Tauchen in Thailand: Kleine Trauminsel Koh Lipe
TAUCHEN-Autor Sascha Tegtmeyer und Begleiterin Luisa Praetorius sind auf einer vierwöchigen Tour zum Tauchen in Thailand. Bis auf den Flug ist anfangs nichts geplant, alles wird vor Ort entschieden. So viel Spontanität führt zwangsläufig zu einer abenteuerlichen Reise und spannenden neuen Taucherfahrungen. Nach der Landung auf der Insel Phuket geht es auf die kleine Trauminsel Koh Lipe. Wie macht sich Thailands kleine Trauminsel unter Wasser?
Nach der Landung auf der größten – und hektischsten – thailändischen Insel Phuket geht es für uns zuerst in den kleinen, etwas ruhigeren Ort Rawai, der ganz im Süden liegt und uns zur Eingewöhnung an Klima und Zeitzone dient. Wir haben uns dort stilecht in einem Beach House mit Infinitypool und direktem Strandzugang via Air BnB eingemietet. Das Haus ist eine kleine Kommune von Digitalnomaden, die in Thailand leben und im Internet für namhafte Auftraggeber in Europa arbeiten. Bei unseren Gastgebern Jill und Michael aus England fühlen wir uns sofort wie Zuhause – Tauchen gehen kann man hier in Rawai jedoch nicht wirklich.
Also haben wir uns direkt am nächsten Tag direkt für 100 Thailändische Baht (umgerechnet 2,30 Euro) einen Motorroller gemietet und besuchen den zigfachen TAUCHEN-Award-Gewinner Sea-Bees-Diving im Urlaubsort Chalong im Südosten von Phuket. Bei Dive-Center-Chef Holger Schwab sind wir in besten Händen, denn er nimmt sich ausgiebig Zeit für uns und gibt uns Thailand-Frischlingen wertvolle Tipps für die Reise: Koh Lanta ist eine Option. Von dort aus kann man einige der südlich gelegeneren Top-Tauchplätze von Thailand erreichen. Phi Phi Islands, wenn wir auf Trubel und Party stünden. “Und wenn ihr es ruhig wollt und schöne Strände, müsst ihr nach Koh Lipe!“ weiss Holger. An der großen Thailand-Karte im Sea-Bees-Hauptquartier verschaffen wir uns einen Überblick über Inseln, Orte und Tauchplätze. Unsere Wahl fällt auf Koh Lipe!
Ein langer, gefährlicher Weg bis zum Tauchen auf Koh Lipe
Tags darauf machen wir uns ganz früh am Morgen auf dem Weg nach Koh Lipe. Thailand schläft noch und natürlich kommt unser Taxi nicht. Doch glücklichweise kommt ein uralter Local-Bus des Weges getuckert, so dass wir glücklicherweise – aber im Schneckentempo – bis zum Rassacher Pier nach Phuket-Stadt fahren und auf den letzten Drücker noch das Schnellboot nach Koh Lanta bekommen. Das Boot ist voll und wir sind eingepfercht in einer kleinen Nussschale. Was beginnt, ist eine fast zwölfstündige Odyssey! Unterwegs muss das Schnellboot wegen rauer See gegen einen steinalten Dampfer getauscht werden, der noch weit weniger vertrauenserweckend ist und mit dem wir dann bei unwetterartigen Regen und meterhohen Wellen die Adamanensee gen Süden schaukeln – insgesamt zehn endlose Stunden lang. Koh Lipe bereitet uns ebenfalls keinen freundlichen Empfang mit strömendem Regen und wir erreichen völlig durchnässt und mit letzten Kräften unser einsames abgelegenes Retreat. Unsere nerven sind am Ende und wir fragen uns: War es das wirklich wert?
Koh Lipe: Im abgelegenen Resort am Traumstrand
Unser Resort ist das abgelegensten auf der ganzen Insel – und als wir am nächsten Morgen vor unseren Bambusbungalow treten, strahlt uns nicht nur die Sonne entgegen, sondern auch ein einzigartiger Ausblick! Das Pitiusas Resort liegt abgelegen in einem einsamen Strand. „Welcome to Paradise“ begrüßt uns der Inhaber Tao, der ursprünglich aus Ibiza stammt und im Winter in Thailand sein eigenes Resort betreibt. Jedes Jahr baut er ein paar zusätzliche Bungalows – alles ist mit seiner eigenen Manpower entstanden. Im europäischen Sommer arbeitet er für eine weltberühmte Discothek auf der Baleareninsel. Pitiusas ist dementsprechend auch ein alter Name für den Teil der Balearen, zu dem unter anderem Ibiza und Formentera gehören.
Das abgelegene Resort mitten im Urwald ist ein Traum! Vielleicht zehn Bungalows auf Stelzen, die auf einen winzigen, einsamen Strand blicken. Tao hat sich vom Film „The Beach“ inspirieren lassen und sagt mir: „Don’t tell anybody about this place, only your closest friends!“ Die Fahrt hat sich nicht nur gelohnt, wir sind einfach im Paradies gelandet!
Überhaupt Koh Lipe! Diese Insel ist ein winziges Fleckchen Erde ganz im Süden der Adamanensee an der Grenze zu Malaysia, schräg gegenüber von Langkawi. Es wäre vermessen zu behaupten, dass sie wenig touristisch ist – dieser Begriff ist wohl in Asien absolut relativ, aber verglichen mit Inseln wie Samui oder Phuket geht es auf Koh Lipe deutlich ruhiger zu. Das kleine Eiland hat eine Walking Street, die vom Hauptstrand abgeht und sich in die diverse kleinere Wege aufspaltet, die zu Stränden und Ressorts führen. Autos gibt es wenige und Hauptbeförderungsmittel sind Flip Flops und Moped-Taxis. In weniger als einer Stunde lässt sich die komplette Insel umrunden. Das Publikum ist komplett gemischt: Viele asiatische und europäische Touristen – viele davon sind junge Reisende mit Backpacks, aber auch viele junge Familien mit Kleinkindern und auch ältere Herrschaften sind auf dem Eiland unterwegs. Je weiter man sich vom Ortskern von Koh Lipe weg bewegt, desto ursprünglicher wird die Insel und mit etwas Geschick gelangt man in Ecken, in denen die Locals noch ganz ursprünglich Leben.
Markenzeichen von Koh Lipe sind aber definitiv die Traumstrände, die sich rund um die Insel befinden und die liebevollen, freundlichen und hilfsbereiten Einwohner, die man nach ein paar Tagen mit etwas Interesse und Freundlichkeit schon persönlich kennt. Die Restaurants sind klasse – und für Leute wie uns, die sich schon Zuhause in Hamburg fünf Mal pro Woche von Thai Food ernähren, ein Geschenk des Himmels!
Endlich Tauchen! Unterwegs mit den Ocean Pro Divers zwischen Koh Ra Wi und Koh Adang
Als Tauchsüchtiger will ich natürlich so schnell wie möglich ins Wasser! Aber mit wem soll ich abtauchen? Auf der Insel gibt es vielleicht zehn bis 20 Tauchbasen – das ist wenig für Thailand! Bei Google ist die Suche nicht besonders effektiv, also beschließe ich manuell nach einer Tauchbasis zu suchen. Ich schaue mir vor Ort diverse Center an: Die einen sehen vom ersten Eindruck her mehr, die anderen weniger vertrauenserweckend aus. Ich gehe hinein und lasse mir bei dem ein oder anderen die Einrichtung zeigen, die Ausrüstung und den Terminplan für die nächsten Ausflüge. Natürlich achte ich darauf, wie das Personal drauf ist und wie das Tauchboot ausgestattet ist. Nach dem dritten Anlauf lande ich bei den Ocean Pro Divers, deren Basis absolut perfekt gelegen und top ausgestattet ist! Direkt am Strand am Eingang zur Walking Street – eine bessere Position kann man sich gar nicht sichern!
In der Basis von Dave und Noi passt alles: Freundlich und herzlich werde ich empfangen, und wir planen einen Tauchausflug mit dem Tagesboot des Divecenters. Während ich da bin, bereitet Dave einen jungen Franzosen auf seine Prüfung zum Instructor vor. Das ist nichts ungewöhnliches, denn hier auf Koh Lipe beginnen viele junge Taucher ihre Tauchkarriere als Open Water Diver oder setzen sie bis zum Tauchlehrer fort. Eine Tauchschule berichtete mir sogar, dass in der High Season auf jede Traineestelle etliche Bewerber kommen.
Am nächsten Tag starten wir gemeinsam mit dem Tagesboot der Ocean Pro Divers los: Das Schiff ist Daves ganzer stolz: Top in Schuss und mit Kompressor ausgestattet, die Dave selber wartet, wie der Kanadier stolz berichtet. Auch Tauchguide Cecile Riviere verbreitet allzeit gute Laune. Die Französin hat zuvor auf Mallorca gearbeitet und bittet mich, meinen langhaarigen Kollegen mit den Locken zu grüßen, den sie von dort kennt. Ich stutze, aber dann komme ich drauf: Gemeint ist TAUCHEN-Redakteur Michael Krüger! Wie klein doch die Taucher-Welt ist!
Wir steuern die Tauchplätze an. Die Insel Koh Lipe ist in ein Archipel aus verschiedenen größeren und kleineren Inseln eingebettet, die weitestgehend unbewohnt und lediglich von einer Rangerstation bewacht werden, weil sie zum Tarutao Nationalpark gehören. Nur Lipe gehört nicht zum Nationalpark und darf deshalb bebaut und bewohnt werden. Vom Boot aus sehe ich schon diverse Traumstrände, die mich erahnen lassen, wie viel unberührte Natur es hier in diesem Archipel noch zu entdecken gibt! Wir machen in dieser lauen Bucht zwei Tauchgänge: ich tauche gemeinsam mit Chefin neu. Sie ist ein absoluter Unterwasserexperte und zeigt mir auf unseren beiden Tauchgängen wirklich alles. Mein erster Eindruck: wunderschöne, naturbelassene Riffel! Ein absoluter Traum aus Hart- und Weichkorallen, Fächer- und Tischkorallen. Ähnlich schöne Strukturen haben ich nur Anfang des Jahres am zweitschönsten Hausriff der Welt in der El Quadim Bucht bei El Quseir sehen können. Was den Fischbestand angeht, haben mich die Tauchlehrer schon vorgewarnt, dass ich keinen Walhai zu erwarten brauche, es sei denn mit ganz viel Glück! trotzdem hat sich einiges an Fisch schwärmen, Barracuda diversen kleineren Tieren wie Krebsen und Anemonenfischen hier angesiedelt. Auch Seepferdchen und Schaukelfische lassen sich hier häufiger blicken.
Wir erleben zwei wunderschöne Tauchgänge, bei denen es zwar keinen Großfisch gibt, dafür aber wunderschöne Korallen und viele kleine Meereslebewesen im Makrobereich. Zwei absolut lohnenswerte Tauchgänge, die dank eines ausgezeichneten Mittagessens auf dem Tagesboot noch abgerundet wurden. „Klasse Tauchgänge“, berichtet auch mein Mit-Taucher Maxim, der in Bangkok studiert und derzeit Besuch von seiner Mutter aus Deutschland hat: „Wir sind gleich morgen wieder an Board!“ Kein Wunder bei dem unterhaltsamen Staff, die jederzeit voll bei der Sachen sind und auch die Oberflächenpausen kurzweilig erscheinen lassen! Wir hatten einen perfekten Tag und ich würde jederzeit wieder zurückkommen – die längere Recherche nach der Top-Tauchbasis hat sich also vollends gelohnt.
Nach fünf Tagen verlassen wir Koh Lipe, um in unser nächstes Abenteuer zu starten! Lesen Sie im nächsten Beitrag von unserer Liveaboard-Tour zum weltberühmten Richelieu Rock, den einst Meeresforscher Jacques Costeau entdeckte!
Weitere Infos zu Koh Lipe:
lonelyplanet.com/thailand/andaman-coast/ko-lipe
Ocean Pro Dive Resort:
oceanprodivers.net
Pitiusas Resort:
pitiusasbeachresortkohlipe.com
TAUCHEN-Autor Sascha Tegtmeyer und Begleiterin Luisa Praetorius sind auf einer vierwöchigen Tour zum Tauchen in Thailand. Bis auf den Flug ist anfangs nichts geplant, alles wird vor Ort entschieden. So viel Spontanität führt zwangsläufig zu einer abenteuerlichen Reise und spannenden neuen Taucherfahrungen. Nach der Landung auf der Insel Phuket geht es auf die kleine Trauminsel Koh Lipe. Wie macht sich Thailands kleine Trauminsel unter Wasser?
Nach der Landung auf der größten – und hektischsten – thailändischen Insel Phuket geht es für uns zuerst in den kleinen, etwas ruhigeren Ort Rawai, der ganz im Süden liegt und uns zur Eingewöhnung an Klima und Zeitzone dient. Wir haben uns dort stilecht in einem Beach House mit Infinitypool und direktem Strandzugang via Air BnB eingemietet. Das Haus ist eine kleine Kommune von Digitalnomaden, die in Thailand leben und im Internet für namhafte Auftraggeber in Europa arbeiten. Bei unseren Gastgebern Jill und Michael aus England fühlen wir uns sofort wie Zuhause – Tauchen gehen kann man hier in Rawai jedoch nicht wirklich.
Also haben wir uns direkt am nächsten Tag direkt für 100 Thailändische Baht (umgerechnet 2,30 Euro) einen Motorroller gemietet und besuchen den zigfachen TAUCHEN-Award-Gewinner Sea-Bees-Diving im Urlaubsort Chalong im Südosten von Phuket. Bei Dive-Center-Chef Holger Schwab sind wir in besten Händen, denn er nimmt sich ausgiebig Zeit für uns und gibt uns Thailand-Frischlingen wertvolle Tipps für die Reise: Koh Lanta ist eine Option. Von dort aus kann man einige der südlich gelegeneren Top-Tauchplätze von Thailand erreichen. Phi Phi Islands, wenn wir auf Trubel und Party stünden. “Und wenn ihr es ruhig wollt und schöne Strände, müsst ihr nach Koh Lipe!“ weiss Holger. An der großen Thailand-Karte im Sea-Bees-Hauptquartier verschaffen wir uns einen Überblick über Inseln, Orte und Tauchplätze. Unsere Wahl fällt auf Koh Lipe!
Ein langer, gefährlicher Weg bis zum Tauchen auf Koh Lipe
Tags darauf machen wir uns ganz früh am Morgen auf dem Weg nach Koh Lipe. Thailand schläft noch und natürlich kommt unser Taxi nicht. Doch glücklichweise kommt ein uralter Local-Bus des Weges getuckert, so dass wir glücklicherweise – aber im Schneckentempo – bis zum Rassacher Pier nach Phuket-Stadt fahren und auf den letzten Drücker noch das Schnellboot nach Koh Lanta bekommen. Das Boot ist voll und wir sind eingepfercht in einer kleinen Nussschale. Was beginnt, ist eine fast zwölfstündige Odyssey! Unterwegs muss das Schnellboot wegen rauer See gegen einen steinalten Dampfer getauscht werden, der noch weit weniger vertrauenserweckend ist und mit dem wir dann bei unwetterartigen Regen und meterhohen Wellen die Adamanensee gen Süden schaukeln – insgesamt zehn endlose Stunden lang. Koh Lipe bereitet uns ebenfalls keinen freundlichen Empfang mit strömendem Regen und wir erreichen völlig durchnässt und mit letzten Kräften unser einsames abgelegenes Retreat. Unsere nerven sind am Ende und wir fragen uns: War es das wirklich wert?
Koh Lipe: Im abgelegenen Resort am Traumstrand
Unser Resort ist das abgelegensten auf der ganzen Insel – und als wir am nächsten Morgen vor unseren Bambusbungalow treten, strahlt uns nicht nur die Sonne entgegen, sondern auch ein einzigartiger Ausblick! Das Pitiusas Resort liegt abgelegen in einem einsamen Strand. „Welcome to Paradise“ begrüßt uns der Inhaber Tao, der ursprünglich aus Ibiza stammt und im Winter in Thailand sein eigenes Resort betreibt. Jedes Jahr baut er ein paar zusätzliche Bungalows – alles ist mit seiner eigenen Manpower entstanden. Im europäischen Sommer arbeitet er für eine weltberühmte Discothek auf der Baleareninsel. Pitiusas ist dementsprechend auch ein alter Name für den Teil der Balearen, zu dem unter anderem Ibiza und Formentera gehören.
Das abgelegene Resort mitten im Urwald ist ein Traum! Vielleicht zehn Bungalows auf Stelzen, die auf einen winzigen, einsamen Strand blicken. Tao hat sich vom Film „The Beach“ inspirieren lassen und sagt mir: „Don’t tell anybody about this place, only your closest friends!“ Die Fahrt hat sich nicht nur gelohnt, wir sind einfach im Paradies gelandet!
Überhaupt Koh Lipe! Diese Insel ist ein winziges Fleckchen Erde ganz im Süden der Adamanensee an der Grenze zu Malaysia, schräg gegenüber von Langkawi. Es wäre vermessen zu behaupten, dass sie wenig touristisch ist – dieser Begriff ist wohl in Asien absolut relativ, aber verglichen mit Inseln wie Samui oder Phuket geht es auf Koh Lipe deutlich ruhiger zu. Das kleine Eiland hat eine Walking Street, die vom Hauptstrand abgeht und sich in die diverse kleinere Wege aufspaltet, die zu Stränden und Ressorts führen. Autos gibt es wenige und Hauptbeförderungsmittel sind Flip Flops und Moped-Taxis. In weniger als einer Stunde lässt sich die komplette Insel umrunden. Das Publikum ist komplett gemischt: Viele asiatische und europäische Touristen – viele davon sind junge Reisende mit Backpacks, aber auch viele junge Familien mit Kleinkindern und auch ältere Herrschaften sind auf dem Eiland unterwegs. Je weiter man sich vom Ortskern von Koh Lipe weg bewegt, desto ursprünglicher wird die Insel und mit etwas Geschick gelangt man in Ecken, in denen die Locals noch ganz ursprünglich Leben.
Markenzeichen von Koh Lipe sind aber definitiv die Traumstrände, die sich rund um die Insel befinden und die liebevollen, freundlichen und hilfsbereiten Einwohner, die man nach ein paar Tagen mit etwas Interesse und Freundlichkeit schon persönlich kennt. Die Restaurants sind klasse – und für Leute wie uns, die sich schon Zuhause in Hamburg fünf Mal pro Woche von Thai Food ernähren, ein Geschenk des Himmels!
Endlich Tauchen! Unterwegs mit den Ocean Pro Divers zwischen Koh Ra Wi und Koh Adang
Als Tauchsüchtiger will ich natürlich so schnell wie möglich ins Wasser! Aber mit wem soll ich abtauchen? Auf der Insel gibt es vielleicht zehn bis 20 Tauchbasen – das ist wenig für Thailand! Bei Google ist die Suche nicht besonders effektiv, also beschließe ich manuell nach einer Tauchbasis zu suchen. Ich schaue mir vor Ort diverse Center an: Die einen sehen vom ersten Eindruck her mehr, die anderen weniger vertrauenserweckend aus. Ich gehe hinein und lasse mir bei dem ein oder anderen die Einrichtung zeigen, die Ausrüstung und den Terminplan für die nächsten Ausflüge. Natürlich achte ich darauf, wie das Personal drauf ist und wie das Tauchboot ausgestattet ist. Nach dem dritten Anlauf lande ich bei den Ocean Pro Divers, deren Basis absolut perfekt gelegen und top ausgestattet ist! Direkt am Strand am Eingang zur Walking Street – eine bessere Position kann man sich gar nicht sichern!
In der Basis von Dave und Noi passt alles: Freundlich und herzlich werde ich empfangen, und wir planen einen Tauchausflug mit dem Tagesboot des Divecenters. Während ich da bin, bereitet Dave einen jungen Franzosen auf seine Prüfung zum Instructor vor. Das ist nichts ungewöhnliches, denn hier auf Koh Lipe beginnen viele junge Taucher ihre Tauchkarriere als Open Water Diver oder setzen sie bis zum Tauchlehrer fort. Eine Tauchschule berichtete mir sogar, dass in der High Season auf jede Traineestelle etliche Bewerber kommen.
Am nächsten Tag starten wir gemeinsam mit dem Tagesboot der Ocean Pro Divers los: Das Schiff ist Daves ganzer stolz: Top in Schuss und mit Kompressor ausgestattet, die Dave selber wartet, wie der Kanadier stolz berichtet. Auch Tauchguide Cecile Riviere verbreitet allzeit gute Laune. Die Französin hat zuvor auf Mallorca gearbeitet und bittet mich, meinen langhaarigen Kollegen mit den Locken zu grüßen, den sie von dort kennt. Ich stutze, aber dann komme ich drauf: Gemeint ist TAUCHEN-Redakteur Michael Krüger! Wie klein doch die Taucher-Welt ist!
Wir steuern die Tauchplätze an. Die Insel Koh Lipe ist in ein Archipel aus verschiedenen größeren und kleineren Inseln eingebettet, die weitestgehend unbewohnt und lediglich von einer Rangerstation bewacht werden, weil sie zum Tarutao Nationalpark gehören. Nur Lipe gehört nicht zum Nationalpark und darf deshalb bebaut und bewohnt werden. Vom Boot aus sehe ich schon diverse Traumstrände, die mich erahnen lassen, wie viel unberührte Natur es hier in diesem Archipel noch zu entdecken gibt! Wir machen in dieser lauen Bucht zwei Tauchgänge: ich tauche gemeinsam mit Chefin neu. Sie ist ein absoluter Unterwasserexperte und zeigt mir auf unseren beiden Tauchgängen wirklich alles. Mein erster Eindruck: wunderschöne, naturbelassene Riffel! Ein absoluter Traum aus Hart- und Weichkorallen, Fächer- und Tischkorallen. Ähnlich schöne Strukturen haben ich nur Anfang des Jahres am zweitschönsten Hausriff der Welt in der El Quadim Bucht bei El Quseir sehen können. Was den Fischbestand angeht, haben mich die Tauchlehrer schon vorgewarnt, dass ich keinen Walhai zu erwarten brauche, es sei denn mit ganz viel Glück! trotzdem hat sich einiges an Fisch schwärmen, Barracuda diversen kleineren Tieren wie Krebsen und Anemonenfischen hier angesiedelt. Auch Seepferdchen und Schaukelfische lassen sich hier häufiger blicken.
Wir erleben zwei wunderschöne Tauchgänge, bei denen es zwar keinen Großfisch gibt, dafür aber wunderschöne Korallen und viele kleine Meereslebewesen im Makrobereich. Zwei absolut lohnenswerte Tauchgänge, die dank eines ausgezeichneten Mittagessens auf dem Tagesboot noch abgerundet wurden. „Klasse Tauchgänge“, berichtet auch mein Mit-Taucher Maxim, der in Bangkok studiert und derzeit Besuch von seiner Mutter aus Deutschland hat: „Wir sind gleich morgen wieder an Board!“ Kein Wunder bei dem unterhaltsamen Staff, die jederzeit voll bei der Sachen sind und auch die Oberflächenpausen kurzweilig erscheinen lassen! Wir hatten einen perfekten Tag und ich würde jederzeit wieder zurückkommen – die längere Recherche nach der Top-Tauchbasis hat sich also vollends gelohnt.
Nach fünf Tagen verlassen wir Koh Lipe, um in unser nächstes Abenteuer zu starten! Lesen Sie im nächsten Beitrag von unserer Liveaboard-Tour zum weltberühmten Richelieu Rock, den einst Meeresforscher Jacques Costeau entdeckte!
Weitere Infos zu Koh Lipe:
lonelyplanet.com/thailand/andaman-coast/ko-lipe
Ocean Pro Dive Resort:
oceanprodivers.net
Pitiusas Resort:
pitiusasbeachresortkohlipe.com