Interessantes zu Formel 1 im Jahr 2010

    Haug: "Die Saison ist keineswegs gelaufen"

    Haug: "Die Saison ist keineswegs gelaufen"

    (dpa) - Mercedes Grand Prix kann derzeit mit den aktuellen Formel-1-Branchenführern Red Bull und McLaren nicht mithalten. Für Norbert Haug ist das kein Grund zur Beunruhigung. «Wir wollen Leistung zeigen und Schritt für Schritt die Besten werden - das geht nicht über Nacht und auch nicht ohne Rückschläge», sagte der Mercedes-Motorsportchef vor dem Großen Preis von Monaco an diesem Wochenende im Interview der Nachrichtenagentur dpa, «aber wir werden dieses Ziel erreichen, zusammen mit Nico Rosberg und mit Michael Schumacher». Auch wenn es zuletzt für das neue Formel-1-Team trotz eines runderneuerten Silberpfeils nicht optimal lief, versicherte Haug, er sei nicht enttäuscht.
    Der Circuit de Catalunya gilt allgemein als Maßstab für die Konkurrenzfähigkeit eines Rennwagens. Sie haben nach dem Großen Preis von Spanien das «schwächste Ergebnis von der Performance» daher beklagt, aber auch Michael

    Schumacher und Formel-1-Expertenvermissten ausreichenden Speed. Heißt das, die Saison ist fürMercedes weitgehend gelaufen?

    Haug: «Die Saison ist keineswegs gelaufen, sie geht erst richtig losund hat noch drei Viertel vor sich. Wir werden uns weiter verbessernund noch starke Leistungen zeigen. Das dauert - aber wir schaffen das, so wie es Mercedes-Benz in der Formel 1 und der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) immer wieder geschafft hat und so mehr Erfolge als die meisten Wettbewerber einfuhr.»

    Mit dem rundum erneuerten Silberpfeil wollte MercedesGP den großen Schritt nach vorn schaffen. Was sind die Hauptgründe für die Enttäuschung?

    Haug: «Wir sind nicht enttäuscht. Wir müssen und wollen uns weiter steigern - business as usual in der Formel 1. Unser Speed von Barcelona wird nicht stellvertretend für die Saison stehen - das war vor diesem Rennen anders und das wird nach dem Großen Preis von Spanien wieder anders werden. Rückschläge sind dabei möglich, aber diese werden uns nicht entmutigen oder gar aufhalten.»

    Noch wirkt Michael Schumacher entspannt. Befürchten Sie, dass er angesichts seiner einmaligen Erfolge und hohen Ansprüche bald die Lust verlieren könnte, seinen Drei-Jahresvertrag zu erfüllen?

    Haug: «Wer ständig Dinge befürchtet, bringt es in der Formel 1 zu nichts. Vor Barcelona haben einige gesagt "Schumacher schafft es nie mehr", nach Barcelona haben sie ihn hochgelobt. Wir wollen Leistung zeigen und Schritt für Schritt die Besten werden - das geht nicht über Nacht und auch nicht ohne Rückschläge - aber wir werden dieses Ziel erreichen, zusammen mit Nico Rosberg und mit Michael Schumacher.»

    Wie lange wird es dauern, bis MercedesGP zu Red Bull, Ferrari und dem Kundenteam McLaren aufschließen kann oder schaffen Sie das in dieser Saison möglicherweise nicht mehr?

    Haug: «Spezifische Ansagen von Rennen zu Rennen waren noch nie mein Ding und das wird sich auch nicht ändern. Dass wir unsere Ziele erreichen wollen und erreichen werden bestätige ich Ihnen allerdings gerne.»

    Bedauern Sie inzwischen die Ankündigung des Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche bei der Team-Präsentation in Stuttgart, die Nationalfarben müssten in schwarz-rot-silber umgewandelt werden?

    Haug: «Ganz und gar nicht. Ich habe im Übrigen den Eindruck, dass die meisten diese - quasi mit einem Augenzwinkern gemachte Aussage - genau so verstanden haben wie sie gemeint war.»

    Der Titelgewinn ist wohl kein Thema mehr. Welche Saisonziele sind noch realistisch?

    Haug: «Lassen Sie sich überraschen. So oft wie wir abgeschrieben wurden, so oft kamen wir stark zurück, es gäbe uns sonst heute im Motorsport nicht mehr und wir hätten die Segel gestrichen, wie es andere getan haben. Aber wir stellen uns dem härtesten automobilsportlichen Wettbewerb und kein Groß-Serienhersteller hat in diesem internationalen Wettbewerb während der letzten anderthalb Jahrzehnte mehr gewonnen als Mercedes-Benz.»

    Was ist in Monaco für MercedesGP möglich?

    Haug: «Mercedes GP Petronas gehört im ersten Jahr seiner Existenz nicht zum vordersten Favoritenkreis. Bisher wurden wir in den fünf Grand Prix der Saison zweimal Fünfter, zweimal Dritter und einmal Vierter. Mit unseren Partnerteams haben wir sieben der letzten zwölf Monaco Grand Prix gewonnen, die letzten drei 2007, 2008 und 2009 als Hattrick in Folge.»

    Michael Schumacher deutete an, in Monte Carlo wäre ein Einsatz des alten Silberpfeils mit dem kürzeren Radstand möglich. Setzen Sie den ein?

    Haug: «Es gibt keinen alten und keinen neuen Silberpfeil. Es gibt einen längeren Radstand, wie in Barcelona bei Schumacher und Rosberg eingesetzt, und den aus den vier Rennen zuvor bekannten kürzeren Radstand. Exakt dieser und kein "neuer" Silberpfeil wird in Monaco bei beiden Fahrern zum Einsatz kommen.»

    Webber knackt Kubica im Monte-Carlo-Qualifying

    Webber knackt Kubica im Monte-Carlo-Qualifying

    Mark Webber setzt seine Topform fort: Pole-Position auf dem Stadtkurs - Robert Kubica sensationell Zweiter - Fernando Alonso nur Zuschauer

    (Motorsport-Total.com) - Mit einer kleinen Überraschung endete das heutige Qualifying zum 68. Grand Prix von Monaco: Nicht Monte-Carlo-Spezialist Lewis Hamilton (McLaren) oder der Donnerstagsschnellste Fernando Alonso (Ferrari) sicherten sich vor traumhafter (Wetter-)Kulisse die Pole-Position für das klassische Autorennen im Fürstentum an der Côte d'Azur, sondern Mark Webber (Red Bull)!

    Der Australier war bisher an diesem Wochenende eher unauffällig unterwegs, packte aber im entscheidenden Moment sein Selbstvertrauen vom Sieg in Barcelona aus und fuhr zum zweiten Mal hintereinander Bestzeit im Qualifying - 1:13.826 Minuten. Das reichte letztendlich relativ locker, um Robert Kubica (Renault/+0,294) zu schlagen. "Man hat gesehen, das ist nicht nur das Auto, sondern auch der Fahrer", lobt Gerhard Berger den Polesetter.

    Zweite Pole-Position hintereinander
    Bei dem war die Freude über die vielleicht wichtigste Pole-Position des Jahres natürlich groß: "Ich weiß nicht, ob die erste Runde auch schon gut genug gewesen wäre, aber ich habe auf jeden Fall voll gepusht und es hat dann gereicht", strahlt Webber. "Zuerst waren kleine Details ein bisschen unstimmig, aber die entscheidende Runde war dann wirklich perfekt. In Monaco die Pole zu holen, ist einfach mega! Jetzt will ich natürlich auch das Rennen gewinnen."

    Kubica war im Top-10-Finale einer der ersten Fahrer auf der Strecke und legte gleich einmal eine Sicherheitsrunde hin, die er dann mehrfach verbessern konnte. Webber jagte ihm die Pole-Position jedoch zuerst um 16 Tausendstelsekunden ab und konnte sich dann noch einmal steigern. Allerdings ist es Kubica gelungen, seinem Status als Geheimfavorit gerecht zu werden - und Platz zwei ist der bisher beste Renault-Startplatz dieser Saison.

    "Das war eine gute Leistung vom Team und auch von mir selbst", sagt der Pole. "Wir sind in Q3 mit zwei weichen Reifensätzen gefahren. Leider war die letzte Runde nicht ganz ideal, obwohl ich Bestzeit im ersten Sektor fahren konnte. Die Reifen haben dann aber ein bisschen abgebaut und ich konnte meine vorherige Rundenzeit nur noch egalisieren. Platz zwei ist klasse, aber wenn du so knapp dran bist, willst du natürlich Erster werden."

    Vettel einfach nicht schnell genug
    Dritter und bester Deutscher wurde Sebastian Vettel (Red Bull), der eines der (erstaunlich wenigen) Opfer der Verkehrssituation wurde: "Es waren nur noch zehn Autos, aber es herrschte dennoch reger Verkehr. Ich konnte leider die Reifen nicht ideal nutzen, als sie am besten gewesen wären. Es war nicht einfach, eine freie Runde und dann auch einen Rhythmus zu finden, was hier sehr wichtig ist. Aber zum Schluss war ich einfach nicht schnell genug", gibt er zu.

    "Renault", spricht er einen bisher wenig beachteten Faktor an, "wurde wegen der Leistung schon oft kritisiert, aber dass drei Renault-Motoren vorne stehen, spricht für die Fahrbarkeit, die hier besonders wichtig ist." Der vierte Renault-Pilot, Vitaly Petrov, belegte allerdings nur den 14. Platz. Die "Rakete von Wyborg" crashte im zweiten Qualifying bei Sainte Dévote und sorgte damit für den einzigen Unfall eines ansonsten recht ruhigen Nachmittags.

    Ferrari hatte sich vorgenommen, auf die Pole-Position loszugehen, trat aber nur mit einem Auto an. Der F10 von Fernando Alonso konnte nach dem Unfall im dritten Freien Training nicht rechtzeitig repariert werden. "Es wird sehr schwierig, als Letzter aus der Boxengasse zu starten, aber ich hoffe mit einer guten Strategie auf einige Pünktchen. Schade, denn das Auto war das ganze Wochenende sehr gut. Die Pole war zum Greifen nahe", bedauert der Spanier.

    Hamilton schlägt Button im Stallduell
    Sein Teamkollege Felipe Massa fuhr Bestzeit in Q1 und war in Q2 Zweiter hinter Nico Rosberg (Mercedes). Im Top-10-Finale konnte er jedoch nicht ganz mit den Schnellsten mithalten und belegte mit einer halben Sekunde Rückstand den vierten Platz. Fünfter wurde Hamilton, der das interne Stallduell gegen Jenson Button (8.) um zwei Zehntelsekunden für sich entscheiden konnte. Insgesamt hatte man sich bei McLaren aber mehr erwartet.

    Übrigens auch bei den deutschen Mercedes-Silberpfeilen: "Wir hatten schon gehofft, unter die Ersten drei zu fahren", gesteht Michael Schumacher. "Die Abstände sind enger geworden, aber leider nicht eng genug." Letztendlich wurde er Siebter, 0,046 Sekunden hinter Nico Rosberg, der damit im Head-to-Head bereits mit 5:1 führt. "Natürlich wäre ich lieber vor meinem Kollegen, aber bei so einem Abstand müssen wir uns darüber nicht unterhalten", sagt Schumacher.

    Die Freude am Fahren war beim siebenfachen Weltmeister da: "Das ist Freude pur - einfach geil, ein Auto durch so ein Leitplankengewirr zu wirbeln! Das ist das, was das Rennfahren ausmacht." Allerdings wurde er ausgerechnet von Rosberg aufgehalten: "Mein Kollege ist mir auf einer meiner Runden leider ein bisschen im Weg gestanden. Ansonsten war der Verkehr okay, zumindest nicht so schlimm wie befürchtet."

    Erste Monte-Carlo-Niederlage für Schumacher
    In Summe bedeutete das, dass der 41-Jährige in Monte Carlo zum ersten Mal von seinem Teamkollegen geschlagen wurde. Rosberg war dennoch alles andere als zufrieden: "Bis Q2 war ich mit der Schnellste auf der Strecke. Ich bin davon ausgegangen, dass ich Pole fahren kann", ärgert er sich. "Wir haben entschieden, vier Runden zu fahren, aber dann hatte ich Verkehr mit Barrichello und einen Fehler in der schnellsten Runde. Insofern ist Platz sechs sehr enttäuschend."

    Rubens Barrichello (Williams) und Überraschungsmann Vitantonio Liuzzi (Force India) rundeten die Top 10 ab und werden morgen aus der fünften Reihe starten. Nico Hülkenberg (Williams) lieferte bei seiner Formel-1-Premiere in Monte Carlo eine ordentliche Leistung ab und verpasste den Cut als Elfter nur um 0,167 Sekunden. Ausgerechnet WM-Leader, Weltmeister und Vorjahressieger Jenson Button zitterte sich als Zehnter ins dritte Qualifying.

    In Q2 schieden unter anderem Adrian Sutil (Force India/12.) und Sébastien Buemi (Toro Rosso/13.) aus, ebenso die beiden Sauber-Piloten, die nahtlos an die enttäuschende Performance in den Trainings anknüpften. Ihr Glück war allerdings, dass mit den sechs Fahrern der neuen Teams und Pechvogel Alonso die sieben Plätze, die nach der ersten Runde die Segel streichen mussten, praktisch schon so gut wie vergeben waren.

    Kovalainen Sieger im "kleinen Qualifying"
    Schnellster Vertreter im "kleinen Qualifying" der neuen Teams war Heikki Kovalainen (Lotus), dem letztendlich nur 2,337 Sekunden auf die Bestzeit fehlten. "Das ist mehr als akzeptabel", freut sich Mike Gascoyne. Kovalainen leistete sich zwar Dreher in der Mirabeau- und der Loews-Kurve, "aber das kann schon mal passieren, wenn man pusht", winkt der Lotus-Technikdirektor ab. Jarno Trulli im zweiten grün-gelben Boliden verlor das Stallduell um 40 Tausendstelsekunden.

    Bei Virgin hieß der teaminterne Sieger Timo Glock, bei HRT Bruno Senna. Die wichtigste Erkenntnis der ersten 20 Minuten war aber, dass das befürchtete Verkehrschaos ausgeblieben ist: "Das erwartete Chaos ist nicht eingetreten. Es war richtig, ein normales Qualifying zu fahren. Ich fühle mich bestätigt", sagt Lotus-Teamchef Tony Fernandes, der mit seinem Veto eine Teilung des ersten Qualifyings in zwei Sessions verhindert hatte.

    Für morgen hat nun natürlich Webber die besten Karten, denn in den Straßen von Monte Carlo gilt unter normalen Umständen "Überholverbot" - zumindest dann, wenn der Vordermann nicht mitspielt. Viel wird auf den Start ankommen - und es heißt Luft wohl anhalten, wenn sich 24 Autos durch die enge Sainte Dévote schlängeln werden. Kleine Randnotiz zum Abschluss: Kimi Räikkönens Streckenrekord von 1:13.644 Minuten, aufgestellt 2005 in einem McLaren, wurde nicht gebrochen...

    Red Bull feiert Doppelsieg in Monte Carlo!

    Red Bull feiert Doppelsieg in Monte Carlo!

    Mark Webber gewinnt den Klassiker mit vier Safety-Car-Phasen vor Sebastian Vettel und Robert Kubica - Diskussionen um Michael Schumacher

    (Motorsport-Total.com) - Der 3,340 Kilometer lange Stadtkurs in Monte Carlo ist die Strecke im Formel-1-Kalender, auf der man am schwierigsten überholen kann, aber dennoch fabriziert der Grand Prix von Monaco immer wieder faszinierende Autorennen. So auch heute in der 68. Auflage, auch wenn es am Ende einen verdienten und recht souveränen Doppelsieg für Red Bull gab.

    Mark Webber, schon vor einer Woche in Barcelona eine Klasse für sich, fuhr auch im Fürstentum außer Konkurrenz und ließ sich nicht einmal von vier Safety-Car-Phasen, durch die sein Vorsprung immer wieder zunichte gemacht wurde, irritieren. Nach 78 Runden oder einer Rennzeit von 1:50.13 Stunden triumphierte er vor seinem Teamkollegen Sebastian Vettel und Robert Kubica (Renault) - als erster Australier seit Jack Brabham im Jahr 1959!

    Sternstunde für Webber
    "Das ist der größte Tag meines Lebens! Hier zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes", jubelt Webber, derzeit Mann der Stunde in der Formel 1 und durch seinen zweiten Saisonsieg auch neuer Führender der Fahrer-WM. "Das Qualifying war toll, aber auf dieser Strecke zwei Stunden lang zu fahren, noch dazu mit so vielen Ereignissen und Restarts im Rennen, das war nicht einfach. Umso größer ist die Befriedigung jetzt."

    Beendet wurde das Rennen nach einer riesigen Schrecksekunde hinter dem Safety-Car: Jarno Trulli (Lotus) setzte wenige Runden vor Schluss im Kampf um Platz 14 in der engen Rascasse-Kurve ein waghalsiges Manöver gegen Karun Chandhok (HRT), das nicht funktionierte. Trulli rutschte nach außen, hob ab und hätte beinahe den Kopf des Inders gestreift. Zum Glück überstanden beide die Situation unverletzt.

    Auch begonnen hatte der Nachmittag mit einem haarigen Moment: Nico Hülkenberg (Williams) krachte nach einem miserablen Start und einem leichten Mauerkuss zu Beginn der Runde gleich bei der ersten Tunneldurchfahrt voll in die Leitplanken! "Alles okay, mir geht es gut", gab er wenig später Entwarnung. Weil im Tunnel kein Kran steht, mussten die Streckenposten das Wrack während der logischen Safety-Car-Phase von Hand an den Hafen schieben.

    Guter Start der Red Bulls
    In Führung lag Webber, der sich von der Pole-Position aus am Start keine Blöße gegeben hatte. Dahinter kam es aber zu Verschiebungen: Vettel kam gut von der Linie weg und quetschte sich an Kubica vorbei, Michael Schumacher schnappte sich Nico Rosberg (beide Mercedes) - und Rubens Barrichello (Williams), der Neunte des Qualifyings, überrumpelte sogar beide Silberpfeile, die in Sainte Dévote leicht nach außen getragen wurden.

    Das zweite Opfer nach Hülkenberg war ausgerechnet WM-Leader Jenson Button. Die McLaren-Mechaniker hatten sich in der Startaufstellung einen peinlichen Fehler geleistet: "Sie haben ein Kühlgerät vergessen, das natürlich rausgenommen werden muss. Dadurch ist der Motor überhitzt", seufzt der Vorjahressieger. "Ohne Safety-Car hätte ich weiterfahren können, aber so ging es nicht, denn bei so langsamer Geschwindigkeit kriegst du nicht genug Fahrtwind ab."

    Eine clevere Aktion startete noch in der ersten Runde Fernando Alonso, der aus der Boxengasse gestartet war: Der Ferrari-Pilot kam gleich bei der ersten Gelegenheit an die Box, um den Pflichtstopp zu absolvieren - und konnte dank des Safety-Cars rasch wieder zum Feld aufschließen. Nach dem Restart sorgte er dann auch für einige Überholmanöver, als er sich ausgangs des Tunnels Gegner um Gegner an den neuen Teams vorbeischob.

    Boxenstopps schon ab der 17. Runde
    In der 17. Runde - Webber hatte seinen Vorsprung an der Spitze schon auf sieben Sekunden ausgebaut - eröffnete Lewis Hamilton (McLaren) die Serie der Boxenstopps. Plötzlich dämmerte den Strategen im Fahrerlager, wie gut Alonso gepokert hatte, denn Hamilton kam nur wenige Sekunden vor dem Spanier auf die Strecke zurück! In den nächsten Runden absolvierte dann der Reihe nach auch der Rest den Reifenwechsel.

    Mut zum Risiko bewies nur Rosberg, der bei freier Fahrt prompt die schnellste Runde fuhr und daher den geplanten Boxenstopp nach hinten schob. Die Taktik hätte aufgehen können, doch als Webber nach dessen Boxenstopp vor ihm auf die Strecke kam, verlor er wertvolle Sekunden. Unterm Strich blieb er dann doch hinter Schumacher. "Dieses Wochenende ist nicht ideal gelaufen", so der junge Deutsche. "Sonst hätte ich auch das schaffen können, was Kubica geschafft hat."

    Großer Verlierer der Boxenstopps war Barrichello, der erst hinter Schumacher zurückfiel und dann mit einem Crash bei Massenet für die zweite Safety-Car-Phase sorgte. "Nach dem Boxenstopp fühlte sich die Lenkung taub an. Irgendwas hat nicht mehr gestimmt - und dann bin ich abgeflogen", erklärt der Routinier. Von außen sah es jedoch eher so aus, als sei links hinten die Radaufhängung kollabiert. Barrichello: "Das Team untersucht gerade, was passiert ist."

    15,3 Sekunden Vorsprung dahin
    Damit waren auf einen Schlag die 15,3 Sekunden Vorsprung von Spitzenreiter Webber beim Teufel, der jedoch durch nichts aus der Ruhe zu bringen war und sich sofort wieder absetzen konnte. Zehn Runden später dann schon die nächste Safety-Car-Phase, diesmal jedoch ohne Crash. Offenbar hatte sich im Bereich von Massenet ein Gullydeckel gelöst. Im Nachhinein fragt man sich, ob der Barrichello-Abflug dadurch entstanden sein könnte...

    Von da an waren die vorderen Positionen bezogen, auch wenn Felipe Massa (Ferrari) an vierter Stelle liegend an der Hafenschikane einmal die Strecke abkürzen musste. Das blieb jedoch der einzige Fehler der Topfahrer. Richtig aufregend wurde es dafür noch einmal durch die Kollision zwischen Chandhok und Trulli, denn um ein Haar wären Webber und Vettel, die die beiden gerade überrunden wollten, ein Opfer des italienischen Übermuts geworden!

    Schrecksekunde für Webber
    "Das Team hat mir am Funk gesagt, dass Chandhok und Jarno vor mir sind", erinnert sich Webber. "Ich hatte da eh schon ein leicht mulmiges Gefühl, um ehrlich zu sein - und als sie kollidiert sind, dachte ich nur: 'Was zur Hölle macht Jarno da?' Aber hinter dem Safety-Car konnte ich das Rennen dann sicher ins Ziel fahren." Auch Vettel hatte Glück und rollte hinter dem Safety-Car und seinem Teamkollegen über die letzten Kilometer.

    "Wir müssen uns anschauen, warum ich Marks Tempo nicht gehen konnte. Der Abstand war ziemlich groß", analysiert der Deutsche. "Mit mehr Grip auf der Strecke ging es dann besser, aber es hat keinen Sinn gemacht, etwas zu riskieren, denn überholen kann man hier sowieso nicht. Vielmehr musste ich ein bisschen nach hinten schauen, um Robert in Schach zu halten. Aber letztendlich ist der zweite Platz ein sehr gutes Ergebnis für die WM."

    Für riesige Diskussionen sorgte in der Zielkurve aber ausgerechnet Schumacher: Der fünffache Monte-Carlo-Sieger wärmte intensiv die Reifen auf und überholte auf den letzten Metern noch den vor ihm liegenden Alonso, nachdem das Safety-Car für die Zieldurchfahrt an die Box abgebogen war. Legal oder illegal? "Das hätte er nicht dürfen", ist für Hamilton klar. "Mir hat mein Team jedenfalls gesagt, dass man nicht überholen darf."

    Regeln eigentlich sonnenklar
    Im Reglement heißt es: "Wenn das Rennen endet, während das Safety-Car angewendet wird, fährt es am Ende der letzten Runde an die Box und die Autos nehmen die Zielflagge ganz normal, ohne zu überholen." Wäre es nicht die letzte Runde gewesen, hätte man sicher überholen dürfen - dank der neuen Regel für diese Saison. Bis 2009 war ja nicht die erste Safety-Car-Linie, sondern die Ziellinie entscheidend. Logische Konsequenz: 20 Sekunden Strafe!

    Schumacher hatte die Untersuchung der Rennleitung zunächst gelassen gesehen: "Mir wurde mitgeteilt, dass die Strecke frei ist. Insofern darf man ab der Safety-Car-Linie racen. Ich habe die Reifen auf Temperatur gebracht und gehofft, dass mir jemand die Chance gibt", sagt er. "Wir sind uns da einig. Jetzt müssen wir gucken, ob Damon Hill auch der Meinung ist." Ausgerechnet sein alter Erzrivale ist nämlich an diesem Wochenende vierter Rennkommissar...

    Unabhängig davon fuhr Kubica seinen dritten Platz sicher nach Hause: "Ich stand auf der schmutzigen Seite der Startaufstellung. Normalerweise hätte ich die Position halten können, aber Mark kam nicht ideal weg. Also gab ich etwas zu viel Gas, sodass ich Wheelspin hatte. Dadurch ging Sebastian an mir vorbei", ärgert er sich über den Start. Danach lief es für ihn besser: "Vom Speed her wäre ich schneller gewesen als Sebastian, vor allem mit den harten Reifen."

    Zwei Punkte für Sutil
    Massa wurde Vierter, Hamilton Fünfter. Schumacher fuhr als Sechster vor Alonso über die Linie und wurde nachträglich auf Rang zwölf zurückgereiht. Die restlichen Punkteränge gingen an Rosberg, Adrian Sutil, Vitantonio Liuzzi (beide Force India) und Sébastien Buemi (Toro Rosso), der von der Entscheidung der Rennleitung profitierte. Sutil fuhr heute unauffällig, aber effektiv, und gewann das Duell gegen seinen Teamkollegen, der bis zum ersten Boxenstopp noch vor ihm gelegen war.

    Tatsächlich abgewunken wurden nur zwölf der 24 gestarteten Autos, denn Vitaly Petrov stellte seinen Renault während der letzten Safety-Car-Phase noch an der Box ab, wurde aber ebenso gewertet wie Chandhok und Trulli. Bisher noch nicht erwähnt wurden die Ausfälle von Heikki Kovalainen (Lotus), Bruno Senna (HRT) sowie den beiden Sauber- und Virgin-Piloten. Bei Timo Glock schien eine Radaufhängung kaputt gegangen zu sein.

    In der Fahrer-WM führt nun Webber vor Vettel (je 78 Punkte) - der Australier hat einen Sieg mehr auf dem Konto. Dahinter folgen Alonso (75), Button (70), Massa (61), Kubica, Hamilton (je 59) und Rosberg (56). Bei den Konstrukteuren hat nun ebenfalls Red Bull (156) die Nase vor Ferrari (136), McLaren (129) und Mercedes (78). Weiter geht's am letzten Mai-Wochenende mit dem Grand Prix der Türkei in Istanbul.

    Monaco GP: Rennen

    Monaco GP: Rennen

    Die MERCEDES GP PETRONAS Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher belegten beim Grand Prix von Monaco die Plätze sieben und zwölf.

    Nico und Michael starteten von den Plätzen sechs und sieben, fielen jedoch beim Start hinter Rubens Barrichello (Williams Cosworth) zurück, der sie im weiteren Rennverlauf aufhielt. Durch seinen optimalen Boxenstopp in Runde 19 kam Michael wieder vor Rubens, der zur gleichen Zeit an der Box war. Nico blieb bis Runde 28 draußen und fuhr in der Lücke im Verkehr mehrere schnelle Runden; nach seinem Stopp war er Achter hinter Michael.
    Als die vierte Safety Car Phase kurz vor dem Ziel zu Ende ging, überholte Michael in der letzten Kurve den vor ihm fahrenden Fernando Alonso, da das Team der Ansicht war, dass das Rennen wieder freigegeben war. Michael erhielt jedoch eine Zeitstrafe von 20 Sekunden und fiel dadurch auf Platz zwölf zurück. Das Team legt Berufung ein.

    NICO ROSBERG
    „Ich kam mit hohen Erwartungen hierher nach Monaco und deshalb bin ich über Platz acht enttäuscht. Im Qualifying war auf jeden Fall erste Startreihe drin und damit wäre im Rennen ein Podiumsplatz möglich gewesen. Zunächst schonte ich heute meine Reifen und als ich freie Fahrt hatte, weil die Autos vor mir an den Boxen waren, konnte ich mehrere sehr schnelle Runden fahren.
    Es war für mich wichtig zu zeigen, wie stark wir sind. Ich bedanke mich bei allen im Team für die harte Arbeit an diesem Wochenende; sie haben mir das beste Auto der bisherigen Saison hingestellt. Gut, dass ich ein paar Punkte holte – für die nächsten Rennen bin ich zuversichtlich.“

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Das war für mich ein ziemlich normales Rennen, abgesehen von der anschließenden Entscheidung der Sportkommissare. Der Start war interessant und ich kam gut weg, aber dann wurde ich eingeklemmt und Rubens Barrichello überholte mich. Ich musste also auf eine Gelegenheit warten vorbeizukommen, und das Team hat das brillant gelöst. Dank eines fantastischen Boxenstopps durch unsere Mannschaft konnte ich Rubens überholen. Dass ich am Ende auf Platz zwölf zurück versetzt wurde, ist enttäuschend und ich verstehe vollkommen, dass wir dagegen Berufung einlegen. Nach unserem Verständnis bedeutete die Nachricht „Safety Car kommt rein, Strecke frei“, dass wir wieder unter Rennbedingungen fuhren, also gab ich Gas und überholte Fernando.“

    ROSS BRAWN
    „In einigen Abschnitten des heutigen Rennens konnten wir das Potenzial unseres Autos zeigen und das war nach den Vorkommnissen im Qualifying eher frustrierend. Da unsere beiden Fahrer beim Start hinter Rubens Barrichello zurückfielen, wurde das Rennen für uns schwierig, denn wir konnten nicht so schnell fahren wie es uns möglich gewesen wäre; ein bekanntes Problem hier in Monaco, wo man kaum überholen kann. Danach fuhren Michael und Nico sehr gut. Auf freier Strecke war Nico beeindruckend schnell und zu der Zeit der Schnellste auf der Strecke. Aber so ist das leider in Monaco – ein schnelles Auto hilft dir nicht viel, wenn du nicht an der richtigen Position fährst.
    Glückwunsch an unser Team zu zwei der schnellsten Boxenstopps des Rennens.
    Das war besonders für Michael wichtig, um ihn vor Rubens wieder auf die Strecke zu bringen.
    Was die Entscheidung gegen Michael betrifft, so waren wir der Meinung, dass das Rennen wieder freigegeben war und nicht hinter dem Safety Car zu Ende gehen würde – dann hätte Paragraph 40.13 gegolten. Der Grund für das Safety Car war nicht mehr vorhanden, die FIA hatte „Safety Car kommt diese Runde herein“ schon früh in Runde 78 mitgeteilt und die Strecke war von der Rennleitung für frei erklärt worden. Das wurde auch durch die grünen Flaggen der Streckenposten und durch das grüne Licht hinter der Safety Car Linie eins verdeutlicht. Bei früheren Rennen, die hinter dem Safety Car beendet worden waren, wurde um die ganze Strecke gelb gezeigt, wie 2009 in Melbourne. Deshalb sagten wir unseren Fahrern auf der letzten Runde, sie sollten bis zur Ziellinie voll fahren. Michael überholte Fernando und übernahm Platz sechs. Gegen die Entscheidung der Sportkommissare haben wir Berufung eingelegt.“

    NORBERT HAUG
    „Das Positive: Wir hatten hier in Monaco einen guten Speed, im Konkurrenzvergleich unseren besten bisher in dieser Saison. Hoffentlich können wir dies in den nächsten Rennen wiederholen. Es war schlecht, dass wir gestern im dritten Qualifyingabschnitt mit beiden Autos in Verkehr gerieten und dazu noch selbstgemachte Probleme mit unserer Qualifyingstrategie kamen. Das änderte sich auch im Rennen heute nicht, als Michael und Nico hinter einem langsameren Auto festhingen. Als beide dann auf freier Strecke fuhren, legten sie ein gutes Tempo vor. Wir werden uns jetzt auf das nächste Rennen in der Türkei konzentrieren und hoffen, dass unser Speed im Konkurrenzvergleich ähnlich gut wie in Monaco sein wird, um dann bessere Ergebnisse einzufahren.“

    DEUTSCHE POST neuer Partner von MERCEDES GP PETRONAS

    DEUTSCHE POST neuer Partner von MERCEDES GP PETRONAS

    Die Deutsche Post wird ab dem Grand Prix von Monaco am kommenden Wochenende, dem sechsten Lauf der Formel 1-Weltmeisterschaft 2010, neuer Partner des MERCEDES GP PETRONAS Teams. Seit dem Beginn der Zusammenarbeit mit der Deutschen Post in der DTM ist Mercedes-Benz bereits Partner des neuen Post-Produktes Brief im Internet.

    Die Partnerschaft geht weit über ein übliches Sponsoring hinaus. Künftig wird Mercedes-Benz Motorsport vertrauliche Dokumente per Brief im Internet versenden. Das Posthorn; das Logo des Unternehmens wird ab dem Grand Prix von Monaco am kommenden Wochenende auf den MGP W01 Autos von Michael Schumacher und Nico Rosberg präsentiert.

    Jürgen Gerdes, Konzernvorstand BRIEF und PAKET Deutschland der Deutschen Post:
    „Die Partnerschaft mit dem Haus Daimler und seiner Premium-Automobilmarke Mercedes-Benz passt hervorragend zu der Deutschen Post und ihren Zielsetzungen. Die Formel 1 fordert Wettbewerbsgeist, Innovation, schnelle Reaktionen und erfolgreiche Lernprozesse im Renntempo. All dies stimmt mit unseren Zielsetzungen im tagtäglichen Geschäft überein. Und natürlich wollen wir gemeinsam nicht nur auf der Rennstrecke erfolgreich sein, sondern das sportliche Engagement auf dieser wichtigen Plattform zur Kommunikation unserer Premium-Services nutzen.“

    Nick Fry, CEO MERCEDES GP PETRONAS:
    „Wir freuen uns auf die Partnerschaft zwischen der Deutschen Post und MERCEDES GP PETRONAS und darauf, ab dem Grand Prix von Monaco das Posthorn auf unseren MGP W01 zu präsentieren. In den letzten Monaten ist die Zahl unserer Partner stetig gestiegen. Wir freuen uns besonders über die Deutsche Post und darauf, unsere Partnerschaft in den kommenden Monaten auf- und auszubauen.“

    Norbert Haug, Mercedes-Benz Motorsportchef:
    „Ich freue mich ganz besonders über diese Kooperation und darf das stellvertretend für unser ganzes Haus sagen. Die Deutsche Post ist ein deutsches Vorzeigeunternehmen, das erstklassig zu uns passt. Mit dem Bekenntnis zum Wettbewerb in der höchsten automobilsportlichen Spielklasse drückt die Post genauso wie wir ihren Willen zur Dynamik und zu weiterem Wachstum auch durch schnelles Lernen aus. Ich bin sicher, dass neben der Sponsor-Partnerschaft die geschäftlichen Beziehungen unserer Häuser weiter entwickelt werden."

    8 Millionen TV-Zuschauer verfolgten Monaco GP

    8 Millionen TV-Zuschauer verfolgten Monaco GP

    Am Sonntag, 16. Mai 2010 ging der Große Preis von Monaco über die Bühne. Bis zu 8,05 Millionen Zuschauer verfolgten das fünfte Saisonrennen der Formel 1-Weltmeisterschaft vor dem Fernseher.

    Für den deutschen Fernsehsender RTL war der Grand Prix im Fürstentum somit ein großer Erfolg. Mit durchschnittlich 7,45 Millionen Zuschauer erreichte RTL einen Marktanteil von 44,1 Prozent. Zum Vergleich: im Vorjahr verfolgten 4,95 Millionen Zuschauer den Großen Preis von Monaco.
    Die MERCEDES GP PETRONAS-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher fuhren in Monaco auf die Plätze sieben und zwölf, nachdem in den letzten drei Jahren immer ein Mercedes in Monaco gewonnen hatte (2009: Jenson Button, Brawn, 2008: Lewis Hamilton, McLaren, 2007: Fernando Alonso, McLaren). Seit 1998 haben Fahrzeuge mit MB Motor dort sieben von dreizehn Grand Prix gewonnen – also fast 55% aller Rennen.

    Großer Preis der Türkei / Istanbul

    Großer Preis der Türkei / Istanbul

    Nachdem 2004 Jahr Bahrain und China ihr Debüt gaben, war 2005 die Türkei - das Land der zwei Kontinente Europa und Asien - mit dem Formel-1-Debüt an der Reihe. Der brandneue Kurs (Otodrom) unweit von Istanbul beinhaltet großteils mittelschnelle Kurven und bietet dank der großen Streckenbreite von 12,5 bis 21,5 Meter die eine oder andere Überholmöglichkeit. Auffallend sind die die großen Höhenunterschiede der verschiedenen Streckenabschnitte, denn der Kurs schmiegt sich in die hügelige Landschaft ein.

    Die Türkei kommt jung und wachsend daher, da mit zwei Prozent Wachstum die Bevölkerung (momentan rund 70 Millionen) der Türkei so rasant zunimmt wie in keinem anderen Land Europas.

    Gebaut wurde der Kurs wie die meisten anderen modernen Formel-1-Strecken vom Aachener Architekten Hermann Tilke, der auch für den Umbau der Rennstrecken Nürburgring und Hockenheimring verantwortlich war. "Man könnte den Kurs als Mischung aus Belgien, Ungarn und Brasilien charakterisieren", sagt Mumtaz Tahincioglu, Präsident des türkischen Automobil- und Motorsportverbands.

    Nicht zu kurz kommt aber auch der landestypische Stil, denn wie auch schon bei den von Tilke geplanten Strecken in Bahrain oder China trägt das Design der Tribünen und Gebäude traditionelle Züge, in diesem Fall orientalische. Auf der Haupttribüne finden 30.000 Zuschauer Platz, die Gesamtkapazität beträgt 155.000 Plätze.

    Aus fahrerischer Sicht ist die achte Kurve am anspruchsvollsten, die gleich vier Scheitelpunkte hat und bei hoher Geschwindigkeit durchfahren wird: 270 km/h am Eingang, 280 am Ausgang, dazwischen vier Scheitelpunkte und nahezu Vollgas! Erschwerend kommt hinzu, dass sich im Laufe der Zeit einige Bodenwellen gebildet haben. Will es jemand zu sehr wissen, kann er jedoch die asphaltierte Auslaufzone nutzen.

    Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Istanbul.html
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    MERCEDES GP PETRONAS präsentiert neue Internetseite

    MERCEDES GP PETRONAS präsentiert neue Internetseite

    MERCEDES GP PETRONAS präsentiert sich mit neuem Internetauftritt auf www.mercedes-gp.com

    Die Internetseite entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der MERCEDES GP PETRONAS Teamzentrale in Brackley und der Marketingabteilung von Mercedes-Benz in Stuttgart. Die neue Internetseite ist in die drei Bereiche "Rennstrecke", "Testgelände" und "Fahrerlager" gegliedert und soll Fans, Partnern und Medien unterschiedliche Hintergrundinformationen rund um das MERCEDES GP Petronas Team näher bringen.
    Der Bereich "Rennstrecke" liefert die neuesten Informationen von der Strecke, inklusive Rennberichte, Fotogalerie, Wetterberichten, Blogs der Rennwochenenden und Twitter-Updates.
    Im Bereich "Testgelände" erhält der Besucher durch Exklusivinterviews mit den Teammitgliedern, regelmäßigen Blogberichten aus der Fabrik und Erklärungen der innovativen Technologien, die in der Formel 1 Verwendung finden, einen Blick hinter die Kulissen des Teamsitzes in Brackley.
    Der "Fahrerlager"-Bereich versorgt die Interessenten mit Neuigkeiten abseits der Strecke aus dem Team sowie rund um die Fahrer und Sponsoren.

    Vorschau: Türkei GP

    Vorschau: Türkei GP

    Der Grand Prix der Türkei vom 28. bis 30. Mai 2010 bei Istanbul ist der siebte Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2010. Mercedes-Benz Formel 1-Motoren haben zwei der bisherigen fünf Siegerautos seit der Premiere 2005 auf dieser Strecke angetrieben, 2005 den McLaren Mercedes von Kimi Räikkönen und im letzten Jahr den Brawn Mercedes von Jenson Button

    NICO ROSBERG
    „Die Rennstrecke bei Istanbul gefällt mir gut und gehört zu den besten der neueren Kurse im Kalender. Die Fahrer werden hier körperlich stark gefordert und man kann an einigen Stellen gut überholen, denn die Strecke ist meist sehr breit, hat viele Bereiche, in denen wir spät bremsen und weist Steigungen und Gefälle auf. Jeder spricht über Kurve acht, mit ihren drei Scheitelpunkten gehört sie zu den längsten Kurven, die wir kennen. Die Fliehkräfte sind hier sehr hoch, aber sie macht auch viel Spaß. Wenn man diese Kurve richtig erwischt, kann man ordentlich Zeit gut machen. Ich habe in Istanbul bei vier Starts bisher dreimal Punkte geholt; vor einem Jahr war ich Fünfter, mein bestes Ergebnis hier. Nachdem wir es in Spanien und Monaco nicht schafften, das Potenzial des MGP W01 ganz auszuschöpfen, möchte ich in der Türkei zurück in die Erfolgsspur. Zu den bisherigen neuen Teilen kommen weitere Verbesserungen, an denen die Jungs im Werk arbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass uns ein positives Wochenende bevorsteht.“

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Die türkischen Fans haben mich immer sehr unterstützt, und schon allein deshalb wird es sehr schön sein, dort wieder zu fahren – vor einer Kulisse, die uns hoffentlich stark anfeuert. Unsererseits werden wir natürlich alles versuchen ihnen auch Grund zum Jubeln zu geben. Wir hoffen auf weitere Fortschritte in der Türkei, nachdem wir schon einige Verbesserungen in Barcelona und Monaco verbuchen konnten. Die Strecke selbst ist sehr speziell, man fährt gegen den Uhrzeigersinn, ziemlich hügelig und mit sehr unterschiedlichen Kurvenlayouts; ich fahre sie eigentlich sehr gerne. Ich freue mich auf das kommende Wochenende, vor allem weil unsere Jungs in der Fabrik immens viel gearbeitet haben, um uns ein erneut verbessertes Auto hinzustellen. Ist ja klar, dass wir alles tun, damit sich ihre Mühe lohnt.”

    ROSS BRAWN
    „Das Rennen in Monaco verlief für unser Team enttäuschend, denn wir nutzten unser Potenzial nicht. Unser Auto war stark und zuverlässig und in verschiedenen Rennabschnitten das schnellste, zudem absolvierten wir zwei hervorragende Boxenstopps, von denen der eine der schnellste des Rennens war, und doch holten wir nicht das erhoffte Resultat. Dennoch bin ich nach unseren Fortschritten in den letzten beiden Rennen zuversichtlich; wir haben unsere Schwachstellen erkannt und arbeiten daran sie zu beheben. In den kommenden Grand Prix stehen uns weitere deutliche Verbesserungen am Auto zur Verfügung, das Ergebnis des Engagements und der harten Arbeit jedes Einzelnen im Werk in den letzten Wochen. In der Türkei fahren wir wieder mit der Aufhängung für den längeren Radstand, dazu kommen der neue ‚F-Schacht„ Heckflügel und mehr Neuerungen in der Aerodynamik. Es ist noch ein langer Weg bis zur gewünschten Leistungsstärke, aber jedes Rennen ist ein Schritt auf diesem Weg und ich bin optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen werden.“

    NORBERT HAUG
    „Der Grand Prix in Istanbul findet auf einer Strecke mit einigen sehr schnellen Kurven statt; das ist der Kurventyp, mit dem wir vor rund drei Wochen in Barcelona Probleme hatten. Die 5,34 Kilometer lange Strecke weist zudem sieben ziemlich enge Kurven auf, die meisten davon im letzten Sektor. Diese Kombination aus schnell und vergleichsweise langsam ist eine große Herausforderung für Fahrer, Autos und Reifen. Wir waren beim letzten Rennen in Monaco schnell und in punkto mechanischem Grip funktioniert unser Auto bestens. Mit unseren weiteren technischen Verbesserungen hoffen wir, in Istanbul einen Schritt voran zu kommen.“

    MERCEDES GP PETRONAS mit den schnellsten Boxenstopps

    Fachzeitschrift: MERCEDES GP PETRONAS mit den schnellsten Boxenstopps

    Die Fachzeitschrift "auto, motor und sport" hat die Boxenstopps aller Formel 1-Teams bei den ersten sechs Grand Prix des Jahres analysiert und festgestellt, dass die Boxenmannschaft von MERCEDES GP PETRONAS bei vier von sechs Rennen den schnellsten Boxenstopp absolviert hat.

    In die Analyse flossen nur reguläre Boxenstopps ohne zusätzliche Arbeiten am Auto ein. Gezählt wurde die Gesamtzeit von der Boxeneinfahrt bis zur Boxenausfahrt, inklusive der Standzeit beim Reifenwechsel.
    Die MERCEDES GP PETRONAS Mechaniker arbeiteten bei den Rennen in Malaysia, China, Spanien und Monaco vier Mal in Folge am schnellsten. Die schnellste Boxenstoppzeit ging ein Mal an Nico Rosberg (Malaysia: 21,802 Sekunden) und drei Mal an Michael Schumacher (China: 21,763 Sekunden, Spanien: 20,104 Sekunden, Monaco: 24,914 Sekunden).
    In der Formel 1-Saison 2010 ist das Nachtanken während der Rennen verboten. Bei einem regulären Boxenstopp wechseln die Mechaniker nur die Reifen. Entsprechend wichtig ist die Arbeit der Boxencrew. Die Boxenmannschaft von MERCEDES GP PETRONAS bereitete sich in der Winterpause mit einem intensiven Boxenstopptraining in der Fabrik und bei den Testfahrten auf die Saison vor.

    Pole-Hattrick für Webber in Istanbul!

    Pole-Hattrick für Webber in Istanbul!

    Lewis Hamilton splittet die Red Bulls: Mark Webber erneut souverän auf Pole, Sebastian Vettel mit technischen Problemen auf Startplatz drei

    (Motorsport-Total.com) - Mark Webber fährt weiterhin in der Form seines Lebens: Nach zwei Pole-Positions und zwei Siegen in Barcelona und Monte Carlo setzte der Red-Bull-Pilot auch heute in Istanbul seinen Erfolgsrun fort und sicherte sich den ersten Startplatz für den Grand Prix der Türkei. Drei Pole-Positions hintereinander hat zuletzt Felipe Massa im Jahr 2007 (Sepang, Manama und Barcelona) geschafft.

    Dabei hatte das Wochenende für Webber alles andere als gut begonnen, denn gestern erlitt er einen Motorschaden und heute Morgen versemmelte er gleich dreimal eine schnelle Runde auf weichen Reifen. Doch im entscheidenden Moment packte der Routinier sein unerschütterliches Selbstvertrauen aus und steigerte sich im Top-10-Finale von 1:26.510 auf 1:26.295 Minuten. Dabei hatte er das Feld schon nach dem ersten Run angeführt.

    Webber steckt Probleme weg
    "Es war kein reibungsloses Wochenende, aber es waren auch keine massiven Probleme", bilanziert Webber glücklich. "Einen Motorschaden wie gestern habe ich lieber im Freien Training und heute Morgen war es auch nicht tragisch. Ich wusste jedoch immer, dass ich es drauf habe. Kurve acht habe ich dann sehr gut erwischt, sodass ich nun auf der richtigen Position stehe und eine sehr gute Chance habe, morgen zu gewinnen."

    Die ersten drei Startreihen blieben nach dem ersten von zwei Runs im Top-10-Finale unverändert, weil Michael Schumacher (Mercedes) mit einem Dreher in Kurve acht für gelbe Flaggen sorgte. Außerdem musste Sebastian Vettel (Red Bull) seine finale Attacke wegen eines gebrochenen Stabilisators abbrechen, sodass er sich nicht mehr steigern und mit dem dritten Platz Vorlieb nehmen musste, 0,327 Sekunden hinter Lewis Hamilton (McLaren).

    "Irgendwas hat nicht gestimmt", vermutet Teamchef Christian Horner. "Er war bis dahin schnell unterwegs, aber im letzten Run fühlte er sich im Auto nicht mehr wohl." Vettel bestätigt: "Ich hatte Probleme mit blockierenden Rädern, sonst hätte ich locker um einiges schneller sein können. Besonders das kurveninnere Rad wollte nicht so, wie ich wollte. Schade, denn ich war das ganze Wochenende schon sehr gut drauf, besonders heute."

    Kurve acht ist Red-Bull-Terrain
    Red Bull führte die Entscheidung eindeutig im Mittelsektor mit der aerodynamisch anspruchsvollen Kurve acht herbei, in der Webber und Vettel um vier Zehntelsekunden (!) schneller waren als alle anderen. Dafür hatte McLaren dank F-Schacht-System den um sechs km/h besseren Topspeed. Hamilton und Jenson Button stehen als Zweiter und Vierter zwar auf der ungünstigeren Seite des Grids, aber mit einem guten Start ist einiges möglich.

    "Gestern war ich mit der Balance nicht zufrieden, aber heute hatte ich ein besseres Gefühl, auch hinsichtlich der Reifen. Ich habe in allen drei Sektoren persönliche Bestzeit geschafft. Mehr kannst du nicht erwarten", so Hamilton, für den es "ein super Gefühl" ist, die Red Bulls aufgesplittet zu haben: "Das zeigt uns, dass wir den Grundspeed haben, um mit ihnen mitzuhalten. Im Rennen sind wir vielleicht noch besser."

    Schumacher besiegt Rosberg erneut
    Schumacher wurde trotz seines Abflugs in Kurve acht Fünfter und gewann damit zum zweiten Mal das Stallduell gegen Nico Rosberg, der morgen in der silbernen dritten Startreihe neben ihm stehen wird. Wahrscheinlich hätten sich beide Mercedes-Piloten noch steigern können, doch Schumacher fühlte sich nach keinem idealen ersten Sektor zu langsam, riskierte alles und kam von der Strecke ab. Zuvor dürfte ihn jemand leicht aufgehalten haben.

    "Es war ein bisschen mehr drin, denn bis zum dritten Platz fehlt nur eine Zehntel", trauert Mercedes-Sportchef Norbert Haug der zweiten Startreihe nach. "Das war möglich, auch wenn wir insgesamt ungefähr eine halbe Sekunde hinter der Spitze liegen." Warum Rosberg im Finish nicht zulegen konnte, ist unklar: "Wir hatten gehofft, im letzten Run ein bisschen Zeit zu finden, aber das gelang uns nicht. Jetzt müssen wir das analysieren", rätselt Teamchef Ross Brawn.

    Zumindest erging es Mercedes besser als Ferrari, denn die Italiener mussten Fernando Alonso schon in der zweiten Session abschreiben. Der WM-Dritte lag zunächst an elfter Position, stand dann unter Druck, leistete sich einen Fahrfehler und wurde zum Schluss das Opfer von gelben Flaggen. "Das entspricht nicht unseren Erwartungen", ärgert sich Teamchef Stefano Domenicali. "Wir hatten mehr erwartet und müssen nun analysieren, woran dieses Abschneiden lag."

    Alonso glaubt nicht an eigenen Fehler
    Denn auch Felipe Massa, in Istanbul dreifacher Grand-Prix-Sieger, kam mit fast acht Zehntelsekunden Rückstand nicht über Platz acht hinaus. Doch Alonso war nach Rang zwölf am sauersten: "Ich habe attackiert, aber ich war langsamer als auf meiner schnellsten Runde. Ich wusste, dass es nicht gereicht hat. Ich glaube nicht, dass mir mein Fehler den Platz in Q3 gekostet hat. Ich bin dreimal fast die gleiche Zeit gefahren. Die Pace war einfach nicht da."

    Eine Überraschung des Nachmittags war Kamui Kobayashi, der sich im Sauber-Duell gegen Pedro de la Rosa (13.) souverän durchsetzte und als Zehnter in die dritte Session aufstieg. Für Vitaly Petrov (Renault/9.), den Istanbul-GP2-Sieger des Vorjahres, war Q3 sogar eine Premiere, letztendlich musste sich der Russe aber seinem Teamkollegen Robert Kubica (7.) geschlagen geben. Adrian Sutil (Force India) verpasste den Finalcut um 0,087 Sekunden gegen Schumacher.

    Liuzzi als erster "Etablierter" ausgeschieden
    Sauer ist wahrscheinlich auch Nico Hülkenberg, der bei Williams das ganze Wochenende und auch in Q1 der schnellere Mann war, im entscheidenden Moment aber wieder das Nachsehen gegen Rubens Barrichello (15.) hatte und 17. wurde. Williams lieferte sich also mit Toro Rosso ein Match um die "rote Laterne" unter den etablierten Teams, obwohl es Sutils Force-India-Teamkollegen Vitantonio Liuzzi sogar schon in den ersten 20 Minuten erwischt hatte.

    Im "kleinen Qualifying" der drei neuen Teams war wieder einmal Lotus eine Klasse für sich, Timo Glock konnte den Zeitrückstand aber auf eine halbe Sekunde verkürzen. Schnellster war einmal mehr Jarno Trulli vor Heikki Kovalainen. Auf die Spitze büßte Trulli gut drei Sekunden ein - ein anständiger Wert. Bruno Senna (HRT) gelang es sogar, Lucas di Grassi im zweiten Virgin und seinen Teamkollegen Karun Chandhok hinter sich zu lassen.

    Für das morgige Rennen gibt es mit WM-Leader Webber einen klaren Favoriten, auch wenn die Pole-Position auf dieser Strecke im Gegensatz zu Monte Carlo noch nicht die halbe Miete zum Sieg ist. Außerdem ist nicht Vettel sein einziger Gegner, sondern auch McLaren gibt sich kampfeslustig: "Im Renntrimm sind wir besser. Wenn wir unsere Chance bekommen, werden wir sie nutzen", kündigt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh an.

    Türkei GP: Rennen

    Türkei GP: Rennen
    Die MERCEDES GP PETRONAS Fahrer Michael Schumacher und Nico Rosberg belegten beim spannenden Grand Prix der Türkei die Plätze vier und fünf und verbesserten sich damit gegenüber ihren Startplätzen jeweils um eine Position.

    Michael überholte beim Start Jenson Button und fuhr auf Rang vier vor, fiel am Ende der Runde aber wieder auf Platz fünf zurück. Er legte in Runde 14 seinen einzigen Boxenstopp ein und wechselte von der weicheren (option) auf die härtere Reifenmischung (prime). Nico folgte einen Umlauf später. Eine schnelle Runde vor dem Boxenstopp sowie die sehr gute Arbeit der Boxenmannschaft hielten ihn vor dem angreifenden Robert Kubica.
    Zu Rennmitte drohte Regen, doch es blieb bei ein paar unbedeutenden Tropfen.
    Nach der Kollision der beiden Red Bull in Runde 40 fuhren Michael und Nico auf den Plätzen vier und fünf, die sie bis ins Ziel hielten.

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Mein Rennen begann wie erhofft, denn ich konnte Jenson Button gleich beim Start überholen. Aber ich hatte nicht genug Grip; in der Formationsrunde waren wir sehr langsam gefahren und der Reifendruck war zurück gegangen.
    Deswegen und weil die McLaren einen höheren Topspeed hatten, konnte ich Jenson nicht lange hinter mir halten. In der ersten Runde hatte ich ohnehin Probleme, das Auto auf der Strecke zu halten. Danach hielt ich meine Position und rückte nach dem Ausfall von Sebastian Vettel einen Platz auf.
    Das war’s. Es war ein Rennen ohne Probleme, aber auch ohne weitere Chancen.
    Ich hörte, dass an der Spitze einiges los war und für die Fans war das bestimmt eine gute Show. Alles in allem war es für uns ein positives Rennen.
    Wir machten einen Schritt nach vorne und waren vor den Ferrari und damit können wir ganz zufrieden sein.“

    NICO ROSBERG
    „Der fünfte Platz heute ist für mich in Ordnung. Ich war über weite Strecken etwas schneller als Michael, aber zum Überholen reichte es nicht. Zudem musste ich aufpassen, da Robert Kubica hinter mir hartnäckig attackierte.
    Für mich war der spannendste Teil des Rennens die Runden vor und nach meinem Boxenstopp. Hier war ich sehr schnell und zusammen mit der guten Arbeit unseres Teams schaffte ich es, vor den nachfolgenden Autos zu bleiben.
    Obwohl wir immer noch schneller werden müssen, bin ich doch froh, dass wir heute das bestmögliche Ergebnis erzielten.“

    ROSS BRAWN
    „Eine solide Leistung, mit der beide Fahrer das Potenzial des Autos ausschöpften. In der Anfangsphase hielten wir uns bewusst zurück, da wir die Führungsgruppe nicht attackieren konnten und wir deshalb unsere Reifen für die zweite Rennhälfte schonen wollten. Michael, Nico und das Team zeigten mit unserem Auto sehr gute Arbeit und unsere Boxenstopps waren einmal mehr beeindruckend. Glückwunsch an alle heute. Dank der harten Arbeit aller im Werk machten wir mit unseren neuesten Verbesserungen ordentliche Fortschritte, aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns.“

    NORBERT HAUG
    „Die Plätze vier und fünf für Michael und Nico waren hier das bestmögliche Ergebnis für uns, denn unser Speed war nur im letzten Renndrittel einigermaßen ok. Wir wissen sehr genau, dass wir uns weiter deutlich steigern müssen und das werden wir mit Sicherheit schaffen. Glückwunsch an McLaren und Lewis Hamilton zum 71. Sieg für Mercedes-Benz seit unserem ersten Grand Prix-Sieg mit David Coulthard in einem McLaren Mercedes in Melbourne 1997.
    Vier Autos mit Mercedes-Benz Motor kamen heute unter den ersten Fünf ins Ziel, das ist besonders für unsere so hart arbeitende Motorenmannschaft ein bemerkenswertes Resultat – Gratulation und Glückwunsch an Euch alle.“

    Großer Preis von Kanada / Montreal

    Großer Preis von Kanada / Montreal

    Wer in Kanada an die Formel 1 denkt, der denkt zwangsweise auch an den Namen Villeneuve. Zuerst war es Gilles, der 18 Monate vor seinem Sieg in Montréal in die Formel 1 gewechselt war und bis in die frühen 1980er-Jahre sechs Siege feiern sollte, bevor er am 8. Mai 1982 während des Trainings in Zolder ums Leben kam. Der Kanadier war bei seinen Landsleuten beliebt, weil er ein echter Draufgängertyp war. Nach dem Tod Villeneuves wurde die Rennstrecke von Montreal in Circuit Gilles Villeneuve umbenannt.

    Die Strecke liegt im ehemaligen EXPO-Gelände von 1967 auf einer künstlich aufgeschütteten Insel inmitten des Sankt-Lorenz-Stroms, wo immer noch die Ruderanlagen der Olympischen Spiele von 1976 zu sehen sind. Die Strecke kann über Brücken erreicht werden. Das Wasser, die Skyline von Montréal, tausende von Bäumen, einzigartige Parkanlagen und vereinzelte Schiffe auf dem Fluss bestimmen das Bild rund um die Rennstrecke. Montréal ist die trendigste Stadt Kanadas, weswegen der Großteil des Formel-1-Trosses gerne über den Großen Teich in das Land des Ahornblattes fliegt.

    Die Strecke selbst ist eine der schnelleren Pisten im Kalender, auf der man mit wenig Flügel fährt und die spätes Bremsen erfordert. An vier Stellen erreichen die Fahrer Geschwindigkeiten von über 300 km/h. Die meisten Kurven und Schikanen sind eng und anspruchsvoll und werden von Leitplanken und Betonmauern gesäumt. Diese Streckeneigenschaften führen insbesondere am Freitag zu vielen Ausrutschern, denn die Piste wird nur einmal im Jahr befahren und ist aus diesem Grund zu Beginn des Wochenendes sehr rutschig und staubig. Gefordert sind in Montréal vor allem die Bremsen. Die Reifen werden auf dem welligen Asphalt mit mittlerem Gripniveau weniger stark belastet.

    Besonders berühmt-berüchtigt ist die "Wall of Champions": Die Mauer am Ausgang der letzten Schikane trägt seit 1999 diesen Namen. Im damaligen Rennen landeten der Reihe nach die Weltmeister Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve in der Streckenbegrenzung. Die Schikane selbst wurde seither leicht entschärft. So hat man zum Beispiel das Kiesbett entfernt, sodass ohne Materialschaden abgekürzt werden kann. Trotzdem bleibt diese Passage eine Schlüsselstelle, die keine Konzentrationsschwächen erlaubt.

    Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Montral.html
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    Kanada GP: Vorschau

    Kanada GP: Vorschau
    Der Grand Prix von Kanada vom 11. bis 13. Juni 2010 in Montreal ist der achte Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2010. Das Rennen, der insgesamt 41. kanadische Grand Prix seit 1967, wird nach einem Jahr Pause wieder ausgetragen.


    NICO ROSBERG
    „Montreal ist ein toller Schauplatz und ich freue mich immer darauf, ein paar Tage früher anzureisen, um mich an die Zeitumstellung zu gewöhnen und etwas auszuspannen. Die Stadt ist am Grand Prix-Wochenende sehr lebendig und hat eine fantastische Atmosphäre; es ist schön, dass die Formel 1 wieder hier startet. Die Strecke mit einer sehr langen Geraden sowie engen Kurven ist technisch anspruchsvoll. Auf der langen Geraden ist der Mercedes-Benz Motor sicher von Vorteil. Wir werden bei diesem Rennen mit weiteren Verbesserungen am Auto antreten. Das und die Tatsache, dass die Charakteristik des Circuit Gilles Villeneuve sich deutlich von der des Istanbul Parks unterscheidet, stimmt mich zuversichtlich, dass wir in Kanada gut abschneiden können.“

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Kanada ist definitiv einer der Schauplätze im Formel-1-Kalender, den jeder gerne besucht; ich eingeschlossen. Ich bin immer sehr gerne nach Nordamerika geflogen und habe dort immer sehr gute Wochenenden erlebt. Wie schon in früheren Jahren werde ich auch diesmal den Trip dorthin dazu nutzen, einige freie Tage einzulegen, und ich bin sicher dass ich, wenn ich dann ins Fahrerlager komme, richtig heiß auf das Rennwochenende sein werde. Bei der Strecke in Montreal spielt Topspeed eine große Rolle, also haben wir in diesem Bereich hart gearbeitet – gerade weil wir wissen, dass wir hier nicht top sind. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir in der Lage sein werden, das Beste aus unserem Paket heraus zu holen.“

    ROSS BRAWN
    „Unser Team und unsere Fahrer zeigten beim letzten Rennen in der Türkei eine starke Leistung und holten die meisten Punkte bei einem Rennen in dieser Saison. Dennoch sind wir immer noch nicht schnell genug. Wir wissen aber, wie wir das erreichen können, nämlich mit noch mehr Arbeit und Einsatz. Wir werden uns immer weiter anstrengen, bis wir zurück an der Spitze des Feldes fahren. Wir freuen uns darauf, nächste Woche nach Kanada zurückzukehren. Das Rennen gehört zu den beliebtesten im Kalender, auch weil die Stadt Montreal immer eine gute Show bietet. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein und auch das Rennen auf dem Circuit Gilles Villeneuve wird hoffentlich wieder spannend verlaufen, so dass wir auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt ein erfolgreiches Wochenende erleben. Aus Sicht der Ingenieure ist die Rennstrecke interessant und unsere Leistungsfähigkeit im unteren und mittleren Geschwindigkeitsbereich, unsere gute Stabilität beim Bremsen und die hohe Motorleistung sollten für uns von Vorteil sein.“

    NORBERT HAUG
    „Es sind gute Neuigkeiten, dass der Grand Prix von Kanada wieder auf dem Formel 1-Kalender steht. Das Rennen auf der "Ile Notre Dame", dem Gelände der Olympischen Spiele von 1976, findet in einzigartiger Umgebung statt. Die Strecke unterscheidet sich deutlich von den üblichen speziell gebauten Rennstrecken und hier sind vor allem Höchstgeschwindigkeit und über die gesamte Renndauer gut funktionierende und leistungsfähige Bremsen gefragt. Und natürlich verlangt der Hochgeschwindigkeitskurs von Montreal auch Motorleistung. Unser Team hat bisher 100 Punkte in sieben Rennen geholt - etwa ein Drittel dessen, was erreichbar war, wenn man bei jedem Rennen den absolut perfekten Job abliefert. Wir sind sicherlich noch nicht wo wir sein wollen, um regelmäßig bei jedem Rennen um Siege kämpfen zu können, aber wir sind alle sehr fleißig und arbeiten mit großartigem Teamgeist, um unsere Ziele zu erreichen. Es ist schwierig vorherzusagen, was wir beim Kanada Grand Prix erreichen können, aber ganz sicher ist, dass wir unser Bestes geben werden.“

    Hamilton beendet Red Bulls Pole-Serie

    Hamilton beendet Red Bulls Pole-Serie

    Riesenjubel bei Lewis Hamilton nach dem gewonnenen Pole-Fight gegen die Red Bulls - Michael Schumacher scheidet erstmals vorzeitig aus.

    (Motorsport-Total.com) - Der schnelle Circuit Gilles Villeneuve in Montréal wurde schon vor diesem Wochenende als Strecke gehandelt, auf dem Red Bull erstmals in dieser Saison ein Qualifying verlieren könnte, weil auf den langen Geraden Höchstgeschwindigkeit wichtiger ist als Anpressdruck. Heute gelang es der Konkurrenz dann tatsächlich, die Pole-Serie der "Bullen" zu beenden.

    Lewis Hamilton war derjenige, dem diese Ehre zuteil wurde, aber der McLaren-Pilot musste für die Pole-Position einen hohen Preis zahlen. Genauer gesagt fuhr er seine Bestzeit von 1:15.105 Minuten mit den weicheren Reifen, die bisher stark zu Graining neigten. "Die weichen Reifen lassen mit viel Benzin schon nach vier oder fünf Runden nach", weiß Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Unsere Fahrer wollten daher unbedingt mit den harten Reifen fahren."

    Reifen als Zünglein an der Waage?
    Red Bull überraschte in Q1 mit den weichen Reifen, fuhr in Q2 je einen Run auf beiden Mischungen und in Q3 dann nur noch mit den härteren Medium-Bridgestones. McLaren vertraute in etwa auf die entgegengesetzte Strategie. Das war einerseits Kalkül, andererseits experimentierten die Teams in Q1 und Q2 auch noch herum, weil die Bedingungen mit Asphalttemperaturen von 31 Grad deutlich wärmer waren als während des Vormittagstrainings.

    Dass Polesetter Hamilton mit den weichen Reifen im Rennen keinen Vorteil haben wird, ist allen klar, aber der Montréal-Spezialist lässt sich davon nicht beunruhigen: "Man muss jeden Tag nehmen, wie er kommt", gibt er sich gelassen. "Es stimmt, gestern haben wir schon gesehen, dass die weichen Reifen nicht ideal sind, aber wir werden alles tun, um sie zu schonen. Das Safety-Car könnte uns helfen. Wir haben eine gute Chance."

    Lob gibt es von Teamchef Martin Whitmarsh: "Wir dachten schon, dass wir hier stark sein können, und Lewis war von Anfang an schnell. Ich hoffe, dass wir das morgen fortsetzen können", so der Brite, dem wie allen anderen Experten klar ist: "Entscheidend wird sicher die Reifenstrategie. Mit den weichen Reifen sollten wir am Start einen Vorteil haben - und dann hoffen wir auf ein frühes Safety-Car, wie so oft hier in Kanada."

    Horner rechnet mit McLaren-Problemen
    "Wenn jemand so etwas sagt", grinst Horner, "dann rechnen sie damit, dass sie unter normalen Umständen in Probleme geraten!" Sebastian Vettel nickt zustimmend: "Ich glaube, dass unsere Reifenwahl besser ist", so der Deutsche, und auch Teamkollege Mark Webber ist sich sicher: "McLaren hat die weichen Reifen und wir stehen in der ersten Reihe. Ich glaube, das ist ein Vorteil für uns, auch wenn es hier jederzeit ein Safety-Car geben kann."

    Webber fehlten am Ende 0,268 Sekunden auf die Pole-Position, aber er war erneut um 0,047 Sekunden schneller als Vettel, führt damit im teaminternen Qualifyingduell schon mit 5:3. Der Australier ging in seiner besten Runde voll ans Limit, streifte am Ausgang der Zielschikane sogar die "Wall of Champions" leicht. Dieses Fighten war aber auch notwendig, denn zwischen dem zweiten und achten Startplatz ging es extrem knapp zu.

    Vettel erst am Ende mit einer Zeit
    Daher kann Vettel mit seinem Abschneiden trotz der Niederlage gegen Webber einigermaßen leben: "Es dauert eine Weile, bis die harten Reifen auf Temperatur kommen", sagt er. "Ich habe wirklich keine Runde hinbekommen bis auf die letzte. Die war nicht ganz sauber, insofern bin ich über Platz drei fast ein bisschen erleichtert. Jetzt brauchen wir einen guten Start auf der guten Innenseite, dann ist sicher einiges drin. Wir sind näher dran als erwartet."

    Fernando Alonso (Ferrari) war recht unauffällig unterwegs, wurde aber nur 15 Tausendstelsekunden hinter Vettel guter Vierter, knapp vor Jenson Button im zweiten McLaren. Letzterer hat den Überraschungsmann des Nachmittags neben sich: Vitantonio Liuzzi (Force India) setzte seine starke Trainingsform um, wurde mit 0,543 Sekunden großartiger Sechster und gewann das Stallduell gegen Adrian Sutil um zwei Zehntelsekunden.

    Sutil wäre natürlich lieber vor dem Italiener gestanden, trägt das Ergebnis aber mit Fassung: "Es war ein gutes Qualifying. Am Ende ging es einfach nicht schneller." Platz neun hinter Felipe Massa (Ferrari) und Robert Kubica (Renault) in der vierten Reihe kann sich auch durchaus sehen lassen, zumal er um 0,190 Sekunden schneller war als der extrem frustrierte Nico Rosberg (Mercedes), der seine Reifen einfach nicht zum Arbeiten bekam.

    Rosberg klar schneller als Schumacher
    Zumindest setzte er sich in Q2 gegen Michael Schumacher um fast eine halbe Sekunde durch. Der siebenfache Weltmeister befand sich als Zehnter von Anfang an auf dem Schleudersitz, verbesserte sich dann kurzzeitig auf Rang neun, wurde aber wenig später wieder aus den Top 10 gedrängt. Als er im letzten Versuch die Schikane abkürzte und das Aus damit besiegelte, war er angesichts der vorherigen Zwischenzeiten eigentlich ohnehin schon draußen.

    Im ersten Gespräch mit seinem Renningenieur Andrew Shovlin wirkte Schumacher stinksauer, genau wie ein paar Minuten später im TV-Interview: "Selbstverständlich, dass man erstmal in die Top 10 fahren möchte, um das Qualifying aufzubauen, aber das war aus irgendwelchen Gründen überhaupt nicht möglich", ärgert sich der Montréal-Rekordsieger. "Wir hatten gehofft, dass wir uns zwischen Platz fünf und acht einreihen können."

    Hülkenberg mit starker Leistung
    Die ganz große Sensation war, dass sich Schumacher sogar dem Williams-Duo geschlagen geben musste, wobei Rubens Barrichello in der Entscheidung einmal mehr seine Routine ausspielte und somit Nico Hülkenberg noch um vier Tausendstelsekunden verdrängte. Vitaly Petrov (Renault), die beiden Toro Rossos und vor allem Pedro de la Rosa (Sauber) hatten in Q2 keine realistische Chance. Kamui Kobayashi (Sauber) hatte es sogar schon in Q1 erwischt.

    Das "kleine Qualifying" der neuen Teams entschied diesmal Heikki Kovalainen (Lotus) für sich, was für morgen den 19. Startplatz bedeutet. Kovalainen war um 2,348 Sekunden langsamer als die Spitze und hätte um ein Haar sogar Kobayashi geknackt - Aufwärtstrend unübersehbar! Timo Glock (Virgin) musste mit Rang drei unter den neuen Teams Vorlieb nehmen, was angesichts der immer besser werdenden HRT-Form keine Selbstverständlichkeit war.

    Das morgige Rennen könnte zu einer echten Reifenschlacht werden, aber viele Faktoren sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unberechenbar. Ein frühes Safety-Car würde Hamilton helfen, eine über Nacht sauber gewaschene Strecke eher den Red Bulls mit den harten Reifen. Auch während des Rennens könnte es unter Umständen regnen oder zu einer Safety-Car-Phase kommen. Die Vergangenheit beweist jedenfalls: Montréal ist immer für eine Überraschung gut...

    McLaren gewinnt Reifenkrimi in Montréal

    McLaren gewinnt Reifenkrimi in Montréal

    Lewis Hamilton vor Jenson Button im strategisch geprägten Grand Prix von Kanada - Vettel auf Platz vier - Schumacher verliert WM-Punkte im Finish

    (Motorsport-Total.com) - Viel wurde nach dem gestrigen Qualifying darüber gesprochen, dass die Reifen heute den Grand Prix von Kanada entscheiden könnten, und das Rennen in Montréal war tatsächlich vom "schwarzen Gold" geprägt. Am besten löste erneut das McLaren-Team den Reifenkrimi auf dem Circuit Gilles Villeneuve: Lewis Hamilton und Jenson Button feierten nach Istanbul ihren zweiten Doppelsieg hintereinander!

    Die auf harten Reifen gestarteten und deshalb von vielen Experten favorisierten Red Bulls erlebten im Gegensatz zu den britischen Chrompfeilen keinen reibungslosen Nachmittag, kamen nur auf den Positionen vier (Sebastian Vettel) und fünf (Mark Webber) ins Ziel und verloren damit die Führung in der Fahrer-WM. Die wurde an den heutigen Sieger Hamilton und dessen McLaren-Team abgegeben, das derzeit auf Wolke sieben zu schweben scheint.

    Handicap für Webber
    "Wir haben die besten Fahrer der Welt", jubelt Teamchef Martin Whitmarsh - und das wohl nicht ganz zu Unrecht, denn dass Hamilton und Button als Erster und Zweiter über die Ziellinie fahren würden, hätte zu Beginn des turbulenten 70-Runden-Rennens wohl kaum jemand gedacht. Hilfreich war sicherlich, dass Webber nicht als Zweiter, sondern nur als Siebter in den Grand Prix starten konnte, weil Red Bull das Getriebe des Australiers wechseln musste.

    Kanada 2010 war von den ersten Metern an ein richtiger Thriller! Zwar fädelten sich die Top 3 (Hamilton, Vettel und Ferrari-Pilot Fernando Alonso) im Senna-S sauber ein, aber dahinter krachte es gleich einmal: Michael Schumacher (Mercedes) verlor ein kleines Frontflügelelement am Renault von Robert Kubica (Renault), während Vitantonio Liuzzi (Force India) und Felipe Massa (Ferrari) bei ihrer Berührung einen richtigen Blechschaden anrichteten.

    In diese Kollision wäre übrigens beinahe auch Button hineingezogen worden. Weiter hinten im Feld räumte der quer über die Strecke fliegende Renault von Vitaly Petrov Pedro de la Rosas Sauber ab, was dem Russen später eine seiner zwei Durchfahrstrafen einbrachte. Profiteur dieser chaotischen Szenen war Schumacher, der sich vor Webber als Vierter einreihte. Nico Rosberg (Mercedes) fiel im Gegensatz dazu auf Rang 13 zurück, weil er in der ersten Runde blockiert wurde.

    Früher Doppelausfall für Sauber
    Wer glaubte, dass wie so oft in der Formel 1 nach der anfänglichen Hektik Ruhe einkehren würde, der lag völlig falsch. Denn Ende der zweiten Runde besiegelte Kamui Kobayashi mit einem Abflug an der "Wall of Champions" den Sauber-Doppelausfall, während Webber im Kampf um Platz vier die Schlagzahl gegen Button erhöhte - und tatsächlich einen Weg am McLaren vorbei fand, als die weichen Reifen nachließen und die harten immer mehr zum Vorteil wurden.

    Bereits in der fünften Runde eröffnete Rosberg den heutigen Reifenkrimi, indem er von Supersoft auf Medium wechselte. "Das war genau die richtige Strategie", findet Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Wäre ein Safety-Car auf die Strecke gegangen, hätte Rosbergs Taktik sogar voll aufgehen können, aber wie durch ein Wunder lief der Grand Prix von Kanada dieses Jahr ohne Gelbphase ab, weil es während des Rennens keine wirklich schweren Unfälle gab.

    An der Spitze bildete sich früh ein Paket mit Hamilton, der von Vettel unter Druck gesetzt wurde, und Alonso. Webber konnte nach seinem Überholmanöver gegen Button rasch zu diesem Trio aufschließen - bis Red Bull sogar die Doppelführung erbte, als Hamilton und Alonso gleichzeitig zum ersten Boxenstopp kamen. Dabei arbeitete die Ferrari- besser als die McLaren-Crew, was Alonso ermöglichte, in der Boxengasse an Hamilton vorbeizugehen!

    Heißes Duell in der Boxengasse
    "Ich kam weit vor ihm rein, aber wir hatten nicht den besten Boxenstopp", erinnert sich Hamilton an den Positionstausch mit seinem früheren Erzrivalen. "Ich habe gar nicht gesehen, dass er da war, aber dann habe ich versucht, ihm genug Platz zu lassen. Er kam da auch an mir vorbei, aber wir hatten dann eine gute Pace - und wir haben die Nachzügler gut gemanagt, was heute einer der entscheidenden Faktoren war."

    Alonso gegen Hamilton sollte dann zum Duell um den Sieg werden - und in Runde 15 fiel die Vorentscheidung: Im Windschatten von Sébastien Buemi (Toro Rosso), der dank eines späten ersten Boxenstopps sogar einige Führungskilometer sammeln durfte, zog Hamilton vor der Zielschikane an Alonso vorbei, der sich gar nicht groß wehrte. Der Ferrari-Pilot ließ sich in der Folge nicht abschütteln, konnte aber auch nicht wirklich attackieren.

    Die beiden fuhren zu jenem Zeitpunkt ein Fernduell gegen die Red Bulls, die beim ersten Boxenstopp ihre Strategien switchten: Vettel wechselte von harten auf weiche, Webber von harten auf harte Reifen. In jener Phase fuhren Hamilton und Alonso vorne die besseren Zeiten, sodass Vettel strategisch einige Positionen verlor. Das kam für den Deutschen im Cockpit völlig überraschend, denn er konnte die Zeitunterschiede ja nicht auf dem Timingmonitor verfolgen.

    Vettel über Positionsverlust verwundert
    "Es ist schon ein bisschen komisch, wenn man sich die Nippel abfährt, als Erster an die Box kommt und dann sind auf einmal drei Autos vor einem! Da wusste ich nicht genau, was jetzt meine Aufgabe ist. Da müssen wir erst analysieren, wie das kommen konnte", wundert sich Vettel. Später musste er auch noch mit Getriebeproblemen kämpfen: "Ich wusste nicht genau, was das Problem war - man hat mir nur gesagt, ich soll langsamer machen."

    Zwischendurch sah daher Webber wie die größere Red-Bull-Hoffnung aus, denn der Australier lag durch seinen langen Mittelstint in Führung und hatte mehr als zehn Sekunden Vorsprung auf Hamilton, mehr als 17 auf Vettel! Doch als seine harten Reifen nachließen, hatte er Hamilton, Alonso, Button und Vettel plötzlich wieder im Rückspiegel - womit klar war, dass er nach dem Boxenstopp auf Platz fünf zurückfallen würde.

    Schnellste Runde wechselte ständig
    Wirklich den Durchblick hatten in jener Phase nur noch wenige: "Solche Rennen sind besonders schwierig, weil die Reifen wichtig sind. Man ist nie sicher, ob man die Reifen schonen muss oder attackieren kann", gibt selbst Button zu. "Es hat heute aber viel Spaß gemacht, denn man musste sich immer Gedanken machen. Unterschiedliche Leute waren zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Rennen unterschiedlich schnell."

    Je länger das Rennen dauerte, desto mehr spitze sich der Kampf um den Sieg auf Hamilton, Alonso und Button zu - und als Hamilton mit einer schnellsten Runde verdeutlichte, dass er die Lage im Griff hat, ging es nur noch um den zweiten Platz. Den sicherte sich Button mit einem cleveren Manöver: Als Alonso beim Überrunden von Karun Chandhok (HRT) kurz vom Gas gehen musste, nutzte der McLaren-Pilot seinen Geschwindigkeitsüberschuss und zog vorbei!

    Trotzdem war Alonso nicht unzufrieden: "Es war ein schönes Duell und für mich ein sehr gutes Gefühl, dass ich wieder einmal um den Sieg kämpfen konnte. Das Auto war hier sehr konkurrenzfähig. Wir hatten eine gute Gelegenheit, das Rennen zu gewinnen. Ich habe zweimal wegen des Überrundungsverkehrs eine Position verloren. In Summe macht das zehn Punkte aus. Aber in Istanbul waren wir noch weit weg, hier waren wir dran. Es geht in die richtige Richtung", so der Spanier.

    Hamilton im Finish klar der Chef
    Indes fuhr Hamilton seinen Sieg sicher ins Ziel - nach 70 Runden und zwei Boxenstopps hatte er 2,2 Sekunden Vorsprung auf Button, 9,2 auf Alonso, der im Finish vom Gas ging, 37,8 auf Vettel, der mit Getriebeproblemen kämpfte, und 39,2 auf Webber. "Auf anderen Strecken wird Red Bull vielleicht wieder vorne sein, aber an den Rennwochenenden machen wir als Team offensichtlich den besseren Job", grinst der neue WM-Leader aus Großbritannien.

    "Es war ein unglaubliches Wochenende, einfach fantastisch! Ich habe so viele britische Flaggen auf den Tribünen gesehen - ich fühle mich hier einfach wohl. Umso schöner ist es, so ein Wochenende dann auf diese Weise zu beenden", freut sich der nunmehr zweifache Saisonsieger. "Das Team hat außergewöhnliche Arbeit geleistet, denn es war eines der schwierigsten Rennen bisher. Aber gerade die will man gewinnen. Wieder ein Doppelsieg - ich bin überglücklich!"

    Sechster wurde Rosberg, der nach der miserablen ersten Runde phasenweise die schnellsten Rundenzeiten im Feld fahren konnte. "Ich hatte in der ersten Runde einfach Pech", ärgert er sich. "Vor mir war ein Unfall, ich musste bremsen. Da sind alle an mir vorbeigefahren." Doch immerhin feierte er einen weiteren Sieg im Stallduell gegen Schumacher, der auf den letzten drei Kilometern äußerst unglückliche Figur machte.

    Schumacher mit Reifenproblemen
    Denn der siebenfache Montréal-Sieger ging mit zwei sicheren Punkten in der Tasche in die letzte Runde, zog dann aber erst in einem beinharten Duell gegen Liuzzi den Kürzeren, musste in die Wiese und verlor anschließend auch noch eine Position gegen Landsmann Adrian Sutil (Force India). Zumindest war bis dahin der Speed besser: "Das lag auch daran, dass wir die Bremsscheiben gewechselt haben. Die waren gestern nicht in Ordnung", so der Mercedes-Pilot.

    Dass Sutil trotz eines Reifenschadens noch in die Punkte fahren konnte, zeigt, wie chaotisch der Grand Prix verlaufen ist. Die vielleicht größte Schrecksekunde erlebte der Deutsche aber im Zweikampf mit Kubica, als er schon am Polen vorbei schien, der aber mit voller Geschwindigkeit noch einmal innen (!) ausscherte, nur um ein paar Meter weiter an die Box abzubiegen! Die Rennleitung wird diesen Zwischenfall noch genau untersuchen.

    Kubica sorgte mehrfach für Wirbel: schon am Start, als er Schumachers Frontflügel beschädigte, dann bei einem weiteren Duell mit dem siebenfachen Weltmeister, bei dem beide in die Wiese mussten, und eben gegen Sutil. Am Ende sicherte er sich Platz sieben, knapp vor dem Schweizer Buemi, der eine persönliche Sternstunde erlebte, als er in der 60. Runden am mit desolaten Reifen kämpfenden Schumacher vorbeizog.

    Schumacher vs. Massa: Nachspiel?
    Zu den unterhaltsameren Akteuren des Nachmittags zählte auch Massa, der unter anderem ein Manöver gegen Sutil setzte, das man nur mit offenem Mund bestaunen konnte. Massa überholte unter anderem auch Schumacher, wobei es zu einer Berührung kam. Schumacher könnte dafür eine Strafe blühen, aber: "Für mich sah das okay aus", findet Teamchef Ross Brawn. "Felipe war da zu ehrgeizig, denn Michael hatte schon mit den Reifen zu kämpfen. Die waren komplett zerfallen."

    Insgesamt kamen 19 von 24 gestarteten Autos in die Wertung; Nico Hülkenberg (Williams) war kurz nach dem Start schon Neunter, kollidierte dann aber mit einem anderen Fahrzeug und wurde nach einem langen Nachmittag schlussendlich 13., 1,1 Sekunden vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. Heikki Kovalainen (Lotus) gewann als 16. mit zwei Runden Rückstand den "kleinen Grand Prix" der drei neuen Teams.

    In der Weltmeisterschaft bleibt nach acht von 19 Rennen alles offen: Hamilton (109) Punkte hat erstmals die Führung übernommen, doch Button (106), Webber (103), Alonso (94) und Vettel (90) könnten rein rechnerisch mit einem einzigen Sieg (oder weniger) an ihm vorbeigehen. Schumacher (34) bleibt auf Rang neun. Bei den Konstrukteuren liegt nun McLaren (215) vor Red Bull (193), Ferrari (161) und Mercedes (108).

    Kanada GP: Rennen

    Kanada GP: Rennen
    Die MERCEDES GP PETRONAS Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher belegten beim Grand Prix von Kanada die Plätze sechs und elf. Nico verbesserte sich damit in der Fahrerweltmeisterschaft mit jetzt 74 Punkten um einen Platz auf Position sechs; es führt Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, der Sieger von Montreal, mit 198 Punkten.

    Nico wich gleich nach dem Start einer Kollision anderer Fahrer aus und fiel dadurch im ersten Umlauf um drei Plätze von Startposition zehn auf Rang 13 zurück. Er legte seine Boxenstopps in den Runden fünf und 27 ein und verbesserte sich bis ins Ziel auf Rang sechs.
    Michael kam beim Start um fünf Plätze nach vorn und fuhr vom 13. auf den achten Rang vor; nach neun Runden lag er auf Platz drei. Nach seinem ersten geplanten Boxenhalt in Runde zwölf fuhr er wegen eines Reifenschadens vorn rechts zwei Umläufe später außerplanmäßig erneut herein. Seinen dritten Stopp absolvierte er in Runde 33 und fuhr mit der am Ende deutlich abbauenden weicheren Reifenmischung (option) als Elfter ins Ziel.

    NICO ROSBERG
    „Der sechste Platz war heute wahrscheinlich das bestmögliche Resultat, ich bin also noch ganz zufrieden. Es war ein schwieriges Wochenende mit einer schwachen Leistung gestern im Qualifying, da unsere Reifen nicht funktionierten. Dann hatte ich in der ersten Rennrunde Pech, als ich durch das Chaos vor mir mehrere Plätze verlor. Danach zeigte ich ein paar gute Überholmanöver und mit einem guten Speed holte ich auf. Wir hatten eine super Strategie, doch der Umgang mit den Reifen war nicht einfach. Ich fuhr zurückhaltend, um das Körnen in Grenzen zu halten, dennoch wurde der Zustand der Reifen immer schlechter. Glücklicherweise hielten die härteren Reifen nach meinem zweiten Boxenstopp bis ins Ziel; so holte ich den sechsten Platz und acht Punkte, die mich in der Fahrer-WM auf den sechsten Platz brachten.“

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Mein Start lief super und wie erhofft kam ich nach vorn. Der erste Boxenstopp war optimal geplant und alles sah vielversprechend aus. Doch nach meiner Berührung mit Robert Kubica hatte ich vorne rechts einen Reifenschaden, und das entschied mein Rennen. Ich steckte im Verkehr fest und konnte nichts ausrichten, denn ich kämpfte mit stumpfen Waffen. Gegen Ende gab ich alles um meinen Platz zu halten, doch das funktionierte nur begrenzt, denn meine Reifen hatten mehr eine halbe Renndistanz hinter sich und waren am Ende. Ich kämpfte gegen Autos mit einem guten Topspeed und das war hart. Andererseits, glaube ich, wäre ich in einer guten Position gewesen, und deshalb nehmen wir etwas mit zu den nächsten Rennen.“

    ROSS BRAWN
    „Wir verpatzten den Start; das kann bei Startplätzen im Mittelfeld leider vorkommen. Nico wurde blockiert und Michael wurde von Teilen getroffen, die Teile seines Frontflügels beschädigten. Nico zeigte danach ein gutes Rennen und fuhr bis auf den sechsten Platz vor. Wir wechselten zum richtigen Zeitpunkt die Reifen, Nico war schnell wenn es nötig war und schonte das Auto, wann immer das erforderlich war. Er zeigte insgesamt ein super Rennen. Michael sah in der Anfangsphase sehr gut aus und lag in guter Position. Leider hatte er durch den Zwischenfall mit Robert Kubica einen Plattfuß und brauchte einen zusätzlichen Boxenstopp. Dadurch kamen wir aus dem Rhythmus. Rückblickend waren wir zu ehrgeizig mit unserem Versuch, mit den weicheren Reifen bis zum Schluss durchzufahren und Michael hatte am Ende Probleme. Immerhin holten wir ein paar Punkte aber nicht so viele wie erhofft.“

    NORBERT HAUG
    „Das war ein großartiges Rennen, fantastisch für den Sport und speziell für die Zuschauer hier in Montreal und vor den Fernsehgeräten weltweit. Unser Speed heute sah besser aus als gestern im Qualifying und es schien für uns ein gutes Rennen zu werden, als Michael anfangs bis auf Platz drei vorfuhr. Ohne den Plattfuß hätte er sicher ein respektables Ergebnis erzielen können. Für Nico war der sechste Platz in Anbetracht der Umstände ein ordentliches Resultat und mit der drittschnellsten Rennrunde zeigte er, dass unser Speed im Konkurrenzvergleich besser war als gestern im Qualifying. Aber wir müssen unser Auto weiter verbessern und das werden wir auch. Glückwunsch an Vodafone McLaren Mercedes zu ihrem zweiten Doppelsieg in Folge. Der Erfolg ist der 72. Sieg eines Mercedes-Benz Motors in 224 Rennen seit 1997, sicherlich eine durchaus beeindruckende Quote. Gratulation an McLaren und an unsere so engagiert arbeitenden Motorenspezialisten in Brixworth und Stuttgart.“

    Großer Preis von Europa / Valencia

    Großer Preis von Europa / Valencia

    2008 fand in Valencia erstmals ein Formel-1-Grand-Prix statt, allerdings nicht auf dem Circuit Ricardo Tormo außerhalb der Stadt, sondern auf einem Stadtkurs am Hafengebiet. Dieser liegt in der Nähe des Geländes, das im Jahr zuvor für den America's Cup (Segeln) verwendet worden war.

    Formel-1-Action in den Straßen von Valencia gab es erstmals 2007, als 150.000 Menschen zur Präsentation des damals neuen McLaren-Mercedes MP4-22 für Fernando Alonso kamen. Alonso und Lewis Hamilton absolvierten damals einige Demonstrationsrunden auf einem provisorisch eingerichteten Kurs.

    Die 5,419 Kilometer lange Strecke wurde in weniger als einem Jahr aus dem Boden gestampft, weil die Straßen ohnehin schon vorhanden waren und die meisten Tribünen nur temporärer Natur sind - genau wie auch in Monte Carlo. Allerdings konnte der Premierenevent bei weitem nicht an den Glamourfaktor des Fürstentums anknüpfen.

    In Valencia überqueren die Formel-1-Stars eine bewegliche Schwingbrücke. Diese wird geöffnet, um Schiffe in den Hafen zu lassen, aber natürlich geschlossen, wenn Fahrbetrieb im Gange ist. Beim Übergang von "festem" Untergrund auf die Brücke befinden sich kleine Fugen, diese stellen aber kein Problem dar.

    Fahrerisch gesehen ist der Stadtkurs viel weitläufiger und sicherer als der in Monte Carlo. Dadurch geht jedoch auch einiges an Reiz verloren.
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    Großer Preis von Europa: Vorschau

    Großer Preis von Europa: Vorschau

    Die Formel 1 tritt bei ihrem neunten Weltmeisterschaftslauf 2010 zum zweiten Mal in dieser Saison in Spanien an. Der Grand Prix von Europa wird vom 25. bis 27. Juni 2010 in Valencia ausgetragen und gastiert zum dritten Mal auf dem Stadtkurs der Hafenstadt. Die 5,419 Kilometer lange Strecke führt um den Hafen Juan Carlos I. herum und über eine eigens erbaute Drehbrücke, die Nord- und Südufer des Hafens verbindet. Hier befand sich 2007 die Basis für den 32. America’s Cup. Im letzten Jahr in Valencia siegte Brawn Mercedes Fahrer Rubens Barrichello und Vodafone McLaren Mercedes Fahrer Lewis Hamilton holte die Pole Position.

    NICO ROSBERG
    „Ich freue mich auf das dritte Formel 1-Rennen in Valencia. Die Stadt gefällt mir und die spanischen Fans sind sehr begeisterungsfähig; die Atmosphäre rund um die Marina ist einfach toll. Die Strecke in Valencia ist super und ganz anders, als man es von einem typischen Stadtkurs erwarten würde. Trotz der vielen Kurven ist die Strecke flüssig und schnell zu fahren. Das Fahren auf dem von Leitplanken umsäumten Kurs erfordert aber immer voll Konzentration. Unser letztes Rennen in Kanada war hart, doch der sechste Platz und die acht Punkte, die ich damit holte, waren nicht schlecht, nachdem ich in Runde eins bis auf Rang 13 zurückgefallen war. Unser Rennspeed war gut und ich hoffe, dass wir uns mit den Verbesserungen am Auto in Valencia weiter steigern können.“

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Mit Valencia steht nun ein Rennen auf einer Strecke an, auf der ich noch nie gefahren bin – wieder mal eine neue Erfahrung für einen Routinier wie mich; aber eine Erfahrung, auf die ich mich sehr freue. Ich war immer sehr gut darin, mich sehr schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen, und ich gehe davon aus, dass mir das in Valencia ebenfalls gelingen wird. Ich mag es, mich mit solchen Dingen auseinander zu setzen und mit meinen Ingenieuren in die Details einzusteigen. Wir werden mit einigen Updates an unserem Auto anreisen, die uns zu einer verbesserten Performance verhelfen sollten. Schon in den letzten Rennen haben wir gesehen, dass sich das Auto stetig verbessert, und in Kanada standen wir teilweise sehr gut da – auch wenn sich das leider nicht in den Resultaten wieder spiegelte. Insofern gehe ich mit viel Vorfreude nach Spanien.“

    ROSS BRAWN
    „Die Strecke in Montreal lag unserem Auto und unser Speed im Training am Freitag sowie im Rennen war ordentlich, doch das Qualifying verdarb uns das Wochenende, da wir mit den Reifen keinen Grip hatten und unter Wert geschlagen wurden. Nico war im Rennen einer der Schnellsten und wie er aus dem Mittelfeld bis auf Rang sechs vorfuhr war eine beeindruckend Leistung – von ihm und vom Team. Michaels Rennen begann vielversprechend, doch mit dem in der ersten Runde beschädigten Frontflügel und dem Reifenschaden später konnte er nicht viel ausrichten. Außerdem waren wir etwas zu optimistisch, als wir ihn seinen letzten langen Stint mit den weicheren Reifen fahren ließen, so dass er am Ende langsamer wurde. Die Strecke in Valencia ist der von Montreal ähnlich; auch hier gibt es lange Geraden und dazwischen enge Kurven; das liegt unserem Auto. Wir bringen einige Verbesserungen nach Valencia, mit denen wir einen weiteren deutlichen Schritt in Richtung Spitze machen wollen. Durch das in diesem Jahr neue Punktsystem liegen wir immer noch in Schlagdistanz zu den Führenden in der Meisterschaft und wir strengen uns weiterhin an, stärker zu werden. Unsere Grundlagen stimmen im Großen und Ganzen und der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ist klein. Diese Lücke müssen wir schließen.“

    NORBERT HAUG
    „Die Rennstrecke am Hafen von Valencia, an welchem 2007 der America's Cup stattgefunden hat, ist kein typischer Kurs des Grand Prix-Kalenders. Es gibt meist langsamere und lediglich im letzten Sektor schnelle und sogar einige sehr schnell zu fahrende Kurven. Die Streckenlänge mit annähernd 5, 5 Kilometer liegt über dem Durchschnitt der meisten Grand Prix-Kurse. Wir planen in Valencia einige wichtige technische Weiterentwicklungen einzusetzen und wollen so einen Schritt in Richtung Spitze des Feldes machen.“
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    Qualifying: Die "Bullen" stürmen Valencia!

    Qualifying: Die "Bullen" stürmen Valencia!
    von Christian Nimmervoll26. Juni 2010 - 15:03 Uhr

    Sebastian Vettel und Mark Webber starten in Valencia vor Lewis Hamilton aus der ersten Reihe - Mercedes schwer geschlagen: Top-10-Finale verpasst

    (Motorsport-Total.com) - Der Valencia-Street-Circuit am Hafen der Mittelmeerstadt wurde heute von Red Bull in eine Stierkampfarena umfunktioniert - und die "Bullen" haben ihre Gegner wieder einmal ordentlich auf die Hörner genommen! Denn im neunten Qualifying der Saison sicherte sich das österreichisch-britische Team seine neunte Pole-Position.

    Zum neunten Mal in seiner Karriere, zum vierten Mal in dieser Saison und zum ersten Mal seit Schanghai war Sebastian Vettel auf die Einzelrunde am schnellsten. "Eigentlich liegt uns diese Strecke gar nicht so, aber das war eine tolle Leistung vom Team und unseren Fahrern", jubelt Teamchef Christian Horner, dessen Fahrer im Top-10-Finale dank eines leichten Fehlers von Lewis Hamilton (McLaren) unter sich waren.

    Erst Webber, dann Vettel
    Webber hatte zunächst mit einer Bestzeit von 1:37.852 Minuten die Nase vorne, aber Vettel unterbot diese Marke in seinem zweiten Anlauf und brannte 1:37.587 Minuten in den spanischen Asphalt. Zwar hatte sein australischer Teamkollege noch einmal Gelegenheit, darauf zu kontern, aber am Ende fehlten nach fast identischen Zwischenzeiten in den ersten zwei Sektoren gerade mal 0,075 Sekunden auf die Pole-Position!

    "Das tut schon gut, denn in den letzten Rennen war es nicht immer leicht", freut sich Vettel über sein Comeback auf dem ersten Platz. "Kanada und Valencia sind nicht unsere besten Strecken, aber wir sind dennoch vorne. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Im ersten Versuch habe ich einen großen Fehler gemacht, also musste ich im zweiten alles richtig machen. Die Runde war dann besser - und der F-Schacht hat auch geholfen. Man spürt den Unterschied."

    Bei 25 Grad Luft- und 45 Grad Asphalttemperatur hätte Vettel eigenen Angaben nach "schneller sein müssen, aber es hat trotzdem für die Pole gereicht". Das muss auch Webber anerkennen: "Andersrum wäre es mir natürlich lieber, aber so kann es ja nicht immer sein. Für das Team ist das ein großartiges Ergebnis. Ich war heute einfach nicht schnell genug", gibt der 33-Jährige, der im Qualifyingduell nun nur noch mit 5:4 führt, zähneknirschend zu.

    Hamilton mit Platz drei zufrieden
    Hamilton (+0,382) ist "wirklich glücklich mit diesem dritten Platz. Andere Teams haben neue Teile gebracht, aber wir nicht, daher ist das ein gutes Ergebnis", analysiert der Polesetter des vergangenen Jahres. "Meine letzte Runde war sehr gut, aber in Kurve zwölf habe ich beim Bremsen die Räder blockiert. Damit war die Runde kaputt." Für das Rennen ist er optimistisch: "Alles ist möglich. Ich hoffe, dass wir das Beste daraus machen können."

    Die Top 3 knackten im Top-10-Finale allesamt die 1:38er-Marke, nicht so hingegen die Ferraris: Zwar fand Lokalmatador Fernando Alonso (+0,488) im letzten Run noch sieben Zehntelsekunden und verbesserte sich vom achten auf den vierten Platz, aber nach der Freitagsbestzeit hatten sich seine Fans in der Heimat wohl mehr erhofft. Zumindest ließ er dank eines guten letzten Sektors seinen Teamkollegen Felipe Massa (+0,540) knapp hinter sich.

    Robert Kubica (Renault), nach seiner Bestzeit in Q1 so etwas wie ein Geheimfavorit auf die erste oder zweite Reihe, spielte im Kampf um die Pole-Position keine Rolle. Der Pole handelte sich 0,550 Sekunden Rückstand ein und wurde damit Sechster, unmittelbar vor Jenson Button (McLaren/+0,623) und den beiden Williams-Piloten, die mit jeweils 0,841 Sekunden Rückstand ex aequo Achter und Neunter wurden! Hülkenberg fuhr seine Zeit jedoch früher und steht damit in Reihe vier.

    Ex aequo: Hülkenberg vor Barrichello
    "Ich habe meinen Teamkollegen geschlagen", freut sich der deutsche Rookie. "Danach sah es das ganze Wochenende nicht aus, aber ich bin in Q3 eine gute Runde gefahren." Und er stellt fest: "Wir haben viele große Namen hinter uns." Damit meint er weniger Vitaly Petrov (Renault/10./+0,936), sondern schon eher Nico Rosberg (12.) und Michael Schumacher (15.), die ohne nennenswerte Zwischenfälle an der Finalhürde scheiterten.

    "Das Team hat das Potenzial nicht genutzt, aber auch wenn alles hinhaut, sind wir trotzdem nicht dort, wo wir sein wollen", findet Rosberg klare Worte. "Meine Runde war super - mehr geht einfach nicht. Die Enttäuschung ist groß, denn es wurde davon geredet, dass unsere Saison hier neu beginnen soll. Das ging ja komplett nach hinten los." Auf die Top 10 fehlten 0,075 Sekunden, aber "im Rennen werden wir auf jeden Fall schneller sein", kündigt er an.

    Schumacher gibt zu: "Sind ratlos"
    Auch Schumacher stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: "Man muss ganz einfach feststellen, dass wir im Qualifying die Reifen nicht zum Arbeiten bekommen. Da sind wir ratlos, sonst hätten wir es anders gemacht", gibt der siebenfache Weltmeister nach seinem zweiten frühzeitigen Ausscheiden in dieser Saison zu. Gegen Rosberg zog er diesmal um 0,607 Sekunden den Kürzeren - zum siebten Mal im neunten Qualifying der Saison.

    Kein Wunder, dass Norbert Haug das Ergebnis als "enttäuschend" einstuft: "Es geht so eng zu, dass sechs Zehntel Abstand zur Bestzeit Platz zwölf bedeuten. Aber das war heute einfach nicht gut genug", räumt der Mercedes-Sportchef ein. "Nico fehlten keine acht Hundertstel, um in die Top 10 zu kommen - ein schwacher Trost. Dass Michael bei seiner schnellsten Runde im letzten Sektor Verkehr hatte, verhinderte eine bessere Zeit."

    Schumacher hatte sich schon in Q1 mit Müh und Not um eine Runde weiter gezittert, als er erst im allerletzten Versuch vom 18. auf den zwölften Platz fuhr - übrigens mit defekter Servolenkung. Mercedes fuhr in Q2 einmal weiche, dann harte Reifen, aber das alles brachte nichts. Zudem kannte Schumacher die Strecke vor diesem Wochenende nicht, aber das lässt Experte David Coulthard nicht als Ausrede gelten: "Alle Teams haben Simulatoren."

    Sutil vor dem Top-10-Finale out
    Sébastien Buemi (Toro Rosso) verpasste den Top-10-Cut um 34 Tausendstelsekunden und schied damit ebenso aus wie beide Force-India-Piloten, die sich nach den starken Trainingsleistungen deutlich mehr ausgerechnet hatten. Adrian Sutil gewann immerhin den direkten Vergleich mit Vitantonio Liuzzi (14.), aber mehr als Platz zwölf schaute dabei nicht heraus. Die Spanier Pedro de la Rosa (Sauber) und Jaime Alguersuari (Toro Rosso) wurden 16. und 17.

    Neben Kamui Kobayashi (Sauber/18.) erwischte es in Q1 programmgemäß die drei neuen Teams. Timo Glock (Virgin) erlitt dabei seine erste Niederlage gegen Lucas di Grassi - und hatte dafür eine Erklärung parat: "Ich habe einen Fehler gemacht. Wir haben uns mit den Reifen verschätzt", sagt er. Die harten Bridgestones wären für ihn schneller gewesen, doch als er diese aufziehen ließ, kam er am Kurvenausgang auf einen Curb und verschenkte damit rund eine halbe Sekunde.

    Im Rennen zählt der Deutsche natürlich nicht zu den Favoriten, ganz im Gegensatz zu seinem Landsmann Vettel. Aber McLaren hat den Kampf noch nicht aufgegeben: "Wir waren schon oft im Qualifying hinter ihnen und im Rennen dann dran", hofft Teamchef Martin Whitmarsh. Und dass man Alonso mit dem runderneuerten Ferrari in Spanien nie aus den Augen lassen sollte, ist Red Bull und McLaren ebenfalls bewusst...

    Valencia: Vettel besiegt die Engländer!

    Valencia: Vettel besiegt die Engländer!
    von Christian Nimmervoll27. Juni 2010 - 15:45 Uhr

    Der erste Sieg des Tages geht an Deutschland: Sebastian Vettel triumphiert in Valencia vor zwei Engländern - Horrorunfall von Mark Webber

    (Motorsport-Total.com) - Die DFB-Elf von Joachim Löw muss erst noch nachziehen, aber den ersten Sieg des Tages darf die Sportnation Deutschland schon bejubeln: Sebastian Vettel (Red Bull) sicherte sich in einem überraschend spannenden Grand Prix von Europa in Valencia seinen zweiten Saisonsieg - und das ausgerechnet vor zwei Engländern!

    "Das ist Deutschlands bestes Ergebnis des Tages", jubelte Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Boxenfunk in Anspielung auf das Fußball-Achtelfinale, während Vettel offenbar schon den neuen WM-Stand ausrechnete: "Jetzt läuft es wieder!" Der Deutsche liegt nun an dritter Stelle, zwölf Punkte hinter Lewis Hamilton und sechs hinter Jenson Button (beide) McLaren, die heute gemeinsam mit ihm auf dem Podium standen und sich die deutsche Nationalhymne anhören mussten.

    Alle Schutzengel der Welt für Webber
    Doch die Szene des Tages lieferte nicht der glückliche Sieger, der erst zum zweiten Mal in dieser Saison triumphierte, sondern dessen Teamkollege Mark Webber: Der Australier fuhr beim Überholen von Heikki Kovalainen auf den Lotus auf, hob ab wie eine Rakete, überschlug sich und krachte auch noch mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Wie durch ein Wunder konnte er aber selbst aus dem Wrack steigen - völlig unverletzt!

    "Das Wichtigste ist, dass Mark gesund ist. Er hat diesen schlimmen Unfall gut überstanden", bestätigt Horner, während Lotus-Technikchef Mike Gascoyne findet: "Heikki hat nur seine Linie verteidigt und am normalen Punkt gebremst. Vielleicht hat Webber seinen Bremspunkt verpasst. Und denen, die sagen, dass wir uns nicht verteidigen hätten sollen, denen sage ich: Wenn es um eine Position geht, racen wir immer!"

    Denn Webber wollte Kovalainen nicht überrunden, sondern nach einem völlig verkorksten Start im direkten Zweikampf überholen. Vor 83.443 Zuschauern und bei bis zu 27 Grad Hitze am Mittelmeer musste der 33-Jährige zunächst Hamilton, dann auch noch Fernando Alonso (Ferrari) und im Verlauf der ersten Runde einige weitere Konkurrenten durchlassen. Nach fünf Kilometern lag er nur noch an neunter Stelle - und das trotz des Starts aus der ersten Reihe!

    Beinahe-Crash in Kurve eins
    In der ersten Kurve hätte es zwischen Polesetter Vettel und Hamilton beinahe gekracht, denn Hamilton setzte seine Nase neben den Red Bull und berührte mit seinem linken Vorder- Vettels rechtes Hinterrad. Vettel hatte Glück, dass er nicht außen in die Mauer rutschte, akzeptierte aber noch vor der Siegerehrung die faire Entschuldigung seines Rivalen. Hamilton argumentierte: "Sorry, ich kam innen auf den Curb, da hat es mich nach außen getragen."

    Vettel führte also vor Hamilton, Alonso, Felipe Massa (Ferrari), Robert Kubica (Renault), Button, Rubens Barrichello, Nico Hülkenberg (beide Williams), Webber und Sébastien Buemi (Toro Rosso). Michael Schumacher war zunächst Elfter - aber für den Mercedes-Piloten sollte ein katastrophaler Nachmittag seinen Lauf nehmen. "Ein Rennen zum Vergessen", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Gestern ein schwaches Qualifying, heute kein gutes Boxenstopp-Timing."

    Denn als wegen des Webber-Unfalls das Safety-Car auf die Strecke kam, blieben Schumacher und Kamui Kobayashi (Sauber) als einzige Piloten auf der Strecke, aber während Kobayashi sein Ding wenigstens durchzog, steuerte Schumacher eine Runde später doch noch die Box an. Als er dann wieder auf die Strecke zurückfahren wollte, war die Ampel am Boxenausgang rot, sodass er ans Ende des Feldes durchgereicht wurde.

    Schumachers Boxenstopp zum falschen Zeitpunkt
    "Die Ampel hätte nie rot sein dürfen. Das ist extrem ärgerlich", ist Teamchef Ross Brawn sauer. Denn Mercedes hatte gehofft, das 19-Sekunden-Loch zwischen Hamilton und Kobayashi für einen Boxenstopp nutzen zu können, musste aber stattdessen am Boxenausgang zuschauen, wie ein Gegner nach dem anderen vorbeifuhr. "Jetzt ist es zu spät, aber darüber werde ich noch mit Charlie Whiting reden", kündigt Brawn an.

    Überhaupt sorgte die Safety-Car-Phase für Konfusion, denn Hamilton und Alonso kamen fast gleichzeitig zum Boxenstopp, aber nach dem Restart war Hamilton Zweiter und Alonso Zehnter. Der McLaren-Pilot hatte nämlich nach seinem Reifenwechsel erst nach der zweiten Safety-Car-Linie das Safety-Car überholt und gewann so wertvolle Streckenpositionen. Daran änderte auch seine Durchfahrstrafe nichts, die keine Positionen kostete.

    Alonso sauer auf die Rennleitung
    Alonso schimpfte darüber noch am Boxenfunk: "Wo ist Hamilton?", fragte er. "Zweiter", antwortete sein Renningenieur Andrea Stella. Das ist wirklich unfair, weil es eigentlich keine Strafe ist, aber wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren." Kein Wunder, dass Ferrari sauer ist: Hamilton hat gegen das Reglement verstoßen, stand aber trotz der Strafe immer noch viel besser da als Alonso, der sich völlig korrekt verhalten hat...

    Hamiltons Glück war, dass Kobayashi ohne absolvierten Boxenstopp als Dritter alles aufhielt, sodass er seine Durchfahrstrafe absolvieren konnte, ohne vom zweiten Platz zurückzufallen. Button hatte trotz F-Schacht-System keine Chance, den Japaner zu attackieren: "Das Safety-Car hat mir geholfen, aber dann steckte ich hinter Kobayashi fest. Du kannst hier einfach nicht überholen, obwohl ich einen guten Topspeed hatte", seufzt er.

    Nach dem Wirbel um die Safety-Car-Phase verkam das bis dahin recht turbulente Rennen zu einer Prozession. Durch das Safety-Car gab es einige Positionsverschiebungen - zum Beispiel profitierte Barrichello, der plötzlich auf Platz fünf aufschien. Aber weil gleich neun Autos gegen die unter Gelb vorgeschriebenen Sollzeiten in den einzelnen Sektoren verstießen, könnte das Rennergebnis im Nachhinein noch auf den Kopf gestellt werden.

    Neun Fahrern droht eine Strafe
    Von der Untersuchung der Rennleitung betroffen sind Button (3.), Barrichello (4.), Kubica (5.), Adrian Sutil (Force India/6.), Buemi (Toro Rosso/8.), Pedro de la Rosa (Sauber/10.), Vitaly Petrov (Renault/11.), Vitantonio Liuzzi (Force India/13.) und Nico Hülkenberg (Williams), der in der 50. von 57 Runden mit einem zerfetzen Reifen ausschied. Bereits zuvor hatte sein Williams aus dem Auspuff immer wieder Rauchschwaden gespuckt.

    Von etwaigen Strafen profitieren könnte Nico Rosberg (Mercedes), der als Zwölfter ins Ziel kam. Doch das wäre nur ein schwacher Trost, denn "heute ging gar nichts", unkt er. "Ich habe keinen Grip gefunden. Es war genauso schlecht wie das Qualifying und hat keinen Spaß gemacht. Normalerweise hätte ich schon nach 20 Runden an die Boxen fahren müssen, weil die Bremsen hinüber waren. Der Hintern hat mir auch gebrannt, weil irgendwas heiß gelaufen ist. Alles Käse!"

    Revanche beim Fußball?
    Vettel fuhr seinen Red Bull an der Spitze nach 1:40:29.571 Minuten mit 5,0 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben: "Das wurde auch Zeit! Wir hätten hier nicht damit gerechnet, so schnell zu sein. Ich konnte mich absetzen und das Auto ins Ziel tragen", so der Deutsche. Teamchef Horner lobt: "Wir hatten nicht das geringste Problem, nur am Ende haben wir ihn etwas eingebremst, als er die schnellste Runde fahren wollte."

    Das einzige Mal ins Schwitzen geriet Vettel beim Restart, als er viel Schwung holen wollte, um nicht Gefahr zu laufen, von Hamilton überholt zu werden - ein Schuss, der beinahe nach hinten losgegangen wäre: "Ich bremste in der letzten Kurve so spät ich konnte und habe die Räder blockiert. Die Reifen waren kühler als erwartet, aber ich blieb zum Glück vorne. Zwar hatte ich einen glatten Fleck auf dem Reifen, aber er hat bis zum Schluss gehalten."

    Toll übrigens auch Kobayashi, der in der letzten Runde noch Alonso und Buemi überholte! Sonst blieb es bis ins Ziel beim "1:0 für Deutschland", wie Button in Fußballrhetorik grinste. "Aber schauen wir, was heute Nachmittag passiert!" Zumindest führen die Engländer noch in der Formel-1-WM, wenn sie schon im Fußball untergehen sollten - übrigens nicht nur bei den Fahrern, sondern auch bei den Konstrukteuren: McLaren (248 Punkte) vor Red Bull (218).

    Europa GP: Rennen

    Europa GP: Rennen

    Die MERCEDES GP PETRONAS Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher beendeten den Grand Prix von Europa auf den Plätzen zehn und 16.

    Die Safety Car Phase nach dem Unfall von Mark Webber beeinträchtigte den Rennverlauf für beide MERCEDES GP PETRONAS Fahrer. Nico verlor den Vorteil seines frühen Boxenstopps in Runde acht. Michael wurde nach seinem ersten Routinehalt in Runde elf am Ende der Boxenstraße durch die rote Ampel aufgehalten. Da Überholen in Valencia kaum möglich ist, hatten beide Fahrer keine Chance, nach vorn zu fahren.
    In der Fahrerweltmeisterschaft liegt Nico mit 74 Punkten auf Position
    sieben; Michael ist Neunter mit 34 Zählern. Es führt Vodafone McLaren
    Mercedes Fahrer Lewis Hamilton, heute Zweiter hinter Sebastian Vettel (Red Bull Renault) mit 127 Punkten.

    NICO ROSBERG
    „Kein tolles Rennen und Spaß hat es auch nicht gemacht. Ich kämpfte um Grip und hatte Mühe, meine Bremsen zu schonen – so war es mir nicht möglich, mich zu verbessern. Doch auch in solchen Rennen kann man Erfahrungen für später sammeln. Ein schwaches Wochenende für uns alle und wir müssen hart arbeiten, um unsere Probleme zu lösen und uns zu steigern.“

    MICHAEL SCHUMACHER
    „Was für ein Rennen. Es wäre schön, wenn man die Situation in der Safety Car Phase klären könnte, als die rote Ampel an der Boxenausfahrt nach meinem
    ersten Stopp mein Rennen zerstörte. Ohne diesen Vorfall hätte ich recht gute Chancen gehabt. Unserer Ansicht nach hatte das Safety Car die Boxen passiert, ohne dass die Auto dahinter aufgereiht waren, deshalb hätte die Ampel nicht rot zeigen dürfen. Für einen Moment leuchtete grün, doch dann sprang die Ampel gleich wieder auf rot. Das war unserer Meinung nach nicht in Ordnung. Unsere Strategie war in diesem Zusammenhang richtig, denn wir hatten die Möglichkeit, sogar in Podiumsnähe ins Ziel zu kommen.“

    ROSS BRAWN
    „Ein enttäuschendes Ende unseres Wochenendes in Valencia. Unsere Autos liefen heute ordentlich, doch wir waren erneut durch unser schlechtes Qualifying gehandicapt. Dieses Problem müssen wir schnellstens beheben. Nico wurde am Start eingeklemmt und fiel zurück, deshalb entschieden wir uns für einen frühen Boxenstopp. Die Safety Car Phase brachte uns jedoch um den erhofften Vorteil. Für Nico ging es danach nur darum, seine Position zu halten, da er seine Bremsen schonen musste, was er sehr gut löste. Michael hätte deutlich vom Safety Car profitieren können. Da die führenden Fahrer noch nicht direkt hinter dem Safety Car fuhren, wurde Michael vorbei gewinkt und erhielt so die Chance für seinen Boxenstopp. Unsere Berechnungen sagten, dass die weichere Reifenmischung bei ihm bis zum Ziel halten würde. Doch durch die rote Ampel an der Boxenausfahrt verlor er sehr viel Zeit. Wir glauben, dass die Regeln in diesem Punkt eindeutig sind – die Ampel zeigt erst rot, wenn die Autos hinter dem Safety Car formiert sind. Wir würden uns freuen, wenn die FIA dies überprüft. Denn die Autos fuhren noch nicht in Reihe und zwischen Hamilton und Kobayashi lagen über 18 Sekunden, als Michael an die Box fuhr. Michael gab sich alle Mühe, den Rückstand wett zu machen, aber am Ende war es ein enttäuschender Nachmittag.“

    NORBERT HAUG
    „Michael wurde durch die rote Ampel am der Boxenausfahrt um ein gutes
    Ergebnis gebracht. Dies geschah im Gegensatz zu unserem Verständnis der Regeln, wonach die Boxenausfahrt geöffnet bleibt, bis sich hinter dem Safety Car eine Reihe gebildet hat. Das war nicht der Fall, da es hinter Lewis Hamilton eine Lücke von mehr als 18 Sekunden gab, während Michael an der Box war. Er wäre als Dritter in diese Lücke gefahren, hätte die rote Ampel dies nicht verhindert. Michaels Rennen war ruiniert, obwohl er konstant schnelle Rundenzeiten fuhr. Trotz dreier Boxenstopps und der langen Wartezeit an der Boxenausfahrt lag er letztlich 6,5 Sekunden hinter den Punkteplätzen. Nico musste das ganze Rennen über auf seine Bremsen achten und war dadurch gehandicapt. Für unser Team war es ein Wochenende zum Vergessen, aber wir werden bald stärker.“

    GP Europa in Valencia / Rennen

    GP Europa in Valencia / Rennen

    Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/ergeb/2010/09/71.shtml
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    Großer Preis von Großbritannien / Silverstone

    Großer Preis von Großbritannien / Silverstone

    Silverstone ist schon seit jeher bemüht, sich als das Zuhause des (britischen) Motorsports ("Home of British Motor Racing") bezeichnen zu dürfen, auch wenn die Wurzeln des Automobilsports vielleicht doch eher in Frankreich zu suchen sind. Die Strecke, auf der die Formel 1 am 13. Mai 1950 mit einem Sieg von Guiseppe Farina auf einem Alfa Romeo 158 geboren wurde, entstand auf einem ehemaligen Flugplatz der Royal Air Force, den diese im Zweiten Weltkrieg nutzte.

    Schnelle Kurven, in denen die Autos oft untersteuern, stellen in Silverstone vor allem die Reifen auf eine Belastungsprobe, eine gute Aerodynamik und ein gutes Fahrwerk sind aber nicht weniger wichtig für eine gute Rundenzeit. Auf den langen Geraden ist ein hoher Topspeed gefragt, die langsamen Kurven im Schlussdrittel der Strecke verlangen hingegen eine gute Traktion - ein guter Kompromiss beim Flügelsetup der Autos ist aus diesem Grund sehr wichtig. Das Überholen ist auf der Strecke wegen fehlender langsamer Kurven nach langen Geraden und vielen schnellen Kurven, in denen man dem Vordermann kaum folgen kann, sehr schwierig.

    Eine der aufregendsten Passagen der Formel 1 ist Becketts. 300 km/h und siebter Gang bei der Einfahrt über Maggots, in der Kurve runter in den fünften Gang, 210 km/h, dann wieder hochschalten und 250 km/h am Ausgang bei Chapel - jeder Fahrer schwärmt von dieser Kurvenkombination! Sie gut zu erwischen, ist wichtig, um Speed auf die folgende Gerade mitzunehmen.

    Die Tücken der Strecke kommen von oben. Oftmals sorgt das typisch britische Wetter für Regen, der den sonst sehr griffigen Asphalt rutschig werden lässt. Ein weiteres Problem äußert sich vor allem in den schnellen Kurven wie der Becketts: der Wind. Da die Landschaft rund um die Strecke sehr flach ist, fegen nicht selten heftige Windböen über den Kurs und sorgen in diesen Passagen dafür, dass die Autos aus der Balance geraten und häufig unangenehm untersteuern.

    Um Silverstone herum herrscht eine eher ländliche Gegend vor, auch wenn viele Formel-1-Teams ihre Fabriken unweit der 5,141 Kilometer langen Strecke platziert haben.

    Quelle: http://www.motorsport-total.com/f1/saison/Silverstone.html
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