fernando Alonso konnte den Spanien Grand Prix durchaus mit einem zufriedenen Auge betrachten. "Manchmal passiert es uns, manchmal den anderen", sagte er nach seinem Ausfall mit Motorschaden. "Leider war es mein Heim Grand Prix, aber letztendlich habe ich ein gutes Gefühl, da wir mit den Spitzenautos gekämpft haben, während wir in den ersten Rennen so weit weg waren, dass wir sie nicht einmal sehen konnten", meinte er.

    Er musste aber zugeben, dass ein Platz auf dem Podest wohl außer Reichweite war, auch wenn er bis zum ersten Stopp immerhin Rang drei halten konnte. Wie bereits am Samstag angekündigt, hätte er sich am Ende auf Position sechs erwartet. "Es lief ganz gut. Es war genau so, wie erwartet. Das Podest war unmöglich. Wir hätten mit Kovalainen und Heidfeld um Platz sechs oder sieben gekämpft", sagte er ungeachtet der Ereignisse während des Rennens.

    Er konnte aber immerhin festhalten, dass er mitfuhr, die Konkurrenz im Blick hatte und sich auch ein bisschen mit ihr beharkte. "So muss es sein und ich habe deswegen ein gutes Gefühl. Massa hat nur zwei Runden nach mir gestoppt, es ist also nicht so, dass er viel mehr Benzin hatte. Das Qualifying gestern war also recht realistisch. Es ist schade, dass der Motor ausfiel, aber ich fahre hier mit einem großartigen Gefühl weg", konnte Alonso festhalten.

    Kubica bekämpfte das Untersteuern: Nur zwei kleine Fehler

    Kubica bekämpfte das Untersteuern: Nur zwei kleine Fehler

    Robert Kubica erlebte in Barcelona einen schweren Start und bockige Option-Reifen. Die Sicherheit der Autos stimmte ihn dafür froh.

    Auch für Robert Kubica war nach dem Rennen in Barcelona zunächst wichtig, dass Heikki Kovalainen in Ordnung ist. Während des Rennens hatte der Pole allerdings nicht viel von dem Unfall des Finnen mitbekommen. "Den Crash habe ich nicht gesehen, ich habe mich auf das Fahren konzentriert. Ich habe das Auto nur an einem eigenartigen Ort in der Absperrung gesehen. Zum Glück haben wir einen Arzt im Safety Car, der uns gezeigt hat, dass er OK ist. Das macht dich im Auto ruhiger, weil du nie weißt, was passiert ist. Ich hoffe, in der Türkei ist er wieder zurück", sagte der Pole und war der FIA dankbar dafür, dass sie so viel für die Sicherheit der Autos getan hat.

    Sein eigenes Rennen war für den Polen nicht ganz so einfach. Beim Start verlor er fast zwei Plätze, weswegen er schon froh war, dass es dann nur bei einem blieb. "Es war kein einfacher Start, aber später hatten wir eine Gute Pace. Ich fuhr ein gutes Rennen. Ich hatte nur zwei kleine Fehler, die mich wohl je zwei Zehntel gekostet haben, also nichts", erzählte er. Dass er nur knapp fünf Sekunden hinter der Spitze ankommen würde, hätte er am Samstag nicht geglaubt, auch wenn das Bild aufgrund von Kimi Räikkönens schonender Fahrweise wohl etwas verzerrt war.

    Zu kämpfen hatte Kubica hauptsächlich mit Untersteuern, das sich vor allem mit den Option-Reifen in den ersten beiden Stints bemerkbar machte. "Wir wissen, dass sich Barcelona ständig ändert. Heute kam viel Gummi auf die Strecke und deswegen gab es vorne dieses Untersteuern. Mit dem Prime-Reifen war ich im letzten Stint stark und das ist gut." Den Vergleich zu McLaren konnte Kubica nur als recht ausgeglichen bezeichnen. Ferrari ist nach seiner Meinung etwas weg. "Aber McLaren ist nahe bei uns. Wenn es gut läuft, dann sind wir vor ihnen. Nächstes Mal sind sie vielleicht vor uns. Es ist aber gut, dass wir mit ihnen kämpfen."

    Williams ließ Punkte liegen: Eine böse Buchstabenkombination

    Williams ließ Punkte liegen: Eine böse Buchstabenkombination

    Ein Defekt zwang Nico Rosberg in Spanien dazu, auf Punkte verzichten zu müssen. Kazuki Nakajima konnte das ein wenig kompensieren.

    DNF ist eine Buchstabenkombination, welche die Fahrer nicht gerne zu Gesicht bekommen. Denn wenn in der Ergebnisliste diese drei Buchstaben neben ihren Namen auftauchen, dann heißt das, das Rennen war vorzeitig zu Ende. Nico Rosberg musste eben diese drei Buchstaben lesen, da sein Motor in Rauch aufging. Das war für den Deutschen insofern schade, weil sein Auto viel besser lief als noch im Training.

    "Es war eine Kombination aus zwei Dingen. Wir haben ein neues Aero-Paket zu dem Rennen gebracht und sind in beim Setup im Training in die falsche Richtung gegangen. Wir konnten das für das Rennen ändern und sind viel mehr in Richtung von Kazukis Abstimmung gegangen, was viel besser funktioniert hat, da ich mehr pushen konnte und viel zufriedener war", sagte er. Dass es im Rennen dann auch richtig gut lief, lag auch am guten Start, der ihn in der ersten Runde von Platz 15 auf Platz elf brachte. "Ich wusste, ich hatte die Chance, Jarno für Platz sechs zu überholen. Aber auch wenn ich das nicht geschafft hätte, wäre ich immer noch Siebter geworden, was auch gut gewesen wäre. So ist es aber schade", meinte er dazu, dass er ein "Did Not Finish" (DNF) in der Ergebnisliste zu verzeichnen hatte. Noch mehr hätte er sich gewundert, wenn er aufgrund des Kommunikationsfehlers bei Toyota doch noch Sechster geworden wäre.

    Besser war es für Kazuki Nakajima gelaufen, der am Ende quasi Platz sieben erbte. Damit holte der Japaner wieder einmal Punkte, obwohl er lange hinter Jenson Button fest hing und dadurch eigentlich Zeit verlor. "Ich bin mit dem Endergebnis aber zufrieden und dieses Rennen ist ein weiterer Schritt für mich. Natürlich kann ich mich noch verbessern, aber drei Punkte aus den ersten drei Rennen sind ein guter Start in mein erstes Jahr", sagte Nakajima.

    Nakajimas Punkte freuten auch Technikdirektor Sam Michael, vor allem mit Blick auf die Konstrukteurs-Wertung. In Anbetracht dessen, dass es noch mehr hätten sein können, war er dann aber doch etwas enttäuscht. "Nico war auf dem Weg zu Rang sechs, nachdem er die Safety Car Phase genutzt hatte und zur richtigen Zeit an die Box kam. Leider hatte er dann aber einen Defekt. Wir haben das Problem noch nicht genau identifiziert, das wird gerade untersucht", sagte er. Rein äußerlich hatte es wie ein Motorschaden ausgesehen, aber Toyota wird das wohl nicht so gerne hören. DNF bleibt aber sowieso DNF.

    Ferrari triumphiert

    Ferrari triumphiert
    Horror-Crash überschattet Grand Prix

    Triumph für Ferrari, Schock für McLaren-Mercedes: Kimi Räikkönen und Felipe Massa landeten beim Großen Preis von Spanien auf den ersten beiden Plätzen - McLaren-Pilot Kovalainen verunglückte schwer.

    Ein Horror-Unfall des Silberpfeil-Piloten Heikki Kovalainen hat den 78. Doppelerfolg von Ferrari in der Formel 1 überschattet. Der Finne kam bei über 200 Stundenkilometern wegen eines technischen Defekts von der Strecke ab und krachte auf dem Circuit de Catalunya fast ungebremst in die Reifenstapel. Während Kovalainen nach ersten vorsichtigen Entwarnungen in einem Krankenhaus in Barcelona weiter eingehend untersucht wurde, fuhr Pole-Mann Räikkönen beim Großen Preis von Spanien im Ferrari seinen zweiten Saison- und seinen 16. Karrieresieg ein. Zweiter wurde Bahrain-Gewinner Massa vor Vize- Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten McLaren-Mercedes.

    Doch im Lager von Mercedes interessierte nur eines. "Sein Zustand ist stabil", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug über Kovalainen. "Er hat wohl eine Gehirnerschütterung, keine Knochenbrüche", sagte Teamchef Ron Dennis. Zu den möglichen Ursachen des kapitalen Crashs erklärte Haug: "Die erste Vermutung ist ein Felgenbruch." Es könne vor dem Unfall auch eine Berührung gegeben haben. "Man muss aber bei solchen Dingen sehr, sehr vorsichtig sein", mahnte Haug, während im McLaren-Werk in Woking die Bilder des Unfalls während des Rennens bereits genau analysiert wurden.


    Debakel für Deutsche
    Ein sportliches Debakel erlebten die fünf deutschen Piloten. Nick Heidfeld aus Mönchengladbach kam nicht über den neunten Rang hinaus, verpasste damit erstmals 2008 die Punkteränge und fiel in der Gesamtwertung (16 Punkte) vom zweiten auf den fünften Platz zurück hinter Spitzenreiter Räikkönen (29), Hamilton (20), Robert Kubica im zweiten BMW-Sauber (19) und Massa (18). Heidfelds Team wurde von Titelverteidiger Ferrari von der Spitze der Marken-WM verdrängt.

    Timo Glock aus Wersau wurde im Toyota Elfter. Nico Rosberg aus Wiesbaden kam im Williams-Toyota ebenso wie Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro Rosso und Adrian Sutil aus Gräfelfing im Force India nicht ins Ziel.

    Zu diesem Zeitpunkt wurde Kovalainen bereits im Streckenhospital behandelt, nachdem er in der 22. Runde von der Strecke abgekommen war. Sein Unfall rief Erinnerungen an einen Crash von Teamkollege Hamilton im vergangenen Jahr in der Qualifikation auf dem Nürburgring wach. Kovalainens Silberpfeil bohrte sich regelrecht in die Barriere, sofort wurde neben dem Safety auch das Medical Car auf den Kurs geschickt, während die Streckenposten verzweifelt versuchten, den McLaren-Mercedes aus dem Reifenstapel zu ziehen.


    Kovalainens Zustand stabil
    Auf der Trage liegend gab Kovalainen selbst die erste Entwarnung, als er seinen Fans mit dem rechten Arm zuwinkte. Auch eine Sprecherin des Internationalen Automobilverbandes FIA erklärte, dass sich Kovalainen in einem stabilen Zustand befinde und keine sichtbaren Verletzungen erlitten habe.

    Kovalainens Crash sorgte bereits für die zweite Safety-Car-Phase des vierten WM-Laufs, nachdem gleich in der ersten Runde Sutil und Vettel kollidiert und auch ausgeschieden waren. "Das war ein sehr hirnloses Manöver von Adrian", schimpfte Vettel.

    Während Pole-Mann Räikkönen sich aus allen brenzligen Situationen souverän raushalten konnte, bekam Alonso gleich beim Start den ersten Dämpfer. Nachdem er mit seinem Boliden beinahe auf der Einführungsrunde beim Zickzackfahren zum Aufwärmen der Reifen gegen die Wand gefahren wäre, musste er Massa nach dem Erlöschen der Roten Ampeln chancenlos vorbeiziehen lassen.


    Strafe für Heidfeld
    Im vorderen Mittelfeld schob sich Heidfeld beim Start vom neunten auf den siebten Platz. Doch spätestens, als der Mönchengladbacher in der Safety-Car-Phase nach dem Kovalainen-Unfall zum Auftanken unerlaubterweise an die Box zum Tanken musste, konnte er seinen zweiten WM-Gesamtrang und auch die Hoffnungen auf den zweiten Podestplatz in diesem Jahr frühzeitig vergessen.

    Denn Heidfeld kassierte eine Durchfahrtsstrafe und fiel zwischenzeitlich auf Rang 14 zurück. Profitieren konnte der 30-Jährige also auch nicht mehr vom Ausfall Alonsos, der klar in den Punkterängen liegend seinen Renault vor offiziell 132.000 Zuschauern auf dem 4,655 Kilometer langen Katalanien-Kurs wegen eines technischen Defekts und mit Feuer am Heck abstellen musste. Dasselbe galt auch für den Deutschen Rosberg. Zum Zeitpunkt seines Aus' war der Wiesbadener Siebter.

    Von allen Ausfällen, Un- und Zwischenfällen ebenso unbeeindruckt wie unberührt, raste Räikkönen nach 1:38:19,051 über die Gesamtdistanz von 307,104 Kilometern als Erster durchs Ziel. Sein Vorsprung auf Massa betrug 3,228 Sekunden. Zuletzt hatte Massa in Bahrain noch vor Räikkönen gewonnen.

    Keine sichtbaren Verletzungen für Kovalainen

    Keine sichtbaren Verletzungen für Kovalainen

    McLaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen hat laut ersten Untersuchungen bei seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Spanien keine sichtbaren Verletzungen davongetragen.

    Heikki Kovalainen ist nach seinem Crash nicht sichtbar verletztGlück für McLaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen bei einem schweren Unfall in Barcelona. Für ein paar bange Minuten hielt die Formel 1 nach dem spektakulären Abflug des Finnen den Atem an. Kovalainen war beim Großen Preis von Spanien so schnell in einen Reifenstapel gerast, dass von seinem Silberpfeil nur noch der Heckflügel aus der rot-weiß lackierten Gummiwand herausragte. Die Streckenposten ruderten wild mit den Armen, um ein Bergefahrzeug herbeizuwinken, und erst nach quälend langen Augenblicken gab der aus seinem Auto befreite Finne mit erhobenem Daumen Entwarnung.

    Kovalainen sprengt Ferrari-Phalanx "Nach unserem Kenntnisstand ist Heikki den Umständen entsprechend in Ordnung, und wenn sich das bestätigt, ist dies die allerwichtigste Meldung heute", sagte der erleichterte Mercedes-Sportchef Norbert Haug unmittelbar nach dem Rennen. Eine erste Untersuchung des 26-Jährigen im Streckenhospital hatte keine sichtbaren Verletzungen ergeben. Zur Sicherheit wurde er für weitere Checks aber noch in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Auch von dort kam Entwarnung, es wurden keine Verletzungen festgestellt.

    "Es gibt keine sichtbaren Verletzungen, aber er hat sich natürlich seinen Kopf angeschlagen, und als Vorsichtsmaßnahme wird er nun noch auf eine Gehirnerschütterung untersucht", sagte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh: "Er beklagte sich darüber, dass er sich seinen Ellbogen angeschlagen hat, ich denke jedoch, dass dies ziemlich normal ist." Whitmarsh ging zunächst nicht davon aus, dass Kovalainens Start in zwei Wochen in Istanbul in Gefahr sei.

    In einer schnellen Rechtskurve hatte das linke Vorderrad von Kovalainens Silberpfeil bei Tempo 240 urplötzlich Luft verloren und den Finnen zum Passagier gemacht. Das Auto fuhr nur noch geradeaus und durch das Kiesbett nur unmerklich verzögert in den Reifenstapel. Nach ersten Erkenntnissen des Teams hatte offenbar ein Stein oder ein Gummiteilchen zwischen Reifen und Felge den Platten verursacht.

    Einen ähnlichen Unfall hatte vor einigen Jahren der Brasilianer Luciano Burti in Spa, als sein Jaguar ebenfalls von Reifenstapeln begraben worden war. Kovalainens Landsmann Kimi Räikkönen hatte an der Unfallstelle ganz genau hingeschaut. "Ich konnte erst nicht sehen, welcher McLaren-Mercedes das war und habe mein Team gefragt. Die haben mir gesagt, dass es Heikki war", sagte der Weltmeister, der in seinem Ferrari das Rennen gewann: "Aber es sah wohl schlimmer aus, als es wirklich war."
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    Der Reiz des Zweitrangigen

    Der Reiz des Zweitrangigen
    Der große Preis von Spanien war kein langweiliges Formel-1-Rennen. Mal abgesehen vom Kampf im Spitzenfeld, der von Ferrari dominiert wurde.

    In der Rückschau zählen nur Siege. Das beginnt bereits am Tag nach dem Rennen, wenn für die Teams die Phase der Vorbereitung und die Fans die Vorfreude auf den nächsten Termin beginnt. Am Renntag selbst ist das meist anders, wie das Barcelona-Rennen am vergangenen Wochenende einmal mehr zeigte. Da hat Kimi Räikkönen im Ferrari gewonnen, und zwar so souverän, dass der Fernsehzuschauer vom Kampf um die Spitze bereits nach wenigen Runden kaum mehr etwas gezeigt bekam.

    Spannende Ausgangsbasis

    Dabei sah es am Vortag noch nach einem ungewöhnlich spannenden Rennen aus. Alles drehte sich um die Spitzengruppe: Fernando Alonso hatte es mit seinem laut Expertenmeinungen nicht konkurrenzfähigen Renault im Heimrennen in die erste Startreihe geschafft. Hamilton mischte mit Startplatz fünf wieder da mit, wo er hingehört: vorne. Räikkönen und Massa (Pole und drittschnellste Zeit) lagen klar vor Mercedes, deren zweiter Fahrer Heikki Kovalainen immerhin auf Platz sechs stand. Doch warum kam BMW-Pilot Nick Heidfeld entgegen des bisherigen Trends nur auf Startplatz neun, wo doch Teamkollege Robert Kubica in der zweiten Reihe parken durfte?

    Am Sonntag interessierte das alles dann nur noch wenige Minuten lang: Vom prickelnden Start an, bei dem Massa hervorragend wegkam und Alonso schnupfte, fuhren die Roten vorneweg und damit schnell raus aus dem Fokus der Kameras. Die konzentrierten sich noch einige Minuten auf Hamilton, der ebenfalls perfekt startete und alsbald Alonso auf die Pelle rückte. Bis der Renault das Spaniers mit einem Motorschaden liegen blieb. Von diesem Zeitpunkt an stand die Siegreihenfolge fest: Iceman Räikkönen vor Massa und Hamilton, wobei die Abstände zwischen diesen Fahrern zu groß wurden, um sie TV-gerecht ins Bild zu hieven.

    Den grauenhaften Unfall von Heikki Kovalainen ausgenommen, bei dem der Finne in Runde 22 mit gut 220 km/h in einen Reifenstapel donnerte, bekamen die Zuschauer dann lange Zeit nur noch zweitrangiges Geschehen serviert: Unzählige Hochrechnungen, wie viel Sprit Team X zugetankt hatte und wie viele Runden Fahrer Y wohl brauchen würde, bis er zum Vordermann aufschließen und sich daraus ein Zweikampf entwickeln könnte.

    Heidfeld-Strafe sorgt für Diskussionsstoff

    Für etwas Aufregung im faden Mittelabschnitt sorgte die Rennleitung mit einer harten Strafe für Nick Heidfeld. Der musste, um nicht auf der Strecke liegen zu bleiben, während der langen Safety-Car-Phase nach Kovalainens Unfall zum Tanken in die Box. Was verboten ist und einen zehnsekündigen Zwangsstopp nach sich zog. Als Letzter wieder auf der Strecke, bahnte sich endlich ein erstes echtes Überholmanöver an. Doch auch dazu kam es nicht: Der langsame Timo Glock hatte Glück, der Zuschauer Pech, denn erneut war Quick Nicks Tank trocken.

    Hoffnung auf Spannung im Kampf um die Top-Plätze kam erst wieder im letzten Drittel auf, als die Führenden in etwa zeitgleich zum zweiten Tankstopp in die Boxen kamen. Doch die Teams leisteten perfekte Arbeit. Massa vor Räikkönen vor Hamilton vor Kubica lautete die Ein- und Ausfahrreihenfolge. Und wie gesagt, so blieb sie bis zum Schluss.

    Nachzügler bieten packenden Sport

    Rennsport, wie ihn sich die Fans wünschen, gab es dann aber doch noch zu sehen. 18 Runden vor Schluss war es erneut Heidfeld, der für Unterhaltung – und eine Überraschung – sorgte. Es galt, Giancarlo Fisichella in dessen Force India zu überholen. Wer jetzt dachte, der neue BMW hätte leichtes Spiel mit dem ehemaligen Jordan-Boliden des klammen Rennstalls, durfte sich verwundert die Augen reiben: In schnellen Kurven und auf den Geraden machte der mit einem aktuellen Ferrari-Motor bestückte Indien-Racer sogar Boden gut. Lediglich in langsamen Kurven kam Heidfeld Altmeister „Fisico“ gefährlich nahe. Über mehrere Minuten entwickelte sich ein spannender Wettstreit, den der Mönchengladbacher erst nach einem Fahrfehler Fisichellas für sich entscheiden konnte. Diese Szenen zählten zu den Highlights des Rennens – wohlgemerkt kämpften die beiden um Rang elf.

    Fünf Runden vor Schluss schließlich rückte David Coulthard dem Super-Aguri-Piloten Takuma Sato noch einmal auf die Pelle. Hier ging es um die beiden letzten Plätze – was die Premiere-Regie begeistert aufschnappte und den Kommentator zu einem vielsagenden, an Sarkasmus grenzenden Kommentar hinreißen ließ: „Hier sehen Sie den zweiten echten Fight dieses Rennens.“ Der große Preis von Spanien war spannend, aber eben nur, wenn man sich auf die zweitrangigen Ereignisse konzentrierte und das Spitzenfeld ausklammerte. Der Kampf der besten Teams und Fahrer ist dagegen vor und nach dem Rennen packender als während des eigentlichen Rundkursrasens.

    Rennergebnisse am 27.04.2008

    Rennergebnisse am 27.04.2008

    27. April 2008 - Der Große Preis von Spanien in Barcelona

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Kimi Räikkönen Ferrari 1:38.19,051
    2 Felipe Massa Ferrari + 00.03,228
    3 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.04,187
    4 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.05,694
    5 Mark Webber Red Bull Racing + 00.35,938
    6 Jenson Button Honda Racing F1 + 00.53,010
    7 Kazuki Nakajima Williams F1 + 00.58,244
    8 Jarno Trulli Toyota + 00.59,435
    9 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 01.03,073
    10 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 1
    11 Timo Glock Toyota + 1
    12 Takuma Sato Super Aguri F1 + 1
    13 David Coulthard Red Bull Racing + 1

    SCHNELLSTE RUNDE
    Kimi Räikkönen/Ferrari Zeit: 01.21,670 in Runde 46

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso Kollision mit Sutil
    1 Adrian Sutil Force India F1 Fahrfehler, Kollision mit Vettel
    7 Nelson Piquet jr. Renault F1 Kollision mit Bourdais
    8 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso Defekt nach Kollision
    9 Anthony Davidson Super Aguri F1
    22 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes Unfall
    35 Fernando Alonso Renault F1 Technischer Defekt
    35 Rubens Barrichello Honda Racing F1 Technischer Defekt
    42 Nico Rosberg Williams F1 Motorschaden
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    Formel-1-Fahrer offen für Rivalinnen

    Formel-1-Fahrer offen für Rivalinnen
    Motorsport ist eine der letzten klassischen Männerdomänen. Vor allem die Formel 1 ist frauenfrei - was die Cockpitbesetzung anbelangt. Gerade einmal fünf Pilotinnen gab es in der 58-jährigen Grand-Prix-Geschichte.

    Als Grid-Girls, Männerblicke auf sich ziehende Models oder auch im Catering und Medienbereich ist die holde Weiblichkeit dagegen gern gesehen. Aber Danica Patricks historischer Sieg in der Indy Racing League (IRL) vor einer Woche in Japan könnte auch in der Königsklasse eine Wende einleiten: Der Andretti Green Racing-Pilotin aus den USA gelang es nicht nur, als erste Frau einen Lauf dieses nordamerikanischen Formel-1-Pendants zu gewinnen. Sie bewies damit zugleich, dass «Frauen-Power» für diese Männerbastion stark genug ist.

    Für Rekord-Weltmeister Michael Schumacher gibt es «keinen Grund, warum nicht auch eine Frau in der Formel 1 schnell und erfolgreich sein könnte». BMW-Sauber-Mann Nick Heidfeld rechnet damit, dass Patricks Pioniertat einen Prozess auslöst: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine Frau in der Formel 1 fährt.» Nico Rosberg hatte das IRL-Rennen im Fernsehen verfolgt. «Ich fände es gut, wenn eine Frau in die Formel 1 käme, auf jeden Fall», versicherte der Wiesbadener.

    Viele Piloten trauen es dem angeblich schwachen Geschlecht auch von der Physis her zu, sich in dieser kräftezehrenden Top-Serie zu behaupten. «Sehe ich aus wie ein Bär?», fragte Leichtgewicht Sebastian Vettel und wies darauf hin, dass es nicht primär auf Muskeln, sondern eher fahrerische Qualitäten, Verstand und Mut ankomme. «Die nötige psychische Härte haben einige Frauen ganz sicher drauf», meinte Rosberg in Barcelona.

    Schumacher, Heidfeld, Rosberg & Co fuhren in den diversen Nachwuchsklassen auch gegen Juniorinnen. Aber mangels Masse bleiben die meisten Mädchen schon vor der Formel 3, einer entscheidenden Vorstufe für den späteren Aufstieg nach ganz oben, auf der Strecke im Kampf um die begehrten Cockpits. «Es gibt an der Basis einfach zu wenig», wies Ferrari-Berater Schumacher auf die nach wie vor geringe weibliche Präsenz im Nachwuchsbereich hin.

    Allerdings tut sich hier bei Verbänden, Autokonzernen und Teams langsam etwas. «Wir sind die größten Frauenförderer», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. «Sie müssten aber in Formel 3 und GP2-Serie in den Top 3 sein, um eine Chance für die Formel 1 zu erhalten.» Die von Mercedes einst geförderte Ellen Lohr, der vor 16 Jahren als bislang einziger Frau ein Sieg in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) geglückt war, urteilte in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Die Basisarbeit ist gut, aber es sind zu wenig Mädchen bereit, es konsequent zu versuchen.»

    Die ehemalige DTM-Solistin kritisierte auch, es gebe viele Frauen, die sich für Rennfahrerinnen hielten, aber weit davon entfernt seien: «Da sind ziemlich talentfreie Tussis unterwegs, die vieles von dem, was Jutta Kleinschmidt oder ich erarbeitet haben, nun ad absurdum führen.» Die bislang letzte Formel-1-Pilotin war Giovanna Amati. Die Italienerin schaffte es allerdings nie, sich für ein Rennen zu qualifizieren. Ihre Landsfrau Lella Lombardi bildet die rühmliche Ausnahme: Sie kam auf zwölf Grand Prix.

    Kovalainen wird entlassen: Mit 130 in die Reifenstapel

    Kovalainen wird entlassen: Mit 130 in die Reifenstapel
    Heikki Kovalainen hatte Glück im Unglück: er will schon in der Türkei wieder Rennen fahren.

    Bei rund 240 km/h verlor Heikki Kovalainens linker Vorderreifen sämtliche Luft. Der Silberpfeil geradeaus ins Kiesbett und schlug dort mit 130 km/h in den Reifenstapel ein. Kovalainen erlebte eine Vollbremsung mit 27g. Trotzdem konnten die Ärzte am Sonntag keine Kopfverletzungen oder Knochenbrüche feststellen. Am Montagmorgen wurde der Finne nochmals durchgecheckt. Am Montagabend sollte er planmäßig das Klinikum verlassen, um noch ein paar Tage in Spanien zu entspannen und leichtes Aufbautraining zu absolvieren.

    "Ich habe leichte Kopfschmerzen und einen steifen Hals, aber davon abgesehen fühle ich mich gut", teilte Kovalainen über eine Pressemitteilung seines Teams mit. "Mein Fokus liegt darauf, so schnell wie möglich gesund zu werden, so dass ich die medizinische Untersuchung der FIA in der Türkei überstehen und das Rennen fahren kann."

    Wie Robert Kubica nach seinem Horrorcrash in Montreal denkt der Finne also bereits wieder nur an eins: das nächste Rennen. An den Unfall und die Geschehnisse danach kann er sich nicht erinnern. "Das Team hat mir gesagt, dass die linke Vorderradfelge möglicherweise gebrochen ist", wiederholte er die Unfallursache, die auch McLaren vorläufig als die wahrscheinlichste Variante angab.

    Kovalainen wieder auf den Beinen: Danke an die Ärzte

    Kovalainen wieder auf den Beinen: Danke an die Ärzte
    Der muntere Finne ist bereits wieder auf den Beinen. Nun liegt der Fokus darauf, die FIA Medical Untersuchung zu bestehen.

    Heikki Kovalainen fühlt sich nach seinem Unfall in Barcelona bei "guter Laune" und sieht bereits in die Zukunft. Bereits jetzt hofft der Finne wieder am Grand Prix der Türkei teilnehmen zu können. Nach einem erschreckenden Unfall in Spanien musste Kovalainen mit dem Helikopter in das Krankenhaus gebracht werden.

    Erste CT Scans zeigten, dass er keine Kopfverletzungen oder Knochenbrüche erlitten hat. Trotzdem verbrachte der McLaren Pilot die Nacht im Krankenhaus, um am Tag darauf noch weitere Checks unterzogen zu werden. Diese verliefen positiv und demnach soll Kovalainen gestern Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen worden sein.

    "Ich habe noch ein wenig Kopfschmerzen und ein steifes Genick, doch abgesehen davon fühle ich mich relativ gut", so Kovalainen. Nun liege der Fokus darauf, die FIA Medical Untersuchung zu bestehen, um am Grand Prix der Türkei teilnehmen zu dürfen. "Das Team hat mir gesagt, dass die Felge, links vorne gebrochen sei. Das könnte zu der plötzlichen Auflösung des Reifens geführt haben. Wie auch immer, wir müssen die weiteren Untersuchungen abzuwarten um einen genauen Grund angeben zu können."

    Trotzdem kann der Finne dem Unfall auch positive Aspekte abgewinnen. "Was im speziellen wichtig war ist der Fakt, dass das Monocoque dem starken Einschlag widerstanden hat. Das muss man McLaren hoch anrechnen", sagte Kovalainen. An den Unfallhergang selbst kann sich der McLaren Pilot nicht mehr erinnern.

    "Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern. Nicht einmal an jene Dinge die nachher passiert sind. Ich will aber einen ehrlichen Dank an die Rettungsleute an der Rennstrecke aussprechen. Außerdem möchte ich dem FIA Medical Team und den Ärzten im Krankenhaus für alle Bemühungen um mein Wohlergehen danken.

    Ecclestone wegen Super Aguri besorgt: Die Entscheidung

    Ecclestone wegen Super Aguri besorgt: Die Entscheidung
    Langsam wird es brenzlig für Super Aguri. Noch diese Woche soll das endgültige Schicksal des Teams besprochen werden.

    In dieser Woche wird sich entscheiden ob das Super Aguri Team in Spanien das letzte Rennen in der Teamgeschichte bestritten hat. Neben Aguri Suzuki bereitet diese Tatsache wohl auch Bernie Ecclestone erhebliche Kopfschmerzen.

    Noch am kommenden Mittwoch soll in Japan, bei einem Meeting mit Honda, beschlossen werden, wie und ob eine Potentielle Zukunft von Super Aguri aussehen wird. "Sie scheinen momentan unglücklicherweise nicht in guter Verfassung zu sein", sagte Bernie Ecclestone gegenüber Reuters.

    "Ich will, dass sie [Super Aguri] dabei bleiben, ich habe ihnen auch letzte Woche geholfen", so Ecclestone. Das Treffen mit Honda wird ein Schlüsselgespräch für die Zukunft des Schlusslichts sein, wie Aguri Suzuki wissen ließ. Von diesem Gespräch hängt das weitere Überleben seines Rennstalls ab, den er im Jahr 2006 gegründet hat. Nachdem schon das Antreten in Spanien bis zuletzt unter einem großen Fragezeichen stand, ist nun die Teilnahme am Grand Prix der Türkei äußerst fraglich.

    5. Türkei GP / Istanbul Park

    5. Türkei GP / Istanbul Park

    Türkei: Die Adrenalinpumpe am Bosporus
    Zum ersten Mal machte der Formel 1 Tross in der Saison 2005 auf dem Istanbul Racing Circuit Station. Dieser wurde wenige Wochen vor seinem Debüt allerdings kurzerhand in Istanbul Speed Park umbenannt und firmierte zuvor in den Medien auch schon als Istanbul Otodrom.

    Doch egal wie die Strecke nun auch heißen mag: Im Gegensatz zu vielen Retortenkursen zeichnet sie sich durch viele Eigenheiten aus. Zuallererst wird die Strecke entgegen dem Uhrzeigersinn befahren. Eine Eigenschaft, die der Istanbul Speed Park nur noch mit Imola und Interlagos gemein hat. Man kann also problemlos von den entgegen dem Uhrzeigersinn gerichteten drei I's sprechen.

    Aber auch der Berg- und Tal-Charakter gibt der Strecke einen eigenen Flair, welcher durch einige Bodenwellen im neuen Asphalt sogar noch verstärkt wird. Die Fahrer verglichen den Kurs deshalb ehrfürchtig mit der legendären Ardennenachterbahn von Spa-Francorchamps und gaben dem Speed Park gleich einen Beinamen: Die Adrenalinpumpe am Bosporus.

    Eine der großen fahrerischen Herausforderungen ist eine vierfache Linkskurve, welche aus geraden Segmenten zusammengesetzt wurde und somit keinen flüssigen Radius besitzt. Für die Fahrer stellt es eine besondere Herausforderung dar, die Ideallinie zu treffen. Schaffen sie es, können sie mit Vollgas durchfahren, schaffen sie es hingegen nicht, verlieren sie durch die Korrekturen am Lenkrad wichtige Zeit.
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    Qualifying, Istanbul: Massa holt dritte Türkei-Pole

    Qualifying, Istanbul: Massa holt dritte Türkei-Pole

    Zum dritten Mal in Serie startet Felipe Massa von der Pole Position in den Türkei GP.

    Wie in den beiden Vorjahren heißt der Pole-Mann von Istanbul auch 2008 Felipe Massa. In den Schlusssekunden des Qualifyings schnappte sich der Ferrari-Pilot die Bestzeit von Heikki Kovalainen, der Rennen 1 nach seinem schweren Unfall aus der ersten Reihe angehen wird. Dahinter stehen Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen in Reihe 2.

    "Ich habe eine sehr gute Runde zusammenbekommen", freute sich Massa. "Meine Reifen waren zum richtigen Zeitpunkt auf Temperatur. Ich starte hier zum dritten Mal von der Pole und es wäre fantastisch, wenn ich die Siege der letzten beiden Jahre wiederholen könnte." Der Istanbul Park scheint dem Brasilianer einfach zu liegen. "Aber es wird nicht leicht, die Konkurrenz ist stark."

    Für Heikki Kovalainen waren die letzten beiden Wochen seit dem Spanien GP eine Achterbahnfahrt vom Unfall bis in die erste Startreihe. "Ich bin froh, dass ich den Unfall ohne Verletzung überstanden habe. Ich habe mich schnell erholt und bin hier mit dem Auto von Anfang sehr zufrieden gewesen." Auch er betonte die Wichtigkeit der richtigen Reifenwahl. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Lewis Hamilton fuhr Kovalainen seine Qualifyingrunde auf den weichen Reifen. "Das war die richtige Entscheidung, hoffentlich hält dieser Trend im Rennen an."

    Für Hamilton war es hingegen ein hartes Qualifying. "Ich habe die falsche Reifenwahl getroffen", gestand er. "Aber schlecht waren die Reifen nicht. Ich konnte mich auf der zweiten Runde verbessern, nur war das leider nicht schnell genug." Dennoch glaubt er, dass er mit einem guten Paket noch einiges erreichen könne. "Wir haben bereits bewiesen, dass wir oben mitfahren können."

    Bester BMW Sauber-Pilot war Robert Kubica auf Platz 5. Nick Heidfeld wurde nur Neunter. Dazwischen platzierten sich Mark Webber, Fernando Alonso und Jarno Trulli auf den Plätzen 6 bis 7. Für drei Deutsche war der Tag schon im zweiten Qualifying zuende: Nico Rosberg, Sebastian Vettel und Timo Glock starten von den Plätzen 11, 14 und 15. Für Glock endete das Q2 mit einer bösen Überraschung: "Meine Radaufhängung ist vorne rechts gebrochen", so der Toyota-Pilot. "Ich habe die Kurve angebremst, vorne ist etwas gebrochen und ich musste das Auto an die Box zurückschleppen. Das ist schade, denn die Runde hätte für die Top10 gereicht."

    Wie schon so oft war für Adrian Sutil schon in der ersten Session Schluss. "Diesmal gab es keine großen Probleme", so der Force India-Pilot. Sein erster Run sei gut gewesen, auch beim zweiten konnte er die Balance noch einmal verbessern. "Aber mit dem dritten Reifensatz konnte ich nicht mehr schneller fahren. Es war nicht mehr drin." Im letzten Sektor sei ihm ein Rad stehen geblieben, deshalb sei seine letzte Runde nicht besser gewesen. "Sonst hätte ich Fisichella diesmal geschlagen", glaubt er. Auf den Italiener fehlt ihm eine halbe Sekunde. "Vorletzter und Letzter ist nicht genug für uns. Super Aguri nicht mehr da, aber wir haben definitiv verloren." Im Rennen werde es wichtig durchzukommen, ein Rennen ohne Zwischenfälle zu absolvieren. "Das ist mein größtes Ziel."

    Türkei GP: Hattrick von Massa

    Türkei GP: Hattrick von Massa

    Dritte Pole, dritter Sieg: Felipe Massa bleibt der unangefochtene König des Türkei GP.

    Felipe Massa ist auch im dritten Jahr in Folge der strahlende Sieger von Istanbul. Nach seiner dritten Pole Position holte er sich den dritten Sieg im Istanbul Park.

    Gleich am Start überschlugen sich die Ereignisse. Vorne hatte Felipe Massa kein Problem, der Brasilianer fuhr ungefährdet als Erster in die erste Kurve. Dahinter kam Heikki Kovalainen schlecht weg. Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton starteten viel besser und versuchten den Finnen links und rechts zu überholen. Während Hamilton vorbeikam, konnte sich Räikkönen innen nicht ganz durchquetschen. Kovalainen fuhr sogar leicht über den Frontflügel seines Landsmannes. Räikkönen konnte weiterfahren, Kovalainen kam für einen Reifenwechsel an die Box.

    Richtig spektakulär ging es am Ende de Feldes zu: Giancarlo Fisichella raste ins Heck von Kazuki Nakajimas Williams und flog regelrecht über das Auto des Japaners. Fisichellas Rennen endete in der Auslaufzone, Nakajima schleppte seinen Williams noch bis an die Box, bevor er frustriert aufgeben musste. In Folge des Unfalls mussten auch Adrian Sutil und Sebastian Vettel ihren Boxenmannschaften einen Besuch abstatten. Die folgende kurze Safety Car-Phase beruhigte das Rennen.

    Während Massa, Hamilton und Robert Kubica die ersten drei Plätze belegten. Kämpfte sich Räikkönen an Fernando Alonso vorbei, dessen Renault der Ferrari-Pilot scheinbar spielend überholte. Alonso war in Runde 15 auch der erste Spitzenpilot, der zum Nachtanken an die Box ging. Nur zwei Runden später kam schon Lewis Hamilton. Massa stoppte weitere drei Umläufe danach in Runde 19. Zwar kam der Brasilianer vor dem McLaren von Hamilton auf die Bahn zurück, doch schon in Runde 23 änderte sich das Bild an der Spitze: Hamilton überholte Massa und ging in Führung.

    Darüber durfte er sich aber nur kurz freuen. Bereits in Runde 32 kam Hamilton zu seinem zweiten Boxenstopp. Wie beim ersten Boxenbesuch nahm er harte Reifen mit, womit fest stand: der Brite war auf einer Dreistoppstrategie. Massa war somit für ihn außer Reichweite. Doch Hamilton kam nach seinem dritten Stopp vor dem zweiten Ferrari von Kimi Räikkönen auf die Piste zurück, der bis zum Schluss im Windschatten des McLaren hing, aber nicht vorbeikam. So rettete Hamilton hinter dem Sieger Massa Platz 2 ins Ziel. Platz 3 belegte Räikkönen vor den beiden BMW Sauber von Robert Kubica und Nick Heidfeld. Fernando Alonso holte mit Platz 6 erneut drei Punkte für Renault. Die Top-8 komplettierten Mark Webber und Nico Rosberg.

    Rennergebnisse am 11.05.2008

    Rennergebnisse am 11.05.2008

    11. Mai 2008 - Der Große Preis der Türkei in Istanbul

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Felipe Massa Ferrari 1:26.49,451
    2 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.03,779
    3 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.04,271
    4 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.21,945
    5 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.38,741
    6 Fernando Alonso Renault F1 + 00.53,724
    7 Mark Webber Red Bull Racing + 01.04,229
    8 Nico Rosberg Williams F1 + 01.11,406
    9 David Coulthard Red Bull Racing + 01.15,270
    10 Jarno Trulli Toyota + 01.16,344
    11 Jenson Button Honda Racing F1 + 1
    12 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 1
    13 Timo Glock Toyota + 1
    14 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 1
    15 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 1
    16 Adrian Sutil Force India F1 + 1
    17 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 1

    SCHNELLSTE RUNDE
    Kimi Räikkönen/Ferrari Zeit: 01.26,506 in Runde 20

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Giancarlo Fisichella Force India F1 Kollision mit Nakajima
    2 Kazuki Nakajima Williams F1 Kollision mit Fisichella
    25 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso Dreher
    Bilder
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    Hockenheimring droht das Aus: Nach 2010 kein Rennen mehr?

    Hockenheimring droht das Aus: Nach 2010 kein Rennen mehr?

    Sollte das Wirtschaftsministerium sich nicht an den Kosten beteiligen, könnte dem Hockenheimring nach 2010 das Aus drohen.
    Hockenheim könnte in diesem Jahr zum vorletzten Mal ein Formel 1 Rennen austragen. Karl Josef Schmidt betonte, dass Baden-Württemberg anfangen muss sich am finanziellen Aufwand zu beteiligen, da es sonst nicht möglich sei den Grand Prix, der alle zwei Jahre stattfindet, weiterhin auszutragen.

    "Wenn das nicht geschieht, wird es nach 2010 kein Formel 1 Rennen in Hockenheim mehr geben", sagte Schmidt gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums reagierte kurz darauf.

    Er betonte, dass es nicht die Aufgabe der Öffentlichkeit sei, Geldsummen für Veranstaltungen am Hockenheimring aufzubringen. Vor sechs Jahren investierte die Regierung fünfzehn Millionen Euro in die Runderneuerung der Strecke.

    Haug erwartet viele Unfälle

    Haug erwartet viele Unfälle: Ohne Fahrhilfen viel Leitplanken-Kontakt

    Norbert Haug rechnet aufgrund des Wegfalls der elektronischen Fahrhilfen in Monaco mit einigen Unfällen.

    Als einfach hat die Strecke von Monaco nie gegolten und in punkto Sicherheit gilt der Stadtkurs ohnehin als Fossil unter den Rennstrecken der Formel 1. Geht es nach Mercedes Motorsportdirektor Norbert Haug, dann könnte es in diesem Jahr besonders gefährlich im Fürstentum werden. "Ich wünsche mir keine Unfälle, aber wir müssen viele Safetycar-Phasen aufgrund von Crashs einkalkulieren", zitierte die Bild Haug.

    Für seine Annahme legte er eine einfache Rechnung zugrunde. Vor der Einführung der elektronischen Fahrhilfen gab es in Monaco alle zehn Minuten eine Unterbrechung und er glaubt, dass nach deren Verbot nun wieder mehr Leitplanken-Kontakt stattfinden wird. Auch Keke Rosberg stimmte Haugs Ansicht zu. "Die heutigen Autos haben weniger Toleranz. Früher hatten wir Bremswege von 10 Metern. Heute sind es nur zwei Meter. Wir hatten doch damals kaum blockierende Reifen. Die Autos heute sind schwerer zu steuern", sagte er.

    6. Monaco GP / Monaco

    6. Monaco GP / Monaco

    Monaco: Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer
    Der 3,340 Kilometer lange Straßenkurs in Monte Carlo fordert von den Fahrern über 78 Runden höchste Konzentration: Auf dieser Strecke darf man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Denn ein solcher bedeutet zumeist unweigerlich das Aus.

    Den Piloten steht die schwierige Aufgabe bevor, ihre rund 800 PS starken Monoposti zielgenau durch den engen Leitplankenkanal zu manövrieren. Dabei nähern sich die Boliden der unnachgiebigen Absperrung oft bis auf wenige Millimeter - zwischen Ideallinie und Ausfall liegt ein denkbar schmaler Grat. Manche Fahrer betonen sogar, dass man die Hinterreifen in einigen Kurven an der Leitplanke 'anlehnen' müsse.

    Auf der technischen Seite sind die Boliden im Fürstentum mit relativ hoher Bodenfreiheit unterwegs, um auf der unebenen Fahrbahn nicht ununterbrochen aufzusetzen. Zudem werden die Federung extrem weich und die Flügel extrem steil eingestellt, um einerseits die Traktion aus den vielen Kurven zu erhöhen und andererseits genügend Anpressdruck für schnelle Rundenzeiten zu generieren.

    Für die Piloten ist das so genannte "Wohnzimmer" eine unglaubliche Herausforderung. Neben der Enge und den verschiedenen Streckenbelägen gibt es auch noch einige weitere rennentscheidende Schlüsselstellen - wobei man in Monaco beinahe schon von einer einzigen riesigen Schlüsselstelle sprechen könnte. Sehr wichtig ist die erste Kurve nach der Start-/Zielgeraden, die Sainte Devote. Zudem ist der Circuit de Monaco natürlich auch durch seine berühmt-berüchtigte Tunnel-Passage, welche mit rund 250 bis 270 km/h durchquert wird, sowie die Loews-Kehre, die langsamste Kurve des gesamten Rennzirkus, bekannt.
    Bilder
    • f1_mc_2008.gif

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