Vorschau: Grand Prix von Ungarn 2008
Der Grand Prix von Ungarn am kommenden Wochenende auf dem Hungaroring bei Budapest ist der elfte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008. Das Rennen, das seit 1986 im Formel-1-Kalender steht, war das erste große Motorsportereignis im früheren Ostblock. Es ist bekannt für seine enge und kurvenreiche Strecke, und auch für das meist hochsommerliche Wetter mit hohen Temperaturen. Beides stellt hohe Anforderungen an Teams und Fahrer.
Ayrton Senna siegte auf dem Hungaroring dreimal für McLaren, 1988, 1991 und 1992. Die Partnerschaft McLaren Mercedes erzielte hier vier Siege in den letzten neun Jahren: Mika Häkkinen 1999 und 2000, Kimi Räikkönen 2005 und zuletzt fuhr Lewis Hamilton vor einem Jahr von der Pole Position zum Sieg in Ungarn.
Der ursprünglich 4,014 Kilometer lange Kurs war und ist bei den Fahrern wegen der wenigen Überholmöglichkeiten und des holprigen Belages nicht beliebt. Vor dem Rennen 1989 wurde die Strecke durch das Begradigen einer Kurve im Geschlängel nach dem Start auf 3,975 Kilometer verkürzt, die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg dadurch innerhalb eines Jahres von 155,401 km/h auf 167,197 km/h. Der Grand Prix von Ungarn wird in diesem Jahr zum 23. Mal ausgetragen.
Lewis Hamilton
Du hast die letzten beiden Grand Prix gewonnen, und kommst jetzt zum Hungaroring, wo du vor einem Jahr gesiegt hast. Wie zuversichtlich bist du?
„Wir waren in den letzten beiden Rennen stark, doch in den beiden Rennen davor hatten wir Probleme. Ich möchte deshalb keine Vorhersagen machen. Nur soviel: Wir haben ein super Auto und es macht Spaß damit zu fahren. Es gibt immer noch ein paar Möglichkeiten der Feinabstimmung, um noch mehr aus dem Auto herauszuholen, und das ist ein gutes Gefühl.“
Warum ist der Hungaroring so einzigartig?
„Die Strecke unterscheidet sich deutlich vom Hockenheimring, wo wir zuletzt fuhren. Dort kannst du aus dem Windschatten heraus attackieren, in Ungarn gibt es hingegen kaum Überholmöglichkeiten. Das Qualifying ist deshalb vorentscheidend und bei der Strategie kommt es vor allem darauf an, die optimale Benzinmenge und damit das Gewicht für den ersten Stint zu ermitteln. Dann darfst du bei der zu erwartenden Hitze auch nicht die Konzentration verlieren. Ich gehe nicht mit übertriebenem Optimismus in dieses Rennwochenende; auf so einer speziellen Strecke kann sich keiner allzu sicher sein.“
Nach den letzten beiden Siegen sind deine Chancen im Titelkampf deutlich gestiegen – denkst du daran, mit Blick auf die Weltmeister-schaft auf Ankommen zu fahren?
„Es wäre einfach zu sagen, dass ich vor jedem Rennen einen gewissen Respekt habe. In Wirklichkeit habe ich mich nicht geändert und ich bin offensichtlich erfolgreich damit, alles für ein gutes Ergebnis zu geben und am Limit zu fahren. Gefährlich wird es, wenn du mitten in der Saison deine Haltung wechselst. Ich bin auf meine Art bisher gut gefahren und ich müsste es mir wirklich reiflich überlegen, das zu ändern. Auch in Ungarn wird es an diesem Wochenende deshalb wieder heißen – business as usual.“
Heikki Kovalainen
Was ist das Geheimnis einer schnellen Runde auf dem Hungaroring?
„Auf dieser Strecke musst du das Auto dazu bringen, für dich zu arbeiten, du kannst eine schnelle Runde nicht erzwingen. Du musst die Abstimmung mit viel Geduld optimieren, dann hast du es im Rennen einfacher. Wenn du mit dem Auto kämpfst, mit der Hitze und der kurvenreichen Strecke, dann bist du am Ende des Wochenendes auch am Ende deiner Kräfte. Wie in Kanada wirst du auf dem Hungaroring bestraft, wenn du von der Ideallinie abkommst. Willst du auf dem Hungaroring schnell sein, musst du sauber fahren und geduldig bleiben.“
Welche Ergebnisse hast du bisher auf dem Hungaroring erzielt?
„Ich fuhr hier ein paar Mal in der GP2-Serie. Der Grand Prix vor einem Jahr war eines meiner besten Formel-1-Rennen. Ich wurde zwar nur Achter, aber ich kämpfte Runde um Runde mit Nico Rosberg und gab vom Start bis ins Ziel 100 Prozent. Es war eines dieser Duelle, die im Fernsehen nicht gezeigt werden, aber ich war hinterher sehr stolz und zufrieden. In diesem Jahr würde ich das Team gern mit einem guten Ergebnis für seine harte Arbeit belohnen.“
Martin Whitmarsh
Die Fahrer sagen, dass der MP4-23 in Hochgeschwindigkeitskurven besonders gut liegt. Wie wird das Auto auf dem Hungaroring mit seinen vielen engen Kurven und niedriger Durchschnittsgeschwindigkeit aussehen?
„Die beiden Rennstrecken im Formel-1-Kalender, deren Eigenschaften der des Hungarorings am meisten ähneln, sind Montreal und Monte Carlo. In Montreal gibt es wie in Ungarn viel Staub neben der Ideallinie und wenig Grip, in Monte Carlo wird wegen der wenigen und kurzen Geraden und der vielen engen Kurven mit viel Abtrieb gefahren. Auf beiden Strecken zeigten wir gute Leistungen. Es stimmt, dass der Speed in Hochgeschwindigkeitskurven eine der Stärken unseres Autos ist, aber wir haben auch viel daran gearbeitet, seine Schwachstellen auszubügeln. In Silverstone waren wir auch im letzten, kurvenreichen Sektor schnell, und in Hockenheim fuhren wir im Motodrom, wo es sehr auf mechanischen Grip ankommt, deutlich schneller als die Konkurrenz. Wir siegten in Ungarn vor einem Jahr und wir sind sicher, dass wir uns seitdem weiter verbessert haben. Trotzdem sind wir auf einen harten Kampf mit unserer Konkurrenz vorbereitet und unterschätzen niemanden.“
Heikki war im Training und Qualifying in Silverstone und in Hockenheim schnell, doch in den Rennen hatte er Probleme. Was tat das Team, um seine Handling-Probleme abzustellen?
„Zunächst: Heikki ist ein ausgezeichneter Fahrer. Wie er Robert Kubica in Hockenheim überholte, zeigte er, dass er den Speed und das Können für einen Spitzenplatz hat. Aber in der Formel 1 geschehen keine Wunder; wir werden Heikki deshalb weiter unterstützen, damit er sein Potenzial voll ausschöpfen kann. In Hockenheim gelang es ihm nicht, das Maximum aus sich und dem technischen Paket herauszuholen. Gemeinsam mit Heikki werden wir weiter an der Feinabstimmung arbeiten. Am Dienstag war er im McLaren Technology Centre, um sich auf das kommende Rennen vorzubereiten. Zusammen mit seinen Ingenieuren arbeitet er hart daran ein Set-up zu finden, mit dem er seinen Speed einen Stint hindurch halten kann, ohne dass das Heck des Wagens nervös wird, wie es ihm in den letzten Rennen passierte.“
Nach dem Grand Prix von Ungarn darf drei Wochen lang nicht getestet werden. Wie wird das Team die Entwicklung in diesem Sommer weiter vorantreiben?
„Unser Testteam hat in diesem Jahr viel geleistet. Bei jedem Test haben wir deutliche Verbesserungen am Auto ausprobiert und machten bei den Tests in Silverstone und Hockenheim spürbare Fortschritte bei der Aerodynamik. In dieser Woche in Jerez erprobten wir die neueste Generation der Bridgestone Slickreifen für das kommende Jahr und testeten neue Flügelenden an der Fahrzeugnase, mit denen der Luftstrom verbessert wird, sowie weitere aerodynamische Detaillösungen. Während der dreiwöchigen Testpause planen wir zwei 50 Kilometer lange Kurztests. Auch in Woking und Brixworth geht die Entwicklungsarbeit ohne Pause weiter, bevor wir am 24. August in Valencia wieder Rennen fahren.“
Norbert Haug
Vor zwei Wochen sagten Sie, Silverstone und Hockenheim seien so genannte Motorenstrecken und die würden McLaren Mercedes liegen. Wie sind Ihre Erwartungen für den kurvenreichen Hungaroring?
Die Strecke in Budapest hat eine ganz andere Charakteristik als jene der vorangegangenen Grand Prix in Silverstone und auf dem Hockenheimring. Mit einer Rundendurchschnittsgeschwin-digkeit von knapp 200 km/h wird auf dem Hungaroring nach Monaco der zweitniedrigste Schnitt gefahren. In Monaco haben wir gewonnen. In Ungarn schafften wir vier Siege bei den letzten zehn Rennen, zuletzt siegte Lewis vor einem Jahr. Wir standen vier Mal in Ungarn auf der Pole, davon ebenfalls zuletzt mit Lewis 2007, und fuhren vier schnellste Rennrunden.
Worauf kommt es in Ungarn vor allem an?
Da man auf dem Hungaroring außer in Kurve eins so gut wie nicht überholen kann, ist eine gute Startposition noch wichtiger als auf anderen Strecken. Spektakuläre Überholmanöver, wie sie Lewis Hamilton auf seinem Weg zum Sieg in Hockenheim gegen Felipe Massa und Nelson Piquet gezeigt hat, werden wir auf dem Hungaroring wohl kaum zu sehen bekommen. Beim Set-up kommt es auf viel Abtrieb an, denn damit kommt man am schnellsten durch die vielen Kurven, die den größten Teil der Strecke ausmachen. Das ist auf dem Hungaroring wichtiger als hoher Topspeed. Das Rennen gehört fast immer zu den temperaturmäßig heißesten. Fahrzeug, Küh-lung, Reifen, Motor und natürlich die Fahrer sind oft extremen Belastungen ausgesetzt.
Welche Faktoren beeinflussen die Strategie für den Grand Prix von Ungarn?
Die Aufgabenstellung in Ungarn ist ähnlich wie in Monaco: wir brauchen eine effiziente Kühlung und viel Abtrieb, haben es aber zusätzlich mit hohem Reifenverschleiß zu tun. Fahrzeuggewicht und damit der Tankinhalt haben hier einen größeren Einfluss auf die Rundenzeit als bei den letzten Rennen.
Wie schätzen Sie Ihre Konkurrenz ein, nachdem Vodafone McLaren Mercedes in Hockenheim klar dominant war?
Wir haben keinen Grund, einen Spaziergang zu erwarten.
Der Grand Prix von Ungarn am kommenden Wochenende auf dem Hungaroring bei Budapest ist der elfte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008. Das Rennen, das seit 1986 im Formel-1-Kalender steht, war das erste große Motorsportereignis im früheren Ostblock. Es ist bekannt für seine enge und kurvenreiche Strecke, und auch für das meist hochsommerliche Wetter mit hohen Temperaturen. Beides stellt hohe Anforderungen an Teams und Fahrer.
Ayrton Senna siegte auf dem Hungaroring dreimal für McLaren, 1988, 1991 und 1992. Die Partnerschaft McLaren Mercedes erzielte hier vier Siege in den letzten neun Jahren: Mika Häkkinen 1999 und 2000, Kimi Räikkönen 2005 und zuletzt fuhr Lewis Hamilton vor einem Jahr von der Pole Position zum Sieg in Ungarn.
Der ursprünglich 4,014 Kilometer lange Kurs war und ist bei den Fahrern wegen der wenigen Überholmöglichkeiten und des holprigen Belages nicht beliebt. Vor dem Rennen 1989 wurde die Strecke durch das Begradigen einer Kurve im Geschlängel nach dem Start auf 3,975 Kilometer verkürzt, die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg dadurch innerhalb eines Jahres von 155,401 km/h auf 167,197 km/h. Der Grand Prix von Ungarn wird in diesem Jahr zum 23. Mal ausgetragen.
Lewis Hamilton
Du hast die letzten beiden Grand Prix gewonnen, und kommst jetzt zum Hungaroring, wo du vor einem Jahr gesiegt hast. Wie zuversichtlich bist du?
„Wir waren in den letzten beiden Rennen stark, doch in den beiden Rennen davor hatten wir Probleme. Ich möchte deshalb keine Vorhersagen machen. Nur soviel: Wir haben ein super Auto und es macht Spaß damit zu fahren. Es gibt immer noch ein paar Möglichkeiten der Feinabstimmung, um noch mehr aus dem Auto herauszuholen, und das ist ein gutes Gefühl.“
Warum ist der Hungaroring so einzigartig?
„Die Strecke unterscheidet sich deutlich vom Hockenheimring, wo wir zuletzt fuhren. Dort kannst du aus dem Windschatten heraus attackieren, in Ungarn gibt es hingegen kaum Überholmöglichkeiten. Das Qualifying ist deshalb vorentscheidend und bei der Strategie kommt es vor allem darauf an, die optimale Benzinmenge und damit das Gewicht für den ersten Stint zu ermitteln. Dann darfst du bei der zu erwartenden Hitze auch nicht die Konzentration verlieren. Ich gehe nicht mit übertriebenem Optimismus in dieses Rennwochenende; auf so einer speziellen Strecke kann sich keiner allzu sicher sein.“
Nach den letzten beiden Siegen sind deine Chancen im Titelkampf deutlich gestiegen – denkst du daran, mit Blick auf die Weltmeister-schaft auf Ankommen zu fahren?
„Es wäre einfach zu sagen, dass ich vor jedem Rennen einen gewissen Respekt habe. In Wirklichkeit habe ich mich nicht geändert und ich bin offensichtlich erfolgreich damit, alles für ein gutes Ergebnis zu geben und am Limit zu fahren. Gefährlich wird es, wenn du mitten in der Saison deine Haltung wechselst. Ich bin auf meine Art bisher gut gefahren und ich müsste es mir wirklich reiflich überlegen, das zu ändern. Auch in Ungarn wird es an diesem Wochenende deshalb wieder heißen – business as usual.“
Heikki Kovalainen
Was ist das Geheimnis einer schnellen Runde auf dem Hungaroring?
„Auf dieser Strecke musst du das Auto dazu bringen, für dich zu arbeiten, du kannst eine schnelle Runde nicht erzwingen. Du musst die Abstimmung mit viel Geduld optimieren, dann hast du es im Rennen einfacher. Wenn du mit dem Auto kämpfst, mit der Hitze und der kurvenreichen Strecke, dann bist du am Ende des Wochenendes auch am Ende deiner Kräfte. Wie in Kanada wirst du auf dem Hungaroring bestraft, wenn du von der Ideallinie abkommst. Willst du auf dem Hungaroring schnell sein, musst du sauber fahren und geduldig bleiben.“
Welche Ergebnisse hast du bisher auf dem Hungaroring erzielt?
„Ich fuhr hier ein paar Mal in der GP2-Serie. Der Grand Prix vor einem Jahr war eines meiner besten Formel-1-Rennen. Ich wurde zwar nur Achter, aber ich kämpfte Runde um Runde mit Nico Rosberg und gab vom Start bis ins Ziel 100 Prozent. Es war eines dieser Duelle, die im Fernsehen nicht gezeigt werden, aber ich war hinterher sehr stolz und zufrieden. In diesem Jahr würde ich das Team gern mit einem guten Ergebnis für seine harte Arbeit belohnen.“
Martin Whitmarsh
Die Fahrer sagen, dass der MP4-23 in Hochgeschwindigkeitskurven besonders gut liegt. Wie wird das Auto auf dem Hungaroring mit seinen vielen engen Kurven und niedriger Durchschnittsgeschwindigkeit aussehen?
„Die beiden Rennstrecken im Formel-1-Kalender, deren Eigenschaften der des Hungarorings am meisten ähneln, sind Montreal und Monte Carlo. In Montreal gibt es wie in Ungarn viel Staub neben der Ideallinie und wenig Grip, in Monte Carlo wird wegen der wenigen und kurzen Geraden und der vielen engen Kurven mit viel Abtrieb gefahren. Auf beiden Strecken zeigten wir gute Leistungen. Es stimmt, dass der Speed in Hochgeschwindigkeitskurven eine der Stärken unseres Autos ist, aber wir haben auch viel daran gearbeitet, seine Schwachstellen auszubügeln. In Silverstone waren wir auch im letzten, kurvenreichen Sektor schnell, und in Hockenheim fuhren wir im Motodrom, wo es sehr auf mechanischen Grip ankommt, deutlich schneller als die Konkurrenz. Wir siegten in Ungarn vor einem Jahr und wir sind sicher, dass wir uns seitdem weiter verbessert haben. Trotzdem sind wir auf einen harten Kampf mit unserer Konkurrenz vorbereitet und unterschätzen niemanden.“
Heikki war im Training und Qualifying in Silverstone und in Hockenheim schnell, doch in den Rennen hatte er Probleme. Was tat das Team, um seine Handling-Probleme abzustellen?
„Zunächst: Heikki ist ein ausgezeichneter Fahrer. Wie er Robert Kubica in Hockenheim überholte, zeigte er, dass er den Speed und das Können für einen Spitzenplatz hat. Aber in der Formel 1 geschehen keine Wunder; wir werden Heikki deshalb weiter unterstützen, damit er sein Potenzial voll ausschöpfen kann. In Hockenheim gelang es ihm nicht, das Maximum aus sich und dem technischen Paket herauszuholen. Gemeinsam mit Heikki werden wir weiter an der Feinabstimmung arbeiten. Am Dienstag war er im McLaren Technology Centre, um sich auf das kommende Rennen vorzubereiten. Zusammen mit seinen Ingenieuren arbeitet er hart daran ein Set-up zu finden, mit dem er seinen Speed einen Stint hindurch halten kann, ohne dass das Heck des Wagens nervös wird, wie es ihm in den letzten Rennen passierte.“
Nach dem Grand Prix von Ungarn darf drei Wochen lang nicht getestet werden. Wie wird das Team die Entwicklung in diesem Sommer weiter vorantreiben?
„Unser Testteam hat in diesem Jahr viel geleistet. Bei jedem Test haben wir deutliche Verbesserungen am Auto ausprobiert und machten bei den Tests in Silverstone und Hockenheim spürbare Fortschritte bei der Aerodynamik. In dieser Woche in Jerez erprobten wir die neueste Generation der Bridgestone Slickreifen für das kommende Jahr und testeten neue Flügelenden an der Fahrzeugnase, mit denen der Luftstrom verbessert wird, sowie weitere aerodynamische Detaillösungen. Während der dreiwöchigen Testpause planen wir zwei 50 Kilometer lange Kurztests. Auch in Woking und Brixworth geht die Entwicklungsarbeit ohne Pause weiter, bevor wir am 24. August in Valencia wieder Rennen fahren.“
Norbert Haug
Vor zwei Wochen sagten Sie, Silverstone und Hockenheim seien so genannte Motorenstrecken und die würden McLaren Mercedes liegen. Wie sind Ihre Erwartungen für den kurvenreichen Hungaroring?
Die Strecke in Budapest hat eine ganz andere Charakteristik als jene der vorangegangenen Grand Prix in Silverstone und auf dem Hockenheimring. Mit einer Rundendurchschnittsgeschwin-digkeit von knapp 200 km/h wird auf dem Hungaroring nach Monaco der zweitniedrigste Schnitt gefahren. In Monaco haben wir gewonnen. In Ungarn schafften wir vier Siege bei den letzten zehn Rennen, zuletzt siegte Lewis vor einem Jahr. Wir standen vier Mal in Ungarn auf der Pole, davon ebenfalls zuletzt mit Lewis 2007, und fuhren vier schnellste Rennrunden.
Worauf kommt es in Ungarn vor allem an?
Da man auf dem Hungaroring außer in Kurve eins so gut wie nicht überholen kann, ist eine gute Startposition noch wichtiger als auf anderen Strecken. Spektakuläre Überholmanöver, wie sie Lewis Hamilton auf seinem Weg zum Sieg in Hockenheim gegen Felipe Massa und Nelson Piquet gezeigt hat, werden wir auf dem Hungaroring wohl kaum zu sehen bekommen. Beim Set-up kommt es auf viel Abtrieb an, denn damit kommt man am schnellsten durch die vielen Kurven, die den größten Teil der Strecke ausmachen. Das ist auf dem Hungaroring wichtiger als hoher Topspeed. Das Rennen gehört fast immer zu den temperaturmäßig heißesten. Fahrzeug, Küh-lung, Reifen, Motor und natürlich die Fahrer sind oft extremen Belastungen ausgesetzt.
Welche Faktoren beeinflussen die Strategie für den Grand Prix von Ungarn?
Die Aufgabenstellung in Ungarn ist ähnlich wie in Monaco: wir brauchen eine effiziente Kühlung und viel Abtrieb, haben es aber zusätzlich mit hohem Reifenverschleiß zu tun. Fahrzeuggewicht und damit der Tankinhalt haben hier einen größeren Einfluss auf die Rundenzeit als bei den letzten Rennen.
Wie schätzen Sie Ihre Konkurrenz ein, nachdem Vodafone McLaren Mercedes in Hockenheim klar dominant war?
Wir haben keinen Grund, einen Spaziergang zu erwarten.