Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2010
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Partner vom Merceses GP Petronas Formula one Team
TEAM PARTNERS
PETRONAS
PETRONAS steht für Petroliam Nasional Berhad. Die Gesellschaft wurde am 17. August 1974 gegründet und besitzt die Eigentums- und Kontrollrechte an den Erdölvorkommen in Malaysia. Das zu 100 Prozent im malaysischen Staatsbesitz befindliche PETRONAS arbeitet wie jeder internationale Erdölkonzern als Geschäftsorganisation mit soliden Managementregeln und -grundsätzen, die durch eine Mission, eine Vision und Werte ergänzt werden.
PETRONAS ist in vielen Bereichen des Öl- und Gasgeschäfts im In- und Ausland engagiert. Die Betätigungsfelder reichen von der Exploration und Produktion (E&P) über die nachgelagerte Ölraffinerie, die Vermarktung und den Vertrieb von Erdölprodukten, die Verarbeitung und Verflüssigung von Gas, den Betrieb von Gaspipelines, die Vermarktung von flüssigem Erdgas (LNG), die petrochemische Fertigung und Vermarktung bis hin zu Handel, Versand und Immobilieninvestitionen.
Im Laufe der Jahre hat sich PETRONAS zu einer vollintegrierten Öl- und Gasgesellschaft mit einem wachsenden Geschäftsanteil in Malaysia und in Übersee entwickelt. PETRONAS ist im FORTUNE Global 500® der größten internationalen Konzerne vertreten und betätigt sich, in dem Bestreben, zu einem der angesehensten und führenden Öl- und Gaskonzerne zu werden, inzwischen weltweit in mehr als 30 Ländern.
www.petronas.com
www.petmos.com.my
Aabar Investments
Die Investmentgesellschaft Aabar Investments PJSC hat ihren Sitz in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ist an der Wertpapierbörse von Abu Dhabi notiert. Aabar investiert international in Energie-, Infrastruktur-, Immobilien-, Automobil-, Technologie- und Finanzdienstleistungsunternehmen. Der größte Anteilseigner von Aabar ist die International Petroleum Investment Company, die sich wiederum zu 100 Prozent im Besitz der Regierung des Emirates Abu Dhabi befindet. Ein wichtiger Aspekt der Strategie von Aabar besteht darin, zur Förderung des Technologietransfers in die angesehensten Technologiegesellschaften der Welt - beispielsweise die Daimler AG - zu investieren und dadurch die ehrgeizigen Pläne Abu Dhabis im Hinblick auf die Entwicklung der einheimischen Wirtschaft zu unterstützen.
Aabar ist Großaktionär bei der Daimler AG (der Muttergesellschaft von Mercedes-Benz) und hält 30 Prozent am Formel-Eins-Team MERCEDES GP PETRONAS. Nach dem Einweihungs-Grand-Prix in Abu Dhabi im November 2009 (dem ersten Formel-Eins-Rennen in den VAE auf dem eigens dafür gebauten Yas-Island-Kurs) übergab Aabar-Chairman SE Khadem Al Qubaisi ein Fahrzeug aus der exklusiven Mercedes-Benz Black Series an Sebastian Vettel, den Sieger des Rennens. Für 2010 soll der Gewinner des zweiten Grand-Prix von Abu Dhabi nach den Plänen von Al Qubaisi ein Mercedes-Benz SLS Super-Coupé erhalten. Dieser Sieger wird dann hoffentlich entweder Michael Schumacher oder Nico Rosberg heißen!
www.aabar.com
Bridgestone Corporation
Bridgestone ist im Formel-Eins-Sport über Bridgestone Motorsport unter der Leitung von Director Hiroshi Yasukawa aktiv. Zwar hat das Unternehmen seinen Sitz in Großbritannien, doch findet die gesamte Entwicklung und Produktion von Formel-Eins-Reifen im Technical Centre in Tokio statt. Von dort aus werden die Reifen für die Rennen und Tests in Europa nach England ausgeliefert. Reifen für Rennen in Übersee werden von Japan aus direkt beispielsweise nach Australien, Singapur und Brasilien geschickt.
Die Formel Eins bietet dem Unternehmen eine globale Bühne für die Präsentation seiner Technologie und Kompetenz. Aber Bridgestone Corporation ist weitaus mehr als Formel-Eins-Rennen. Bridgestone Motorsport ist nur ein Bestandteil des internationalen Konzerns mit etwa 138.000 Beschäftigten weltweit und Büros, Fabriken oder kontinentalen Firmensitzen in über 150 Ländern. Die Weltzentrale befindet sich in Tokio, Japan, die Konzernleitung hat der Vorstandsvorsitzende, CEO und Präsident Shoshi Arakawa.
Bridgestone Corporation wurde 1931 von Shojiro Ishibashi gegründet und ist heute der weltweit größte Hersteller von Gummiprodukten und Reifen für Autos, Motorräder, Fahrzeuge für Landwirtschaft, Industrie und Bergbau, Flugzeuge, Lkw und Busse. 2008 erwirtschaftete der Konzern einen Rekord-Nettoumsatz von 3.234,4 Milliarden Yen [35,5 Milliarden US-Dollar]. Zu den vielfältigen Betätigungsfeldern des Multis gehört auch die Herstellung von Golf- und Tennisschlägern, Fahrrädern sowie von chemischen und industriellen Erzeugnissen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.bridgestone.com
www.bridgestonemotorsport.com
M I G BANK
Die M I G BANK ist ein führender Schweizer Forex-Makler, der für internationale Partner und Kunden tätig ist und als erstes Unternehmen seiner Art eine Schweizer Banklizenz erhielt. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet und hat seinen Sitz in Neuchâtel in der Schweiz.
Die M I G BANK bietet äußerst wettbewerbsfähige Handelskonditionen in Verbindung mit den Sicherheiten einer Schweizer Bank, zu denen enge Spreads, eine exzellente Liquiditätslage, eine beispiellose Margenpolitik, Kundenservice auf höchstem Niveau, technologische Innovation und der Zugang zu einer Analyseabteilung von Weltklasseformat gehören. Das professionelle Kundenteam spricht über 30 Sprachen und bietet privaten wie institutionellen Händlern in mehr als 120 Ländern Forex-Services. Die M I G BANK unterliegt der Aufsicht durch die FINMA (Schweizer Finanzmarktaufsichtsbehörde), ihre Qualitätsstandards sowie ihre Informationssicherheits-Managementsysteme sind ISO-zertifiziert. Das Unternehmen betätigt sich im dritten Jahr in Folge als UNICEF-Sponsor und engagiert sich in diesem Zusammenhang für die Rechte von Kindern überall auf der Welt.
Als stolzer Team Partner des MERCEDES GP PETRONAS Teams lebt die M I G BANK nach einer ähnlichen Erfolgsphilosophie und misst deshalb Werten wie Integrität, Innovation, Technologie und Teamarbeit höchste Bedeutung bei.
www.migbank.com
Monster Energy
Monster Energy unterstützt den Sport. Bei Motocross, Rallye, irren Weitsprüngen, Supercross, MotoGP, Straßenrennen, Supermoto, Offroad und Freestyle Motocross, beim Skaten, Mountainbiken, Felsenklettern, auf Wakeboards, Mini-Bikes, Surf- und Snowboards oder BMX-Rädern - die Athleten pushen Monster Energy derzeit ganz gewaltig.
Teste alle Typen - Original Monster Energy, Monster Lo-Carb, Monster Assault, Monster Khaos, Monster "M-80" mit Fruchtsaft, den partyfreundlichen MIXXD, die originellen Java Monster Premium Coffee & Cream Drinks und dazu unsere Monster Energy Mixe für den Energieschub zwischendurch, darunter den neuen "Hitman". Die von Monster Energy unterstützten Athleten fahren darauf ab. Du auch?!
www.monsterenergy.com
www.monsterarmy.com
Graham London
Die Marke Graham-London wurde in London von George Graham, dem als 'Vater des Chronographen' im 18. Jahrhundert berühmt gewordenen Uhrmacher, begründet und gehört heute zu The British Masters, einem anglo-schweizerischen Unternehmen mit Sitz in La Chaux-de-Fonds in Neuchâtel, dem Herzen der Schweizer Uhrenindustrie.
Graham-London vereint das Beste der britischen Uhrentradition mit der Schweizer Leidenschaft für filigrane Technik und hält damit den von Graham erweckten Geist und das Engagement für das Metier der Uhrenherstellung am Leben.
www.graham-london.com
TEAM SUPPLIERS
Henri Lloyd
Henri Lloyd ist Marktführer bei technischer Segelbekleidung und modischen Lifestyle-Classics. Das Unternehmen wurde 1963 von Mr. Henri gegründet und blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Segelbekleidung sowie in der Entwicklung bahnbrechender neuer Textilien zurück. Durch Segelveranstaltungen wie den America’s Cup sowie durch die Übernahme von Sponsorenschaften für Athleten (u. a. für den dreimaligen Goldmedaillengewinner Ben Ainslie OBE sowie für Pioniere wie Sir Ranulph Fiennes und Sir Robin Knox Johnson) und eine Fashion-Kollektion, die ständig weiter ausgebaut wird, hat Henri Lloyd Weltruhm erlangt.
Heute wird die Marke in Großbritannien, Australien, im Nahen Osten und in Europa in 30 Geschäften vertrieben, die die unverwechselbaren Stücke aus der Segelkollektion des Unternehmens sowie Klassiker im britischen Design führen. Das im Familienbesitz befindliche Unternehmen ist stolz auf die Fertigkeiten, Firmengeheimnisse und die Wissensfülle, die es sich im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten in diesem Metier angeeignet hat. Zu den jüngsten Neuheiten von Henri Lloyd gehören eine handgearbeitete Schuhkollektion, eine Boyswear-Kollektion sowie eine auf die jüngere Generation abgestimmte Denim-Marke (HL Jeans Co), die noch vor Abschluss der Partnerschaftsvereinbarung mit MERCEDES GP PETRONAS 2008 auf den Markt gebracht worden war.
www.henrilloyd.com
Cytec
Cytec ist ein internationaler Hersteller von Hochleistungsverbund- und -klebematerialien und liefert u. a. Kohlenstofffasern für wichtige Zivil- und Militärprogramme. Neben anderen Branchen arbeitet das Unternehmen für die Luft- und Raumfahrt-, die Hochleistungs-Automobil-, die Schifffahrts- und die Freizeitindustrie. Der umfassende wissenschaftliche Hintergrund von Cytec erstreckt sich dank strategischer Branchenkonsolidierungsmaßnahmen auf alle wichtigen Werkstofftechnologien. Eine führende Stellung im Technologiebereich, Vorteile in Sachen Umweltschutz, eine herausragende Servicequalität sowie geschäftliche Flexibilität verschaffen den Kunden in Sachen Material den Vorsprung, den sie erwarten.
www.cytec.com
Gieves & Hawkes
Überall auf der Welt ist der Name 'Savile Row' gleichbedeutend mit Herrenmode in höchster Qualität, und so ist es nur legitim, dass Gieves & Hawkes in 'No 1 Savile Row' ansässig ist: eine bemerkenswerte Adresse
Gieves & Hawkes entwirft seine Kollektionen im echt englischen Stil und kann dabei auf eine langjährige Tradition und Geschichte sowie auf mehr als zwei Jahrhunderte handwerklicher Fertigkeit und Innovationsfreude zurückgreifen. Auch heute noch steht der Name für Qualität, Anspruch, Innovation und Service auf höchstem Niveau.
Wer Stil, Perfektion und echte Eleganz sucht, der geht zu Gieves & Hawkes.
www.gievesandhawkes.com
Sandvik Coromant
Sandvik Coromant gehört zur schwedischen Sandvik Gruppe mit 44.000 Mitarbeitern, Vertretungen in 130 Ländern der Erde und einem Jahresumsatz von 6.600 Mio. Pfund Sterling und ist der weltweit führende Anbieter von Werkzeugen und Verfahren für eine wettbewerbsfähige maschinelle Bearbeitung. Fast die Hälfte der über 15.000 Produkte des Unternehmens wurde in den letzten fünf Jahren auf den Markt gebracht, ein Beleg für das große Engagement im Bereich F"E. Sandvik Coromant bietet qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen, dank derer seine Kunden Leistungs- und Ergebnisverbesserungen realisieren können.
www.coromant.sandvik.com/uk
TEAM CHARITIES
Helen & Douglas House
Helen & Douglas House bietet als eingetragene wohltätige Organisation Kindern und jungen Erwachsenen, die nicht mehr lange zu leben haben, Erholung und Sterbebegleitung und unterstützt die Familienangehörigen.
Die beiden Hospize liegen im Osten Oxfords. Es sind freundliche, lebhafte und positive Orte, an denen die Betonung darauf liegt, das Leben in seiner ganzen Fülle genießen zu können - auch wenn dieses Leben nur noch kurz währt. Zusammen mit ihren Familien können Kinder im Helen House und junge Erwachsene im Douglas House eine kurze Zeit der Erholung und Entspannung finden und Palliativbehandlungen sowie Sterbebegleitung erhalten.
www.helenanddouglas.org.uk
SKIDZ
Die gemeinnützige Organisation SKIDZ Motor Projects ermöglicht es benachteiligten jungen Menschen, sich Kenntnisse und Fertigkeiten auf dem Gebiet der Kfz-Technik anzueignen und bietet in einem der Erwachsenenwelt nachempfundenen Umfeld Motortechnikkurse, in deren Rahmen die Teilnehmer Qualifikationen erwerben sowie Arbeitserfahrung sammeln können. Derzeit ist SKIDZ noch in einem gemieteten Gebäude untergebracht, will aber durch Spenden fast eine Million Pfund Sterling für den Kauf eines eigenen Geländes für das Wycombe Motor Project zusammenbringen. Auf dem neuen Areal soll das Angebot für die jungen Leute aus der Umgebung ausgebaut und ein erheblich breiteres Spektrum an Möglichkeiten sowie optimierte Einrichtungen geboten werden. Die Organisation wird dann finanziell auf besseren Füßen stehen, durch den eigenen Besitz abgesichert und dazu in der Lage sein, in eine stärkere Zukunft zu investieren. Ross Brawn ist seit Juni 2009 einer der Schirmherren des Wycombe Motor Project.
www.skidz.org.uk -
Großer Preis von Malaysia / Kuala Lumpur
"Selamat Datang" steht in großen Buchstaben am internationalen Flughafen von Kuala Lumpur, das bedeutet ganz einfach "Willkommen". Den Formel-1-Teammitgliedern macht im Laufe des Rennwochenendes vor allem die Hitze und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit von nicht selten 90 Prozent zu schaffen, die zugleich eine Bewährungsprobe der besonderen Art für das technische Equipment darstellt.
Wenn es in Sepang regnet, dann richtig! Das wissen die Fahrer spätestens seit 2009, als die Bedingungen so schlimm waren, dass das Rennen abgebrochen werden musste. Für Sieger Jenson Button gab es aus diesem Grund nur halbe Punkte. Trotzdem kommen die meisten Formel-1-Fahrer, Teambeteiligten und Fans sehr gerne nach Malaysia, denn der Sepang International Circuit zählt zu den schönsten Strecken im gesamten Formel-1-Kalender.
Der Kurs liegt etwa drei Kilometer östlich des Flughafens und ist am einfachsten mit einem Taxi über die Autobahn zu erreichen. Etwa 75 Kilometer von der Hauptstadt Kuala Lumpur entfernt ist Sepang von tropischen Wäldern umgeben und die pagodenartigen Dächer der Tribünen verleihen der Anlage ein ganz besonderes Flair. Hat man dann auch noch das Glück, einen Platz hoch oben am Ende der Gegengerade zu ergattern, kann man beide Seiten des 5,543 Kilometer langen Kurses einsehen. Mit 16 Metern ist sie die breiteste Piste im Formel-1-Kalender und besitzt quasi zwei Start- und Zielgeraden, die fast parallel verlaufen.
Kuala Lumpur, im Volksmund kurz "KL" genannt, ist jedoch auch ohne Grand Prix eine Reise wert. Die berühmteste Attraktion der Dreimillionenstadt sind sicher die Twin-Towers, die 451,9 Meter hoch in den Himmel ragen. Ein Gang über die Skybridge, die im 42. Stockwerk die beiden Türme verbindet, und der Ausblick von der 84. Etage sind wirklich atemberaubend.
Fans, die Michael Schumacher und Co. aus der Nähe sehen und sich nicht jeden Tag vor das Pan-Pacific-Hotel am Flughafen KLIA stellen wollen, sollten vor dem Rennen nach Langkawi, Penang oder ins thailändische Phuket fahren, wo die meisten Piloten einen kurzen Urlaub machen, um sich an das ungewohnte Klima zu gewöhnen.
Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Sepang.html -
Vorschau: Großer Preis von Malaysia
Der Grand Prix von Malaysia vom 2. bis 4. April 2010 auf dem Sepang Circuit bei Kuala Lumpur ist der dritte Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2010.
Das Rennen ist das Heimrennen für PETRONAS, den Titelsponsor des MERCEDES GP PETRONAS Teams. Aus diesem Anlass veranstaltet das Unternehmen während der ganzen Woche bis zum Grand Prix im Zentrum Kuala Lumpurs das PETRONAS Pit Pulse für Fans.
NICO ROSBERG
„Der Sepang Circuit in Malaysia gehört zu meinen Lieblingsstrecken im Formel 1-Kalender. Die Strecke erlaubt ein hohes Tempo, hat ein interessantes Layout und abwechslungsreiche Kurven - es macht Spaß in Sepang zu fahren. Ich qualifizierte mich hier 2006 als Dritter und vor einem Jahr als Vierter. Auch wenn wir am vergangenen Wochenende in Australien im Qualifying und Rennen das Potenzial unseres Autos nicht ganz ausschöpften, machten wir mit der Abstimmung des MGP W01 doch gute Fortschritte. Obwohl die Strecke von Sepang eine andere Charakteristik hat als die im Albert Park, sollten wir in Malaysia von unseren Entwicklungsschritten profitieren. Hier kann man den derzeitigen Leistungsstand der einzelnen Teams gut vergleichen. Wir wollen weiter ordentlich Punkte sammeln und den Anschluss zur Spitze halten. Der Grand Prix von Malaysia ist das Heimrennen unseres Titelsponsors PETRONAS und ich freue ich mich auf die Demonstrationsrunden beim PETRONAS Pit Pulse am Mittwochabend."
MICHAEL SCHUMACHER
„Ich weiß, das klingt etwas seltsam, aber ich ziehe ziemlich viele gute Aspekte aus dem Rennwochenende in Melbourne. Natürlich zeigt sich das nicht auf den ersten Blick, aber wenn man das Wochenende genauer analysiert, haben wir uns gut verbessert und können mit gutem Recht ganz zufrieden sein - wenn auch nicht vom reinen Ergebnis her. Wenn man sich das Qualifying betrachtet glaube ich, dass sowohl Nico als auch ich 2 bis 3 Positionen besser hätten abschneiden können. Ich hatte allerdings ein zu konservatives Setup, das zu sehr auf's Rennen ausgerichtet war, und außerdem haben wir am Abend ein Abreißvisier in meinem Frontflügel gefunden, das mich auch Zeit gekostet hat. Und das Rennen weiter vorne zu starten hätte für meine Begriffe bedeutet, dass wir um das Podest hätten kämpfen können.
All das zeigt mir, dass wir nicht zu weit weg sind, und ich bin zuversichtlich, dass da noch einiges kommen wird. Wir können daher mit dem guten Gefühl nach Malaysia fahren, dass wir uns seit Bahrain klar verbessert haben. Der Kampf in Melbourne hat viel Spaß gemacht, auch wenn es am Ende nur um einen Punkt ging, und ich werde es auch in Sepang wieder genießen.
Wir wollen dort wieder ein gutes Rennen zeigen.
Das Rennwochenende beginnt für mich diesmal etwas früher, weil unser Sponsor Petronas rund um die Twin Towers in Kuala Lumpur eine große Show auf die Beine stellt und wir dort einige Auftritte haben und am Mittwochabend sogar eine Fahrt mit dem Formel-1-Auto demonstrieren werden. Solche Aktionen sind immer toll für die Fans, und ich bin sicher, sie werden ihren Spaß dabei haben."
ROSS BRAWN
„Diese Woche in Malaysia ist für unser Team etwas ganz Besonderes, denn der kommende Grand Prix ist das Heimrennen unseres Titelsponsors PETRONAS, gleichzeitig offizieller Sponsor des Grand Prix von Malaysia. Im ersten Jahr unserer Partnerschaft freuen wir uns auf die Zusammenarbeit in dieser Woche und es wäre schön, das mit einem guten Ergebnis bei einem unserer Heimrennen abzurunden. Vor dem Rennwochenende drehen unsere Fahrer Demonstrationsrunden beim PETRONAS Pit Pulse in der Nähe der Twin Towers in Kuala Lumpur und treten bei dieser Gelegenheit mehrmals auf. Pit Pulse wird mit einem spektakulären Programm während der kommenden Tage hoffentlich viele Fans anlocken. Zum Rennen: Das Team zeigte in Melbourne eine gute Leistung, auch wenn wir noch nicht soweit sind, ganz an der Spitze mitzufahren. Mit vier Ergebnissen in den Punkterängen in den ersten beiden Rennen liegen wir in der Konstrukteurs-WM auf Platz drei. Daran wollen wir anknüpfen und weiter Punkte sammeln, während wir unser Auto weiter verbessern."
NORBERT HAUG
„Das Rennen in Malaysia ist der zweite Grand Prix innerhalb von acht Tagen und für unser Team eine ganz besondere Veranstaltung. Malaysia und die Hauptstadt Kuala Lumpur sind Stammsitz und Heimat unseres Titelsponsors PETRONAS und der Malaysia Grand Prix ist damit ein neues "Heimrennen" für MERCEDES GP PETRONAS.
Das Layout der Rennstrecke unterscheidet sich deutlich von jenem in Melbourne, wo am letzten Wochenende ein extrem spannendes Formel 1-Rennen stattfand. Der Kurs vor den Toren Kuala Lumpurs hat lange, schnelle Kurven, enge Haarnadel-Biegungen und lange Geraden. Es ist - wie üblich bei diesem Rennen - auch dieses Mal mit extremer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit zu rechnen und üblicherweise gibt es obendrein auch immer wieder starke Regenfälle - ein Rennen unter Bedingungen wie in der Sauna, also. Dieses Klima stellt allerhöchste Ansprüche an Teams, Autos und Fahrer.
Unser Ziel ist es, in Malaysia weiter zu punkten und die Basis für fortgesetzte technische Verbesserungen zu schaffen.
Es wäre natürlich besonders schön, beim PETRONAS-Heimspiel ein gutes Ergebnis zu holen." -
Webber zockt am besten: Pole im Regenchaos!
Mark Webber düpiert in Sepang mit Intermediates die Konkurrenz - Vier Deutsche unter den besten Fünf - Michael Schumacher auf Platz acht
(Motorsport-Total.com) - Drei Trainings lang war es wider Erwarten trocken, doch rechtzeitig zur ersten sportlichen Entscheidung des Wochenendes begann es heute Nachmittag in Sepang zu regnen. Dementsprechend chaotisch und turbulent, aber auch dramatisch spannend verlief das Qualifying zum Grand Prix von Malaysia. Am besten kam damit Mark Webber (Red Bull) zurecht.
Zunächst musste das entscheidende dritte Qualifying nach zwei Minuten und 43 Sekunden wegen zu starken Regens unterbrochen werden - eine Sicherheitsentscheidung von FIA-Rennleiter Charlie Whiting, die als richtig empfunden wurde: "Es war unfahrbar, das war die beste Entscheidung", findet Mercedes-Testpilot Nick Heidfeld. "Unsere Fahrer haben am Funk gesagt, dass sie nicht einmal auf der Geraden voll fahren konnten, weil sie sonst Aquaplaning gehabt hätten."
Mutige Entscheidung von Webber
Nach ein paar Minuten wurden die zehn Finalisten aber wieder auf die Strecke gelassen - und Webber ging das Risiko ein, auf Intermediates zu setzen: "Es war schwierig, denn in manchen Kurven stand das Wasser", grinst der Australier und gibt zu: "Die Pole habe ich meinem Auto und meinem Renningenieur zu verdanken, der die Idee hatte, mit Intermediates zu fahren. Ich dachte kurz darüber nach und willigte dann ein - und es ist voll aufgegangen!"
Webber übernahm schon mit seiner vorletzten Runde die Führung, nachdem zuvor Adrian Sutil (Force India) voran gelegen war, und steigerte sich im Finish sensationell auf 1:49.327 Minuten! Damit sicherte er sich überlegen die Pole-Position, 1,346 Sekunden vor Nico Rosberg. Der Mercedes-Pilot kann damit gut leben: "Die Runde in Q3 war meine beste des ganzen Tages. Ich stehe das erste Mal in der ersten Startreihe - das ist sehr schön. Mein Auto lag gut und ich bin sehr zufrieden."
Glücklich darf auch Sebastian Vettel sein, obwohl er das Stallduell gegen Webber verloren geben musste. Doch während seine WM-Konkurrenten teilweise schon früh ausgeschieden sind, ließ sich der Deutsche auf keine Spielchen ein und schaffte sicher den Einzug ins dritte Qualifying, wo er den guten dritten Platz belegte. "Damit bin ich sehr zufrieden", so Vettel, der 2010 erstmals nicht auf Pole-Position steht. "Es hätte auch ganz anders ausgehen können."
Vettel erstmals in dieser Saison geschlagen
"Mark hat einen guten Job gemacht - er ist ein Pokerface! Es war eine sehr schwierige Entscheidung, denn zu Beginn von Q3 stand unheimlich viel Wasser auf der Strecke. Das Wasser ist dann aber schneller abgelaufen, als wir dachten, dadurch hatte Mark dann mit seinen Intermediates die schnellsten Reifen", gratuliert der zweitbeste von insgesamt fünf Deutschen im Top-10-Finale (!) seinem Teamkollegen.
Dabei hatte sich Webber zuvor eher schlecht als recht durch Q1 und Q2 gearbeitet, genau wie Michael Schumacher (Mercedes), der im zweiten Qualifying als Zehnter das Glück hatte, dass die Strecke am Ende im dritten Sektor keine Verbesserungen mehr zuließ. Aber solches Glück oder Pech hatten heute viele - es ging im Endeffekt vor allem darum, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen und keine Fehler zu machen.
Das kann Ferrari nicht von sich behaupten: "Unter diesen Bedingungen ist es wichtig, das Timing der Runs richtig zu planen", ließ das Team bei einsetzendem Regen zu Beginn ausrichten - und verlor dann erstmals in der Geschichte beide Autos schon im ersten Abschnitt: Fernando Alonso 19., Felipe Massa 21.! "Wir haben einen Fehler gemacht, zu lange an der Garage gewartet, und mussten dafür bezahlen", gesteht die Truppe aus Maranello zähneknirschend ein.
"Wir haben gehofft, dass der Regen nachlässt, aber stattdessen wurde er noch stärker", seufzt Massa, während Alonso sagt: "Zum Glück ist das Rennen erst morgen, das Ergebnis heute zählt nicht. Im Rennen will ich trotzdem auf das Podium!" Aber was war geschehen? Die kleinen Teams gingen bei nassen Bedingungen in Q1 sofort mit Intermediates auf die Strecke - und waren die großen Profiteure, als der Regen immer stärker wurde!
Scharfe Kritik an Ferrari und McLaren
"Für diese Strategie von Ferrari und McLaren gibt es keine Entschuldigung. Bei solchen Bedingungen musst du erstmal eine Sicherheitsrunde fahren", wundert sich Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan, und auch Heidfeld kritisiert die Topteams: "Man hat in so einer Situation fast nichts zu gewinnen, aber sehr viel zu verlieren, wenn man an der Box bleibt. Für mich nicht nachvollziehbar, weil so ein Fehler ja nicht zum ersten Mal gemacht wird."
Logische Konsequenz: Ferrari schaffte auf der Strecke keine entscheidende Verbesserung mehr, Lewis Hamilton (McLaren) schied ebenso aus - und es ist fast eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Jenson Button, der den Cut geschafft hätte, im Kiesbett stecken blieb! "Ich hatte Aquaplaning an der Hinterachse", seufzt der Melbourne-Sieger und gesteht: "Wir haben die Wetterprognose falsch gelesen und die falsche Entscheidung getroffen."
Neben den Ferrari-Stars und Hamilton erwischte es in der Q1-Lotterie auch Jarno Trulli (Lotus), das HRT-Duo Karun Chandhok und Bruno Senna sowie Lucas di Grassi (Virgin), der erst spät auf die Strecke gehen konnte, weil an seinem Auto noch lange geschraubt wurde. Heikki Kovalainen (15./Lotus) und Timo Glock (16./Virgin) schafften hingegen erstmals den Aufstieg in den zweiten Abschnitt und sorgten damit für eine kleine Sternstunde.
Gerangel an der Boxenausfahrt
In Q2 blieben die großen Überraschungen dann aus, obwohl die Streckenbedingungen weiter wechselhaft waren, aber Q3 entwickelte sich mit dem frühen Abbruch zu einem echten Thriller. Wie stark der Regen war, zeigte sich daran, dass die Fahrer sogar schon am Boxenausgang darum fighteten, als Erster auf die Strecke gehen zu können, um anschließend gute Sicht zu haben - ein Pokerspiel, das Robert Kubica (Renault) und Vitantonio Liuzzi (Force India) gut beherrschten.
Liuzzi lag dann in der letzten Phase vor seinem Teamkollegen Adrian Sutil an der Spitze des Feldes, kam aber nicht über Rang zehn hinaus. Sutil machte seinen Job in Liuzzis Gischt besser und wurde Vierter - nur zwei Zehntelsekunden hinter der ersten Startreihe! "Das war mein Wetter", jubelt der Regenspezialist. "Ich fühle mich im Regen wohl und es hat super geklappt. Das Team hat einen tollen Job gemacht und ich habe es auf der Strecke umgesetzt."
87 Tausendstelsekunden hinter Sutil belegte Nico Hülkenberg (Williams) sensationell den fünften Platz, womit er seinem Stallgefährten Rubens Barrichello (7.) erstmals einschenkte. Dementsprechend breit war das Grinsen im Gesicht des Formel-1-Rookies aus Emmerich: "Das war eine gute Performance. Heute hat alles geklappt und wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen", freut sich Hülkenberg.
Schumacher nur fünftbester Deutscher
Somit war der einstige "Regengott" Schumacher als Achter vor Kamui Kobayashi (Sauber) der schlechteste Deutsche im Top-10-Finale. Das lag aber weniger an seinem fahrerischen Können, denn der 41-Jährige ließ mit starken Zeiten immer wieder seine Klasse aufblitzen, sondern vielmehr daran, dass er das Timing im Finish nicht hundertprozentig hinbekam. Dadurch verlor er auch zum dritten Mal en suite das Stallduell gegen Rosberg.
"Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht", gibt Schumacher zu, "weil wesentlich mehr drin gewesen wäre. Ich hielt mich in der ersten Runde ein bisschen zurück, aber dann bauten die Reifen ab. Das weiß ich jetzt für morgen, aber für heute hilft es mir nichts mehr." Als Blamage empfindet er seine heutige Vorstellung aber keineswegs: "Ich muss mich nicht verstecken. Bis zu dem Zeitpunkt lief es ganz hervorragend."
Was diese Ausgangslage für das morgige Rennen zu bedeuten hat, ist völlig unklar, schließlich soll es auch am Sonntagnachmittag regnen - und dann darf man auch die WM-Mitfavoriten, die in der Startaufstellung weit hinten stehen, noch nicht abschreiben. Aber klar ist auch: Wenn die beiden Red Bulls von Webber und Vettel halten, haben sie im dritten Rennen wieder die vielleicht beste Chance von allen, als Sieger abgewunken zu werden... -
Red Bull dominiert in Sepang: Endlich Vettel!
Aller guten Dinge sind drei: Sebastian Vettel gewinnt den Grand Prix von Malaysia vor Webber und Rosberg - Radmutter eliminiert diesmal Schumacher
(Motorsport-Total.com) - Nachdem ihn in Bahrain und Australien noch jeweils die Technik gestoppt hatte, zählt Sebastian Vettel seit heute endlich zum erlesenen Kreis jener Fahrer, die 2010 einen Grand Prix gewonnen haben! Red Bull lieferte in Sepang eine dominante Vorstellung ab und feierte bei durchgehend trockenen Bedingungen einen souveränen und nie gefährdeten Doppelsieg.
Vettels Triumph war nach den bisherigen technischen Problemen vor allem für die Weltmeisterschaft Gold wert, denn seine härtesten Rivalen ließen in der malaysischen Hitze Punkte liegen. Nico Rosberg fuhr hingegen ein unauffälliges, aber effektives Rennen und wurde dafür mit dem ersten Podestplatz eines Mercedes-Werksfahrers seit dem Doppelsieg in Monza 1955 (Juan Manuel Fangio vor Piero Taruffi) belohnt - in der Heimat von Hauptsponsor Petronas.
Toller Start von Vettel
Die Vorentscheidung um den Sieg fiel wie so oft schon am Start: Polesetter Mark Webber (Red Bull) und Rosberg kamen nicht optimal weg, sodass sich Vettel in Führung schieben konnte. Die beiden Red Bulls setzten sich sofort leicht ab und gaben die Kontrolle von da an nicht mehr aus der Hand. Webber folgte Vettel zwar über weite Strecken wie ein Schatten, verlor aber durch seinen um eine Runde späteren Boxenstopp wertvolle Sekunden und hatte letztendlich keine Chance.
Dabei hatte man zu Beginn schon wieder um Vettel gezittert, denn während der Aufwärmrunde wurde ihm vom Team ins Cockpit gefunkt: "Dein Motor läuft über dem idealen Temperaturfenster, versuche ihn zu kühlen!" Aber das Renault-V8-Aggregat überstand die 56 Runden ohne Probleme, sodass Vettel jubeln darf: "Aller guten Dinge sind drei! Wenn man mit so einem Ergebnis nach Hause fliegen kann, ist das wunderbar!"
"Leicht war es aber nicht", gibt der Sieger zu Protokoll. "Ich hatte einen guten Start, war neben Nico und habe dann gesehen, dass ich auch Mark noch holen kann. Ich habe es in der ersten Kurve gerade noch geschafft und aus der zweiten Kurve raus hatte Mark mehr Schwung, aber er kam zum Glück nicht vorbei. Danach ging es vor allem darum, einen Vorsprung herauszufahren. Mark und ich hatten meistens die gleiche Pace."
Red Bull mahnte Fahrer zur Vorsicht
Also war es im Interesse des Teams, keinen beinharten Zweikampf auszufechten: "Christian Horner hat uns am Funk ermahnt, keinen Unsinn zu machen", erklärt Webber. "Sebastian und ich haben schon gekämpft, aber er hat in den entscheidenden Momenten den besseren Job gemacht und deshalb gewonnen." Vettel nickt: "Wir haben bis zum Ende gegeneinander gekämpft, aber wir haben auch den nötigen Respekt voreinander."
"Es war wirklich verdammt heiß, es war ein unglaublich anstrengendes Rennen. Ich habe die Trinkflasche komplett leer gemacht", grinst Vettel verschwitzt. "Aber ich bin froh, dass es trocken geblieben ist. Der Schlüssel zum Sieg war sicher die Pace, aber es hat auch sonst alles funktioniert - die Reifen, die Boxenstopps und so weiter. Nach den enttäuschenden beiden Auftaktrennen ist das ein wichtiges Ergebnis. Wir sind zum Glück nicht in Panik verfallen."
Genauso einsam wie die Red Bulls zog dahinter auch Rosberg seine Runden, der mit 13,5 Sekunden Rückstand über die Ziellinie fuhr: "Ich habe am Start Mist gebaut, wollte zu viel und hatte Wheelspin", schildert der Deutsche. "Ich habe dann gleich erkannt, dass ich mit den Red Bulls nicht mithalten kann, insofern bin ich sehr zufrieden mit dem dritten Platz. Wir sind noch nicht da, wo wir hingehören, aber das war ein erster Schritt."
"Nicos WM-Punkte nach drei Rennen können sich sehen lassen", zieht Mercedes-Sportchef Norbert Haug eine Zwischenbilanz. "Unsere Strategie war Klasse, aber die roten Bullen waren nicht zu halten." Dennoch war für Mercedes nicht alles eitel Wonne: "Michael kam nach einem Superstart und Platzgewinnen durch einen Radmutterdefekt um eine gute Platzierung. Sorry, so etwas sollte nicht passieren. Wir stellen das ab."
Schumacher nach Topstart früh k.o.
Schumacher hatte sich in der ersten Runde vom achten auf den sechsten Platz verbessert, wobei ihm eine Position geschenkt wurde, weil Rubens Barrichello (Williams) zunächst stehen blieb. Der Comeback-Superstar fuhr anschließend ein sauberes Rennen ohne Fehler, lenkte seinen Silberpfeil jedoch nach neun absolvierten Runden in die Wiese. Was zunächst nach einer gebrochenen Radaufhängung aussah, stellte sich später als Replik des Vettel-Problems von Melbourne heraus.
"In Kurve sechs wurde das Auto auf einmal instabil und ließ sich kaum noch lenken. Nachher habe ich dann gesehen, dass die Radmutter nicht mehr da war", seufzt Schumacher, der weiterhin bei neun WM-Punkten hält. "Es hätte gut laufen können. Ich habe die Reifen geschont und bewusst Abstand zu Adrian gehalten, um vor dem ersten Stopp noch zulegen zu können. Man kann sich darüber ärgern oder nach vorne schauen und sagen: Das ist Part of the Game."
Die im Qualifying schwer geschlagenen McLaren- und Ferrari-Stars rollten indes von hinten das Feld auf, wobei Jenson Button früh ans Ende des Quartetts durchgereicht wurde. Am beeindruckendsten war Lewis Hamilton unterwegs: Der Brite schnappte sich Gegner um Gegner, während die Ferraris hinter den Toro Rossos stecken blieben. Erst mit Vitaly Petrov hatte Hamilton wegen des erstklassigen Renault-Topspeeds etwas mehr Mühe.
Verwarnung für Hamilton
Der Russe lieferte dem Ex-Weltmeister im Kampf um Platz neun einen heißen Kampf, konnte auf das erste Überholmanöver sogar kontern. Beim zweiten Mal ließ sich Hamilton die Butter vor der ersten Kurve nicht mehr vom Brot nehmen, allerdings musste er dafür zick-zack fahren - ein klarer Regelverstoß, weil die Linie im Zweikampf nur einmal gewechselt werden darf. Prompt wurde der McLaren-Pilot von der Rennleitung mittels schwarz-weißer Flagge verwarnt.
Im Finish steckte Hamilton dann hinter seinem Freund Adrian Sutil fest. Sutil hatte zu dem Zeitpunkt die verschlisseneren Reifen drauf, musste aber letztendlich keine einzige Attacke abwehren. "Ich kann ihm nicht folgen, er ist auf den Geraden zu schnell", ärgerte sich Hamilton am Funk. Somit ging sein Poker, nach einem langen ersten Stint in der Schlussphase voll zu attackieren, nicht ganz auf. "Sonst wäre mehr drin gewesen", glaubt Hamilton.
Sutil fuhr seinerseits ein blitzsauberes Rennen und verlor den möglichen vierten Platz bereits am Start, als er Robert Kubica (Renault) nach hartem, aber fairen Kampf passieren lassen musste. Kubica kam fünf Sekunden hinter Rosberg und 2,4 Sekunden vor Sutil ins Ziel. Siebter wurde Felipe Massa (Ferrari), der ein paar Runden zuvor Button überholt hatte - und nun mit zwei Punkten Vorsprung auf Vettel und Fernando Alonso die Fahrer-WM anführt!
Technische Probleme bei Alonso
Alonso lief nach einem späten Boxenstopp gerade auf Massa und Button auf, als seine Probleme beim Schalten immer akuter wurden - in jeder Kurve wurde der Motor kurz still. Doch der Spanier ließ sich davon nicht irritieren und lancierte einen Überraschungsangriff auf Button, als plötzlich Rauch aus dem Heck seines Ferrari kam und er den möglichen achten Platz verlor - Motorschaden. Mit zwei Runden Rückstand wurde er dennoch als 13. gewertet.
So rutschte Nico Hülkenberg noch in die Punkte, der mit seinem Williams zuvor den vermeintlich entscheidenden Zweikampf gegen Jaime Alguersuari (Toro Rosso) verloren hatte. Die Freude über Rang zehn hielt sich aber in Grenzen: "Ein Punkt ist okay, aber wir hatten uns mehr erhofft", meint der Formel-1-Rookie achselzuckend. "Der Start war nicht ideal, beim Stopp mussten wir das Lenkrad wechseln und die Reifen waren auch nicht perfekt."
Deutlich größer war die Freude bei Toro Rosso, denn Alguersuari (9.) und Sébastien Buemi (11.) lieferten eine herzerfrischende Show ab, zeigten tolle Überholmanöver und hielten zu Beginn sogar die Ferraris und Button im Schach. Klasse war vor allem die Attacke von Alguersuari gegen Hülkenberg, aber auch jene von Buemi gegen Barrichello, bei der es zwischen dem Toro Rosso und dem Williams sogar zu einer leichten Berührung kam.
Doppelausfall für Sauber
Die Schweiz blieb ohne Zählbares, denn die Sauber-Piloten kamen aufgrund von Motorschäden nicht ins Ziel - Pedro de la Rosa rollte schon am Vorstart aus, Kamui Kobayashi an elfter Stelle liegend in Runde neun. Weitere Ausfälle waren Timo Glock (Virgin) nach Kollision mit Jarno Trulli, Vitantonio Liuzzi (Force India) Vitaly Petrov (Renault) jeweils mit Defekt. Heikki Kovalainen (Lotus) kam nach einem langen Reparaturstopp ins Ziel, wurde mit zehn Runden Rückstand aber nicht gewertet.
Den Grand Prix der neuen Teams gewann beim Lotus-Heimrennen Lucas di Grassi (Virgin), der mit drei Runden Rückstand 14. wurde. Karun Chandhok und Bruno Senna bescherten HRT im dritten Rennen die erste doppelte Zielankunft, Trulli wurde 17. und damit Letzter in der Wertung. Der Abstand zwischen den etablierten und neuen Teams ist also weiterhin enorm, auch wenn er gestern im Qualifying erstmals zu schrumpfen schien.
In der Weltmeisterschaft führt nun nach drei von insgesamt 19 Rennen Massa mit 39 Punkten vor Alonso, Vettel (je 37), Button, Rosberg (je 35), Hamilton (31), Kubica (30) und Webber (24) - alles noch offen also mit dem neuen Wertungssystem. Bei den Konstrukteuren liegt weiterhin Ferrari (76) vorne, gefolgt von McLaren (66), Red Bull (61) und Mercedes (44). Weiter geht es am 18. April mit dem Grand Prix von China in Schanghai. -
Grand Prix von Malaysia: Rennen
Nico Rosberg holte beim Grand Prix von Malaysia in Sepang als Dritter den ersten Podiumsplatz für das MERCEDES GP PETRONAS Team; der Höhepunkt des Heimrennens von PETRONAS, dem Titelsponsor des Teams.
Nico startete als Zweiter, fiel um einen Platz zurück und war am Ende der ersten Runde Dritter. Bei seinem einzigen Boxenstopp in Runde 22 machte er bei einer Standzeit von 3,9 Sekunden eine Sekunde auf seinen Verfolger Robert Kubica gut. Anschließend fuhr er ein kontrolliertes Rennen und fuhr als Dritter ins Ziel, der dritte Podiumsplatz seiner Formel 1-Karriere.
Michael Schumacher fiel in der zehnten von 56 Runden aus, nachdem sich hinten links die Radmutter gelöst hatte.
NICO ROSBERG
„Der erste Podiumsplatz für unser Team und das beim Heimrennen unseres Titelsponsors PETRONAS ist ein tolles Ergebnis. Ich danke allen im Team für die harte Arbeit, an diesem Wochenende und bei der Vorbereitung im Winter.
Dieses Resultat ist eine erste Belohnung für unsere Anstrengungen. Ich freue mich, wieder auf dem Podium zu stehen und dass mich die Fans hier in Malaysia so toll unterstützt haben. Mein Start mit durchdrehenden Rädern war nicht so gut und nachdem ich Dritter war wusste ich, dass es schwierig werden würde, den beiden Führenden zu folgen. Bis zum Boxenstopp hatte ich leichte Probleme mit der weicheren Reifenmischung und konnte Robert Kubica deshalb zunächst nicht abschütteln. Nachdem wir auf die härteren Reifen gewechselt hatten lief es besser und ich fuhr den dritten Platz nach Hause.
Ein schöner Abschluss eines guten Wochenendes für unser Team. Wir sind noch nicht ganz da wo wir sein wollen und müssen weiter hart arbeiten, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden.“
MICHAEL SCHUMACHER
„Schade, dass ich das Rennen nicht beenden konnte; ich verlor die Radmutter hinten links. Deshalb wurde das Auto in Kurve sechs plötzlich instabil, ich konnte kaum noch lenken und hatte keinen Antrieb mehr. Ich vermutete zunächst einen Schaden an der Aufhängung, aber nachdem ich das Auto abgestellt hatte, sah ich, dass die Radmutter fehlte. So etwas geschieht sehr selten; beim Testen hatten wir keine derartigen Probleme und müssen das jetzt einmal analysieren. Natürlich wäre ich das Rennen gerne zu Ende gefahren und ich denke, dass ein ordentliches Ergebnis möglich war. Aber so ist der Motorsport. Es hat keinen Sinn, sich darüber aufzuregen, man muss das akzeptieren und nach vorne schauen. Immerhin holte Nico unseren ersten Podiumsplatz und ich freue mich für ihn und unser Team.“
ROSS BRAWN
„Das war ein sehr gutes Rennen von Nico und eine erstklassige Vorstellung, die ihm seinen dritten und dem MERCEDES GP PETRONAS Team den ersten Podiumsplatz im dritten Rennen einbrachte. Wir freuen uns, dass wir den ersten Podiumsplatz der neuen Silberpfeile hier in Malaysia erzielt haben, wo wir uns über eine Belohnung für unsere harte Arbeit mit unserem Titelsponsor PETRONAS freuen können. Glückwunsch an Nico zu seiner Leistung heute und am ganzen Wochenende. Michael war nach dem Start in einer guten Position und wir freuten uns auf ein gutes Rennen auch für ihn, aber leider kam es nicht dazu. Das Auto verlor eine Radmutter, ein Problem, das zuvor nie auftrat. Die Radmuttern werden in der Startaufstellung mehrmals geprüft; wir werden das untersuchen und eine Lösung finden.“
NORBERT HAUG
„Ein erstklassiges Rennen von Nico und unser erster Podiumsplatz, nachdem wir in unserem dritten Rennen erstmals aus der ersten Reihe gestartet waren.
Das Team hatte eine perfekte Strategie, Nico machte keinen Fehler und sicherte diesen ersten und für uns historischen Podiumsplatz beim Heimrennen unseres Titelpartners PETRONAS. Unser Abstand zu den beiden Red Bull vor Nico war immer noch beträchtlich und wir alle wissen, dass noch mehr Arbeit vor uns liegt um aufzuholen. Aber wir arbeiten sicher in die richtige Richtung und die Punktestände nach drei Rennen sehen ganz ordentlich aus.
Für Michael tut es mir Leid; er hatte einen guten Start und fuhr an sechster Position, als sich eine Radmutter löste, was sein Rennen beendete. Wir werden hart und konzentriert arbeiten um sicherzustellen, dass unser Auto künftig vollkommen zuverlässig ist und Schritt für Schritt schneller wird.
Nach Melbourne hatten Nico und das Team erneut den schnellsten Boxenstopp, das ist für unsere Jungs eine Anerkennung und meist sehr wichtig, um die richtige Anzahl an WM-Punkten zu holen. Glückwunsch an Sebastian Vettel und Red Bull Racing zu ihrem ersten und wohl verdienten Sieg 2010. Seb war hier die Klasse des Feldes.“ -
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Großer Preis von China / Schanghai
Im Jahr 2004 feierte die Formel 1 ihr Debüt in China. In der Sumpflandschaft Anting, eine Stunde vom Stadtkern Schanghais entfernt, entstand der neue Shanghai International Circuit. Auf 5,451 Kilometern Länge konstruierte der Aachener Streckenarchitekt Hermann Tilke den anspruchsvollen Rundkurs, der sieben Links- und neun Rechtskurven umfasst.
Der Streckenverlauf ist an die Form des chinesischen Schriftzeichens "Shang" angelehnt, das übersetzt "hoch oben" bedeutet. Die längste Gerade befindet sich zwischen den Kurven 13 und 14. Dort können die Fahrer über 1,3 Kilometer lang Vollgas geben und erreichen dabei eine Höchstgeschwindigkeit von über 310 km/h.
Einmalig im Formel-1-Zirkus: Die erste Kurve nach Start und Ziel bildet einen fast vollständigen 360-Grad-Kreis und wird im Verlauf immer enger und langsamer. Die richtige Linienwahl ist hier ebenso entscheidend wie schwierig. Ihren Namen ("Schneckenkurve") hat sie, weil die Kurve von oben betrachtet an eine Schnecke erinnert.
Ein großer Vorteil der Strecke ist ihre Multifunktionalität. Sämtliche Formelserien, Sport- und Tourenwagenrennen, Motorradläufe und Markenpokale können in Schanghai ausgetragen werden. Die Architektur der Gebäude, die auf dem Streckengelände errichtet wurden, ist in hohem Maße an die chinesische Geschichte, Natur und Technologie angelehnt.
Einziger Kritikpunkt der Formel-1-Gemeinde an der beeindruckenden Anlage ist, dass das Fahrerlager so modern und großzügig gestaltet wurde, dass es fast schon zu groß ist - die meisten Fahrer verwenden daher einen Roller, um von A nach B zu kommen... -
Großer Preis von China - Vorschau
Die Formel 1-Weltmeisterschaft 2010 wird mit dem Grand Prix von China vom 16. bis 18. April in Schanghai, vierter WM-Lauf der Saison, fortgesetzt.
NICO ROSBERG
„Die Rennstrecke von Schanghai ist eine tolle Herausforderung für die Fahrer. Es gibt auf den beiden langen Geraden gute Überholmöglichkeiten, dazu eine interessante Mischung unterschiedlicher Kurven, von denen mir besonders die Hochgeschwindigkeitsabschnitte gefallen. Das Wetter in Schanghai wird nicht so warm wie bei den bisherigen Rennen, aber es könnte ziemlich unberechenbar sein – es steht uns also wieder ein interessantes Wochenende bevor. Die Zuschauer in China sind sehr begeisterungsfähig und Schanghai ist eine tolle Stadt. Ich freue mich jedes Jahr auf unseren Besuch hier. Nach meinem ersten Podiumsplatz für unser Team beim letzten Rennen in Malaysia freue ich mich darauf, meine Reihe guter Resultate in China fortzusetzen.“
MICHAEL SCHUMACHER
„Mit Schanghai liegt ein sehr spannendes Rennen vor uns, denn in China ist die Begeisterung für Mercedes und damit die Unterstützung der Fans sehr groß. Ich gehe davon aus, dass sie nicht enttäuscht sein werden. Wir waren ja auch in Malaysia sehr vernünftig aufgestellt, und vielleicht spielen uns die Umstände ja auch in China wieder in die Hände. Ich freue mich auf dieses Rennen, denn die Lust am Wettkampf hat mich wieder voll gepackt. Zwar sind vor allem die letzten beiden Rennen ein wenig unglücklich gelaufen für mich, aber ich kenne ja die Bedingungen, unter denen sie zustande gekommen sind. Und wenn man die Details genauer betrachtet, komme ich nach wie vor zur Einschätzung, dass ich in meinem Plan liege - ich weiß ja, wie die Dinge in der Formel 1 laufen können. Man kann nur schrittweise voran gehen, und ich bin da sehr zuversichtlich.“
ROSS BRAWN
„Unser erster Podiumsplatz durch Nico beim Heimrennen unseres Titelsponsors PETRONAS in Malaysia war sehr zufriedenstellend und ein Ansporn für das Team. Auch für Michael lief das Wochenende gut und er wird von Mal zu Mal schneller, auch wenn er in Melbourne und Sepang durch Umstände gebremst wurde, die er nicht zu vertreten hatte. Wir wollen uns in China weiter steigern; gerade für Michael wäre ein problemloses Rennen wichtig, so dass jeder sehen kann, welche Fortschritte er seit Saisonbeginn gemacht hat. Das Team hat bei allen drei Rennen seit Bahrain sehr gut gearbeitet und besonders mit dem schnellsten Boxenstopp der bisherigen Saison bei Nico in Malaysia einen tollen Job gemacht. Abgesehen von dem Problem mit der Radmutter in Malaysia war unser Auto zuverlässig und ich bin mit der Leistung unserer beiden Fahrer sehr zufrieden. In Anbetracht des Leistungsstandes unserer Autos sind unsere Ergebnisse ordentlich, doch wir bleiben realistisch und wissen, dass wir für den Kampf ganz vorne noch nicht schnell genug sind. Damit sind wir nicht glücklich und wir arbeiten so hart es geht, um die Lücke zu schließen.“
NORBERT HAUG
„Der Grand Prix von China findet seit 2004 statt und gehört zu den meistbeachteten Veranstaltungen im Formel 1-Kalender. Für Mercedes-Benz ist China ein enorm wichtiger Markt, auf dem wir zum Beispiel mehr unserer S-Klasse Fahrzeuge verkaufen als in jedem anderen Land der Welt. Die außerhalb von Shanghai gelegene Rennstrecke stellt umfangreiche Anforderungen an Fahrzeug, Fahrer und Team. Es gibt sowohl schnelle Kurven wie engere Biegungen und zwei Haarnadelkurven, eine davon vor Start und Ziel. In Schanghai gibt es laut Langzeit-Wettervorhersage nicht wie zuletzt in Malaysia eine Wahrscheinlichkeit für Regen. So oder so, wir werden versuchen ein gutes Ergebnis zu schaffen und parallel dazu unser technisches Paket für die nächsten Rennen schrittweise zu verbessern.“ -
Red Bull dominiert weiter: Pole für Vettel!
In einem hochdramatischen Qualifying in China setzte sich Sebastian Vettel vor Mark Webber und Fernando Alonso durch - Michael Schumacher nur Neunter
(Motorsport-Total.com) - Die Dominanz von Sebastian Vettel hält weiter an: Der Red-Bull-Pilot sicherte sich im heutigen Qualifying zum Grand Prix von China, dem insgesamt vierten der Saison, zum vierten Mal en suite die Pole-Position. Die Art und Weise, wie Vettel bei trockenen Bedingungen trotz starker Konkurrenz wieder ganz nach vorne fuhr, war diesmal absolut atemberaubend.
Denn eigentlich war Lewis Hamilton als Topfavorit ins Top-10-Finale gegangen, aber der bisherige Dominator dieses Wochenendes konnte im entscheidenden Moment nicht genug zulegen und musste daher nur mit Platz sechs Vorlieb nehmen. Dabei hatte der McLaren-Pilot bei der zweiten Zwischenzeit seiner letzten Runde noch neun Tausendstelsekunden Vorsprung auf Vettel - es spricht für die Dramaturgie, dass er am Ende trotzdem nur Sechster wurde.
Fantastische letzte Runde
Vettel packte im letzten Run eine Zauberrunde aus, fuhr Bestzeit im ersten und dritten Sektor und schob sich vom dritten auf den ersten Platz nach vorne. Schlussendlich war es nicht einmal eine knappe Entscheidung - der Vorsprung auf Teamkollege Mark Webber betrug 0,248 Sekunden. "Sebastian ist wirklich in Topform. Es sieht immer so aus, als würde Mark eine Chance haben, aber im entscheidenden Moment gibt er ihm wieder eins auf die Mütze", analysiert Mercedes-Testfahrer Nick Heidfeld.
Für Vettel selbst war die heutige Pole-Position aber ein Kraftakt: "Es war schwierig", gesteht er. "Gestern war ich nicht ganz zufrieden, auch heute Morgen war Mark eine ganze Ecke schneller als ich. Vor allem im ersten Sektor habe ich Zeit verloren, aber in der letzten Runde fuhr ich dort Bestzeit. Klasse! Die erste Runde war schon gut und die zweite war wirklich stark. Jetzt kann man wirklich sagen, dass wir unabhängig vom Streckentyp schnell sind."
"Die Runde von Sebastian", muss sogar der geschlagene Webber einsehen, "war wirklich stark, aber ich bin mit meiner auch nicht unzufrieden. Das Wichtigste ist, dass wir wieder in der ersten Reihe stehen." Genau wie zuletzt in Malaysia, als der Australier vom ersten Platz losfuhr. Vor zwei Wochen verlor er jedoch das Startduell gegen seinen Teamkollegen in der ersten Kurve - diesen Spieß möchte er morgen umdrehen, um endlich den ersten Saisonsieg zu feiern.
Vettel: Keine Angst vor Regen
Aus Teamsicht ist Red Bull hervorragend aufgestellt, sodass es genau wie im Vorjahr einen Doppelsieg geben könnte. Damals herrschten widrige Wetterbedingungen, wie sie auch für morgen vorhergesagt werden. Regenspezialist Vettel nimmt das aber recht gelassen: "Es wird sicher regnen, die Frage ist nur wann", grinst der Vorjahressieger. "Ich habe an Regenrennen in Schanghai ja sehr schöne Erinnerungen..."
Dritter wurde Ferrari-Pilot Fernando Alonso (+0,355), der im Finish eine überraschend starke Runde aus dem Hut zauberte, aber angesichts der Red-Bull-Überlegenheit nicht allzu erfreut sein konnte: "Das ist das Maximum unseres Potenzials", muss der zweifache Weltmeister einsehen. "Ich glaube, in der Rennpace sind wir besser, aber im Qualifying ist Red Bull einfach schneller. Insofern kann ich mit dem dritten Platz zufrieden sein."
Das McLaren-Stallduell spielte sich im Endeffekt in der dritten Reihe ab und ging diesmal - trotz Schaltproblemen - um 55 Tausendstelsekunden an Jenson Button. Hamilton konnte sich jedoch nicht erklären, warum er nach Bestzeiten in Q1 und Q2 in der Entscheidung nicht mehr ganz vorne dabei war. Anscheinend setzte sein Silberpfeil zu stark auf dem Boden auf und begann auch auf einmal zu rutschen: "In Q1 und Q2 war das Auto besser", schimpft der 2008er-Champion.
Rosberg wieder klar vor Schumacher
Bei Mercedes hatte erneut Nico Rosberg die Nase vorne, diesmal um eine Dreiviertelsekunde vor Michael Schumacher. Im Stallduell gegen den siebenfachen Weltmeister stellte er damit auf 4:0. "Das ist eine gute Steigerung für uns, ein Schritt in die richtige Richtung. Damit bin ich sehr zufrieden", sagt Rosberg und zeigt sich selbstbewusst: "Ein Podium muss auf jeden Fall drin sein!" Auf Alonso fehlte ihm schon heute nur eine Hundertstelsekunde.
Ein Grund für den Zeitunterschied im Mercedes-Stallduell könnte sein, dass Schumacher dem neuen Heckflügel vertraute, während Rosberg vermeintlich auf die alte Version zurückrüsten ließ. Doch der 41-Jährige will das nicht als Ausrede gelten lassen: "Wir waren zu langsam, haben die Balance nicht hinbekommen. Nico hat auf den anderen Flügel zurückgewechselt, aber das hätten wir ja auch tun können." Später stellte sich heraus: Auch Rosberg fuhr die neue Variante.
Ebenfalls in den Top 10 landeten Felipe Massa (7./+0,622), der mit seinem Ferrari in der Zielkurve weit jenseits der Ideallinie war, Robert Kubica (Renault/8.) und Adrian Sutil (Force India/10.), der Vitantonio Liuzzi teamintern ohrfeigte, weil der Italiener schon in der ersten Session ausschied. Sutil ist damit einer von nur fünf Fahrern, die bisher immer im Top-10-Finale waren, obwohl er sagt: "Schanghai ist für uns keine ideale Strecke."
Buemi von Alguersuari geschlagen
Bereits in Q2 - Schumacher zitterte sich mit 0,033 Sekunden Vorsprung auf Rubens Barrichello (Williams) durch diese Runde - hatte es unter anderem Sébastien Buemi (Toro Rosso/13.), die beiden Sauber-Piloten und Nico Hülkenberg (Williams) erwischt. Letzterer war darüber sauer: "Ich bin nicht wirklich zufrieden mit Platz 16. Ich bin zu weit hinter Rubens, trotz des Fehlers in der letzten Kurve." Fast eine Sekunde fehlte dem jungen Deutschen auf den Routinier.
In Q1 waren wie erwartet die sechs Fahrer der neuen Teams, von denen diesmal Timo Glock (Virgin) am schnellsten war, ausgeschieden. Heikki Kovalainen (Lotus/21.) leistete sich ebenso wie Karun Chandhok (HRT/24.) einen Dreher, auch Pedro de la Rosa (Sauber) war einmal neben der Strecke. Der Spanier hatte aber noch eine Runde zur Verfügung und schaffte mit ein bisschen Bauchweh den Aufstieg in die nächste Runde.
Naturgemäß ist Red Bull angesichts der Startaufstellung nun klar zu favorisieren, doch morgen kann alles passieren, wenn es wirklich wie vorhergesagt zu regnen beginnen sollte. Außerdem ist unklar, ob Vettel und Webber im Rennen genauso überlegen sind wie im Qualifying - der Papierform nach müssten Alonso und Hamilton auf die längere Distanz etwas besser aussehen als heute. Auf jeden Fall ist ein spannender China-Grand-Prix garantiert. -
McLaren weltmeisterlich: Doppelsieg im Regenchaos!
Der Cleverste (Button) gewinnt den Grand Prix von China vor dem Schnellsten (Hamilton) - Rosberg Dritter, Polesetter Vettel diesmal nur Sechster
(Motorsport-Total.com) - Wer geglaubt hat, dass es nach Australien und Malaysia keine Steigerung der Dramaturgie mehr geben kann, der wurde heute beim Grand Prix von China eines Besseren belehrt. Denn in einem der wohl ereignisreichsten Rennen der Formel-1-Geschichte gab es so viel Action und Überholmanöver wie schon lange nicht mehr.
Den besten Durchblick hatte bei unglaublich schwierigen Regenbedingungen einmal mehr Jenson Button, der genau wie in Australien die cleversten Entscheidungen traf, sich keine Fehler erlaubte und dafür mit dem Sieg belohnt wurde. Sein McLaren-Teamkollege Lewis Hamilton imponierte indes mit einer weiteren Demonstration seines sensationellen Speeds auf nasser Strecke und brachte für die britischen Silberpfeile einen verdienten Doppelsieg nach Hause.
Schumacher im Regen ohne Chance
Bester Deutscher war nach 56 turbulenten Runden Nico Rosberg (Mercedes), der seinen dritten Platz von Malaysia wiederholen konnte. Der einstige "Regenkönig" Michael Schumacher im zweiten Werks-Silberpfeil musste sich im Kampf mit den "jungen Wilden" der Formel 1 hingegen erneut geschlagen geben und kam als Zehnter ins Ziel. Immerhin bedeutete das bei seinem vierten Auftritt seit dem Comeback zum dritten Mal WM-Punkte.
Dass es ein munterer Nachmittag werden könnte, zeichnete sich schon Minuten vor dem Start ab, als es wie erwartet zu regnen begann. Zunächst handelte es sich jedoch nur um ein paar Tropfen, sodass die meisten Piloten unbesorgt auf Slicks losfuhren. Den Mut, mit Intermediates zu zocken, hatte nur Timo Glock (Virgin), aber der Deutsche kam während der Aufwärmrunde nicht vom Fleck weg und musste an die Box geschoben werden.
Den besten Start erwischte Fernando Alonso (Ferrari), der vom dritten Platz aus in Führung ging und vor Mark Webber und Sebastian Vettel in die erste Kurve einbog - bei Red Bull kam es teamintern zu einer Verschiebung. Doch die Freude über die Führung war bei Ferrari nur von kurzer Dauer, denn Rennleiter Charlie Whiting erkannte sofort, dass Alonsos Raketenstart nur zustande kam, weil er schon vor dem Erlöschen der roten Ampel in Bewegung war.
Und das Chaos beginnt...
Hinter den Top 3 reihten sich zunächst Rosberg, Button, Hamilton, Felipe Massa (Ferrari), Schumacher und Adrian Sutil (Force India) ein, letzterer verlor aber früh zwei Positionen an die Renault-Piloten Robert Kubica und Vitaly Petrov. Sutil wagte jedoch einen Poker - genau wie Rubens Barrichello (Williams) und Jaime Alguersuari (Toro Rosso) - und kam schon am Ende der ersten Runde an die Box. Das schien zunächst eine goldrichtige Entscheidung zu sein.
Denn wegen einer Kollision war das Safety-Car auf der Strecke: Vitantonio Liuzzi (Force India) hatte beim Anbremsen einer Rechtskurve sein Auto außer Kontrolle verloren und räumte beim Einlenken Sébastien Buemi (Toro Rosso) und Kamui Kobayashi (Sauber) ab. Während der Safety-Car-Phase kamen dann auch alle anderen an die Box - bis auf sechs Fahrer: Rosberg, der damit die Führung übernahm, Button, Kubica, Petrov, Pedro de la Rosa (Sauber) und Heikki Kovalainen (Lotus).
In der vierten Runde wurde das Rennen wieder freigegeben. Kurzzeitig sah es so aus, als könnte Sutil profitieren, der in der gedachten Wertung des Intermediate-Feldes in Führung lag. Aber es kam anders: Der Regen ließ nach - und auf einmal machte sich das Risiko der Spitzenreiter bezahlt, auf einen Wechsel verzichtet zu haben, weil Sutil und alle anderen wieder an die Box kommen mussten, um von Intermediates zurück auf Trockenreifen zu wechseln!
Führungstrio mit Riesenvorsprung
Was folgte, war ein unglaublich ereignisreiches Chaos, das von Überholmanövern, Boxenstopps und wechselnden Kräfteverhältnissen geprägt war. Fahrer, die im einen Moment noch mühelos durch das Feld pflügten, wurden ein paar Minuten später schon wieder nach hinten durchgereicht, weil die Bedingungen so schnell wechselten. Nur die Führenden setzten sich sukzessive vom Rest ab und bauten ihren Vorsprung auf über 40 Sekunden (!) aus.
Für eine der kurioseren Szenen sorgte in jener Phase Massa, als er in der Boxeneinfahrt von der Strecke abkam und genau wie Hamilton 2007 durch das Kiesbett rödelte, zum Glück aber nicht stecken blieb. Hamilton selbst fiel auf, als er sich so spät für den Boxenstopp entschied, dass er schon an der normalen Einfahrt vorbei war und stattdessen in der letzten Kurve die Strecke verließ und über die Wiese abbiegen musste!
Apropos Boxenstopps: Vettel musste sich einmal hinter Webber anstellen, Alonso fuhr hinter Massa rein - und Hamilton und Vettel gerieten beinahe aneinander, als sie nebeneinander durch die Boxengasse fuhren. Die Rennleitung kündigte eine (bisher ergebnislose) Untersuchung dieses Zwischenfalls an. Schumacher, der zwischenzeitlich schon Sechster war, fiel dann auf der Strecke wieder zurück, wurde unter anderem auch von Hamilton und Vettel überholt.
Umstrittene zweite Safety-Car-Phase
So etwas wie Ordnung kam dann erst wieder in den Grand Prix, als Alguersuari wegen eines losen Frontflügels Wrackteile in der Boxengasse verteilte und damit das Safety-Car ein zweites Mal aktivierte. Kurz zuvor hatte es bereits einen Führungswechsel gegeben, weil sich Rosberg nach einem kleinen Ausritt in der Haarnadelkurve gegen Button nicht zur Wehr setzen konnte - möglicherweise eine rennentscheidende Szene, wie sich später herausstellen sollte.
Für das Spitzenquartett - nur wenige Sekunden hinter Button und Rosberg lagen auch die beiden Renaults noch in Schlagdistanz - bedeutete die umstrittene Safety-Car-Phase natürlich, dass über 40 Sekunden Vorsprung mit einem Schlag dahin waren. "Als das Safety-Car wegen der Teile auf die Strecke kam, habe ich mich grün und blau geärgert, denn auf einmal war unser ganzer Vorsprung weg", erinnert sich Button.
Aber der amtierende Weltmeister behielt kühlen Kopf und leistete sich keinen Fehler mehr - auch nicht beim Restart, vor dem er so stark zusammenbremste, dass auf der Strecke beinahe zu wenig Platz gewesen wäre. Ebenfalls beim Restart kam es zu einer Berührung zwischen Hamilton und Webber, durch die Webber in der Zielkurve von der Strecke gedrängt wurde. Der Australier schimpfte am Boxenfunk: "Habt ihr das gesehen?"
Tolle Überholmanöver von Hamilton
Hamilton ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und fightete sich stattdessen auf gewohnt unwiderstehliche Art und Weise nach vorne. Als er früher als Button und Rosberg an die Box kam, um einen frischen Satz Intermediates abzuholen, gewann er gegen Rosberg noch einmal eine Position - und die McLaren-Doppelführung war perfekt. Die beiden britischen Silberpfeile setzten sich von da an auch mühelos vom Rest des Feldes ab.
Interessant war, dass Hamilton in jener Phase nicht weiter zulegen, sondern Button den Vorsprung sogar vergrößern konnte. Der Brite setzte sich bis zu zehn Sekunden ab, ehe er in den letzten Runden dramatisch Tempo rausnahm, weil auch der neue Reifensatz stark an Profil einbüßte und es in den letzten beiden Runden wieder stärker zu regnen begann. "Das war nur noch eine einzige Rutschpartie", grinste Hamilton nachher.
Riesenjubel bei Sieger Button
Button rettete am Ende 1,5 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie und plärrte anschließend in den Boxenfunk: "Diesen Sieg verdienen wir uns - und zwar richtig!" Bei der FIA-Pressekonferenz wirkte er schon wieder gefasster: "Am Ende hatte ich ein ganz gutes Gefühl", so der Dritte von Schanghai 2009. "Es war zwar mit dem Aquaplaning ein irrer Kampf, die richtige Linie zu fahren und keine Fehler zu machen, aber das kann ich sehr gut."
Hamilton ritt keine ernsthafte Attacke mehr, gab sich mit dem zweiten Platz zufrieden und gratulierte seinem Teamkollegen: "Jenson hat eine unglaubliche Leistung abgeliefert und die Reifensituation am besten gemanagt. Er verdient diesen Sieg", so der Brite. "Ich habe mich am Anfang sehr spät entschieden, die Reifen zu wechseln, aber dann konnte ich mich nach vorne kämpfen." Eine Strafe wegen des Vettel-Duells in der Boxengasse erwartet er nicht: "Ich glaube, das war fair."
Rosberg verteidigte seinen dritten Platz im Finish gegen den von hinten heranstürmenden Alonso, der trotz Durchfahrstrafe wegen Frühstarts und vier weiteren Boxenstopps seinen Teamkollegen Massa klar im Griff hatte und mit seiner fahrerischen Klasse ein schlechtes Ergebnis zu verhindern wusste. Fünfter wurde Kubica, gegen den Vettel am Schluss keine echte Chance mehr hatte. Elf Sekunden trennten die beiden auf der Ziellinie.
Vettels Enttäuschung nicht allzu groß
"Es war eine Lotterie", seufzt Vettel, der aber genau weiß, dass ein solches Rennen auch ganz anders ausgehen kann: "Unterm Strich ein paar Punkte mitzunehmen, ist in so einem Rennen wichtig. Wir hatten den Speed, um etwas weiter vorne zu sein, aber man hat eben vieles richtig und falsch machen können heute. Es hätte heute noch viel schlimmer sein können." Trotzdem: Eine Wiederholung des Regen-Doppelsiegs von Schanghai 2009 gelang Red Bull heute bei weitem nicht.
Rosberg lag zu Beginn ohne Boxenstopp lange in Führung und ist mit Rang drei zufrieden: "Das war eine gute Entscheidung, sicher auch mit ein bisschen Glück. Wenn es ein bisschen mehr geregnet hätte, hätte es auch in die Hose gehen können", sagt er über die Anfangsphase. "Am Ende hatte ich dann etwas verschlissenere Reifen als die McLarens, sodass ich ihren Speed nicht gehen konnte, aber insgesamt war das heute ein Schritt in die richtige Richtung und ein gutes Ergebnis."
Teamkollege Schumacher, einst als "Regengott" gefeiert, wurde indes immer weiter nach hinten durchgereicht. In der Schlussphase musste er sich mit abgefahrenem Profil auch noch von Petrov und seinem Freund Massa demütigen lassen, sodass es nur ein einziger WM-Punkt wurde. Offenbar hatte der 41-Jährige Schwierigkeiten damit, das Potenzial der Reifen richtig einzuschätzen und zu nutzen, wie er selbst zugeben muss.
Schumacher nach P10 selbstkritisch
"Es war ein Pokerspiel, vor allem hinsichtlich der Reifen. Das war für mich das Schwierigste", analysiert der siebenfache Weltmeister und gesteht selbstkritisch: "Dennoch muss man sagen: Ich habe einfach keinen guten Job gemacht. Ich habe die Reifen zu hart rangenommen und hatte am Ende quasi nur noch Slicks drauf. Es hat Spaß gemacht, wieder mit Felipe zu fighten, aber im Endeffekt war es ziemlich hoffnungslos."
Norbert Haug nimmt Schumacher aber weiter in Schutz: "Wenn das Auto mehr gekonnt hätte, hätte er auch mehr gekonnt. Da war das Auto das Limit", so der Mercedes-Sportchef. "Er wird noch starke Rennen bei uns abliefern, keine Angst! Er hat das Autofahren nicht verlernt, sondern wir haben das Auto noch nicht hingebracht. Bis Barcelona werden wir das klären. Michael stellt sich dem Wettbewerb, obwohl er das gar nicht nötig hätte."
Einer der unbesungenen Helden des heutigen Tages war Petrov, der lange Zeit an vierter Stelle lag, am Ende mindestens Sechster hätte werden können, aber wegen eines Drehers zwei Positionen verlor. Auch Lotus sorgte zwischenzeitlich für Jubel bei Teamchef Tony Fernandes, als Kovalainen dank des richtigen Riechers zu Beginn in den Punkterängen mitmischte - wegen des fehlenden Speeds des Autos natürlich nur für wenige Runden.
Keine Sensation durch Sutil
Regenspezialist Sutil, für den anfangs ganz kurz sogar eine Sensation möglich schien, konnte während des Rennens nur selten den Speed gehen, den man bei solchen Bedingungen eigentlich von ihm gewohnt ist. Platz elf nahm er achselzuckend zur Kenntnis. Auch Barrichello, der im Windschatten des Deutschen über die Ziellinie fuhr, dürfte mit seinem Ergebnis nicht zufrieden sein, ebenso wenig wie Nico Hülkenberg (Williams), dessen später Poker mit Slicks völlig in die Hose ging.
Nicht ins Ziel kamen die beiden Virgin-Piloten, wobei Lucas di Grassi zumindest ein paar Testrunden drehte, de la Rosa, dessen Sauber wieder einmal Rauch spuckte, Jarno Trulli (Lotus), der mit Hydraulikproblemen aufgeben musste, sowie das Trio mit der Karambolage in der ersten Runde. Dass es bei derart schwierigen Bedingungen nicht mehr Ausfälle gegeben hat, spricht für die fahrerische Klasse der 24 Formel-1-Stars.
In der Weltmeisterschaft geben nun diejenigen den Ton an, die im Vorfeld teamintern eigentlich jeweils als Nummer zwei eingeschätzt wurden: Button (60 Punkte) führt als einziger Pilot mit zwei Saisonsiegen vor Rosberg (50). Erst dahinter folgen Alonso, Hamilton (je 49), Vettel (45), Massa (41) und Kubica (40). Schumacher (10) ist Gesamtzehnter. Bei der Konstrukteuren liegt McLaren (109) vor Ferrari (90) und Red Bull (73). -
Großer Preis von China - Rennen
MERCEDES GP PETRONAS Fahrer Nico Rosberg belegte beim Grand Prix von China in Schanghai den dritten Platz, holte damit seinen zweiten Podiumsplatz in Folge nach Platz drei vor zwei Wochen in Malaysia und verbesserte sich in der Fahrerwertung nach vier von 19 Rennen auf Platz zwei mit 50 Punkten.
Damit liegt er zehn Zähler hinter Schanghai-Sieger und Spitzenreiter Jenson Button im Vodafone McLaren Mercedes (60 Punkte). MERCEDES GP PETRONAS liegt in der Konstrukteurswertung mit 60 Punkten auf Platz vier; es führt McLaren Mercedes mit 109 Zählern.
Bei wechselnd starkem Regen und schwierigen Bedingungen trafen das Team und Nico die richtigen Entscheidungen. Er blieb anfänglich auf Slicks draußen, führte ab Runde drei für 16 Runden und wechselte auf Intermediates, als es stärker regnete. Michael Schumacher legte vier Boxenstopps ein und wurde bei zunehmendem Regen gegen Ende des Rennens und mit nachlassenden Intermediates Zehnter.
In Sieger Button, seinem Teamkollegen Lewis Hamilton auf Rang zwei und Nico als Drittem standen erstmals seit dem Grand Prix von England 1955 drei Fahrer mit Mercedes-Benz Motor auf dem Podium. Damals hatten Mercedes-Fahrer sogar die ersten vier Plätze belegt: Stirling Moss vor Juan Manuel Fangio, Karl Kling und Piero Taruffi.
NICO ROSBERG
„Zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium – das ist toll. Es war ein ereignisreiches Rennen und wir trafen die richtigen Entscheidungen, das war die Grundlage für unser gutes Ergebnis. Auf den Rat meines Renningenieurs Jock Clear und des Teams entschied ich mich dafür, beim ersten Regenschauer mit Slicks draußen zu bleiben. Ich hoffte nur, dass der Regen wieder aufhören würde und so kam es und es war ein schönes Gefühl, das Rennen anzuführen. Als es erneut zu regnen begann, hatte ich große Probleme mit der Abnutzung meiner Intermediates und Jenson Button kam vorbei. Unser Speed mit Intermediates reichte nicht ganz, dennoch ist Platz drei ein super Ergebnis und wir machten an diesem Wochenende erneut einen Schritt in die richtige Richtung. Das Team hat noch mehr in petto und ich habe nach dritten und zwei fünften Plätzen sowie Rang zwei in der Fahrer-WM eine gute Ausgangsposition für die Europasaison.“
MICHAEL SCHUMACHER
„Das war heute eines der Rennen, die man schnell vergessen möchte, und das gilt für das ganze Wochenende. Es war nicht gut für mich und nicht gut von mir. Ich akzeptiere es als eine weitere Erfahrung, auch wenn es enttäuschend war, dass ich meine Reifen nicht besser zum Funktionieren brachte. Meine Strategie dabei war nicht sehr beeindruckend, denn in den letzten zehn Runden kamen mir meine Reifen mehr wie Slicks vor als wie Intermediates. Ich wechselte als einer der ersten Fahrer auf den letzten Reifensatz, da wäre eine andere Entscheidung wohl besser gewesen. Ich hatte zwar ein paar schöne Zweikämpfe, die Spaß machten, aber mein letzter Boxenstopp war einfach zu früh und so konnte ich am Ende nichts tun und kämpfte auf verlorenem Posten.
Glückwunsch an Nico zu seinem Podiumsplatz, wenigstens einer von uns holte ordentlich Punkte. Ich freue mich jetzt auf die Heimreise – schauen wir mal, ob wir das hinbekommen.“
ROSS BRAWN
„Nico fuhr unter schwierigen Bedingungen ein sehr gutes Rennen, das Team traf die richtigen strategischen Entscheidungen und machte bei seinen Boxenstopps keinen Fehler. Hinter dem Safety Car verloren wir leider unseren Vorsprung teilweise wieder, doch insgesamt war es ein toller Tag und eine super Leistung von Nico. Für Michael lief es nicht ganz so gut, doch immerhin holte er einen Punkt. Es gab ein paar Probleme mit dem Reifenverschleiß und damit dem Speed seines Autos, die wir bis zum nächsten Rennen analysieren müssen. Noch haben wir das Auto nicht ganz da, wo wir es haben wollen, aber wenn es soweit ist, können wir ganz vorne mitfahren.“
NORBERT HAUG
„Ein gutes Resultat für Nico und jeden bei MERCEDES GP PETRONAS. Glückwunsch an alle unsere Teammitglieder zum zweiten Podiumsplatz in Folge mit zwei dritten Plätzen für Nico und unser Team. Nico ist jetzt nach vier Rennen Zweiter in der Formel 1-Fahrerweltmeisterschaft und sicher einer der bemerkenswertesten Fahrer dieser jungen Saison. Gratulation an unsere Freunde von Vodafone McLaren Mercedes und an Jenson und Lewis zu ihrem Doppelsieg. Dies ist der 70. Sieg für ein Fahrzeug mit Mercedes-Motor seit Melbourne 1997 - hier in China in diesem für Mercedes-Benz so wichtigen Markt. Ein besonderer Dank im Namen des Vorstandes und von meiner Seite an alle so hart arbeitenden Mitarbeiter bei Mercedes-Benz High Performance Engines in Brixworth und Stuttgart. Tolle Arbeit von Euch allen! Leider war es für Michael kein gutes Rennwochenende. Wir werden die Probleme untersuchen und ich bin überzeugt, wir werden eher früher als später viel bessere Ergebnisse von ihm sehen.” -
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Norbert Haug im Interview mit Spiegel Online
Das Interview erschien am 16. April 2010 im Spiegel Online
SPIEGEL ONLINE: Herr Haug, Nico Rosberg hat bislang alle drei Rennen vor Michael Schumacher beendet, liegt in der Fahrerwertung klar vor seinem Teamkollegen. Beide fahren doch das gleiche Auto, wieso dominiert Rosberg in dieser Deutlichkeit?
Norbert Haug: Wer in drei Rennen wie Michael Schumacher einmal - wenn auch unabsichtlich - von der Strecke gerempelt wird, und einmal technikbedingt ausfällt, kann schwerlich so viele Zähler holen wie sein Teamkollege, der dreimal durchfährt und dabei jeweils das bestmögliche Resultat sichert. Exakt das hat Nico dreimal in Folge geschafft, was überzeugend für seine Klasse spricht.
SPIEGEL ONLINE: Die hat Schumacher zweifellos auch, doch letztlich zählen nur die Ergebnisse. Und die können Ihnen doch nicht gefallen?
Haug: Mir gefällt und imponiert Michaels Leistung - ohne jegliche Einschränkung. Er war Sechster bei seinem ersten Rennen nach über drei Jahren Formel 1-Abstinenz. Er fuhr beim zweiten Rennen als Vierter in die erste Kurve und wurde Opfer einer Kollision, verbrachte dann während des Rennens insgesamt fast anderthalb Minuten an der Box.
Der Sieger war weniger als eine halbe Minute an der Box, im Ziel lag Michael 69 Sekunden zurück. Bereits beim zweiten Rennen seines Comebacks war Michael demnach vom Speed her bei den herrschenden Umständen zumindest podiumsfähig. Beim dritten Rennen startete Michael als Achter, gewann beim Start zwei Plätze und fiel in Runde zehn als Sechstplatzierter leider wegen einer losen Radmutter aus.
SPIEGEL ONLINE: Wie kann so etwas eigentlich passieren?
Haug: Ein nicht korrekt funktionierender Schlagschrauber in der Startaufstellung, als die Rennreifen aufgezogen wurden. Ein letztlich vom Team verursachtes Problem und bestimmt nicht ein Fehler des Fahrers.
SPIEGEL ONLINE: Der aber liegt jetzt nur auf Rang zehn der Fahrerwertung.
Haug: Nico Rosberg liegt nach drei Rennen vier Punkte hinter der Tabellenspitze - 35 zu 39 Punkte. Im ähnlichen Bereich könnte Michael zweifellos auch platziert sein - wie man leicht nachrechen kann - wäre er nicht zweimal ohne sein eigenes Verschulden, wie beschrieben, gebremst worden.
SPIEGEL ONLINE: Was wäre denn ein erfolgreiches Rennen für Mercedes GP und Michael Schumacher? Top Five? Podium? Sieg?
Haug: Ein erfolgreiches Rennen endet für uns mit einem Sieg, egal ob von Michael oder von Nico. Siegen aus eigener Kraft können wir als junges Team derzeit noch nicht. Aber wir werden gewinnen und erfolgreich sein, so wie wir dies in den letzten anderthalb Jahrzehnten mit Siegen und gewonnenen Weltmeisterschaften geschafft haben: In über 250 Formel 1-Rennen seit 1995 waren wir 75 mal nicht auf dem Podium - über zwei Drittel aller Rennen beendeten wir auf den Plätzen eins, zwei oder drei. Wir waren in diesem Zeitraum an fünf Weltmeistertiteln bei Fahrern und Konstrukteuren beteiligt und zehnmal Vizeweltmeister.
SPIEGEL ONLNE: Das neue Punktesystem ist jetzt drei Rennen alt. In Führung liegt mit Felipe Massa ein Pilot, der 2010 noch ohne Grand-Prix-Sieg ist, in der Spitze ist es dafür äußerst eng. Wie bewerten Sie zum jetzigen Zeitpunkt das neue Reglement?
Haug: Massa würde zum aktuellen Zeitpunkt auch nach altem Punktsystem an der Spitze liegen und die Reihenfolge hinter ihm wäre auf den Spitzenplätzen nicht anders. Das neue Punktesystem hat diesbezüglich also nichts verändert. Die WM-Saison ist jung, an der derzeitigen Rangordnung kann sich deshalb noch viel ändern.
SPIEGEL ONLINE: Welche Qualitäten müssen Auto und Pilot vorweisen, um auf der Strecke vor Shanghai zu gewinnen?
Haug: Eine schwierige und ausgesprochen anspruchsvolle Strecke - sicher keine leichte Aufgabe für uns. Das war allerdings zuletzt in Malaysia nicht anders und dort fuhr Nico aufs Podium. Und in Schanghai ist für Sonntag Regen angesagt, dann wird oft alles neu durchgeschmischt. Beim letzten nassen Qualifying in Malaysia vor zwei Wochen fuhr Nico Rosberg als Zweiter in die erste Startreihe.
SPIEGEL ONLINE: Zum Rennen in Barcelona will ihr Team eine deutlich überarbeitete Version des Silberpfeils an den Start bringen. Welche Änderungen und Weiterentwicklungen planen Sie?
Haug: Es macht keinen Sinn, technische Fortschritte anzukündigen. Sinn macht nur, diese erfolgreich auf der Rennstrecke in beste Ergebnisse umzusetzen. Und das werden wir so lange praktizieren, bis wir gewinnen. Und anschließend werden wir uns weiter steigern. Exakt diesen Plan haben wir auch in der Vergangenheit schon mehrfach umgesetzt. -
Interview mit Norbert Haug und Bernie Ecclestone in der SportBild
Das Interview erschien am 21. April 2010 in der SportBild
Mister Ecclestone, was bringt es einem Hersteller wie Mercedes eigentlich, in der Formel 1 engagiert zu sein?
Bernie Ecclestone (78): Es ist die beste Werbung ist, die man sich nur vorstellen kann!
Aber...
Gut, BMW, Honda und Toyota sind ausgestiegen. Aber was glauben Sie denn, warum?
Weil sie nicht erfolgreich genug waren?
Ecclestone: Absolut korrekt.
Norbert Haug: Diejenigen, die erfolgreich waren und Titel gewonnen haben sind noch immer dabei: Ferrari, Renault und Mercedes. Ich kann nur sagen: Unsere Investition in den Kauf von BrawnGP zahlt sich jedenfalls aus. Kein Team hat mehr Werbegegenwert über die Winterzeit gehabt als wir mit der Wiedergeburt des Silberpfeils. Die Formel 1 ist eine weltweit anerkannte Werbe-Plattform, wie es sie kein zweites Mal gibt.
Mister Ecclestone, hätten auch Sie als Mercedes-Vorstand in wirtschaftlich so schwierigen Zeiten ein Team gekauft?
Ecclestone: Ich bin der Meinung, Mercedes hätte McLaren schon vor Jahren übernehmen sollen. Aber was sie nun gemacht haben, ist vollkommen richtig. Denn endlich haben sie im Team das Sagen.
Haug: Dieser Kauf ist auch in Sachen Finanzierung besser. Wir erhalten vom kommerziellen Rechte-Inhaber beträchtlich viel Geld, weil BrawnGP im vergangenen Jahr die Weltmeisterschaft gewonnen hat. Damit und mit unseren Sponsoren bestreiten wir das gesamte Teambudget und auch die Fahrergehälter. Mercedes zahlt nur für die Motoren und unsere kleine Stuttgarter Motorsport-Mannschaft. Ich glaube, Bernie würde mir zustimmen, wenn ich sage: Das ist ein gutes Beispiel, für weitere Hersteller.
Ecclestone (lacht): In Zukunft sollte Mercedes für die Teilnahme an der Formel-1-WM zahlen, so viel Publicity wie sie jetzt kriegen...
Wie viel ist die Kombination Michael Schumacher und Mercedes wert?
Ecclestone: Michaels Mercedes-Comeback ist magisch! Ich kenne keine andere Kombination, die einerseits so sehr fasziniert, andererseits das Potential hat, extrem erfolgreich zu sein. Vielleicht noch Fernando Alonso und Ferrari.
Wie bewerten Sie Michaels ersten ersten vier Comeback-Rennen?
Ecclestone: Ich glaube Norbert ist der Erste, der sagen wird, dass die Ergebnisse nicht Michael zuzuschreiben sind. Der Mercedes war in den ersten vier Rennen einfach noch nicht auf dem Niveau des Red Bull und des Ferrari.
Haug: Im Moment haben wir sicher nicht das stärkste Auto. Das wissen wir seit dem ersten Tag der Tests. Aber für die Zukunft sind wir gut gerüstet. Andere Teams arbeiten immer noch mit doppelt so viel Personal wie wir. Das soll keine Entschuldigung sein, aber eine Erklärung. Wir werden bald wieder um Siege kämpfen.
Was macht Sie so optimistisch?
Unser Teamchef Ross Brawn weiß, wie man den Job erledigt, Michael weiß das auch, und Nico ist ein großartiges Talent mit viel Erfahrung in seinem jungen Alter. Ich bin seit 1994 dabei und habe seitdem einiges gelernt. Weil unsere Motoren öfter mal kaputt gingen, hat McLaren-Mercedes drei WM-Titel verloren. Heute ist der Mercedes einer der zuverlässigsten und stärksten Motoren im Feld. Dasselbe werden wir mit Mercedes GP schaffen. Ganz in Ruhe.
Es gibt dennoch bereits erste Kritik an Michael Schumacher.
Ecclestone: Jeder, der Michael kritisiert, macht einen Fehler. Das hat er nicht verdient.
Haug: Nein, denn er ist ein Beispiel für jedermann, auch für Nico (Rosberg; d. Red.). Mit ihm zusammenzuarbeiten, von seiner Erfahrung zu profitieren, kann nur positiv sein. Wer sich mit der Messlatte Michael messen kann, ist wirklich ein Guter.
Nico Rosberg schlägt seinen Teamkollegen Michael Schumacher derzeit. Warum?
Ecclestone: Nico ist sehr talentiert. Aber Michael war drei Jahre lang in den Ferien. Stellen Sie mir diese Frage nach zwei weiteren Rennen noch einmal. Im Moment würde ich sagen: Unterschätzt Michael nicht! Gebt ihm etwas Zeit, sich an die neuen Autos und Reifen zu gewöhnen. Er ist praktisch wie ein Neuling, der noch lernen muss.
Haug: Wir alle wissen doch: Michael wäre sein eigener größter Kritiker, wenn er realisieren würde, dass er dem Job nicht mehr gewachsen ist. Aber er ist es. Innerhalb des Teams ist Michael extrem konstruktiv. Ich glaube, im Moment realisiert er einfach, was er vermisst hat. Wenn du ein Rock’n Roll-Star bist, willst du auf der Bühne stehen und nicht auf dem Sofa liegen. Diese Begeisterung tut auch der Umgebung gut.
Ecclestone: Michael wäre nicht zurückgekommen, wenn er nicht wüsste, dass er es noch draufhat. Er ist nicht als Tourist hier, er ist hier um zu gewinnen. Das wird er.
Ist Sebastian Vettel im Red Bull immer noch Ihr WM-Favorit?
Ecclestone: Ja. Dabei bleibe ich.
Haug: Bernie wird seine Meinung im Laufe der Saison noch ändern (lacht). Nein, auch ich bin begeistert und beeindruckt von Sebastian. Er ist ein toller Typ. Und wie er sich entwickelt hat, zu einem hoch konzentrierten und trotzdem relaxten Mann ist einfach großartig. Red Bull macht einen guten Job. Hut ab, dass sie so einen Fahrer gefördert haben. Natürlich hätten auch wir Sebastian gerne gehabt, aber nun kann Red Bull verdientermaßen erst einmal die Lorbeeren ernten. -
Michael Schumacher wird Ritter der Ehrenlegion
Frankreichs Premierminister Francois Fillon ernannte am Donnerstag, 29. April 2010 den MERCEDES GP PETRONAS Formel 1-Piloten Michael Schumacher als besondere Würdigung seiner Lebensleistung zum Ritter der französischen Ehrenlegion (Légion d'honneur).
Neben Michael Schumacher wohnten seine Ehefrau Corinna und FIA-Präsident Jean Todt der Zeremonie bei. "Ich fühle mich natürlich sehr geehrt über diese Auszeichnung, und sie macht mich auch stolz", sagte Schumacher. "Die Zeremonie war sehr bewegend und feierlich; und anschließend waren wir mit einigen Freunden noch in Paris unterwegs."
In seiner Laudatio erklärte Fillon: "Um einen relevanten Vergleich zu finden, muss man zu den Ursprüngen der Formel 1 zurückgehen. Wir waren überzeugt, dass Juan Manuel Fangio mit seinen fünf WM-Titel außerhalb jeder Reichweite war. Aber Sie haben den berühmtesten Ihrer Vorgänger übertroffen."
Die Ehrenlegion ist ein französischer Verdienstorden, der 1802 zum ersten Mal für militärische und zivile Verdienste, ausgezeichnete Talente und große Tugenden verliehen wurde. Die Ehrenlegion ist die ranghöchste staatliche Auszeichnung Frankreichs.
:arrow: So ein Schwachsinn, das hätte ich abgelehnt! -
Großer Preis von Spanien / Barcelona
4,655 Kilometer lang ist der Circuit de Catalunya, der vor Anfang der 1990er-Jahre vom Königlichen Automobilclub von Katalonien gebaut wurde, um der Formel 1 unweit von Barcelona eine moderne Strecke zu schenken. Aufgrund der zeitgemäßen Boxenanlagen und der vorbildlichen Sicherheit nutzen die Teams die Strecke im Winter sehr ausgiebig, um bei milden Temperaturen testen zu können. Aus diesem Grund kennt jedes Team die Piste wie die eigene Westentasche.
Seit 1991 findet der Grand Prix von Spanien nördlich von Barcelona statt. Davor trug man den Grand Prix von Spanien in Jerez de la Frontera aus, wo man sich im Winter regelmäßig ebenfalls zu Testfahrten trifft. Barcelona ist wohl jene Stadt, die in Spanien am meisten zu bieten hat. Bekannt in erster Linie für die weltberühmte Kirche Sagrada Familia und die vielen anderen, etwas bizarr anmutenden Gaudí-Gebäude, bietet die katalanische Millionenstadt den Touristen allerdings nicht nur schöne historische Gebäude zur Ansicht.
66 Runden sind im Rennen auf dem katalanischen Kurs zu drehen, der aus einer guten Kombination von schnellen, mittelschnellen und langsamen Kurven besteht. Die Strecke ist bekannt dafür, dass sie sich im Laufe des Wochenendes ständig verändert. Dies liegt zum einen daran, dass häufig kräftiger Wind Staub auf die Strecke weht, der im Laufe des Wochenendes durch den griffigen Gummiabrieb der Reifen ersetzt wird. Hinzu kommen ständig wechselnde Windstärken und Windrichtungen.
Aufgrund der mangelnden Überholmöglichkeiten ist es wichtig, sich im Qualifying eine gute Startposition herauszufahren. Oftmals endet das Rennen am Sonntag in einer Prozessionsfahrt, die ihre Spannung nur durch die Boxenstopps bezieht.
Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Barcelona.html -
Vorschau: Großer Preis von Spanien
Nach den vier Überseerennen in kurzer Folge beginnt die Europasaison der Formel 1-Weltmeisterschaft 2010 mit dem Grand Prix von Spanien vom 7. bis 9. Mai auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona, der fünfte WM-Lauf der Saison.
NICO ROSBERG
„Ich bin froh, die Europasaison in Barcelona als Zweiter der Fahrerweltmeisterschaft zu beginnen, und ich freue mich auf die deutlichen Verbesserungen an unserem Auto. Die Jungs im Werk haben mir erzählt, wie hart sie gearbeitet haben, um alles rechtzeitig zu schaffen und ich bin gespannt, wie sich ihre Anstrengungen bei der Weiterentwicklung des MGP W01 auswirken werden. Ich kenne die Strecke in Barcelona von den vielen Testfahrten der letzten Jahre wirklich gut, und deshalb werde ich mich im Freien Training ganz auf die Änderungen am Auto konzentrieren können. Das erste Rennen in Europa ist wie ein zweiter Saisonbeginn und ich will dabei meinen guten Lauf mit zuletzt zwei dritten Plätzen in Folge fortsetzen. Darauf freue ich mich.“
MICHAEL SCHUMACHER
„Mit dem Beginn der Europasaison werden wir sehen, wie sich unsere Entwicklungsarbeit im Vergleich zu den anderen Teams auswirkt. Alle – und natürlich auch wir – treten in Barcelona mit überarbeiteten Autos an. Wir haben ein großes Potenzial, denn unser Team hat während der ersten vier Rennen immer sehr gut reagiert. Wir haben das Auto insgesamt verbessert und dabei besonders den Abtrieb und die Leistungsfähigkeit gesteigert. Dabei bin ich zuversichtlich, dass es künftig noch weitere Verbesserungen geben wird. Wir werden in Barcelona einen größeren Schritt nach vorne machen, als das bei den Überseerennen davor möglich war, doch es wäre nicht realistisch, uns gleich im Kampf um die Spitze zu erwarten. Ich hoffe in Barcelona besser abzuschneiden als zuletzt in China und ich hätte natürlich schon bisher nichts gegen bessere Ergebnisse gehabt. Das Positive ist, dass ich nach drei Jahren Pause extrem motiviert bin; ich bin bereit für diese Herausforderung.“
ROSS BRAWN
„Der Start der Europasaison ist die erste Gelegenheit, mit einem deutlich geänderten Auto anzutreten und beim Grand Prix von Spanien werden wir den ersten Entwicklungsschritt am MGP W01 sehen. Neben einem größeren Aerodynamik-Paket sowie Änderungen an der Verkleidung haben wir den Radstand modifiziert; dadurch verbessern sich Handling und Gewichtsverteilung. Michael wird in Barcelona ein anderes Chassis einsetzen, denn nach den Überseerennen werden an seinem ursprünglichen Chassis ein paar Schäden repariert. Er fährt jetzt mit unserem ersten Chassis, das bei den Tests vor der Saison eingesetzt worden war. Jeder in unseren Werken in Brackley und Brixworth arbeitete äußerst hart, um die Neuerungen an unseren Autos rechtzeitig für Barcelona fertigzustellen, nachdem wir erst mit Verspätung aus China zurückgekehrt waren. Wir freuen uns auf das Ergebnis dieser Arbeit, aber es ist uns auch klar, dass dies nur ein erster Schritt zur Steigerung unserer Leistungsstärke ist.“
NORBERT HAUG
„Das Rennen in Barcelona wird sehr wichtig für die Standortbestimmung aller Teams zu Beginn der Europasaison und alle Topteams werden Verbesserungen an ihren Autos präsentieren. Unser MGP W01 wird dabei den ersten Schritt signifikanter Veränderungen erhalten, dem in geplantem Rhythmus weitere folgen werden - alle mit der Zielsetzung, ganz an die Spitze des Feldes zu kommen.
Nico belegt nach den vier Überseerennen in Bahrain, Australien, Malaysia und China mit nicht allzu großem Rückstand Rang zwei in der aktuellen Weltmeisterschaftswertung. Das zeigt, dass er und unsere MERCEDES GP PETRONAS-Mannschaft im ersten Fünftel der Saison gut gearbeitet haben und das Bestmögliche aus den augenblicklichen Voraussetzungen geholt haben.
Michael hatte in den ersten vier Rennen - meist ohne sein Verschulden - einen weniger guten Lauf. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sich das alsbald ändern wird.“ -
Schumi - ein Mann ist aus der Zeit gefahren
Vier Rennen, vier miese Resultate: Michael Schumacher kommt nicht in die Gänge. Selbst sein einstiger Manager Willi Weber traut ihm nicht mehr viel zu.
Bevor wir es vergessen: Scheitern war im zweiten Formel-1-Leben des Michael Schumacher nicht vorgesehen.
Groß war die Begeisterung, als Gerüchte aufkamen, er würde wieder für Ferrari fahren. Noch größer war die Euphorie, als er dann bei Mercedes unterschrieb. Ein deutscher Rennfahrer in einem deutschen Rennstall, ja, eine Art deutscher Nationalmannschaft im Formel-1-Zirkus, das war eine Story, wie sie sich jeder Daimler-Manager wünscht.
Mercedes konnte die teuer bezahlte PR prima brauchen, immer war von "Schumi", dem Helden, zu lesen. Die ganze Formel 1 hoffte, dass der Glanz des Ex-Champions noch einmal auf den Rennzirkus abstrahlen würde.
Inzwischen ist große Ernüchterung eingetreten. Die Rückkehr des siebenfachen Weltmeisters in sein einstiges Machtrevier war bisher einfach nur langweilig. Stets landete er im Mittelfeld. Meistens sah er gegen die Jungstars Sebastian Vettel und Nico Rosberg blass aus. Sein Teamkollege Rosberg gewann sogar alle Trainingsduelle und lag in den Rennen stets vorne.
Jetzt meldet sich auch noch sein Entdecker und einstiger Manager Willi Weber in der Bild-Zeitung eindeutig zu Wort. Er spricht von einer gewissen "Schumi-Müdigkeit" und der Schwierigkeit, Sponsoren zu finden: "Es ist leichter, eine 50 Jahre alte Jungfrau zu finden als Sponsoren für die Formel 1."
Drastischer fallen seine anderen Urteile aus: Weber hält Sebastian Vettel für den neuen Schumi, der in die Lücke, die Michael Schumacher hinterlassen hat, hineingewachsen sei. Außerdem: Schumacher sitze "nur im viertbesten Auto".
Wie eine Ohrfeige wirkt ein anderer Weber-Satz. Trotz vorhandener und nachweisbarer Fitness des Ex-Weltmeisters traut er ihm in diesem Jahr nicht mehr allzu viel zu: "Es müsste schon ein Wunder passieren, wenn Michael dieses Jahr noch um die WM fährt. (...) Wenn alles gutgeht, dann schafft er noch einen Sieg."
Was sind die Gründe?
Bittere Aussagen. Warum tut sich ein Gewinner von einst das Verlieren an? Warum kann es ein 41-Jähriger in diesem Sport nicht einfach gut sein?
Und: Was meint Schumacher selbst? Der unglückliche Pilot sucht Erklärungen, gibt Entschuldigungen ab.
Mit ein Grund für sein durchwachsenes Abschneiden, das in den ersten Rennen mit den Plätzen sechs (Bahrain), zweimal zehn (Australien, China) und dem Ausfall in Malaysia unter den Erwartungen blieb, seien auch die ungewohnten Reifen: "Jeder Fahrer muss lernen, wie sie sich unter den sich verändernden Bedingungen verhalten. Da haben die Kollegen einen gewissen Vorsprung", sagt er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das Problem mit den Pneus bleibe aber: "Die schmaleren Vorderreifen, die Reifen für trockene Pisten und die Regenreifen kannte ich aus meiner Vergangenheit nicht."
Diesmal sind es also die Reifen. Bei den vergangenen Rennen war es mal das Auto, das nicht seinem Fahrstil entspricht, ein anderes Mal waren es die neuen Regeln und Trainingsbedingungen.
Nur: Regeländerungen, neue Motoren, neue Autos gab es auch früher schon. Nie hatte Schumacher ein Problem, sich anzupassen. Auch wenn Mercedes-GP-Geschäftsführer Nick Frey betont, "dass Michael unheimlich viel von sich und von uns fordert, sehr kritisch auch gegen sich selbst ist", so gelten auch für Schumacher die Gesetze des Formel-1-Zirkus.
Das heißt: Wenn Michael Schumacher nicht schnellstens der Turnaround gelingt und er auch Nico Rosberg unter Kontrolle bekommt, kann passieren, was schon so viele 08/15-Fahrer vor ihm erleben mussten: Das Team wechselt ganz einfach die Seite - und setzt in den restlichen Rennen einfach auf den besseren Fahrer.
Dann wäre Michael Schumacher endgültig aus der Zeit gefahren. -
Wieder Red Bull: Webber knackt Vettel!
Mark Webber im Red-Bull-Thriller gegen Sebastian Vettel siegreich - Verfolger ohne jede Chance - Fernando Alonso bei Heimspiel auf Platz vier
(Motorsport-Total.com) - Fünftes Qualifying der Formel-1-Saison 2010, fünfte Pole-Position für Red Bull! Mark Webber und Sebastian Vettel setzten auch am Samstagnachmittag bei sonnigen Wetterbedingungen in Barcelona ihre Soloshow auf dem Circuit de Catalunya fort und ließen der Konkurrenz nicht den Funken einer Chance. Im teaminternen Duell hatte schlussendlich Webber das bessere Ende für sich.
Der Australier dominierte heute den ganzen Tag, war schon am Vormittag der schnellste Mann, wurde im dritten Freien Training aber noch von gelben Flaggen eingebremst. In Q1 und Q2 deutete er schon an, dass er schwierig zu schlagen sein würde, und nach der Bestzeit von 1:19.995 Minuten in Q3 musste Vettel eingestehen: "Mark war heute unschlagbar!" Auch wenn der Abstand zwischen den Teamkollegen nur 0,106 Sekunden betrug.
Dramatische letzte Runde
Webber fuhr im ersten Run des Top-10-Finales 1:20.239 und steigerte sich auf 1:19.995 Minuten, während Vettel von 1:20.342 auf 1:20.101 Minuten zulegen konnte. Die Entscheidung war hochdramatisch: Vettel hatte nach dem ersten Sektor die Nase vorne, Webber war im zweiten schneller. Nach der letzten Kurve war aber klar: "Mark ist in der letzten Schikane ein bisschen schneller, das ganze Wochenende schon", so Teamchef Christian Horner.
"Es war ein guter Kampf, aber ich hatte von Anfang das Gefühl, dass es heute klappen könnte", strahlt der einstige Superqualifyer Webber, der im Stallduell mit Vettel auf 2:3 verkürzen konnte. "Es war ein tolles Qualifying für uns. Es ist ein gutes Gefühl, wenn mal alles passt und dann auch das Ergebnis dementsprechend ist. Ich fühle mich auch hinsichtlich der Rennabstimmung sehr wohl, aber die Punkte gibt es erst morgen nach dem Rennen."
Das sieht sein schärfster Konkurrent nicht anders: "Das Rennen ist erst morgen - ich hoffe, das ich das noch umdrehen kann", gibt sich Vettel kämpferisch und fügt an: "Alles in allem bin ich zufrieden. Meine Runden waren nicht schlecht, besonders die am Ende, aber es hat nicht gereicht. Eine Zehntelsekunde ist nicht viel. Morgen wird es lang und schwierig, auch wenn unser Vorsprung komfortabel aussieht. So etwas kann aber ganz schnell umschlagen."
Hamilton sieht keine realistische Chance
Daran will Lewis Hamilton nicht so recht glauben: "Wir waren dieses Wochenende einfach nicht so schnell wie Red Bull, auch wenn mich der Abstand in dieser Dimension ehrlich gesagt schon überrascht", seufzt der McLaren-Pilot. Dabei müsste er mit seiner Performance eigentlich zufrieden sein, denn im letzten Anlauf schob er sich noch an Lokalmatador Fernando Alonso (Ferrari/4.) vorbei auf Platz drei. Der Rückstand war mit 0,834 Sekunden aber erheblich.
Fünfter wurde Jenson Button (McLaren), 0,303 Sekunden vor Michael Schumacher. Der erkennt richtig: "Leider sind wir ein bisschen hinter McLaren zurückgefallen." Aber der Mercedes-Superstar konnte sich zumindest erstmals gegen Nico Rosberg (8.) durchsetzen, hatte seinen jüngeren Landsmann das gesamte Wochenende klar im Griff. Der wiederum kam mit den Änderungen am MGP W01 bisher noch überhaupt nicht zurecht.
Schumacher sieht das Abschneiden "mit gemischten Gefühlen": Einerseits ist er froh, bester Mercedes-Silberpfeil zu sein, andererseits wäre er mit den Neuerungen gerne näher an der Spitze dran gewesen. Stattdessen scheint sein Team den Rückwärtsgang eingelegt zu haben. "Wir haben uns verbessert, andere haben sich mehr verbessert", analysiert Sportchef Norbert Haug und meint: "Michael hat das Mögliche möglich gemacht. Ein, zwei Plätze besser war drin, mehr nicht."
Schumacher kommt besser zurecht
"Ich hatte im Auto ein viel besseres Gefühl und konnte normale Linien wählen, die zu rechtfertigen sind, was speziell in China nicht der Fall war", sagt Schumacher selbst. "Dennoch ist der Abstand natürlich extrem groß. Man muss aber sagen, dass speziell die Red Bulls weit vor allen anderen liegen. Von der Position, wo wir momentan stehen, brauchen wir nicht über ein Podium zu reden. Es wird ein anstrengendes Rennen, bei dem wir vor allem in den Rückspiegel schauen müssen..."
Der Schinken im Mercedes-Sandwich war heute Nachmittag Robert Kubica, der seinen Renault unauffällig, aber sehr effektiv in die vierte Startreihe prügelte. Enttäuschend hingegen das Abschneiden von Ferrari-Star Felipe Massa auf Rang neun. Die große Sensation in den Top 10 war aber ein anderer: Kamui Kobayashi stellte erstmals einen Sauber ins Finale, fuhr dort nur einen Run, stahl aber Lokalmatador Pedro de la Rosa (12.) klar die Show.
Ebenfalls in Q2 eliminiert wurde Adrian Sutil (Force India), der als Elfter um 118 Tausendstelsekunden am Cut vorbeischrammte. Nico Hülkenberg (Williams) wurde 13., Sébastien Buemi (Toro Rosso) 15. Die aufregendste Szene des mittleren Abschnitts lieferten aber Alonso und Rosberg, als der Ferrari-Pilot seinem Mercedes-Konkurrenten in der Boxengasse den Weg abschnitt, weil er vom Team zu früh losgelassen wurde. "Das muss eine Strafe geben", murrte Rosberg noch am Boxenfunk.
Barrichello sauer über Nachzügler
In Q1 erwischte es neben den drei neuen Teams - Hackordnung: Lotus vor Virgin und HRT - mit Rubens Barrichello einen Routinier. "Das Problem ist, dass wir sechs langsame Autos haben. Wenn sie nicht aus dem Weg gehen, bist du angeschmiert", schimpft der Williams-Pilot. Ganz unschuldig war er aber auch selbst nicht, denn im Glauben, die erste Hürde locker zu nehmen, sparte er sich einen Satz weicher Reifen und pokerte mit harten Bridgestone-Pneus.
Die Startaufstellung ist übrigens nicht zwangsläufig ident mit dem Ergebnis des Qualifyings, betroffen von nachträglichen Verschiebungen sind aber nur die hinteren Positionen: Vitaly Petrov (Renault/14.), die beiden Virgin-Piloten und Karun Chandhok (HRT/23.) rücken um je fünf Plätze nach hinten. Alonso wird für die Aktion mit Rosberg wohl keine Strafversetzung kassieren. Wahrscheinlicher ist eine Geldstrafe für das Ferrari-Team.
Die große Frage vor dem Rennen ist: Wer soll Red Bull schlagen? "Wenn es nicht regnet, sollten wir gute Chancen besitzen", sagt sogar Teamchef Horner selbstbewusst und verweist darauf, dass man sich die weichen Reifen in Q2 sogar sparen hätte können und trotzdem noch Bestzeit gefahren wäre. Doch abgerechnet wird nach 66 Runden, weiß Mercedes-Testfahrer Nick Heidfeld: "Theoretisch muss Red Bull einen Doppelsieg einfahren, aber das hätten sie bei den ersten vier Rennen auch sollen..." -
Spanien GP: Rennen
MERCEDES GP PETRONAS Fahrer Michael Schumacher wurde beim Grand Prix von Spanien in Barcelona Vierter und erzielte damit das beste Ergebnis nach seinem Comeback. Nico Rosberg wurde gleich nach dem Start von der Strecke gedrängt und verlor durch einen verpatzten ersten Boxenstopp weitere Plätze; er kam als 13. ins Ziel.
Michael war von Startplatz sechs ins Rennen gegangen und bog auch als Sechster in die erste Kurve ein. Beide Fahrer fuhren in Runde 14 an die Box, um von der weicheren (option) auf die härtere Reifenmischung (prime) zu wechseln. An Nicos Auto gab es dabei ein Problem bei der Befestigung des rechten Vorderrades; er fiel auf Platz 17 zurück.
Michael überholte in der 17. Runde Jenson Button, wurde dadurch Fünfter und hielt den amtierenden Weltmeister bis ins Ziel 49 Runden später hinter sich. Durch den Ausfall von Lewis Hamilton zwei Runden vor Schluss verbesserte sich Michael auf Rang vier. Nico legte in Runde 35 einen weiteren Boxenstopp ein, um wieder auf die weicheren Reifen zu wechseln. In der Folge fuhr er – sobald er eine freie Strecke hatte – Rundenzeiten wie die Spitze und wurde 13.
MICHAEL SCHUMACHER
„Es war ein abwechslungsreiches Rennen, auch wenn uns von Beginn an klar war, dass wir unter normalen Umständen nicht um einen Podiumsplatz kämpfen konnten. Nachdem ich mich um eine Position verbessert hatte war es spannend, den fünften Rang zu halten, auch wenn ich nicht glücklich damit bin, dass ich nicht in der Lage war zu attackieren. Wir konnten nur auf Zuverlässigkeitsprobleme bei anderen hoffen, aber das gefällt mir natürlich auch nicht. Der Zweikampf mit Jenson Button war interessant, und ich tat alles um ihm keine Überholmöglichkeit zu geben. Der Abstand zur Spitze ist einfach zu groß, um mit diesem Rennen wirklich zufrieden zu sein. Ich hoffe, die Streckencharakteristik in Monaco wird unserem Auto mehr liegen.“
NICO ROSBERG
„Das Rennen lief nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte und ich bin enttäuscht, erstmals in dieser Saison keine Punkte geholt zu haben. Wir sind mit guten Verbesserungen am Auto angereist, doch sie haben sich für mich noch nicht so positiv ausgewirkt. Im Qualifying gab ich alles, aber der achte Startplatz entsprach nicht unseren Erwartungen. Beim Start zum Rennen wurde ich von Robert Kubica, der mich wohl nicht gesehen hat, abgedrängt. Dann verlor ich weitere Zeit beim ersten Boxenstopp. Insgesamt ein enttäuschendes Wochenende – wir werden die Gründe dafür analysieren.“
ROSS BRAWN
„Glückwunsch an Michael und das Team für die harte Arbeit heute. Michael ist das ganze Wochenende sehr gut gefahren und setzte seinen Aufwärtstrend der ersten drei Rennen der Saison mit seinem besten Ergebnis für unser Team fort. Für Nico lief das Wochenende nicht so gut und wir werden gründlich untersuchen warum das so war. Wir haben mit der Leistung unseres Autos einen Schritt nach vorn gemacht, doch die Resultate zeigen, dass sich auch unsere Wettbewerber gesteigert haben und unser Fortschritt für die gewünschten Ergebnisse nicht groß genug ist. Es liegt viel harte Arbeit vor uns und ich bleibe zuversichtlich, dass wir die Fähigkeit und die Möglichkeiten haben, die Lücke zu schließen.“
NORBERT HAUG
„Michaels vierter Platz war heute hier in Barcelona das bestmögliche Ergebnis, das wir holen konnten. Er fuhr ein bemerkenswertes Rennen, überholte Jenson Button unmittelbar nach dessen Boxenstopp ausgesprochen engagiert mit einem klasse Manöver wie man es selten sieht und hielt anschließend den amtierenden Weltmeister und derzeitigen Tabellenführer in Schach. Unser Speed war indes weder im Qualifying noch im Rennen gut genug. Der Abstand zur Spitze war hier riesig - größer als jemals zuvor in den vorausgegangenen vier Rennen.
Nico verlor in Runde eins durch die Manöver eines Konkurrenten vier Plätze und damit war sein Rennen gelaufen, zumal Nicos Auto bei den Abdrängungsmanövern beschädigt wurde. Wir müssen weiter sehr hart arbeiten, um unseren Speed deutlich zu steigern und ich bin sicher, wir werden das Schritt für Schritt erreichen - bestimmt aber nicht über Nacht. Ich freue mich für Michael und das Team für die heute bestmögliche Leistung. In den bisherigen fünf Rennen waren unsere besten Ergebnisse in einem extrem harten Wettbewerbsumfeld Platz 5, Platz 5, Platz 3, Platz 3 und heute Platz 4 was gleichzeitig Michael Schumachers bisher bestes Resultat darstellt. Diese Ergebnisse waren mehr oder weniger das Maximum dessen, was wir im ersten Saisonviertel erreichen konnten und die bestmöglichen Ergebnisse zu holen ist grundsätzlich positiv. Trotzdem sind wir uns bewusst, dass unser Ziel überzeugende Siege und nicht respektable Plätze sind.“ -
Barcelona: Souveräner Sieg für Webber
Mark Webber gewinnt den unerwartet spannenden Spanien-Grand-Prix vor Fernando Alonso - Sebastian Vettel und Lewis Hamilton im Pech
(Motorsport-Total.com) - Mit dem eigentlich vorprogrammierten Red-Bull-Doppelsieg ist es heute in Barcelona zwar nichts geworden, aber zumindest für einen einfachen Triumph hat es nach dem bislang so dominanten Wochenende dann doch gereicht. Mark Webber lieferte im Rennen eine souveräne Vorstellung ab und sicherte sich beim Grand Prix von Spanien seinen ersten Saisonsieg.
Doch während Webber an der Spitze meist ganz einsam unterwegs war, wurde dahinter erstaunlich viel Action geboten. Es blieb sogar bis zum Schluss spannend, denn Sebastian Vettel musste seinen Red Bull mit massiven Bremsproblemen ins Ziel schleppen und erbte einen Podestplatz nur durch einen späten Ausfall von Lewis Hamilton (McLaren). Profiteur der Probleme der beiden war Lokalmatador Fernando Alonso (Ferrari), der vom vierten auf den zweiten Platz nach vorne kam.
Vorentscheidung am Start
Bei angenehm warmen 20 Grad und durchgehend trockenen Bedingungen ging es schon am Start interessant los: Vettel kam gut von der Linie weg und setzte sich rechts neben Webber, hatte dadurch aber die Außenbahn in der ersten Kurve und musste knapp zurückstecken. Beinahe hätte aber Hamilton die beiden Red Bulls mit F-Schacht-Boost überrumpelt, wenn er nicht beim Erlöschen der Ampel etwas zu langsam in die Gänge gekommen wäre.
So blieb die Reihenfolge auf den vordersten Positionen unverändert. Weiter hinten kam es zu einer Berührung zwischen Nico Rosberg (Mercedes) und Robert Kubica (Renault), durch die Rosberg in die Wiese musste, und auch Pedro de la Rosa (Sauber) touchierte einen Konkurrenten, was beim Spanier zu einem Reifenschaden führte. Ein paar Kurven weiter segelte dann Bruno Senna (HRT) quer durchs Kiesbett - der Rookie hatte sich einfach verschätzt.
Einer der Gewinner des Starts war Lokalmatador Jaime Alguersuari (Toro Rosso), der sich mit dem Messer zwischen den Zähnen vom 15. auf den neunten Rang verbesserte. Vorne sortierte sich indes alles ein - und es roch nach der üblichen Barcelona-Prozession, als Webber schon nach zwei Runden 0,9 Sekunden vor Vettel und 1,7 vor Hamilton in Führung lag. Allerdings konnten sich die Red Bulls nicht ganz so dramatisch absetzen, wie man das nach den Trainings befürchten musste.
Rennen zum Vergessen für Rosberg
Vitantonio Liuzzi (Force India), der kurz vor Schluss mit Defekt ausrollte, eröffnete in der zwölften Runde die regulären Boxenstopps. In Runde 14 kamen Michael Schumacher (Mercedes) und Felipe Massa (Ferrari) gleichzeitig rein - und dann auch Rosberg, bei dem es eine Panne gab: "Ich habe im Spiegel gesehen, wie ein Mechaniker die Hände über die Augen geworfen hat. Da dachte ich mir, ich bleibe lieber mal stehen - und dann kamen sie auch schon angerannt", schildert der Deutsche.
Während der Nachmittag für ihn - bis auf einen Zweikampf mit Nico Hülkenberg (Williams) um Platz 15, den er dank eines tollen Überholmanövers gewann - damit praktisch gelaufen war, spitzte sich an der Spitze die Spannung zu. Denn im 16. Umlauf kam Vettel an die Box, eine Runde später Webber und Hamilton - und Vettel fiel trotz des an und für sich positiven ersten Boxenstopps hinter Hamilton auf Platz drei zurück!
Was war passiert? Vettel konnte nach seinem Boxenstopp offenbar nicht sofort losfahren, weil gerade ein anderes Auto die Boxenstraße entlangkam. Beinahe hätte es trotzdem gegen Hamilton gereicht, denn dem McLaren-Piloten stand in der ersten Kurve ein Nachzügler im Weg. Damit alle drei Autos heil durch die Kurve kommen konnten, musste Vettel die asphaltierte Auslaufzone nutzen, womit er im Zweikampf geschlagen war.
Vettel mit mehreren Problemen
Von da an erlebte der Red-Bull-Pilot einen Nachmittag zum Vergessen: Während Teamkollege Webber vorne ein einsames Rennen fuhr, hatte Vettel keine ernsthafte Chance, Hamilton zu attackieren. Doch es sollte noch schlimmer kommen: "15 Runden vor Schluss traten Bremsprobleme auf. Da musste ich dann froh sein, überhaupt ins Ziel zu kommen." Ganz zum Schluss musste Vettel fast komplett auf das Bremspedal verzichten und stattdessen mit dem Motor bremsen.
Mit offensichtlichen Bremsproblemen kam Vettel zwischendurch von der Strecke ab, anschließend absolvierte er einen weiteren Boxenstopp. An vierter Stelle liegend hatte er zwar nach hinten genügend Puffer zu Schumacher, aber das Podium schien verloren - bis in der drittletzten Runde Hamilton mit Reifenschaden abflog! "Heute ist eine Menge schief gelaufen", fasst Vettel seinen schwierigen Renntag zusammen.
"Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll, denn das Rennen ist fürchterlich gelaufen, aber ich bin trotzdem Dritter geworden. Das sind wertvolle Punkte", grinst er und berichtet: "Der Start war okay, aber es hat sich nicht gelohnt, das Risiko gegen Mark einzugehen. Innen war weniger Grip, also probierte ich es außen, aber es hat nicht gereicht. Dann hatte ich ein bisschen Probleme mit der Balance, aber Mark war heute einfach nicht zu schlagen."
Reifenschaden bei Hamilton
Hamiltons Abflug in der schnellen Renault-Kurve kam nicht ganz aus dem Nichts, denn der Weltmeister von 2008 hatte schon ein paar Runden zuvor abbauenden Grip gemeldet. Dass gerade das linke Vorderrad in Barcelona extremen Belastungen ausgesetzt ist, weiß man - und just links vorne trat der Reifenschaden auf. Dadurch rutschte plötzlich noch Alonso auf den zweiten Platz nach vorne, für den es eigentlich nicht mehr nach einem Podium ausgesehen hatte.
"Ich bin sehr glücklich über den zweiten Platz. Wenn du am Ende noch unerwartet zwei Positionen gewinnst, ist das sehr positiv", freut sich der Ferrari-Pilot. "Das Wochenende war aber nicht fantastisch. Platz vier im Qualifying war okay, Platz zwei im Rennen gut. Aber man hat klar gesehen, dass wir uns in einigen Bereichen noch steigern müssen, wenn wir es mit Red Bull aufnehmen wollen. Dafür haben wir hier viel gelernt."
Tolle Leistung von Schumacher
10,8 Sekunden hinter Vettel kam Schumacher ins Ziel, der im Gegensatz zu Teamkollege Rosberg ein reibungsloses Rennen erlebte. Der siebenfache Weltmeister behauptete am Start den sechsten Platz und gewann eine Position durch den Boxenstopp von Jenson Button (McLaren). Wie sich Schumacher den aus der Box kommenden Titelverteidiger außen in der ersten Kurve schnappte, erinnerte an frühere Glanzzeiten - eindeutig das Manöver des Tages!
In der Folge verteidigte er sich mit klar unterlegenem Fahrzeug gegen den schnelleren Button, der auf den Geraden mit F-Schacht-System einen deutlich besseren Topspeed hatte. Aber Schumacher packte seine ganze Routine aus. "Die Zweikampfsituation konnte ich gut kontrollieren", analysiert der Vierte des Rennens, der am Ende doch 1,5 Sekunden Vorsprung auf Button hatte - und damit das bisher beste Ergebnis seit dem Comeback nach Hause fuhr.
Aber ein Wehrmutstropfen bleibt bei Mercedes: "Wir waren sehr langsam, besonders ich. Im Rennen ging gar nichts mehr. Da mache ich mir schon Sorgen", seufzt Rosberg, und auch Sportchef Norbert Haug sagt selbstkritisch: "Das war gar nichts vom Speed, doch Michael hat seine Klasse gezeigt und Weltmeister und Tabellenführer Button auf der Strecke geschlagen - obwohl er dazu nicht das perfekte Auto hatte."
Massa mit lädiertem Frontflügel
Nur zwei Sekunden hinter Button kam Felipe Massa (Ferrari) ins Ziel, der klar im Schatten von Alonso stand. Noch vor Rennmitte hätte sein Rennen auch beendet sein können, als er beim Überrunden ins Heck von Karun Chandhok (HRT) krachte und sich dabei den Frontflügel beschädigte. Die Boxencrew war schon bereit zum Nasenwechsel, aber dann merkte Massa: Es geht doch. Und sein Renningenieur funkte: "Du bist jetzt sogar eine halbe Sekunde schneller..."
Adrian Sutil (Force India) fuhr nach einer hervorragenden ersten Runde ein starkes Rennen und wurde Siebter, obwohl er Kubica über weite Strecken im Genick hatte. Rubens Barrichello (Williams) und Alguersuari rutschten ebenfalls noch in die Punkte. Letzterer handelte sich eine Durchfahrstrafe ein, als er beim Überrunden von Chandhok zu früh auf die Ideallinie zurückwechselte und dem HRT-Piloten über den Frontflügel fuhr.
Apropos Durchfahrstrafe: So eine gab es auch für Liuzzi, weil er bei einem Duell mit Sébastien Buemi (Toro Rosso) in der ersten Kurve zu aggressiv agierte. Buemi schied später aus. Insgesamt kamen 19 Autos in die Wertung; Heikki Kovalainen (Lotus) konnte wegen eines Getriebeproblems nämlich gar nicht erst starten. Den "kleinen" Grand Prix der neuen Teams gewann heute übrigens Jarno Trulli (Lotus) mit drei Runden Rückstand, aber 1,4 Sekunden vor Timo Glock (Virgin).
Sauber wieder ohne Punkte
Das Sauber-Team, das sich für das Rennen so viel ausgerechnet hatte, erlebte einen enttäuschenden Nachmittag, denn Kamui Kobayashi verspielte den Bonus der guten Startposition schon am Start, während de la Rosa ebenfalls früh k.o. ging. Vitaly Petrov (Renault) ließ zwischenzeitlich mit schnellen Rundenzeiten aufhorchen, schrammte aber als Elfter um sieben Sekunden an einem Punkt vorbei. Sieger Webber konnte das alles aber egal sein.
"Ich bin überglücklich", jubelt der Australier. "Nach dem Qualifying hatten wir eine gute Ausgangsposition und ich habe die erste Kurve gewonnen. Das war eine sehr wichtige Phase im Grand Prix. Dann kam ich nach und nach in meinen Rhythmus, ich habe ein bisschen auf die Reifen geachtet - und die Boxenstopps waren auch sauber. Als ich dann Lewis hinter mir hatte, ging es nur noch darum, den Abstand zu kontrollieren."
In der Weltmeisterschaft führt damit weiterhin Button, der mit seinen heutigen zehn Punkten insgesamt bei 70 Zählern steht. Es liegen jedoch acht Fahrer innerhalb von 26 Punkten, sodass nach erst fünf von 19 Rennen noch alles offen ist. Schumacher (22) ist derzeit Neunter. Bei den Konstrukteuren liegt McLaren (119) vor Ferrari (116) und Red Bull (113). Weiter geht es schon am kommenden Donnerstag mit dem Freien Training in Monte Carlo. -
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Gesteigertes Zuschauerinteresse an Formel 1-Übertragungen bei RTL
Bis zu 6,54 Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntag, 9. Mai 2010 bei RTL den Großen Preis von Spanien auf dem Circuit de Catalunya und erlebten den vierten Platz von MERCEDES GP PETRONAS Pilot Michael Schumacher. Der Formel 1-Rekordweltmeister fuhr mit Platz 4 das beste Ergebnis seit seinem Comeback in dieser Saison ein.
Im Durchschnitt sahen 5,79 Millionen Fernsehzuschauer das Rennen bei RTL. Für den Privatsender bedeutete dies einen Marktanteil von 39,5 Prozent und eine Steigerung um 390.000 Zuschauer im Vergleich zum Großen Preis von Spanien 2009.
Nach fünf von 19 Saisonrennen steigerte RTL den Jahres-Durchschnitt von 5,21 Millionen (Markanteil 38,2 Prozent) im Vorjahr um über eine Million Zuschauer auf 6,26 Millionen (Marktanteil 46,7 Prozent) in diesem Jahr.
Der nächste Formel 1-Grand Prix findet von Donnerstag, 13. Mai 2010 bis Sonntag, 16. Mai 2010 in Monaco statt. -
Großer Preis von Monaco / Monte Carlo
Es ist das verrückteste Formel-1-Rennen des Jahres, der Grand Prix von Monaco in Monte Carlo. Auf der einen Seite liebt der Formel-1-Tross den irren Stadtkurs inmitten der monegassischen Metropole, in der ein siebenstelliger Kontoauszug die Aufenthaltsgenehmigung für die Einwohner ist, auf der anderen Seite verabscheuen die Teams die Strecke wegen der trotz kürzlich erfolgter Umbaumaßnahmen schwieriger Arbeitsbedingungen und nicht mehr zeitgemäßer Sicherheitsstandards.
3,340 Kilometer lang ist der Kurs mit seinen engen Kurven, Unebenheiten, Kanaldeckeln und Fahrbahnmarkierungen, die keine andere Strecke bietet. Besondere Bedeutung kommt auf dem Stadtkurs dem Qualifying zu, weil Überholmanöver im Rennen aufgrund der geringen Streckenbreite praktisch ausgeschlossen sind. Neben Budapest ist Monte Carlo die Strecke, auf der man am meisten Abtrieb benötigt. Die Flügel sind so steil wie nur möglich gestellt. Besonders belastet werden die Radaufhängungen, denn es kann gelegentlich zu Leitplankenkontakt kommen. Die meisten Teams bringen daher verstärkte Teile nach Monte Carlo mit.
Vor der Saison 2003 wurde im Meer Land aufgeschüttet, um mehr Platz für die Boxengasse zu gewinnen. Außerdem wurde die Boxengasse von der Seite der Start- und Zielgerade in Richtung Hafen ausgerichtet und die Ausfahrt hinter die neuralgische Stelle Sainte Devote verlegt. Dennoch haben die Mechaniker beim Boxenstopp weniger Platz als auf jeder anderen Strecke.
Dass der Circuit de Monaco an die Formel-1-Fahrer hohe Ansprüche stellt, zeigt auch ein Blick in die Statistik: Ayrton Senna liegt mit sechs Siegen in Führung, gefolgt von Michael Schumacher und Graham Hill mit jeweils fünf Triumphen. Alain Prost kommt auf vier Siege, vor Stirling Moss und Jackie Stewart mit drei. Dank der meist vielen Ausfälle können aber auch einmal ganz unerwartete Fahrer die Ziellinie als Erster überqueren, wie zum Beispiel Olivier Panis im Jahr 1996. -
Monaco GP: Vorschau
Der Grand Prix von Monaco am kommenden Wochenende ist der sechste Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2010. Mit einer Distanz von 260,520 Kilometern ist das Rennen das kürzeste im F1-Kalender, mit 78 hat es jedoch die größte Rundenzahl aller Rennen. Mercedes-Benz Motoren trieben sieben Siegerfahrzeuge aus den letzten zwölf Jahren an, darunter die Gewinner der letzten drei Jahre.
NICO ROSBERG
„Der Grand Prix von Monaco ist mein Heimrennen. Die Formel 1 bringt eine tolle Atmosphäre in meine Heimatstadt und ich freue mich, dass meine ganze Familie und alle meine Freunde mich während des Rennwochenendes unterstützen. Und es ist praktisch, so nahe an der Strecke zu wohnen. Nach vier guten Rennen zu Beginn der Saison verlief der Grand Prix in Barcelona für mich enttäuschend. In Monaco will ich wieder besser abschneiden und wir arbeiten bereits konzentriert daran, unsere Probleme aus dem letzten Rennen in den Griff zu bekommen. Wir haben mit der Entwicklung des Autos Fortschritte erzielt, aber wir müssen unsere Leistungsfähigkeit weiter steigern. Monte Carlo ist ein ganz eigenes Rennen mit ganz besonderen Herausforderungen und ich bin gespannt, wie wir dort aussehen werden. Im letzten Jahr startete ich als Sechster und fuhr auch als Sechster ins Ziel – diesmal möchte ich weiter nach vorn kommen.“
MICHAEL SCHUMACHER
„Ich bin immer gern in Monaco gefahren und freue mich deshalb besonders auf das kommende Wochenende. Der Grand Prix von Monaco hat im Formel 1-Kalender einen ganz besonderen Stellenwert und es ist zweifellos etwas Einzigartiges, durch die Straßen von Monte Carlo zu fahren. Wir hoffen, dass die Charakteristik des Stadtkurses unserem Auto besser liegt als die Strecke in Barcelona am vergangenen Wochenende. Andererseits sollten wir nicht zu viel erwarten, denn wie wir in Spanien gesehen haben, liegt noch viel Arbeit vor uns. Abgesehen davon, dass ich mein bestes Saisonresultat erzielte, bringe ich auch eine Menge Motivation mit, gemeinsam mit unseren Ingenieuren noch härter an der weiteren Verbesserung des Autos zu arbeiten.“
ROSS BRAWN
„Der Grand Prix von Monaco ist eines der schwierigsten Rennwochenenden des Jahres, aber alle genießen die besondere Atmosphäre und uns Ingenieuren gefallen die einzigartigen Anforderungen und die zusätzliche Herausforderung, die dieser Stadtkurs mit sich bringt. Hier brauchst du ein Auto mit gutem mechanischen Grip und einen leistungsstarken Motor mit guter Fahrbarkeit, und da können wir uns ganz auf den Mercedes-Benz Motor verlassen. Die Strecke in Monaco verlangt nach einer ganz besonderen Abstimmung. Deshalb fahren wir hier zwar mit unserem neuen Aerodynamikpaket, aber wir benutzen das Aufhängungssystem unserer früheren Spezifikation; die ermöglicht uns in den engen Kurven einen besseren Lenkeinschlag. Auf die Fahrer kommt es auf dieser Strecke noch mehr an als auf anderen Kursen. Hier brauchst du Präzision, Beständigkeit, Speed und Disziplin, und Michael und Nico sind auch in diesen Eigenschaften top. Zusammen mit Mercedes-Benz holten wir im vergangenen Jahr einen Doppelsieg. Diesmal haben wir im Moment noch nicht den Speed der Fahrer an der Spitze, aber in Monaco weiß man nie was alles geschehen kann.“
NORBERT HAUG
„Der Große Preis von Monaco ist die spektakulärste und weltweit bekannteste Veranstaltung im Rennkalender. Wenn sich Teams und Fahrer ein Rennen aussuchen dürften, das sie unbedingt gewinnen wollen, dann fiele die Wahl bestimmt auf Monaco.
Mercedes-Benz hat auf der einmaligen Stadtstrecke im Fürstentum meist ein sehr gutes Pflaster vorgefunden. Seit unserem ersten Sieg 1998 haben wir in unseren Partnerschaften sieben der letzten zwölf Grand Prixs gewonnen, die letzten drei davon als Hattrick 2007, 2008 und 2009. Mit unserem neuen Team MERCEDES GP PETRONAS gehören wir in diesem Jahr noch nicht zum vordersten Favoritenkreis. Allerdings hat der Monaco Grand Prix ganz eigene Gesetze und wir werden konzentriert daran arbeiten, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Mit Michael und Nico haben wir zwei Fahrer, die diese Strecke lieben und dort zu den Allerschnellsten gehören."
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