Haug: "Die Saison ist keineswegs gelaufen"
(dpa) - Mercedes Grand Prix kann derzeit mit den aktuellen Formel-1-Branchenführern Red Bull und McLaren nicht mithalten. Für Norbert Haug ist das kein Grund zur Beunruhigung. «Wir wollen Leistung zeigen und Schritt für Schritt die Besten werden - das geht nicht über Nacht und auch nicht ohne Rückschläge», sagte der Mercedes-Motorsportchef vor dem Großen Preis von Monaco an diesem Wochenende im Interview der Nachrichtenagentur dpa, «aber wir werden dieses Ziel erreichen, zusammen mit Nico Rosberg und mit Michael Schumacher». Auch wenn es zuletzt für das neue Formel-1-Team trotz eines runderneuerten Silberpfeils nicht optimal lief, versicherte Haug, er sei nicht enttäuscht.
Der Circuit de Catalunya gilt allgemein als Maßstab für die Konkurrenzfähigkeit eines Rennwagens. Sie haben nach dem Großen Preis von Spanien das «schwächste Ergebnis von der Performance» daher beklagt, aber auch Michael
Schumacher und Formel-1-Expertenvermissten ausreichenden Speed. Heißt das, die Saison ist fürMercedes weitgehend gelaufen?
Haug: «Die Saison ist keineswegs gelaufen, sie geht erst richtig losund hat noch drei Viertel vor sich. Wir werden uns weiter verbessernund noch starke Leistungen zeigen. Das dauert - aber wir schaffen das, so wie es Mercedes-Benz in der Formel 1 und der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) immer wieder geschafft hat und so mehr Erfolge als die meisten Wettbewerber einfuhr.»
Mit dem rundum erneuerten Silberpfeil wollte MercedesGP den großen Schritt nach vorn schaffen. Was sind die Hauptgründe für die Enttäuschung?
Haug: «Wir sind nicht enttäuscht. Wir müssen und wollen uns weiter steigern - business as usual in der Formel 1. Unser Speed von Barcelona wird nicht stellvertretend für die Saison stehen - das war vor diesem Rennen anders und das wird nach dem Großen Preis von Spanien wieder anders werden. Rückschläge sind dabei möglich, aber diese werden uns nicht entmutigen oder gar aufhalten.»
Noch wirkt Michael Schumacher entspannt. Befürchten Sie, dass er angesichts seiner einmaligen Erfolge und hohen Ansprüche bald die Lust verlieren könnte, seinen Drei-Jahresvertrag zu erfüllen?
Haug: «Wer ständig Dinge befürchtet, bringt es in der Formel 1 zu nichts. Vor Barcelona haben einige gesagt "Schumacher schafft es nie mehr", nach Barcelona haben sie ihn hochgelobt. Wir wollen Leistung zeigen und Schritt für Schritt die Besten werden - das geht nicht über Nacht und auch nicht ohne Rückschläge - aber wir werden dieses Ziel erreichen, zusammen mit Nico Rosberg und mit Michael Schumacher.»
Wie lange wird es dauern, bis MercedesGP zu Red Bull, Ferrari und dem Kundenteam McLaren aufschließen kann oder schaffen Sie das in dieser Saison möglicherweise nicht mehr?
Haug: «Spezifische Ansagen von Rennen zu Rennen waren noch nie mein Ding und das wird sich auch nicht ändern. Dass wir unsere Ziele erreichen wollen und erreichen werden bestätige ich Ihnen allerdings gerne.»
Bedauern Sie inzwischen die Ankündigung des Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche bei der Team-Präsentation in Stuttgart, die Nationalfarben müssten in schwarz-rot-silber umgewandelt werden?
Haug: «Ganz und gar nicht. Ich habe im Übrigen den Eindruck, dass die meisten diese - quasi mit einem Augenzwinkern gemachte Aussage - genau so verstanden haben wie sie gemeint war.»
Der Titelgewinn ist wohl kein Thema mehr. Welche Saisonziele sind noch realistisch?
Haug: «Lassen Sie sich überraschen. So oft wie wir abgeschrieben wurden, so oft kamen wir stark zurück, es gäbe uns sonst heute im Motorsport nicht mehr und wir hätten die Segel gestrichen, wie es andere getan haben. Aber wir stellen uns dem härtesten automobilsportlichen Wettbewerb und kein Groß-Serienhersteller hat in diesem internationalen Wettbewerb während der letzten anderthalb Jahrzehnte mehr gewonnen als Mercedes-Benz.»
Was ist in Monaco für MercedesGP möglich?
Haug: «Mercedes GP Petronas gehört im ersten Jahr seiner Existenz nicht zum vordersten Favoritenkreis. Bisher wurden wir in den fünf Grand Prix der Saison zweimal Fünfter, zweimal Dritter und einmal Vierter. Mit unseren Partnerteams haben wir sieben der letzten zwölf Monaco Grand Prix gewonnen, die letzten drei 2007, 2008 und 2009 als Hattrick in Folge.»
Michael Schumacher deutete an, in Monte Carlo wäre ein Einsatz des alten Silberpfeils mit dem kürzeren Radstand möglich. Setzen Sie den ein?
Haug: «Es gibt keinen alten und keinen neuen Silberpfeil. Es gibt einen längeren Radstand, wie in Barcelona bei Schumacher und Rosberg eingesetzt, und den aus den vier Rennen zuvor bekannten kürzeren Radstand. Exakt dieser und kein "neuer" Silberpfeil wird in Monaco bei beiden Fahrern zum Einsatz kommen.»
(dpa) - Mercedes Grand Prix kann derzeit mit den aktuellen Formel-1-Branchenführern Red Bull und McLaren nicht mithalten. Für Norbert Haug ist das kein Grund zur Beunruhigung. «Wir wollen Leistung zeigen und Schritt für Schritt die Besten werden - das geht nicht über Nacht und auch nicht ohne Rückschläge», sagte der Mercedes-Motorsportchef vor dem Großen Preis von Monaco an diesem Wochenende im Interview der Nachrichtenagentur dpa, «aber wir werden dieses Ziel erreichen, zusammen mit Nico Rosberg und mit Michael Schumacher». Auch wenn es zuletzt für das neue Formel-1-Team trotz eines runderneuerten Silberpfeils nicht optimal lief, versicherte Haug, er sei nicht enttäuscht.
Der Circuit de Catalunya gilt allgemein als Maßstab für die Konkurrenzfähigkeit eines Rennwagens. Sie haben nach dem Großen Preis von Spanien das «schwächste Ergebnis von der Performance» daher beklagt, aber auch Michael
Schumacher und Formel-1-Expertenvermissten ausreichenden Speed. Heißt das, die Saison ist fürMercedes weitgehend gelaufen?
Haug: «Die Saison ist keineswegs gelaufen, sie geht erst richtig losund hat noch drei Viertel vor sich. Wir werden uns weiter verbessernund noch starke Leistungen zeigen. Das dauert - aber wir schaffen das, so wie es Mercedes-Benz in der Formel 1 und der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) immer wieder geschafft hat und so mehr Erfolge als die meisten Wettbewerber einfuhr.»
Mit dem rundum erneuerten Silberpfeil wollte MercedesGP den großen Schritt nach vorn schaffen. Was sind die Hauptgründe für die Enttäuschung?
Haug: «Wir sind nicht enttäuscht. Wir müssen und wollen uns weiter steigern - business as usual in der Formel 1. Unser Speed von Barcelona wird nicht stellvertretend für die Saison stehen - das war vor diesem Rennen anders und das wird nach dem Großen Preis von Spanien wieder anders werden. Rückschläge sind dabei möglich, aber diese werden uns nicht entmutigen oder gar aufhalten.»
Noch wirkt Michael Schumacher entspannt. Befürchten Sie, dass er angesichts seiner einmaligen Erfolge und hohen Ansprüche bald die Lust verlieren könnte, seinen Drei-Jahresvertrag zu erfüllen?
Haug: «Wer ständig Dinge befürchtet, bringt es in der Formel 1 zu nichts. Vor Barcelona haben einige gesagt "Schumacher schafft es nie mehr", nach Barcelona haben sie ihn hochgelobt. Wir wollen Leistung zeigen und Schritt für Schritt die Besten werden - das geht nicht über Nacht und auch nicht ohne Rückschläge - aber wir werden dieses Ziel erreichen, zusammen mit Nico Rosberg und mit Michael Schumacher.»
Wie lange wird es dauern, bis MercedesGP zu Red Bull, Ferrari und dem Kundenteam McLaren aufschließen kann oder schaffen Sie das in dieser Saison möglicherweise nicht mehr?
Haug: «Spezifische Ansagen von Rennen zu Rennen waren noch nie mein Ding und das wird sich auch nicht ändern. Dass wir unsere Ziele erreichen wollen und erreichen werden bestätige ich Ihnen allerdings gerne.»
Bedauern Sie inzwischen die Ankündigung des Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche bei der Team-Präsentation in Stuttgart, die Nationalfarben müssten in schwarz-rot-silber umgewandelt werden?
Haug: «Ganz und gar nicht. Ich habe im Übrigen den Eindruck, dass die meisten diese - quasi mit einem Augenzwinkern gemachte Aussage - genau so verstanden haben wie sie gemeint war.»
Der Titelgewinn ist wohl kein Thema mehr. Welche Saisonziele sind noch realistisch?
Haug: «Lassen Sie sich überraschen. So oft wie wir abgeschrieben wurden, so oft kamen wir stark zurück, es gäbe uns sonst heute im Motorsport nicht mehr und wir hätten die Segel gestrichen, wie es andere getan haben. Aber wir stellen uns dem härtesten automobilsportlichen Wettbewerb und kein Groß-Serienhersteller hat in diesem internationalen Wettbewerb während der letzten anderthalb Jahrzehnte mehr gewonnen als Mercedes-Benz.»
Was ist in Monaco für MercedesGP möglich?
Haug: «Mercedes GP Petronas gehört im ersten Jahr seiner Existenz nicht zum vordersten Favoritenkreis. Bisher wurden wir in den fünf Grand Prix der Saison zweimal Fünfter, zweimal Dritter und einmal Vierter. Mit unseren Partnerteams haben wir sieben der letzten zwölf Monaco Grand Prix gewonnen, die letzten drei 2007, 2008 und 2009 als Hattrick in Folge.»
Michael Schumacher deutete an, in Monte Carlo wäre ein Einsatz des alten Silberpfeils mit dem kürzeren Radstand möglich. Setzen Sie den ein?
Haug: «Es gibt keinen alten und keinen neuen Silberpfeil. Es gibt einen längeren Radstand, wie in Barcelona bei Schumacher und Rosberg eingesetzt, und den aus den vier Rennen zuvor bekannten kürzeren Radstand. Exakt dieser und kein "neuer" Silberpfeil wird in Monaco bei beiden Fahrern zum Einsatz kommen.»