Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    McLaren geht keine Risiken mehr ein

    McLaren geht keine Risiken mehr ein: Es wird strategisch gefahren

    Ron Dennis betont, dass McLaren auf der Jagd nach dem Titel versucht, alle Risiken zu vermeiden und vor allem genau auf die Regeln achten will.
    Dank der Ereignisse am Ende der vorigen Saison und auch einigen Vorfällen in diesem Jahr will sich McLaren darauf verlegen, in Richtung Saisonende keine Risiken mehr einzugehen. Denn wenn das Team eines nicht will, dann sind es unnötige Ausfälle oder Strafen. "Wir sind strategisch bei unserem Zugang, wenn es um den WM-Titel für Lewis geht, so wie er. Das Wichtigste ist, uns aus Problemen zu halten. Man muss die Rennen beenden, man muss alle Rennen in den Top Drei beenden und wenn es entscheidend wird, Rennen zu gewinnen, dann werden wir größere Risiken nehmen", meinte der McLaren-Teamchef.

    Dennis war überzeugt, dass seine Autos momentan den Vorteil haben, dass sie im Nassen bessere Leistung bringen und bei den verbleibenden Rennen Regen zu erwarten ist. "Wir denken, dass vielleicht zwei der verbleibenden Rennen nass sein werden", sagte er. Was Singapur betraf, so meinte Dennis, dass es sich Hamilton leisten könnte, Zweiter zu werden und erklärte, dass man nicht verheimlichen müsse, dass McLaren aktuell strategisch fährt. Besondere Risikovermeidung wird das Team aber vor allem beim Abkürzen von Schikanen an den Tag legen. "Wir sind das mit den Fahrern endlos durchgegangen... Wir müssen uns voll darauf konzentrieren, alle Regeln strikt zu befolgen und das wird immer so sein."

    Er wünschte sich allerdings auch, dass die Regeln konstant angewendet werden. "Wie auch immer die Interpretation sein mag - sie soll klargestellt werden und wir werden dann sicherstellen, dass wir uns entsprechend der Interpretation verhalten." Bei Hamiltons Spa-Strafe wurde die Regel erst danach klargestellt, doch Dennis betonte, dass man sich nicht weiter damit aufhalten wolle, die zurückgewiesene Berufung zu betrauern. "Es macht keinen Sinn, in der Vergangenheit zu leben. Was geschehen ist, ist geschehen. Wir sind hier, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen und darauf konzentrieren wir uns. Wir werden alles dafür tun."

    Unzufriedenheit bei Nick Heidfeld: Missglückte Strategie

    Unzufriedenheit bei Nick Heidfeld: Missglückte Strategie

    Nach seiner Strafrückversetzung auf den neunten Startplatz ergatterte Nick Heidfeld in Singapur noch 3 Punkte. Dennoch blieb er hinter den eigenen Erwartungen.
    "Ich hatte heute keine Chance, meinen Speed zu zeigen. Das Auto lag sehr gut, doch ich bin andauernd im Verkehr festgesteckt", resümierte Nick Heidfeld nach einem turbulenten Rennen in Singapur. Mit dem sechsten Platz bescherte der Deutsche seinem Team drei Punkte, seine Strategie sei aber nicht aufgegangen.

    "Ich habe Sprit gespart und die Reifen geschont, weil ich gehofft hatte, dass die anderen sich die Reifen ruinieren und ich dann am Ende des Rennens angreifen kann. Leider hat mein Vorteil nicht für einen Angriff gereicht", so der gebürtige Mönchengladbacher, für den es laut eigenen Aussagen kein anstrengendes Rennen gewesen sei.

    Verhängnisvolle Safety-Car-Phase

    Teamkollege Robert Kubica nützte nach Nelson Piquets Unfall die Safety-Car-Phase, um nachzutanken und sich einen Satz frischer Reifen zu holen. Da zu diesem Zeitpunkt die Boxengasse noch nicht geöffnet war, musste der Pole einen Zehn-Sekunden-Stop-and-Go-Penalty absitzen und rutschte bis ins an Ende des Feldes zurück. Schlussendlich reichte es nur zu einem enttäuschenden elften Endrang.

    "Es war eine unglückliche Entscheidung, in die Boxen zu kommen und mich das Rennen gekostet. Das Team hoffte natürlich, dass die Boxengasse rasch wieder geöffnet würde, aber das war eben nicht so. So etwas gehört zum Rennsport", blieb Kubica sachlich. Im Gegensatz zu Heidfeld hatte der gebürtige Krakauer mit den Rennbedingungen zu kämpfen. "Das Rennen war physisch sehr hart. Es gibt hier so viele Bodenwellen, ich hoffe wirklich, dass die Veranstalter an dem Streckenbelag fürs nächste Jahr etwas tun werden. Während der letzten 15 Runden hatte ich fürchterliche Kopfschmerzen."

    Voll des Lobes für das Premieren-Rennen war BMW Motorsportchef Mario Theissen. "Die Formel-1-Geschichte ist um ein spektakuläres Kapitel erweitert worden. Das erste Nachtrennen war ein voller Erfolg, Kompliment an die Verantwortlichen, Fernando Alonso und Renault", sagte der 46-Jährige und haderte ebenfalls mit dem Schicksal.

    "Leider hat die Pit-Lane-Regel Robert dann komplett aus dem Rennen geworfen, während Nick gerade so lange draußen bleiben konnte, bis die Boxengasse wieder geöffnet wurde. Für Robert ist es sehr schade, denn er war gut unterwegs, weitere wichtige Punkte in der Gesamtwertung zu holen." Willy Rampf, seines Zeichens technischer Direktor, zog ein positives Fazit: "Zum Glück hat uns Nick schlussendlich drei Zähler gerettet, damit haben wir in jedem Rennen in der laufenden Saison gepunktet."

    Vier wichtige Punkte für Vettel: Wie ein Irrer

    Vier wichtige Punkte für Vettel: Wie ein Irrer
    Für Toro Rosso verlief das 1. Nachtrennen in der Formel 1-Geschichte gemischt. Sebastian Vettel erkämpfte sich den 5. Rang Sébastien Bourdais wurde nur 12.
    Er habe wie ein "Irrer" gekämpft, sagte Sebastian Vettel nach dem ereignisreichen Nachtrennen von Singapur. Den 5. Platz behalten, keine Fehler machen, die Konzentration bewahren und sich aus allem Ärger heraus halten, waren die Komponenten, die vom jungen Deutschen am Ende erfüllt worden. "Es war ein gutes Rennen für uns, auch wenn das Saftey Car alles andere, als hilfreich war", gab der 21-jährige zu. "Die Hitze war das größte Problem, sie hat es schwierig gemacht, die Konzentration zu aufrecht zu erhalten. Es war eines der schwierigsten Rennen, der Saison."

    -Chef Franz Tost zeigte sich ebenfalls glücklich über die Leistung des Sebastian Vettel. "Er hat wieder Mal eine bravouröse Leistung abgeliefert. Bis zum ersten Saftey Car hatte er den 5. Platz sicher. Es hat unseren Plan durcheinander gewirbelt, aber er ist fantastisch gefahren und das Team hat beim Zweiten Boxenstop alles richtig gemacht."

    Trotz seiner Zufriedenheit über Rang 5 spekulierte der Toro-Rosso-Fahrer dennoch, ob nicht auch der 4 Platz möglich gewesen wäre. "Ich habe mich einmal beim Bremsen vertan und einen Platz an Timo (Glock) verloren. Vielleicht wäre sonst der 4. Platz drin gewesen."

    Für Teamkollege Sébastien Bourdais lief das Rennen hingegen nicht nach dessen Vorstellung. Vor allem weil er Probleme mit der Bremsbalance hatte, sobald er in einer Gruppe fuhr. "Ich wusste nie, wo mein Limit war, wenn ich andere Fahrer vor mir hatte", erklärte der Franzose. "Es war schwierig an den anderen dran zu bleiben, dabei hieß es die ganze Zeit nur das Überholen ist schwer."

    Auch die Länge des Rennens machte Bourdais etwas zu schaffen. "Es war ein sehr anspruchsvolles und langes Rennen. Es war eine lange Nacht. Vor allem weil es an Kühlung im Cockpit fehlte und mein letzter Stint recht lang war und die Reifen nachließen." Strategie, die am Ende nicht mit der erwarteten Belohnung aufwartete.
    Rennergebnisse am 28.09.2008

    26.-28. September: GP von Singapur

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Fernando Alonso Renault F1 1:57.16,304
    2 Nico Rosberg Williams F1 + 00.02,957
    3 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.05,917
    4 Timo Glock Toyota + 00.08,155
    5 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 00.10,268
    6 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.11,101
    7 David Coulthard Red Bull Racing + 00.16,387
    8 Kazuki Nakajima Williams F1 + 00.18,489
    9 Jenson Button Honda Racing F1 + 00.19,885
    10 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.26,902
    11 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.27,975
    12 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 00.29,432
    13 Felipe Massa Ferrari + 00.35,170
    14 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 00.43,571
    15 Kimi Räikkönen Ferrari + 4

    SCHNELLSTE RUNDE
    Kimi Räikkönen/Ferrari Zeit: 01.45,599 in Runde 14

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    15 Nelson Piquet jr. Renault F1
    16 Rubens Barrichello Honda Racing F1
    30 Mark Webber Red Bull Racing
    51 Jarno Trulli Toyota
    51 Adrian Sutil Force India F1
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    Kein Nachtrennen in Malaysia: Es bleibt hell

    Kein Nachtrennen in Malaysia: Es bleibt hell

    Malaysia wird dem Trend zu Europa-freundlichen Startzeiten nicht folgen und auch zukünftig ein Tageslicht-GP bleiben.

    Alle sind begeistert vom ersten Nachtrennwochenende in Singapur. "Ich habe Bernie Ecclestone schon gesagt, dass er es perfekt gelöst hat", sagte Niki Lauda. "Es gab in meinem ganzen F1-Leben noch keinen Grand Prix wie diesen. Das ist für Singapur und den GP-Sport ein absolutes Highlight." Auch Christian Danner war voll des Lobes. Er meinte, die Regierung von Singapur habe alles falsch gemacht, weil sie nicht schon eher so ein Rennen ausgetragen hat.

    Bernie Ecclestone würde gerne noch mehr Nachtrennen sehen. In Malaysia wird es jedoch keines geben. Streckenchef Datuk Mokhzani Mahathir sagte The Star: "Es wird bei Tageslicht gefahren." In Europa soll das Rennen am Vormittag übertragen werden. "Wir werden das Rennen nicht verlieren." Bernie Ecclestone soll dem bereits zugestimmt haben.

    Ferraris schwarzer Tag: Menschliche Fehler

    Ferraris schwarzer Tag: Menschliche Fehler

    Die Technik hatte bei Ferrari in Singapur eigentlich mitgespielt, dafür brachten menschliche Fehler und das Safety Car statt eines Doppelsieges null Punkte.

    "Ein schwarzer Tag, viel mehr kann man nicht sagen", fasste Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die Ereignisse des Rennens in Singapur aus Sicht seines Teams zusammen. Denn er war der Meinung dass ein Doppelsieg für seine Fahrer drin gewesen wäre, am Ende blieb dann kein Punkt. Er musste aber betonen, dass man sich deswegen nun nicht hängen lassen wird. "Wir haben immer unsere Fähigkeit gezeigt, in schwierigsten Situationen zu reagieren und wir werden das diesmal auch tun." Dass es in der Meisterschaft nun schwieriger geworden ist, konnte der Teamchef aber nicht verneinen, doch er musste gleichzeitig betonen, dass der Ferrari im ersten Teil des Rennens das schnellste Auto auf der Strecke gewesen war.

    Ferraris Boxenampel war auf manuell geschaltet

    Das Safety Car wollte er nicht als Ausrede nehmen, sondern meinte, dass es ein Teamfehler war, der Felipe Massa das Rennen kostete. Luca Colajanni erklärte genau, was passiert war: "Der Fehler wäre auch mit dem Lollipop passiert, denn es war kein Systemfehler, sondern ein Fehler der menschlichen Kontrolle der Situation." Denn wegen des Doppelstopps beim Safety Car wurde die Boxenampel bei Ferrari auf manuell umgeschaltet und dabei wurde zu früh auf grün gewechselt. Um danach auf Nummer sicher zu gehen, wurde auf die altbewährte Lollipop-Methode zurückgewechselt. Colajanni konnte dafür bezüglich des verletzten Mechanikers Entwarnung geben und sagen, dass der prinzipiell OK sei.

    Massa hatte sich auch selbst über den Gesundheitszustand des Betroffenen erkundigt, doch mit der Art und Weise, wie er das Rennen verloren hatte, konnte er sich nur schwer anfreunden. Denn das Auto hatte ihm wirklich gut gefallen. "Wir hatten auch eine gute Strategie und es standen alle Zeichen auf Doppelsieg. Aber die Dinge können sich in nur einem Moment ändern und das ist heute passiert", sagte er, nahm den schuldigen Mechaniker aber in Schutz und erklärte, dass alle nur Menschen seien. "Jeder versucht immer sein Bestes und diese Dinge passieren." Dass er dann noch eine Durchfahrtsstrafe und einen Plattfuß am linken Hinterrad bekam, half aber klarerweise nicht. "Auf dieser Strecke ist das Überholen fast unmöglich und da ich am Ende des Feldes war, hatte ich keine Chance auf Punkte. Sieben Punkte in drei Rennen aufholen? Das kann viel oder wenig sein", sagte er und war überzeugt, dass Ferrari das Potential dazu hat.

    Räikkönen sieht sich aus dem Titelrennen

    Und vielleicht kann Massa nun auch wirklich auf die Hilfe von Kimi Räikkönen bauen, denn der meinte nach seinem Ausfall: "Ich weiß, was das Team will - sie wollen die Weltmeisterschaft gewinnen. Wir werden sehen, was passiert. Ich versuche, Rennen zu gewinnen und wir werden sehen, was passiert. Ich bin sowieso schon aus der Weltmeisterschaft draußen." In der Team-Aussendung betonte er dann noch, dass er sein Bestes geben werde, um der Mannschaft zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Deswegen ärgerte es ihn auch, dass er wichtige Punkte liegen gelassen hatte. Seinen Ausfall hatte er so gesehen: "Ich berührte innen den Kerb, prallte ab und traf die Mauer." Er versuchte zwar noch einzulenken und langsamer zu werden, doch der Einschlag genügte dann, um das Rad in einen unfahrbaren Zustand zu verwandeln.

    Der Grund dafür, dass er etwas heiß in die Schikane gekommen war, hieß Timo Glock, denn Räikkönen wollte möglichst nahe am Toyota dran sein, da es nur zwei Überholpunkte auf der Strecke gibt und er einen etwaigen Fehler des Toyota-Piloten auch nutzen wollte. Was das Auto betraf, so hatte er nur zu Beginn ein paar Probleme, doch nach ein paar Runden sei der Ferrari dann rund gelaufen. "Als das Safety Car kam und ich hinter Felipe stoppen musste, verlor ich aber viel Zeit", meinte er. Das habe ihm dann auch die Chance auf den Sieg genommen. Dass er seit Spanien nicht mehr gewonnen hat, wollte Räikkönen aber nicht auf sein Gemüt drücken lassen, denn dass er nach wie vor gewinnen kann, wusste er. "Wir waren ein paar Mal knapp dran, aber recht oft hatten wir Pech, also werden wir es beim nächsten Rennen wieder probieren. Ich habe nicht aufgegeben", sagte er und forderte, wie viele andere an diesem Sonntag, dass doch endlich was an der Safety-Car-Regel gemacht wird.

    Suzuka, Sepang und Melbourne: Freunde der Nacht

    Suzuka, Sepang und Melbourne: Freunde der Nacht

    Malaysia will nicht, Suzuka soll und Melbourne lässt sich alle Wege offen. Nachtrennen sind das große Thema.

    Nachtrennen sind in aller Munde. Obwohl Malaysia die Möglichkeit eines Flutlicht-GP ausräumte, könnte es schon 2009 doch noch ein zweites Nachtrennen neben Singapur geben: Suzuka. Im kommenden Jahr kehrt die Formel 1 auf den Honda-Kurs zurück, nachdem 2007 und 2008 auf dem Toyota-Kurs in Fuji gefahren wurde. Bernie Ecclestone würde das Comeback der einzigen "Acht" im Rennkalender gerne mit einem weiteren Nachtrennen verbinden.

    Laut Motorsport aktuell könnten im Zuge der Umbauarbeiten in Suzuka Flutlichtanlagen installiert werden. Seit dem letzten Rennen 2006 wurden die Boxenanlage und die Haupttribüne abgerissen und erneuert.

    Australien wehrte sich hingegen erfolgreich gegen die Austragung eines Nachtrennens. Trotzdem wurde Australien GP-Chef Drew Ward in Singapur gesichtet. "Unser Vertrag läuft bis 2015 und ein Nachtrennen wurde unter den aktuellen Voraussetzungen ausgeschlossen", sagte er der Herald Sun. "Aber wer weiß, was die Zukunft bringen wird?"

    Ferrari plant den Gegenschlag: Drei Doppelsiege

    Ferrari plant den Gegenschlag: Drei Doppelsiege

    Singapur war für Ferrari keine Reise wert. Das soll sich in Fuji, Shanghai und Sao Paulo ändern.

    Es war nicht zu erwarten, dass die italienische Presse zimperlich mit Ferrari umgehen würde. Null Punkte war das enttäuschende Ergebnis des ersten Nachtrennwochenendes, das mit einer überlegenen Pole Position von Felipe Massa noch so gut begonnen hatte. Ein "Ferrari-Desaster", "fatale Fehler", ein roter "Alptraum" - "Ferrari ging K.O." So das Urteil des italienischen Blätterwaldes. L'Unità fasste zusammen: "Unter Scheinwerferlicht sah es für Ferrari ganz düster aus."

    Die Fehler von Singapur kosteten die Scuderia gleich beide WM-Führungen. Während Massa bis zu seinem Boxenstopp auf dem Weg dazu war, Lewis Hamilton die WM-Spitze abzuluchsen, versenkte Kimi Räikkönen mit seinem Unfall auch die Führung in der Konstrukteurs-WM in der Mauer.

    "Unser Ziel ist klar", betonte Teamchef Stefano Domenicali nach dem Rennen. "Es gibt noch drei Rennen und wir müssen alle drei auf den Positionen 1 und 2 beenden." Das Potenzial dafür habe man, meinte Domenicali. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Auch Experten wie Christian Danner und Jackie Stewart sehen den Ferrari als das schnellste Auto an, zumindest auf trockener Bahn.

    "Unser Ziel ist demnach klar. Es ist nicht einfach, es zu erreichen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir in den letzten Jahren schon in ähnlichen Situationen waren und manchmal siegreich hervorgingen." Allerdings sollte man nicht immer auf ein ähnliches Aufholwunder wie von Kimi Räikkönen in der letzten Saison setzen. "Die Motivation ist ungebrochen. Das Team ist sehr stark, aber leider gibt es solche Momente wie am Sonntag."

    Montezemolo kritisiert Singapur: Beschämend für die F1

    Montezemolo kritisiert Singapur: Beschämend für die F1

    Luca di Montezemolo ließ sich von den vielen Lichtern in der Nacht von Singapur nicht blenden: er mag die Strecke nicht.

    Bernie Ecclestone und die Verantwortlichen in Singapur konnten sich vor Lob kaum erwehren. Von allen Seiten prasselten Lobeshymnen über das gelungene Nachtdebüt der Formel 1 herein. Nur einer war schon im Vorfeld skeptisch. "Die Strecke scheint wieder eine zu sein, auf der man nicht überholen kann, wie in Valencia", kritisierte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Mit diesen Kursen droht der Formel 1 eine hässliche Zukunft."

    Bereits nach dem Rennen in Valencia hatte er die neuen Stadtkurse kritisiert. "Gerade auf den neuen Strecken, die ich nicht mag und die schlecht für die F1 sind: man kann nicht überholen und bei neun von zehn Rennen gewinnt der Pole-Mann", sagte er damals.

    Montezemolos Meinung vom Singapur-Stadtkurs verbesserte sich nach dem Wochenende nicht. "Leider fahren wir auf Strecken, die für einen Zirkus oder etwas anderes besser geeignet wären, denn das Spektakel wird vom Safety Car gebracht", wird der Italiener von der Gazzetta dello Sport zitiert. "Das ist beschämend für die Formel 1.

    In den kommenden Wochen werde er mit allen Teams sprechen, um über eine bessere Lösung für die Zukunft und mehr Spannung für die Zuschauer zu sorgen.
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    Montezemolo fordert drei 1-2-Siege: Alles bestens

    Montezemolo fordert drei 1-2-Siege: Alles bestens

    Tankunfälle und Mauerkontakte sind Vergangenheit. Für Luca di Montezemolo hat Ferrari die beste Ausgangsposition, um beide Titel zu holen.

    "Es war ein bitterer Tag", gab Luca di Montezemolo nach der Nullrunde von Singapur zu. "Aber es sind noch drei Rennen zu fahren, ich habe vollstes Vertrauen in alle bei Ferrari, sie haben immer bewiesen, dass sie bis zum letzten Meter kämpfen werden." Das habe der überraschende Titelgewinn im letzten Jahr in Brasilien bestätigt.

    Zudem habe man bei Ferrari viel schwere Zeiten durchgemacht als ein schlechtes Rennen. "Wir haben am gesamten Wochenende gesehen, dass unser Auto das Beste war und Massa fuhr ein außerordentliches Qualifying", sagte der Ferrari-Präsident der Gazzetta dello Sport. Damit habe Massa gezeigt, dass er der Fahrer mit der besten Form sei.

    "Das Auto ist das Beste, Massa ist der Beste und ich erwarte, dass Räikkönen in den letzten drei Rennen zeigen wird, dass er Weltmeister ist." Entsprechend spricht Montezemolo, wie Teamchef Stefano Domenicali, von drei Doppelsiegen aus den letzten drei Saisonrennen. "Ich erwarte, dass Massa und Räikkönen immer Erster und Zweiter werden, aber auf jeden Fall vor McLaren bleiben."

    Dabei sei es klar, dass Räikkönen auch für das Team und Massa fahren werde. Jeder Fahrer wisse das. "Wir sind Weltmeister, wir können noch immer gewinnen. Wir werden schon beim nächsten Rennen eine tolle Reaktion erleben."

    Gespräch mit Norbert Haug zum Formel-1 Rennen in Singapur

    Gespräch mit Norbert Haug zum Formel-1 Rennen in Singapur


    Wie groß war die Freude über den dritten Platz von Lewis und die Führung in beiden WM-Wertungen?
    "Singapur war ein grandioses Rennen für die Formel - ein Meilenstein mit den atmosphärisch wohl besten Bildern, die es je von diesem Sport gab. Der Safety Car- Einsatz und die dazu gehörige Regel spülte zwei frühe Stopper, die nach 12 bzw. 15 Runden bereits über 50 und 40 Sekunden Abstand zur Spitze hatten und auf Rang 11 und 9 lagen, nach vorne - was keineswegs etwas von der anschließenden Leistung Alonsos und Rosbergs nehmen soll. Deshalb ist Lewis' dritter Platz ganz besonders wertvoll - die Safety Car-Phase mit zunächst geschlossener Boxenstrasse hätte sich noch viel schlimmer für uns auswirken können, obwohl Lewis zu diesem Zeitpunkt Zweiter mit weniger als einer Sekunde Abstand war und entsprechend nach normalem Menschenverstand und Massas Tankpanne eigentlich Erster hätte sein müssen - die Safety Car-Regel ließ dieses nicht zu. Lewis fuhr ausgesprochen clever, riskierte klugerweise wenig, sein unmittelbarer Titelrivale holte in Singapur null Punkte, Lewis sechs."

    War das ein großer oder ein kleinerer Schritt in Richtung Titel für Lewis?
    "Ein kleiner Schritt. Aber kleine Schritte zur richtigen Zeit können manchmal große Wirkung haben und es wäre besonders schön, wenn wir die Führung in Fahrer-Weltmeisterschaft und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft über die letzten drei Grand Prix des Jahres behalten könnten, obwohl uns in Spa für mich vollkommen unverständlicherweise der Sieg aberkannt wurde, was uns durch Massas Aufrücken sechs Punkte kostet. Wir wollen jetzt noch dreimal schaffen, was wir seit dem sechsten von mittlerweile 15 Rennen schafften - vorne bleiben."

    Neue Strecke in Volokolamsk: Die Russen kommen

    Neue Strecke in Volokolamsk: Die Russen kommen

    In Russland entsteht derzeit eine neue Rennstrecke in der Nähe von Moskau.

    Seit Jahren schwebt Bernie Ecclestone ein Grand Prix in Russland vor. Am Mittwoch wurde mal wieder ein Schritt in diese Richtung unternommen. Laut russischen Medienberichten begannen die Arbeiten an einem F1-fähigen Kurs in Volokolamsk, 77 Kilometer westliche von Moskau. Der Moskau Raceway entsteht unter der Aufsicht von Hans Geist, der auch schon in Spielberg und Bahrain für die Streckenprojekte verantwortlich war.

    Die Strecke wird von Hermann Tilke gebaut und soll bis 2010 einsatzbereit sein. F1-Rennen sind allerdings noch nicht vorgesehen, stattdessen sollen die DTM und MotoGP nach Russland gelockt werden. Die Kosten sollen sich auf 215 Millionen US-Dollar belaufen.

    Ecclestone schießt gegen Montezemolo: Danke für die Clowns

    Ecclestone schießt gegen Montezemolo: Danke für die Clowns

    Bernie Ecclestone bekam viel Lob für das Nachtrennen in Singapur. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

    Sie sind neu, sie sind aufregend und sie werden überall heiß diskutiert: Nachtrennen. Schon im nächsten Jahr soll bei mehr Rennen als nur in Singapur unter Flutlicht gefahren werden. Peter Sauber mahnt jedoch zur Vorsicht: "Es gibt Strecken, die würden nachts wie Niemandsland und ein Computerspiel aussehen", warnte Sauber in seiner Kolumne für den Blick. Diesen Eindruck vermittelte ihm das MotoGP-Nachtrennen in Katar.

    Aber nicht nur das Aussehen der Streckenperipherie gibt Sauber zu denken. "Auch nach Singapur bleibt eine wichtige Frage unbeantwortet", betonte er. "Welche Auswirkung hat das Flutlicht, wenn es regnet? Veränderungen sind in der Formel 1 gut, aber man sollte es nicht übertreiben." Aus seiner Sicht sind maximal zwei Nachtrennen genug.

    Montezemolo will sich Gehör verschaffen

    Unterstützung erhält Sauber von Luca di Montezemolo, der jedoch mehr über die Strecken an sich als über die Nachtrennen schimpft. "Leider fahren wir auf Strecken, die für einen Zirkus oder etwas anderes besser geeignet wären, denn das Spektakel wird vom Safety Car gebracht", sagte ein erzürnter Italiener der Gazzetta dello Sport. Das sei beschämend für die Formel 1.

    "Am Sonntag habe ich mich vor dem Fernseher gefühlt, als wäre ich in Disneyworld. Hoffen wir, dass sie in Singapur 2009 Modeschauen, Disney Paraden oder etwas Anderes machen. Aber sicher nicht Formel 1. Wenn das die Zukunft des Rennsports ist, dann sieht es schlimm aus. Ich mochte Valencia schon nicht, wir werden uns Gehör verschaffen."

    Ecclestone schießt zurück

    Bernie Ecclestone sieht in den Aussagen des Ferrari-Präsidenten vor allem die Verärgerung über das eigene schlechte Abschneiden bei der Nachtpremiere in Singapur. "Wenn er den Singapur GP als Zirkus ansieht, dann müssen wir dafür danken, dass er die Clowns gestellt hat", wird Ecclestone in der Mail on Sunday zitiert.

    "Nach dem Wochenende von Ferrari sollte der Präsident den Mund halten und geduckt herumlaufen", so Ecclestone weiter. Keiner der beiden Ferrari-Fahrer kam in Singapur in die Punkte. Kimi Räikkönen landete in der Mauer und Felipe Massa riss den Tankschlauch aus der Anlage. "Wenn Massa die WM verlieren sollte, dann wird er wissen, dass das Team dafür verantwortlich ist."

    Massa will Änderung bei Safety-Car-Regel: Der Faktor Glück

    Massa will Änderung bei Safety-Car-Regel: Der Faktor Glück

    Ungeachtet der Fehler von Ferrari sah Felipe Massa in Singapur, dass die Safety-Car-Regeln überarbeitet gehören. Die WM sieht er noch weit offen.

    Mit einigermaßen gemischten Gefühlen musste Felipe Massa dieser Tage auf das Rennen am vergangenen Wochenende in Singapur zurückschauen. Da war einerseits das Nachtrennen an sich, das er als gute Idee empfindet und sehr interessant und sehr anders findet. Doch das war nicht das, was wirklich in seinem Gedächtnis hängen geblieben war. "Diese spezielle Rennen hat klar aufgezeigt, dass die Safety-Car-Regeln ganz genau untersucht werden müssen, denn die Idee der Formel 1 ist es, dass ein Rennen von der besten Fahrer-Auto-Kombination an diesem Tag gewonnen wird", betonte er.

    Massa gab zu, dass bei Ferrari in Singapur Fehler gemacht wurden, doch mit einem Blick auf das Rennergebnis musste er sagen, dass das Safety Car genug Einfluss hat, um einen Fahrer vom Mittelfeld nach vorne zu spülen. "Das aber nicht wegen cleverer Strategie, sondern einfach wegen Glück. Ich denke, das System muss geändert werden und das Problem wurde vor allem durch die eigene Natur der Strecke in Singapur hervorgehoben", meinte er. Wobei er dazu auch gleich noch erklären musste, dass die Bodenwellen in Singapur auch überarbeitet werden müssen, bevor es nächstes Jahr wieder losgeht. "Die Strecke selbst war aber nett und anders, mit mehr Ähnlichkeiten zu Monaco als zu Valencia. Es sind nur ein paar Details, die geändert werden müssen."

    Bis zum nächsten Singapur-Besuch ist für den Brasilianer aber noch viel zu tun, denn in der Weltmeisterschaft hat er es sich dank Tank-Missgeschick nicht gerade leichter gemacht. Er musste das wiederholen, was er bereits am Sonntag gesagt hatte: "Eine Lücke von sieben Punkten kann viel oder wenig sein. Wenn man sich ansieht, was mir in Singapur passiert ist, wo mein Rückstand von einem Punkt plötzlich auf sieben gewachsen ist, dann muss man daran denken, dass es auch leicht in die andere Richtung gehen könnte." Er baute sich mit der Tatsache auf, dass er nach wie vor ein gutes Auto hat und das Team sogar zwei gute Autos, mit denen man vor der Konkurrenz ankommen kann. "Das ist möglich, wir müssen positiv denken und bis zum letzten Rennen kämpfen. Das Motto für den Rest der Saison muss sein, nach vorne zu schauen und nicht aufzugeben."

    16. Japan GP / Fuji International Speedway

    16. Japan GP / Fuji International Speedway

    Japan: Zu Füßen des Berges
    Mit fast 1,5 Kilometern die längste Gerade der Formel 1, zwei völlig unterschiedliche Streckenteile, der erste sehr schnell, der zweite eher eng und ein bisschen "Mickey-Maus-Kurs"-ähnlich, dabei aber ein für eine Formel-1-Strecke ungewöhnlicher Höhenunterschied von 36 Metern: Interessant ist der Kurs des Fuji Speedway auf jeden Fall.

    Der deutsche Architekt Hermann Tilke stand beim Umbau der traditionsreichen Strecke, auf der ja schon 1976 und 1977 die beiden ersten Japan-GP's stattgefunden hatten, vor der Herausforderung, durch die landschaftlichen Gegebenheiten in der bergigen Gegend am Fuße des Fujiyama in seiner Gestaltungsfreiheit eingeschränkt zu sein.

    Wobei vor allem eines erreicht werden musste: Auf dem vorhandenen Raum die Strecke etwas länger und langsamer zu machen - damit die Rundenzeiten nicht zu kurz werden. Auf 4,553 Kilometer kommt man jetzt - der Rundenrekord aus der Formel Nippon steht bei 1:26, für die Formel 1 werden Zeiten von deutlich unter 1:20 erwartet.

    Dass die Strecke von Suzuka für die Fahrer interessanter und anspruchsvoller ist, das kann auch Ricardo Zonta nicht verhehlen - obwohl der als Toyota-Testfahrer natürlich Fuji, das ja seinem Noch-Arbeitgeber gehört, natürlich loben muss und dabei vor allem die technische Schwierigkeit einiger blinder Kurven und Bergauf-Passagen betont.

    Einen Vorteil hat Fuji auf jeden Fall gegenüber Suzuka: die Umgebung ist wesentlich attraktiver. Wie die Veranstalter allerdings die für den Rennsonntag im Oktober 2007 erwarteten 140.000 Zuschauer an die verkehrstechnisch nicht so einfach zu erreichende Strecke bringen wollen, ob die gesamte Infrastruktur, Hotels, etc. überhaupt ausreichend funktionieren wird, das wird sicherlich noch interessant...
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    Ferrari kehrt zum Lollipop zurück: Weg mit der Ampel

    Ferrari kehrt zum Lollipop zurück: Weg mit der Ampel

    Ferrari lässt die Boxenampel zuhause. In Japan, China und Brasilien wird wieder mit dem Lollipop gewunken.

    Gleich bei zwei Rennen gab es Probleme mit dem futuristische Boxenampelsystem von Ferrari. In Valencia war es Kimi Räikkönen, der zu früh losfahren wollte, in Singapur bekam Felipe Massa zu früh das Signal und nahm den Tankschlauch mit. Nach intensiver Recherche entschloss sich Ferrari dazu, für den Rest der Saison auf das System zu verzichten. Das bestätigte Teamchef Stefano Domenicali gegenüber Sky Italia.

    Das System spare zwar viel Zeit, wenn es funktioniert, "aber wir gehen zum alten System mit einem Lollipop zurück, da wir festgestellt haben, dass das Team ruhig sein muss." Zu diesem Zeitpunkt des Titelkampfes sei es am wichtigsten, dass alle Beteiligten so wenig Stress wie möglich haben.

    Zuletzt hatte es Kritik für das Ferrari-System gehagelt. Keke Rosberg grantelte: "Es wird Zeit, dass man die Boxenanlage umbaut und wieder mit Lollipop arbeitet. Im Endeffekt müsste man die Anlage verbieten. Wir hatten riesiges Glück, dass es kein Feuer gegeben hat."
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    Vorschau: Grand Prix von Japan 2008

    Vorschau: Grand Prix von Japan 2008

    Fuji International Speedway, Japan
    Der schneebedeckte Vulkan Mount Fuji ist die Kulisse des Grand Prix von Japan vom 10. bis 12. Oktober 2008, 16. von 18 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008.
    Der Fuji International Speedway stand 2007 nach 30 Jahren erstmals wieder im Formel-1-Kalender. Die davor umgebaute Strecke ist in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge Schauplatz des japanischen Grand Prix; 2009 wird das Rennen, das in diesem Jahr zum 24. Mal stattfindet, nach Suzuka zurückkehren und dann abwechselnd dort und am Mount Fuji ausgetragen.
    Dort gewann McLaren-Fahrer James Hunt die Formel-1-Weltmeisterschaft 1976 mit dem dritten Platz im Rennen; ein Jahr später gewann er den Grand Prix. Vor einem Jahr, beim dritten Japan GP in Fuji, siegte Lewis Hamilton im Vodafone McLaren Mercedes bei strömendem Regen; 20 von 67 Rennrunden wurden damals hinter dem Safety Car gefahren.

    Lewis Hamilton
    Wie schwer fiel es dir in der Schlussphase in Singapur, die vor dir liegenden Fahrer nicht anzugreifen?
    „Ich lernte etwas, als ich in Singapur hinter David herfuhr. Vorher sagst du dir, du musst konstant fahren und Fehler vermeiden. Aber Wunsch und Wirklichkeit gehen oft auseinander. Denn sobald du im Auto sitzt, ist es schwierig deinen Rennfahrerinstinkt zu bremsen, den du seit dem Alter von acht Jahren entwickelt hast. Deshalb war Singapur eine gute Erfahrung; auf Grund der ungewöhnlichen Vorkommnisse musste ich nicht unbedingt gewinnen und konnte auch an die Weltmeisterschaft denken. Ich mag es gar nicht, nur auf Ankommen zu fahren, aber diesmal hat es sich wirklich ausgezahlt.“
    Mit welchen Gefühlen kehrst du nach Japan zurück? Immerhin hast du in Fuji vor einem Jahr deinen wohl denkwürdigsten Sieg der letzten Saison errungen.
    „Mir gefällt Japan. Der Regen und die schlechte Sicht sorgten 2007 für ein schwieriges Rennen, aber mir hat es dennoch Spaß gemacht. Die japanischen Fans sind sehr begeisterungsfähig, aber doch sehr höflich und freundlich; solche Fans findest du bei kaum einem anderen Rennen in der Welt. Ich werde oft gefragt, ob ich lieber im Regen oder im Trockenen fahre und ich gebe immer dieselbe Antwort – es ist mir egal. Natürlich ist es im Trockenen einfacher und deshalb ist mir das auch lieber. Aber ich wünsche mir schönes Wetter auch für die Fans; sie sollen ein tolles Wochenende erleben und dabei eines der besten Rennen dieser Saison sehen.“

    Heikki Kovalainen
    Du hast im letzten Jahr in Japan eines deiner besten Rennen gezeigt. Freust du dich darauf, wieder in Fuji zu sein?
    „Klar. Vor einem Jahr lief alles für mich und ich war fahrerisch in Bestform. Im Qualifying war ich nicht ganz so schnell, aber ich ließ mich nicht entmutigen, fuhr mit viel Gefühl, machte keine Fehler und kämpfte mit Kimi Räikkönen um den zweiten Platz, den ich am Ende holte – meine erste Podiumsplatzierung in der Formel 1 und der Höhepunkt meiner ersten Grand-Prix-Saison. Deshalb freue ich mich auf Japan, auf einen Besuch in Tokio und auf die Strecke, mit der ich viele gute Erinnerungen verbinde.“
    Welche Abstimmung benötigt man für eine schjnelle Runde in Fuji?
    „Die Strecke ist nicht besonders schwierig, die Kurven sind recht einfach zu lernen und unter ihnen ist keine, die einen besonderen Einfluss auf die Rundenzeit hat. Man muss hier sehr präzise fahren, darf keine Fehler machen. Du musst dein Auto bestens verstehen und eine gute Abstimmung finden und das kann auch auf einer so einfachen Strecke schwer.“

    Martin Whitmarsh
    Welche technischen Anforderungen stellt die Strecke in Fuji?
    „Der Fuji International Speedway ist weder eine besondere Fahrerstrecke – wenn es nicht gerade regnet - noch stellt er besondere Ansprüche an das Auto. Hier brauchst du eine solide und kluge Technik und nicht so sehr pure Leistung oder eine effiziente Aerodynamik. Wir reisen mit ein paar kleineren Modifikationen am Auto an und wollen im Freien Training so viel wie möglich fahren, um die Fahrzeuge damit optimal abzustimmen. Wir setzen dabei auf gutes Wetter, haben aber im letzten Jahr erfahren, dass man sich darauf am Berg nicht verlassen kann.“

    Norbert Haug
    Warum hat Lewis Hamilton nach Felipe Massas Tankproblem nicht gewonnen? Er war zu diesem Zeitpunkt Zweiter und der Sieger kam vom 15. Startplatz, der Zweitplatzierte von Rang acht, Lewis wurde Dritter.
    „Lewis fuhr bis zum ersten Boxenstopp an zweiter Position. Die erste Safety Car Phase ab Runde 15 begünstigte natürlich die Fahrer, die kurz davor an den Boxen waren, wie beispielsweise David, der nach seinem Boxenstopp 20 Runden vor Lewis fuhr - langsamer, als Lewis’ Rennspeed. Bevorteilt waren in Singapur Fahrer, die nach dem Safety Car Einsatz und den Stopps ohne Verkehr fahren konnten und deshalb gab es erneut Kritik an der aktuellen Safety Car Regel.“
    Welche besonderen Ansprüche stellt Fuji an Fahrer und Teams?
    „Die rund viereinhalb Kilometer lange Strecke am Mount Fuji stellt eine ziemlich schwierige Aufgabe für die Fahrer und Ingenieure dar. Die knapp 1,5 Kilometer lange Start-und-Ziel-Gerade ist die längste aller Strecken im Formel-1-Kalender; hier werden 20 Sekunden unter Volllast gefahren. In Kurve zehn erreichen die Autos nur etwa 70 km/h. Es wird also eine ziemlich große Herausforderung für Fahrer und Ingenieure sein, den besten Kompromiss bei der Abstimmung zwischen Höchstgeschwindigkeit und langsamen Kurven zu erarbeiten. Erfahrungswerte aus dem letzten Jahr sind wegen des damals herrschenden starken Regens nur bedingt übertragbar.“
    Lewis geht als Spitzenreiter der Fahrer-WM mit sieben Punkten Vorsprung in die letzten drei Grand Prix der Saison, Vodafone McLaren Mercedes führt bei den Konstrukteuren mit einem Punkt Vorsprung. Wie gehen Sie diese drei Rennen an?
    „Drei Grand Prix innerhalb von drei Wochen auf zwei verschiedenen Kontinenten in drei verschiedenen Zeitzonen sind für alle Fahrer und Teams eine enorme Herausforderung. Seit Lewis‘ Sieg in Silverstone, mit dem er wieder die WM-Führung übernahm, hat Vodafone McLaren Mercedes 77 Punkte erzielt. Die nächsten in der Tabelle, Ferrari und BMW Sauber, schafften 43, beziehungsweise 46 Punkte. Lewis sammelte in diesem Zeitraum 46 Zähler. Zum siebten Mal in Folge kommt Lewis als WM-Spitzenreiter zu einem Grand Prix. Alle im Team werden hart arbeiten, um dies auch bis nach dem letzten Rennen in Brasilien zu schaffen.“

    Williams sieht Vettel als nächsten Star

    Williams sieht Vettel als nächsten Star: Wird bald Lewis herausfordern
    Frank Williams ist überzeugt, dass Sebastian Vettel im richtigen Team Weltmeisterschaften gewinnen kann. Für Lewis Hamilton dürfte er bald fordern.

    Die große neue Offenbarung für die Formel 1 ist in Person von Lewis Hamilton gerade erst vor knapp zwei Jahren in der Serie angekommen, doch Frank Williams sieht bereits die nächste. Denn nach den guten Vorstellungen und dem ersten Sieg für sich und Toro Rosso glaubt der Teamchef, dass Sebastian Vettel bald noch Größeres vollbringen wird. "Ich denke, Vettel wird innerhalb der nächsten beiden Jahre Weltmeisterschaften gewinnen, wenn er ins richtige Team kommt", sagte Williams. Es war übrigens das Team des Briten, für das Vettel 2005 seinen ersten Formel-1-Test fuhr, da der Rennstall damals noch mit BMW kooperierte und der junge Deutsche die Formel BMW gewonnen hatte.

    Auf Hamilton sah Williams durch Vettel jedenfalls die nächste große Herausforderung zukommen. "Er wird Lewis bald herausfordern, auch wenn Lewis jetzt zwei Jahre Erfahrung sammeln konnte. Er [Vettel] macht sich für einen 21-Jährigen außergewöhnlich." Was ihn allerdings wunderte, war die Tatsache, dass Vettel nun innerhalb der Red Bull Familie unterwegs ist und nicht bei BMW. Denn immerhin konnte Mario Theissen ihn seit der Formel BMW beobachten und das Talent erkennen. "Deswegen wundert es mich, dass er letztendlich bei Red Bull gelandet ist." Dort hatte man Vettel allerdings auch schon früh als Talent und gefördert.

    Qualifying: Hamilton holt Fuji-Pole

    Qualifying: Hamilton holt Fuji-Pole

    Lewis Hamilton sicherte sich am Samstag die beste Ausgangslage für den Japan GP und den Titelkampf. Felipe Massa startet nur von Platz 5.

    In einem spannenden Schlussspurt vermieste Lewis Hamilton den Ferrari-Piloten die geplante rote Startreihe. Um zwei Zehntel unterbot der WM-Leader die Zeit von Kimi Räikkönen, der seinerseits im dritten Qualifying zum ersten Mal an diesem Wochenende so schnell und schneller als sein Teamkollege Felipe Massa unterwegs war.

    Aber nicht nur Hamilton und Räikkönen stehen vor dem WM-Zweiten. Felipe Massa musste sich in den Schlusssekunden auch noch Heikki Kovalainen und Fernando Alonso geschlagen geben. Somit startet er den Japan GP nur aus der dritten Reihe von Position5.

    Neben Massa geht Robert Kubica als bester BMW Sauber-Pilot ins Rennen. Der Pole war geradeso durch das 1. Qualifying geschlittert, in dem sein Teamkollege Nick Heidfeld überraschend hängen blieb. Die vierte Reihe gehört Toyota: beim Heimspiel auf der konzerneigenen Strecke in Fuji startet Jarno Trulli von 7 und Timo Glock von 8. Auch Trulli war bis zum Q2 das gesamte Wochenende immer hinter Glock platziert. Die Top10 runden die beiden Toro Rosso von Sebastian Vettel und Sebastien Bourdais ab. Die Red Bull-Boliden schieden beide im Q2 aus, ebenso wie Nico Rosberg im Williams.

    Enttäuschung bei Heidfeld

    Bereits nach den ersten 20 Minuten musste Nick Heidfeld aus seinem BMW Sauber aussteigen und sich den Rest des Qualifyings aus der Box ansehen. "Natürlich ist die Enttäuschung groß, weil es so extrem knapp war", sagte er. "Es lag wahrscheinlich daran, dass wir auf die falschen Reifen gegangen sind." Neben McLaren und Ferrari ist BMW Sauber als einziges Team beide Runs mit den harten Reifen gefahren.

    "Es war klar, dass wir mit den weichen schneller wären, also hat mich das Team gefragt, ob ich mich mit den harten noch steigern könnte, das habe ich bejaht und auch um eine halbe Sekunde geschafft. Aber es hat nicht gereicht." Dabei wurde BMW Sauber auch vom nassen 3. Training am Samstagvormittag fehlgeleitet, da man die Setupänderungen zum Freitag nicht im Trockenen austesten konnte.

    "Im Nassen sind wir beide gut zurecht gekommen, aber das war nicht vergleichbar", so Heidfeld. "Trotzdem sind die Änderungen richtig. Von dieser Position wird es schwierig, aber wir haben in der F1 schon viel gesehen und es kann immer alles passieren."

    Sutil setzt auf Topspeed

    Darauf baut auch Adrian Sutil, der zwar nur 19. wurde, aber acht Zehntel schneller war als sein erfahrener Teamkollege Giancarlo Fisichella. "Es war eine sehr gute Runde, ich bin sehr zufrieden", sagte er. "Ich kenne die Strecke sehr gut, was sicher ein kleiner Vorteil ist."

    Dennoch ärgert er sich, dass er trotz des verhältnismäßig geringen Abstands zur Spitze nur in der letzten Reihe steht. "Aber wir haben ein Trockensetup gewählt und sollten sehr schnell auf der Geraden sein." Das soll Überholmöglichkeiten bieten. "Wir wollten das Auto auf Topspeed ausrichten, weil es dann besser läuft."

    Japan GP: Alonso siegt, Massa und Hamilton bestraft

    Japan GP: Alonso siegt, Massa und Hamilton bestraft

    Fernando Alonso bestätigt den Aufwärtstrend von Renault mit dem zweiten Sieg in Folge. Die Titelkandidaten sammeln Kollisionen und Strafen.

    Immer wenn Fernando Alonso ein Rennen oder einen Podestplatz im Vorhinein ausschließt, scheint am Sonntag alles genau nach dem Geschmack des Spaniers zu laufen. Nach dem Qualifying meinte der Ex-Doppelweltmeister, dass Renault nicht die Pace habe, um auf das Podium zu fahren. Dafür benötige man sehr viel Glück. Das scheint dem Spanier momentan hold zu sein: nach seinem Sieg in Singapur stand Alonso auch in Fuji ganz oben auf dem Podium. Mit 10 Sekunden Vorsprung fuhr er seinen zweiten Sieg in Folge heraus.

    So sicher Alonsos Sieg war, so umkämpft war der zweite Platz in den Schlussrunden des Japan GP. Robert Kubica kämpfte nicht nur mit Kimi Räikkönen, sondern auch mit einem übersteuernden Auto und schlechter Traktion. Immer wieder setzte Räikkönen zum Überholmanöver an, ging neben den BMW Sauber, kam aber nicht vorbei. Stattdessen holte Nelson Piquet auf das rot-weiß-blaue Duo auf. An der Reihenfolge änderte sich aber nichts mehr.

    Kubica schnappte sich mit Platz 2 wichtige Punkte im Titelkampf und liegt nun nur noch 12 Zähler hinter Lewis Hamilton auf Rang 3 der Fahrer-WM. Räikkönen überquerte die Ziellinie als Dritter, vor Piquet, der zusammen mit Alonso den vierten Platz von Renault in der Konstrukteurswertung weiter absicherte.

    Strafen für die WM-Anwärter

    Für beide Titelkandidaten begann das Rennen ganz anders als gedacht. Lewis Hamilton bremste die erste Kurve spät an, um sich auf der letzten, grünen Rille gegen Kimi Räikkönen durchzusetzen, der den Briten auf dem Sprint zur ersten Kurve zunächst überholt hatte. Doch das Manöver ging schief: Hamilton und Räikkönen kamen neben die Strecke ab und verloren beide Plätze. Auch dahinter sorgte das Chaos für einige Positionswechsel, so dass auch Felipe Massa zurückfiel.

    Für Hamilton sollte der verpatzte Start samt des Abdrängens von Räikkönen noch Folgen haben: er erhielt eine Drive Through-Strafe. "Mir ist nicht ganz klar, warum Lewis bestraft wurde", sagte Teamchef Ronn Dennis in einem TV-Interview. "Das ist Motorsport, richtig? Massa hat Webber abgedrängt, da war alles in Ordnung. In der ersten Kurve passiert es oft, dass Autos rausgetragen werden, er hat niemanden berührt, keine Ahnung, warum er bestraft wurde. Wenigstens führen wir immer noch mit 6 Punkten in der WM." Auch Heikki Kovalainen sah in der Aktion eine "normale erste Kurve".

    Hamilton wurde aber nicht als einziger bestraft. Zunächst konnte er sich, auch nach dem Verbremser, auf Platz 3 beziehungsweise 4 halten. Doch dann fiel er urplötzlich hinter Felipe Massa zurück, den er zwar wieder überholte, von diesem bei dessen Konter aber umgedreht wurde, als Massa Hamilton in der Schikane innen über den Kerb überholen wollte und den McLaren dabei am Heck traf. Auch dafür gab es von den Rennkommissaren eine Strafe. So fanden sich Massa und Räikkönen nach 18 Runden auf den Position 13 und 14 wieder.

    Für Massa war das Rennen der Zwischenfälle damit noch nicht vorbei. Zwar kämpfte er sich vor seinem zweiten Boxenstopp noch bis auf Rang 8 nach vorne, doch in Runde 51 kam es zu einer erneuten Kollision: In Kurve 1 wollte Massa den aus der Box kommenden Sebastien Bourdais überholen, doch der gab innen in der Kurve nicht nach. Die Autos kollidierten und Massa drehte sich.

    Der Zwischenfall wird von den Kommissaren nach dem Rennen untersucht. Es droht eine 25-Sekunden-Zeitstrafe. Massa bremste das nicht: er überholte sowohl Nick Heidfeld als auch Mark Webber und holte so als Achter noch einen Punkt. Eine Strafe für Bourdais könnte Vettel Platz 6 und Massa sogar noch Platz 7 einbringen. Vorerst sehen die Punkteränge so aus: Trulli auf 5, Bourdais auf 6, Vettel auf 7 und Massa auf 8. Hamilton kam nicht über Platz 12 hinaus.

    Unfall und Ausfälle

    Das Duell Hamilton gegen Räikkönen war nicht der einzige Knalleffekt des Starts. Richtig heftig war es für David Coulthard, der bei seinem letzten Japan GP in der ersten Kurve abflog und hart in die Reifenstapel einschlug. Dabei hatte der Schotte noch Glück im Unglück: bei seinem Abflug touchierte er den Williams von Kazuki Nakajima nur leicht, so dass dessen Frontflügel beschädigt wurde, die Autos aber nicht ineinander rasten.

    "Ich versuchte innen an Bourdais vorbeizugehen", erklärte Coulthard gegenüber ITV. "Er kam über den Scheitelpunkt zurück. Piquet bremste vor uns etwas früh und ich steckte zwischen beiden." Die Autos berührten sich leicht und beim Beschleunigung aus Kurve 2 heraus brach dann wohl die Aufhängung in Folge der Berührung zuvor.

    Nicht viel weiter kam Timo Glock, der nach zwei Boxenstopps früh aufgeben musste. "Mein Start war ziemlich gut, ich konnte auf der Außenbahn einige Plätze gutmachen", erklärte er. Allerdings verlor er die Plätze wieder im Chaos in Kurve 1. "Es waren viele Teile auf der Strecke und ich bin wohl über etwas gefahren. Danach hat sich das Auto komisch angefühlt und ist in Kurve 6 ausgebrochen. Im Gras bin ich wieder über etwas geflogen, relativ stark abgehoben und bei der Landung ist hinten wohl etwas gebrochen."

    Auch für Adrian Sutil war schon früh Schluss. Der Force India-Pilot musste sein Auto mit einem Reifenschaden hinten rechts abstellen. Das Rennen von Heikki Kovalainen endete wenig später mit einem Motorschaden. "Ich habe Leistung verloren", so der Finne. "Bis dahin lief es gut für mich. Ich konnte der Spitze folgen und wollte bis zum ersten Stopp warten. Ich war mir sicher, mehr Sprit an Bord zu haben. Es war eine große Chance für mich, aber da kann man nichts machen."

    Ergebnis: Großer Preis von Japan

    Ergebnis: Großer Preis von Japan

    Lewis Hamilton wird Zwölfter und bleibt Führender in der WM

    Dreher nach Rempler von Massa – Durchfahrtsstrafe wegen Vorfalls in der ersten Kurve
    Heikki Kovalainen mit Motorschaden ausgefallen
    Vodafone McLaren Mercedes Zweiter in der Konstrukteurs-WM

    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton belegte beim Grand Prix von Japan in Fuji den zwölften Platz; er wurde in der zweiten Runde von seinem Titelrivalen Felipe Massa (Ferrari) in einen Dreher geschubst und fiel an das Ende des Feldes zurück, außerdem erhielt er eine Durchfahrtsstrafe wegen eines Vorfalls in der ersten Kurve nach dem Start. Heikki Kovalainen fiel an dritter Stelle liegend in der 17. Kurve wegen Motorschadens aus. An der Spitze der Fahrer-WM blieb die Situation nahezu unverändert: Lewis führt mit 84 Punkte aus; Massa, der heute Siebter wurde und zwei Punkte gut machte, ist Zweiter mit 79 Punkten. Heikki liegt mit 51 Zählern auf Rang sechs. Nach 67 Runden (305,416 km) siegte Fernando Alonso (Renault). Vodafone McLaren Mercedes liegt nach 16 von 18 Rennen in der Konstrukteurs-WM auf Platz zwei mit 135 Punkten; Ferrari führt mit 142 Punkten.

    Der Start:
    Zum sechsten Mal in diesem Jahr stand Lewis auf der Pole Position, Heikki startete hinter ihm auf Platz drei. Lewis verlor in der ersten Runde fünf Positionen und fiel auf Platz sechs zurück; Heikki kam als Dritter aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen:
    Runde 2: In der zweiten Runde attackierte Lewis vor der Schikane den vor ihm fahrenden Massa. Der Brasilianer kürzte ab und fuhr Lewis ins Auto, der drehte sich und musste das ganze Feld passieren lassen. Lewis fuhr sofort an die Box (8,2 Sekunden) und lag danach an 18. Position.
    Runde 17: Heikki fiel an dritter Stelle liegend wegen Motorschadens aus. Lewis erhielt eine Durchfahrtsstrafe, weil er in der ersten Kurve nach dem Start ein anderes Auto von der Strecke gedrängt haben soll. Massa erhielt eine Durchfahrtsstrafe wegen der Kollision mit Lewis.
    Runde 20: Lewis war 15., 13,5 Sekunden hinter Massa, der an 14. Stelle fuhr.
    Runde 30: Lewis fuhr an 14. Position; 7,2 Sekunden hinter Massa.
    Runde 34: Lewis war jetzt 13, Massa Zwölfter.
    Runde 40: Lewis fuhr zu einem zweiten Boxenstopp herein (8,4 Sekunden) und nahm das Rennen als 13. wieder auf.
    Runde 54: Lewis war Zwölfter.
    Ziel (Runde 67): Lewis fuhr auf Platz zwölf ins Ziel.

    Lewis Hamilton
    „Über diesen Ausgang bin ich alles andere als glücklich. Aber ich werde das hinter mich bringen und morgen ist ein neuer Tag. Ich startete nicht besonders gut, kam in den Windschatten hinter Kimi und fuhr auf die Innenseite. Wie alle anderen auch bremste ich etwas spät und mehrere Autos fuhren in der ersten Kurve neben die Strecke – ich etwas weiter als die anderen. Die Durchfahrtsstrafe, die ich dafür erhielt, lässt sich ebensowenig rückgängig machen wie das Rennergebnis. In der zweiten Runde kam Felipe von der Ideallinie ab, ich fuhr nach innen und ließ ihm Platz, doch er rammte mich recht hart in einen Dreher. Das Positive ist, dass ich nur zwei Punkte auf Felipe eingebüßt habe, der Kampf geht also weiter. Ich werde den heutigen Tag vergessen – wir haben noch zwei Rennen vor uns und die will ich beide gewinnen.“

    Heikki Kovalainen
    „Der heutige Tag begann vielversprechend und endete enttäuschend. Ich startete gut, und obwohl ich in der ersten Kurve kurz von der Strecke abkam, reihte ich mich hinter Robert Kubica und Fernando Alonso ein. Ich war zuversichtlich, die beiden einholen zu können, denn mein Auto lief fantastisch. Dann blieb urplötzlich der Motor stehen. Wirklich schade, wir waren die ganze Saison über so zuverlässig. Mit dem Speed, den wir heute hatten, gehe ich optimistisch nach China.“

    Ron Dennis
    Das war ein harter Tag. Die Durchfahtsstrafe für Lewis überraschte uns. Jeder von uns sah schon ähnliche Vorkommnisse in der ersten Kurve eines Rennens, doch bisher gab es dafür keine Strafen. Fahrer verpassen ihre Bremspunkte, sie kommen von der Ideallinie ab – so etwas passiert. Heikki fuhr in einer guten Position, er hatte deutlich mehr Sprit an Bord als die Autos um ihn herum. Dann traf ihn ein einer unserer äußerst seltenen Motorschäden. Mit Hinblick auf die Meisterschaft hätte es für uns schlechter ausgehen können, dennoch war es ein enttäuschendes Wochenende. Bei zwei noch ausstehenden Rennen führt Lewis mit fünf Punkten Vorsprung und wir werden nicht nachlassen.“

    Norbert Haug
    „Der Start war chaotisch, und eine Runde später ruinierte Massa Lewis' Rennen, als er zuerst von der Ideallinie abkam, dann die Schikane abkürzte und Lewis in einen Dreher rempelte. Der nächste Grand Prix findet am kommenden Wochenende statt und weder Massa noch Ferrari profitierten allzu sehr vom heutigen Ergebnis. Immerhin liegt Lewis trotz der Massa-Aktion in der Fahrer-WM noch vorne. Heikkis Motorschaden werden wir noch heute Nacht und morgen in Brixworth untersuchen. Leider ist das heute passiert, Heikki war klarer Sieganwärter, er war Dritter, hatte einen guten Speed und fuhr mit einer überlegenen Strategie. Sorry, für ihn und unser Team. Wir werden hart arbeiten um sicherzustellen, dass so ein Schaden nicht wieder auftritt."

    Hamilton hätte es gerne anders gemacht

    Hamilton hätte es gerne anders gemacht: Ich habe aber niemanden getroffen

    Lewis Hamilton gab zu, dass er in Kurve eins von Fuji einen Fehler gemacht hatte. Er verstand aber nicht, dass er gleich hart bestraft wurde wie Felipe Massa.

    Für Lewis Hamilton war das Rennen in Fuji nicht der erhoffte Befreiungsschlag in der WM. Davor hatte eigentlich alles für den Briten gesprochen, danach schien er einigermaßen frustriert, wollte sogar direkt nach dem Rennen die Strecke verlassen, bevor er sich noch überreden ließ, doch noch Stellung zu seinem Rennen und seinen Treffen mit Kimi Räikkönen und Felipe Massa zu nehmen. Dabei beschränkte sich der Brite allerdings aufs Wesentliche. "Ich kam in Kurve eins nach draußen, das war ein Fehler, da habe ich zu spät gebremst. Später hat mich Felipe hinaus geschoben", meinte er.

    Die Kollision mit Massa, für die der Brasilianer auch bestraft wurde, die Hamilton allerdings ganz ans Ende des Feldes zurückfallen ließ, hatte der McLaren-Fahrer folgendermaßen erlebt: "Ich kam nach innen, er hat spät gebremst. Ich dachte, ich wäre vorbei. Ich fuhr normal in die Kurve und habe etwas Platz gelassen, er hat mich aber getroffen. Ich bin weitergefahren und später bekamen wir dann beide eine Strafe." Gegenüber den britischen Kollegen von ITV taute Hamilton dann ein bisschen auf und zeigte ein wenig Reue, was Kurve eins und sein Bremsmanöver gegen Räikkönen betraf: "Man blickt immer zurück und wünscht sich, man hätte etwas Anderes gemacht - ich habe einen Fehler gemacht und dafür bezahlt. So etwas passiert, man muss den Kopf oben behalten und weiterfahren."

    Was die Strafe für sein extrem spätes Bremsmanöver betraf, so konnte er damit leben, dass die Stewarts ihn zur Verantwortung zogen. Allerdings war er nicht sehr glücklich darüber, dass Massa für ein viel kostspieligeres Manöver genau gleich bestraft wurde. "Wir haben beide die gleiche Strafe bekommen, aber ich habe niemanden getroffen und er schon. Ich nehme an, so läuft es in diesem Spiel einfach", erklärte Hamilton. Immerhin konnte er sich damit beruhigen, dass Massa am Ende - zumindest vor einer Entscheidung über die Kollision Massa-Bourdais - nur einen Punkt in der WM aufgeholt hatte. "Ich denke, es macht keinen Unterschied. Ich habe heute einen Punkt verloren, was Schadensbegrenzung ist und wir werden nächste Woche weitermachen. Wir werden genauso stark sein und wir werden sicherstellen, dass wir die letzten beiden Rennen gewinnen. Nicht um jeden Preis, aber wir planen mit dem Sieg."

    Gegenüber RTL musste der Brite dann noch betonen, dass er mit seinem direkten WM-Konkurrenten nach dem doch etwas chaotischen Duell eigentlich nichts zu bereden habe. "Nein, was soll ich mit ihm reden. Ich werde ihn im nächsten Rennen schlagen. Es tut mir leid für das Team, ich werde es wieder gutmachen." Von Leuten außerhalb seines Teams musste sich Hamilton aber doch auch Kritik anhören, wobei er nicht der Einzige war, in dessen Richtung kritische Worte gerichtet wurden. Niki Lauda erklärte: "Ich hätte nach Singapur gedacht, er hätte kapiert, wie man Weltmeister wird. Aber hier fängt er wieder an. Wenn er vernünftig fährt, dann wird er Weltmeister."

    Massa und die Kollisionen: Hamilton war keine Absicht

    Massa und die Kollisionen: Hamilton war keine Absicht

    Felipe Massa kam in Fuji Lewis Hamilton und Sebastien Bourdais zu nahe. Die Konsequenzen waren unterschiedlich, die Meinungen ebenfalls, Absicht gab es keine.

    Vor allem unter britischen Kollegen kam während des Rennens in Fuji ein schlimmer Verdacht auf. Hatte Felipe Massa Lewis Hamilton absichtlich umgedreht, damit der Brite ihm nicht enteilt und in der WM einen noch größeren Vorsprung herausarbeitet? Massa scheint bei seinem Gegenangriff auf Hamilton in der Schikane durchaus recht optimistisch an die Sache gegangen zu sein, doch Absicht wollte sich der Brasilianer in keinem Fall unterstellen lassen. "Er [Hamilton] hat sehr spät gebremst und ich habe sehr spät gebremst. Ich war im ersten Teil der Kurve dann etwas weit außen. Er hatte die innere Linie und drückte mich etwas nach außen in den Kies. Ich kam mit den Rädern in den Kies, aber die nächste Kurve ging links. Wir haben uns dann einfach berührt, also war es nach meiner Meinung ein Renn-Unfall", erklärte er.

    Mit seiner Durchfahrtsstrafe habe er dann auch für die Situation bezahlt, betonte Massa weiter. Die bloße Andeutung, er habe Hamilton absichtlich angeschoben, schien ihn jedenfalls zu entrüsten. "Sicher nicht. Ich hatte zwei Räder im Kies. Ich konnte das Auto nicht stoppen und ich war im Kies, weil er mich dorthin gedrückt hatte." Was seine Wahrnehmung der Strafen betraf, so hatte er genau gegensätzliche Ansichten wie McLaren. So sah er Hamiltons Strafe für den Verbremser und die Behinderung in Kurve eins als gerechtfertigt an, seinen Schupfer erachtete er aber eher als Renn-Zwischenfall. "Wir haben sehr spät in Kurve zehn gebremst. Er wollte vorbei, ich war etwas außen und er ging nach innen. Er hat mich etwas zu nahe an den Kies gedrängt. Ich war mit zwei Rädern draußen, er machte die Tür zu und wir haben uns berührt. In der nächsten Kurve war ich dann in der besseren Position, aber da ich auf dem Kies war, konnte ich nichts tun und wir berührten uns. Das war es."

    Kein Beziehungsproblem mit Hamilton

    Kurve eins hatte Massa da ganz anders gesehen. "Er [Hamilton] hatte einen schlechten Start und Kimi überholte ihn. Er versuchte zu bremsen, als alle schon in der Kurve waren. Er hat nach außen gedrückt und auch Kovalainen war auf einer weiteren Linie, also war das ein großes Casino. Für mich war das etwas optimistisch, vor allem wenn man an die WM denkt", sagte der Brasilianer. Wie sein Teamchef musste aber auch Massa betonen, dass die Ereignisse auf der Strecke die persönliche Beziehung zu Hamilton und McLaren nicht beeinflussen sollen. "Ich habe eine gute Beziehung zu Lewis und ich werde nichts tun, um etwas bewusst zu zerstören."

    Hamilton war aber nicht Massas einziger Unfallgegner in Fuji. Da war auch noch Sebastien Bourdais, der bestraft wurde, weil er den Brasilianer umgedreht hatte. Bourdais war gerade auf dem Weg aus der Box und wollte seinen Platz verteidigen, als es in Kurve eins zum Kontakt kam. Bourdais sah sich nicht schuldig. "Für mich ist es sehr klar. Ja, ich komme aus den Boxen, ja, ich muss vorsichtig sein und das war ich auch. Ich bin innen geblieben und habe ihn nicht nach außen gedrückt. Ich war auch nicht zu heiß in der Kurve. Ich tat alles Erdenkliche, nicht in ihn zu fahren und er drückte und lenkte und benahm sich, als wäre ich nicht da. Was soll ich machen?", fragte er. Der Franzose musste betonen, dass er schon oft in solchen Situationen gewesen sei und es nie Probleme gegeben hatte. Seiner Meinung nach müsse man sich da Respekt zeigen und Platz geben, dann würde auch alles funktionieren. "Wenn man das nicht macht, dann wird es einen Zwischenfall geben."

    Der rote Teppich

    Für Bourdais gab es danach dann eine 25-Sekunden-Strafe, die unter anderem auch Massa half, rückte er doch von acht auf sieben vor und holte damit zwei Punkte statt einem. Bourdais rutschte von Platz sechs auf zehn zurück. Was der Toro-Rosso-Pilot nicht verstehen konnte, war, warum Massa so ein Risiko eingegangen war, da er doch um die WM kämpft. Als vierfacher ChampCar-Meister kennt sich Bourdais mit solchen Situationen aus. "Man kann da alles verlieren und nichts gewinnen. Er kam drei Runden später an die Box, ich war vor ihm und er wäre ohnehin hinter uns angekommen. Warum würde man da überhaupt an sowas denken? Ich verstehe das nicht." Auch wenn er an seine Unschuld glaubte, war Bourdais von der Strafe nicht überrascht, da es bei ihm seiner Meinung nach immer so laufe, wenn er zu den Stewarts müsse. "Ich denke nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe und leider ruiniert das unser Wochenedne, kostet dem Team drei Punkte und gibt Felipe einen - ich freue mich 'natürlich' für ihn. Ich weiß nicht, was ich da tun soll. Ich hätte den roten Teppich ausrollen können und ihm die Kurve lassen. Das ist das Einzige, was ich hätte tun können."

    Fernando Alonso: Klar und deutlich gewonnen

    Fernando Alonso: Klar und deutlich gewonnen

    Der Fuji-Sieger genoss den zweiten Triumph in Folge sichtlich - doch erwartet hatte Fernando Alonso diesen Erfolg ganz und gar nicht.
    Glückwunsch Fernando, du hast zwei Grands Prix in Folge gewonnen!
    Fernando Alonso: Ja, es ist kaum zu glauben, was wir erreicht haben!

    Allerdings verlief diese Siegesfahrt völlig anders als die in Singapur...
    Fernando Alonso: Vor zwei Wochen hatten wir den Speed, um auf Augenhöhe um den Sieg zu kämpfen, wären aber wegen des Pechs im Qualifying fast gescheitert. Dass wir das Rennen zu unseren Gunsten drehen konnten, lag am Timing meines ersten Stopps und am Safety Car. Der Sieg heute hatte dagegen nichts mit Glück zu tun: Wir haben den Grand Prix klar und deutlich gewonnen. Das belegen auch meine Rundenzeiten - obwohl Fuji dem Renault R28 eigentlich gar nicht besonders liegen sollte.

    Beschreib uns den Rennverlauf aus deiner Sicht.
    Fernando Alonso: Der Start war der Knackpunkt. Ich sah, dass die vor mir liegenden Hamilton und Räikkönen die weite Linie über die Auslaufzone nehmen mussten. Auch ich wurde beim Anbremsen von den kalten Reifen fast auf dem falschen Fuß erwischt, aber ich bekam die Kurve noch. So ordnete ich mich direkt hinter Robert Kubica ein, und von dort war dann alles möglich.

    Würdest du sagen, dein zweiter Stint entschied das Rennen?
    Fernando Alonso: Ja, eindeutig. Ich wollte nach meinem ersten Stopp um jeden Preis vor Kubicas BMW wieder auf die Strecke kommen. Für mich war es absolut rennentscheidend, eine freie Strecke vor mir zu haben. Die einzige Option, das sicherzustellen war, mir etwas weniger Sprit einzufüllen. Danach wussten wir natürlich, dass Kubica seinen zweiten und letzten Stopp später einlegen würde als wir, und so lag es an mir, einen ausreichend großen Vorsprung herauszufahren. In dieser Phase musste ich jede Runde wie im Qualifying fahren - was mir ja auch gelang.

    Wie ist jetzt die Stimmung im Team?
    Fernando Alonso: Fantastisch. Wir haben zu der Atmosphäre zurückgefunden, die uns 2006 auszeichnete und haben die Probleme vom Saisonbeginn in den Griff bekommen: Wir verstehen die Einheits-Elektronik besser und können unter Rennbedingungen viel besser mit den Reifen haushalten. Ehrlich, ich bin stolz auf mein Team. Sich aus diesen Problemen wieder nach oben zu kämpfen, ist eine große Leistung. Ich möchte nochmals jedem Mitarbeiter in Enstone und Viry danken, dass sie das möglich gemacht haben.

    Verliert Hamilton wieder seinen Vorsprung?

    Verliert Hamilton wieder seinen Vorsprung?

    Der WM-Kampf spitzt sich zu. Massa gegen Hamilton, Ferrari gegen McLaren. So lief es in Fuji.

    Hamilton vs. Massa: Rechenspiel

    Sieben Punkte Vorsprung für Lewis Hamilton nach Platz drei in Singapur vor Felipe Massa. Damit war die Ausgangslage für die letzten drei Rennen klar. Hamilton brauchte nur noch direkt hinter dem Ferrari-Piloten die Rennen beenden, um dann endlich den verschenkten Weltmeistertitel vom letzten Jahr zu besitzen.

    Hamilton vs. Massa: Vorspiel

    Vor dem Qualifying zum Japan Grand Prix in Fuji standen jeweils fünf Poles in der Saisonstatistik von Lewis Hamilton und Felipe Massa. Nach den Trainingszeiten konnte man davon ausgehen, dass Ferrari den Brasilianer auf die Pole ansetzt. Der rote Teamkollege und Titelverteidiger Kimi Räikkönen machte im Training nicht den Eindruck als könnte er als "Puffer" für Massa und gegen Hamilton fungieren. Das Qualifying verlief dann doch anders, als es zumindest die Scuderia erwartet hatte: Lewis Hamilton stand auf der Pole vor Kimi Räikkönen. Für Massa war der fünfte Startplatz ein Desaster, denn gleich beide McLaren-Mercedes, sowie der Meisterschaftsdritte Robert Kubica und der wiedererstarkte Fernando Alonso waren vor ihm platziert.

    Hamilton vs. Massa: Teil 1

    Die Ausgangssituation war nach dem Qualifying blendend für Lewis Hamilton. Dann folgte der Start mit einem sensationellen Kimi Räikkönen auf den ersten Metern, der Lewis Hamilton förmlich stehen ließ. Warum Hamilton sich nicht hinter Räikkönen einreihte und den zweiten Platz absicherte, bleibt wohl sein Geheimnis. Mit einem sehr optimistischen Gewaltmanöver versuchte er, den Finnen noch in der ersten Kurve auszubremsen.

    Das misslang gewaltig und das halbe Fahrerfeld tummelte sich durch notwendige Ausweichmanöver in der Auslaufzone herum. Die Startaufstellung war nur noch Makulatur und die Positionen hatten sich gewaltig verändert. Hamilton war nun Vierter und Massa Siebter. Auf dem Weg zur Zielgeraden überholte Massa seinen Konkurrenten und lag am Ende der ersten Runde auf Position fünf.

    In Runde zwei gab es ein längeres Duell zwischen Massa und Hamilton, das in der Schikane mit einem Dreher von Hamilton endetet. Felipe Massa hatte den McLaren umgedreht und Lewis Hamilton musste das komplette Feld vorbeiziehen lassen. Danach ging es für Hamilton in die Boxengasse und er bekam den vollen Service.

    Hamilton vs. Massa: Teil 2

    Nun waren die Rennkommissare an der Reihe. In Runde elf wurde den Teams eine Untersuchung der Vorfälle mit den Fahrern Räikkönen, Massa und Hamilton angekündigt. Als in Runde 16 der Motor von Heikki Kovalainen seine Arbeit einstellte bekam gleichzeitig die McLaren-Box die zweite Hiobsbotschaft: "Drive Through Penalty" für Lewis Hamilton wegen des Vorfalls in Kurve eins. Direkt danach bekam auch Felipe Masse eine Durchfahrtsstrafe für den Vorfall in der Schikane aufgebrummt. Nach den absolvierten Penaltys lag Massa auf Platz 14 und Hamilton auf Rang 15 mit 13 Sekunden Rückstand auf den Ferrari. Massa beendete das Rennen schließlich mit zwei WM-Punkten auf Platz sieben und Hamilton ging auf Rang zwölf leer aus.

    Hamilton vs. Massa: Nachspiel

    Zwei Rennen sind noch zu fahren. Lewis Hamilton führt mit fünf Punkten vor Felipe Massa noch die Meisterschaft an. Mit zwölf Punkten Rückstand besitzt auch Robert Kubica noch Titelchancen. Kimi Räikkönen wird seinen Titel mit 21 Punkten Rückstand nicht verteidigen können. Es wird also ein neuer Name am Ende der Saison zum Weltmeister gekrönt werden.

    In der letzten Saison verspielte Hamilton einen 17-Punkte-Vorsprung vor dem drittplatzierten Kimi Räikkönen in den letzten beiden Rennen. Diesmal ist sein Vorsprung vor beiden Konkurrenten wesentlich geringer.

    Lewis Hamilton kann froh sein, dass Renault mit Fernando Alonso erst jetzt in Schwung gekommen ist und keine Chancen mehr auf den Meistertitel besitzt. Der Spanier ist der beste Punktesammler der letzten sechs Rennen und peilt seinen dritten Erfolg in Serie an, um die kleine Asienmeisterschaft komplett zu gewinnen.

    Rennergebnisse am 12.10.2008

    10.-12. Oktober: GP von Japan in Fuji

    Rennergebnisse am 12.10.2008

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Fernando Alonso Renault F1 1:30.21,842
    2 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.05,283
    3 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.06,400
    4 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 00.20,570
    5 Jarno Trulli Toyota + 00.23,767
    6 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 00.39,207
    7 Felipe Massa Ferrari + 00.46,158
    8 Mark Webber Red Bull Racing + 00.50,811
    9 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.54,120
    10 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 00.59,085
    11 Nico Rosberg Williams F1 + 01.02,096
    12 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 01.18,900
    13 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 1
    14 Jenson Button Honda Racing F1 + 1
    15 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1

    SCHNELLSTE RUNDE
    Felipe Massa/Ferrari Zeit: 01.18,426 in Runde 55

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 David Coulthard Red Bull Racing Unfall
    7 Timo Glock Toyota Defekt
    9 Adrian Sutil Force India F1 Reifenschaden
    17 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes Motorschaden
    22 Giancarlo Fisichella Force India F1 Defekt
    Bilder
    • Rennergebnisse_12.10.2008.jpg

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    Enttäuschung bei McLaren

    Enttäuschung bei McLaren: Noch zwei Rennen Zeit für den Titel

    Bei McLaren ist man zwar enttäuscht über das letzte Rennen, geht aber optimistisch in die letzten beiden Rennen was den WM-Titel angeht.
    Das Rennwochenende am Mount Fuji verlief ganz und gar nicht nach den Vorstellungen des erfolgserwöhnte McLaren Teams. Gleich zu Beginn des Rennens wurde Lewis Hamilton mit einer fragwürdigen Strafe belegt, im späteren Rennverlauf kollidierte der Vizeweltmeister aus der Saison 2007 mit Felipe Massa und beschädigte sich dabei auch noch seinen Boliden, Hamilton konnte nicht punkten. Heikki Kovalainen konnte trotz solider Leistung ebenfalls keine Punkte einfahren, der Finne wurde von einem Motorschaden aus dem Rennen geworfen.

    Entsprechend groß die Enttäuschung bei McLarens Geschäftsführer Martin Whitmarsh. "Es war ein wirklich hartes Rennen und es war ebenso enttäuschend. Was Lewis in der ersten Kurve gemacht hat war Motorsport. Das ist es was man tun muss und er wurde dafür bestraft", sagte Whitmarsh. "Kurze Zeit später wurde er von Massa aus dem Weg geräumt, wodurch sein Auto beschädigt wurde. Lewis gab trotzdem das ganze Rennen über alles was in seiner Macht stand, durch die beiden Vorfälle konnte er jedoch leider keine Punkte mehr einfahren."

    Zu den Vorfällen am Beginn des Rennens hat Whitmarsh sich ein klares Bild gemacht. "In Wahrheit war es so, dass Kimi gut reagiert hat und dementsprechend schnell gestartet ist. Lewis hat dann innen attackiert, bremste sehr spät, wodurch die Reifen kurz blockierten, beide nach außen getragen wurden und wodurch letzten Endes auch andere Fahrer überholen konnten", so Whitmarsh. "Es war ein absolut normaler Rennzwischenfall, aber Lewis wurde dafür bestraft. Danach wurde sein Wagen durch den Zwischenfall mit Massa beschädigt wodurch er das ganze Rennen mit einem kaputten Auto fahren musste."

    Den Ausgang des Rennens findet Whitmarsh nicht ganz so schlimm wie er auf den ersten Blick aussieht. "Es könnte schlimmer sein. Wir kommen zum nächsten Rennen als WM-Leader und haben noch zwei Rennen Zeit uns den Titel zu sichern", sagte er. Etwas anders sieht es in der Konstrukteurswertung aus, denn dort schlug sich das Ergebnis in Japan deutlich schmerzhafter nieder. "Es ist auch dort noch immer knapp. Klar, wir hatten einen unglücklichen Tag am Rennsonntag in Japan. Heikki hat einen fantastischen Job gemacht und musste sich dann aufgrund eines Motorschadens geschlagen geben. Das hat uns ein paar gute Punkte gekostet, ich bin sicher, dass Heikki auf das Podium gekommen wäre."

    Räikkönens letztes F1-Team: Kimis wahre Leidenschaft

    Räikkönens letztes F1-Team: Kimis wahre Leidenschaft

    Ferrari und dann ist Schluss. Kimi Räikkönen möchte für kein anderes F1-Team mehr Rennen fahren. Viel lieber würde er über die Rallyepisten rasen.
    Vor einigen Wochen gab Ferrari die Vertragsverlängerung mit Kimi Räikkönen bekannt. Der Finne zog eine Option, um auch 2009 und 2010 bei der Scuderia ins Lenkrad zu greifen. Damit setzte er einen Schlussstrich unter Diskussionen über einen möglichen Rücktritt. Das könnte jedoch sein letzter Ferrari- und auch F1-Vertrag sein.

    "Ich bin mir ganz sicher: Ferrari ist mein letztes Team in der Formel 1", wird Räikkönen in der am Freitag erscheinenden Ausgabe von AutoBild Motorsport zitiert. Dabei weiß er schon jetzt, was er nach seinem Karriereende machen möchte: Rallye fahren. "Das wollte ich schon immer machen, aber die Verträge in der Formel 1 haben es mir nie erlaubt. Ich möchte gerne sehen, ob ich darin gut oder schlecht bin."

    Am Steuer eines Rallye-Autos könne er seine Grenzen ausloten. "Ich mag einfach das Gefühl, mich am Limit zu bewegen. Rallye fahren ist meine wahre Leidenschaft." Damit ist er in F1-Kreisen nicht allein. Auch Robert Kubica würde gerne über Schotter und Asphalt driften.