Was für ein Klunker! Seltenes Prachtexemplar unter dem Hammer - Na, wie wär's?

      Was für ein Klunker! Seltenes Prachtexemplar unter dem Hammer - Na, wie wär's?

      Was für ein Klunker! Seltenes Prachtexemplar unter dem Hammer - Na, wie wär's?

      Am kommenden Dienstag kann man im Genfer Auktionshaus Christie’s den größten jemals versteigerten rosa Diamanten der Welt erwerben. Für 30 Millionen Franken kein Spontankauf.

      Es glitzert, es ist pink – ich will es! Dieser Gedanke geht wohl so mancher Frau beim Anblick des rosa Klunkers durch den Kopf. Das Objekt der Begierde wird am 10. November im Genfer Auktionshaus Christie’s versteigert, doch nur die Herzensdame eines besonders gut betuchten Mitbieters dürfte in den Tragegenuss der 16,08 Karat kommen. Auf satte 27 Millionen Schweizer Franken (rund 25 Millionen Euro) wird der Wert des Steins, der mit seiner absolut reinen Farbe und sogenanntem Cushion-Schliff entzückt, bemessen. Damit gehört er zu den zehn teuersten Diamanten, die bisher auf Auktionen versteigert wurden.

      Wem die Farbgebung nicht ganz so zusagt, der sollte sein Augenmerk in Sachen Geldanlagen dennoch auf farbige Diamanten setzen: Nach Angaben des Knight Frank Luxury Invesment Index sind deren Preise in den vergangenen fünf Jahren um 48 Prozent, in den letzten 10 Jahren sogar um 149 Prozent gestiegen. Den stärksten Wertzuwachs konnten dabei blaue Diamanten verzeichnen.

      In China funkelt es weniger

      Beim Gesamtindex für Diamanten aller Art, also auch dem der farblosen, sieht es dagegen nicht ganz so rosig aus: Mit dem chinesischen Börsencrash sank die Nachfrage nach Diamanten seit Juli dieses Jahres dramatisch, die großen Luxusmarken haben mit massiven Gewinneinbrüchen zu kämpfen. Wo der Preis für den lupenreinen Einkaräter im Februar dieses Jahres noch bei 28.854 US Dollar lag, steht er heute bei 22.400 Dollar. Da sollte Romeo am besten sofort zugreifen.

      Immer noch zu teuer? Dann setzen Sie Ihre Hoffnung am besten in die aufkommende Technologie der Diamanten-Züchtung. So werden am Freiburger Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik seit einigen Jahren einkristalline Diamanten künstlich und in großer Zahl hergestellt. Mit einem neuen Verfahren sollen die Steine bald in industrieller Serienfertigung produziert werden. Bis zu 600 Diamanten können hier in 10 Tagen gleichzeitig wachsen. Dabei weisen sie einen Reinheitsgrad auf, gegen den die Natur chancenlos ist.

      Geheimnisvoller Investor steht bereit

      Ein großer Investor steht auch schon dahinter. Seine Identität wird bisher jedoch noch nicht preisgegeben. Er erhofft sich ein Alleinstellungsmerkmal, welches die konventionelle Diamanten-Förderung nicht vorweisen kann: Soziale Verträglichkeit. Mit der Züchtung synthetischer Kristalle entfällt das Problem der Ausbeutung von Arbeitern und Menschenrechtsverletzungen. Skeptiker vermuten, dass hier jedoch auch der emotionale Wert dank fehlender Rarität an Bedeutung verliert. Daher müssen Diamanten aus künstlicher Herstellung auch gekennzeichnet werden.

      Fest steht: Wer am kommenden Dienstag den Zuschlag für das pinke Prachtexemplar erhält, den dürfte die Sorge um den fehlenden Seltenheitswert kalt lassen: In den 250 Jahren der Versteigerungsgeschichte fielen gerade einmal drei rein rosafarbene Diamanten mit mehr als 10 Karat unter den Hammer.
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      Pinker Diamant bringt 26 Millionen Euro bei Auktion ein
      In Genf versteigerte das Auktionshaus Christie's den 16 Karat schweren Diamanten an einen chinesischen Käufer.

      Rund 26 Millionen Euro, so viel brachte dieser pinke Diamant bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie's in Genf. Der geschätzte Wert lag vor der Versteigerung zwischen 21 und 26 Millionen Euro, sagte Christie's Juwelen-Experte Francois Curiel: "28 Millionen US-Dollar für einen 16 Karat Diamanten, das ist ein absoluter Top-Preis für einen Stein von dieser Qualität. Und der Grund warum es so gut lief, ist die Farbe. Es gibt wenige pinke Diamanten, aber noch weniger Diamanten die so pink sind wie dieser. Und deshalb gab es so viel Aufregung um und Interesse an der Auktion." Ein chinesischer Kunde aus Hongkong kaufte den 16 Karat Diamanten, der in einen Platin-Gold-Ring eingesetzt ist und von einer doppelten Reihe von Diamanten umrundet wird. Weder Verkäufer noch Käufer wurden namentlich genannt. In über 250 Jahren sind erst drei pinke Diamanten über 10 Karat zur Versteigerung angeboten worden. Insgesamt kamen neben dem pinken Diamanten auch rund 80 % der zur Versteigerung angebotenen Steine unter den Hammer und brachten Christie's über 100 Millionen Euro ein. "Es gibt im Moment viel Geld weltweit, dass ein zu Hause sucht, und im Moment sind Kunstwerke, Diamanten und Juwelen ein sicherer Hafen, das sieht man an dem Ergebnis der Auktion. Bereits am Montag kam das berühmte Werk "Nu Couché" von Modigliani für rund 158 Millionen unter den Hammer.

      stern.de/video-pinker-diamant-…-auktion-ein-6549428.html
      Der Milliardär, der Rekorde und Gesetze bricht

      Von Angela Barandun. Aktualisiert am 13.11.2015

      Joseph Lau, ein wegen Bestechung verurteilter Milliardär aus Hongkong, hat diese Woche zwei aussergewöhnliche Diamanten ersteigert und eine Immobilie verkauft.

      Am Dienstag war es ein seltener pinkfarbener Diamant mit 16,08 Karat für 28,7 Millionen Franken beim Auktionshaus Christie’s in Genf. Am Mittwoch ein mit 12,03 Karat zwar kleinerer, aber dafür umso speziellerer blauer Diamant für 48,6 Millionen Franken bei Sotheby’s, ebenfalls in Genf. Und am Donnerstag schliesslich setzte Joseph Lau, chinesischer Milliardär aus Hongkong, seine Unterschrift unter einen milliardenschweren Immobiliendeal in seiner Heimatstadt.

      Damit verschaffte er sich wohl das nötige Kleingeld, um zu Weihnachten alle seine Kinder derart reich zu beschenken, wie er es eben bei seiner jüngsten Tochter Josephine getan hatte. Die beiden frisch erstandenen Diamanten sind nämlich für die Siebenjährige bestimmt. Entsprechend hat sie Lau auch gleich umbenannt: Der pinkfarbene Diamant heisst neu «Sweet Josephine» (Süsse Josephine), der blaue – bisher bekannt als «Blue Moon» – wird ergänzt um den Namen seiner Besitzerin: «The Blue Moon of Josephine».

      Drei Deals, zwei Rekorde

      Beeindruckend ist nicht nur die Kadenz, in der Lau diese Woche zugeschlagen hat. Sondern auch die schieren Summen, die dabei im Spiel sind. Gleich zweimal hat er sämtliche Rekorde gebrochen: Der Josephines Blauer Mond ist das teuerste, jemals an einer Auktion verkaufte Schmuckstück. Der bisherige Rekord lag bei 46,2 Millionen und stammt aus dem Jahr 2010, als der 24,78 Karat schwere Diamant «Graff Pink» bei Sotheby’s versteigert wurde.

      Der zweite Rekord ist die Summe, die Lau für den Mass Mutual Tower in Hongkong erzielt hat: Seine Immobilienfirma Chinese Estates Holding verkauft das 26-stöckige Gebäude für 1,6 Milliarden Dollar – das 27-Fache des Kaufpreises. Es ist damit die teuerste Immobilie, die in Hongkong je die Hand gewechselt hat.

      Der Skandal um Josephines Geburt

      Der 64-jährige Lau ist auch abgesehen von seiner Vorliebe für farbige Diamanten und teure Geschenke eine schillernde Figur. Er hat sechs Kinder aus drei verschiedenen Beziehungen. Mit der ersten Frau war er laut Wikipedia verheiratet, die anderen beiden hatten den Status einer Freundin – zeitweise sogar gleichzeitig. Die erste der beiden, Yvonne Lui, Halbfinalistin bei der Wahl zur Miss Hongkong und Chemikerin mit Doktortitel, war 24 Jahre alt, als sie Lau in London begegnete. Ein Jahr später bekamen die beiden eine Tochter.

      Laus zweite Freundin, Chan Hoi-Wan, war sechs Jahre lang seine Assistentin, bevor sie 2008 mit 28 Jahren eine Tochter namens Josephine zur Welt brachte – was zu einem Eklat führte. Die lokalen Medien hatten früh spekuliert, dass Lau der Vater des Neugeborenen sein dürfte. Seine Langzeit-Freundin Yvonne Lui reagierte auf die Gerüchte mit einem Dementi – worauf Lau sie öffentlich blossstellte. Er bezeichnete sie als «hirnlos» und «dumm». Das Drama führte allerdings nicht zu einer Trennung; 2010 bekamen Lui und Lau einen Sohn. 2012 wurde Lau erneut Vater, dieses Mal bekam die jüngere Chan einen Sohn.

      Bestechung und Geldwäscherei in Macao

      Allerdings machte Lau nicht nur mit seinen Frauengeschichten Schlagzeilen. 2014 wurde er in der Glücksspiel-Enklave Macao wegen Bestechung und Geldwäscherei schuldig gesprochen. Er und ein Geschäftspartner sollen einen früheren Minister mithilfe einer illegalen Zahlung in Millionenhöhe davon überzeugt haben, ihnen ein Stück Land an bester Lage in der chinesischen Sonderregierungszone für ein Luxusimmobilienprojekt zu verkaufen. Der Milliardär wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, bleibt aber auf freiem Fuss, weil zwischen Hongkong und Macao kein Auslieferungsabkommen besteht.

      Josephine dürfte eine der einzigen Siebenjährigen mit einer so umfangreichen Juwelensammlung sein. Bereits ein Jahr nach ihrer Geburt schenkte Lau ihr den ersten Diamanten: Dieser war ebenfalls blau, 7,03 Karat schwer, kostete 9,5 Millionen Dollar und wurde in «Star of Josephine» umbenannt. Konkurrenz macht ihr insbesondere ihre Halbschwester Zoé: Der 13-jährigen Tochter von Yvonne Lui kaufte Lau im letzten Jahr einen 9,5 Karat schweren Diamanten für 32,6 Millionen Dollar und einen Rubin für 8,4 Millionen.

      Nur der Modigliani ging an einen andern

      Auch für sich selbst war der Milliardär, dessen Vermögen der Finanzdienstleister Bloomberg auf 7,5 Milliarden Dollar schätzt, zuletzt auf Einkaufstour. Anfang Mai ersteigerte er erst Pablo Picassos Gemälde «Buste de femme» für 67,4 Millionen und tags darauf Roy Lichtensteins «The Ring (Engagement)» für 41,7 Millionen Dollar. Das Bild von Amedeo Modigliani, das ebenfalls diese Woche für 170,4 Millionen Dollar versteigert wurde, gehört allerdings nicht zu seiner Beute. Der Frauenakt ging an Liu Yiqian – ebenfalls ein Chinese.


      Der 64-jährige Milliardär Joseph Lau hat diese Woche zwei aussergewöhnliche Schmuckstücke für seine siebenjährige Tochter Josephine gekauft. Neben Lau sitzt Josephines Mutter Chan Hoi-wan.
      Bild: Tyrone Siu/Reuters