Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2010

    Schumacher testet nach Alonso am eifrigsten

    Schumacher testet nach Alonso am eifrigsten

    Bei seinem dritten Testtag im spanischen Jerez hat Michael Schumacher mit 124 Umläufen nach Fernando Alonso (129) die meisten Testrunden aller Fahrer gedreht.

    Ein Fleißkärtchen, viel Spaß und eine Menge wichtiger Erkenntnisse: Michael Schumacher schuftet weiter eifrig für sein heiß ersehntes Comeback in der Formel 1. 31 Tage vor dem Saison-Auftakt in Bahrain drehte der Rekord-Weltmeister bei den offiziellen Tests am Donnerstag in Jerez 124 Runden und damit die zweitmeisten aller Fahrer nach Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso (129).

    "Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag. Es hat sich gut angefühlt, das Auto zu fahren und es hat großen Spaß gemacht", sagte Schumacher: "Ich habe viele Runden drehen können und das ist sehr wertvoll für mich. Ich habe ein neues Auto, ein neues Team und neue Bedingungen, deshalb muss es unser erstes Ziel sein, das Auto zuverlässig zu machen. Tage wie heute helfen ungemein in dieser Hinsicht, vor allem weil das Wetter in den nächsten Tagen nicht so rosig werden soll."

    Schumacher hinter Rosberg

    Obwohl es am Donnerstag trocken blieb, waren Schumachers Zeiten mäßig. Bei seinem schnellsten Umlauf blieb der Kerpener in 1:21,083 Minuten 0,156 Sekunden über der von seinem Teamkollegen Nico Rosberg am Mittwoch erzielten Bestzeit im Regen. Doch bei seinen insgesamt 549km ging es dem 41-Jährigen eben vor allem um wichtige Informationen. Zudem wurde sein Mercedes-Silberpfeil bei einer Kollision mit Kamui Kobayashi am Seitenkasten leicht beschädigt. Am Freitag wird wieder Rosberg den neuen Mercedes testen.

    Der Japaner Kobayashi im neuen Sauber-Ferrari war – offenbar auch bedingt durch weniger Benzin an Bord und ein dadurch leichteres Auto – vor 10.000 Zuschauern am Donnerstag überraschend der schnellste Pilot (1:19,950). Ihm folgten der französische Toro-Rosso-Fahrer Sebastien Buemi, Weltmeister Jenson Button (Großbritannien/McLaren) und der deutsche Formel-1-Neuling Nico Hülkenberg. Der GP2-Champion aus Emmerich musste zwischenzeitlich wegen eines Hydraulikschadens allerdings abgeschleppt werden. "Es war nur ein kleines technisches Problem, aber nichts, weswegen man sich Sorgen machen müsste", sagte der Williams-Pilot.

    Vettel steigt am Freitag ein

    Vize-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) war am Donnerstag wie Rosberg nicht im Einsatz und wird erst am Freitag erstmals in seinem neuen Auto auf die Strecke gehen. Die Werte seines australischen Teamkollegen Mark Webber am Donnerstag deuteten darauf hin, dass Red Bull noch mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Nachdem das Team freiwillig auf die ersten Tests vom 1. bis 3. Februar in Valencia verzichtet hatte, war Webbers Test aber auch der erste der Saison.

    Schumacher spioniert bei anderen Teams

    Schumacher spioniert bei anderen Teams

    Beim gemeinsamen Formel-1-Training können die Fahrer ihre Konkurrenz genauer unter die Lupe nehmen. Auch Michael Schumacher macht mit. Die Feindbeobachtung ist schließlich „essenziell“.

    Schlendern, schauen, spicken: Die Reihenfolge bei ihrem ersten direkten Duell war Michael Schumacher und Sebastian Vettel egal, die kleinen Feinheiten am Auto des Konkurrenten dagegen interessierten die beiden deutschen Formel-1-Stars in Jerez brennend. Sowohl Altmeister Schumacher als auch Shootingstar Vettel nutzten bei den Testfahrten jede Gelegenheit, mal den einen oder anderen Blick schweifen zu lassen.

    „Die Feindbeobachtung ist essenziell, wenn man genau wissen will, wo man steht und wie die anderen Teams aufgestellt sind“, sagte der 41-jährige Schumacher nach seinem zweiten Auftritt in Jerez am Samstag, als er als Tagesfünfter knapp sechs Zehntelsekunden vor dem sechstplatzierten Vettel lag und im ersten deutschen Prestigeduell damit die Nase vorn hatte.

    Vettel guckt sich „Silberpfeil“ genauer an

    Was den 22 Jahre alten Heppenheimer aber nicht störte. „Es war schön, nach so langer Zeit mal wieder im Auto zu sitzen“, meinte er nach seinen ersten beiden Testtagen im neuen Red-Bull-Renault, der als letztes Auto aus dem Kreis der Top-Teams erst am Mittwoch vorgestellt worden war. Als er am Nachmittag wegen eines Problems einige Zeit verlor, nutzte er die unfreiwillige Pause, um durch die Boxengasse zu schlendern und sich unter anderem Schumachers Mercedes-Silberpfeil ganz genau anzuschauen. „Wenn man selbst nicht fahren kann, muss man sich irgendwie beschäftigen. Da nutzt man auch mal die Zeit, ein bisschen rumzugucken und zu schauen, was die anderen unter der Haube haben. Man kann schon das eine oder andere sehen, was vielleicht interessant ist“, sagte Vettel.

    Denn wegen des viel größeren Gewichtsunterschiedes durch die neuen größeren Tanks von bis zu 165 Kilogramm ist es für die Teams viel schwieriger geworden, die Zeiten der Konkurrenten einzuordnen. „Man kann derzeit mit den Benzinmengen und auch der Gewichtsverteilung so herumspielen, dass es auch für uns noch immer schwierig ist, das wahre Kräfteverhältnis zu kennen“, sagte Schumacher: „Für mich sieht es derzeit so aus, dass die erwarteten vier Teams – wir, Ferrari, Red Bull, McLaren – vorne sind, aber auch Sauber wirkt bis jetzt sehr gut.“ Auch Vettel kann noch nicht wirklich einschätzen, „wo wir genau stehen, weil jeder ein bisschen was anderes macht und die Rundenzeiten aufgrund der neuen Regeln mit dem großen Tank zwei, drei, vier Sekunden rauf und runter gehen.“


    Sutil: „Hatte noch nie ein so gutes Gefühl“

    Daher ist auch nicht genau zu sagen, wie gut beispielsweise der Force-India-Mercedes von Adrian Sutil (Gräfelfing) wirklich ist, mit dem er am Samstag fast die Bestzeit markiert hätte und erst kurz vor Ende des Testtages noch von Lewis Hamilton (Großbritannien) im McLaren-Mercedes abgefangen wurde. „Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl. Schon nach drei Runden hatte ich einen guten Eindruck, wo wir stehen“, lobte Sutil sein neues Auto: „Früher hatte ich nie ein so gutes Gefühl vor einer Saison. Deshalb freue ich mich auf das erste Rennen.“ In der am 14. März in Bahrain beginnenden Saison will er von Beginn an um Punkte kämpfen. Vettel, Schumacher und dessen Silberpfeil-Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden) dagegen wollen den WM-Titel ins Visier nehmen.

    „Zum Ende dieser Testwoche können wir sagen, dass das Auto einen guten Eindruck macht. Aber wie immer in dieser Phase vor der Saison kann da noch eine ganze Menge passieren. Ich denke, erst beim Saisonstart werden wir wirklich klüger sein“, erklärte Schumacher.

    Timo Glock (Wersau) wäre schon froh, wenn er in der kommenden Woche bei den nächsten Tests in Jerez mehr als die bislang 16 Runden in seiner neuen „Jungfrau“ drehen kann. Sein Teamkollege Lucas di Grassi (Brasilien) hatte am Samstag das Auto von Neueinsteiger Virgin erstmals 63 Runden bewegt.

    Schumacher strukturiert sein Management um

    Schumacher strukturiert sein Management um

    Willi Weber ist nicht mehr "Mister 20 Prozent", stattdessen kümmert sich Sabine Kehm verstärkt um das Management von Michael Schumacher
    Michael Schumacher geht bei seinem Comeback nicht nur in ungewohnten Farben und für Mercedes statt Ferrari an den Start, sondern auch mit einem umstrukturierten Management. Denn nach über 20 gemeinsamen Jahren ist Willi Weber nicht mehr der "Mister 20 Prozent" des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters.

    Hauptverantwortlich für Schumachers Management ist neuerdings dessen bisherige Medienberaterin Sabine Kehm, eine gelernte Journalistin, die früher unter anderem für die 'Welt' und für die 'Süddeutsche' geschrieben hat. Schumacher hat die Entscheidung getroffen, das Management mit seinem Büro in der Nähe des Genfer Flughafens verstärkt selbst in die Hand zu nehmen. Kehm ist Geschäftsführerin dieses Büros.

    Laut 'Sponsor News' saß Kehm schon bei den Verhandlungen mit Mercedes statt Weber am Tisch, später soll sie auch die Sponsoringdeals mit den Modefirmen Jet Set und Navyboot ausgehandelt haben. Weber bleibt weiterhin Bestandteil des Schumacher-Netzwerks, seine Aufgabe scheint sich aber nunmehr auf das Merchandising zu beschränken. Außerdem darf er wie bisher Sponsoren vermitteln und dafür Provision kassieren.

    Für Schumacher/Weber bedeutet die Neustrukturierung ihrer Zusammenarbeit das Ende einer Ära. Weber hatte den Rennfahrer 1988 bei einer Talentsichtung am Salzburgring kennengelernt. Der gewiefte Geschäftsmann verhalf dem Nachwuchstalent zu einer professionellen Motorsportkarriere und in die Formel 1, sicherte sich dafür aber 20 Prozent von dessen Einnahmen. So entstand sein Spitzname "Mister 20 Prozent".

    Das war ein hochlukratives Geschäft: Laut 'Forbes' soll Schumacher bis zum Ende seiner (ersten) aktiven Karriere im Jahr 2006 rund eine halbe Milliarde Euro verdient haben. Sollte diese Zahl stimmen, dann hätte Weber immerhin 100 Millionen Euro abkassiert. Gleichzeitig machte sich der 67-Jährige einen Namen in der Branche, der ihm Managementverträge mit weiteren Rennfahrern und Persönlichkeiten einbrachte.
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    "Ein Witz": Scharfe Kritik am neuen Punktesystem

    "Ein Witz": Scharfe Kritik am neuen Punktesystem

    Gerhard Berger stellt das neue Punktesystem in Frage und erntet dafür Beifall von Mark Webber, Norbert Haug und Christian Horner
    In der Formel 1 werden ab dieser Saison erstmals WM-Punkte an die zehn bestplatzierten Fahrer eines jeden Rennens vergeben. Das neue Wertungsschema lautet 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1 statt 10-8-6-5-4-3-2-1. Vor 2003 waren sogar nur sechs Fahrer (10-6-4-3-2-1) belohnt worden, wodurch es für die kleinen Teams extrem schwierig war, Punkte zu sammeln.

    Doch das Argument, das neue Punktesystem liefere durch den größeren Unterschied zwischen Platz eins und zwei mehr Anreiz, eine Attacke auf der Strecke zu reiten, kommt innerhalb der Formel-1-Gemeinde nicht gut an: "Ich halte es für einen Witz", schimpft Mark Webber bei 'Servus TV' über die neue Regelung. Und Norbert Haug sagt: "Ein Sieg ist ein Sieg. Anzunehmen, dass ein Fahrer, der auf Platz zwei liegt, nicht alles gibt, um Erster zu werden, ist eine ziemliche Unterstellung."

    Haug fordert Respekt vor den Fahrern
    "Ein erster Platz ist 200 Mal mehr wert als ein zweiter", so der Mercedes-Sportchef. "Die, die so denken, müssten mit diesen Fahrern mal in einem Straßenauto mitfahren - zur Freude oder zur Strafe! Dann sehen sie, wie die überholen. Das ist Leistungssport. Da wird jede Runde alles gegeben. Da sitzt niemand im Auto und denkt sich: 'Naja, ich überhole lieber nicht, mir ist nicht danach.' Das ist eine Unterstellung, die nicht zutrifft. Diesen Respekt muss man den Fahrern entgegenbringen."

    Bis einschließlich 1990 existierte in der Königsklasse das Punktesystem 9-6-4-3-2-1. Zudem wurden die fünf schlechtesten Saisonergebnisse eines jeden Fahrers gestrichen. Ab 1991 wurde auf 10-6-4-3-2-1 umgestellt, 2003 erfolgte die nächste Änderung. Doch die jetzige Umstellung sorgt insofern für einen Aufschrei unter Puristen, weil es für einen Sieg zweieinhalb Mal so viele Punkte gibt wie bisher. Dadurch werden alle statistischen Vergleiche hinfällig.

    "Ich mag es nicht. Man kämpft sowieso im Rennen und setzt die Taktik ein, die an diesem Tag für sich selbst die richtige ist", findet Gerhard Berger. "Ich glaube, wir leben auch sehr viel in der Historie und wollen Vergleiche machen und wissen, wie das damals ausgeschaut hat. Das verschwimmt alles und man kann diese Vergleiche jetzt nicht mehr ziehen. Das finde ich schade. Außerdem ist gerade in diesem Bereich alle drei Jahre eine Änderung meiner Meinung nach falsch."

    Dass er mit seiner Meinung nicht alleine dasteht, zeigte sich am tosenden Applaus, der nach dieser Aussage im Rahmen der Talkshow durch den Hangar-7 in Salzburg brandete, und auch Webber nickte zustimmend: "Vielleicht sollte Gerhard FIA-Präsident werden!" Der FIA alleine darf man die Schuld für diese Änderung allerdings nicht in die Schuhe schieben, schließlich hatten im Kreise der Formel-1-Kommission Vertreter von allen Teams ein Mitspracherecht.

    Bonuspunkt für die Pole-Position?
    "Ich fand schon die Änderung von neun auf zehn Punkte nicht gut und konnte sie nicht verstehen", führt Berger weiter aus. "Dafür hätte ich es reizvoll gefunden, bei neun Punkten für den Sieg zu bleiben und einen Punkt für die Pole-Position zu vergeben, denn dieses Qualifying erfordert so viel Kraft und Können und Einsatz, dass man das in irgendeiner Art und Weise belohnen sollte. Das wäre meine Meinung gewesen, aber man macht es anders."

    "Ich stimme Gerhard zu", so Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Es war falsch, das Punktesystem zu verändern. Die Fahrer holen jetzt Massen an Punkten in einer Saison und man denkt dann, dass der Abstand größer sein könnte, als er wirklich ist. Die Idee war, den Fahrern einen größeren Anreiz zum Überholen zu geben, aber ich denke, das wird sich nicht einstellen. Da spielt auch die Strecke eine große Rolle. In Brasilien haben wir vergangenes Jahr viele Überholmanöver gesehen."

    Kleine Randnotiz: Viel verändert hat sich durch das neue Punktesystem eigentlich nicht, sondern es wurde großteils nur mit Faktor 2,5 multipliziert. Auf diese Weise wird aus 10-8-6-5-4-3-2-1 ohne große Verzerrungen 25-20-15-12,5-10-7,5-5-2,5. Der vielleicht größte Unterschied zum 2010er-Schema ist, dass der zweite Platz von 20 auf 18 Punkte herabgesetzt wurde. Davon versprechen sich die Verantwortlichen, dass um Siege künftig härter gekämpft wird.
    Reglement

    Anzahl der Grands Prix
    Die Formel 1-Weltmeisterschaft besteht aus mindestens acht und maximal 18 Grands Prix.


    Renndistanz
    Für einen Grand Prix wird auf jeder Strecke die geringst mögliche Rundenzahl bemessen, die eine Distanz von 305 Kilometern überschreitet. Die maximale Renndauer beträgt zwei Stunden.


    Teststrecken
    Als Teststrecken sind alle Grand-Prix-Kurse in England, Italien, Spanien und Frankreich zugelassen, außerdem weitere von der FIA abgenommene Strecken, auf denen keine Grands Prix gefahren werden (z.B. Fiorano, Jerez, Mugello, Valencia).


    Testbeschränkung
    Die Freien Trainingseinheiten am Freitag dauern 90 Minuten. Gestartet wird, bis auf wenige Ausnahmen, um 10:00 und 14:00 Uhr Ortszeit. Da beide Sessions nicht zum Wochenende zählen, darf jeder Fahrer vier Sätze neuer Reifen verwenden. Jedes Team darf am Freitag zwei Autos benutzen und dabei neben den Grand-Prix-Piloten auch den nominierten dritten Fahrer zum Zuge kommen lassen. Die Fahrer sind bis 16:00 Uhr am Vortag des Trainings zu nominieren. Abseits der GP-Freitage dürfen insgesamt 15.000 km pro Jahr als Testdistanz genutzt werden. Das entspricht 50 Renndistanzen. Ausgenommen sind Nachwuchspiloten, die in den letzten 24 Monaten kein F1-Rennen gefahren sind und nicht mehr als vier Testtage im gleichen Zeitraum hatten. Sie erhalten spezielle Testtage. Auch einige Aerodynamiktests sind erlaubt. Die Betriebsstunden im Windkanal werden 2009 eingeschränkt. Die maximale Modellgröße beträgt nun 60 Prozent, der maximale Speed 50 m/sec (das entspricht 180 km/h). Die Überwachung des Testlimits wird durch die FIA und die Teams übernommen. Während der Saison sind acht Tests zu je drei Tagen mit jeweils einem Auto pro Team angesetzt. Außerhalb der Saison darf mit zwei Autos getestet werden. Es wird die komplette Kilometerzahl bei angefangenen Runden gewertet. Neben den Gruppentests dürfen die Teams wahlweise auch auf zwei vorher benannten Heimstrecken alleine testen.


    Fahrzeuggewicht
    Ein Formel-1-Wagen muss inklusive Fahrer, Öl und Bremsflüssigkeit mindestens 600 Kilogramm wiegen.


    Reifen
    Seit 2008 gibt es mit Bridgestone nur noch einen Reifenhersteller in der Formel 1. Durch den Rückzug von Michelin statten die Japaner aber schon in diesem Jahr alle Teams mit Pneus aus. An einem GP-Wochenende erhält jeder Rennstall eine harte und eine weiche Mischung zur Auswahl die jeweils weichere erhält eine weiße Linie an der Außenflanke, so dass man sie auf der Strecke von der anderen unterscheiden kann. Regenreifen sind durch eine weiße Linie zu unterscheiden. Pro Fahrer dürfen maximal Vierzehn Sätze Trockenreifen, fünf Sätze wet weather tyres und vier Sätze extreme weather tyres verwendet werden. Vier Sätze davon müssen am Freitagabend zurückgegeben werden, zehn verbleiben für den Rest des Wochenendes. Beim ersten und zweiten Training am Freitag darf jeder Fahrer nur zwei Sätze pro Trockenreifenspezifikation und einen Satz pro Regenreifenspezifikation verwenden. Statt den Rillenreifen seit 2009 wieder Slicks zum Einsatz. Wie bereits 2008 verfügen die Piloten pro Grand Prix über 14 Reifensätze (sieben von jeder der jeweils zwei Mischungen, die Bridgestone an den Wochenenden mitbringt). Während des Rennens müssen beide Mischungen zum Einsatz kommen. Für das Freitagstraining erhält jedes Team acht Sätze Trockenreifen, vier von jeder Spezifikation, die vor dem dritten Training alle zurückgegeben werden müssen. Für Samstag und Sonntag bekommt jeder Fahrer noch einmal insgesamt zehn Reifensätze (fünf Sätze je Spezifikation). Davon muss aber ein Satz beim Qualifying zurückgegeben werden. Bei den Regenreifen erhält jedes Team am Freitag zwei Sätze beider Spezifikationen, die vor dem dritten Training zurückgegeben werden müssen - außer, sie wurden nicht benutzt. Für Samstag und Sonntag erhält jeder Fahrer vier weitere Sätze Regenreifen und drei Sätze Extremwetterreifen. Die unbenutzten Reifen vom Freitag dürfen ein Teil davon sein. Im Qualifying besteht freie Reifenwahl, im Rennen muss jeder Fahrer beide zur Verfügung stehenden Reifenmischungen einsetzen. Ausnahme: bei Regenrennen.


    Startaufstellung
    Die Autos stehen nach Trainingszeiten gestaffelt im Acht-Meter-Abstand versetzt zueinander.


    Start
    30 Minuten vor dem Start wird die Boxengasse geöffnet. Die Fahrer haben 15 Minuten Zeit, um ihre Startplätze einzunehmen. Wer das Zeitlimit überschreitet, muss das Rennen hinter dem Feld aus der Boxengasse aufnehmen.
    Bis fünf Minuten vor dem Start darf getankt werden, auf dem Startplatz maximal zwölf Liter. Bis fünf Minuten vor dem Start müssen die Reifen aufgezogen sein. Eine Minute vor dem Start werden die Motoren angelassen.
    Beim 30-Sekunden-Signal setzt sich das Feld zur Formationsrunde in Bewegung. Während der Formationsrunde ist Überholen verboten. Einzige Ausnahme: Fährt ein Fahrer mit Verzögerung beim Vorstart los und wurde nicht vom gesamten Feld überholt, darf er seine ursprüngliche Startposition wieder einnehmen. Andernfalls muss der Fahrer vom letzten Startplatz starten. Das gleiche gilt für Fahrer, die einen Startabbruch provoziert haben.
    Nach jedem Startabbruch erfolgt fünf Minuten später der Neustart. Das Rennen wird wegen der zusätzlichen Formationsrunde um eine Runde verkürzt.
    Im Fall von schwerem Regen ist es möglich, das Rennen hinter dem Safety Car zu starten.
    Bei einem normalen Start gehen, sobald das letzte Fahrzeug in der Startaufstellung steht, nacheinander die fünf Lampen der Startampel im Sekundentakt an. Startsignal ist, wenn alle Lampen erlöschen. Signalisiert ein Fahrer im Feld Probleme, wird die Startprozedur unterbrochen. Dies wird durch gelbe Flaggen an der Boxenmauer und ein Blinklicht auf der Startampel angezeigt.


    Safety Car
    Wenn der Rennleiter das Safety Car auf die Strecke schickt, wird dies rund um den Kurs mit "SC"-Zeichen signalisiert. Sobald das Safety Car auf die Strecke fährt, wird die Boxengasse geschlossen. Wenn alle Autos hinter dem Safety Car aufgeschlossen haben, wird sie wieder geöffnet. Überrundete Teilnehmer, die hinter dem Safety Car fahren, dürfen an diesem und den dahinter fahrenden Spitzenreitern vorbei und ans Ende des Feldes aufschließen. Auf diese Weise wird hinter dem Safety Car die tatsächliche Rennreihenfolge hergestellt und den Überrundeten zwischen den Führenden und dem Safety Car wird eine Runde geschenkt. Sollte ein Fahrer trotzdem in die Box fahren, die noch geschlossen ist, muss er später eine 10 Sekunden dauernde Stop-and-Go-Strafe an der Box absitzen. Dies gilt nur, wenn er Sprit nachtankt, nicht bei Reifenwechseln oder sonstigen Arbeiten am Fahrzeug (Sicherheitsbedenken). Sollte das Rennen wegen Regens hinter dem Safety Car gestartet werden müssen, sind die extremen Regenreifen für alle Autos vorgeschrieben. Der Mindestabstand wurde von fünf auf zehn Autolängen erhöht.


    Rennabbruch
    Wird das Rennen in den ersten zwei Runden abgebrochen, erfolgt ein Neustart. Sind zwischen zwei Runden und 75 Prozent der Renndistanz gefahren, wird das Rennen neu gestartet. Der zweite Start erfolgt dann unter Safety-Car-Regeln: Die Autos starten in der Reihenfolge des Abbruchs des ersten Rennens; die Zeitrückstände werden nicht berücksichtigt, es sei denn, sie betragen mehr als eine Runde.
    Sollte ein Neustart nicht möglich sein, werden halbe Punkte vergeben. Bei einem Abbruch nach mehr als 75 Prozent der Gesamtdistanz wird die volle Punktzahl vergeben.

    Zeitstrafen
    In folgenden Fällen können Zeitstrafen ausgesprochen werden:
    1. Frühstart,
    2. Auslösen einer Kollision,
    3. Abdrängen eines Konkurrenten,
    4. dreimaliges Nichtbeachten der blauen Flagge,
    5. absichtliches Behindern eines Konkurrenten beim Überholen.
    Zeitstrafen werden vom Rennleiter empfohlen. Die endgültige Entscheidung liegt bei den drei Rennstewards. Das Team muss schriftlich benachrichtigt werden. Sobald dies geschehen ist, hat der Fahrer drei Runden Zeit, die Strafe zu befolgen. Wird die Strafe in den letzten fünf Runden ausgesprochen, werden zur Gesamtfahrzeit des zu Bestrafenden 25 Sekunden dazugezählt.
    Seit der Saison 2002 dürfen die Rennstewards einen Fahrer mit einer "Drive-through" Strafe belasten. Hier fährt der Pilot mit der Maximalgeschwindigkeit von 80 bzw. in Monaco 60 Km/h einmal durch die Boxengasse und muss keine 10 Sekunden an seiner Box stehen bleiben. Anstelle eines Drive Through-Penalty oder einer Stop-and-Go-Strafe wird seit der Saison 2004 ein Strafpunktesystem eingeführt. Demzufolge wird nach einer fragwürdigen Kollision nach dem Rennen eine Anhörung abgehalten und gegebenenfalls eine Strafe ausgesprochen. Wenn dies bei einem Fahrer innerhalb einer Saison zu oft vorkommt, dürfen die Stewards eine Sperre für ein Rennen aussprechen.
    Außerdem dürfen die Rennkomissare bei Regelverstößen bis Rennbeginn Fahrer direkt um eine bestimmte Zahl an Startpositionen zurückversetzen.


    Geschwindigkeitsbegrenzung
    In der Boxengasse darf im Qualifying sowie Rennen grundsätzlich nicht schneller als 100 km/h gefahren werden - außer in Monte Carlo, dort gilt im Rennen Tempo 80 in der Boxengasse. Zuwiderhandlung wird im Rennen mit Zehnsekunden-Zeitstrafen geahndet, im Training mit Geldstrafen - 250 Euro pro km/h.


    Punktesystem
    Anstelle der ersten Sechs erhalten seit der Saison 2003 jeweils die ersten Acht eines Grand Prix WM-Punkte. Die Aufteilung sieht wie folgt aus: 10-8-6-5-4-3-2-1 WM-Zähler.


    Stallregie
    Stallregie die auf die Manipulation eines Rennergebnisses abzielt ist verboten.


    Ablauf der Qualifikation
    Nach einer 20- und einer 15-minütigen Qualifying-Session scheiden jeweils die langsamsten 5 oder 6 (Anzahl abhängig ob 20 oder 22 Starter) Fahrer aus. Diese belegen die Startplätze 16 bis 22 und 11 bis 15. Danach werden die Zeiten der verbliebenen 10 Fahrer erneut auf Null gesetzt und sie treten in einer 10-minütigen Session um die besten 10 Startplätze an. Obwohl sich die Autos ab dem Beginn des Qualifyings unter so genannten Parc Fermé Bedingungen befinden werden, sind Reifenwechsel und Tankvorgänge erlaubt. Allerdings müssen die Top-10 die letzten 10 Minuten mit Rennsprit bestreiten. Der verbrauchte Sprit während des Qualifyings darf vor dem Rennen jedoch nachgetankt werden. Die Gewichte aller Fahrzeuge werden nach dem Qualifying bekannt gegeben.

    Der offizielle GP-Zeitplan
    Freitag:
    10:00 - 11:30 Uhr 1. Freies Training
    14:00 - 15:30 Uhr 2. Freies Training

    Samstag:
    11:00 - 12:00 Uhr 3. Freies Training
    14:00 Uhr Qualifying

    Sonntag:
    14:00 Uhr Rennen

    Technisches Reglement

    Technisches Reglement

    Motor
    Seit der Saison 2006 sind nur noch V8-Motoren mit 2,4 Litern Hubraum erlaubt. Die Zweiwochenendregel wurde aufgehoben. Das Getriebe muss vier Rennen in Folge eingesetzt werden. Die Höchstdrehzahl wurde von 19.000 auf 18.000 Umdrehungen pro Minute verringert. Jeder Fahrer erhält pro Saison 8 Triebwerke, die für die gesamte Saison reichen müssen. Die Motoren können zu jedem Rennwochenende gewechselt werden, aber mit dem Motor, mit dem man am Qualifying teilnimmt, muss man auch ins Rennen gehen. Weiterhin ist die Motorenentwicklung eingefroren. Durch die Einführung der Einheitselektronik dürfen die Hersteller jedoch bis zum zweiten Saisonlauf in Malaysia an der Airbox, den Ansaugtrompeten, der Einspritzung und den Pumpen arbeiten. Danach werden die Motoren bis Ende 2012 eingefroren. Es soll dann eine neue Motorenformel eingeführt werden.


    Motorsteuerung
    Formel-1-Motoren verfügen über ein "Anti-Stall-Programm", um das Abwürgen des Motors bei einem Dreher zu verhindern. Es muss so programmiert sein, dass der Motor nach spätestens zehn Sekunden abgestellt wird, sollte der Fahrer in dieser Zeit nicht wieder in den Fahrmodus zurückgewechselt haben.


    Tank
    Der Tank darf maximal 40 Zentimeter über die Mittellinie des Fahrzeugs hinausragen und muss in einem Stück zwischen Fahrersitz und Motor liegen.


    Kraftstoff
    Ab 2010 ist dem Benzin 5,75 % Biomasse beigemischt, dadurch können mit der gleichen Benzinmenge weniger Kilometer zurückgelegt werden. Der Kraftstoff darf höchstens auf eine Temperatur von zehn Grad unterhalb der gerade herrschenden Außentemperatur abgekühlt werden. Gemessen wird einheitlich von Meteo France eine Stunde vor dem Start, an einer genau definierten Stelle innerhalb des Tanks. Spätere Temperaturänderungen werden nicht berücksichtigt.


    Antrieb
    Erlaubt sind maximal zwei angetriebene Räder. Ein Rückwärtsgang ist Vorschrift. Jeder Gangwechsel muss individuell vom Fahrer ausgelöst werden. Die Anzahl der Gänge kann von vier bis sieben variieren.


    Aufhängungen
    Es sind ausschließlich gefederte Aufhängungen zugelassen. Die Geometrie der Aufhängung darf während der Fahrt nicht verändert werden. Die Radträger werden mit einem bis zu einer Kraft von acht Tonnen reißfesten Kevlarseil am Chassis befestigt.


    Getriebe
    Alle eingesetzten Getriebe müssen vier Rennwochenenden überstehen. Sollte ein Getriebe vorher gewechselt werden müssen, verliert der Fahrer fünf Startplätze. Einmal pro Wochenende darf die Übersetzung des Getriebes geändert werden.


    Bremsen
    Mindestens zwei getrennte, voneinander unabhängige Bremskreisläufe, die über ein Pedal angesprochen werden, sind vorgeschrieben. Ein Kreislauf muss die Vorder-, der andere die Hinterräder bedienen.
    Die Bremssättel müssen aus Aluminium gefertigt sein. Pro Rad ist je ein Bremssattel mit maximal sechs Kolben und zwei Belägen erlaubt.
    Die maximale Dicke der Bremsscheiben beträgt 28 Millimeter, der maximale Durchmesser 278 Millimeter.
    Während des Bremsvorgangs darf die Bremskraftverteilung nicht verändert werden.


    Räder/Reifen
    - Dimensionen
    Für die Hinterräder beträgt die minimale Breite 365 Millimeter, die maximale Breite 380 Millimeter. Für die Vorderräder gelten eine minimale Breite von 305 Millimetern und eine maximale Breite von 355 Millimetern. Der maximale Raddurchmesser ist mit 660 Millimeter für Trockenreifen und 670 Millimeter für Regenreifen festgeschrieben.

    - Rillenreifen
    Vorder- und Hinterreifen müssen je vier Rillen in Längsrichtung auf-weisen. Die Rillen müssen mindestens 14 Millimeter breit, 2,5 Millimeter tief und auf der Lauffläche symmetrisch angeordnet sein. Zwischen den Rillen müssen mindestens 50 Millimeter liegen. Die Breite der Lauffläche an den Vorderrädern darf 270 Millimeter nicht überschreiten. Alle Messungen werden bei einem Reifendruck von 20 PSI vorgenommen.

    - Radsicherung
    Jeder Radträger wird seit dem Jahr 2001 mit zwei statt bisher einem Kabel gesichert. Die Befestigung muss Kräften von fünf Tonnen pro Kabel, zehn Tonnen pro Rad standhalten.




    Cockpit
    Aus Sicherheitsgründen muss das Cockpit so dimensioniert sein, dass der Fahrer es innerhalb von fünf Sekunden verlassen kann. Die maximal erlaubte Zeitspanne zum Verlassen des Cockpits und Aufstecken des Lenkrades beträgt zehn Sekunden. Die Dicke des Kopf- und Nackenschutzes muss 75 Millimeter betragen.
    Die Länge des Cockpits beträgt 850 Millimeter. Der vordere Fußraum muss ausgepolstert sein. Die Mindestdicke beträgt 25 Millimeter.
    Durch Sicherheitsverbesserungen wurden 2010 die Cockpitseiten um 5 cm erhöht. Der seitliche Kopfschutz hat somit eine Fläche von 3300 cm²


    Chassis
    Für die Dicke der Chassiswände sind mindestens 3,5 Millimeter vorgeschrieben. Davon entfallen 2,5 Millimeter auf einen aus Kevlar gefertigten Mantel. Die maximale Breite des Autos beträgt 180 Zentimeter. Zwischen den Achsen darf die Chassisbreite 140 Zentimeter nicht übersteigen, das Gleiche gilt für den Frontflügel. Die maximale Breite des Heckflügels ist 100 Zentimeter. Die maximale Höhe des Autos beträgt 95 Zentimeter, gemessen vom tiefsten Punkt des Fahrzeugs beziehungsweise dessen Referenzebene.
    Alle Teile des Unterbodens, die weiter als 25 Zentimeter von der ge-dachten Mittellinie des Autos entfernt sind, gemessen von einem Punkt 33 Zentimeter hinter der Vorderachse bis zum hintersten Teil des Fahrzeugs, müssen mindestens fünf Zentimeter oberhalb der Referenzebene liegen (Stufe im Unterboden). Die maximale Höhe des Heckflügels beträgt 80 Zentimeter, gemessen von der Referenzebene.
    Der Heckflügel darf maximal vier Flügelelemente aufweisen, wobei ein Element auf die untere und drei auf die obere Ebene entfallen. Gemessen von der Referenzplatte müssen das untere Flügelelement in einem Fenster zwischen 300 und 375 Millimeter und die oberen in einem Fenster zwischen 600 und 800 Millimeter liegen. Der Frontflügel muss mindestens 100 Millimeter über der Referenzplatte liegen.


    Unterboden
    Die Holzplatte im Zentrum des Unterbodens muss eine Breite von 30 Zentimetern und eine Dicke von zehn Millimetern aufweisen. Die maximale Toleranz beträgt einen Millimeter.


    Überhänge
    In den Dimensionen 50 Zentimeter hinten und 120 Zentimeter vorn, gemessen von der Mittellinie der jeweiligen Achse, sind Karosserie-Überhänge gestattet.


    Crashtests
    - Dynamische
    Der frontale dynamische Crashtest erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 14 Metern pro Sekunde, der seitliche mit zwölf Metern pro Sekunde und der für die Heckpartie mit zwölf Metern pro Sekunde. Der seitliche Crash erfolgt an einem Punkt, der 500 Millimeter vor der Cockpitrückwand und 300 Millimeter über der Referenzplatte liegt. Das Gewicht des Testchassis beträgt dabei inklusive Dummy 780 Kilogramm. Die maximale Verzögerung, gemessen an der Brust des Testdummys, darf 60 g innerhalb von drei Millisekunden nicht übersteigen. Die Sicherheitszelle darf bei keinem der dynamischen Tests beschädigt werden. Der Schnellverschluss des Lenkrades muss voll funktionstüchtig bleiben.

    - Statische
    Statische Crashtests erfolgen am Boden unterhalb des Benzintanks, an der Seite der Nasenbefestigung sowie seitlich am Chassis auf Höhe der Beine des Fahrers und des Sitzes. Außerdem wird der Überrollbügel in drei Richtungen belastet: seitlich mit fünf Tonnen, in Längsrichtung mit sechs Tonnen und vertikal mit neun Tonnen. Die Deformation darf nicht mehr als 50 Millimeter betragen.


    Ersatzauto
    Es ist kein zusammengebautes Ersatzauto mehr erlaubt. Sollte ein solches nötig sein, muss es aus Ersatzteilen zusammengebaut werden.


    Parc-Fermé-Regel
    Die Autos werden nach dem Qualifying ab 18:00 Uhr Ortszeit übernacht im Parc Fermé einbehalten. Die Teams dürfen dabei nur unter strenger Aufsicht an den Fahrzeugen arbeiten. Jegliche Arbeiten am Wagen, welche nicht auf einer sehr kurzen Liste stehen, benötigen eine besondere Genehmigung. Seit 2004 darf der Sprit auch nicht mehr gekühlt werden.


    Funkverkehr
    Der Funkverkehr zwischen dem Fahrer und dem Team ist nicht verboten, so lange keine anderen Daten mit übertragen werden und das Kommunikationssystem für FIA und TV abhörbar ist.


    Elektronische Fahrhilfen
    Die Launch Control ist verboten. Starthilfe, Traktionskontrolle und Bremshilfe sind abgeschafft worden. Jedes Auto muss mit der Einheitselektronik aus dem Hause MES ausgestattet sein.


    Abdeckung der Wagen
    Folgende Abdeckungen sind nicht erlaubt:

    Motor-, Getriebe- und Kühlerabdeckungen, während die Motoren gewechselt werden
    Abdeckungen über den Ersatzflügeln, wenn sie in der Box stehen
    Abdeckungen auf Teilen wie Unterböden, Tankanlage oder Werkzeugen
    Folgende Abdeckungen sind erlaubt:

    Abdeckungen auf beschädigten Autos oder Komponenten
    Reifenheizdecken
    eine transparente Werkzeugablage auf dem Heckflügel, nicht tiefer als 50 mm
    Heizdecken für Reifen und Motor in der Startaufstellung
    Eine speziell angefertigte Heckflügelabdeckung, welche ein Feuer verhindert
    Eine Regenabdeckung auf dem Fahrzeug in der Box oder der Startaufstellung
    Die Boliden dürfen in der Nacht, die sie ja im Parc Fermé unter Verschluss verbringen müssen, zugedeckt werden.

    KERS
    Ab dieser Saison dürfen die Boliden die kinetische Energie, die sonst beim Bremsen als Wärme abfließt, speichern und zum Beispiel über einen Elektromotor in zusätzlichen Antrieb umwandeln. Über einen Knopf im Cockpit können die Piloten - etwa beim Beschleunigen - bis zu 60 kW (rund 81 PS) Zusatzleistung abrufen. Pro Runde dürfen allerdings maximal 400 kJ als Schub zum Einsatz kommen.


    Aerodynamik
    Ab 2009 besteht der Frontflügel aus zwei horizontalen Ebenen. Zusätzlich ist er von 1400 auf 1800 mm verbreitert sowie um 75 mm tiefer positioniert worden. Letzteres soll den Piloten helfen sich bei einem Zweikampf leichter an den Gegner heranarbeiten zu können. Der Anstellwinkel kann vom Fahrer aus dem Cockpit heraus zweimal pro Runde justiert werden, das zentrale Mittelstück jedoch bleibt fixiert. Der Heckflügel ist um 150 mm höher positioniert worden, um die Verwirbelung der Luft zu verringern. Die so genannte "dirty air" ist weniger turbulent als zuvor, wodurch sich der Verfolger besser anpirschen kann. Gleichzeitig wurde der Heckflügel von 1000 mm auf 750 mm verschmälert. Zusatzflügel, Auspuffkamine und sonstige aerodynamische Hilfsmittel sind 2009 verboten. Die Karosserien wirken dadurch deutlich aufgeräumter.

    Startprozedur

    Startprozedur

    Die letzte halbe Stunde vor dem Start eines Grand Prix-Rennens ist von ganz besonderer Bedeutung. Denn nachdem sich die Boxengasse geöffnet hat, gilt es für die Teams, sich akribisch auf den Rennbeginn vorzubereiten. Ob eine letzte Testrunde, zurück in die Box, um Verbesserungen vorzunehmen, oder sofort in die Startaufstellung - jetzt läuft alles auf Hochtouren.

    17 Minuten vor dem Start ertönt ein Signal, dass auf die Schließung der Boxengasse in zwei weiteren Minuten hindeutet. Wer jetzt Farbenblind ist, hat verloren. Denn eine viertel Stunde vor Beginn des Rennens startet ein Ampelspiel, das die letzten Countdown-Schritte anzeigt und das jedes Team genau im Auge behalten sollte.
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    Norbert Haug und Ross Brawn im Interview

    Norbert Haug und Ross Brawn im Interview

    Frage: Die Saison steht kurz bevor, beschreiben Sie doch mal ihre Gefühlslage?
    Ross Brawn: „Nachdem die Entwicklungsarbeiten und die Testfahrten mit dem MGP W01 vor der Rennsaison nun abgeschlossen sind,
    freuen wir uns darauf, in Bahrain endlich an den Start gehen zu können.
    Mir scheint es, als wären nur ein paar Wochen vergangen, seit wir die Weltmeisterschaft in Brasilien im vergangenen November gewonnen haben, aber seither hat das Team jede Menge Entwicklungen und
    harte Arbeit hinter sich gebracht.
    Wir stellen nun das erste Mercedes-Benz-Werksteam seit mehr als 55 Jahren vor und sind alle sehr stolz darauf, dass die Silberpfeile in Bahrain nun wieder an einem Rennen teilnehmen werden.“
    Norbert Haug: „Ich freue mich auf den Saisonstart übernächstes Wochenende in Bahrain genauso wie alle in unserem Team. Der Formel 1 steht ihre vielleicht spannendste Saison bevor."

    Frage: Herr Haug, für Sie muss es auch eine ganz besondere Saison sein: Mercedes tritt einem deutschen Fahrer-Trio an, darunter der Rekordweltmeister Michael Schumacher – und für Sie, Herr Brawn, gilt das natürlich auch. Nach so vielen Jahren arbeiten Sie nun wieder mit Michael Schumacher zusammen. Verspüren Sie denn auch mehr Druck als sonst?
    Ross Brawn: „Eigentlich nicht. Der größte Druck ist der Druck, den man sich selbst auferlegt und jeder in unserem Team fühlt sich in seinem Herzen als Racer und will einfach nur sein Bestes geben.
    Natürlich, nach der Rückkehr von Michael in diesem Jahr und mit einem siebenfachen Weltmeister am Steuer eines unserer Rennwagen, steht das Team mehr denn je im Rampenlicht. Aber wir werden uns einfach darauf konzentrieren, gute Arbeit zu leisten, um Michael und Nico das optimale Auto zur Verfügung stellen zu können.“
    Norbert Haug: „Klar sind wir alle scharf aufs Gewinnen und mit unserem waschechten Mercedes Silberpfeil-Werksteam wollen wir jetzt umso mehr ganz vorne dabei sein. Das gelingt vielleicht noch nicht gleich bei den ersten Rennen, aber wir werden an die Spitze kommen."

    Frage: Was wird der Schlüssel zum Erfolg in diesem Jahr sein?
    Ross Brawn: „Die diesjährige Weltmeisterschaft wird das Team gewinnen, das während dieser sehr langen Saison die beständigste Leistung erbringt.
    Bei 19 Rennen müssen wir das Auto während der gesamten Saison weiterentwickeln und ständig gute Ergebnisse erzielen, um im Titelkampf mithalten zu können.“
    Norbert Haug: „Es wird einen Entwicklungswettlauf von Rennen zu Rennen geben. Wer die beste Basis dazu hat, und das höchste Entwicklungstempo anschlagen kann, wird am Saisonende vorne sein."

    Frage: Wer sind die Titelkandidaten und wer hat das Zeug für eine große Überraschung?
    Ross Brawn: „Meiner Meinung nach werden in diesem Jahr drei oder vier Teams den Kampf um den Titel unter sich austragen. Dazu gehören Mercedes, Ferrari, McLaren und Red Bull.
    Aber nach den Testfahrten vor der Saison zu urteilen, scheinen auch Renault, Williams und Force India über gutes Potenzial zu verfügen.
    Es wird also eine interessante Saison werden. Es ist wirklich spannend, sich die neuen Teams in diesem Jahr anzusehen und zu beobachten, wie sie sich während der Saison entwickeln. Das ist ein fantastischer Aspekt der Formel 1, denn das Rennen findet nicht nur an der Spitze statt, sondern fast das gesamte Feld ist wettbewerbsfähig und dadurch wird es für die Fans umso spannender.“
    Norbert Haug: „Es gibt mehr als ein halbes Dutzend Titelkandidaten und nicht der, der das erste Rennen gewinnt, muss auch am Saisonende ganz vorne sein."

    Frage: Sind Sie mit der Entwicklung des neuen Rennwagens zufrieden?
    Ross Brawn: „Wir sind mit dem Fortschritt, den wir während der vier Testfahrten vor Beginn der Saison erzielt haben, sehr zufrieden.
    Mit einem neuen Rennwagen und zwei neuen Fahrern mussten wir sicherstellen, dass der Wagen zuverlässig ist und gleichzeitig mit den Fahrern daran arbeiten, sie mit unseren Verfahren vertraut zu machen. Das Feedback und die Daten, die wir nach den Testfahrten erhielten, waren sehr positiv und wir sind uns bewusst, dass wir mit dem neuen Upgrade-Package, das rechtzeitig vor dem ersten Rennen der Saison fertig sein wird, noch einen Schritt weiter gehen müssen.“

    Frage: Was erwarten Sie, was erwartet das Team von Nico?
    Ross Brawn: „Nico ist ein außerordentlich talentierter junger Fahrer und auf lange Sicht die Zukunft unseres Teams.
    Er ist ein großes Talent, aber er braucht noch etwas Feinschliff und Erfahrung. Er verfügt durchaus über das Potenzial, in diesem Jahr sein erstes Rennen zu gewinnen und er wird eine Menge aus der Zusammenarbeit mit Michael lernen.“
    Norbert Haug: „Wir trauen Nico Siege zu, wenn wir ihm ein Auto geben, das schnell und zuverlässig ist.“

    Frage: Was erwarten Sie, was erwartet das Team von Michael?
    Ross Brawn: „Michael ist ein Ausnahmeathlet und sein seltenes Talent und seine Geschwindigkeit sind so offensichtlich, wie sie es während seiner Karriere immer waren. Ich erwarte von Michael, dass er allen Anforderungen, die wir ihm stellen, gerecht wird und sie vielleicht sogar noch übertrifft.
    Er hat sich während seiner Rennpause erholt, macht einen unglaublich schnellen Eindruck und sieht wesentlich jünger aus als seine 41 Jahre! Was wir tun müssen, ist Michael den Rennwagen zur Verfügung zu stellen, der zu seinen unzweifelhaften Talenten passt.“
    Norbert Haug: „Wir trauen Michael Siege zu, wenn wir ihm ein Auto geben, das schnell und zuverlässig ist."´

    Frage: Würden Sie angesichts der Mercedes-Fahrerpaarung von einer Herausforderung oder eher von einem Segen sprechen?
    Ross Brawn: „Ich glaube, dass wir mit der Konstellation Michael Schumacher, Nico Rosberg und Nick Heidfeld eines der stärksten Fahrerteams dieser Saison am Start haben.
    Michael und Nico werden ein sehr gutes Team mit einer hervorragenden Kombination von Erfahrung, Jugend, Geschwindigkeit und Talent bilden. Sie haben während der Testfahrten vor der Saison sehr gut zusammengearbeitet und mit Nicks Beitrag und Erfahrung als unser Reservefahrer, verfügen wir über ein außerordentlich starkes Team.“
    Norbert Haug: „Weder noch, wir haben die aus unserer Sicht besten Fahrer verpflichtet, die verfügbar waren. Die Formel 1 ist für all ihre Teilnehmer eine extreme Herausforderung.
    In der Formel 1 zu gewinnen ist - um bei Ihrer Wortwahl zu bleiben - ein Segen. Und wir wollen gewinnen."

    Frage: Wie geht das Team mit dieser Situation um?
    Ross Brawn: „Unsere Strategie war immer, unsere Fahrer gleich zu behandeln. Es gibt keine Nummer Eins unter unseren Fahrern und beide erhalten den gleichen Grad an Unterstützung und die gleiche Ausrüstung.
    Wir brauchen gute und beständige Leistungen von Michael und Nico,
    um am Titelkampf teilnehmen zu können. Wir möchten, dass sie auf der Strecke aufs Ganze gehen, aber nur unter der Bedingung, dass sie nicht aneinander geraten.“
    Norbert Haug: „Das Team ist entspannt und konzentriert, wir haben zwei gleichgestellte Fahrer.“

    Frage: Ihr WM-Tipp?
    Norbert Haug: „Es wir wohl wieder mal der gewinnen, der am Ende die meisten Punkte hat. Und wir arbeiten hart daran, dass dies einer von unseren Fahrern sein wird.“

    Dr. Zetsche zur Formel 1: "Das Investment muss sich rec

    Dr. Zetsche zur Formel 1: "Das Investment muss sich rechnen"

    MANAGER MAGAZIN, NR.3
    Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler, spricht im Interview mit dem "Manager Magazin" über den Nutzen der Formel 1 für die Marke Mercedes-Benz. Das Engagement in der Formel 1 stärke vor allem in den Wachstumsmärkten Asiens, Südamerikas und im Nahen Osten das sportliche Image der Marke. Zugleich betonte Zetsche, dass der Verbleib des Teams "Mercedes GP" in der Formel 1 keineswegs selbstverständlich sei. Natürlich könne Mercedes auch mal drei oder vier Rennen verlieren; wenn es aber "deutliche Hinweise" gebe, dass das Geld außerhalb der Formel 1 effektiver eingesetzt werden kann, um die Marke zu entwickeln, "müssen wir eine neue Entscheidung treffen". Der Daimler-Chef: "Es bleibt ein Investment, das sich rechnen muss."

    Grand Prix von Bahrain 2010

    Grand Prix von Bahrain 2010

    Der mit Spannung erwartete Auftakt zur Formel 1-Saison 2010 vom 12. bis 14. März in Bahrain ist die Grand Prix-Premiere von MERCEDES GP PETRONAS; das erste Formel 1-Rennen eines Mercedes-Benz Werksteams seit 55 Jahren.
    Zeitplan (Ortszeit):
    Freitag, 12. März 2010
    10:00 - 11:30 Uhr Formel 1, 1.Training
    14:00 - 15:30 Uhr Formel 1, 2.Training

    Samstag, 13. März 2010
    11:00 - 12:00 Uhr Formel 1, 3.Training
    14:00 - 15:00 Uhr Formel 1, Qualifying

    Sonntag, 14. März 2010
    13:30 - 13:40 Uhr Formel 1, Fahrerparade
    15:00 Uhr Grand Prix von Bahrain

    Es ist gleichzeitig der erste Grand Prix von Michael Schumacher nach dreijähriger Pause; er startet an der Seite von Nico Rosberg.

    Michael Schumacher
    „Endlich geht die Saison los! Ich fühle mich ein bisschen wie ein Kind vor Weihnachten, denn die Entscheidung für mein Comeback ist so lange her, dass ich es jetzt kaum noch abwarten kann. Schon komisch, wenn man sich überlegt, dass ich noch vor einigen Monaten den Gedanken an eine Rückkehr in die Formel 1 kategorisch ausgeschlossen hätte. Aber manchmal ändern sich die Dinge eben, wenn die richtigen Umstände zusammen kommen."

    "Ich fühle mich heute frischer als seit vielen Jahren, ich bin physisch perfekt vorbereitet und, noch wichtiger, meine Energie ist komplett zurück. Als ich Ende 2006 vom Rennsport zurück getreten bin, waren meine Batterien schlichtweg leer. Jetzt sind sie wieder voll aufgeladen und ich bin wieder bereit für diese Herausforderung – gerade dieser Wettkampf auf höchstem Niveau, wie ihn nur die Formel 1 bietet, war so reizvoll für mich."
    "Ich glaube, dass wir nächstes Wochenende in Bahrain unter den Top Teams sein können. Natürlich ist es immer schwierig, von den Testergebnissen auf die wahre Performance zu schließen – und das gilt dieses Jahr noch mehr als sonst -, aber der letzte Test in Barcelona hat uns gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sein sollten. Wir wissen, dass wir in Bahrain noch einige neue Teile am Auto haben werden, die uns voran bringen sollten. Es ist wichtig, gleich von Anfang der Saison an vorne mit dabei zu sein, und ich bin zuversichtlich, dass wir das sein werden.“

    Nico Rossberg
    „Die Vorbereitung auf eine neue Formel 1-Saison ist immer eine interessante Zeit, besonders, wenn man sich in einem neuen Team einleben und an ein neues Auto gewöhnen muss. Ich habe mich gut bei MERCEDES GP PETRONAS integriert. Ich wurde von jedem herzlich aufgenommen und fühle mich hier bereits wie zu Hause."

    "Unser Testprogramm im Februar lief recht gut. Wir hatten anfangs ein paar Bedenken, dass wir nicht gleich in die richtige Richtung arbeiten würden, um das Potenzial des Autos voll auszuschöpfen, aber wir arbeiteten hart, waren auf dem richtigen Weg und beendeten die Tests mit guten Resultaten. In Bahrain wird das Auto mit weiteren neuen Teilen ausgestattet, die uns weiter voran bringen sollten – ich bin optimistisch. Mir gefällt die Strecke in Bahrain und ich erwarte einen positiven Start in die Saison.“

    Ross Brawn
    „Jeder bei MERCEDES GP PETRONAS ist stolz darauf, die erfolgreiche Motorsport-Geschichte von Mercedes-Benz fortzusetzen, denn wir beginnen die Saison als erstes Mercedes-Werksteam nach über einem halben Jahrhundert. Zudem starten wir als die amtierenden Weltmeister und wir wollen diesen Platz verteidigen."

    "Allerdings ist dies eine neue Saison und eine neue Herausforderung. Unsere Testfahrten mit dem MGP W01 verliefen sehr gut, doch wir sind mit unseren Vorbereitungen nicht ganz auf dem Stand, den wir uns vor Bahrain gewünscht hatten. Das Auto ist vielversprechend und wir planen ein umfangreiches Entwicklungsprogramm für die Saison, aber das bedeutet viel harte Arbeit, damit wir um den Titel kämpfen können."
    "Unsere neuen Fahrer Michael und Nico haben sich im Team gut eingelebt und arbeiten eng zusammen. Sie haben die Entwicklung des Autos während der Tests immer weiter voran getrieben und sie spornen sich gegenseitig an, auf der Rennstrecke bessere Ergebnisse zu erzielen. Die Fans erwartet eine tolle Saison mit vielen Spitzenfahrern und einem spannenden Titelkampf der Topteams – das tut unserem Sport gut.“

    Norbert Haug
    „Der Saisonauftakt der Formel 1-Weltmeisterschaft 2010 ist der Beginn einer neuen Motorsport-Ära für Mercedes-Benz. 55 Jahre nach dem letzten Rennen der legendären Werks-Silberpfeile will unser Formel 1-Team MERCEDES GP PETRONAS diese Tradition fortsetzen. In Vorbereitung auf die neue Saison haben wir mit unserem neuen Formel 1-Auto MGP W01 an 15 Testtagen zwischen 1.und 28. Februar mehr als 6.300 Kilometer absolviert."

    "Wenn ich unsere Konkurrenzfähigkeit für die ersten Rennen einschätze, denke ich, dass wir noch nicht ganz da sind, wo wir sein wollen. Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Teammitglieder und unsere Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher bestens ausgerüstet und bestens befähigt sind, unsere Ziele zu erreichen, Rennen zu gewinnen und um die Weltmeisterschaftstitel zu kämpfen.“
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    Großer Preis von Bahrain / Manama

    Großer Preis von Bahrain / Manama

    Am 4. April 2004 feierte die Formel 1 ihr Debüt auf der arabischen Halbinsel. Im Wüstenstaat Bahrain fand der erste Grand Prix im Mittleren Osten statt. Um sich an die Gepflogenheiten des Islam zu halten, verzichtet die Formel 1 in Bahrain bei der Siegerehrung auf die obligatorische Champagner-Dusche, die Fahrer versprühen stattdessen "Warrd", ein extra für das Formel-1-Rennen entwickeltes Getränk. Es wird aus verschiedenen in Bahrain heimischen Früchten gemixt, darunter Granatäpfel, Blutorangen und Rosenwasser. "Jetzt dufte ich wie eine Frau!", grinste Weltmeister Jenson Button nach seinem dritten Platz bei der Bahrain-Premiere im Jahr 2004. Mit Kohlensäure versetzt ist das Ganze trotzdem, damit ordentlich gespritzt werden kann.

    Die Strecke liegt weitgehend ungeschützt in der Sakhir-Wüste und ist daher erstens freitags noch sehr rutschig und zweitens wetteranfällig. Zwar haben die Teams keine Regenschauer zu befürchten, dafür aber Sandstürme - 2009 musste deswegen sogar ein Wintertest abgebrochen werden! Selbst im normalen Fahrbetrieb setzen die Teams spezielle Luftfilter ein, damit der feine Wüstensand nicht den Motor beschädigen kann.

    Der Bahrain International Circuit wird nicht ausschließlich von der Formel 1 genutzt. Ziel der Veranstalter ist, den Kurs 365 Tage im Jahr in Betrieb zu halten. Daher sind insgesamt fünf verschiedene Streckenteile nutzbar. Der innere und der äußere Abschnitt eignen sich hervorragend für Formel-1-Testfahrten und werden beim Grand Prix zu einem Kurs verbunden. Zusätzlich stehen ein Testoval, eine Kart- sowie eine Dragsterstrecke zur Verfügung.

    Seit 2010 wird übrigens auf einer von 5,412 auf 6,299 Kilometer verlängerten Streckenversion gefahren. Im Bereich des ersten Sektors biegen die Fahrer jetzt auf eine Schleife ab, die zwar schon seit 2004 existiert, in den ersten Jahren aber nicht befahren wurde.

    Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Manama.html

    Den Streckenkalender gibt es hier: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/termin.html
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    Formel 1 - Qualifying - Vettel holt erste Pole 2010

    Formel 1 - Qualifying - Vettel holt erste Pole 2010

    Rot jagt Vettel
    Sebastian Vettel fuhr im ersten Qualifying der neuen Formel-1-Saison auf die Pole Position. Hinter ihm starten die beiden Ferrari. Michael Schumacher ist 7.

    Motorsport-Magazin.com - Der Vizeweltmeister des vergangenen Jahres macht dort weiter, wo er 2009 aufgehört hat: Sebastian Vettel fuhr in seinem Red Bull die schnellste Zeit des ersten Qualifyings des Jahres. Vettel setzte sich um gut ein Zehntel gegen Felipe Massa durch. Fernando Alonso fehlte bereits eine halbe Sekunde auf die Bestzeit des Deutschen.

    "Wir hatten schon heute Morgen ein super Auto, mussten aber alles richtig zusammenbringen", sagte Vettel. "Das Qualifying lief glatt. Wie sich jeder denken kann, bin ich damit zufrieden." Auch Felipe Massa war mit Rang 2 zufrieden. "Im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein sehr guter Auftakt für uns", sagte der Brasilianer. "Red Bull und die anderen werden stark dagegen halten, es wird ein schwieriges Rennen, aber ich bin glücklich, dass wir um die Spitze kämpfen."

    Wie Massa sieht auch Fernando Alonso viele Fragezeichen vor dem ersten Saisonrennen. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden", sagte der Spanier. "Aber das Rennen kommt erst noch. Bisher ist alles gut gelaufen. Die WM ist lang und es ist wichtig, von Anfang an zu punkten."

    Auch Red Bull-Teamchef Christian Horner war erleichtert. "Ich bin sehr glücklich", sagte er. "Das war super Arbeit von Sebastian und dem Team. Wir wurden immer schneller. Endlich haben wir zum ersten Mal mit wenig Sprit gesehen, wie schnell wir sind." Hinter Vettel und den beiden Ferrari reihte sich Lewis Hamilton auf dem vierten Platz ein.

    "Wir haben eine bessere Position als ich gedacht hatte", so Hamilton. "Ich dachte, die Fahrer hinter mir würden noch an mir vorbei gehen. Wir sind besser als letztes Jahr und das erste Ziel wird es sein, diesen Platz zu halten. Wir verlieren Zeit im mittleren Sektor, aber wie gesagt - es ist gar keine so schlechte Position."

    Rosberg schlägt Schumacher
    Bester Mercedes-Pilot war Nico Rosberg auf Platz 5. Rosberg war das gesamte Wochenende über schneller als sein Teamkollege Michael Schumacher, der hinter Rosberg und Mark Webber von Startplatz 7 ins Rennen gehen wird. Die Top10 komplettieren Weltmeister Jenson Button, Robert Kubica und Adrian Sutil. "Die 7 ist eigentlich eine interessante Nummer, die zu mir passt", so Schumacher. "Ich kann das hoffentlich in diesem Jahr noch nach unten korrigieren."

    Den Vergleich zu seinem Teamkollegen sieht er gelassen. "Er war das ganze Wochenende schneller, vor allem auf einer Runde. Ich habe schon gestern gesagt, dass ich noch nicht im Rhythmus bin." Das werde sich aber mit der Zeit ergeben. "Wir haben am Auto noch einiges an Arbeit vor uns, damit es zu mir passt."

    Teamkollege Rosberg war trotz des Siegs im Teamduell nicht ganz zufrieden. "Ich dachte, es wäre mehr drin", sagte er. "Am Morgen hatte ich auf die Pole gehofft. Ich dachte wirklich, ich wäre vorne. Aber Red Bull und Ferrari waren schneller. Trotzdem bin ich zufrieden. Es ist eine gute Position für das Rennen. Ich hätte aber vielleicht Vierter sein sollen."

    Duell der Neulinge
    Mit Virgin, Lotus und HRT waren drei neue Teams zum ersten Mal in einem Qualifying unterwegs. Als Sieger ging Timo Glock im Virgin Racing Boliden hervor. Der Deutsche setzte sich haarscharf gegen Lotus-Mann Jarno Trulli durch. Dahinter folgten Heikki Kovalainen, ebenfalls im Lotus, und der zweite Virgin-Fahrer Lucas di Grassi.

    "Von einer Enttäuschung kann man nicht sprechen", sagte Glock. "Jeder hat gedacht, dass wir von den Top10 meilenweit weg wären. Deshalb sind wir nicht enttäuscht. Ich bin froh, dass wir das Beste der neuen Teams sind. Das war unser klares Ziel."

    Die letzten beiden Plätze belegten Bruno Senna und Karun Chandhok, die ohne Testfahrten ein respektables Debüt hinlegten. Chandhok fuhr im Qualifying sogar seine einzigen sieben Runden mit dem neuen Auto. Die drei Trainings musste er wegen technischer Probleme auslassen.

    Für Williams-Debütant Nico Hülkenberg war im Q2 Schluss. "Ich bin absolut verärgert", sagte er. "Das Ziel waren die Top10. Ich lag ein bisschen auf Kurs, aber nicht ganz. Ich hätte Rubens [Barrichello] schlagen können, habe aber in der letzten Kurve etwas verschenkt."

    Das Qualifying im Überblick
    1. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Alguersuari, Glock, Trulli, Kobalainen, di Grassi, Senna, Chandhok
    Top-6: Alonso, Vettel, Sutil, Webber, Massa, Hamilton
    2. Session
    Zwischenfälle: keine
    ausgeschieden: Barrichello, Liuzzi, Hülkenberg, de la Rosa, Buemi, Kobyashi, Petrov
    Top-6: Vettel, Alonso, Webber, Massa, Rosberg, Hamilton
    3. Session
    Zwischenfälle: keine
    Top-6: Vettel, Massa, Alonso, Hamilton, Rosberg, Webber

    Formel 1 - Bahrain GP - Alonso gewinnt Ferrari-Premiere

    Formel 1 - Bahrain GP - Alonso gewinnt Ferrari-Premiere

    Viel Beute für den Defektteufel
    Fernando Alonso gewann beim Saisonauftaktrennen in Bahrain auf Anhieb sein erstes Rennen für Ferrari. Felipe Massa und Lewis Hamilton auf dem Podium.

    Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel sah wie der sichere Sieger des ersten Saisonrennens der Formel 1 in Bahrain aus. Doch dann schlug der Defektteufel zu: In einem von der Taktik geprägten Rennen hatte Vettel einen kleinen, aber scheinbar sicheren Vorsprung auf Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso, der die Lücke urplötzlich schloss und am Deutschen vorbei ging. Vettel schleppte seinen Red Bull danach mit einem gebrochenen Auspuff auf Platz 4 ins Ziel.

    Vor Vettel fuhren Alonso, dessen Ferrari-Teamkollege Felipe Massa und Lewis Hamilton im McLaren aufs Podium. Wie seinem Vorgänger Kimi Räikkönen gelang Alonso das Kunststück, sein erstes Rennen für die Scuderia zu gewinnen. "Das ist ein ganz besonderer Tag, wenn man die Geschichte und die Erwartungshaltung bei Ferrari bedenkt", sagte Alonso. "Besser kann unsere Beziehung nicht beginnen. Wir haben das erste Rennen gewonnen, dürfen das aber nicht überbewerten. Die Plätze 1 und 2 motivieren alle im Team. Wir sind optimistisch."

    Felipe Massa komplettierte den roten Doppelerfolg. "Es ist fantastisch, hier zu sein. Wir hatten eine sehr gute Pace und das Rennen lief sehr gut", sagte der Brasilianer, der sein erstes Rennen nach seinem schweren Unfall in Ungarn 2009 auf dem 2. Platz abschloss. "Mein Start war nicht blendend, da habe ich auch die wichtige Position an Fernando verloren. Das Auto war aber perfekt, bis die Probleme kamen. In den letzten 25, 30 Runden musste ich Sprit sparen. Ich kann von Glück reden, dass Sebastian Probleme bekommen hat und Lewis nicht so schnell war. Das Ergebnis ist umso besser."

    Das neue Mercedes-Werksteam belegte mit Nico Rosberg und Michael Schumacher die Plätze 5 und 6 hinter Vettel. Die letzten Punkteränge schnappten sich Jenson Button, Mark Webber, Tonio Liuzzi und Rubens Barrichello.

    Rosberg versuchte in den letzten Runden an Vettel vorbeizukommen, das gelang ihm aber nicht. "Der Leistungsverlust bei Sebastian war fürchterlich, aber er hat sich reingehängt, um Nico hinter sich zu halten. Respekt", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn. Christian Horner lobte die Verteidigung seines Fahrers: "Am Ende ging es scheinbar wieder besser. Es ist ärgerlich, sehr schade. Sebastian hat das Rennen kontrolliert und hatte einen komfortablen Vorsprung. Enttäuschend. Platz 4 ist Schadensbegrenzung, aber frustrierend, wenn man den Sieg vor Augen hatte."

    Sebastian Vettel war nach dem verlorenen Sieg schwer enttäuscht. "Wir hatten das Rennen locker im Griff, dann hatte ich keinen Zug mehr auf der Gerade und habe enorm an Leistung verloren." Drei bis vier Sekunden war sein Red Bull plötzlich langsamer. "Das ist kein gutes Ergebnis. Platz 4 war noch das Beste, was wir daraus machen konnten. So haben wir Herrn Haug einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber wenn man so problemlos in Führung liegt, will man gewinnen."

    Viele Ausfälle
    Der erste Start des Jahres warf viel Rauch auf. Bereits in der ersten Kurve begann Mark Webbers Red Bull stark zu qualmen und hüllte die nachfolgenden Autos in eine weiße Rauchwolke. Der Australier konnte das Rennen durchfahren, in seinem Qualm berührte jedoch Tonio Liuzzi seinen Teamkollegen Adrian Sutil, der sich danach zusammen mit Robert Kubica drehte. Beide kämpften sich vom Ende des Feldes nach vorne, blieben als Elfter und Zwölfter aber knapp außerhalb der Punkteränge.

    Das zweite prägende Element des ersten Rennens der Saison war neben den Reifen die Standfestigkeit. Von den 24 gestarteten Autos kamen nur 16 ins Ziel. Zuletzt gab es in Silverston 2008 so viele Ausfälle. Als erstes drehte sich Karun Chandhok im HRT ins Aus, sein Teamkollege Bruno Senna fiel wenig später mit einem technischen Defekt aus. "Es war erst meine fünfte Runde auf dieser Strecke, ich kam auf eine Bodenwelle und bevor ich wusste, wie mir geschah, hob ich ab", erklärte Chandhok seinen Ausfall.

    "Es war wohl der Motor", verriet uns Senna. "Ich habe ständig Leistung verloren. Das Auto war in langsamen Kurven ganz okay, aber in schnellen gab es starkes Untersteuern. Ich habe überhaupt nicht gepusht, wollte nur die Reifen schonen und so weit wie möglich kommen, damit wir Daten und Erfahrungswerte sammeln."

    Auch Vitaly Petrov schied mit einem technischen Problem aus. "Wir haben ein Teil verloren, als ich den Kerb getroffen habe, die Aufhängung ist nicht ganz gebrochen, aber sie war beschädigt", erklärte der erste russische Grand Prix Starter. "Das Auto ließ sich toll fahren und ich war schneller als ich dachte."

    BMW Sauber Ferrari brachte keines der eigenartig benannten Autos ins Ziel. "Das Team sagte mir im Funk, dass wir ein Hydraulikproblem hatten", sagte Pedro de la Rosa nach seinem Ausfall. "So ist der Rennsport. Bis dahin hatten wir viel Spaß. Schade." De la Rosas Teamkollege Kamui Kobayashi musste seinen C29 ebenfalls an der Box abstellen. Als letztes Opfer des Defektteufels rollte Sebastien Buemi im Toro Rosso kurz vor Schluss aus.

    Das Duell der neuen Teams entschied Lotus kampflos für sich. Heikki Kovalainen und Jarno Trulli kamen auf den letzten beiden Plätzen ins Ziel, als einzige Neulinge. Virgin-Fahrer Lucas di Grassi fiel mit einem Hydraulikproblem aus, Timo Glock hatte Getriebeprobleme.

    "Beim Herunterschalten ist der dritte Gang kaputt gegangen", verriet Glock. "Also musste ich ihn überspringen und habe immer in den zweiten Gang geschaltet. Dann ging nur noch der vierte und es machte keinen Sinn mehr, weiter zu fahren. Am Anfang musste ich mich etwas zurückhalten, weil wir noch einige Motoreinstellungen geprüft haben, ein bisschen weniger PS hatten, als ich grünes Licht von meinem Ingenieur bekam, konnte ich den Lotus schnell überholen."

    Über 10 Millionen Zuschauer sahen GP-Debüt

    Über 10 Millionen Zuschauer sahen GP-Debüt des Formel 1-Teams MERCEDES GP PETRONAS

    Live-TV-Quote Bahrain GP 2010: Fast drei Mal so viele TV-Zuschauer wie beim Saisonauftakt 2009
    10,51 Millionen Zuschauer verfolgten im Durchschnitt am Sonntag, 14. März 2010 auf dem Fernsehsender RTL das Grand Prix Debüt des Formel 1-Teams MERCEDES GP PETRONAS mit den Fahrern Michael Schumacher und Nico Rosberg beim Großen Preis von Bahrain. Das erste Formel 1-Rennen der Saison 2010 erzielte einen Marktanteil von 49,2%.
    Im Vergleich zum Bahrain GP 2009 verdoppelte sich damit fast die Zuschauerzahl: Vor einem Jahr schauten beim vierten Saisonrennen 5,28 Millionen Fans die Formel 1-Übertragung auf RTL.
    Das Auftaktrennen der Saison 2009 beim Großen Preis von Australien in Melbourne verfolgten im letzten Jahr 3,65 Millionen Zuseher live und weitere 1,84 Millionen in der Wiederholung. Das bedeutet einen Zuwachs von 91,4% bei der kumulierten Zuschauerzahl bei der Live-Übertragung und der Wiederholung sowie einer Steigerung von 188% nur im Vergleich zur Live-Übertragung.
    Bereits in der Saison 2006 trug Bahrain das erste Rennen der Formel 1-Saison aus. Damals sahen 9,38 Millionen TV-Zuschauer den Start in Michael Schumachers letztes Formel 1-Jahr vor seinem Comeback mit MERCEDES GP PETRONAS.
    Insgesamt sendeten die deutschen TV-Sender 24 Beiträge zum Großen Preis von Bahrain 2010 mit einer Sendedauer von 10 Stunden und 5 Minuten. Das entspricht einer Steigerung um 39,16% im Vergleich zum Bahrain GP 2009 und 26,15% im Vergleich zum Auftaktrennen in Melbourne 2009.
    In den deutschen Printmedien wurden 490 Artikel zum Großen Preis von Bahrain 2010 veröffentlicht. Die Gesamtauflage aller Zeitungen, Zeitschriften und Magazine beträgt 167.169.174 Exemplare. Vor einem Jahr wurden beim Bahrain GP 2009 248 Berichte verfasst, die auf eine Gesamtauflage von 68.804.849 Exemplaren verteilt wurden. Dies entspricht einer Steigerung um 142,96%. Im Durchschnitt veröffentlichten die deutschen Printmedien im Jahr 2009 216 Berichte und erzielten eine durchschnittliche Gesamtauflage von 61.307.813 Exemplaren.

    Formel 1-Fans wählen Michael Schumacher zu ihrem ...

    Formel 1-Fans wählen Michael Schumacher zu ihrem Lieblingsfahrer

    Die Leser des Formel 1-Magazins "F1 Racing" wählten in einer internationalen Fan-Umfrage von F1 Racing, LG Electronics und der Formel 1-Teamvereinigung FOTA MERCEDES GP PETRONAS Pilot Michael Schumacher zum beliebtesten Formel 1-Piloten.
    Der siebenfache Formel 1-Weltmeister erhielt 19,5% der Stimmen und verwies damit die ehemaligen McLaren Mercedes Piloten Fernando Alonso (9,7%) und Kimi Räikkönen (7,2%) auf die Plätze 2 und 3.

    An der Umfrage nahmen knapp 90.000 Formel 1-Fans aus 180 Ländern teil.

    Norbert Haug im Interview

    Norbert Haug im Interview mit der Zeitschrift "Speedweek"

    Das Interview erschien am 23. März 2010 in der Zeitschrift "Speedweek"
    Etwas mehr als 40 Sekunden Rückstand vom besten Mercedes GP W01 auf den Sieger (Ferrari F10). War dies für Sie ein überraschend großer Rückstand oder fürs Erste im Rahmen des Erwarteten?

    Norbert Haug: "Unsere Abstand zu Spitze war groß - zu groß. Wir hatten Probleme mit der Fahrzeugbalance und daraus folgend mit der optimalen Reifennutzung bei der extremen Hitze. Das gelang Sebastian Vettel im Red Bull, Fernando Alonso und Felipe Massa im Ferrari sowie Lewis Hamilton im McLaren in Bahrain besser. Nach Boxenstopp und Reifenwechsel fuhren wir annähernd konkurrenzfähige Zeiten, allerdings nicht lange genug. Wir kennen das Problem und werden es lösen."

    Es schien als ob zwischen Samstagmorgen und Samstagmittag und bis Sonntag im Rennen der Abstand nach ganz vorne hinsichtlich Tempos etwas angewachsen sei. Hat das Team schon analysiert, woran dies lag?

    Norbert Haug: "Bei weniger Hitze sahen wir im Konkurrenzvergleich besser aus. Das Ziel ist aber nicht, am Samstagmorgen auf einer Runde, sondern am Sonntagnachmittag auf allen Runden der Schnellste zu sein und das werden wir auch schaffen - wenn auch nicht von heute auf morgen."

    An Mechanik-, Team- und Fahrleistungen gab es in Bahrain bei der Rückkehr der historischen Silberpfeile wenig auszusetzen – also ist jetzt Entwicklungsarbeit beim Tempo gefragt. Wie schwierig ist das angesichts der Tatsache, dass die besten Gegner in ihren Windkanälen und Simulations-Computern nun genau das Gleiche vorhaben?

    Norbert Haug: „Unser Auto ist grundsätzlich gut. Bei gewissen Bedingungen sind uns aber derzeit noch Grenzen bei der Abstimmung gesetzt. Ich traue uns zu, dies in den nächsten Rennen sukzessive zu lösen und nach vorne zu kommen."

    Im Vorjahr hat der Silberpfeil binnen weniger Wochen den Sprung von ganz hinten nach ganz vorne geschafft – inwieweit ist die vor Mercedes Grand Prix liegende Aufgabe vergleichbar, ohne den Verbesserungsspielraum, den 2009 der Diffusor bot?

    Norbert Haug: "Wir schafften das im letzten Jahr mit McLaren in rund 10 Wochen. Diesmal gelingt uns das hoffentlich früher, wir arbeiten ruhig und konzentriert daran."

    Nico Rosberg hat exakt da angefangen, wo er 2009 aufgehört hatte. Michael Schumacher hat es naturgemäss etwas schwerer, da anzuknüpfen, wo er 2006 aufhörte. Wie schnell, glauben sie, wird er sich auf das damalige Niveau aufschwingen können. Und glauben sie mit dem Wissen und den Eindrücken des ersten GP, dass er dieses in vollem Umfang zurückerlangen kann?

    Norbert Haug: "Nico Rosberg ist anerkanntermaßen einer der vielversprechendsten jungen Fahrer im Feld. Michael fuhr bei seinem Comeback im Rennen auf Nicos Niveau und kam nach 48 Runden 4 Sekunden nach ihm ins Ziel. Hätten wir in Bahrain ein siegfähiges Auto gehabt, wären unsere Fahrer auch um den Sieg gefahren, da bin ich mir absolut sicher. Mit Platz fünf und sechs haben sie das bestmögliche Ergebnis geholt - und das spricht für Nico wie für Michael."

    Michael hat angekündigt, das Auto nun so hinzuarbeiten, dass es so um die Kurve fährt, wie er es mag? Das muss er wollen. Sehen Sie aber damit die Gefahr verbunden, dass Schumis Vorhaben innerhalb ihres Teams auf wenig Gegenliebe bei Nico Rosberg stösst, der vermutlich die eingeschlagene Abstimmungs- und Handlings-Richtung nicht so gerne wieder verlassen wird, da er damit zumindest teamintern seine starke Position behaupten kann?

    Norbert Haug: "Hier gibt es keinerlei Konflikt. Wir müssen unser Auto weiter verbessern und das wird Nico wie Michael helfen, weiter vorne zu fahren. Alle im Team - und zuvorderst unsere Fahrer - arbeiten an diesem Ziel."

    Rein subjektive Frage: Welchen Eindruck haben Sie von der Chemie und den Schwingungen, die zwischen Nico und Schumi herrscht. Sind die beiden sich grün?

    Norbert Haug: "Beide arbeiten konstruktiv miteinander. Beide sind Rivalen. Gute Rivalen respektieren sich. Michael und Nico sind gute Rivalen. Sorgen hätte ich nur, wenn einer den anderen nicht hinter sich lassen wollte - aber, keine Angst, das ist nicht der Fall."

    Die Saison begann in Deutschland mit über 10 Mio Einschaltquote bei RTL. Diese Zahl lässt alle Fan-Herzen höher schlagen. Haben Sie als Medien-Profi die Hoffnung, das sich dieses Interesse im Saisonverlauf manifestiert bzw. konstant halten lässt?

    Norbert Haug: „Die Live-Quote von RTL, nur bei der Rennübertragung, war mit im Schnitt rund 10,5 Millionen doppelt so hoch wie das vor einem Jahr beim Grand Prix Bahrain der Fall war. Bei Sky und vielen "Public Viewings" kamen sicher noch einmal drei bis fünf Millionen Zuschauer zusammen. Dieser erfreuliche Wert hat sicher sehr viel mit Michael Schumachers Comeback im Mercedes-Silberpfeil zu tun. Das Zuschauer-Niveau wird auch künftig hoch bleiben - aber man darf nicht jedesmal Rekord-Quoten erwarten. Die Zeitungs- und Zeitschriften-Berichterstattung war übrigens dreimal so umfangreich wie vor einem Jahr und ich bin sicher auch im web war deutlich mehr los als vor einem Jahr."

    Das Rennen in Bahrain verlief etwas unspektakulär. Müssen wir uns daran gewöhnen, dass die Autos sich auf der Strecke seltener nahekommen als für den Anfang gezeigt? Oder was macht Ihnen Hoffnung, dass sich dies ändert.

    Norbert Haug: "Das Rennen in Bahrain war ein echter Langweiler - niemand, der ehrlich ist, kann etwas anderes behaupten. Wären wir stärker gewesen, hätten wir für mehr Druck sorgen können - also trifft auch uns eine Teilschuld daran, dass die Spannung fehlte. Aber es wird bald wieder bessere Rennen und auch gewagtere Strategien geben. Ich erwarte bereits in Melbourne mehr Aktion."

    Großer Preis von Australien / Melbourne

    Großer Preis von Australien / Melbourne

    Von 1996 bis 2005 begann die Formel-1-Saison in Melbourne, einen Australien-Grand-Prix gab es schon 1985 erstmals im Formel-1-Kalender. Damals fand das Saisonfinale in Adelaide statt. 2006 fand der Australien-Grand-Prix als drittes Saisonrennen statt, um eine Überschneidung mit den Commonwealth Games zu vermeiden. Ab 2007 tragen die Australier bis 2010 wieder das erste Rennen aus.

    Die 5,303 Kilometer lange Strecke ist bestimmt von Vollgaspassagen, auf die meist schikanenartige Kurven folgen, wobei die Kurveneingänge überwiegend langsamer als die Kurvenausgänge durchfahren werden können.

    Da die Rennstrecke um den Lake Albert nur einmal im Jahr benutzt wird und im übrigen Jahr der normale Straßenverkehr auf ihr rollt, ist die Piste vor allem am ersten Trainingstag sehr schmutzig. Trotzdem freuen sich Protagonisten und Fans gleichermaßen auf das Wochenende, ist Melbourne doch nicht nur für sein pulsierendes Nachtleben bekannt, sondern auch für einzigartige Atmosphäre an der Strecke. Außerdem ist mit dem Rennen "Down Under" endlich die lange Winterpause mit ihren Testfahrten zu Ende, bei denen niemand so richtig wusste, wo man im Vergleich zur Konkurrenz steht.

    Zwar gilt Überholen in der heutigen Formel 1 nicht gerade als einfach, doch auf dem Albert Park Circuit ist es durchaus möglich. Die erste Gelegenheit bietet sich schon am Ende der Start- und Zielgeraden. Wenn ein Fahrer hier in einer der 58 Rennrunden (307,574 Kilometer) dicht hinter seinem Vordermann liegt, kann er aus dem Windschatten herausgehen und ihn vor der ersten Kurve ausbremsen. Gleiches ist vor Kurve drei möglich. Außerdem kann man in der vorletzten Kurve der Strecke überholen, wenn der Vordermann nicht aufpasst und eine Lücke offen lässt.

    Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Melbourne.html
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    Red Bull dominiert Qualifying in Melbourne

    Red Bull dominiert Qualifying in Melbourne

    Nur Fernando Alonso kann das Red-Bull-Duo Vettel/Webber im Albert-Park einigermaßen fordern - Lewis Hamilton als einziger Mitfavorit früh k.o.

    (Motorsport-Total.com) - Fast so, als würde sich die Formel 1 für den langweiligen Saisonauftakt in Bahrain entschuldigen wollen, wurde den europäischen Frühaufstehern heute ein hochspannendes Qualifying aus Australien auf die TV-Bildschirme geliefert. Aus deutscher Sicht hat am Ende auch der Ausgang gestimmt, denn die Pole-Position ging an Sebastian Vettel!

    Der Heppenheimer entschied damit ein teaminternes Red-Bull-Duell um den ersten Platz für sich, denn außer Mark Webber hatte Vettel im Top-10-Finale keinen echten Gegner: "Mark war heute eine harte Nuss", jubelte der Pechvogel von Bahrain, der sich über das Ergebnis ganz besonders freuen konnte, denn: "Mark hat hier Heimrennen, aber bei meinem am Nürburgring stand er letztes Jahr auf der Pole. Das ist meine späte Revanche!"

    Heißes Duell der Red-Bull-Stars
    Und was für eine! Webber legte im ersten Run des letzten Abschnitts 1:24.035 Minuten vor und hob die Messlatte damit schon sehr hoch an, doch Vettel kam mit fast zwei Zehntelsekunden Vorsprung zur zweiten Zwischenzeit - und verspielte diese im letzten Sektor beinahe noch! Doch mit ein bisschen Glück rettete "Super-Seb" 116 Tausendstelsekunden Vorsprung über die Ziellinie, die Webber auch im zweiten Run nicht mehr wettmachen konnte.

    "Beide Fahrer haben einen Superjob gemacht", lobt Teamchef Christian Horner, während Vettel selbstkritisch analysiert: "Meine erste Runde war die schnellste, obwohl ich in den letzten Kurven ein bisschen Zeit verloren habe. Trotzdem klasse, vorne zu stehen! Wie es mit dem Wetter und mit dem Safety-Car wird, weiß ich nicht, aber umso wichtiger ist es, ganz vorne zu stehen und freie Fahrt zu haben. Da ist das Risiko am geringsten."

    Am Ende konnte er von Glück reden, dass ihm Webber die Pole-Position nicht mehr streitig gemacht hat, denn der Australier fuhr im ersten und dritten Sektor absolute Bestzeit, ließ aber im Mittelabschnitt drei Zehntelsekunden liegen: "Meine Runde war okay, auch wenn noch was drin gewesen wäre", seufzt der Lokalmatador. "Der Mittelsektor war ein Eiertanz, den ich im entscheidenden Moment nicht getroffen habe. Aber die Performance stimmt, insofern bin ich für das Rennen optimistisch."

    Nur Alonso annähernd auf Red-Bull-Niveau
    Als einziger Gegner halbwegs mit den Red Bulls mithalten konnte Fernando Alonso - dem Ferrari-Piloten fehlten lediglich 76 Tausendstelsekunden auf die erste Startreihe: "Es war ein gutes Qualifying, aber wir wussten schon vorher, dass wir zaubern müssen, um Red Bull zu schlagen", gesteht er ohne Umschweife ein. "Der dritte Platz war das Maximum - heute. Im Rennen sollten wir etwas näher dran sein, glaube ich."

    Alonso feierte damit einen klaren Sieg im Stallduell gegen Felipe Massa, der sich im Finish immerhin noch auf Platz fünf nach vorne schieben konnte. Mittendrin im Ferrari-Sandwich: Jenson Button. Der amtierende Champion war damit "nicht ganz zufrieden, denn ich hätte gerne mehr Grip gehabt, aber so schlecht ist das nicht. Schade, dass wir das gestrige Ergebnis nicht wiederholen konnten", spielt er auf die McLaren-Doppelspitze am Freitag an.

    Immerhin erging es ihm deutlich besser als Lewis Hamilton, denn der zweite McLaren-Weltmeister schied bereits im zweiten Qualifying aus und wird morgen nur als Elfter ins Rennen gehen. Der Brite hatte seinen ersten Run in Q2 an 17. und letzter Stelle liegend abgebrochen, ging dann fünf Minuten vor Schluss noch einmal auf eine schnelle Runde - aber letztendlich fehlten 62 Tausendstelsekunden auf den rettenden zehnten Platz von Robert Kubica (Renault).

    Rosberg stellt gegen Schumacher auf 2:0
    Die Mercedes-Silberpfeile hatten solche Sorgen nicht und brachten beide Autos ins Top-10-Finale, wo Nico Rosberg als Sechster wiederum um 43 Tausendstelsekunden schneller war als Michael Schumacher. "Nicht ganz das, was wir angepeilt hatten", sagt Sportchef Norbert Haug. "Platz vier war hier bestenfalls erreichbar - Red Bull und Alonso im Ferrari sind derzeit außer Reichweite. Nico und Michael haben geschafft, was derzeit mit unserem Auto erreichbar ist."

    Rosberg selbst sieht das anders: "Ich bin ein bisschen enttäuscht. Meine schnellste Runde war nicht gut - ich habe drei, vier Zehntel liegen gelassen. Aber Platz sechs ist zumindest okay", analysiert der Deutsche. Schumacher präsentierte sich seinerseits schon heute Morgen deutlich besser als zuletzt in Bahrain, auch wenn er im entscheidenden Moment wieder nicht ganz auf Augenhöhe mit seinem um 17 Jahre jüngeren Teamkollegen war.

    Schumacher keineswegs unzufrieden
    Dennoch wirkt er zufrieden: "Ich habe hier generell ein besseres Wochenende, weil die Entrostung weiter vonstatten geht", berichtet der siebenfache Weltmeister. "Wir haben gut am Auto gearbeitet. Zum Schluss haben wir noch mal einen Rückschritt gemacht, aber insgesamt bin ich sehr zuversichtlich. Es geht voran - wie schnell, das wird sich von Grand Prix zu Grand Prix zeigen. Es gibt doch immer wieder Neuigkeiten, auf die ich mich einstellen muss."

    Obwohl er früher als "Regenmeister" galt, konnte er den nach dem Qualifying fallenden Regentropfen nichts Gutes abgewinnen: "Regen würde mit Sicherheit die Spannung etwas heben. Ich habe in der Vergangenheit gute Regenresultate erzielt, das ist richtig, aber gemocht habe ich diese Rennen nicht immer", so Schumacher. Aber Testfahrer Nick Heidfeld glaubt: "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es morgen regnet. Da haben wir mit Michael und Nico zwei heiße Eisen im Feuer."

    Der große Überraschungsmann in den Top 10 war sicherlich Rubens Barrichello (Williams) auf Platz acht, gefolgt vom Freitagsschnellsten Kubica und Adrian Sutil (Force India), der sich für den Finaleinzug mehr strecken musste, als er das im Vorfeld gehofft hatte. Als Achter in Q2 setzte er sich aber neuerlich souverän gegen seinen Stallkollegen Vitantonio Liuzzi durch, der heute hinter Hamilton und dem starken Schweizer Sébastien Buemi (Toro Rosso) Zwölfter wurde.

    Petrov als erster "Etablierter" out
    Nico Hülkenberg (Williams) landete auf Platz 15 und war damit nicht sonderlich zufrieden, liegt im Qualifyingduell gegen Barrichello nun schon mit 0:2 zurück. Zumindest blieb ihm aber die Schmach erspart, als einziger Fahrer eines etablierten Teams schon nach den ersten 20 Minuten die Segel streichen zu müssen - diese fragwürdige "Ehre" wurde Vitaly Petrov (Renault) zuteil, der die Top-17-Grenze trotz mehrerer Versuche nicht knacken konnte.

    Ganz hinten herrschten klare Fronten: Heikki Kovalainen (Lotus) gewann das Qualifying der neuen Teams; Lotus lag in der Hackordnung der "zweiten Liga" vor Virgin und HRT, wo sich Bruno Senna ordentlich strecken musste, um Karun Chandhok zu knacken. Virgin-Pilot Timo Glock hätte unter normalen Umständen wohl schneller sein können, aber sein Auto muss aufgrund von Tankproblemen derzeit stets mehr Benzin mitschleppen, als eigentlich notwendig wäre.

    Für morgen rechnet 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer mit einem Zweikampf "Red Bull gegen Alonso - aber dahinter wird es drunter und drüber gehen!" Wer sich den Grand Prix, der vielen Wetterprognosen zufolge auf nasser Strecke abgehalten werden könnte, live verfolgen möchte, der muss übrigens beim Stellen des Weckers aufpassen, denn in der Nacht auf Sonntag wird von Winter- auf Sommerzeit umgestellt!

    Action pur in Melbourne: Sieg für Button!

    Action pur in Melbourne: Sieg für Button!

    "Reifenflüsterer" Jenson Button gewinnt den Thriller von Melbourne souverän vor Kubica und Massa - Sebastian Vettel verliert nächsten möglichen Sieg

    (Motorsport-Total.com) - Wer sich nach dem einschläfernden Saisonauftakt in Bahrain dazu entschlossen hat, für den heutigen Grand Prix von Australien nicht schon um 8:00 Uhr aufzustehen, der hat einen schweren Fehler gemacht! Denn was die 24 Formel-1-Stars im malerischen Albert-Park von Melbourne an Drama und Spektakel zu bieten hatten, dürfte jeden Motorsportfan vom Hocker gerissen haben.

    Der Sieg ging nach 58 aufregenden Runden überraschend an den Vierten der Startaufstellung, Jenson Button, der damit seinen Vorjahressieg wiederholen konnte und seinen ersten Sieg als amtierender Weltmeister feierte. Entscheidend war für den McLaren-Piloten letztendlich ein früh absolvierter Reifenwechsel von Intermediates auf Slicks, der erst nach einem krassen Fehlgriff roch, sich letztendlich aber als goldrichtig herausstellte.

    Vettel Pechvogel des Tages
    Zweiter wurde sensationell Renault-Pilot Robert Kubica, der ein fehlerfreies Rennen fuhr und die höher eingeschätzten Ferrari-Stars Felipe Massa und Fernando Alonso hinter sich lassen konnte. Doch der große Pechvogel des Tages war zweifellos Sebastian Vettel (Red Bull): Der Deutsche schien einem sicheren Sieg entgegenzufahren, als er erneut von der Technik im Stich gelassen wurde und wegen eines Bremsdefekts im Kiesbett landete.

    "Ich hatte Funkenschlag auf der linken Seite, habe am Lenkrad Vibrationen gespürt", schilderte Vettel den Zwischenfall in Runde 26. "Ich habe Kurve 13 schon vorsichtig angebremst, aber dann ist die vordere linke Bremsscheibe explodiert. So hat es sich zumindest angefühlt." Bis dahin hatte er das Rennen wie schon vor zwei Wochen in Bahrain mühelos kontrolliert und den Abstand auf den späteren Sieger Button sukzessive ausgebaut.

    Im Gegensatz zu Bahrain, wo die Zündkerze ganz plötzlich den Geist aufgab, war Vettel diesmal vorgewarnt: "Es hat sich eine Runde vorher angekündigt. Ich wollte noch an die Box fahren, um nachschauen zu lassen, aber bis dahin bin ich gar nicht mehr gekommen", gab der 22-Jährige enttäuscht zu Protokoll und schimpfte: "Sehr ärgerlich. Man kann allerdings nichts daran ändern - aber es ist schon scheiße!"

    Start auf Intermediates
    Doch der Reihe nach: Die Spannung baute sich heute schon vor dem Start auf, als es leicht zu regnen begann. Also wurde auf Intermediates losgefahren - und wie: Vettel kam hervorragend weg und stach als Führender in die erste Kurve, Massa und Mark Webber (Red Bull) reihten sich hinter ihm ein. Doch die Weltmeister Button, Alonso und Michael Schumacher (Mercedes) wollten gleichzeitig einlenken, was selten gut geht - und so kam es zur unweigerlichen Dreierkollision!

    Zuerst beanspruchte Alonso die Kurve für sich, in die Button ebenfalls seine Nase hineinsteckte, wodurch es den Ferrari leicht nach außen trug - und dort war Schumacher. Letzterer beschädigte sich bei der Karambolage den Frontflügel und musste an die Box kommen, fiel ganz ans Ende des Feldes zurück. Der große Profiteur war Kubica, der plötzlich Vierter war, weil er beim Ausweichmanöver das glücklichste Händchen hatte.

    Nur ein paar Sekunden später krachte es im Hinterfeld: Kamui Kobayashis Frontflügel machte sich erneut selbstständig, sodass sein Sauber außer Kontrolle geriet und bei hoher Geschwindigkeit in den Williams von Nico Hülkenberg krachte - eine gefährliche Situation! Um die beiden Autos und den Toro Rosso von Sébastien Buemi bergen zu können, schickte die Rennleitung daraufhin das Safety-Car für drei Runden auf die Strecke.

    Nach dem Restart ging es Schlag auf Schlag und Überholmanöver auf Überholmanöver weiter. Den besten Durchblick hatte bei langsam abtrocknender Strecke offenbar die McLaren-Crew, denn die holte Button schon in der sechsten Runde rein, um auf Slicks zu wechseln - eine Fehlentscheidung, wie man zunächst vermuten musste: Der Brite kam auf rutschigem Asphalt sofort von der Strecke ab, nachdem zuvor der Boxenstopp selbst schon um vier Sekunden zu lange gedauert hatte.

    Späte Boxenstopps von Red Bull
    Zu jenem Zeitpunkt führte Vettel vor Webber, ehe zwei Runden nach Button praktisch das gesamte Feld an die Box kam, um die Intermediates abzugeben - nur Red Bull kapierte die Situation zu spät: Vettel kam in der neunten, Webber erst in der zehnten Runde rein. Letzterer fiel dadurch weit zurück. Teamchef Christian Horner erklärt: "Sebastian lag vorne und hatte daher das Recht, als Erster reinzukommen."Auf einmal war Webber nur noch Sechster.

    Gleichzeitig mit dem Australier fuhr übrigens Adrian Sutil (Force India) an die Box, allerdings nicht zum Reifenwechsel, sondern zur Aufgabe: Sutil war als Achter aus der ersten Runde zurückgekommen und konnte gut mithalten, bis ihm in der ersten Kurve ein Fahrfehler unterlief, durch den er aus den Punkterängen fiel. Als er an zweiter Stelle liegend seiner Crew einen Besuch abstattete, funktionierte allerdings der Mercedes-Motor schon nicht mehr.

    Nachdem sich die Positionsverschiebungen durch das unterschiedliche Timing der Boxenstopps - wie in Bahrain galt: je früher, desto besser - beruhigt hatten, bot sich folgendes Bild: Vettel führte vor Button, Kubica, Nico Rosberg (Mercedes), Massa, Lewis Hamilton (McLaren), Alonso und Webber. Bei Schumacher hatte die Mercedes-Crew den ersten regulären Boxenstopp verpatzt, sodass der siebenfache Weltmeister nur im Mittelfeld herumgurkte.

    Schumacher: Duell mit Alguersuari
    Dort sollte er auch bleiben, weil er lange keinen Weg an Jaime Alguersuari im Toro Rosso vorbeifand. "Die Sache in der ersten Runde war nicht sein Fehler - und wir wissen ja, wie schwierig das Überholen in der Formel 1 ist", verteidigte Mercedes-Teamchef Ross Brawn den Comeback-Superstar, der selbst analysierte: "Wir haben uns zu konservativ verhalten und uns zu wenig auf das Qualifying, aber zu sehr auf das Rennen konzentriert."

    Letztendlich kam Schumacher mit mehr als einer Minute Verspätung als Zehnter ins Ziel, aber vor ihm sollte sich noch jede Menge Dramatik ereignen. So zum Beispiel die beherzte Aufholjagd von Hamilton, der einen Konkurrenten nach dem anderen schnupfte und schon an Kubica dran war, als ihn die McLaren-Box ein zweites Mal an die Box beorderte, um frische Slicks abzuholen - möglicherweise eine Vorsichtsmaßnahme wegen der aggressiven Fahrweise.

    Aber Kubica und die beiden Ferraris blieben im Gegensatz zu Hamilton, Webber und Rosberg ohne weiteren Stopp draußen, sodass der McLaren-Pilot einen Riesenrückstand aufholen musste - was er mit Webber im Schlepptau auch tat. Doch als Hamilton endlich in Alonsos Windschatten auftauchte, meldete er am Boxenfunk: "Meine Reifen lassen nach!" Auf einmal entwickelte sich ein heißer Dreikampf zwischen Alonso, Hamilton und Webber.

    Knalleffeckt in der drittletzten Runde
    In der 56. Runde hatte Hamilton dann die Nase voll und ritt eine Attacke gegen den vor ihm liegenden Ferrari, musste aber zurückziehen - was auch gut gegangen wäre, wenn sich dahinter nicht Webber beim Bremsen vertan hätte! Der Lokalmatador schoss den britischen Silberpfeil ab und kam mit lädiertem Auto nur als Neunter ins Ziel; Hamilton wurde Sechster. Rosberg profitierte und rutschte auf Platz fünf durch, hätte sogar beinahe noch Alonso geschnappt!

    "Nico war super unterwegs - noch ein paar Runden, und ein Podium wäre drin gewesen. Der Speed dazu war da", lobte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Man kann nach dem Rennen immer über Strategien diskutieren und bessere finden als vor dem Rennen - Nico lag vor Button, als dieser auf Slicks wechselte, und das war der Schlüssel für seinen Sieg. Wäre Button zuvor nicht von Hamilton überholt worden, vielleicht hätte er dann später gewechselt, wer weiß?"

    Hamilton war nach dem Rennen übrigens stinksauer auf seine Crew, die ihn im Gegensatz zu Button zweimal an die Box beordert hatte: "Das war wirklich eine blödsinnige Idee", schimpfte er noch vom Cockpit aus, ehe er später nachlegte: "Es war definitiv ein strategischer Fehler des Teams, denn die Pace war da. Es wäre sonst unser erster Doppelsieg geworden. Ich habe die Entscheidung leider nicht in Frage gestellt, sondern habe dem Team vertraut."

    Buttons erster Sieg als Weltmeister
    Für ein Kuriosum am Boxenfunk sorgte auch Alonso, als Hamilton in seinem Rückspiegel immer größer wurde und Renningenieur Andrea Stella ständig den Abstand durchgab. Genervter Konter des Spaniers: "Ich will das gar nicht wissen!" Zu einem Überholversuch gegen Massa reichte es aber nicht mehr. Vorne war zu dem Zeitpunkt sowieso schon alles klar - "Reifenflüsterer" Button trug seinen MP4-25 ins Ziel und gewann mit zwölf Sekunden Vorsprung!

    "Das ist etwas ganz Besonderes", jubelte der Titelverteidiger über seinen ersten McLaren-Triumph. "Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich im Auto wohlfühlte, aber jetzt meinen ersten Grand Prix für McLaren zu gewinnen, ist ein irrsinniges Gefühl. Wir nehmen ein sehr gutes Feeling in die nächsten Rennen mit. Ein Hammer! Ein zweiter Reifenwechsel war für mich kein Thema, ich habe das nicht einmal in Betracht gezogen. Keine Ahnung, warum sie bei Lewis gewechselt haben."

    Kubica konnte den Poker mit einem zusätzlichen Boxenstopp schon eher nachvollziehen, denn auch wenn er es sich nach außen nicht anmerken ließ, hatte der bärenstarke Pole mit seinen verschlissenen Pneus alle Hände voll zu tun: "Es war eine schwierige Entscheidung, denn wir hatten am Ende stark mit den Reifen zu kämpfen. Wir haben auch überlegt, noch einmal an die Box zu kommen, aber es ist ja aufgegangen."

    Groß auch der Jubel bei Massa, der erstmals seit seiner Rückkehr in die Formel 1 auf das Podium fuhr: "Fantastisch! Ich war hier noch nie besser als Sechster, insofern bin ich sehr zufrieden", strahlte er. "Es war nicht das optimale Rennwochenende für mich, aber umso erfreulicher ist es, dennoch auf dem Podium zu stehen. Das können für die Meisterschaft noch ganz wichtige Punkte werden - und für mein Selbstvertrauen ist das Ergebnis ebenfalls wichtig. Ich bin überglücklich."

    Liuzzi wieder in den Punkten
    Ein unauffälliges, aber fehlerfreies Rennen fuhr Vitantonio Liuzzi, der Force India somit auch im zweiten Grand Prix des Jahres ein zählbares Ergebnis bescherte. Der Italiener wurde vor Rubens Barrichello (Williams), Webber und Schumacher Siebter. Pedro de la Rosa (Sauber) lag über weite Strecken in den Punkterängen, ließ sich aber im Finish mit Reifenproblemen noch von Alguersuari und Schumacher überrumpeln.

    Insgesamt sahen 14 von 24 gestarteten Autos die Zielflagge; den Grand Prix der neuen Teams gewann diesmal Lotus-Pilot Heikki Kovalainen vor Karun Chandhok (HRT). Rückstand auf die Spitze: zwei beziehungsweise fünf Runden. Timo Glock und Lucas di Grassi (Virgin) konnten nach ihrem Start aus der Boxengasse lediglich ein bisschen testen, während Jarno Trulli (Lotus) wegen einer kaputten Hydraulikpumpe nicht einmal bis zum Start kam.

    In der Fahrer-WM führt nach zwei von 19 Läufen Bahrain-Sieger Alonso mit 37 Punkten vor Massa (33), Button (31), Hamilton (23) und Rosberg (20); Vettel (12) und Schumacher (9) folgen auf den Positionen sieben und acht. Bei den Konstrukteuren hat ebenfalls Ferrari (70) die Nase vorne, gefolgt von McLaren (54) und Mercedes (29). Weiter geht es bereits in einer Woche mit dem Grand Prix von Malaysia in Kuala Lumpur.