Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2008

    Vorschau: Grand Prix von Ungarn 2008

    Vorschau: Grand Prix von Ungarn 2008

    Der Grand Prix von Ungarn am kommenden Wochenende auf dem Hungaroring bei Budapest ist der elfte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008. Das Rennen, das seit 1986 im Formel-1-Kalender steht, war das erste große Motorsportereignis im früheren Ostblock. Es ist bekannt für seine enge und kurvenreiche Strecke, und auch für das meist hochsommerliche Wetter mit hohen Temperaturen. Beides stellt hohe Anforderungen an Teams und Fahrer.
    Ayrton Senna siegte auf dem Hungaroring dreimal für McLaren, 1988, 1991 und 1992. Die Partnerschaft McLaren Mercedes erzielte hier vier Siege in den letzten neun Jahren: Mika Häkkinen 1999 und 2000, Kimi Räikkönen 2005 und zuletzt fuhr Lewis Hamilton vor einem Jahr von der Pole Position zum Sieg in Ungarn.
    Der ursprünglich 4,014 Kilometer lange Kurs war und ist bei den Fahrern wegen der wenigen Überholmöglichkeiten und des holprigen Belages nicht beliebt. Vor dem Rennen 1989 wurde die Strecke durch das Begradigen einer Kurve im Geschlängel nach dem Start auf 3,975 Kilometer verkürzt, die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg dadurch innerhalb eines Jahres von 155,401 km/h auf 167,197 km/h. Der Grand Prix von Ungarn wird in diesem Jahr zum 23. Mal ausgetragen.


    Lewis Hamilton

    Du hast die letzten beiden Grand Prix gewonnen, und kommst jetzt zum Hungaroring, wo du vor einem Jahr gesiegt hast. Wie zuversichtlich bist du?

    „Wir waren in den letzten beiden Rennen stark, doch in den beiden Rennen davor hatten wir Probleme. Ich möchte deshalb keine Vorhersagen machen. Nur soviel: Wir haben ein super Auto und es macht Spaß damit zu fahren. Es gibt immer noch ein paar Möglichkeiten der Feinabstimmung, um noch mehr aus dem Auto herauszuholen, und das ist ein gutes Gefühl.“

    Warum ist der Hungaroring so einzigartig?

    „Die Strecke unterscheidet sich deutlich vom Hockenheimring, wo wir zuletzt fuhren. Dort kannst du aus dem Windschatten heraus attackieren, in Ungarn gibt es hingegen kaum Überholmöglichkeiten. Das Qualifying ist deshalb vorentscheidend und bei der Strategie kommt es vor allem darauf an, die optimale Benzinmenge und damit das Gewicht für den ersten Stint zu ermitteln. Dann darfst du bei der zu erwartenden Hitze auch nicht die Konzentration verlieren. Ich gehe nicht mit übertriebenem Optimismus in dieses Rennwochenende; auf so einer speziellen Strecke kann sich keiner allzu sicher sein.“

    Nach den letzten beiden Siegen sind deine Chancen im Titelkampf deutlich gestiegen – denkst du daran, mit Blick auf die Weltmeister-schaft auf Ankommen zu fahren?

    „Es wäre einfach zu sagen, dass ich vor jedem Rennen einen gewissen Respekt habe. In Wirklichkeit habe ich mich nicht geändert und ich bin offensichtlich erfolgreich damit, alles für ein gutes Ergebnis zu geben und am Limit zu fahren. Gefährlich wird es, wenn du mitten in der Saison deine Haltung wechselst. Ich bin auf meine Art bisher gut gefahren und ich müsste es mir wirklich reiflich überlegen, das zu ändern. Auch in Ungarn wird es an diesem Wochenende deshalb wieder heißen – business as usual.“


    Heikki Kovalainen

    Was ist das Geheimnis einer schnellen Runde auf dem Hungaroring?

    „Auf dieser Strecke musst du das Auto dazu bringen, für dich zu arbeiten, du kannst eine schnelle Runde nicht erzwingen. Du musst die Abstimmung mit viel Geduld optimieren, dann hast du es im Rennen einfacher. Wenn du mit dem Auto kämpfst, mit der Hitze und der kurvenreichen Strecke, dann bist du am Ende des Wochenendes auch am Ende deiner Kräfte. Wie in Kanada wirst du auf dem Hungaroring bestraft, wenn du von der Ideallinie abkommst. Willst du auf dem Hungaroring schnell sein, musst du sauber fahren und geduldig bleiben.“

    Welche Ergebnisse hast du bisher auf dem Hungaroring erzielt?

    „Ich fuhr hier ein paar Mal in der GP2-Serie. Der Grand Prix vor einem Jahr war eines meiner besten Formel-1-Rennen. Ich wurde zwar nur Achter, aber ich kämpfte Runde um Runde mit Nico Rosberg und gab vom Start bis ins Ziel 100 Prozent. Es war eines dieser Duelle, die im Fernsehen nicht gezeigt werden, aber ich war hinterher sehr stolz und zufrieden. In diesem Jahr würde ich das Team gern mit einem guten Ergebnis für seine harte Arbeit belohnen.“


    Martin Whitmarsh

    Die Fahrer sagen, dass der MP4-23 in Hochgeschwindigkeitskurven besonders gut liegt. Wie wird das Auto auf dem Hungaroring mit seinen vielen engen Kurven und niedriger Durchschnittsgeschwindigkeit aussehen?

    „Die beiden Rennstrecken im Formel-1-Kalender, deren Eigenschaften der des Hungarorings am meisten ähneln, sind Montreal und Monte Carlo. In Montreal gibt es wie in Ungarn viel Staub neben der Ideallinie und wenig Grip, in Monte Carlo wird wegen der wenigen und kurzen Geraden und der vielen engen Kurven mit viel Abtrieb gefahren. Auf beiden Strecken zeigten wir gute Leistungen. Es stimmt, dass der Speed in Hochgeschwindigkeitskurven eine der Stärken unseres Autos ist, aber wir haben auch viel daran gearbeitet, seine Schwachstellen auszubügeln. In Silverstone waren wir auch im letzten, kurvenreichen Sektor schnell, und in Hockenheim fuhren wir im Motodrom, wo es sehr auf mechanischen Grip ankommt, deutlich schneller als die Konkurrenz. Wir siegten in Ungarn vor einem Jahr und wir sind sicher, dass wir uns seitdem weiter verbessert haben. Trotzdem sind wir auf einen harten Kampf mit unserer Konkurrenz vorbereitet und unterschätzen niemanden.“

    Heikki war im Training und Qualifying in Silverstone und in Hockenheim schnell, doch in den Rennen hatte er Probleme. Was tat das Team, um seine Handling-Probleme abzustellen?

    „Zunächst: Heikki ist ein ausgezeichneter Fahrer. Wie er Robert Kubica in Hockenheim überholte, zeigte er, dass er den Speed und das Können für einen Spitzenplatz hat. Aber in der Formel 1 geschehen keine Wunder; wir werden Heikki deshalb weiter unterstützen, damit er sein Potenzial voll ausschöpfen kann. In Hockenheim gelang es ihm nicht, das Maximum aus sich und dem technischen Paket herauszuholen. Gemeinsam mit Heikki werden wir weiter an der Feinabstimmung arbeiten. Am Dienstag war er im McLaren Technology Centre, um sich auf das kommende Rennen vorzubereiten. Zusammen mit seinen Ingenieuren arbeitet er hart daran ein Set-up zu finden, mit dem er seinen Speed einen Stint hindurch halten kann, ohne dass das Heck des Wagens nervös wird, wie es ihm in den letzten Rennen passierte.“

    Nach dem Grand Prix von Ungarn darf drei Wochen lang nicht getestet werden. Wie wird das Team die Entwicklung in diesem Sommer weiter vorantreiben?

    „Unser Testteam hat in diesem Jahr viel geleistet. Bei jedem Test haben wir deutliche Verbesserungen am Auto ausprobiert und machten bei den Tests in Silverstone und Hockenheim spürbare Fortschritte bei der Aerodynamik. In dieser Woche in Jerez erprobten wir die neueste Generation der Bridgestone Slickreifen für das kommende Jahr und testeten neue Flügelenden an der Fahrzeugnase, mit denen der Luftstrom verbessert wird, sowie weitere aerodynamische Detaillösungen. Während der dreiwöchigen Testpause planen wir zwei 50 Kilometer lange Kurztests. Auch in Woking und Brixworth geht die Entwicklungsarbeit ohne Pause weiter, bevor wir am 24. August in Valencia wieder Rennen fahren.“


    Norbert Haug

    Vor zwei Wochen sagten Sie, Silverstone und Hockenheim seien so genannte Motorenstrecken und die würden McLaren Mercedes liegen. Wie sind Ihre Erwartungen für den kurvenreichen Hungaroring?

    Die Strecke in Budapest hat eine ganz andere Charakteristik als jene der vorangegangenen Grand Prix in Silverstone und auf dem Hockenheimring. Mit einer Rundendurchschnittsgeschwin-digkeit von knapp 200 km/h wird auf dem Hungaroring nach Monaco der zweitniedrigste Schnitt gefahren. In Monaco haben wir gewonnen. In Ungarn schafften wir vier Siege bei den letzten zehn Rennen, zuletzt siegte Lewis vor einem Jahr. Wir standen vier Mal in Ungarn auf der Pole, davon ebenfalls zuletzt mit Lewis 2007, und fuhren vier schnellste Rennrunden.

    Worauf kommt es in Ungarn vor allem an?

    Da man auf dem Hungaroring außer in Kurve eins so gut wie nicht überholen kann, ist eine gute Startposition noch wichtiger als auf anderen Strecken. Spektakuläre Überholmanöver, wie sie Lewis Hamilton auf seinem Weg zum Sieg in Hockenheim gegen Felipe Massa und Nelson Piquet gezeigt hat, werden wir auf dem Hungaroring wohl kaum zu sehen bekommen. Beim Set-up kommt es auf viel Abtrieb an, denn damit kommt man am schnellsten durch die vielen Kurven, die den größten Teil der Strecke ausmachen. Das ist auf dem Hungaroring wichtiger als hoher Topspeed. Das Rennen gehört fast immer zu den temperaturmäßig heißesten. Fahrzeug, Küh-lung, Reifen, Motor und natürlich die Fahrer sind oft extremen Belastungen ausgesetzt.

    Welche Faktoren beeinflussen die Strategie für den Grand Prix von Ungarn?

    Die Aufgabenstellung in Ungarn ist ähnlich wie in Monaco: wir brauchen eine effiziente Kühlung und viel Abtrieb, haben es aber zusätzlich mit hohem Reifenverschleiß zu tun. Fahrzeuggewicht und damit der Tankinhalt haben hier einen größeren Einfluss auf die Rundenzeit als bei den letzten Rennen.
    Wie schätzen Sie Ihre Konkurrenz ein, nachdem Vodafone McLaren Mercedes in Hockenheim klar dominant war?
    Wir haben keinen Grund, einen Spaziergang zu erwarten.

    Fernando Alonso: Wiedergutmachung

    Fernando Alonso: Wiedergutmachung

    Fernando Alonso hat viel vor. Er möchte die Nullrunde von Hockenheim in Budapest gutmachen. In der Vergangenheit war Ungarn gut zu ihm.
    Fernando, ihr habt in Deutschland euer erstes Podium gefeiert. Du selbst hattest Pech und konntest keine Punkte sammeln ...
    Fernando Alonso: Ja, ich hatte leider ein ziemlich durchwachsenes Rennen - aber das hatte ich erwartet. Ich wusste, dass es schwer werden würde, die Pace aus dem Qualifying ins Rennen am Sonntag mitzunehmen. Für mich ist das ein ziemlich enttäuschendes Ergebnis, aber durch die Podiumsplatzierung von Nelson hat das Team eine Menge Punkte gemacht und das bringt uns in der Meisterschaft weiter. Für meinen Teamkollegen war es wichtig, ein so starkes Ergebnis einzufahren. Die ganze Mannschaft ist für die zweite Saisonhälfte nun hoch motiviert.

    Das nächste Rennen findet in Budapest statt - eine Strecke, die für dich mit Erfolgen und tollen Erinnerungen verbunden ist ...
    Fernando Alonso: Das ist richtig. Ich habe 2003 in Ungarn mit Renault meinen ersten Formel 1-Sieg gefeiert und auch sonst lief es hier immer ziemlich gut für mich. Daher freue ich mich auf das Rennen und bin entschlossen, mein Abschneiden in Deutschland hier wieder gut zu machen.

    Ist Ungarn allgemein ein beliebter Grand Prix? Herrscht dort eine besondere Stimmung?
    Fernando Alonso: Das kann ich nicht wirklich sagen. Für mich ist der Ungarn-Grand Prix aufgrund meiner Erinnerungen an vergangene Rennen etwas Besonderes. Dazu kommt, dass das Rennen meistens in der Zeit stattfindet, in der ich Geburtstag habe. Die Menschen hier sind sehr freundlich und bereiten uns immer einen sehr herzlichen Empfang - das gesamte Fahrerlager kommt schon allein deswegen sehr gerne nach Budapest.

    Was kannst Du uns über die Strecke sagen?
    Fernando Alonso: Der Hungaroring ist ziemlich anspruchsvoll und meistens sind die Temperaturen hier recht hoch, was die Dinge besonders für Fahrer und Mechaniker erschwert. Um schnell zu sein, bedarf es ziemlich viel Abtrieb, jeder Menge Grip und einer guten Traktion, um zügig aus den langsamen Kurven herausbeschleunigen zu können. An diesen Aspekten werden wir ab Freitag mit Beginn des freien Trainings arbeiten. Dabei stützen wir uns auf die Erkenntnisse, die wir in der vergangenen Woche in Jerez gewonnen haben.

    Qualifying: Hamilton bestätigt Favoritenrolle

    Qualifying: Hamilton bestätigt Favoritenrolle

    McLaren und Lewis Hamilton waren in Ungarn nicht zu schlagen. Die Überraschung des Qualifyings war Timo Glock, die Enttäuschung Nick Heidfeld.
    Schnellster im Freitagstraining, Schnellster im Samstagstraining und Schnellster im Qualifying: Lewis Hamilton macht in Ungarn dort weiter, wo er nach Silverstone und Hockenheim aufgehört hat. Mit seiner vierten Saison-Pole schnappte er sich die beste Ausgangslage für das überholfeindliche Rennen auf dem Hungaroring. Neben ihm geht sein Teamkollege Heikki Kovalainen ins Rennen.

    Der beste Verfolger von McLaren Mercedes ist Felipe Massa im Ferrari. Er startet zusammen mit Robert Kubica aus der zweiten Reihe. Auf Startplatz 5 steht die Überraschung: Timo Glock meldete sich nach seinem Hockenheim-Unfall mit einer starken Qualifying-Performance zu Wort. Er steht noch vor dem amtierenden Weltmeister Kimi Räikkönen auf Startplatz 6. Die Top-10 komplettierten Fernando Alonso, Mark Webber, Jarno Trulli und Nelsinho Piquet.

    Frühes Aus für Heidfeld

    Mit Sebastian Vettel und Nico Rosberg kamen zwei Deutsche ins Q2. Während Rosberg wegen eines Hydraulikproblems mit Platz 15 Vorlieb nehmen musste, scheiterte Vettel als 11. haarscharf am Sprung ins dritte Qualifying.

    Für zwei weitere Deutsche war schon im ersten Qualifying Schluss. Bei Adrian Sutil ist das quasi Gewohnheit, bei Nick Heidfeld Frust pur. Der Deutsche schied als 16. unerwartet früh aus und war so verärgert, dass er erst einmal schnurstracks ins Motorhome ging. "Ich bin total enttäuscht. Auf meiner letzten Runde waren mir gleich vier Autos im Weg", klagte der enttäuschte BMW Sauber-Pilot. "Die meisten haben wenigstens versucht, Platz zu machen, aber Bourdais stand mir am Ende komplett im Weg. Ich hatte gehofft, dass das so offensichtlich war, dass er sofort bestraft würde und ich damit noch in Q2 gekommen wäre."

    Sutil war nicht ganz so enttäuscht: "Ich hatte viele Probleme mit den Reifen", so der Force India-Pilot, der das Rennen als Letzter starten wird. "Es war zu viel Graining, im letzten Sektor waren die Reifen aufgelöst." Im letzten Versuch probierte er es deshalb mit den harten Reifen. "Aber die waren nicht so gut. Es ist schon enttäuschend, denn es war nicht unser Maximum."

    Ungarn GP: Kovalainen ist 100. GP-Sieger

    Ungarn GP: Kovalainen ist 100. GP-Sieger

    Felipe Massa setzte sich am Start durch, scheiterte aber kurz vor dem Ziel an der Technik. So gewann Heikki Kovalainen seinen ersten Grand Prix.
    Felipe Massa kündigte an, im Rennen angreifen zu wollen. Genau das setzte er im Rennen in die Tat um. Der Brasilianer los wie die berüchtigte Feuerwehr, die einige seiner Fahrerkollegen später bei ihren Boxenstopps gebrauchen hätten können. Kaum waren die Startampeln erlöschen, brauste Massa von der sauberen Seite der Zielgeraden los, zog spielend an Heikki Kovalainen vorbei und attackierte auch Pole-Mann Lewis Hamilton. In der ersten Kurve setzte sich Massa außen neben den WM-Spitzenreiter, bremste spät, ließ die Räder stehen, dem Briten aber genügend Raum zum Überleben. Trotzdem kam der Ferrari-Pilot als Erster aus der ersten Kurve heraus.

    Bis zu seinem ersten Boxenstopp in Runde 18 fuhr er einen Vorsprung von 3,5 Sekunden auf Hamilton heraus. Der McLaren-Fahrer kam jedoch nur eine Runde später zum Nachtanken, so dass er keine Chance hatte, vorbeizukommen. Auch im Mittelstint pendelte sich der Abstand bei 3,3 Sekunden bis Runde 30 ein. Alles steuerte auf eine Entscheidung beim zweiten Boxenstopp hin. Doch dann platzten in Runde 40 Hamiltons linker Vorderreifen samt aller Siegträume. Er fiel zwischenzeitlich bis auf Rang 10 zurück.

    Damit schien Massas Sieg und WM-Führung sicher. Bis in Runde 68 der Motor im Heck von Massas F2008 den Geist aufgab. Der Ferrari rollte auf Start- und Ziel aus und schenkte so Heikki Kovalainen den ersten GP-Sieg. Der Finne ist damit der 100. Grand Prix-Sieger in der Geschichte der Formel 1.

    Überraschung Glock

    Der Profiteur von Hamiltons und Massas Schlamassel war Timo Glock. Nach einer starken Qualifyingleistung schaffte es Glock schon am Start an Robert Kubica auf Platz 4 vorbeizugehen. Danach fuhr er ein fehlerfreies Rennen, das nur von einem Problem beim Boxenstopp gefährdet wurde. Aber selbst die verlorenen Sekunden beim Tankanlagenwechsel ließen ihn hinter Kovalainen den zweiten Podestplatz belegen - zum ersten Mal in der Formel 1 und noch vor Kimi Räikkönen, Fernando Alonso und Lewis Hamilton. Geschenkt bekam er den dritten Platz nicht: in den Schlussrunden flog Räikkönen geradezu an den Toyota heran. Doch als der Finne bereits im Heck des Toyota steckte, bekam er nach Massas Motorschaden die Order, den Motor zu schonen und Glock nicht mehr zu attackieren.

    Hinter Kovalainen, Glock und Räikkönen belegte Alonso und Hamilton die Plätze 4 und 5. Nelsinho Piquet bestätigte als Sechster seinen Aufwärtstrend seit dem Podestplatz von Hockenheim und Jarno Trulli zeigte als Siebter, dass Toyota mit der Hitze in Ungarn sehr gut zurechtkam. BMW Sauber bekam in Person von Robert Kubica in letzter Sekunde einen Zähler für Platz 8 geschenkt. Kubica hatte beim ersten Boxenstopp nur die Hinterreifen gewechselt und war so aus den Punkterängen herausgefallen, bis Massas Motor platzte. Nick Heidfeld kam mit einer Einstoppstrategie von Platz 15 nur bis auf Platz 11 nach vorne.

    Feuriges Zwischenspiel

    Die meisten der 70 Runden auf dem Hungaroring waren die erwartete Prozession. Doch bei den Boxenstopps ging es richtig heiß her: gleich bei vier Fahrern schlugen Flammen beim Nachtanken empor. Zunächst erwischte es Timo Glock, dann Sebastien Bourdais, Kazuki Nakajima und Rubens Barrichello. Während Toyota bei Glock auf die Ersatztankanlage zurückgriff, kamen bei Bourdais und Barrichello die Feuerlöscher zum Zug. Nakajimas Feuer löschte sich beim Wegfahren von alleine.

    Gar nicht so weit kam Sebastian Vettel. Er fiel mit einem technischen Problem aus. "Es ist noch nicht ganz geklärt", sagte er. "Ich hatte auch einen missglückten Boxenstopp, es wurde etwas zu warm, weil wir ein Problem mit der Tankanlage hatten. Heute ist alles in die Hose gegangen." Denn schon in der Startphase des Rennens verlor Vettel einige Plätze nach einem misslungenen Angriff auf Nelsinho Piquet. "Ich habe mich leider vertan, das Auto verloren und viele Plätze liegen gelassen. Damit war das Rennen verloren." Der einzige weitere Ausfall (neben Massa) war ebenfalls ein Deutscher: Adrian Sutil stellte den Force India fünf Runden vor Schluss an der Box ab.

    Fantastisches Ergebnis für Glock: Ein unglaubliches Gefühl

    Fantastisches Ergebnis für Glock: Ein unglaubliches Gefühl

    Im elften Saisonrennen, seinem fünfzehnten insgesamt, fuhr Timo Glock das erste Mal aufs Podium.
    Timo Glock konnte es kaum glauben, Tadashi Yamashina fand keine Worte und selbst Jarno Trulli freute sich über das beste Toyota-Ergebnis der Saison, obwohl sein Rennen keineswegs so gut wie jenes seines Teamkollegen verlief. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", strahlte Glock, der mit Platz 2 sein bestes Formel 1-Ergebnis und sein erstes Podium einfuhr. "So ein gutes Ergebnis in meinem ersten Jahr zu holen, ist fantastisch."

    Sein Auto sei das gesamte Wochenende gut gelaufen, nur als er im Rennen die weichen Reifen aufzog, lief es nicht mehr ganz so rund. "Ich hatte einige Probleme und Kimi schloss zu mir auf", beschrieb Glock die letzten Runden. "Aber ich wusste aus dem letzten Jahr in der GP2, als ich selbst mit einem schnellen Auto im Mittelfeld fest hing, dass es schwierig ist, zu überholen." Er wusste: wenn er keinen Fehler begehen würde, konnte Räikkönen nicht vorbeikommen. Glock machte keinen Fehler.

    "Ich freue mich für Timo und ich bin froh, dass wir so eine starke Form haben", freute sich Jarno Trulli mit Glock. "Hoffentlich können wir weiterhin so gute Ergebnisse erzielen." Trulli erntete mit Platz 7 zwei weitere Zähler, die den Tag abrundeten. "Es hätte sogar noch besser sein können. Ich war heute schnell, aber konnte nicht angreifen, weil ich nur eine freie Runde ohne Verkehr hatte", klagte der Zugführer des Trulli-Train. "Ich habe zu Beginn eine Position gewonnen, aber überholen ist hier nahezu unmöglich."

    Honda gegen Heidfeld: Feuriges Hindernis

    Honda gegen Heidfeld: Feuriges Hindernis

    Eine missglückte erste Runde, ein langsamer BMW, ein hitziger Boxenstopp: Bei Honda sah man sich im Mittelfeld zahlreichen Hindernissen ausgesetzt.
    Mit großen Hoffnungen war man bei Honda ins ungarische Budapest gereist - und zeigte sich durchaus angetan von den Ergebnissen einer neuen Radaufhängung und verbesserter Aero-Teile. Zufrieden war man auch mit Jenson Buttons zwölftem Startplatz am Samstag - um am Sonntag Stagnation zu erleben. Nach dem ersten Sieg der Japaner in Ungarn 2006 musste sich Button mit Rang zwölf auch im Rennen begnügen, während sich Rubens Barrichello um eine Position auf Rang 16 verbesserte...

    "Ich hatte einen schlechten Start, der mich auf Platz 14 zurückgeworfen hat. Nach Kurve eins war Heidfeld innen von mir. Ich wusste, dass er sich verbremsen wird, und so geschah es auch. Ich musste selbst meine Linie ändern. Dadurch kam Rubens an mir vorbei, den ich aber nachher wieder überholen konnte", berichtete Jenson Button von einer turbulenten Startphase, auf die dann aber Langeweile folgte. So gab es eine zweite Begegnung mit dem BMW-Piloten.

    "Zwischenzeitlich lief ich wieder auf Heidfeld auf. Er war in den letzten beiden Kurven immer sehr stark - ich hatte keine Chance zu überholen. Das Problem war, dass er eine Ein-Stopp-Strategie hatte und somit nicht in die Box fuhr", sagte der Ungarn-Sieger von 2006, der somit einen ähnlichen Rennverlauf erlebte wie Teamkollege Rubens Barrichello. Auch der Brasilianer lief auf Heidfeld auf: "Nach einem guten Start mit vier gewonnenen Position war es kein sonderlich aufregendes Rennen für mich. Wir entschieden uns, mit gebrauchten Vorderreifen zu starten. Das war ein Fehler, denn das Auto hatte auf dem ersten Stint keine gute Balance."

    Für unfreiwillige Action sorgte bei dem zweifachen Vize-Champion nur ein heißer erster Boxenstopp - wie ihn allerdings auch andere Kollegen erlebten. "Dann hat die Tankanlage beim ersten Stopp ein kleines Feuer verursacht - und es dauerte lange, bis die zweite Tankanlage bereit war. Danach war mein Rennen im Grunde schon vorbei", resümierte der Routinier enttäuscht. "Die zahlreichen blauen Flaggen, die mir gezeigt wurden, haben es unmöglich gemacht, noch Boden gutzumachen. Ein Rennen zum Vergessen."

    Auch Jenson Button musste auf die unbelohnten Verbesserungen an seinem Dienstwagen verweisen. "Es war ein positives Wochenende, aber das Rennen selbst war frustrierend. Wenn es vor uns keine Luftverwirbelungen gab, hatten wir eine sehr gute Performance. Es war definitiv ein Schritt nach vorn", bilanziert der 28-Jährige. Ein Fazit, dem Ross Brawn zustimmt: "Es war mit unseren Startpositionen nicht einfach. Die neuen Teile, die wir in Ungarn eingesetzt haben, haben die Performance definitiv verbessert. Aber auch der Rest des Feldes schläft nicht..."

    Ungewohnter Silber-Sieger: Heikkis großer Tag

    Ungewohnter Silber-Sieger: Heikkis großer Tag

    Pech und Defekte bei Heikki Kovalainen, Pokale und Ruhm für Lewis Hamilton. Zumindest für einen Tag war es einmal umgekehrt...
    Immer wieder hatte der einstige Silberpfeil-Pilot Kimi Räikkönen die überlegene Performance der McLaren Mercedes auf dem Hungaroring betont - und fuhr ihnen auch im Rennen hinterher. Felipe Massa hingegen hatte sich weniger bescheiden gezeigt: Nach dem dritten Platz im Qualifying hatte er nicht aufgeben wollen - und schob sich an beiden McLaren-Boliden vorbei. Nachdem einem packenden Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und dem Brasilianer der Defektteufel zuvorgekommen war, hieß der lachende Dritte ausgerechnet Heikki Kovalainen...

    "Es gab in diesem Jahr bereits einige Rennen, in denen ich in der Lage war, um den Sieg zu kämpfen und in denen ich dann Pech hatte", erinnert der Finne an seine lange währende Pechsträhne. "Nach der Hälfte des heutigen Grand Prix begann sich das Blatt für mich zu wenden, ich attackierte Felipe Massa nach Kräften - und es funktionierte. Es tut mir Leid für ihn, denn er fuhr ein gutes Rennen." Nach der verlorenen zweiten Position am Start hatte Kovalainen lange ein unauffälliges Rennen bestritten, in dem ihm immerhin der erst zweite Podestplatz seiner Saison sicher schien.

    Mehr Action erlebte in unfreiwilliger Form Lewis Hamilton. Nach dem ebenfalls verlorenen Startduell gegen Felipe Massa war es im zweiten Stint ein Reifenschaden, der sich dem Briten in den Weg stellte. "Zu Beginn hatte ich schon Probleme mit den Reifen. Aber der Plattfuß hatte sich nicht angekündigt. Plötzlich wurde das Auto in Kurve eins auf der linken Seite instabil und ich dachte schon, ich hätte einen Fehler gemacht", berichtete Hamilton. "In der zweiten Kurve habe ich dann begriffen, was passiert war. Mit unserer Strategie rechnete ich mir immer noch eine Siegchance aus, doch der Reifenschaden zerstörte mein Rennen."

    Auch Norbert Haug war sich sicher, dass man auf die Strategie Massas perfekt hätte reagieren können. Laut dem Mercedes-Motorsportchef wäre Hamilton mit einem um vier Runden späteren Boxenstopp noch an den Brasilianer vorbeigezogen. Den Reifenschaden bei Hamilton sieht Haug als Ergebnis eines Fremdkörpers, der sich in die Außenwand des Pneus gebohrt hatte. Eine Sichtweise, die trotz der wenig reifenschonenden Fahrweise seines Schützlings auch Ron Dennis bestätigt: "Leider sollte das nicht sein - durch einen Bremsplatten und einen unabhängig davon aufgetretenen Reifenschaden verlor er seine Siegchance."

    So rühmte man sich bei McLaren Mercedes mit Blick auf Lewis Hamiltons Meisterschaftsführung von nunmehr fünf Punkten Vorsprung auf Kimi Räikkönen bestmöglicher Schadensbegrenzung - und freute sich mit Kovalainen. "Mit unseren Finnen haben wir offensichtlich Erfolg, erst Mika, dann Kimi und jetzt Heikki", stellte Haug fest. Und nach Jahren der wenig zuverlässigen McLaren-Boliden entdeckt auch Teamchef Ron Dennis einen alten Spruch wieder: "Eine der ältesten Regeln im Motorsport lautet: Um Erster zu werden, musst du zuerst ins Ziel kommen. Das klingt abgedroschen, ist aber wahr."

    Schockstarre bei Ferrari: Grausamer Rennsport

    Schockstarre bei Ferrari: Grausamer Rennsport

    Ein noch nicht spezifizierter Motorschaden ließ Felipe Massas angestrebte WM-Führung in Rauch aufgehen. Es profitierte neben McLaren auch Kimi Räikkönen...
    Einst hatte man sich bei Ferrari mit sichtlichem Genuss die technischen Missgeschicke der Konkurrenz zu Nutze gemacht: Mit erschreckender Regelmäßigkeit war es einst insbesondere am McLaren Mercedes von Kimi Räikkönen immer wieder zu Defekten gekommen - die Michael Schumacher im WM-Kampf davonziehen ließen. Spätestens seit vergangenen Jahr haben die Silberpfeile ihre Zuverlässigkeitsprobleme in den Griff bekommen - bevor es heute gar zum Rollentausch kam...

    "Nach dem Start haben wir eine unglaubliche Performance gezeigt. Ich hatte das Rennen unter Kontrolle, denn nach dem Problem bei Hamilton musste ich kein Risiko mehr eingehen. Ich hatte 23 Sekunden Vorsprung auf Heikki Kovalainen", fühlte sich Felipe Massa bereits vorzeitig als Sieger, erlebte jedoch eine böse Überraschung. "Der Motorschaden ist ohne jede Vorwarnung passiert. Wenn das Rennen eigentlich schon gelaufen ist, nur noch zwei Runden zu fahren sind und plötzlich der Motor in Rauch aufgeht, ist das natürlich kein tolles Gefühl. Rennsport kann grausam sein."

    Noch befinden sich die einst für ihre Zuverlässigkeiten bekannten Italiener auf Fehlersuche: "Das Problem wird analysiert. Ich weiß nicht, was passiert ist, aber es fühlte sich sehr seltsam an. Wir müssen an der Zuverlässigkeit des Autos weiterhin arbeiten." Kimi Räikkönen, der Erlebnisse wie diese aus seiner Zeit bei McLaren zur Genüge kennt, litt mit seinem brasilianischen Teamkollegen: "Es ist schrecklich, ein Rennen so zu verlieren. Es war aber auch für mich kein tolles Rennen."

    So war es die Heckpartie von Fernando Alonsos Renault, die Räikkönen über weite Teile des Rennens hinweg erkunden durfte. "Solange einem langsameren Auto festzustecken, ist frustrierend und langweilig. Als ich endlich pushen konnte, war das Auto sehr gut, aber insgesamt war es schon zu spät", berichtet der Finne. "Als ich auf Glock auflief, hatte ich ein mechanisches Problem im Heckbereich, also musste ich Tempo rausnehmen. Es war ein enttäuschendes Wochenende, aber zumindest habe ich mich mit einem annehmbaren Ergebnis zurückgemeldet."

    In der Meisterschaft nimmt Räikkönen mit 57 Punkten - und drei Punkten Vorsprung auf Massa - wieder unverhofft die Rolle des Zugpferds ein. "Kimi war für zwei Drittel des Rennens hinter Alonso, er konnte nur selten auf freier Strecke zeigen, was möglich gewesen wäre. Wir haben gezeigt, dass unser Paket mit Blick auf die Performance konkurrenzfähig ist, aber heute fehlte die nötige Zuverlässigkeit", resümierte Technikchef Luca Baldisserri. Auch Teamchef Stefano Domenicali bedauerte den technischen Fauxpas aufrichtig: "Felipe ist das vielleicht beste Rennen seiner Karriere gefahren..."

    Die Tankfeuer in Budapest: Zufall oder Fehler?

    Die Tankfeuer in Budapest: Zufall oder Fehler?

    Leuchtfeuer haben spätestens seit dem Herrn der Ringe einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. In Budapest gaben die Teams Zeichen mit Tankfeuern.
    Toro Rosso, Honda, Williams und Toyota hatten in Ungarn eines gemeinsam: verpatzte Boxenstopps. Gleich bei vier verschiedenen Teams versagten die Einheitstankanlagen den ordnungsgemäßen Dienst, mehrmals schlugen Flammen gen Himmel. "Wir sehen es uns an", sagte Toyota-Präsident John Howett gegenüber Autosport. Die fünf Sekunden, die Timo Glock durch den Vorfall verloren hat, hätten ihn beinahe den zweiten Platz gekostet.

    Howett glaubt, dass die hohen Temperaturen zu den Vorfällen beigetragen haben könnten. "Bei so hohen Temperaturen kommt etwas Druck aus dem Tank." Man könne das Benzin aber nicht so stark kühlen. "Es sind Standardanlagen, an denen wir keine Änderungen vornehmen dürfen."

    Nick Fry verriet, dass beim Stopp von Rubens Barrichello sich der Tankstutzen nicht richtig aufsetzen ließ. "Das scheint alles gewesen zu sein", meinte er. Dabei habe man etwa einen halben Liter Benzin vergossen, der sich entzündete. Die zweite Tankanlage habe danach ohne Probleme funktioniert. "Es wird interessant sein zu erfahren, was bei den anderen Autos passiert ist. Denn es ist ungewöhnlich, dass es so viele Feuer gibt. Vielleicht war es nur Zufall."
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    BERICHT: ERSTER SIEG FÜR HEIKKI

    BERICHT: ERSTER SIEG FÜR HEIKKI
    LEWIS BLEIBT NACH REIFENSCHADEN WM-SPITZENREITER


    Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Heikki Kovalainen gewann den Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring nahe Budapest und sorgte für einen Hattrick des Teams nach zwei Siegen von Lewis Hamilton. Nach 70 Runden (306,458 km) fuhr Heikki elf Sekunden vor Timo Glock (Toyota) ins Ziel, nachdem der bis dahin Führende Felipe Massa (Ferrari) drei Runden vor Schluss ausfiel. In seinem 28. Grand Prix holte Heikki seinen ersten Sieg in der Formel 1; er ist der 100. Grand-Prix-Sieger der Formel-1-Geschichte. Lewis wurde Fünfter; er hatte in der 41. Runde einen Reifenschaden und musste langsam zu einem vorgezogenen zweiten Stopp an die Boxen fahren. Nach elf von 18 Rennen verteidigte Lewis die Führung in der Gesamtwertung mit 62 Punkten. Heikki ist Sechster mit 38 Zählern. In der Konstrukteurs-WM verbesserte sich Vodafone McLaren Mercedes auf Platz zwei mit 100 Punkten; es führt Ferrari mit 111 Zählern.

    Der Start:
    Lewis und Heikki starteten gemeinsam aus der ersten Reihe; Lewis hatte seine zehnte Pole Position in der Formel 1 erzielt, Heikki war Zweitschnellster im Qualifying. Beide wurden am Start von Massa überholt und kamen auf den Plätzen zwei und drei aus der ersten Runde zurück.

    Das Rennen:
    Runde 10: Lewis war Zweiter, 2,8 Sekunden hinter Massa. Heikki folgte auf Platz drei, 4,8 Sekunden dahinter.
    Runde 18: Lewis übernahm die Führung vor Heikki, als Massa zu seinem ersten Stopp an die Box fuhr.
    Runde 19: Lewis legte seinen ersten Boxenstopp ein (9,4 Sekunden) und fiel auf Platz sechs zurück; Heikki führte.
    Runde 21: Heikki kam als Führender an die Box (9,9 Sekunden) und fiel auf Platz sieben zurück.
    Runde 25: Die Top Fünf hatten ihre ersten Boxenstopps absolviert. Lewis war Zweiter hinter Massa, Heikki fuhr auf Platz drei.
    Runde 41: Im ersten Sektor kam es an Lewis‘ Auto vorne links zu einem Reifenschaden; er fuhr langsam zurück zur Box. Nach 8,8 Sekunden Standzeit nahm Lewis mit frischen Reifen und genug Kraftstoff für einen langen letzten Stint das Rennen als Zehnter wieder auf. Heikki war Zweiter.
    Runde 44: Massa fuhr zu seinem zweiten Boxenstopp herein und Heikki übernahm die Führung.
    Runde 48: Heikki legte seinen zweiten Routinestopp ein (6,8 Sekunden) und war danach Vierter. Lewis fuhr auf Platz neun.
    Runde 55: Die Top Zehn hatten ihre zweiten Boxenstopps absolviert; Heikki war wieder Zweiter und Lewis verbesserte sich auf Platz sechs.
    Runde 68: Massa fiel auf der Start-Ziel-Geraden aus und Heikki ging in Führung. Lewis war jetzt Fünfter.
    Ziel (Runde 70): Heikki fuhr zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg ins Ziel; Lewis wurde Fünfter und verteidigte die WM-Führung.

    Rennergebnisse am 20.07.2008

    Rennergebnisse am 20.07.2008

    01.-03. August: Ungarn-GP in Budapest

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes 1:37.27,067
    2 Timo Glock Toyota + 00.11,061
    3 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.16,856
    4 Fernando Alonso Renault F1 + 00.21,614
    5 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.23,048
    6 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 00.32,298
    7 Jarno Trulli Toyota + 00.36,449
    8 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.48,321
    9 Mark Webber Red Bull Racing + 00.58,834
    10 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 01.07,709
    11 David Coulthard Red Bull Racing + 01.10,407
    12 Jenson Button Honda Racing F1 + 1
    13 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1
    14 Nico Rosberg Williams F1 + 1
    15 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 1
    16 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 2
    17 Felipe Massa Ferrari + 3
    18 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 3

    SCHNELLSTE RUNDE
    Kimi Räikkönen/Ferrari Zeit: 01.21,195 in Runde 61

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    23 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso Überhitzer Motor
    63 Adrian Sutil Force India F1 Bremsprobleme
    Bilder
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    Super Aguri wurde versteigert

    Super Aguri wurde versteigert: Deutsche Firma hat zugeschlagen

    Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Formel 1-Rennstall versteigert wird.
    Zuletzt handelte es sich um Super Aguri. Ein Werkzeughersteller schlug zu. Die Überbleibsel des ehemaligen Super Aguri Formel 1-Teams waren bekanntlich zur Versteigerung ausgeschrieben. Wie sich nun herausstellte, hat ein deutscher Werkzeughersteller zugeschlagen und die Reste des Teams aufgekauft. Der Hersteller Formtech ist bereits in der Formel 1 vertreten.

    In einem Statement ließ die Firma wissen, dass die ehemaligen Räumlichkeiten des japanischen Rennstalls verwendet werden, um die erste Niederlassung in Großbritannien zu errichten. Man erhofft sich dadurch verstärkt im Motorsport-Business zu etablieren. Des weiteren möchte man das Rennequipment des ehemaligen Rennstalls an Leute weiterverkaufen, die vorhaben ein eigenes Formel 1-Team zu gründen.

    Neue Formel 1 Allianz hat Boss

    Neue Formel 1 Allianz hat Boss: Montezemolo übernimmt die Führung

    Die neu gegründete Formel 1 Allianz der Teams soll für die nächsten 12 Monate von Luca di Montezemolo geführt werden.
    Die neue Allianz der Formel 1 Teams hat ihren Anführer gefunden. Luca di Montezemolo soll die Gruppe in Zukunft leiten, das zumindest vermeldet die Sport Bild. Geklärt wurde das bei einem Treffen der zehn Teamchefs in Maranello bei dem einstimmig beschlossen haben, dass man die FOTA [Formula One Teams Association] gründen werde.

    Aufgabe der Gruppe ist unter anderem das Erreichen einer einstimmigen Lösung für die finanziellen Aspekte des Sports. Noch am Dienstag meinte ein Ferrari-Sprecher, dass man noch keine Entscheidung über einen möglichen Kopf für die Gruppe gefällt habe. Wie Sport Bild wissen will, wird di Montezemolo für die nächsten 12 Monate das Amt übernehmen.

    Kovalainen bleibt bei McLaren

    Kovalainen bleibt bei McLaren: Auch 2009 mit Lewis und Heikki

    McLaren Mercedes tritt auch in der nächsten Saison mit Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton an.

    Heikki Kovalainen wird auch 2009 für McLaren Mercedes in der Formel 1 fahren. Diese Meldung ist nicht unerwartet oder gar überraschend, aber seit Donnerstag wenigstens bestätigt, wenn auch noch nicht offiziell mit einer Pressemitteilung verkündet. "Er steht bei uns unter Vertrag und wir auch 2009 für uns fahren", sagte Martin Whitmarsh gegenüber Autosport. Schon vor dem Deutschland GP hatten Whitmarsh, Ron Dennis und Norbert Haug übereinstimmend erklärt, dass es keine Überlegungen gebe, Kovalainen zu ersetzen.

    "Wir beurteilen unsere Leute intern nach ihrem Potenzial", sagte Haug. Kovalainen habe mit seinen Leistungen in der ersten Saisonhälfte auf sich aufmerksam gemacht, obwohl er gleich mehrmals Pech mit der Technik und besonderen Umständen hatte. Kurz vor dem Rennen in Hockenheim hatte Schumacher-Manager Willi Weber Nico Rosberg ins McLaren-Cockpit gesetzt und
    Kovalainen zu Renault abgeschoben - sicherlich nicht ganz ohne Hintergedanken. Denn mit Nico Hülkenberg ist er Manager des dritten Mannes bei Williams, der dann vielleicht aufgerückt wäre.

    Viel Pech gehabt

    Kovalainen fehlen im Team internen Vergleich mit Lewis Hamilton zwar einige Punkte, doch war die Qualifying-Performance durchaus ansprechend. So konnte er in Silverstone seine erste Pole Position herausfahren. Allerdings stand er im Laufe des Jahres nur einmal auf dem Podium, was sich jedoch durch einige Ausfälle und widrige Umstände erklären lässt.

    Haug erklärte schon in Hockenheim, dass man Kovalainen keinen Vorwurf dafür machen könne, wenn sein Reifen von einem Konkurrenten aufgeschlitzt wurde, wenn er in Barcelona einen unverschuldeten Unfall hatte, wenn er in Monaco keinen Gang einlegen konnte und wenn das Safety Car zur falschen Zeit auf die Strecke gegangen ist. "Das sind vier Gelegenheiten, bei denen er locker mehr Punkte hätte holen können." Aus diesen Gründen habe er bei weitem nicht die Punkte auf dem Konto, die er haben könnte. Das dürfe man einem Fahrer jedoch nicht vorhalten.

    12. Europa GP / Valencia Straßenkurs

    12. Europa GP / Valencia Straßenkurs

    Valencia: Die Straßen im Hafen
    Wie erwartet, wird die Strecke hauptsächlich um den neu gebauten Hafen führen, von wo aus kürzlich der America's Cup gesegelt wurde. Im Gegensatz zu dem Stadtkurs in Monte Carlo wird es sich bei der Strecke in Valencia jedoch nicht um einen langsamen Parcours handeln. Die erwartete Rundenzeit für die elf Rechts- und 14 Linkskurven der 5,4 Kilometer langen Strecke beträgt 1 Minute und 37 Sekunden. Damit liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit des Kurses bei über 200km/h. Auch Hochgeschwindigkeitspassagen werden enthalten sein. Außerdem werden Tribünen für über 100.000 Zuschauer geschaffen. Ab Oktober sollen die Bauarbeiten beginnen.
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    Vorschau: Grand Prix von Europa 2008

    Vorschau: Grand Prix von Europa 2008

    Mit dem Grand Prix von Europa vom 22. bis 24. August in Valencia, Spanien, dem zwölften von 18 Läufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008, endet die Sommerpause der Formel 1. Das Rennen auf dem Straßenkurs in der Hafenstadt am Mittelmeer ist neu im Grand-Prix-Kalender.
    Die 5,44 Kilometer lange Strecke mit 24 Kurven führt um die Juan Carlos I. Marina, vor einem Jahr Heimathafen der Regatten um den 32. America's Cup. Im Gegensatz zum traditionellen Straßenrennen der Formel 1 in Monte Carlo mit zahlreichen engen Kurven hat der Kurs in Valencia viele flüssige Kurven und bietet mehrere Überholmöglichkeiten.
    Die Computersimulationen ergaben am Ende der längsten Geraden eine Höchstgeschwindigkeit von rund 320 km/h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit einer Runde wurde mit etwa 225 km/h errechnet.
    Valencia ist der fünfte Austragungsort für den Grand Prix von Europa, nach der Premiere 1983 in Brands Hatch und weiteren 16 Rennen auf dem Nürburgring, in Donington und in Jerez.

    Lewis Hamilton

    Hast du dich während der so genannten Sommerpause mit dem Stand der Weltmeisterschaft und mit deinen Rivalen beschäftigt?

    „Ich zog es vor abzuschalten und meine Batterien wieder aufzuladen. Die bisherige Saison kommt mir ganz anders vor als die vor einem Jahr. Damals spielte Konstanz eine große Rolle, diesmal erzielten die Top-Fahrer ganz unterschiedliche Ergebnisse. Jeder Fahrer, der mindestens ein Rennen gewann, holte mindestens zweimal keine Punkte. Gute Ergebnisse sind deshalb umso wichtiger und bis zum Ende der Saison wird auch die Konstanz wichtiger werden.”

    Wie hast du dich auf Valencia vorbereitet?
    „Ich kenne die Stadt von der Präsentation des Vodafone McLaren Mercedes Teams hier im letzten Jahr und von den Testfahrten auf dem Circuit Ricardo Tormo. Dass wir jetzt auf einer neuen Strecke fahren, hat meine Vorbereitungen im McLaren Technology Centre kaum verändert. Da wir auf der Strecke keine Erfahrungswerte haben, sind die freien Trainings am Freitag und am Samstagmorgen noch wichtiger als sonst. Ich hoffe, dass wir das Wochenende mit einer guten Grundabstimmung beginnen, die wir dann im Laufe des Wochenendes weiter verbessern. Ich freue mich auf diesen neuen Kurs – er sieht sehr interessant aus.“

    Was können wir von dir in diesem Jahr noch erwarten?
    „Ich mache keine Vorhersagen – das Rennen in Ungarn hat gezeigt, wie unwägbar die Formel 1 ist. Deshalb fasziniert sie ja so viele Zuschauer. Ich bin im Kampf um die Fahrer-WM in einer guten Position und ich gebe alles dafür, dass dies so bleibt. Wir wissen, dass unsere Gegner stark sind, aber wir haben unser Auto immer weiter verbessert und deshalb gilt das auch für uns. Am wichtigsten wird es sein, immer in die Punkte zu fahren.”

    Heikki Kovalainen

    Wie hast du die Tage nach deinem ersten Grand-Prix-Sieg in Ungarn verbracht?
    „Meine Ferien waren arbeitsreich. In Woking bereitete ich mich gemeinsam mit meinen Ingenieuren auf das Rennen in Valencia vor. In meiner Heimatstadt Suomussalmi in Finnland half ich bei der Organisation eines jährlichen Kartrennens. Ich war nach langer Zeit erstmals wieder in Finnland und es war toll, dass ich diesmal als Grand-Prix-Sieger auftrat.“

    Wie bereitest du dich nach deinem Erfolg in Ungarn auf die verbleibenden Rennen des Jahres vor?
    “Der Sieg änderte nicht viel. Ich steigere mich immer noch von Rennen zu Rennen und verbessere meine Zusammenarbeit mit dem Team. Ich will in diesem Jahr noch mehr Rennen gewinnen und regelmäßig Spitzenplätze einfahren. In der ersten Saisonhälfte gelang mir das ab und zu; jetzt glaube ich, dass mir das öfter gelingen kann und darauf freue ich mich.“

    Was ist dein Eindruck von der Strecke in Valencia?
    „Wir werden hier sehr schnell sein. Damit ist Valencia ganz anders als die bisherigen Straßenkurse. Ich weiß nicht, ob man hier auch überholen kann, aber es gibt ein paar Haarnadelkurven – dort könnte es möglich sein.“

    Martin Whitmarsh

    Welche besonderen Anforderungen stellt die Strecke in Valencia an das Team?
    „Die Strecke wird anfangs noch staubig sein und ‚grün„, wie wir sagen. Wir dürfen uns nicht dazu verleiten lassen, mit der Abstimmung zu viel zu probieren, wir müssen vielmehr abwarten, bis sich der Streckenzustand bessert. Unsere Simulationen ergaben einen Abtrieb ähnlich dem in Hockenheim, doch in der Realität kann das anders aussehen. An mehreren Stellen stehen die Betonmauern nahe an der Strecke; wir bringen deshalb viele Ersatzteile mit, hoffen aber, dass wir sie nicht brauchen.”

    Wie bereitet sich das Team auf eine neue Strecke vor?
    „Am wichtigsten ist, dass wir gründlich und methodisch arbeiten. Natürlich haben wir bereits jede Menge Daten, doch mit Beginn des Freien Trainings am Freitag kommen dazu die Erfahrungen der Fahrer und die Daten, die wir mit den Autos sammeln. Dabei darf man nicht zu hastig vorgehen, sonst arbeitet man in die falsche Richtung.“

    Wie wichtig ist dieses Rennen für die Formel 1?
    „In den vergangenen fünf Jahren wurde Spanien für die Formel 1 immer wichtiger. Ein zweiter Grand Prix im Land trägt dem Erfolg der Formel 1 und ihrer Beliebtheit in Spanien Rechnung. 2007 präsentierten wir hier die Partnerschaft Vodafone McLaren Mercedes und damals bot die Stadt eine wunderbare Kulisse für unsere Veranstaltung.
    Aufgrund unserer damaligen Erfahrung mit der Organisation und der Stadt sind wir sicher, dass das Rennen ein großer Erfolg werden wird, der für die Formel 1 Maßstäbe setzen wird. Außerdem bedeutet dieser Grand Prix die Rückkehr der Stadtrennen, das wird sich im September in Singapur und nächstes Jahr in Abu Dhabi fortsetzen. Diese Rennen ziehen weit mehr Fans an als neu gebaute Rennstrecken außerhalb der Städte. Für das weitere Wachstum der Formel 1 ist das sehr wichtig und alle bei Vodafone McLaren Mercedes hoffen auf ein erfolgreiches Wochenende – für unser Team im Besonderen und für die Formel 1 im Allgemeinen.“

    Norbert Haug

    Der Grand Prix von Europa findet auf einem neuen Stadtkurs statt. Nach Silverstone, Hockenheim und Budapest eine neue Herausforderung. Ist der vierte Sieg in Folge möglich?
    „Lewis, Heikki und das gesamte Team haben mit den drei Siegen in Folge sehr gute Leistungen gezeigt. Seit Beginn der letzten Saison haben wir jetzt 13 von 28 Rennen gewonnen und wollen die Trefferquote möglichst weiter steigern. Aber Valencia wird bei der Premiere für alle ein ganz neues Spiel.“

    Der Grand Prix in Valencia ist ein neues Stadtrennen. Was erwartet uns dort?
    „Beim Stichwort Stadtrennen denkt man in der Formel 1 zunächst an Monaco. Doch mit diesem Klassiker hat Valencia nicht viel gemein, außer dass beide Städte am Mittelmeer liegen und der Kurs am Hafen vorbei führt. Während das Rennen in Monte Carlo mit rund 156 km/h für die schnellste Runde das langsamste und mit knapp 254 Kilometern das kürzeste der Saison ist, erwarten uns in Valencia 310 Kilometer Renndistanz und eine Strecke auf der fünfmal pro Runde 300 km/h oder mehr erreicht werden. Dabei muss dreimal pro Runde auf Geschwindigkeiten von rund 80 km/h abgebremst werden, was die Bremsen ähnlich wie in Montreal extremst fordert. Das längste Volllaststück entlang des Hafenbeckens, wo etwa 13 Sekunden Vollgas gefahren wird, ist 950 Meter lang. Die Start- und Zielgerade ist mit 185 Metern die kürzeste aller in diesem Jahr gefahrenen Formel-1-Kurse. Die von uns errechnete Durchschnittsgeschwindigkeit pro Runde von 225 km/h ist immerhin die achtschnellste aller Grand-Prix-Strecken – nicht gerade typisch für einen Stadtkurs also, sondern eher so etwas wie Silverstone oder Monza in der Stadt.“

    Wie bereiten sich die Motorentechniker auf eine neue Strecke wie Valencia vor, wenn es noch keine Erfahrungswerte gibt?
    „Unsere Techniker bei Mercedes-Benz HighPerformanceEngines in Brixworth und in Stuttgart erarbeiten die Strecken-Simulationsdaten mit Partner McLaren und nutzen diese für die Motoren-Prüfstandssimulation. Wir legen unserer Prüfstandsarbeit die berechneten Getriebeabstufungen, Drehzahlen und Gangwechsel zugrunde, finden dazu das optimale Ansprechverhalten des Motors und optimieren entsprechend die Kalibrierung, um so den Anforderungen des Kurses in Valencia wie auch den Bedürfnissen der Fahrer zu entsprechen. Diese Vorbereitung ist gerade bei einem neuen Kurs, für den keine Daten von Tests oder Rennen vorliegen, extrem wichtig – sie können am Ende entscheidend dafür sein, dass Qualifying und Rennen in bestmöglicher Form angegangen werden können.“

    Mercedes Motor mit 25 PS Vorteil: Vier Zehntel pro Runde

    Mercedes Motor mit 25 PS Vorteil: Vier Zehntel pro Runde

    Der Motor den Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen im Heck haben, soll 25 PS mehr leisten als alle anderen im Feld.
    McLaren profitiert 2008 von der ausgezeichneten Performance der Mercedes Motoren. Das will Auto Motor und Sport wissen. Zudem sollen die Flügel an der Nase des Autos, so wie sie Honda und BMW Sauber einsetzt werden und die in Ungarn zum ersten Mal bei McLaren zum Einsatz kamen, dem Auto einen zusätzlichen Performance-Schub erlauben.

    Die Konkurrenz geht davon aus, dass der Mercedes-Motor ungefähr 25 PS mehr leistet, als jeder andere Motor im Formel-1-Feld. Durch die neuen aerodynamischen Anbauteile soll der Motor durch intelligente Luftverteilung noch besser funktionieren.

    "Wenn diese Zahlen stimmen, dann bringen die 25 PS dem McLaren Team einen Vorteil von etwa vier Zehntel pro Runde", sagte Willy Rampf von BMW Sauber. Interessant ist das vor allem, wenn man bedenkt, dass McLaren die letzten drei Rennen der laufenden Formel 1 Saison gewonnen hat.

    Es geht nach Valencia: Der Hafen ruft

    Es geht nach Valencia: Der Hafen ruft

    Die erste Streckenpremiere der Saison rückt immer näher. Valencia ist bereit, sind es auch die Fahrer und Teams?
    In Valencia steht in einer Woche die erste von zwei Stadtkurs-Premieren in dieser Saison an. Ende September folgt das Nachtrennen in Singapur. Zwar besitzt Valencia in dem Circuito Ricardo Tormo eine permanente Rennstrecke, doch anstatt diese auf F1-Tauglichkeit auszubauen, entschied man sich für einen Parcours in der Stadt und am Hafen.

    Dümpelnde Yachten am Bildrand wecken Erinnerungen an den Großen Preis von Monaco, die Streckenführung aber gehorcht eher modernen Ansprüchen als der gnadenlosen monegassischen Enge nachzuahmen. An mehreren Stellen werden die F1-Fahrzeuge um die 300 km/h schnell sein. Am letzten Juliwochenende fand in Form von Formel-3- und GT-Rennen eine Art Generalprobe für den Grand Prix statt.

    Die F1 hatte keine Testgelegenheit in Valencia. So haben sich die Teams in der Simulation vorbereitet: Auf Basis der Streckendaten wurde mit Hilfe eines Computer-Programms die voraussichtliche Ideallinie bestimmt. In verschiedenen Fahrzeugkonfigurationen wurden Rundenzeiten simuliert. Für die mechanische Abstimmung wurden die Gewichtsverteilung sowie die Feder- und Dämpferkennung bestimmt. Aufgrund der errechneten Geschwindigkeiten konnte die Getriebeübersetzung festgelegt werden. Unter Berücksichtigung von Abtriebsniveau und Streckencharakteristik konnte die Rundensimulation den Belastungsgrad der Bremsen ermitteln, so wurden Bremsmaterial und Belüftung definiert. Der Grip der Asphaltoberfläche und der Reifenverschleiß dagegen lassen sich nur vor Ort erfahren.

    Valencia hat längst sein früheres Industriehafen-Image abgestreift und sich zu einer der kulturellen Metropolen Europas entwickelt. Die Marina der mit rund 850.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Spaniens hat sich anlässlich der Austragung des America's Cup 2007 zu einem ebenso edlen wie coolen Areal gewandelt. Die Strecke führt über eine Brücke, die Nord- und Südmarina miteinander verbindet. Auf der Südseite fahren die Autos nahe am Kai vorbei, passieren das Gebiet des historischen Fischmarkts in Richtung der Vorstadt Grao.

    Kurz folgen sie dem Flusslauf des Turia, dann wird für eine Haarnadelkurve abgebremst, und weiter schlängelt sich die Strecke zurück in Richtung Wasser. Nach einer Folge von S-Kurven biegen die Fahrzeuge nach links ab und erreichen die Start-Ziel-Gerade, womit sie wieder im Hafen und zu Hause wären, denn die Garagen der Teams sind in den Hafengebäuden untergebracht.

    Teams mit Licht in Singapur zufrieden

    Teams mit Licht in Singapur zufrieden: Fünf Mal so stark wie im Fussball-Stadion

    Das Beleuchtungssystem in Singapur wurde nun für gut befunden und kann aufgebaut werden. Fünf Mal so viel Licht wie in einem Fussball-Stadion bei Nacht wartet.
    Nun ist es soweit, alle sind zufrieden und so erklären die Formel 1 Teams geschlossen, dass sie mit dem Beleuchtungssystem in Singapur zufrieden sind. Der völlig neuartige Grand Prix kann also nächsten Monat endgültig über die Bühne gehen.

    Repräsentanten aller Teams waren im vergangenen Monat an der Strecke und nahmen dabei alles genau unter die Lupe. Dem Kurs, der in Singapurs Yachthafen liegt, wurde dabei einstimmig das o.k. Gegeben, das will NewsAsia wissen.

    Die Arbeiten, um die Lichtsysteme anzubringen, sind in vollem Gange, denn auch für die TV-Kameras muss ausreichende Helligkeit vorherrschen, um gestochen scharfe Bilder in die Wohnzimmer der Fans zu liefern. 1500 Projektoren werden gebraucht, um den 5 Kilometer langen Straßenkurs zu beleuchten.

    Die Beleuchtung wird damit etwa fünf Mal stärker sein als für gewöhnlich in einem Fussball-Stadion, Nachts. Mittlerweile sollen bereits 95 Prozent aller Tickets verkauft sein, was ausverkaufte Tribünen nahezu garantiert.

    Valencia und die Safety-Car-Gefahr: Spezielle Taktik gefragt

    Valencia und die Safety-Car-Gefahr: Spezielle Taktik gefragt

    Da in Valencia mit mehr Safety Car Phasen zu rechnen ist, müssen die Teams das in die Taktik einplanen. Aber auch sonst ist spezielles Vorgehen gefragt.
    Valencia ist neu und Valencia ist ein Stadtkurs. Zwei Faktoren, die dazu beitragen könnten, dass das Safety Car am kommenden Wochenende des Öfteren zum Einsatz kommt. Bei den Teams scheint man jedenfalls schon fest damit zu rechnen. So erklärte Mercedes Sportchef Norbert Haug laut auto motor und sport, dass man Safety Cars mehr als üblich in seine Taktik mit einbeziehen müsse. Ein großes Sicherheitsproblem erwartete er aber nicht. "Es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man horizontale oder vertikale Auslaufzonen aus Beton hat, aber ich erwarte, dass der neue Kurs 'State of the Art' bietet, was die Sicherheitsvorkehrungen betrifft. Es wird keine Harakiri-Strecke sein", betonte Haug.

    Aber auch wenn es nicht allzu gefährlich sein sollte, ein Einschlag ist auf der relativ engen Piste immer schnell einmal drin, vor allem in den Trainings, in denen man das Limit auszuloten versucht. Für Haug wäre wichtig, dass die Fahrer ihre Autos auf der Strecke halten und so viele Daten wie möglich sammeln. "Langsam und sukzessive steigern und die Boliden wieder heil an die Box bringen", gab er als Weisung aus. Wichtig wird seiner Meinung nach aber auch sein, schon gut vorbereitet anzureisen und das Auto beinahe schon richtig abgestimmt zu haben.

    Obwohl die weitere Abstimmungsarbeit am Freitag dann mitentscheidend für das Wochenende sein wird und alle Teams so viele Erkenntnisse wie möglich sammeln wollen, rechnete Haug aber nicht damit, dass zu Beginn der Trainings mehr gefahren wird als sonst. Der Grund ist einfach: "Der Dreck auf der Strecke birgt das Risiko, mit dem Setup in die falsche Richtung zu gehen. Außerdem besteht dabei immer die Gefahr, die dreckigen Reifen nicht mehr sauber zu bekommen."

    Qualifying: Massa startet von der Pole

    Qualifying: Massa startet von der Pole

    Das erste Qualifying in Valencia sah Felipe Massa als ersten Pole-Mann in der GP-Geschichte. Aber Lewis Hamilton ist gleich dahinter.
    Felipe Massa hat ausgeglichen: in den Straßen von Valencia fuhr der Brasilianer seine vierte Saison-Pole ein und startet damit am Sonntag von der vordersten Position ins Rennen. Leicht versetzt hinter ihm geht Lewis Hamilton in den ersten Grand Prix von Valencia. Der Brite hat in dieser Saison ebenfalls schon vier Pole Positions auf dem Konto.

    "Wenn man hier beim ersten Rennen auf einem neuen Straßenkurs von der Pole startet, ist das eine tolle Ausgangslage", freute sich Massa, der die Strecke als nicht einfach einstufte. Der Asphalt sei noch immer sehr rutschig und es sei schwierig, eine perfekt Runde hinzubekommen. "Meine Runde war gut und wir haben ein gutes Auto für das Rennen." Die Pole habe er im ersten Sektor geholt. "Da war ich fantastisch unterwegs und habe die Grundlage gelegt."

    Das musste auch Hamilton anerkennen. "Felipe hat im ersten Sektor alle in Grund und Boden gefahren, da sind wir morgen hoffentlich besser", so der WM-Führende. "Ich war ein oder zwei Zehntel hinter ihm. Dort habe ich die Zeit liegen gelassen. Es war also keine super Runde von mir, aber sie war okay."

    Hinter der rot-silbernen ersten Startreihe steht Robert Kubica als bester BMW Sauber-Fahrer auf dem dritten Startrang. "Es war ein gutes Qualifying für mich und das Team", sagte der Pole. "Wir hatten in den letzten Rennen Pech, aber hier ist unsere Pace besser. Dennoch gibt es eine Lücke zu McLaren und Ferrari." Neben ihm komplettiert Kimi Räikkönen die zweite Reihe. Heikki Kovalainen folgt in Reihe 3 neben dem Überraschungsmann Sebastian Vettel.

    Nick Heidfeld steht hinter Jarno Trulli nur auf dem 8. Startplatz. Die Top10 komplettierten der drittbeste Deutsche Nico Rosberg und Sebastian Bourdais im zweiten Toro Rosso.

    Europa GP: Massa siegt in Valencia

    Europa GP: Massa siegt in Valencia

    Der Ausfall von Ungarn ist vergessen. Felipe Massa schlug mit dem ersten GP-Sieg in Valencia zurück.
    Die Formel 1 gastierte zum ersten Mal in den Straßen von Valencia. Trotzdem machte Felipe Massa genau dort weiter, wo er in der 67. Runde in Ungarn aufhörte: mit einer überlegenen Führung. In Ungarn riss ihn ein Motorschaden aus den Siegträumen, in Valencia erwischte es seinen Teamkollegen: in Runde 45 löste sich Kimi Räikkönens Ferrari-Motor in eine dicke Rauchwolke auf.

    Mit dem Sieg hatte der Finne ohnehin nichts zu tun. Massa setzte sich am Start direkt von seinem Verfolger Lewis Hamilton ab, hielt den Abstand konstant bei mehreren Sekunden und verteidigte die Führung auch nach Hamiltons erstem Boxenstopp in Runde 17. Massa war als zweiter Fahrer überhaupt schon in Runde 15 an die Box abgebogen.

    Auch bei der zweiten Boxenstopprunde zwischen Runde 36 und 39 setzte sich Massa durch, obwohl der Brasilianer eine Schrecksekunde zu überstehen hatte: bei der Boxenausfahrt gab ihm das Team freie Fahrt, als Adrian Sutil an ich vorbeischoss. Massa konnte nur geradeso eine Kollision bei der Ausfahrt verhindern. Die Rennleitung kündigte eine Untersuchung nach Rennende an. Das sollte nicht der einzige Boxenstoppzwischenfall bei Ferrari bleiben: bei Räikkönens zweitem Stopp, kurz vor dessen Ausfall, fuhr der Finne zu früh los und riss den Tankmann um, der danach ins Medical Centre gebracht werden musste. Ersten Informationen zu Folge hat er Probleme mit dem Knöchel und Rückenschmerzen, aber keine ernsthaften Verletzungen.

    Der spanische Schock

    Der Start in den Grand Prix verlief relativ ereignislos, keine Massenkarambolage, keine Gefahr in der ersten Kurve. Vorne schoss Felipe Massa davon, dahinter wehrte sich Lewis Hamilton gegen Robert Kubica, behielt aber die Oberhand. Besser machte es der angreifende McLaren: Heikki Kovalainen kassierte Kimi Räikkönen und fuhr auf Platz 4 nach vorne. Weiter hinten lief es für die Deutschen gut: Nico Rosberg überholte Nick Heidfeld und Timo Glock kam von 13 auf 10 nach vorne, unter anderem begünstigt durch ein kleines Durcheinander im Mittelfeld.

    Der große Schock für die 115.000 spanischen Fans kam noch in Runde 1: Fernando Alonso bremste, weil sich vor ihm zwei Autos duellierten, Kazuki Nakajima konnte nicht schnell genug reagieren und fuhr dem Spanier ins Heck. Der Japaner beschädigte sich den Frontflügel, Alonso verlor den Heckflügel und musste in der Box mit einem Aufhängungsschaden aufgeben. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte er hinterher in einem TV-Interview. "Es waren zwei Rennen in Spanien und beide Male bin ich ausgefallen. Nakajima war aggressiv, aber wenn man so weit hinten startet, besteht immer ein Risiko. Wir müssen weiter vorne starten."

    Dann sind ähnlich gute Ergebnisse wie für Robert Kubica und Heikki Kovalainen drin. Der Pole belegte hinter Massa und Hamilton den dritten Podestplatz, der Finne erfuhr sich Rang 4. Wieder Punkte gab es für Jarno Trulli auf Position 5. Auch dessen Teamkollege Timo Glock fuhr, trotz einer Erkältung, von Platz 13 mit einer Einstoppstrategie auf Platz 7. Zwischen die beiden Toyota quetschte sich Sebastian Vettel. Der letzte Punkt ging ebenfalls an einen Deutschen: Nico Rosberg erkämpfte sich Platz 8 gegen Nick Heidfeld, der als Neunter ohne Punkte blieb. Adrian Sutil schied nach einem Unfall aus.

    Ergebnis: Großer Preis von Europa

    Ergebnis: Großer Preis von Europa

    Lewis Hamilton Zweiter, Heikki Kovalainen Vierter
    - Vodafone McLaren Mercedes holt 13 WM-Punkte, mehr als jedes andere Team
    - Lewis behauptet Führung in der Fahrer-WM

    Die Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen beendeten den Grand Prix von Europa auf dem neuen Straßenkurs im Hafen von Valencia, Spanien auf den Plätzen zwei und vier. Nach 57 Runden (310,080 km) fuhr Lewis 5,6 Sekunden hinter Sieger Felipe Massa (Ferrari) ins Ziel; Heikki folgte 39,7 Sekunden hinter dem Brasilianer. Vodafone McLaren Mercedes holte damit 13 Punkte, mehr als jedes andere Team, und festigte den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM. Nach zwölf von 18 Rennen hat das Team jetzt 113 Punkte und verkürzte den Abstand hinter Spitzenreiter Ferrari von elf auf acht Zähler. In der Fahrer-WM baute Lewis seine Führung aus; mit 70 Punkten liegt er jetzt sechs Zähler vor Massa (64 Punkte). Heikki verbesserte sich auf Platz fünf mit 43 Zählern.

    Der Start:
    Lewis ging vom zweiten Startplatz aus ins Rennen; Heikki hatte sich als Fünfter qualifiziert. Lewis kam als Zweiter aus der ersten Runde zurück; Heikki überholte beim Start Kimi Räikkönen (Ferrari) und verbesserte sich auf Platz zwei.

    Das Rennen:
    Runde 10: Lewis fuhr 3,8 Sekunden hinter Massa auf Platz zwei; Heikki war Vierter, 1,3 Sekunden hinter Robert Kubica (BMW Sauber).
    Runde 15: Massa legte seinen ersten Boxenstopp ein und Lewis übernahm die Führung, Heikki war jetzt Dritter.
    Runde 17: Lewis fuhr zu seinem ersten Routinehalt an die Box (8,9 Sekunden) und nahm das Rennen als Fünfter wieder auf; Heikki fuhr an zweiter Stelle. Einen Umlauf später übernahm der Finne die Führung, als Kubica und Räikkönen an die Boxen fuhren.
    Runde 20: Heikki legte seinen ersten Boxenstopp ein (9,4 Sekunden) und war danach wieder Vierter – hinter Massa, Lewis und Kubica.
    Runde 37: Zweiter Boxenstopp von Massa; Lewis übernahm erneut die Führung.
    Runde 39: Lewis kam zu seinem zweiten Stopp an die Box (7,1 Sekunden) und war danach Zweiter. Einen Umlauf danach war Heikki Dritter, da Kubica wieder an die Box fuhr.
    Runde 43: Heikki und Räikkönen fuhren gleichzeitig zum jeweils zweiten Boxenstopp herein; Heikki nahm das Rennen nach 9,6 Sekunden als Vierter wieder auf.
    Ziel (Runde 57): Lewis fuhr 5,6 Sekunden hinter Massa als Zweiter ins Ziel. Heikki wurde Vierter, 39,7 Sekunden hinter dem Sieger und 2,3 Sekunden hinter dem Drittplatzierten Kubica.


    Lewis Hamilton
    “Ich kann mich über den zweiten Platz heute nicht beklagen. Obwohl ich ein paar gesundheitliche Probleme hatte, war es insgesamt ein positives Wochenende für uns. Überholen war auf dieser Strecke nicht einfach, doch unsere Rundenzeiten zeigten, dass wir einen guten Speed hatten und das stimmt mich zuversichtlich. Ich konnte meine Führung in der Gesamtwertung ausbauen und zusammen mit Heikki holten wir 13 Punkte, das ist gut für das Team. Es war also ein zufriedenstellendes, wenn auch nicht spektakuläres Wochenende für uns.“

    Heikki Kovalainen
    „Ich startete gut und überholte Kimi Räikkönen vor der ersten Kurve. Mit dem weiteren Rennen bis zum zweiten Boxenstopp war ich nicht so zufrieden, denn mit den härteren Reifen (prime) hatte ich zu wenig Grip. Als wir dann auf die weicheren Reifen (option) wechselten, lief es besser und ich verkürzte etwas den Abstand hinter Robert Kubica. Immerhin holte ich fünf Zähler und ich freue mich, dass das Team gut gepunktet hat.“

    Ron Dennis
    „Wieder eine sehr solide Leistung unseres Vodafone McLaren Mercedes Teams, die mit 13 WM-Punkten belohnt wurde. Unsere Siegchance verloren wir bereits im gestrigen Qualifying. Ich bin sicher, dass Lewis das Rennen wahrscheinlich von der Spitze kontrolliert hätte, wenn er mit der gleichen Benzinmenge ins Qualifying gegangen wäre wie Felipe Massa. Da das Überholen auf dieser Strecke sehr schwierig ist, entschieden wir uns frühzeitig dazu, im Hinblick auf die Meisterschaft den zweiten Platz zu sichern. Heikki fuhr nach seinem Sieg in Ungarn ebenfalls ein starkes Rennen, hielt dem Druck von Kimi Räikkönen stand und trug zu unserem Punktekonto in der Konstrukteurs-WM bei.“

    Norbert Haug
    „Ich bin zufrieden. Lewis führt in der Fahrerweltmeisterschaft mit sechs Punkten vor Felipe Massa und mit 13 Punkten vor Kimi Räikkönen. Kein Team holte heute mehr Punkte als wir, in der Konstrukteurs-WM holten wir auf und in der Fahrer-WM bauten wir unsere Führung leicht aus. Glückwunsch an Felippe Massa und Ferrari zu einem starken Rennen und dem Sieg. Der erste Grand Prix hier in Valencia war eine großartige Premiere - danke an die Organisatoren und an Bernie Ecclestone, dieser Grand Prix hat sicherlich Zeichen gesetzt. Sehr positiv war außerdem, dass unsere Ersatzteilkisten das ganze Wochenende über geschlossen blieben – wir mussten hier, wo jeder mit vielen Unfällen rechnete, nicht ein einziges Teil austauschen. Wir werden jetzt weiter hart arbeiten, um für das letzte Saisondrittel gut gerüstet zu sein – es beginnt in zwei Wochen mit den Rennen in Spa und Monza, die innerhalb von acht Tagen stattfinden und an die Motoren die höchsten Anforderungen der Saison stellen."

    Analyse an Räikkönens Motor: Gebrochene Pleuelstange

    Analyse an Räikkönens Motor: Gebrochene Pleuelstange

    Ferrari hat eine erste Ursache für Kimi Räikkönens Motorschaden gefunden. Der Motor galt zuvor schon als riskant, wechseln wollte man ihn aber nicht.
    Ferrari hat nach dem Rennen in Valencia nicht lange gefackelt und den kaputten Motor von Kimi Räikkönen sofort nach Maranello zur Analyse geschickt. Und die hat ergeben, dass es eine gebrochene Pleuelstange war, die zum Ausfall führte. Nun sind die Techniker auf der Suche nach dem Grund für den Materialbruch und erste Annahmen scheinen darauf hinzudeuten, dass es ähnliche Ursachen gibt wie beim Motorschaden von Felipe Massa in Ungarn.

    Wie Ferrari wissen ließ, seien sich die Ingenieure über ein gewisses Risiko an Räikkönens Motor - der sein zweites Rennen im Auto war - bereits vor dem Rennen klar gewesen, da die Pleuelstangen aus der gleichen Charge kamen wie an Massas Ungarn-Motor. In einem Statement hieß es dazu: "Wenn wir deswegen den Motor an Kimis Auto gewechselt hätten, wäre der Finne weit hinten gestartet und das auf einer Strecke, wo es schien, als ob Überholen unmöglich ist. Das beweist, dass es nicht genug ist, die Formel 1 auf einen Straßenkurs in fantastischer Umgebung zu bringen, um spektakuläres Racing zu sehen."

    Trotz der Motorprobleme wird Ferrari seine Testtage in Monza wie geplant durchziehen. Andrea Bertolini wird bereits am Dienstag mit dem F2008 unterwegs sein, da Ferrari den zweiten von vier freien Testtagen nutzt, den die Teams dieses Jahr bekommen. Felipe Massa wird am Mittwoch und Donnerstag unterwegs sein und Räikkönen darf am letzten Tag ins Auto.

    Rennergebnisse am 24.08.2008

    Rennergebnisse am 24.08.2008

    22.-24. August: GP von Europa in Valencia

    ERGEBNISSE
    POSITION FAHRER TEAM ZEIT
    1 Felipe Massa Ferrari 1:35.32,339
    2 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes + 00.05,611
    3 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.37,353
    4 Heikki Kovalainen McLaren-Mercedes + 00.39,703
    5 Jarno Trulli Toyota + 00.50,684
    6 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 00.52,625
    7 Timo Glock Toyota + 01.07,990
    8 Nico Rosberg Williams F1 + 01.11,457
    9 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 01.22,177
    10 Sebastien Bourdais Scuderia Toro Rosso + 01.29,794
    11 Nelson Piquet jr. Renault F1 + 01.32,717
    12 Mark Webber Red Bull Racing + 1
    13 Jenson Button Honda Racing F1 + 1
    14 Giancarlo Fisichella Force India F1 + 1
    15 Kazuki Nakajima Williams F1 + 1
    16 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 1
    17 David Coulthard Red Bull Racing + 1

    SCHNELLSTE RUNDE
    Felipe Massa/Ferrari Zeit: 01.38,708 in Runde 36

    AUSFÄLLE
    RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
    1 Fernando Alonso Renault F1 Defekt nach Kollision mit Nakajima
    42 Adrian Sutil Force India F1 Fahrfehler
    46 Kimi Räikkönen Ferrari Motorschaden
    Bilder
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    Vettels Rennwochenende

    Vettels Rennwochenende: Der Gang aufs Klo beruhigt am meisten

    Sebastian Vettel hat an einem Rennwochenende recht feste Abläuft. Ein paar Sachen macht er aber doch so, wie er das will.
    Rennwochenenden sind für Formel-1-Fahrer durchaus eine harte Angelegenheit. Es geht ja nicht nur darum, im Auto zu sitzen, sondern es wird auch analysiert, studiert und wohl noch viel Anderes gemacht, was auf -iert endet. Für die Umgebung der Rennstrecke bleibt da natürlich wenig Zeit und Sebastian Vettel findet das auch ein wenig lächerlich, wie er im Interview mit der offiziellen Website der Formel 1 erklärte. "Wir sind so oft an fantastischen Orten, wie Budapest, Barcelona oder Shanghai und eigentlich weiß man gar nicht, wo man ist. Wenn man von Morgens bis Abends an der Strecke ist, dann ist das Beste, was man tun kann, am Abend in ein nettes Restaurant zu gehen. Noch öfter fährt man einfach ins Hotel und geht ins Bett, weil man müde ist", sagte der Deutsche.

    Und auch sonst ist nicht viel Zeit. Training geht sich für Vettel nur am Sonntagmorgen aus und auch da wird nur leicht trainiert, damit er ein wenig aufwacht. Sein Motorhome nutzt er übrigens meist nur für die Tests und an den Rennwochenenden ist er in Hotels. "Es ist am besten, wenn man so nahe wie möglich an der Strecke ist und auch so nahe wie möglich an der Stadt", meinte er, ohne zu erklären, wie die diesbezügliche Lösung in Magny Cours aussieht. Wenn Vettel dann doch einmal Zeit hat und mit ein paar Kollegen unterwegs ist, dann sind das am ehesten Timo Glock, Kimi Räikkönen und Heikki Kovalainen, da er sich mit denen am besten versteht.

    Worauf es an einem Rennwochenende aber vor allem ankommt, ist der Sonntag und den verbringt Vettel so: "Ich stehe auf, mache ein paar leichte Übungen und esse dann Frühstück. Danach fahre ich an die Strecke. Sobald ich dort bin, kommt die sonntägliche Routine. Die inkludiert Medienarbeit, Fahrerparade, Mittagessen, damit ich auch was im Bauch habe und dann ist es Zeit, sich für das Rennen anzuziehen." Außerdem will er vor dem Start noch zehn bis 15 Minuten Ruhe, um sich bei Musik zu konzentrieren und zu beruhigen.

    Abergläubisch ist Vettel aber auch, deswegen hat er immer Glücksbringer dabei. "Ich habe ein Metallschwein, das immer in der Tasche meines Renn-Overalls ist. Und ich habe eine Ein-Cent-Münze, die ich voriges Jahr in Indianapolis auf der Straße gefunden habe - bei meinem ersten Rennen. Seitdem ist sie mit mir mitgereist." Doch weder die Ruhephase vor dem Rennen noch die Glücksbringer können ihn wirklich beruhigen. Das schafft eine andere Sache am besten. "Die Sache, die mich am meisten beruhigt, ist der Gang zur Toilette."

    Räikkönens Feuer ist aus: Heidfeld am Scheideweg

    Räikkönens Feuer ist aus: Heidfeld am Scheideweg

    Eienr fiel mit einem Motorschaden aus, einer verpasste die Punkte: Kimi Räikkönen und Nick Heidfeld
    Kimi Räikkönen und Nick Heidfeld: zwei ehemalige Sauber-Teamkollegen stehen in der Kritik. "Räikkönen muss einen Gang hoch schalten, sonst wird er in der Formel 1 schnell aufgefressen", warnt Ex-F1-Pilot Christian Danner.

    Räikkönens Teamkollege Felipe Massa kommt immer besser in Form, wofür er Lob von seinem Förderer Peter Sauber bekommt. "Er hat Hamilton deklassiert." Für den Finnen findet der Schweizer keine solchen Worte: "Vielleicht ist bei Kimi das Feuer nicht mehr da, das sonst automatisch gebrannt hat", vermutete Sauber gegenüber Motorsport-Magazin.com.

    Ähnlich schwierig ist die Lage beim dritten Ex-Sauber-Schützling. "Bei Heidfeld wird es ernst", glaubt Danner. "Das war jämmerlich. Er ist vor Rosberg gestartet und hinter ihm ins Ziel gekommen." Das könne sich ein Hersteller wie BMW nicht leisten. "Ich spreche ihm da gar keine Schuld zu, es ist halt ein Auto, das ihm nicht passt."

    Dennis schreibt Räikkönen nicht ab: Immer siegfähig

    Dennis schreibt Räikkönen nicht ab: Immer siegfähig

    Ron Dennis will Kimi Räikkönen noch nicht abschreiben. Seiner Meinung nach ist mit dem Finnen immer zu rechnen.
    Die italienische Presse, Niki Lauda und einige Fans mögen Kimi Räikkönen bereits abgeschrieben haben, Ron Dennis ist nicht bereit das zu tun. Zwar hat der Finne zuletzt gegen seinen Teamkollegen nicht so gut ausgesehen, doch der McLaren-Teamchef kennt Räikkönen lange und gut und ist überzeugt, dass man weiter mit ihm rechnen muss. "Kimi ist ein leidenschaftlicher Wettkämpfer, ein hoch talentierter Rennfahrer und ich würde keine Kritik an ihm üben", meinte der Brite.

    Dennis musste betonen, dass Fahrer einfach gute und schlechte Rennen hätten und er war sich sicher, dass Räikkönen Valencia vergessen wird. "Er ist mehr als fähig zu siegen. Ich würde ihn also in dieser Phase sicher nicht ausschließen. Es sind nur mehr sechs Rennen zu fahren und ich würde bezüglich seiner Person keine Vorhersagen treffen. Das ist das Schlimmste, was man tun kann. Die Verbesserungen an unserem Paket werden hoffentlich die Belohnungen bringen, die wir verdienen, aber wir werden sehen müssen, wie es sich entwickelt."