Priester in Sierra Leone gräbt Diamanten aus

      Priester in Sierra Leone gräbt Diamanten aus

      Priester in Sierra Leone gräbt Diamanten aus
      In Sierra Leone gehen viele auf Diamantensuche. Es ist oft die einzige Möglichkeit, die Ausbildung der Kinder zu finanzieren. Ein Priester hat jetzt einen großen Stein gefunden. Wer erhält den Erlös?

      Eigentlich ist Emmanuel Momoh Priester. Nach Diamanten gräbt er nur in seiner Freizeit. Das ist in der Region Kono im Osten Sierra Leones so weitverbreitet wie in Finnland das Holzhacken. Die Schürfer hoffen dabei auf einen Stein mit einem Karat, vielleicht sogar zwei Karat, der ausreicht, das Schulgeld für die Kinder bis zum Abitur zu finanzieren. Momoh aber siebte am Wochenende einen Klunker mit unglaublichen 706 Karat aus dem Schlamm. In der Rangliste der größten jemals gefundenen Diamanten belegt der Stein aus Kono den 13. Rang.
      Ein Diamant solchen Ausmaßes war in Sierra Leone zuletzt 1972 gefunden worden. Er wog 969 Karat. Der größte Diamant wiegt mehr als 3000 Karat und war 1905 in Südafrika gefunden worden. 2015 war in Botswana der zweitgrößte Diamant mit einem Gewicht von 1111 Karat gefördert worden.

      Emmanuel Momoh war von seinem Fund so überwältigt, dass er ihn den örtlichen Behörden meldete. Sie brachten ihn samt Stein in die Hauptstadt Freetown, wo Momoh von Präsident Ernest Bai Koroma empfangen wurde. Er dankte dem Priester dafür, den Diamanten nicht außer Landes geschmuggelt zu haben und versprach Momoh einen „gerechten Anteil am Erlös“, womit der Ärger programmiert zu sein scheint. Denn Momoh will, dass der Erlös des Steins seinem Dorf zugutekommt. Der Präsident will, dass „die Nation insgesamt“ von dem Diamanten profitiert.

      Wie viel ist der Stein tatsächlich wert?
      Im Vergleich zu früheren Gepflogenheiten in Sierra Leone ist das trotzdem eine geradezu zivilisierte Art, mit dem sensationellen Fund umzugehen. Der Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land von 1991 bis 2002 drehte sich nicht zuletzt um den Zugang zu den Diamantenfeldern im Osten. Die damalige Regierung heuerte sogar eine südafrikanische Privatarmee namens „Executive Outcomes“ an, um die Diamantenfelder freizukämpfen. Die Zustände waren Vorlage für „Blood Diamonds“, den Film mit Leonardo DiCaprio.

      Zur Zeit aber weiß niemand zu sagen, wie viel Geld der 706-Karäter tatsächlich wert ist. Zwar hatte ein 813 Karat schwerer Diamant bei einer Auktion in London im Mai 2016 einen Erlös von 63 Millionen Dollar erzielt. Doch das ist kein Maßstab, weil sich der Preis nach der Qualität richtet, nicht nach dem Gewicht. Besonders die großen Steine weisen häufig Lufteinschlüsse auf, die den Wert senken. Daher werden sie fast immer zerteilt und dann erst geschliffen. So war der größte Fund aus Sierra Leone, der 969-Karäter „Star of Sierra Leone“, in 17 Steine zerteilt worden.

      Angeblich haben einige der namhaftesten Schleifer aus Antwerpen schon ihr Interesse bekundet, Momohs Fund in Augenschein nehmen zu dürfen. Alleine die Studien, wie der Stein gebrochen und geschliffen werden kann, können zwei Jahre in Anspruch nehmen. Emmanuel Momoh wird sich also in Geduld üben müssen, bis er Finderlohn erhält. Was er dafür kaufen will, verriet er einem Radiosender: „ein Auto“.

      video.faz.net/v/video/reuters/…-MP4_ONLINE-DIAMANT_h.mp4
      Der 706-Karäter in Nahaufnahme: Der Stein aus Kono liegt nach ersten Schätzungen auf dem 13. Rang aller jemals gefundenen Diamanten. Unklar ist aber sowohl noch sein Wert als auch die Möglichkeit seiner Verarbeitung. Der Finder dürfte noch länger auf seinen Finderlohn warten.
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      7,8 Millionen: Zu wenig für 700-Karat-Diamant

      Von einem Pastor gefunden, scheint der 700-Karat-Diamant für Sierra Leone ein Geschenk des Himmels zu sein. Die Regierung, der der Stein gehört, will aber mehr als die gebotenen 7,8 Millionen Dollar. Deshalb versucht es Sierra Leone jetzt nochmal in Antwerpen, dem El Dorado der Diamantenhändler
      .

      Eine Auktion in Sierra Leone für einen der größten je gefundenen Diamanten ist trotz eines Millionengebots ergebnislos zu Ende gegangen. Der mehr als 700 Karat schwere Diamant soll nun in Belgien versteigert werden, um mehr internationale Bieter anzuziehen, wie die Regierung erklärte. Das höchste Gebot für den seltenen Edelstein kam von einer britischen Firma und lag bei knapp 7,8 Millionen US-Dollar (7,2 Millionen Euro), die Regierung hatte jedoch einen höheren - nicht bekanntgegebenen - Mindestpreis gesetzt.

      Einer der 15 größten Steine aller Zeiten

      Der Pastor Emmanuel Momoh hatte den Diamanten in einer Mine gefunden und im März an die Regierung des westafrikanischen Landes übergeben. Präsident Ernest Bai Koroma sagte zu, den Stein unter transparenten Bedingungen versteigern und den Erlös der Allgemeinheit zugutekommen zu lassen. Er dankte der Firma dafür, dass sie den Stein nicht zum Verkauf außer Landes schmuggelte. Der 39-jährige Momoh zeigte sich nach der Auktion vom Donnerstag sehr zufrieden. "Ich war an allen Schritten beteiligt - dem Wiegen, Reinigen und Versteigern des Diamanten", sagte der Pastor. "Alles läuft sehr transparent ab, ich bin mit dem Ablauf sehr zufrieden." Nach Einschätzung von Experten könnte der Stein unter den zehn bis 15 größten jemals gefundenen Diamanten rangieren.

      Ein Karat entspricht 0,2 Gramm, der Diamant wiegt also mehr als 140 Gramm. Wann und wo der Stein in Belgien versteigert werden soll, blieb zunächst unklar. Die belgische Stadt Antwerpen gilt als eines der größten Handelszentren für Diamanten.

      Diamanten in Sierra Leone - Fluch und Segen

      In Sierra Leone war schon 1972 mit dem "Stern von Sierra Leone" ein Riesendiamant aufgetaucht. Mit einem Rohgewicht von 969 Karat wurde dieser später in 17 Steine aufgeteilt. Diamanten von spektakulärer Größe sind selten. Rohedelsteine mit mehreren Hundert Karat werden nach ihrem Fund in der Regel zerteilt und geschliffen.

      Sierra Leone mit rund sechs Millionen Einwohnern ist reich an Bodenschätzen, insbesondere an Diamanten, wobei die wertvollen Steine nicht immer ein Segen für das Land waren: In den 90er Jahren wurde mit dem illegalen Verkauf dieser Steine - der so genannten Blutdiamanten - der Bürgerkrieg (1991-2002) in Sierra Leone finanziert, dem zehntausende Menschen zum Opfer fielen.
      Versteigerung von Rekorddiamant
      Acht Millionen Dollar? Pah, lächerlich
      Ein Pastor findet einen riesigen Diamanten in Sierra Leone, bei einer Versteigerung liegt das Höchstgebot bei fast acht Millionen Dollar. Doch verkauft wird der Stein trotzdem nicht - noch nicht.

      Emmanuel Momoh hatte den Fund seines Lebens gemacht: In einer Mine im westafrikanischen Sierra Leone entdeckte der Pastor im März einen 706-Karat-Diamanten. Mit etwa 141 Gramm ist der Edelstein damit einer der größten, die je entdeckt wurden. Kein Wunder, dass die Erwartungen an die Versteigerung des Steins groß waren.

      Vergeblich.

      Denn nun ist die Auktion trotz eines Millionengebots ergebnislos zu Ende gegangen. Eine britische Firma bot knapp 7,8 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 7,2 Millionen Euro). Sierra Leones Regierung hatte jedoch einen höheren - nicht bekannt gegebenen - Mindestpreis gesetzt.

      Die Regierung war ins Spiel gekommen, weil Pastor Momoh den Riesendiamanten Staatspräsident Ernest Bai Koroma übergeben hatte. Momoh wolle damit das Volk unterstützen, hieß es damals. Präsident Koroma sagte zu, den Erlös der Allgemeinheit zugutekommen zu lassen. Er dankte Momoh, dass er den Stein nicht zum Verkauf außer Landes geschmuggelt habe.